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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01.-15. April 2002

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Die wachsende Überalterung des deutschen Volkes steigt andauernd (...). Heute stehen 67 Prozent der Bevölkerung im produktiven Alter (...). Diese Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich stetig zuungunsten des Prozentsatzes der im produktiven Alter Stehenden, weil die Langlebigkeit wächst und die Geburtenzahl abnimmt."
(Konrad Adenauer in seiner Regierungserklärung vom 20.10.1953, zitiert nach Spiegel vom 15.09.1954, S.10)

 
       
       
   
TIME-Titelgeschichte: Babies vs. Career.
Which should come first for Women who want both? The harsh facts about fertility
 
       
     
       
   
Der Gewerkschaftssekretär Werner SAUERBORN fordert eine Neuorientierung der Frauenpolitik. Waren die Gewerkschaften bislang Garanten des alten patriarchalen Familienideals aus den 1950er Jahren, das im Mann den Familienernährer sieht, so soll sich dies nun ändern. Der Verdi-Funktionär kritisiert jedoch nicht diese gewerkschaftliche Traditionslinie, sondern attackiert zeitgeistgemäß - im Einklang mit dem Postfeminismus der Generation Golf und der postfeministischen Männerbewegung - die betriebliche Frauenpolitik, die sich im System der Frauenbeauftragten manifestiert hat. Vereinfacht ausgedrückt: Statt Frauenpolitik für Kinderlose und kinderreiche Frauen im Niedriglohnsektor soll nun Politik für die Mütterelite der Neuen Mitte betrieben werden.

Mit dem modischen Begriff der "Geschlechterdemokratie" umschreibt SAUERBORN die Anforderungen an eine neue Geschlechterpolitik. Dazu gehört die Modernisierung des Ehegattensplittings, Rentenrechts, Elternurlaubs und der öffentlichen Kinderbetreuung.

 
       
     
       
     
       
   
  • SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Thema "Ausgehen in München"

Selbst die singlefeindliche SZ hat rechtzeitig zur Frühjahrssaison ihr Herz für die Singles entdeckt und bietet Ausgehtipps - nicht nur für Paarungswillige.
  • MAYER, Christian (2002): "Enge kommt den Singles zugute".
    Wo geht was? Eine Psychologin über Bühnen, Blicke und Begegnungen
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

Bummel durch Münchner Bars ("Centrale", "Schumann's", "Pacha") mit der Psychologin Christiane TRAMITZ
  • MAYER, Christian (2002): Stenz, Desperado, Häppchenjäger.
    Orte mit Reizklima: Lokale, in denen man gut flirten kann – ein Ratgeber für unterschiedliche Flirt-Typen
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

Christian MAYER hat die Flirt-Typen gemäß dem bevorzugten Flirtort in Arbeitstiere (After Business bzw. Work -Anhänger), Desperados (Flirt-Partys), Häppchenjäger (Restaurants), Schöngeister (Bistros), Teenie-Schwarm (Szene-Treffs) und Stenze (eigentlich überall zu Hause) eingeteilt.

Der Flirt in der Debatte

 
       
   
  • BURGHARDT, Peter (2002): Das Boot ist oll.
    Was passiert, wenn die Pyramide kippt? In Madrid ging die zweite UN–Konferenz zum Thema Altern zu Ende,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.04.

Peter BURGHARDT hat einen typischen klischeehaften SZ-Artikel mit den üblichen Schuldigen verfasst:

"Das Problem der Jahrgänge betrifft ja längst nicht mehr hauptsächlich die reichen Nationen, wo verwöhnte Ehepaare lieber in die Karibik reisen, statt auf die Kleinen aufzupassen, oder Singles ihr Cabrio den Windeln vorziehen. Sie belastet trotz Bevölkerungsexplosion auch zunehmend den Süden".

 
       
     
       
     
       
     
     
       
     
       
   
  • SCHÜTTE, Gisela (2002): Wohnungen am Fleet sollen Innenstadt beleben.
    Architekt Fuksas baut nach historischem Vorbild - Zielgruppen sind junge Singles und ältere Paare,
    in: Welt v. 13.04.

 
       
   
  • NEUE ZÜRCHER ZEITUNG-Zeitfragen "Deponieren und fördern"

    • PETROWSKAJA, Katja (2002): Rückschau auf die sowjetische Didaktik für die Kleinsten.
      Lenin plus Klavier - Grundausstattung der Kindertagsstätten,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

    • ARNDT, Mareile (2002): Ideologie der Kleinkinderbetreuung.
      Mehr weltanschauliche als pädagogische Argumente einer alten Diskussion,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

    • GEISEL, Sieglinde (2002): Verantwortung für den «Arbeitsplatz Kind»
      Fremdbetreuung im Vorschulalter zwischen Ideologie und Konjunktur
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.

 
       
   
  • Liebeskummer in der Debatte

    • BERG, Sibylle (2002): So muss es in der Hölle sein.
      Neuerdings gibt es Liebesschmerzkongresse, Vereine für Liebeskranke und eine Produktlinie für Verlassene. Alles Unsinn. Bei Liebeskummer helfen weder Ratgeber noch Selbsthilfegruppen. Was uns verrückt macht sind gestorbene Träume. Eigentlich wollen wir zurück in die Zeit, als wir eins mit der Mutter waren. Bedingungslosigkeit wollen wir, danach suchen wir und werden immer enttäuscht werden.
      in: Weltwoche Nr.15 v. 12.04.

 
       
     
       
   
  • GALL, Insa (2002): St. Georg: Zwischen Agonie und Aufbruch.
    Bürgermeister informierte sich vor Ort über die Probleme. Von Beust will mehr Wohnraum schaffen
    in: Welt v. 11.04.

Der Hamburger Stadtteil St. Georg soll weiter aufgewertet werden. Die Grünen waren bei der Bürgerschaftswahl im September 2001 nach der SPD (37,2 %) die zweitstärkste Partei (20,4 %). Jugendstilgebäude, city- und alsternahe Lage sind ideale Voraussetzungen einer Yuppisierung. Doormen sollen die Sicherheit erhöhen und mit einem Apartment-Hotel sollen Geschäftsreisende angelockt werden. Nur die Drogen- und Prostituiertenszene stört die Inbesitznahme des Quartiers durch die Family-Gentrifier.
 
       
     
       
     
       
   
Stiftungen werden als Hoffnungsträger einer kinderarmen, entsozialstaatlichten Gesellschaft gesehen. DILLOO berichtet über die Bewegungsstiftung.
 
       
   

VEIEL, Axel (2002): Die Betagten von Madrid.
Beim Alten-Gipfel der UN ist positives Denken erwünscht, doch zunehmende globale Probleme machen dies schwer,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.04.

 
       
   
  • FACTS-Titelgeschichte

    • BRÜDERLEIN, Ruth und Nina MERLI (2002): Du bist mein.
      Ein bisschen Eifersucht wird als Liebesbeweis fast erwartet. Wird sie jedoch zu stark, zerstört sie die Liebe. Gefeit ist davor niemand,
      in: Facts Nr.15 v. 11.04.

 
       
   
MAX-Titelgeschichte: Der Traum vom Kind.
Neue Modelle für die junge Familie. Wie wir alles besser machen als unsere Eltern
  • SIEGERT, Almut (2002): Generation Fruchtzwerg.
    Es gibt so viele Wege wie nie, Kinder, Karriere, Lifestyle und Freunde miteinander zu verbinden. Junge Eltern machen es vor. Lässig integrieren sie die Kleinen in ihr Leben und wollen vor allem eines: Spaß,
    in: Max Nr.9 v. 11.04.

  • WILKE, Stefanie (2002): Single mit Kind.
    Eine neue Generation von Allein Erziehenden macht mobil: Das Modell der Ein-Eltern-Familie ist für immer mehr junge Mütter und Väter ganz normal. Jetzt muss nur noch die Politik ihr Herz für Kinder entdecken,
    in: Max Nr.9 v. 11.04.

Alleinerziehende in der Debatte

  • MAX (2002): Panne im Gesetz.
    Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) mischt sich erfolgreich in die Steuergesetzgebung ein,
    in: Max Nr.9 v. 11.04.

Interview mit Peggi LIEBISCH und die Kampagne "Ich bin kein Single"
  • WILKE, Stefanie (2002): Der Mutter-Gau.
    Gute Vorsätze sind etwas Schönes. Leider kann man sich nicht immer an sie halten: MAX-Redakteurin Stefanie Wilke über den bislang größten Störfall in ihrer Karriere als Super-Mami,
    in: Max Nr.9 v. 11.04.

 
       
   
  • BAUM, David & Anne PHILIPPI (2002): Das Rätsel Houellebecq.
    Ist der französische Starautor Michel Houellebecq ein echtes literarisches Genie oder bloß ein rechter Provokateur? Max machte den Text - und zog mit ihm eine Nacht lang durch Berliner Clubs,
    in: Max Nr.9 v. 11.04.

Wenn Michel HOUELLEBECQ eines Tages nur noch kindliches Lallen von sich geben würde, es würde sicher gedruckt und seitenlang interpretiert!  Zwei Sätze von HOUELLEBECQ sind der Schlüssel zum Text:

"Der Hauptvorwurf an mich ist nicht, dass ich rechts wäre, sondern dass ich indifferent bin."

Und:

"Ich habe das nur gesagt, weil es der Interviewer hören wollte."

Das Wichtigste für ein People-Magazin: Das Interview fand bei einer Berliner Clubtour statt, begann im Restaurant Borchardt und endete in der Greenwich-Bar. In ersterer muss man Holzfäller-Hemden tragen, um als VIP eingeordnet zu werden!

 
       
     
       
     
       
   
  • Thema "Second World Assembly on ageing"

    • BAUER, Friederike (2002): Ein demographisches Beben.
      Die Weltkonferenz zu Fragen des Alterns,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.04.

Bereits Begriffe wie "Überalterung" sind nicht wertfrei, sondern implizieren, dass die Bevölkerung ZU SEHR altert. Tatsache ist jedoch, dass die Deutschen bei der Lebenserwartung keineswegs führend sind. Die Rede von der "Alterslast" definiert das Alter ebenfalls als defizitär. Altersforscher weisen dagegen darauf hin, dass das Alter auch als Chance begriffen werden muss und ein neuer Markt entstehen wird, dessen Potenziale heutzutage nicht genügend erkannt werden. Das Motto der Konferenz ist deshalb positiv formuliert: "Eine Gesellschaft für alle Lebensalter".
  • EHRENSTEIN, Claudia (2002): 2050 sind zwei Milliarden Menschen über 60 Jahre alt.
    UN-Konferenz in Madrid beschäftigt sich mit den Folgen der alternden Weltbevölkerung. Neue Systeme zur Altersversorgung,
    in: Welt v. 09.04.

 
       
   
  • TEERLING, Marit (2002): Zu jung fürs Kind.
    Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Minderjährigen ist in Deutschland um 20 Prozent gestiegen,
    in: Tagesspiegel v. 09.04.

Das Presseamt des Statistischen Bundesamt in Wiesbaden hat am 08.04.2002 gemeldet: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2001 fast unverändert.

Dies war dem Tagesspiegel zu wenig reißerisch, also hat sie sich dem Teilaspekt der Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen von Minderjährigen gewidmet. Leider sagen diese Zahlen erst einmal nicht viel. Wenn sich die Zahl der Minderjährigen in dieser Altersgruppe auch um 20 % geändert hätte, dann ergäbe sich relativ gesehen keine Veränderung. Aber diese wichtige Zahl, die dem Leser ermöglicht die Veränderung selbst zu beurteilen, wird weder in der Pressemeldung des Bundesamtes noch im Tagesspiegel-Bericht erwähnt. Von der Zunahme von Abtreibungen schließt die Autorin weiterhin auf die
Zunahme von Teenagerschwangerschaften
und fragt deshalb, ob Deutschland englische Zustände drohen. Dort versucht man mit Kampagnen wie Es ist okay, Jungfrau zu sein dem Trend entgegenzuwirken.

Marit TEERLING macht den immer früheren Sexualverkehr für das Phänomen verantwortlich, aber Teenagerschwangerschaften sind immer auch die unerwünschten Nebenfolgen einer Aufwertung des Kinderhabens.

Richard KAUFMANN listet z.B. für das Jahr 1957 die Zahl von Geburten der unter 20jährigen für die BRD auf. Danach wurden damals 19.624 Kinder von unter 18jährigen Mädchen geboren. Im Jahre 1999 waren es gemäß TEERLING nur noch 10.082, wobei insgesamt über 200.000 weniger Kinder geboren wurden. Obwohl die Geburtenzahlen sich nur um ca. 25 % verringert haben, haben sich die Teenagerschwangerschaften fast halbiert. Dies sollte das Ausmaß der heutigen Probleme in diesem Bereich relativieren.

 
       
   
Die GASCHKEs dieser Welt würden PÖTTER als Antiautoritären beschimpfen, während sich der Autor selbst als Liberaler gegen die sozialschwachen Eltern abgrenzt, die ihren Kindern gleich eine Ohrfeige verpassen, wenn sie nicht folgen. Nichtsdestotrotz: Die Politik erfordert von einem Politikaktivisten strategische Allianzen auch mit jenen Eltern, die man partout nicht ausstehen kann. Man prügelt da lieber öffentlich auf die Singles ein, selbst wenn der beste Freund einer wäre. Dies ist die normale Alltagsschizophrenie der Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit. Liberal anstatt alternativ eben.
 
       
     
       
   
  • EHLING, Holger (2002): Der Familienmensch.
    Nach der Kirch-Pleite kann es nicht schaden, sich Rupert Murdoch genauer anzuschauen. Bei ihm heißen Kinder Expansion - vor kurzem ist er wieder Vater geworden,
    in: Welt v. 09.04.

Holger EHLING hat ein potentes männliches Exemplar gefunden, das seine These beweisen soll, dass Kinderzeugen und beruflicher Erfolg Hand in Hand gehen. Wie erklärt Herr Ehling die Tatsache, dass sowohl in der Oberschicht als auch in der Unterschicht die Kinderzahl am größten ist? Offenbar ist der Zusammenhang doch nicht so simpel wie der Darwinist das gerne hätte!
 
       
     
       
   
Michel Houellebecq als Leitfigur oder die Debatte um die sexuelle Revolution
 
   
  • FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema "Zweite UN-Weltversammlung zu Fragen des Alterns"

    • VEIEL, Axel (2002): Der Gipfel der Kooperation.
      Globale Aufgabe: In Madrid beginnt heute die Weltversammlung über das Altern,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.

    • VEIEL, Axel (2003): Im Schatten der Palmen.
      Der Traum deutscher Rentner vom Lebensabend auf Mallorca und was daraus wird,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.

    • DESAI, Nitin (2002): Wie wir alt werden.
      Über die gesellschaftliche Herausforderung eines langen Lebens,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.

    • LINK, Christoph (2002): Warten auf die letzten Tage.
      Das Bild vom starken afrikanischen Clan, der sich um die Alten kümmert, stimmt längst nicht mehr,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.

    • SCHWARZACHER, Lukas (2002): High Tech statt Familie.
      Japan hält den Weltrekord des Alterns,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.

 
       
     
       
   
  • RATH, Christian (2002): Kindeswohl als örtliche Angelegenheit,
    Umgangsrecht für nichteheliche Väter bleibt umstritten: Bundesregierung akzeptiert Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte nicht. Jetzt muss die Große Kammer des Straßburger Gerichts entscheiden,
    in: TAZ v. 08.04.

 
       
   
  • Das Single-Dasein in Indien

    • WADHWA, Soma (2002): Faster, Lower, Frailer.
      Young urban Indians are paying a heavy price for their obsession with upward mobility - their bodies are becoming unwitting homes to crippling and fatal lifestyle diseases,
      in: Outlook India vom 08.04.

 
       
   
Georg MECK porträtiert den österreichischen Red Bull-Erfinder und bekennenden Single Dietrich MATESCHITZ:

"Eines Tages, Anfang der achtziger Jahre, sahe Mateschitz den Hersteller von einem der 'Energy drinks' ganz oben auf der Liste der größten Steuerzahler - die Chance für den Ausbruch aus dem Leben in der 'Business Class'. 'Wichtige Männer in grauen Anzügen. Das kann nicht alles gewesen sein', dachte er sich. Wenig Frauen, wenig Charme. Und keine Chance, reich und berühmt zu werden."

 
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • LODERER, Benedikt (2002): Der Einzug der Urbaniten.
      Die Familienwohnung ist tot. Und auch die Normalwohnung ist gestorben. Überlebt hat die Spezialwohnung, die von Erfindungsgabe geformt ist
      ,
      in: SonntagsZeitung v. 07.04.

Es scheint ein ehernes Gesetz der Wohnungspolitik zu sein, dass sie immer eine Generation zu spät kommt! In den 50er Jahren plante man Wohnungen für die Vorortfamilie der Alleinverdiener. Ende der 50er Jahre war dagegen das Doppelverdienerehepaar Standard. In den 70er Jahren plante man Wohnungen für die Doppelverdienerfamilien und es kamen stattdessen die Singles. Inzwischen hat die Wohnungspolitik die Singles entdeckt und die Family-Gentrifier der Generation Golf kommen stattdessen. Benedikt LODERER hat gerade die Yuppies und das Loft-Living entdeckt!
 
       
   

BÖTSCHI, Bruno (2002): Das Kind als Handtäschchen.
Kleinkinder in Designerklamotten sind das ultimative Ausstattungsobjekt von Eltern mit dickem Geldbeutel,
in: SonntagsZeitung v. 07.04.

Bruno BÖTSCHI berichtet über Kinder als Statussymbol
 
       
   
  • GERSTENBERG, Nina (2002): "Die Bilder stimmen nicht mehr".
    Renate Schmidt fordert Mentalitätswechsel in der Familienpolitik,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 07.04.

 
       
     
       
   
  • BERTHOLD, Norbert (2002): Ein gefesselter Riese am Boden.
    In der institutionellen Verflechtungsfalle Deutschland hat sich eine Mehrheit behaglich eingerichtet,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.04.

Norbert BERTHOLD, ein Finanzwissenschaftler der Universität Würzburg, möchte den Sozialstaat abbauen, damit sich auch Arbeit im Niedriglohnsektor wieder lohnt. Seine Reformvorstellungen beziehen sich auf die Arbeitslosenversicherung und die Sozialhilfe:

"Ein zu geringer Abstand zum möglichen Arbeitseinkommen raubt vor allem Empfängern von Sozialhilfe mit Familie und steigender Zahl von Kindern fast alle Anreize, eine reguläre Arbeit aufzunehmen".

 
       
     
       
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2002): Netzwerk der Liebe.
    Was ist die Familie wert? (2): Alle Parteien reden heute von Familie und Kinderkriegen - und setzen damit vor allem auf die Sehnsucht der Wähler nach sozialer Zugehörigkeit
    in: TAZ v. 06.04.

 
       
     
       
     
       
   
  • LOERZER, Sven (2002): Engagement neben dem Job.
    Immer mehr Berufstätige melden sich zum Ehrenamt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.04.

Sven LOERZER berichtet über die Freiwilligenagentur www.tatendrang.de, die Probleme mit der Spassgesellschaft hat. Arbeit soll Spaß machen und erst recht jene, die freiwillig und kostenlos geleistet wird. Die Agentur bietet jedoch hauptsächlich personenbezogene Dienstleistungen, für die sich keine Spaßarbeiter finden:

"Große Nachfrage nach Helfern dagegen besteht vor allem in Gemeinschaftsunterkünften, etwa zur Hausaufgaben- und Familienbetreuung, sowie für Besuchsdienste in Altenheimen."

 
       
   
  • MEYER, Iwona (2002): Generation Pippi,
    in: Neue Luzerner Zeitung v. 05.04.

Iwona MEYER ist die Selbstmitleidsmasche à la Generation Ally leid. Ally McBeal ist für sie keine Identifikationsfigur wie Astrid LINDGRENs Pippi Langstrumpf, die zwar den Girlies als Leitfigur dienen konnte, aber für das Erwachsensein keine Orientierung mehr bietet:

"Deshalb lieber Gott: Schick uns doch ein Vorbild, für das wir uns nicht zu schämen brauchen." Eine Pippi für erwachsene Frauen eben!

 
       
   
  • OX (2002): Besonders Singles stehen Schlange.
    Immer mehr Menschen bewerben sich in Frankfurt für eine Sozialwohnung. Besonders hoch ist dabei der Anteil der allein Stehenden. Am stärksten ist unter den Bewerbern insgesamt die Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen vertreten.
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.04.

"Bemerkenswert ist der hohe Anteil von Singles unter den 7289 Antragstellern. Sie bilden mit einem Anteil von 45,5 Prozent die mit Abstand größte Gruppe (...). Mit 58,1 Prozent sind unter den Singles die Männer besonders stark vertreten. Erstaunlich ist auch die Altersstruktur der Bewerber für eine Sozialwohnung. Die größte Gruppe macht die der 31- bis 35-Jährigen mit 1108 aus. Es folgen die 36- bis 40-Jährigen (1027) und die 26- bis 30-Jährigen (979). Mit 884 liegen die 21- bis 25-Jährigen auf dem vierten Platz",

schreibt der Autor erstaunt. Erstaunt sind jedoch nur jene, die Singles mit Yuppies verwechseln. In der neuen Future Living-Studie des Zukunftsinstitut von Matthias HORX wird diese Gruppe lapidar als männliche "Frust-Singles" bezeichnet:

"Schlecht ausgebildete 30- bis 45-Jährige, die von anspruchsvollen Frauen nicht «abgeholt» werden."

Der Ungleichheitsforscher Stefan HRADIL hat bereits Mitte der 1990er Jahre auf die männlichen Geringverdiener als wachsende Gruppe der Problemsingles aufmerksam gemacht. In den Medien wird dieser Tatbestand tabuisiert. Weder Feministinnen noch Familienrhetoriker - jene Gruppen, die seit den 1980er Jahren in den Massenmedien das Thema Single erfolgreich besetzen - haben ein Interesse diesen Sachverhalt zu thematisieren.

 
       
     
       
   
In der linksalternativen Nische träumt Stefan REINECKE davon, dass Hedonismus, Emanzipation und Familienpolitik eine stabile Allianz eingehen könnten:

"Der demografische Zwang kann gewissermaßen zu einem Feminismus durch die Hintertür führen. Die Farbe Lila könnte wieder in Mode kommen."

Ein Blick in die USA, das europäische Ausland und nach Hamburg würde jedoch genügen, um sich vom Gegenteil überzeugen zu können. Überall sind rechtspopulistische Parteien im Aufwind, die einen antifeministischen Kurs verfolgen und den Alleinerziehenden & "Kinderlosen" den Kampf angesagt haben.

Am 26.03.2002 gab der Freizeitforscher - und neuerdings als "Zukunftsforscher" titulierte - Pädagoge Horst W. OPASCHOWSKI den Salzburger Nachrichten ein Interview, in dem er ausspricht, was in deutschen Zeitungen nicht gedruckt werden würde:

"Die Frauen sind im Moment die stille Reservearmee, bis die Zuwanderer kommen. Sie werden hofiert werden, alle werden von Ganztagsbetreuungen reden, von Ganztagesschulen und Kinderhorten, weil man weiß, dass sie hoch qualifiziert sind und eben oft in Haushalt und Familie verschwinden. Man möchte mehr aus den Frauen herausholen, und das geht nur, wenn man die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schafft."

 
       
     
       
   
  • SCHLINDWEIN, Simone (2002): Neue Erkenntnisse über echte und falsche Singles,
    in: Berliner Morgenpost v. 04.04.

 
       
   
Der Mythos Single ist endlich auch in den Medien angekommen!

"Viele große Medienstorys haben über Jahrzehnte am Mythos von der Single-Gesellschaft, von einsamen Gestalten mit Mini-Menüs aus der Mikrowelle, gestrickt.
Jetzt allerdings mehren sich Studien, die ein ganz anderes Bild von künftigen Lebensformen zeichnen: das von der bunten Paar-, Familien- und Freundesgesellschaft,"

heißt es in dem Beitrag. Dass erst jetzt Studien ein anderes Bild zeichnen, ist jedoch falsch. Bereits 1990 veröffentlichte Dorothea KRÜGER eine Studie mit dem programmatischen Titel Alleinleben in einer paarorientierten Gesellschaft.

"Als zentrale Fehlerquelle vieler Berichte über den Single-Boom gilt die Statistik selbst: Gezählt wird meist die Zahl der Ein- Personen-Haushalte. Diese wuchs tatsächlich nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln von 33,6 Prozent 1991 auf 36,1 Prozent 2000. Haushalt ist aber nicht gleich Person. Und der Schluss, jeder Dritte sei partner- und kinderlos, ist unzulässig. Man denke nur an die Job-Pendler, die neben der Einsiedlerwohnung für die Arbeitstage auch ein Haus fürs Familienwochenende besitzen,"

heißt es weiter. Seit Mitte der 1990er Jahre ist bekannt, dass die Haushaltsstatistik die Anzahl der Partnerlosen und Kinderlosen überschätzt. Dies hat der Familiensurvey des Deutschen Jugendinstitut (DJI) belegt. Bis heute ist dies jedoch für die Berichterstattung folgenlos geblieben! Immer dann, wenn die Familienpolitiker das Wort ergreifen, wird dieser Sachverhalt ignoriert. Auch die Konsumindustrie bedient nicht in erster Linie den jungen Partnerlosen, sondern die individualisierte Familie oder die alleinlebende Witwe:

"Die von der Lebensmittel-Industrie konzipierten Single-Kleinpackungen landeten meist im Familienkühlschrank, um die Sonderwünsche der Einzelnen zu erfüllen".

Auch darauf hat single-generation.de schon des öfteren hingewiesen.

  • DPA (2002): Individualität ja, aber keine Single-Gesellschaft,
    in: Mannheimer Morgen v. 03.04.

  • ORF (2002): Die erfundene Single-Gesellschaft.
    "Es gibt keinen Trend zur Single-Gesellschaft", meinen Trendforscher,
    in: ORF Online v. 03.04.

  • DPA (2002): Nur wenige "Einzelgänger".
    Der Mythos der Single-Gesellschaft verblasst

    Singles gelten als Lifestyle-Vorreiter. Jetzt mehren sich Studien, die ein anderes Bild zeichnen: das von der bunten Paar-, Familien- und Freundesgesellschaft.
    in: Handelsblatt v. 03.04.
 
       
   
  • WEBER, Julian (2002): Feuilletongerechte No Future.
    Jürgen Teipel weckt alte Punk-Geister,
    in: Jungle World Nr.15 v. 03.04.

Julian WEBER hat anlässlich der bevorstehenden Lesereise von Jürgen TEIPEL die Feuilletonbeiträge der Neue Mitte-Zeitungen studiert und nach Erklärungen gesucht, warum Punk nun salonfähig geworden ist:

"Statt die Medien zu kritisieren, wie Savage, wird die Definitionsmacht der Presse in Verschwende Deine Jugend nicht hinterfragt.
Die Reaktionen auf Verschwende Deine Jugend waren vielleicht auch darum recht einhellig: »Ein herrliches Auskunftsbüro« (Zeit), »ein stolzes Buch« (Süddeutsche Zeitung) oder »eine Art Punk-Familienroman« (FAZ). Nach der Lektüre von Verschwende Deine Jugend bräuchte ihr kein Punk mehr mit »Haste-ma-ne-Maak« zu kommen, befand die Rezensentin im Modemagazin Tussi Deluxe."

An der Erklärung stört nur, dass auch England Dreaming von Jon SAVAGE in den Neue Mitte-Zeitungen breit erörtert wurde. Viel eher gilt: Gab es in den 1980ern noch einen inszenierbaren Gegensatz von Punks und Hippies, so dominieren heute die PUPPIES die Feuilletonlandschaft.

 
       
   
  • Wang Xiaoshuai - Beijing Bicycle

    • SUCHSLAND, Rüdiger (2002): Fahrradliebe.
      Wang Xiaoshuais "Beijing Bicycle" porträtiert das zeitgenössische China mit dem Blick des Neorealismus,
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.04.

 
       
     
       
   
  • Katja Kullmann - Generation Ally

    • CORINO, Eva (2002): Verzweifelter Spott.
      Katja Kullmann macht sich auf die Suche nach einer halben Generation,
      in: Berliner Zeitung v. 02.04.

 
       
   
  • TAGESSPIEGEL-Tagesthema "Familienpolitik"

    • SIRLESCHTOV, Antje & Hans MONATH (2002): Kinder, Kinder.
      Sie versprechen viel: Die Union will Familiengeld einführen, die SPD mehr Betreuungsplätze und höheres Kindergeld. Auch damit wollen beide die Wahl gewinnen. Eines aber haben die Kontrahenten Edmund Stoiber und Gerhard Schröder noch vergessen – sie sagen nicht genau, wie sie ihre Ideen finanzieren wollen,
      in: Tagesspiegel v. 02.04.

    • MONATH, Hans (2002): "Als Unternehmer gebe ich lieber Zuschüsse für kommunale Kindergärten".
      Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, über Familienförderung und die Verantwortung der Wirtschaft,
      in: Tagesspiegel v. 02.04.

    • MONATH, Hans (2002): Wahlfreiheit.
      Was die kleinen Parteien anbieten,
      in: Tagesspiegel v. 02.04.

 
       
   
  • BURGER, Reiner (2002): Der zweite Umbruch.
    Ostdeutsche Schulpolitik in Zeiten von Geburtenrückgang und Abwanderung,
    in: Tagesspiegel v. 02.04.

 
       
   
  • VORWÄRTS-Thema: "Brennpunkt Familie"

    • DOHRN, Susanne (2002): Zwei Jobs: Full-Time.
      Beruf, Kind, Haushalt - das schafft kein Mann. Wer hilft einer Frau, die weiterarbeiten will, weil ihr die Arbeit Spaß macht? Weil die Familie das Geld braucht? Wo gibt es Kinderbetreuung - ganztags - zu vernünften Preisen? Verständnisvolle Arbeitgeber? Nicht in Deutschland,
      in: Vorwärts, April

    • DOHRN, Susanne (2002): "Die Familie hat für mich absoluten Vorrang".
      Wie vereinbart ein Bundeskanzler Familie und Beruf? Was will die SPD? Interview mit Gerhard Schröder über Fernsehabende zu Hause, neue Familienformen, die Zukunft des Ehegattensplittings, die Leistungen der Regierung und die Pläne der SPD für die Zeit nach der Wahl,
      in: Vorwärts, April

    • Vorwärts (2002): Die Entdeckung der Mütter,
      in:
      Vorwärts, April

 
       
   
  • KREUTZ, Daniel (2002): Neue Mitte im Wettbewerbsstaat.
    Zur sozialpolitischen Bilanz von Rot-Grün,
    in: Blätter für deutsche und internationale Politik , April

 
       
   
  • Multilokalität in der Debatte

    • KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2002): Kaum da, schon wieder weg!
      Die einen nehmen täglich lange Fahrtzeiten zum Arbeitsplatz auf sich, andere leben unter der Woche wie Singles und werden nur am Wochenende wieder zu Familienmenschen. Beruflich Mobile und ihre Partner leben mit vielen Strapazen, nur um sich einen Umzug in eine fremde Stadt zu ersparen. Damit wählen sie den schwersten Weg, wie eine aktuelle Studie belegt,
      in: Psychologie Heute, April

    • KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2002): "Die negativen Folgen der Mobilität dürfen nicht länger übersehen werden".
      Ein Gespräch mit Norbert F. Schneider, Professor für Soziologie an der Universität Mainz und Projektleiter der Studie Berufsmobilität und Lebensform,
      in: Psychologie Heute, April

 
       
   

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Zu den News vom 16. - 31. März 2002

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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