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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 01. - 10. Februar 2003

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Am 13. November 1992 erblickte ein schmales Taschenbüchlein von gerade einmal 106 Seiten das Licht der Buchläden. Es hieß Weil das Land sich ändern muss, und trotz seines geringen Umfangs vereinte es unter seinen Autoren die Creme der politischen Klasse Deutschlands: Marion Gräfin Dönhoff, Meinhard Miegel, Wilhelm Nölling, Edzard Reuter, Helmut Schmidt, Richard Schröder und Wolfgang Thierse malten die Zukunft der Republik in düstersten Farben. (...). Heute, gut zehn Jahre später, zeigt sich (...), dass der mit Abstand richtigste Satz des ganzen Pamphlets (...) war: »Allenthalben hat die Qualität der politischen Klasse nachgelassen.«
Besonders deutlich wird das im Kapitel »Damit die Deutschen nicht aussterben«. Damit der geneigte Leser bereits an der Pforte alle Hoffnung fahren lasse, beginnt es mit einem Horrorgemälde: Bis Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts werde die Bevölkerung Deutschlands um rund eine Million Menschen abnehmen (...).
Starke Worte, nicht wahr? Nur mit einem kräftigen Haken: Keines davon ist wahr. Jetzt, zehn Jahre später, können wir die ersten Horror-Zahlen an der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung messen. Und die Zahlen, die das Statistische Bundesamt für die Bevölkerungsentwicklung in den 90er Jahren veröffentlicht, haben nicht das Geringste mit der damaligen Schmidt-Dönhoff-Miegel-Prognose zu tun: Die Bevölkerung Deutschlands hat sich im Laufe jenes Jahrzehnts nicht etwa um eine Million Menschen verringert, sie hat um mehr als drei Millionen Menschen zugenommen!"

(aus: Detlef Gürtler "Vorbild Deutschland", Februar 2003, S.43f.)

 
       
       
     
     
     
   
  • SONNTAGSZEITUNG (2003): "Einmal pro Woche Sex mit Lust ist viel wertvoller als dreimal ohne".
    Sexualwissenschaftler Martin Dannecker über sein frühes Outing, Lustgewinn und langweilige Schweizer,
    in: SonntagsZeitung v. 09.02.

Sex ist immer gut für die Auflage. Der Sexualwissenschaftler Martin DANNECKER redet gerne über Kollegen wie KINSEY und Hans GIESE; Alice SCHWARZER fehlt auch nicht und ansonsten erfährt man, dass Hunde und Schwule eine besondere Beziehung haben:

"Ich lese, gehe ins Theater, ins Kino, habe einen Hund ...
            ... wie viele Schwule.
            Auch das ist tatsächlich kein Klischee. Früher hat es mich zwar ungeheuer empört, als Sexualforscher Giese die Frage nach einem Hund an Kindes Stelle in seinen Homosexualitätsstudien drin hatte. Ich fragte mich ärgerlich, auf welches Niveau er uns noch herunterreduzieren wollte. Heute muss ich zugeben, dass es natürlich auch unter Schwulen die weit verbreitete Sehnsucht gibt, Kinder zu haben, und dass dieser Wunsch nicht selten auf Tiere verschoben wird."

 
   
Ein Argument gegen die 68er, das Michel HOUELLEBECQ noch nicht eingefallen ist!
            "WamS: Ist es heute schwieriger, gute romantische Komödien zu machen wie etwa früher Spencer Tracy und Katharine Hepburn?
            Grant: Ja. Schuld ist die sexuelle Revolution der Sechziger. Als die meisten Liebesdinge noch verboten waren, war es schlicht einfacher, romantisch zu sein. Heute heißt die Herausforderung: Was können wir uns einfallen lassen, damit die beiden nicht schon auf Seite sechs im Bett landen?"
  • WELT (2003): Bin ich schön?
    Hugh Grant hasst seine Arbeit als Schauspieler - nur leider: Er liebt das Blitzlicht, das Geld und die schönen Frauen. Ein Gespräch über Ängste, Egoismus und Sandra Bullock. Aber die hat unglücklicherweise schon einen anderen,
    in: Welt v. 08.02.

Für alle, die die Kinderfrage leid sind: "DIE WELT: Sind Kinder nicht so Ihre Sache?
            Grant: Oh doch. Vielleicht nicht in den letzten fünf Jahren, aber es wird Zeit. Ich sollte wirklich welche haben. Ich muss. Wenn Sie das richtige Mädchen dafür kennen, sagen Sie Bescheid".
 
   
  • KAUFER, Stefan David (2003): Ab in die Egotherapie!
    Knapp 300.000 Menschen waren im Berlin im Dezember arbeitslos. Auch Karin. Ihr Leben ist ein gestaltloser Brei. Sie gehört zu den Leuten, die Angst vor allem haben, was irgendwie mit Dynamik zusammenhängt. Eine Geschichte von Zeitmanagement und Langeweile, Fitness und Goldgruben,
    in: TAZ v. 08.02.

SCHRÖDER ist nicht einsam! KAUFER steht ihm mit seiner Reportage aus dem Leben eines modernen Taugenichts bei, dem nur noch der Arbeitsdienst hilft. Vielleicht hätte er Judith HERMANN vor vier Jahren zum Arbeitsdienst schicken sollen, dann würden ihren Erzählungen heute andere Gestalten bevölkern: Glückliche Ich-AGs.
 
     
     
   
  • NAHLES, Andrea/MAURER, Ulrich/ANNEN, Niels/SCHEER, Hermann/SKARPELIS-SPERK, Sigrid (2003): Zeit für einen Neuanfang.
    Vorschläge für eine neue Agenda sozialdemokratischer Regierungspolitik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.02.

    • Die FR druckt das Positionspapier der SPD-Linken. Es wird nur niemanden interessieren!
 
     
   
  • SCHIRRMACHER, Frank (2003). Die Stimmung ist viel besser als die Lage.
    Ordnung des Landes (5): "Womit wollen wir Geld verdienen?" Hans Barbier trifft Angela Merkel, die beklagt, daß es bei vielen kein Gefühl mehr für die Bedrohung unseres Wohlstandes gibt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.02.

    • Der FAZ-Stammtisch wird fortgesetzt, denn die Stimmung ist viel besser als die Lage. Solange sich das nicht ändert, wird dieser Stammtisch nicht aufgelöst - also wohl erst, wenn Frank SCHIRRMACHER Kanzler ist - oder doch zumindest Regierungssprecher. Die FAZ-Revoluzzer sind sich da einig.
 
   
  • KOCH, Claus (2003): Oh heilige Einfalt!
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.02.

Claus KOCH hat die Le Monde vom 22.01.2003 gelesen und dort den Begriff "acharnement procréatif" entdeckt:

"Unelegant könnte man das mit »Zeugungsverbissenheit« übersetzen: Die unbeirrbare Hartnäckigkeit, sein Kind aus eigenem Genom zu erhalten".

Schon sind wir mittendrin in der Debatte um das Menschenrecht aufs eigene Kind.

 
     
     
     
     
   
ZEIT-Serie: Land ohne Leute (Teil 6)
Adel verpflichtet! Elisabeth von THADDEN nutzt die Dissertation von Martin FUHRMANN über Volksvermehrung als Staatsaufgabe, um das folgende bevölkerungspolitische Credo zu verkünden:

"Sozialer Aufstieg und die Sicherung des Status, das sind mächtige Triebfedern der Empfängnisverhütung, solange der Staat Kinder für Privatsache hält. Wenn dann noch die weibliche Freiheit ins Spiel kommt, die ein Fichte in der Ehe aufgehoben sah, dann ist die Verhütung fast schon perfekt.
            Sie ist, zum Glück, nicht verlässlich. Weswegen hierzulande und heute zwar Hagestolze nicht bestraft werden sollten, aber doch alle Benachteiligungen für Familien gründlich beseitigt."

 
     
     
   
  • BOBERSKI, Heiner (2003): Zwischen Kind und Karriere.
    Die Soziologin Christiane Pfeiffer: Von Frauen wird heute "fast Utopisches" verlangt... 
    in: Wiener Zeitung v. 05.02.

 
     
     
     
   
  • WEGENER, Basil (2003): Verunsicherte Deutsche: Welche Stimmung ist angemessen?
    Das Jammern macht sich breit - Aber auch die gewollt gute Laune hilft nicht weiter,
    in: Stuttgarter Nachrichten v. 03.02.

Basil WEGENER ist auf der Suche nach der angemessenen Stimmung. Waren Mitte November noch die Feuilleton-Revoluzzer dominierend, so ist jetzt mit Matthias HORX der Optimismus als erste Bürgerpflicht angesagt. Den Umschlagpunkt bildet die Lampedusa-Rede von Bundeskanzler SCHRÖDER, der damit zwar rechtzeitig die Neue-Mitte-Eliten, nicht aber das Wahlvolk in Hessen und Niedersachsen erreichte. Der Soziologe und Eliten-Forscher Michael HARTMANN sieht das Stimmungsbild sowieso differenzierter:

"»Besonders in einigen Stadtteilen in den Metropolen konzentriert sich die pessimistische Stimmung«, sagt der Darmstädter Soziologie-Professor Michael Hartmann, »dort, wo die jungen Erfolgreichen sich in den 90ern ihre Eigentumswohnungen gekauft haben.« In weiten Teilen der Normalbevölkerung, bei einfachen Angestellten etwa, sei der ganz große Optimismus damals dagegen ohnehin kaum angekommen - abgesehen von »der kurzen Phase des Booms so genannter Volksaktien wie denen der Telekom«. Insofern halten sich auch die Enttäuschungen bei vielen in Wahrheit durchaus in Grenzen."  

 
   
Jan ROSENKRANZ liefert anlässlich des Wahldebakels von Rot-Grün in Hessen eine tröstliche Reportage aus einer Seniorenresidenz in Berlin-Mitte. Ob wahr oder new journalism-mäßig erfunden, das ist dabei total egal! Es ist auf alle Fälle alles dialogmäßig aufbereitet, was sonst in trockenen journalistischen taz-Berichten ebenfalls drinstehen würde. Ansonsten handelt es sich beim taz-Rentner um das genaue Gegenbild zum Kanzleramt-Rentner des FAS-Feuilleton:

"Sie haben nicht viel gemein. Eigentlich nur das Alter.
            Doch in einem sind sie sich trotzdem alle einig: An dieser Kaffeetafel wäre niemand dazu bereit, freiwillig auf einen Teil der Rente zu verzichten, um jüngere Beitragszahler zu entlasten".

 
   
  • HILDBRANDT, Hans Georg (2003): Er hat ja sonst nichts zu lachen.
    Der Arbeitsalltag ist hart, die Frauen stark. Und alles politisch überkorrekt. Da bleibt nur eines: Mann erzählt wieder Witze. Je derber, desto lieber,
    in: SonntagsZeitung v. 02.02.

Der Merkur hat bereits vor einiger Zeit ein Sonderheft zum Thema Lachen herausgebracht. HILDBRANDT geht es jedoch nicht um den Kulturkampf zwischen dem Westen und dem Islam, sondern um den Kulturkampf der Geschlechter. Das FHM-Männermagazin hat nun das neue Witzzeitalter eröffnet, vermeldet der Autor. "Rippenstoss-Schenkelklopf-Witze" sind nach HILDBRANDT nicht mehr das Kennzeichen elitärer Oberschicht-Herrenclubs und der prolligen Peripherie. Dem Mann geht es so dreckig, dass er sich nach "einer verschworenen Karrenschmiere- und-Fussballschuh-Männlichkeit" zurücksehnt:

"Die von der Gesellschaft abgesegnete Verlängerung der Pubertät bis ins dreissigste Lebensjahr, die Verunsicherung durch permanente Wirtschaftskrise und einen Büroalltag in der geistigen Wüste geschlechtsneutraler Windows-Kabäuschen haben die einstigen Männerbündler in die Vereinzelung getrieben."

HILDBRANDT führt einige Exemplare dieser angeblich bahn brechenden neuen Herrenwitze an. Nach deren Lektüre muss jedem Mann klar werden, die Herren - und nicht die Männer - stecken tatsächlich in einer tiefen Krise. Da empfiehlt sich die Lektüre von Sybille BERGs Herrengeschichten.

 
   
  • GESTERKAMP, Thomas (2003): Mit 40 zum alten Eisen.
    Der Jugendkult der Arbeitswelt,
    in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar

 
   
NZZ FOLIO-Thema: Haushalt
  • MARTI, Michael (2003): Der Krisenherd.
    Der Haushalt ist der Ort der Beziehungsdramen. Männer sehen widerwillig ein, dass sie sich an der Hausarbeit beteiligen sollten. Merkwürdigerweise haben dennoch meistens die Frauen den Dreck. Was tut sich an den Schmutzrändern des Geschlechterkampfs?,
    in: NZZ Folio, Februar

 
     
   
  • SCHIMMANG, Jochen (2003): Verschwinden.
    Ein rhapsodischer Literaturbericht,
    in: Merkur, Februar

 
     
     
   
Janina HERTEL hat am Psychologischen Institut der TU Chemnitz eine Studie zum Thema Singles von heute - Soziale Wahrnehmung von Alleinlebenden und Personen in Partnerschaft durchgeführt. 267 Partnerlose und Personen mit fester Beziehung  zwischen 20 und 50 Jahren wurden nach ihrem Single-Bild befragt. HERTEL hat herausgefunden, dass die partnerschaftlich gebundenen Personen das Singlebild der Medien übernommen haben:

"Junge Alleinlebende im Alter zwischen 25 und 35 werden dort als Personen mit Stil, als selbständig, karriereorientiert und aufgeschlossen gezeigt. Hat eine Person aber die 40 erreicht, wandelt sich das Bild. Jetzt gilt das Singledasein nicht mehr als chic und als Zeichen von Flexibilität"

 
       
   

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Zu den News vom 21. - 31. Januar 2003

 
       
   
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