[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 14. Februar 2002

 
       
     
       
     
     
     
   
  • FUHRIG, Dirk (2002): Sex hat ein Ende.
    Michel Houellebecq über seinen neuen Roman "Plattform",
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.02.

Befragt danach, warum ihn die Franzosen nerven, geht er auf die Ursachen des erstarkenden Puritanismus in Frankreich ein:

"Ich habe nur eine Erklärung dafür, nämlich dass die Franzosen, die ja eine zutiefst ungesunde, neidbehaftete Verbindung zu den Vereinigten Staaten pflegen, die Amerikaner möglichst perfekt imitieren wollen. Was diesen lächerlichen Puritanismus betrifft, ist das ganz offensichtlich."

Auch in Deutschland ist der Puritanismus eine erstarkende Bewegung. Im März-Heft von Allegra befindet sich z.B. die Story Bis hierhin und nicht weiter über eine Beziehung ohne Sex. Katharina LIEBSCH hat in ihrem Buch Panik und Puritanismus die deutsche True-Love-Waits-Bewegung als Reaktion auf die kulturellen Modernisierungen seit den 1960er Jahren beschrieben.

  • FUHRIG, Dirk (2002): Monsieur Tristesse.
    Der französische Autor Michel Houellebecq las im TAT aus seinem neuen Roman "Plattform",
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.02.

 
   
  • KOHSE, Petra (2002): Tröpfelnde Zuwendung im Themenpark.
    Hüpfbälle für alle: Die deutsche Familienpolitik leidet am Mangel an Visionen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.02.

 
   
  • MONATH, Hans (2002): Familie wird Spitzenthema.
    Generalsekretär Müntefering will damit die politische Mitte besetzen: "Stoiber spielt bei uns keine Hauptrolle",
    in: Tagesspiegel v. 13.02.

  • MONATH, Hans (2002): Des Kanzlers neue Kinder.
    Die SPD entdeckt die Familienpolitik
    in: Tagesspiegel v. 13.02.

 
     
   
  • SCHLAFFER, Heinz (2002): Schule der zweiten Frau,
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.02.

Heinz SCHLAFFER hebt die Innovationsfähigkeit der viel gescholtenen Geisteswissenschaftler hervor:

"Vor dreißig Jahren durften Vorstandsmitglieder oder Politiker an Scheidung und Wiederverheiratung gar nicht denken (...). Die Abschaffung dieser altbürgerlichen Sitten begann nach 1968 an den philosophischen Fakultäten, den Leid- und Lusttragenden der Studentenbewegung (...). Um nicht als Don Juan oder Luftikus verschrieen zu werden, sondern den Ruf akademischer Ernsthaftigkeit zu wahren, heiratete der doppelt so alte Professor seine Lieblingsstudentin und überließ seine altgediente Ehefrau der Vergangenheit.
            (...).
Zuerst brüskiert, dann neidisch und schließlich vom professoralen Vorbild inspiriert, gingen Politiker und Manager in die Schule der zweiten Frau (...). Solange die Untergebenen - Amtsboten und Fabrikarbeiter - noch lebenslang bei ihrer ersten und einzigen Ehefrau ausharren müssen, ist der Erwerb einer jungen Frau durch einen alten Mann ein Zeichen ökonomischer Potenz und sozialer Distinktion."

 
   
  • KOSPACH, Julia & Robert TREICHLER (2002): Das Ekel.
    Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Ist er deshalb ein ernstzunehmender Denker? Nein. Seine Ansichten sind banal und reaktionär,
    in: Profil Nr.7 v. 11.02.

 
   
  • FUCHS-MATERNY, Ursula (2002): Vehemente Streiterin im Kampf gegen Gewalt.
    Alice Schwarzers Dresdner Rede "Zur Sache: Deutschland",
    in: Dresdner Neueste Nachrichten v. 11.02.

 
     
     
   
  • KUPCZIK, Ingrid (2002): Unbewusste Suche nach Mutter.
    Neue Erkenntnisse zur Partnerwahl: Ähnlichkeit mit dem eigenen Elternteil ist ein wichtiges Auswahlkriterium,
    in: Welt am Sonntag v. 10.02.

 
   
  • LORENTZ, Frank (2002): Mein wunderbarer Waschsalon.
    Neue Orte für die Kultur: Zwei Salons in NRW sind nicht nur zum Waschen da. Im einen steht eine Bar, im anderen wird Comedy gespielt,
    in: Welt am Sonntag v. 10.02.

 
   
  • Das Single-Dasein in Italien

    • KLÜVER, Henning (2002): Pronto? Mamma? Setz die Pasta auf!
      Die Italiener sind ein Volk von Muttersöhnchen – und doch hat sich „la famiglia“ in den letzten Jahren radikal gewandelt,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.

 
   
  • ZIPS, Martin (2002): Roland - allein zuhaus.
    In Bayerns Großstädten lebt jeder Zweite allein. Besuch bei einem von zwei Millionen Singles - wie ein 40-Jähriger das Leben in der Einsamkeit meistert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.

Es ist eine Schande, dass in einer überregionalen Zeitung immer noch Falschmeldungen über die Anzahl der Singles zu lesen sind.
Es kann gar keine Rede davon sein, dass in Bayerns Großstädten jeder Zweite allein lebt. Der Autor verwechselt die Haushalts- und Personenebene.

Martin ZIPS hätte besser bei seinem Kollegen von der Regionalzeitung Main Echo (10.12.2002) abgeschrieben, denn dort steht zu lesen, dass

"in den bayerischen Städten mit mindestens 100 000 Einwohnern über 26 Prozent der Menschen alleine (lebten). Fast jeder zweite Haushalt (49 Prozent) bestand dort aus nur einer Person."

Auch wenn man bei der SZ gerne die Familien als aussterbende Minderheit darstellt, so sollte man nicht versuchen die Anzahl der Singles künstlich zu dramatisieren, denn dies ist singlefeindliche Medienberichterstattung.

"Nur wenige Singles sind unter 30".

Dies ist so richtig wie falsch! Die größte Gruppe sind die älteren Witwen. Aber auch junge Singles unter 30 sind in Bayern mit 18 Prozent eine bedeutende Gruppe. Die Alleinlebenden jedoch, die im Brennpunkt der Medien stehen, sind die 25-45 Jährigen. Nur ist das nicht die Mehrheit, wie es ZIPS nahelegt, sondern eine Minderheit. 

Nur in einem Punkt liegt ZIPS richtig: Männer dominieren in dieser Gruppe auch wenn die weiblichen Yuppies gerne in den Vordergrund gerückt werden. Das Fallbeispiel eines geschiedenen Alleinlebenden, der Unterhalt zahlen muss liegt näher an der Wirklichkeit des typischen männlichen Singles im mittleren Lebensalter als die üblichen Lifestyle-Yuppie-Geschichten. Der Soziologe Jörg ECKHARDT nennt diese Gruppe die "gebrauchten Junggesellen".

Die Anzahl der Einpersonenhaushalte - Mythen und Fakten
 
     
   
  • Das Single-Dasein in Japan

    • US (2002): Wachsende demographische Probleme.
      Beschleunigter Geburtenrückgang in Japan,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.02.

 
     
   
  • JESSEN, Jens (2002): Der große Jammer.
    Ein Meister und sein Epigone: Joris-Karl Huysmans und Michel Houellebecq. Aus Anlass des Romans "Plattform"
    in: Die ZEIT Nr.7 v. 07.02.

  • BURGHOFF, Christel & Edith KRESTA (2002): Der arme Mann!
    Sex im Pauschalangebot fordert der Bestsellerautor Michel Houellebecq. So weit geht die Tourismusindustrie (noch) nicht,
    in: Die ZEIT Nr.7 v. 07.02.

 
     
     
   
BRIGITTE-Dossier: Mütter gegen Mütter
 
   
  • MAUCH, Uwe (2002): Die fliegende Familie.
    Auswirkungen beruflicher Mobilität auf das Familienleben,
    in: Kurier v. 06.02.

 
   
  • Das Single-Dasein in den USA

    • LEHMIG, Malte (2002): Schneller flirten.
      "Speed Dating" ist in den USA die beste Art, zeitsparend einen Partner zu finden,
      in: Tagesspiegel v. 05.02.

Speed-Dating in der Debatte

 
     
   
  • OBERSCHELP, Malte (2002): Gospelchor der Geschworenen.
    Bei Ally McBeal wird nicht nur geklagt und verteidigt, sondern auch gesungen und gerockt. Gastauftritte von bekannten Musikern sind Programm - heute steht Popstar Sting wegen Anstiftung zum Ehebruch vor Gericht (Vox, 22.05 Uhr),
    in: TAZ v. 05.02.

 
     
   
  • Katja Kullmann - Generation Ally

    • KOERNER, Swantje-Britt (2002): Die unglücklichen Frauen der "Generation Ally"
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Online v. 04.02.

 
   
  • SPIEGEL-Titelgeschichte: "Die deutsche Titanic".
    Der neue Grass: Die verdrängte Tragödie des Flüchtlingschiffes "Wilhlem Gustloff",

    • HAGE, Volker (2002): "Das tausendmalige Sterben".
      In seiner neuen Novelle "Im Krebsgang" erzählt Günter Grass von der Tragödie der Versenkung des Flüchtlingsschiffs "Wilhelm Gustloff" 1945 - und schildert packend einen von der deutschen Literatur lange gemiedenen Stoff: die blutige Geschichte der Flucht aus dem Osten,
      in:
      Spiegel Nr.6 v. 04.02.

    • AUGSTEIN, Rudolf (2002): Rückwärts krebsen, um voranzukommen,
      in:
      Spiegel Nr.6 v. 04.02.

 
   
  • GRÄBER, Berrit (2002): Senioren-WG als Alternative zum Heim.
    Trend zum selbstbestimmten Wohnen im Alter,
    in: Welt am Sonntag v. 03.02.

 
     
     
     
   
  • TAGESSPIEGEL-Tagesthema: "Familienpolitik"

    • MONATH, Hans (2002): Suche nach Gesellschaft.
      Familienpolitik hat der Kanzler einst "Gedöns" genannt. Jetzt macht er sie zu einem Wahlkampfthema - und der CDU/CSU damit Konkurrenz. Viele Menschen wissen nicht, wie sie Familie und Beruf vereinbaren sollen. Es macht ihnen Angst. Haben Regierung und Opposition das erkannt?

      in: Tagesspiegel v. 03.02.

    • MONATH, Hans (2002): "Das Familienbild ist gespalten".
      Sozialexperte Frank Decker über Probleme und Strategien von Union und Rot-Grün
      ,
      in: Tagesspiegel v. 03.02.

    • MONATH, Hans (2002): Kampf um Kinder.
      Was die Parteien vorschlagen,
      in: Tagesspiegel v. 03.02.

    • DERNBACH, Andrea (2002): Nicht in der Stimmung,
      in: Tagesspiegel v. 03.02.

 
   
  • KOHLENBERG, Kerstin (2002): Die menschliche Eiszeit.
    Ein Ehepaar nach der Scheidung: Wem gehören eigentlich ihre eingefrorenen Embryonen? Der Anwalt Vincent Stempel hat diesen Fall in die Schlagzeilen gebracht. Und ist damit berühmt geworden. Ein Bericht aus Amerika,

    in: Tagesspiegel v. 03.02.

 
   
  • FOD (2002): "Männer leiden stärker unter Alleinsein als Frauen".
    Der Gerontologe und Psychiater Dr. Peter Netz sprach über Suizidalität im Alter - "Gesunkenes Selbstwertgefühl" - Diskussion um Sterbehilfe,
    in: Gießener Anzeiger v. 02.02.

Von den über-65jährigen sollen 25 % sozial isoliert sein. Es wird jedoch nicht angegeben, was darunter verstanden wird. Soziale Isolation wird von einigen Forschern mit dem Führen eines Einpersonenhaushaltes gleichgesetzt, andere verstehen darunter die geringe Kontakthäufigkeit. Beides sind jedoch keine ausreichenden Indikatoren für "Vereinsamung". Witwer scheinen besonders gefährdet. Über die Ursachen wird im Bericht jedoch nur spekuliert. Angeblich soll die Unfähigkeit einen Haushalt allein führen zu können, eine Rolle spielen. Tatsache ist jedoch, dass ältere Männer nur selten einen Einpersonenhaushalt führen, weil sie entweder wieder heiraten oder früher sterben als ihre Ehefrau.
 
     
   
  • HAMMER, Martin (2002): Richtige Mischung aus Genuss und Gesundheit.
    Regale voller Rätsel. Bei der Verbraucherzentrale lernen Münchner Singles, wie man im Supermarkt richtig einkauft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 01.02.

Die SZ - den Singles selten wohl gesonnen, außer es geht darum sie unter die Haube zu bringen oder sie als Sozialschmarotzer zur Auflagensteigerung zu missbrauchen - hat angesichts über 50 % Single-Haushalte in München den Single als unmündigen Konsumenten entdeckt. Man hat bei der SZ sogar im Archiv gegraben und ein "Lebenshilfe"-Dossier für Singles ins Netz gestellt. Ein Abschied von lieb gewonnenen Klischees fällt der SZ jedoch weiterhin schwer...
 
   
Thomas KÖHLER beschreibt die Abfolge von (un-)politischen Generationen als Abfolge verschiedener Jugendkulturen, wobei er einen engen Zusammenhang zwischen der "identitätsbildenden Ressource Erwerbsarbeit" und dem Wartesaal Jugendkultur herstellt.

Beginnend mit der Flakhelfer-Generation (Heinz BUDE) bzw. der skeptischen Generation (Helmut SCHELSKY) und deren "kulturkonservativen Haltungen", über die Rocker-Krawalle der Wirtschaftswunder-Republik und die nonkonformistischen 68er, deren Erfahrungshunger (Michael RUTSCHKY) einen "Informalisierungsschub" (zur Abwechslung Cas WOUTERS statt Ulrich BECK) auslöste, spannt KÖHLER einen Bogen zur Punk-Bewegung (Johnny ROTTON statt HOUELLEBECQs Vorbild Sid VICIOUS) und den Disco-Poppern als Vorläufern der Yuppies. Zum Schluss geht KÖHLER noch auf die 89er-Wendejugend ein:

"Seit Mitte der neunziger Jahre gewannen bei Jugendlichen aus Ost- und West-Deutschland 'die traditionellen Werte der Höflichkeit und Arbeitsethik und der Sparsamkeit rasch wieder an Bedeutung'; die intergenerationelle Kluft ist zum Ende der neunziger Jahre 'nahezu in sich zusammengebrochen'".

 
     
   
  • ROTEN, Michèle (2002): 25 Jahre EMMA.
    Liebe Alice Schwarzer Ich gratuliere Ihnen zu einem Vierteljahrhundert Emma. Vor 25 Jahren war ich noch nicht auf der Welt,
    in: Weltwoche Nr.5 v. 01.02.

    • Michèle ROTEN hält es lieber mit Britney SPEARs und pfeift auf Alice SCHWARZER und ihre Emma.
 
   
  • Michel Houellbecq - Plattform

    • GRAUBNER, Hans-Joachim (2002): Keine Angst vor Tabus.
      Michel Houellebecqs Roman "Plattform" auf Deutsch
      in: Stuttgarter Zeitung v. 01.02.

    • SCHÜBLER, Walter (2002): 239 bis 242!
      Derselbe auf Skandal zielende Themenmix, dasselbe Szenario der Erregung wie schon bei den "Elementarteilchen". Michel Houellebecq wirft das Hölzel, und die Meute apportiert - schwanzwedelnd. "Plattform", der neue Roman des Provokateurs. Ein skandalöser Einwurf.
      in: Die Presse v. 01.02.

 
   
  • GROMBACHER, Welf (2002): Um vier Uhr nachmittags, da fängt das Revolutionsspiel an.
    Die neuen, ziemlich geschwätzigen Belanglosigkeiten von Frankreichs Popliterat Frédéric Beigbeder,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 01.02.

 
   
  • BARONAS, Jurate (2002): So wird er zum Saubermann.
    Er hat noch immer nicht kapiert, dass er nicht mehr im Hotel Mama wohnt. Eine Abreibung hilft da nur wenig. Zeigen Sie ihm lieber, wo der Putzlappen hängt,
    in: Cosmopolitan Nr.2, Februar

Lebenshilfe für die geplagte Karrierefrau aus der Generation Golf bietet hier Jurate BARONAS. Früher erzogen Mütter ihre Kinder mit Liebesentzug, BARONAS wendet dieses Prinzip auf das ausgewachsene männliche "Kind" an:

"Grausam aber effizient: Kein Staub gewischt, kein Sex."

Statt der Bestrafungsaktion ist auch die Belohnungsstrategie anwendbar:

"viel Staub gewischt, viel Sex".

Solche behavioristischen Methoden aus der Mottenkiste sollen den Mann entweder zum Putzen animieren oder zur Bezahlung einer Putzhilfe:

"Wenn er eine Putzfrau finanziert, ist er die leidige Haushaltsdebatte los."

Jean-Claude KAUFMANN hat diese Haushaltsdebatten als Teil des Paarbildungsprozesses in dem Buch Schmutzige Wäsche beschrieben. Die Erfolgsaussichten von Erziehungsmaßnahmen auf diesem Sektor beurteilt er eher skeptisch.

 
       
       
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 16. - 31. Januar 2002

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 15. August 2015 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002