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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 15. Dezember 2001

 
       
     
       
       
   
Heinz BUDE kritisiert jene Sozialwissenschaftler, die einen kulturalistischen Gesellschaftsbegriff verwenden, anstatt wie Techniksoziologen auch die Dingwelt einzubeziehen oder anthropologische Tatsachen zu berücksichtigen. BUDE sieht einen Paradigmenwechsel von der Physik zur Biologie als neuer Leitwissenschaft. Sozialwissenschaftler müssten deshalb diesen Wechsel mitmachen oder würden ansonsten ins gesellschaftliche Abseits geraten.

"Der Mensch ist nicht bloss ein Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern zuerst und zuletzt Ausdruck seines eigenen Seinkönnens",

heißt das Credo von BUDE. Während BUDE damit die Ideologiekritik verabschiedet wissen möchte, ist gerade jetzt Ideologiekritik notwendiger denn je zuvor. Diese Art der Sozialwissenschaft hat sich nicht erledigt, sondern muss stattdessen entsprechend den heutigen Verhältnissen neu formuliert werden. Auch innerhalb der von BUDE genannten Techniksoziologie gibt es durchaus Gründe für vielfältige Fragestellungen. Jene, die von BUDE hier bevorzugt wird, ist die Perspektive der Sozialtechnologie: Regieren durch Technik, d.h. es geht um die Herrschaft mittels Technik. Der Begriff "postsoziale Gesellschaft", den BUDE verwendet, deutet darauf hin, dass Soziales etwas Überflüssiges ist, das ignorierbar ist. Diese Vorstellung ist nichts Neuartiges wie BUDE behauptet, sondern eine bereits seit Jahren dominierende Richtung innerhalb der Techniksoziologie. Während jedoch die von BUDE bevorzugten sozialtechnologischen Ansätze im Bereich von Unternehmen, Forschung und Infrastruktureinrichtungen Verwendung finden, werden Fragen der Haushaltstechnisierung bzw. Fragen der Technik im Alltag fast vollständig ignoriert. Konsumenteninteressen finden im Gegensatz zu Politik- und Wirtschaftsinteressen keinen adäquaten Ausdruck in der Forschungslandschaft.

Gerade im Bereich der Einpersonenhaushalte würden sich techniksoziologische Fragestellungen anbieten, da die Haushaltstechnologisierung eine der Voraussetzungen für den "Siegeszug" der Einpersonenhaushalte ist. Die Infrastruktureinrichtungen der Telekommunikation haben für Singles und andere mobile Menschen eine wichtige Funktion. Techniken wie Telefon, Anrufbeantworter oder Internet sind Beispiele dafür, aber auch die Modernisierung der Eisenbahn spielt eine zentrale Rolle für mobile Lebensformen. Techniksoziologie und Ökologische Psychologie sind Disziplinen, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen sind.

Aus der Sicht von Singles ist eine Biologisierung der Sozialwissenschaften, wie sie BUDE fordert, mit Skepsis zu begegnen. Hier ist eine Ideologiekritik gefragt, die zwischen den Phänomenen und technischen Verfahren einerseits und deren Interpretation andererseits, unterscheidet. Die Interpretationen müssen ideologiekritisch hinterfragt werden. Gerade in der Kontroverse Familien contra Singles, können biologistische Vereinfachungen zur ungerechtfertigten Diskriminierung und Ausgrenzung von Singles missbraucht werden.

 
     
   
  • NZZ-Lebensart: "Der «neue» Mann - körperbetont und gesundheitsbewusst?"

    • ARNET, Christa (2001): Gesundheit: weniger Raubbau - länger leben
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.

    • WAGNER, Susanne (2001): Schönheit: Macht demonstrieren - Mängel kaschieren,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.

Die NZZ widmet sich dem "neuen Mann", der verstärkt Männerzeitschriften (siehe Jakob SCHRENK im Tagesspiegel vom 04.12.2001) konsumiert, um im Wettbewerb der ausgeweiteten Kampfzone (HOUELLEBECQ) seinen Mann zu stehen und gleichzeitig seine mögliche Lebensspanne auszuweiten.
 
   
  • HÜGLI, Martina (2001): Der Tod geht durch den Körper hindurch.
    Notizen zum Leben und Sterben im Altersheim,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.

 
     
   
  • KIELINGER, Thomas (2001): Wider den obszönen Zeitgeist.
    Mary Whitehouse, Kunstlehrerin und Sittenwächterin, war der Stachell im Fleisch der "Swinging Sixties",
    in: Welt v. 15.12.

 
     
   
  • KOERNER, Swantje-Britt (2001): Herr Nida-Rümelin, leben wir noch in einer Spaßgesellschaft?
    in: FAZ.Net v. 14.12.

Der Kulturstaatsminister zum Thema Mobilität:

"Ich glaube, es wird viel davon abhängen, dass die Politik dem Wunsch vieler junger Frauen - und junger Männer - entspricht, die Karriereorientierung mit den Werten der familiären Gemeinschaft vereinbar zu machen. Das heißt zum Beispiel auch, die beruflich motivierte Mobilität zu beschränken. Ist die Gesellschaft hochmobil, dann leben die Partner nicht lange zusammen, wenn beide berufstätig sind. Das ist nur vorübergehend durch Flugtickets und ähnliches zu überbrücken."

Statt Mobilität generell zu verdammen und Immobilität zu idyllisieren, sollte zwischen erwünschter und erzwungener Mobilität bzw. Immobilität unterschieden werden.

Das Ende der Spassgesellschaft - Kulturkämpfe in der Popmoderne
 
     
   
Wolf-Dietrich NAHR berichtet über die Sozialhilfeausgaben der Stadt Nürnberg:

"Während Ende 1997 noch 29 935 Personen Sozialhilfe erhielten, sank die Zahl in den Folgejahren auf 26 795 (31. Dezember 2000). Bis zum Ablauf des dritten Quartals 2001 waren es nochmals über 500 Sozialhilfeempfänger weniger. Nach Singles (6583) bilden Alleinerziehende mit einem Kind (1819) die größte Gruppe."

Man fragt sich, welche Kriterien dieser Gruppenbildung zu Grunde liegen, denn wenn die größte Gruppe der Singles im Sinne der Einpersonenhaushalte nur 6.583 Personen umfasst, welchen Gruppen gehören dann die restlichen ca. 18.000 Personen an? Durch die Vermischung der Haushalts- und Personenebene werden die Größenverhältnisse verzerrt. Dieser Beitrag muss im Zusammenhang mit dem Artikel von RAFFELHÜSCHEN in der FAZ vom 05.12.2001 gelesen werden.

Der Dschungelführer durch die Haushaltsstatistik - oder warum Durchblick in der Statistik nicht nur für Nerds wichtig ist
 
   
  • NATORP, Klaus (2001): Volk ohne Bevölkerungsbewußtsein.
    Deutschland zwischen niedriger Geburtenzahl und Einwanderungsdruck,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.

Klaus NATORP zitiert die Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG und Josef SCHMID. Ersterer möchte ein Bevölkerungsbewusstsein analog zur Herstellung des Umweltbewusstseins in den Köpfen der Deutschen etablieren. Anscheinend ist ihm entgangen, dass eine Generation später ein gewisser Florian ILLIES eine Anleitung zum Unschuldigsein geschrieben hat, um sich von diesem Umweltbewusstsein zu befreien. Der Florian Illies der Generation @ hätte also mit dem Bevölkerungsbewusstsein ein ähnlich dankbares Thema zu erwarten.

NATORP hält sich auch gar nicht lange mit diesem Gedanken auf. Familienpolitischen Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate steht er eher skeptisch gegenüber. Wirksamer erscheint ihm eine Entwicklungspolitik, die Migranten von Deutschland fernhält, weil sie in ihrer Heimat bleiben wollen.

 
   
  • Das Online-Dating in der Debatte

    • SCHRIEVER, Silja (2001): Hamburger im Netz.
      Partnersuche im Netz, das war bislang Glückssache. Die Hamburger Online-Partneragentur Parship will dem Prinzip Zufall beim Liebesspiel auf die Sprünge helfen,
      in: Hamburger Morgenpost v. 11.12.

Die Vorweihnachtszeit belebt das Geschäft der Partnervermittlungen. Parship setzt auf Vorauswahl per psychologischem Fragebogen. Kriterien wie Alter, Wohnort und Charaktereigenschaften sollen garantieren, dass sich Beziehungswillige finden, die zueinander passen. Nach eigenen Angaben der Partneragentur ist die am häufigsten vertretene Altersgruppe jene zwischen 30 und 39 Jahren, d.h. es handelt sich hier um Singles im Sinne von Beate KÜPPER. In der besagten Altersgruppe sind Singles eher selten und die Altersgenossen sind in Partnerschaften oder Familien gebunden, sodass der Leidensdruck in dieser Lebensphase am größten ist.
 
   
  • KAISER, Jost (2001): Ein kleines Rad.
    Urbane Physiognomien: Der Fahrradkurier wähnt sich räudig,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.12.

 
   
  • MAR (2001): Single-Haushalte im Kreis liegen bei 12,7 Prozent.
    Neueste Erhebungen des Statistischen Landesamts,
    in: Main Echo v. 10.12.

Lobend ist dieser Bericht hervorzuheben, weil er zuerst auf der Personenebene argumentiert, indem er hervorhebt, dass "rund 12,7 Prozent der Einwohner in der Region" Untermain allein leben. Auf diese Argumentationsebene zielt auch die etwas missverständliche Schlagzeile ab. Die 48.000 Einpersonenhaushalte stellen "rund 30 Prozent aller Haushalte in der Region" dar. Desweiteren wird die Altersstruktur der Einpersonenhaushalte in 3 Altersgruppen aufgelistet. In Gemeinden unter 10.000 Einwohner stellen die über 60jährigen Alleinlebenden mit einem Anteil von 51 Prozent sogar die Mehrheit der Alleinlebenden.
 
     
   
  • TAGESSPIEGEL-Thema: "Familienplanung"

    • KOHLENBERG, Kerstin (2001): Grenzenlose Hoffnung.
      Japans Kronprinz Naruhito und Prinzessin Masako sind Eltern einer Tochter geworden - dabei hatte sich das Land nach einem Jungen gesehnt. In den USA ist man schon längst bereit, das Geschlecht nicht mehr dem Zufall zu überlassen. Und dabei wird es nicht bleiben,

      in: Tagesspiegel v. 09.12.

Das Single-Dasein in Japan
  • TSP (2001): Demografie: Gibt es den kleinen Unterschied?
    in: Tagesspiegel v. 09.12.

  • TSP (2001): "Bei uns kommt das Thema auch so langsam",
    in: Tagesspiegel v. 09.12.

    • Interview mit der Soziologin Giselind BERG
 
   
  • NZZ-Zeitfragen: "Homosexualität und Familie"

    • HEUSSER-MARKUN, Regula (2001): Endlich eine Familie,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

    • BÜCHI, Eva (2001): Vom Paar zur Familie.
      Wege zur Erfüllung des Kinderwunsches,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

Eva BÜCHI berichtet über die Hürden bei Adoptionen in der Schweiz
  • FOUNTOULAKIS, Christiana (2001): Familienähnlichkeit.
    Bewegung in der rechtlichen Stellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • AFR (2001): Verschmähte Väter und verunglimpfte Mütter.
      Eltern führen oft einen erbitterten Kampf um die Kinder,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.12.

In dem Bericht wird die Situation von Vätern nach der Trennung bzw. Scheidung dargestellt. Im Mittelpunkt steht das Fallbeispiel von Josef ÜBELHÖR, der Mitglied in der Väterinitiative München ist.

Der Mainzer Soziologe Norbert F. SCHNEIDER kann das Bild vom säumigen Vater - wie es neuerdings auch von Postfeministinnen wie Susanne GASCHKE in der sozialstaatlichen Missbrauchsdebatte verbreitet wird - anhand seiner Studie über Alleinerziehende nicht bestätigen.

Wassilios E. FTHENAKIS bescheinigt den Vätern ein männliches Verdrängungsmuster. Der Vater wird sich seiner Vaterrolle erst durch den Verlust derselben bewusst.

 
   
  • Das Single-Dasein in Japan

    • NEIDHART, Christoph (2001): Das Märchen vom Kaiserhaus.
      In Japans Geschichte spiegeln sich die Wunschvorstellungen des Westens. Angebliche Traditionen versperren der Gesellschaft den Weg zur Modernisierung,
      in: Die Weltwoche Nr.49 v. 07.12.

NEIDHART bezweifelt die Lieblingsthesen der Monarchisten
 
   
  • BUSCH, Gerrit (2001): "Männer legen immer Wert auf Jugend",
    in: TAZ v. 07.12.

Auf die Frage: "Sie sagen, dass Männer sich nur um eigene Kinder wirklich kümmern, weil die Gene es so wollen. Sollten Adoption deshalb vermieden werden?" antwortet Oliver CURRY:

"Politiker versuchen, Anreize zu schaffen, und Menschen zu anderem Verhalten zu bringen. Wenn man das tut, muss man wissen, wie die menschliche Natur beschaffen ist. Die Beratung und Unterstützung von Stiefeltern könnte dies berücksichtigen, statt so zu tun, als ob Pflegefamilien dasselbe seien wie genetische Familien. Und zu übersehen, dass der Vater vielleicht nicht dieselbe Liebe fühlt. Statt ihm Schuldgefühle einzureden, was oft Spannungen verschlimmert. Wenn man die Ursachen kennt, kann man mit Problemen besser umgehen, als wenn man so tut, als seien die Probleme nicht da."

Eine solche Sichtweise hat zwei Konsequenzen: Zum einen werden Pflegeeltern, d.h. soziale Eltern, und genetische Eltern, d.h. normale Eltern, gegeneinander ausgespielt. CURRY behauptet eine Zweiklassenelternschaft, die er genetisch begründet. Solche biologistischen Deutungen deklassieren die bereits heutzutage benachteiligten Waisenkinder zu Kindern zweiter Klasse. Auf solche selbsternannten "Anwälte des Kindeswohl" können Waisenkinder ganz verzichten. Zum anderen ist das eine schallende Ohrfeige für jeden liebevollen Pflegevater und zementiert einen Müttermythos, der keineswegs der Realität entspricht.

  • BUSCH, Gerrit (2001): Die vermeintliche Diktatur der Gene.
    Wer ist verantwortlich für menschliche Verhaltensweisen? Für Evolutionspsychologen ist die Antwort klar: Nicht Erziehung und gesellschaftliche Verhältnisse machen uns zu dem was wir sind, sondern das aus grauen Vorzeiten stammende genetische Erbe
    in: TAZ v. 07.12.

 
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2001): Uns hat das Heulen nicht geschadet.
    Viele Jungs um die 30 leiden am Weltschmerz und an schlechter Laune. Die Armen sind falsch orientiert,
    in: TAZ v. 07.12.

 
     
     
     
     
     
   
  • FUNCK, Gisa (2001): Glücksritter des rechten Augenblicks.
    Gerade mal 40 Prozent der deutschen Einkommen, schätzt der Wuppertaler Soziologe Sighard Neckel, werden überhaupt noch in einem Beruf verdient. Der Rest wird oft genug abgezockt, an der Börse, per Erbschaft, auf Staatskosten - oder in der Tombola,
    in: TAZ v. 05.12.

 
     
   
Gina THOMAS hat eine Hommage an Mary WHITEHOUSE, die erklärte Gegnerin des "Swinging London" der Beatles-Ära, verfasst. Für jene erztraditionellen Fernsehkritiker wie WHITEHOUSE war das Jahr 1963 der Wendepunkt und der Beginn des "permessiven Zeitalters". Seit dieser Zeit ist der viktorianische Mythos der "alten Jungfern, die durch den morgendlichen Nebel zur Kommunion radeln" verblasst.
 
     
   
  • FUCHS, Peter & Jörg MUSSMANN (2001): Lebenswert liebenswert.
    Aufzeichnungen aus Pflegehäusern (6): In einer auf Jugend getrimmten Gesellschaft ist an die Stelle von menschlicher Betreuung ein ökonomisches Altenmanagement getreten, das weder Höflichkeit noch Taktgefühl oder Scham kennt
    in: TAZ v. 04.12.

 
     
   
  • FOCUS-Titelstory "Verdammt allein. Wie sehr Kinder unter der Trennung ihrer Eltern leiden"

    • PLEWNIA, Ulrike (2001): Das Trauma der Trennung.
      Wenn Mama und Papa auseinander gehen, leiden die Kinder oft ein Leben lang - Fachleute fordern jetzt neue Regeln für die Eltern,
      Focus Nr.49 v. 03.12.

    • PLEWNIA, Ulrike (2001): "Traumatisiert fürs Leben".
      Der Münchner Psychologe Serge Sulz fordert, dass Eltern von Kindern unter 14 Jahren sich nur nach zwei erfolglosen Paartherapien trennen dürfen,
      Focus Nr.49 v. 03.12.

    • FOCUS (2001): "Eltern bleibt ihr immer".
      Bundesfamilienministerin Christine Bergmann ermahnt Paare, bei Eheproblemen nicht gleich "die Lappen hinzuwerfen",
      Focus Nr.49 v. 03.12.

 
   
  • KRAUSE, Tilman (2001): Eine schrecklich nette Familie.
    Soap-taugliche Schriftsteller - Mit Heinrich Breloers Dokudrama werden die Manns zum deutschen Modell,
    in: Welt v.03.12.

Während Susanne GASCHKE noch das positive Familienbild einfordert, hat es Tilman KRAUSE bereits entdeckt: "Unsere Royals sind die Manns", lautet seine Devise:

"Es war überfällig, dass die Deutschen sich in einer Familie wiedererkennen, die für Offenheit steht. In der, bei allen Konflikten und Verwerfungen, die es auch gab, doch jene Regel galt, die der dankbare Klaus (...) zitiert hat: 'Komm heim, wenn du elend bist'."

Bei den Manns steht gemäß KRAUSE sogar die Wiege unserer heutigen Single-Serien:

"Die Wohngemeinschafts-Familie in »Friends« zum Beispiel wurde schon um 1930 vorgeprägt vom Freundeszirkel um Klaus und Erika, zu dem Gründgens, Pamela Wedekind und Ricki Hallgarten gehörten. Und ist nicht jene hübsche Szene, von Thomas im Tagebuch festgehalten, gut in »Sex and the city« vorstellbar, wo Erika dem Papa Tipps gibt, was er beim Anbaggern von Hotelboy Franzl tun oder lassen soll?"

Das totgesagte Bildungsbürgertum kann sozusagen durch die "Entbürgerlichung" von Thomas MANN ("private Offenbarungen, die die Vorstellung vom Bilderbuch-Bürger, vom Patriarchen und Leistungsethiker, kräftig ins Wanken brachten") in der neuen Form des Boboisten wiederauferstehen.

Dirk KNIPPHALS (taz vom 01.12.2001), der Leiter des Kulturressorts der taz, hat durch seine Karriere vom antibürgerlichen Literaturstudenten zum Boboisten, Frieden mit MANN schließen können:

"Die Zeiten, in denen wir uns gegen Bürgerlichkeit im Leben und in der Kunst wehren zu müssen glaubten, sind irgendwie ausgeleiert und ausgeläppert. Bedenkt man zudem, dass man inzwischen gelernt hat, gegen Künstler, die sich zum Außenseiter stilisieren, skeptisch zu sein, so kann man sogar dem Thomas Mannschen Repräsentationswillen etwas abgewinnen."

Warum dann noch Single?

 
   
  • BRAUN, Jörg (2001): Von den widerlichen Ich-Menschen,
    in: Leonberger Kreiszeitung v.03.12.

Die Kabarettistin Tina TEUBNER tingelt mit Ich - um nur einige zu nennen durch die Provinz, um den frustrierten Vorstädtern in ihren eintönigen Reihenhaussiedlungen mit der Identitätsstütze "Single" das triste Paar- und Familienleben etwas aufzuhellen. Am Single-Klischee arbeiten sich zunehmend mehr Kabarettisten ab. Singles schaffen also Arbeitsplätze, die es ohne sie nicht gäbe. Allein aus diesem Grund dürfen also Singles nicht aussterben!
 
     
   
Monarchie und Kult(ur)betrieb - Ein Abgesang auf den Pop. Es lebe die Popmoderne!
 
     
   
  • THB (2001): "Do it yourself" und "Home Entertainment",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.12.

Der Autor berichtet über den altbekannten "Cocooning"-Trend, von dem Faith POPCORN bereits seit den 1980er Jahren gut lebt:

"Schock, Trauer und Angst haben ein grosses Bedürfnis geweckt, mehr Zeit mit den engsten Angehörigen zu verbringen. Für die einen heißt das, sich in die Geborgenheit der eigenen vier Wände zurückzuziehen. Für Singles mehr Verbindlichkeit in der Pflege ihrer Freundschaften, aber auch den verstärkten Drang, einen Partner zu finden."

Also alles wie immer, wenn Weihnachten vor der Tür steht. Ausgenommen natürlich New York City...

 
     
   
  • STIRN, Verena (2001): Wenn ein Traum wahr wird.
    Tessa lebt in Berlin, Leif in Australien. Und das war gut so. Bis sie sich ineinander verliebten und merkten: Es ist mehr als nur ein Urlaubsflirt. Nur: Wie viel mehr? Nach eineinhalb Jahren Fernbeziehung wagen beide die Bewährungsprobe,
    in: Maxi Nr.12, Dezember

    • Bericht über eine Fernliebe als Vorstufe zur Nahliebe
 
       
       
   

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Zu den News vom 16.-30. November 2001

 
       
   
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