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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
   

News vom 01. - 15. August 2001

 
       
     
       
       
   
  • Die Beginen in der Debatte

    • STENGEL, Eckhard (2001): Gemeinschafts-Wohnprojekt geht das Geld aus.
      Ein bundesweit offenbar einmaliges Frauenwohnprojekt, der kürzlich eröffnete 38 Millionen Mark teure Bremer "Beginenhof", ist finanziell gescheitert - die Betreiberinnen meinen wegen nicht eingehaltener Förderzusagen des Landes Bremen.
      in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.

 
   
  • WEYERER, Godehard (2001): Im Mütterzentrum Salzgitter treffen sich Jung und Alt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.

    • Godehard WEYERER berichtet über die Idee eines generationsübergreifenden Lebens, das im Salzgitter Mütterzentrum verwirklicht werden soll.
 
     
     
     
     
     
   
  • VAN RAHDEN, Till (2001): Macht und Zärtlichkeit.
    Ein Überblick über die neuere historische Forschung zu Männlichkeit und Vaterschaft (Teil II),
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.08.

Fortsetzung der Bestandsaufnahme von Till van RAHDEN (siehe FR vom 07.08.2001). Diesmal steht die Studie Life with Father. Parenthood and Masculinity in the Nineteenth-Century American North (Baltimore 1998) von Stephen FRANK im Mittelpunkt des Beitrags, der nicht das viktorianische England, sondern die USA zum Gegenstand hat.
 
   
NEWSWEEK-Titelgeschichte: The Truth About Fertility.
Don't Believe the Hype - Even Fertility Specialists Say Younger Is Better

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

 
     
     
     
     
   
  • DW (2001): Immer mehr Menschen leben allein,
    in: Tagesthema im Journal. Sendung der Deutschen Welle v. 11.08.

 
     
   
  • LEBERT, Stephan & Tanja STELZER (2001): "Jetzt kämpfen Mütter gegen Mütter".
    Wie geht's der deutschen Frau? Gar nicht so gut, sagt Anne Volk. Aber sie hat ein paar Tipps: Redet nicht mit Euren Töchtern über Sex. Und haltet Euch an die Raucher,
    in: Tagesspiegel v. 11.08.

Interview mit Anne VOLK, der langjährigen Chefredakteurin und jetzigen Herausgeberin der Frauenzeitschrift Brigitte:

"Es ist von den neuen Müttern die Rede.
Diese Mütter sind nur die eine Fraktion, da hat sich etwas verändert, es gibt nicht mehr diese Grundsolidarität der Gleichaltrigen. Da sind diese Frauen, die ihr Muttersein wie in den 50er, 60er Jahren leben, die bekommen zwei, drei, vier Kinder, und dann gibt es die Mütter, die weiter einen Beruf haben und Karriere machen wollen. Früher gab es Streit zwischen Mutter und Tochter über die Frauenrolle, jetzt zanken sich Mütter und Mütter. Es ist der Angriff der Übermütter, die den Berufstätigen vorwerfen, dass sie ihre Kinder vernachlässigen. Das ist schon gewaltig.

            Auf welche Seite schlägt sich die "Brigitte"?
Wir haben eher die Haltung, dass man einen Beruf ein Leben lang machen soll, mit Kinderpause oder ohne. Wir würden nie sagen, dass man nicht mit Kindern zu Hause bleiben darf. Aber eine Frau sollte wissen: Eine Ehe ist keine Versicherung mehr."

 
     
     
     
   
Die Alleinreisenden - Eine erste Bestandsaufnahme zu einem vernachlässigten Thema
 
     
     
     
     
     
     
     
   
  • Stern-Titelgeschichte: Eifersucht

    • KOCH, Christoph (2001): Eifersucht.
      Welcher Mann gibt schon zu, dass er seine Frau ungern ausgehen lässt? Welche Frau, dass sie dem Mann bei jeder Dienstreise misstraut? Der Argwohn in der Liebe hat ein miserables Image - völlig zu Unrecht, meinen Wissenschaftler,
      in: Stern Nr.33 v. 09.08.

Sommer, Sonne, Seitensprung. Auch der Stern hat nichts Interessanteres zu berichten, nur die Schwerpunktsetzung unterscheidet den Bericht vom Rest der diesjährigen hochsommerlichen Beiträge zum Thema. Christoph KOCH berichtet über die trendige Perspektive des Evolutionspsychologen David BUSS:

"Die Idee, ein Verhaltensprogramm wie die Eifersucht sei erlernt und von der modernen Gesellschaft produziert, wird von Genetikern und Evolutionsforschern lustvoll zertrümmert. Ihre Studien zeigen, dass der bohrende Zweifel an der Treue des Partners universell ist: Jeder Mensch kann Eifersucht verstehen und empfinden, und überall, wo Menschen leben, kann sie sich in zerstörerischer Gewalt entladen. Aus der Traum vom Südseeparadies der freien Liebe, in dem Eifersucht und Monogamie keine Chance haben."

Die Plausibilität solcher Aussagen ergibt sich in erster Linie aus der Dominanz der "seriellen Monogamie" als normatives Beziehungsmuster in den westlichen Industrieländern. Sukzessive Monogamie beinhaltet einen rigiden Treuebegriff, der sowohl die gelebte als auch die kommunizierte Treue umfasst. Wenn die Eifersucht als erwünschtes Gefühl, das auf die Überprüfung der Treue im Alltag ausgerichtet ist, rehabilitiert werden soll, dann wird damit die kulturelle Norm der "seriellen Monogamie" wissenschaftlich gerechtfertigt.

Der gegenwärtige Kulturkampf in den westlichen Ländern stellt nicht die Treue an sich in Frage, sondern nur, ob Treue auch praktiziert (serielle Monogamie) oder nur kommunikativ simuliert werden muss. Im ersten Fall wird der Seitensprung des Partners generell abgelehnt und geahndet, im anderen Fall ist höchstens das Wissen um einen Seitensprung ein Trennungsgrund.

Regine SCHNEIDER hat in dem Buch Die Liebe kommt, die Liebe geht die serielle Monogamie mit dem Leitbild des "Paars auf Zeit" verknüpft und die damit verbundenen Chancen beschrieben. Sie möchte damit einen Beitrag zur aktuellen politischen Debatte leisten.

  • LEYENDECKER, Karolin (2001): "Ich trau dir, aber...",
    in: Stern Nr.33 v. 09.08.

Meinungen von Interviewten zum Thema Eifersucht.
  • KOCH, Christoph (2001): "So wichtig wie Liebe und Sex",
    in: Stern Nr.33 v. 09.08.

    • Interview mit dem US-amerikanischen Evolutionspsychologen David BUSS, der die Eifersucht rehabilitieren möchte.
 
   
  • OTT, Notburga (2001): Für den Drei-Generationen-Vertrag.
    Die Familienpolitik bestraft die Familien - damit muss Schluss sein
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 09.08.

    • Notburga OTT hält sich nicht an die hochsommerliche Kampfpause in der Kontroverse "Familien contra Singles", obwohl sie nichts Neues zu berichten weiß...
 
   
  • DANIELS, Corinna (2001): Sexy Single sucht...
    . . . und der Amateursoziologe John Miller findet: Kontaktanzeigen sind Konzeptkunst
    in: Welt v. 09.08.

 
   
Eine Einführung in die aktuelle Generationendebatte
 
     
     
     
   
  • PATRIOT (2001): Wie Singles und Senioren sparen,
    in: Der Patriot v. 07.08.

Hinweis auf einen Steuerratgeber von Markus KAHR: "Das Buch Steuertipps für Singles (erschienen im Falken-Verlag) zeigt Alleinstehenden Wege auf, wie sie ihre vergleichsweise hohen Abzüge senken können."
 
   
Neue Männer braucht das Land sang Ina DETER in den 1980ern, nun hat das Ministerium von Christine BERGMANN stattdessen die Parole "Neue Väter braucht das Land" ausgegeben. Dies hat auch Folgen für die Geschichtsschreibung. Das Bild des Vaters muss revidiert werden. Till van RAHDEN berichtet deshalb über die Neuschreibung des viktorianischen Familienbildes durch die neuere historische Familienforschung. Das Paradigma der Frauenforschung in der Tradition von Karin HAUSEN wird dadurch korrigiert:

"In den 90er Jahren hat die Geschlechtergeschichte die Denkfigur der polarisierten Geschlechtscharaktere zunehmend in Frage gestellt. Heute scheint es kaum noch überzeugend, einen privat-weiblichen Raum der Familie und einen öffentlich- männlichen Raum der Berufswelt und der Politik gegenüberzustellen."

Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Studie A Man's Place. Masculinity and the Middle-Class Home in Victorian England (New Haven 1999) des englischen Sozialhistorikers John TOSH, der vier Verhaltensmuster von Vätern im Viktorianischen Zeitalter aufgefunden hat:

"den »abwesenden Vater«, der sich in Beruf und männliche Geselligkeit flüchtete und den privaten Raum der Mutter überließ; den »tyrannischen Vater«, der sich dem wachsenden Ansehen der Mutter entgegenstellte und mit allen Mitteln versuchte, einzelne Aspekte der traditionellen patriarchalen Autorität zu behaupten; den »distanzierten Vater«, der sich von der emotionalen Intimität des Familienalltags fernhielt und seine Aufgabe darin sah, die Kinder, vor allem die Söhne, auf Anforderungen der bürgerlichen Arbeitswelt vorzubereiten; schließlich den »innigen Vater«, der keine Angst vor Spontaneität, Zärtlichkeit und emotionaler Nähe hatte und den engen Kontakt zu den Kindern suchte."

So wie Ina DETER in den 1980ern nur den Mann in seiner Partnerrolle meinte, so wird heute der Mann auf die Vaterrolle reduziert...

 
     
   
  • MERLE, Julia (2001): Große Männer gehen häufiger fremd als kleine.
    Neue US-Studie belegt: Der kleine Mann ist treuer - Sehnsucht nach dem großen Mann ein Relikt aus der Steinzeit
    in: Welt v. 07.08.

Für Menschen, die innere Werte bereits auf den ersten Blick erkennen möchten. Aber Vorsicht! Die Statistik hat einen Haken: Ihr kleiner Mann könnte untreu sein...
 
   
  • Barbara Vinken - Die deutsche Mutter

    • GAEHME, Tita (2001): Barbara Vinken: Die deutsche Mutter, Der lange Schatten eines Mythos,
      in:
      Politische Literatur. Sendung des DeutschlandRadio v. 06.08.

 
   
  • BESTE, Ralf & Petra BORNHÖFT (2001): Das Ende der Generation Lila.
    Die SPD hat die Frauenbewegung für tot erklärt. Kanzler Schröder sieht in der Familie die Keimzelle des Staates und die Arbeitsreserve für den Standort Deutschland. Auch unter den jungen Frauen des linken Flügels spielt der Feminismus keine Rolle mehr,
    in: Spiegel Nr.32 v. 06.08.

Nachdem der Spiegel das Comeback der Vollzeitmutter (Nr. 29 v. 16.07.2001) angekündigt hat, reicht er nun den "Tod des Feminismus" nach - gemeint ist natürlich nur der 70er-Jahre-Feminismus à la Alice SCHWARZER. Es lebe der Postfeminismus à la Verona FELDBUSCH!
 
     
     
     
   
HODEIGE stellt ein Kochbuch vor, das für den frischgebackenen Single-Mann geeignet sein soll: Gertrude FEIN Das Kochbuch für den Mann aus dem Eichborn Verlag.

Warum das Buch nur für Singles gut sein sollte, ist wohl das Geheimnis des Rezensenten. Immerhin gibt es genügend Männer, die trotz Partnerschaft durchaus ab und zu zum Alleinleben "verdammt" sind. Und zudem soll es zunehmend mehr Frauen geben, für die Kochen ein Fremdwort ist...

 
     
     
     
   
  • STUCK, Silke (2001): Weiblich, ledig, jung sucht...
    Die Single-Porträts von Corinn Philipps gehen übers Klischee nicht hinaus,
    in: Berliner Zeitung v. 02.08.

 
     
     
   
LEBENSMITTELZEITUNG-Spezial: Singles.
Individualisten machen mobil.
Das Themenmagazin vom August beschäftigt sich ausgiebig mit der problematischen Zielgruppe "Alleinlebende".

Über Singles wird zwar viel geredet - vor allem in politischen Zusammenhängen - ,aber es gibt kaum brauchbare Studien, die Wirtschaftsunternehmen Auskunft über das Konsumverhalten der Singles geben könnten.

Der Alleinlebende ist in ökonomischer Hinsicht das unbekannte Wesen. Vor diesem Hintergrund ist das Themenheft ein wichtiger Beitrag. Es wird - im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen - versucht dem Single in seiner Vielfalt gerecht zu werden.

Wer sich für Marketingkonzepte, spezielle Singlemärkte und Produkte für Singles interessiert, der wird in dem Themenmagazin umfassend informiert.

ROSBACH, Britta (2001): Solisten mit Tücken.
Singles sind eine komplexe Gesellschaftsgruppe. Bunt gewürfelt, eigenwillig, unbekannt. Und in der Statistik gelten sie als wackelige Größe. Der gemeinsame Nenner: Sie alle müssen selbstständig wirtschaften,
in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August

Britta ROSBACH sieht im Kriterium "Alleinwirtschaften" die Gemeinsamkeit aller Singlegruppen. Damit stellt sie jenes Kriterium in den Mittelpunkt, das auch in der Statistik des Bundesamtes in Wiesbaden dominiert. Während jedoch mit dem amtlichen Begriff "Alleinlebende" meist weitreichende Annahmen über die Lebensweise dieser Gruppe verbunden sind, wird bei ROSBACH deutlich, dass von dieser Sichtweise Abschied genommen werden muss.

Nachfolgend eine kleine Auswahl der Artikel aus dem Magazin.

  • ROSBACH, Britta (2001): Das Familien-Credo.
    Alleinlebende sind durchaus auch ein Thema für die Sozialpolitik, meint Familienministerin Christine Bergmann. Doch konkrete Konzepte fehlen,
    in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August

Britta ROSBACH stellt der Familienministerin Fragen, die Singles interessieren. Befriedigende Antworten: Fehlanzeige!
  • ROSENKRANZ, Doris (2001): Dinner for one.
    Wie leben, fühlen, konsumieren Singles? Nur wenig ist darüber bekannt,
    in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August

  • RÜCK, Daniela (2001): Das verlockende Tabu.
    Das Geschäft mit dem Single machen viele - etwa die Tourismus-, Unterhaltungs- und Ernährungsbranche. Sie kennen die Bedürfnisse der Alleinlebenden, sprechen sie aber werblich nicht direkt an. Der Begriff Single ist ein Reizwort,
    in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August

Spätestens seit Anfang der 1990er Jahre ist der Begriff "Single" durch die sozialpolitische Debatte negativ besetzt. Wer sich heute als Single outet, der muss damit rechnen, dass er als Sozialschmarotzer angepöbelt wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Marketingexperten den Begriff meiden.

Nur jene Branchen, die vom Versprechen leben, das Single-Dasein zu beenden, sprechen Partnerlose als Singles an.

Daniela RÜCK schreibt, dass das Single-Magazin Solos, das letztes Jahr als Magazin für "Power-Singles" gestartet ist, "gerade gefloppt" ist. Single-generation.de hat im Oktober 2000 kritisch über dieses Magazin berichtet

 
   
  • JELLOUSCHEK, Hans (2001): Die Liebe retten.
    Was Paare wissen sollten, ehe sie sich trennen,
    in: Psychologie Heute, August

  • ERNST, Heiko (2001): Nach dem Happy End wird abjeblendt...
    Die sieben Szenarien der Liebe,
    in: Psychologie Heute, August

 
   
  • Marie Claire-Titelgeschichte: "Single-Frauen und Sex"

    • MESCHEDE, Eva (2001): Die Superratten kommen!
      Begleitet werden sie von einer Flut neuer Frauen-Kultfilme,
      in: Marie Claire, August

    • REHFELD, Nina (2001): "Ich bin wie Bridget".
      Sie lebt allein, ist auf der Suche nach einem Seelenverwandten und zieht Missgeschicke magisch an: Die Schauspielerin Renée Zellweger hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit ihrer Filmheldin Bridget Jones. Im MARIE-CLAIRE-Interview enthüllt sie ihre liebenswerten Schwächen,
      in: Marie Claire, August

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

  • SPÄTH, Natalie (2001): Sex and the Single-Girl.
    Zwischen Frust und Lust: sechs Frauen über ihr Liebesleben ohne festen Partner,
    in: Marie Claire, August

 
       
       
   

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Zu den News vom 16. bis 31. Juli 2001

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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