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Katrin Sachse:

 
    Pakt mit der Sehnsucht.
Fernbeziehungen fördern die Karriere, belasten aber die Liebe. In Deutschland lebt bereits jedes achte Paar auf Distanz - Tendenz steigend,
in: Focus Nr.17 v. 19.04.2003
 
       
   
 
 

Die Single-Partner

"Im Auftrag von FOCUS hat der Mainzer Professor Schneider die Daten seiner Studie »Berufsmobilität und Lebensform« (...) noch einmal speziell ausgewertet. Das Ergebnis beantwortet die Fragen, wer in einer Fernbeziehung lebt und aus welchen Gründen".

Kommentar

"Eine ganze Generation akzeptiert für die Leidenschaft zum Beruf Nachteile für die Liebe zum Partner", behauptet SACHSE. Betrachtet man sich die Fallgeschichten, dann scheint dies zu stimmen, denn es werden nur Paare vorgestellt, die mit der Fernbeziehung einen Karrieresprung verknüpfen.
          
 Angesichts der Tatsache, dass heutzutage die Angst vor dem Absturz vorherrscht und statt Aufstieg die Vermeidung des Abstiegs Priorität hat, fragt man sich, ob der FOCUS noch auf der Höhe der Zeit ist, denn selbst die Generation Golf leidet unter der Jobkrise .

Mobil, flexibel, gebunden

"Im Auftrag von FOCUS hat der Mainzer Professor Schneider die Daten seiner Studie »Berufsmobilität und Lebensform« (...) noch einmal speziell ausgewertet. Das Ergebnis beantwortet die Fragen, wer in einer Fernbeziehung lebt und aus welchen Gründen",

schreibt SACHSE. Was dann zu lesen ist, das ist weder neu, noch sensationell und da die Daten von Norbert F. SCHNEIDER noch vor der Jobkrise erhoben wurden, ist die gegenwärtige Lage von Fernliebenden auch kein Thema.
          
 Ein paar Grafiken und Diagramme veranschaulichen für die lesefaule und zahlengläubige Info-Elite die wichtigsten Aspekte der Lebensformen, wobei zwischen der eher freiwilligen Paarform "Living apart together" und der eher beruflich erzwungenen "Long Distance Relationship" (Fernliebe) unterschieden wird.
          
 "Der hohe Mobilitätsdruck und ein neues Partnerschaftsideal kreieren immer mehr Fernbeziehungen" heißt es weiter. Mobilitätsdruck heißt neben der beschriebenen Aufwärts- eben auch die nicht erwähnte Abwärtsmobilität.
          
 SACHSE schreibt, dass in den USA erst seit Ende der 90er Jahre über Fernliebende geforscht würde. Tatsächlich jedoch sind die USA Vorreiter.
          
 Bereits Ende der 70er Jahre finden sich Untersuchungen zu "Married Singles" oder zur "Commuter- bzw. Long-Distance-Marriage".  Im Gegensatz zu Europa stehen in den USA jedoch traditionell die ehelichen Formen dieser Lebensform im Vordergrund.
          
 Guy BODENMANN, Direktor des Instituts für Familienforschung in Fribourg gibt Tipps für die Fernliebe, auf die der gesunde Menschenverstand auch von alleine kommt.
 

In der Ferne so nah

"Mindestens jede achte Liebe ist inzwischen eine Fernliebe. Vier Millionen Menschen wollen oder müssen regelmäßig Abschied voneinander nehmen. Die Tendenz ist steigend, es gibt inzwischen eine »Generation mobil«.
          
 Welche Chancen und Risiken bergen diese Wochenendbeziehungen? Fördert das getrennte Zusammenleben Selbstverwirklichung oder Entfremdung? Wird das Leben ohne gemeinsamen Alltag intensiver oder verliert es an Sinn?
          
 Die Autoren, selbst ein Fernliebepaar, befragten über 100 Betroffene, wie sie ihre Liebe auf Distanz leben, wie sie den Abschied zelebrieren oder die Ankunft feiern. Sie verraten ihre Tricks, die Sehnsucht zu lindern und die Zeit allein zu genießen, ergänzt durch praktische Tips von Therapeuten und Wissenschaftlern."

Karin FREYMEYER, die zusammen mit ihrem Single-Partner Manfred OTZELBERGER das Buch In der Ferne so nah veröffentlicht hat, darf die negativen Seiten der Fernliebe vortragen.
          
 Die Partnerschaftsform Living apart together wird nur kurz erwähnt:

"Laut Studie entscheidet sich etwa ein Viertel der Paare freiwillig für zwei Wohnungen - und finden genau darin ihr Glück. »Diese Menschen folgen einem neuen Partnerschaftsideal, das auf Unabhängigkeit, Distanz und individuelle Autonomie gründet, anstatt auf Gemeinsamkeit und Nähe zu setzen«, weiß Soziologe Schneider. Das traditionelle Bild des Paares, das sich als bedingungsloses Wir definiere, werde immer häufiger abgelöst von einem Modell, bei dem die Vorteile des Single-Lebens mit denen einer Zweiergemeinschaft verbunden werden.
          
 Zu den Befürwortern dieser luxuriösen Sonnenschein-Beziehungen gehörten viele Geschiedene, die unter schlechten Erfahrungen mit dem Ex-Partner litten, sagt Schneider."

Diese Aussagen bleiben hinter den Ergebnissen anderer Single-Studien zurück. Bei Geschiedenen muss zwischen Frauen und Männern (z.B. Ronald BACHMANN ) bzw. aktiv und passiv Getrennten (z.B. Jörg ECKARDT ) unterschieden werden.
        
Alle Single-Studien weisen darauf hin, dass Distanzbeziehungen in erster Linie von Frauen angestrebt werden, während geschiedene Männer mit diesem Arrangement schlechter zurecht kommen.

 
 
 
       
   
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