[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 25.-31. Januar 2014
News 22.-24. Januar 2014
News 12.-21. Januar 2014
News 07.-11. Januar 2014
News 01.-06. Januar 2014
News 22.-31.Dezember 2013
News 13.-21.Dezember 2013
News 05.-12.Dezember 2013
News 01.-04.Dezember 2013
News 21.-30.November 2013
News 17.-20.November 2013
News 10.-16.November 2013
News 01.-09.November 2013
News 12.-31. Oktober 2013
News 01.-11. Oktober 2013
News 11.-30. September 2013

News 01.-10. September 2013
News 21.-31. August 2013
News 12.-20. August 2013
News 01.-11. August 2013
News 01.-31. Juli 2013
News 06.-30. Juni 2013
News 01.-05. Juni 2013
News 11.-31. Mai 2013
News 01.-10. Mai 2013
News 19.-30. April 2013
News 10.-18. April 2013
News 01.-09. April 2013
News 16.- 31. März 2013
News 10.- 15. März 2013
News 01.- 09. März 2013
News 15.-28. Februar 2013
News 01.-14. Februar 2013
News 01.-31. Januar 2013
News 15.-31.Dezember 2012
News 01.-14.Dezember 2012
News 16.-30.November 2012
News 10.-15.November 2012
News 01.-09.November 2012
News 16.-31. Oktober 2012
News 08.-15. Oktober 2012
News 01.-07. Oktober 2012
News 22.-30. September 2012
News 18.-21. September 2012
News 01.-17. September 2012
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 09. Februar 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Das Berliner Single-Milieu als Produkt der Spaßarbeit     

"Er lebt in Süddeutschland, Lehrer am katholischen Gymnasium, Religion und Geschichte (...). »Wo es abwärts geht, ist Berlin immer vorne mit dabei. Und niemand nimmt es ernst«, sagt er.
Er denkt, das Leben hier sei leichter, zu leicht, doch er versteht es nicht.
Versteht nicht den ständigen Vergnügungsdruck, der hier herrscht. In anderen Städten ist die Geschäftigkeit ansteckend, die Faulheit peinlich, aber in Berlin schlägt einem der Fleiß aufs Gewissen, jeder abstinente Moment ist wie verschwendet, ausgeschlafen sein heißt, etwas verpasst zu haben, feste Beziehungen sind ausgelassene Gelegenheiten. Und nur in Begleitung von Besuchern, die zum Urlaub hierher kommen, kann man die Schönheit der Stadt wieder sehen, fühlt sich der Spaß nicht mehr so anstrengend an.
(aus: Leander Steinkopf "Wie Rotwein verschüttet", Merkur, Nr.777, Februar 2014, S.173)

 
 
       
   

Das Partnerwahlverhalten von Akademikerinnen in der Debatte

SCHIPPER, Lena (2014): Über das Paarungsverhalten betuchter Großstädter.
Früher heiratete der Chef die Sekretärin, heute nimmt er eine Frau, die genauso viel verdient wie er. Ist die Liebe der wahre Grund für die gesellschaftliche Ungleichheit?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 09.02.

 
       
   

Kinderlose Tanten in der Debatte

SCHAAF, Julia (2014): Elternglück für Kinderlose!
Wer keinen eigenen Nachwuchs hat, sucht oft intensive Bande zu Nichten, Neffen und den Sprösslingen von Freunden. Der Vorteil: Die kann man wieder abgeben,

in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 09.02.

 
       
   

Freundschaften in der Debatte

ADAMS, Bill A. (2014): Freundschaftsanfrage an Ewald Christian von Kleist.
Schon vor Facebook gab es ein "Jahrhundert der Freundschaft",
in: Telepolis v. 09.02.

 
       
   

SCHMITZ, Thorsten (2014): Das Wort des Jahres.
Fußballer sind schwul, Politiker sind schwul - und wie ist es mit Hausaufgaben? Total schwul! Schwul war noch nie ein so aufregender Begriff. Willkommen in der verwirrten Republik,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.02.

"1967 wurde »schwul« in den Duden aufgenommen, in die 16. Auflage. »Schwul« sei eine »derbe« Bezeichnung für »homosexuell«. 1967 ist Schwulsein in Deutschland noch verboten. Erst zwei Jahre später wird der Paragraf 175, der Homosexualität unter Strafe stellt, entschärft, und Schwule ab 21 Jahren dürfen schwul sein. »Schwul« steht nun in Duden-Ausgabe 26, werde von Jugendlichen auch dafür benutzt, wenn etwas unattraktiv, uninteressant, unbefriedigend sei. Beispiel: »Die Klassenfahrt war voll schwul!«,

berichtet Thorsten SCHMITZ über den Bedeutungswandel des Begriffs »schwul«. So wie der Begriff »outing« langsam eine positive Bedeutung erlangt, so könnte der Begriff »schwul« ebenfalls seine negative Bedeutung verlieren.

 
       
   

BERNAU, Varinia (2014): Arm, aber kreativ.
SZ-Serie Start-up-Citys (1): Berlin ist ein Labor für Internetunternehmer. Aber hat die Stadt auch das Zeug dazu, aus den guten Ideen gute Geschäfte zu machen? Und vor allem: Würden dann, wenn die Geschäfte gut laufen, wirklich noch neue Ideen entstehen? Eine Erkundungstour,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.02.

WERNER, Kathrin (2014): Grün, liberal und ein bisschen hip.
SZ-Serie Start-up-Citys (2): Austin ist beides: cooles Kulturzentrum und Boomtown aus Stahl und Glas. Erst waren die Gründer da. Dann kamen die Technologiekonzerne wie Facebook, Apple oder Samsung. Mancher fürchtet schon, die Stadt könnte ihren Charakter verlieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.02.

"Austin wächst so schnell, wie man es sonst nur von Asiens Metropolen kennt. Seit den Neunzigerjahren ist die Einwohnerzahl um 80 Prozent auf 850 000 gestiegen. Bis zum Jahr 2040 werden es 1,5 Millionen. (...).
Die Straßencafés sind voll junger Leute mit Hipster-Brillen und Jutebeuteln", erzählt uns Kathrin WERNER.

 
       
   

Die Beginen in der Debatte

MÜSSIGMANN, Lena (2014): Der Duft nach Waschmittel.
Hausbesuch: Sie wollte nicht allein sein. Deshalb zog sie ins Beginenhaus. Bei Elke Vogt-Sauer in Tübingen,
in: TAZ v. 08.02.

 
       
   

CHARIM, Isolde (2014): Die notwendige wie unmögliche Gesellschaft.
Sozialwissenschaft: Was ist Gesellschaft? Ist die Gesamtheit der Individuen schon eine Gesellschaft? Dem Soziologen Oliver Marchart zufolge ist sie nur in Krisen und Konflikten präsent,
in: TAZ v. 08.02.

Isolde CHARIM stellt das Buch Das unmögliche Objekt des Soziologen Oliver MARCHART vor, in dem ein konflikttheoretischer Gesellschaftsbegriff entwickelt wird:

"Die Soziologie habe, so der Autor, den Verunsicherungserfahrungen der Moderne mit der Produktion von neuen »Gewissheitsformeln« geantwortet. Ihre Aufgabe sei es aber gerade nicht, neue Fundamente für das Zusammenleben zu liefern. Sie habe vielmehr danach zu fragen: Wo liegt die spezifische Kontingenz, was ist der Konfliktcharakter der konkreten Situation?"

 
       
   

LÜTTGE, Felix (2014): Liberalismus der Minderheiten.
Freiheit: Judith N. Shklars politische Philosophie gründet sich auf der Erfahrung von Verfolgung,
in: TAZ v. 08.02.

Felix LÜTTGE stellt das Buch Der Liberalismus der Furcht von Judith N. SHKLAR vor.

 
       
   

Der Literaturbetrieb in der Debatte

GRAJASNOWA, Olga (2014): Deutschland, deine Dichter.
Ist die Gegenwartsliteratur zu brav, weil zu viele Arztsöhne an den Schreibschulen studieren? Florian Kesslers Kritik zielt auf den falschen Gegner,
in: Welt v. 08.02.

 
       
   

KEILBACH, Miriam (2014): Verliebt im Wald.
Neue Menschen kennenlernen in der frischen Natur – das ist das Konzept von Wanderglück. Zwei Männer führen Singles durch Wälder und auf Berge des Rhein-Main-Gebiets und hoffen, dass diese dabei die Liebe finden,
in: Frankfurter Rundschau Online v. 07.02.

 
       
   

EBBINGHAUS, Uwe (2014): "Adults only". Wer braucht kinderfreie Hotels?
Familienhotels und viele andere Unterkünfte sind inzwischen derart kinderfreundlich, dass sich viele Urlauber in ihrem Ruhebedürfnis gestört fühlen. Sind kinderfreie Hotels eine sinnvolle Lösung?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.02.

Müssen "die Ruhehotel-Anbieter ausgerechnet mit einem Kinderverbots-Button für sich werben, mit dem sie ein unschönes gesellschaftliches Signal setzen? Es hat ja niemand etwas gegen sehr teure Hotels, in denen es viel Wellness, aber keine Betreuungsangebote für Kinder, keine Familienermäßigung, keine Beistellbetten und keine Planschbecken gibt. Solche Angebote sind zwar traurig, aber immerhin eine elegante Lösung", meint Uwe EBBINGHAUS.

 
       
   

KULLMANN, Katja (2014): Verehrte Maschine.
Gefühle: Zehn Jahre blubbert Facebook schon vor sich hin. Allen Skandalen zum Trotz wird es mehr geliebt denn je,
in: Freitag Nr.6 v. 06.02.

 
       
   

Der Literaturbetrieb in der Debatte

AMLINGER, Carolin (2014): Es ist die Marktlogik!
Gesellschaftskunde: Die Debatte um angepasste Schriftsteller aus dem Mittelstand sagt mehr über den Literaturbetrieb, als wir glauben wollen,
in: Freitag Nr.6 v. 06.02.

STAHL, Enno (2014): Raus aus der Oberschicht
Die deutsche Literatur ist tatsächlich ein »Closed Shop«, doch sie muss es nicht sein,
in: Jungle World Nr.6 v. 06.02.

 
       
   

Die Rente vor dem Kollaps wegen dem Geburtenrückgang und der steigenden "Altenlast" in Deutschland?

NIEJAHR, Elisabeth (2014): Der große Renten-Irrtum.
Das geplante Altersgeld ab 63 ist sehr beliebt. Doch neue Studien zeigen: Viele Ruheständler vermissen ihren alten Job,
in: Die ZEIT Nr.6 v. 06.02.

 
       
   

MIKA, Bascha (2014): Ganz schön allein.
Single sein macht krank und unglücklich. Sagt wer? Eine Agentur für Partnervermittlung. Was für eine Überraschung!
in: Frankfurter Rundschau v. 05.02.

Bascha MIKA hält uns Leser für besonders doof und setzt die Anzahl der Einpersonenhaushalte mit Partnerlosigkeit gleich, obwohl gerade in Großstädten lediglich das multilokale Wohnen zunimmt. Der Mobilitätszwang der Hartz-Gesellschaft führt zur Zunahme von Paaren ohne gemeinsamen Haushalt. Dass der Mobilitätszwang für Partnerschaften nicht unbedingt förderlich ist, das leugnet MIKA, nur weil eine Partneragentur, der es lediglich um das Geschäft mit der Einsamkeit geht, das als Marketinginstrument missbraucht. Genauso wie MIKA die Alleinlebenden für ihren Single-Gesellschaft-Mythos missbraucht.

 
       
   

Die Volkszählung in der Debatte

BIELICKI, Jan & Bernd DÖRRIES (2014): Minus an Menschen.
Wie groß sind Aachen, Mannheim oder Würzburg tatsächlich? Nach dem jüngsten Zensus sind viele Städte geschrumpft. Das kostet die Kommunen Zuschüsse und Ansehen. Nun müssen Gerichte entscheiden, ob die Einwohnerzahlen korrekt erhoben worden sind,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.02.

 
       
   

Haruki Murakami - Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

SCHÄFER, Frank (2014): Global anschlussfähig.
Literatur: Der Neoromantiker unter den Welt-Schriftstellern: Was macht die Romane des Haruki Murakami so erfolgreich?
in: TAZ v. 03.02.

 
       
   

HOYER, Niklas u.a. (2014): Suchst du noch, oder profitierst du schon?
Immobilien: Käufer von Häusern und Wohnungen müssen Jahr für Jahr mehr zahlen. Eigentümer freuen sich über Wertsteigerungen. Wie lange der Aufwärtstrend hält, wo der Kauf noch lohnt und die Renditen stimmen, zeigt unser Härtetest der 50 größten Städte,
in: Wirtschaftswoche v. 03.02.

 
       
   

BOEHNING, Larissa (2014): Wir brauchen einen Familismus!.
Man muss wahnsinnig sein, heute ein Kind zu kriegen? Nein, aber zahlreiche Ängste halten Frauen davon ab. Wir brauchen einen neuen Feminismus. Besser noch: einen Familismus,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.02.

 
       
   
STUTTGARTER ZEITUNG-Wochenenthema: Kinder, Kinder!
Nie war die Geburtenquote so hoch wie 1964. Für die Nachgeborenen ein Glück - und eine Hypothek

SCHIERMEYER, Matthias (2014): Wir Babyboomer.
Demografie: In keinem Jahr sind in Deutschland so viele Kinder auf die Welt gekommen wie 1964. Heute, fünfzig Jahre später, stützen sie - am Höhepunkt ihrer Arbeitskraft angelangt - mit anderen geburtenstarken Jahrgängen die Gesellschaft. Für die Nachgeborenen nicht unbedingt Grund zum Feiern,
in: Stuttgarter Zeitung v. 01.02.

Der Jahrgang 1964 in der Debatte

 
       
   

STEINKOPF, Leander (2014): Wie Rotwein verschüttet.
Armut, Unverständnis und Einsamkeit in Berlin,
in: Merkur Nr.777, Februar

Leander STEINKOPF, Jahrgang 1985, Evolutionspsychologe an de FU Berlin, skizziert die Berliner Milieus, die unverkennbar allseits anschlussfähig an das Politische Feuilleton der Mitte-Zeitungen sind. Wenn man sich also schnell über diesen Denkkosmos informieren will, dann bietet der Essay einen hervorragenden Einstieg, denn das Personal dieser Sozialfiguren vom Müllmann bis zum Gymnasiallehrer schärft den Blick für den Deutungskampf zweier Deutungseliten, die die Berliner Republik prägen: den Bourgeois und die Boheme. In Zeiten der New Economy konnten beide noch zusammen gedacht werden, wie das Konstrukt des Bobos von David BROOKS zeigt, in Zeiten der Finanzkrise und der Demografiepolitik stehen sich beide wieder scheinbar unversöhnlich gegenüber. Tatsächlich jedoch sind sie die beiden Pfeiler unserer Hartz-Gesellschaft.

"Auf der Straßenseite gegenüber sitzt der alte Müllmann neben mir vor dem Café (...). »Ick hab ja noch die goldnen Zeiten erlebt, im öffentlichen Dienst, in West-Berlin, als man dit Geld da hinjepumpt hat. Man musste dem Osten doch zeigen, was der Kapitalismus kann. Und die Berliner Politiker ham sich halt dran jewöhnt, dass dit Geld von selber fließt. Ich bin Frühpensionär, doch die jungen Leute, die armen Schweine, müssen's ausbaden«
(...).
Der alte Müllmann ist kein Mensch von der laschen Sozialarbeitergattung. Er kann Gejammere nicht ertragen, er erwartet, dass man den Unrat anpackt und wegräumt. (...).
Im Café sitzt der alte Müllmann immer bei mir, und wir lachen. Mit mir versteht er sich, den anderen war er schon immer verdächtig, weil er glücklich ist."

STEINKOPF lässt die diversen Milieuschablonen mit ihren Diskursbruchstücken des politischen Feuilletons am Leser vorbeiflanieren. Das Mitte-Personal wird kontrastiert mit dem Unterschichten-Personal und zugleich die Berliner Milieukarte ausgespannt.

Im Müllmann spiegelt sich z.B. der Generationenkonflikt und der Wandel des Sozialstaats. Der Müllmann ist als Frühpensionär eine Haßfigur, zugleich aber entspringt sein vom Beobachter entworfenes Selbstbild dem Idealbild des Unterschichtlers aus neoliberaler Sicht. Dessen Feindbild wiederum sind die laschen Sozialarbeiter der 68er-Generation. In der Sozialfigur des Müllmanns spiegeln sich die Konfliktlinien zwischen alter und neuer Mitte. Ausgeblendet wird die Realität, denn der Sozialarbeiter alten Typs ist ein Auslaufmodell, während längst der aktivierende Sozialstaat als Gegenstück des flexiblen Kapitalismus Einzug in die Mentalität gehalten hat.

"In der U-Bahn sitzt mir morgens immer ein Biertrinker gegenüber, und ich kann sie nicht mehr sehen (...), doch dieser will meinen abschätzigen Blick nicht akzeptieren. Er habe die ganze Nacht bei Zalando Schuhe gepackt, jeden Tag fahre er hin und weiß vorher nicht, ob es zwei Stunden Arbeit gibt oder zwölf. Er sei alleinerziehender Vater, aber vom Staat nehme er nichts. Ich nicke respektvoll.
Ein Bettler steigt ein (...) er ist jung und großgewachsen, sieht nicht nach Drogen aus oder Alkohol, nicht einmal psychotisch. Und der Mann mit dem Bier brüllt ihn an: »Verdammt, du bis jung und gesund, geh nach Hause und such dir eine verdammte Arbeit! Mach was aus deinem Leben! Verschwinde! Verschwinde!«"

Umverteilung gegen Anerkennung ist eine zentrale Konfliktlinie in der Berliner Republik, die hier am Beispiel eines alleinerziehenden Vaters durchexerziert wird. Während die alleinerziehende Mutter die typische Sozialfigur der Bonner Republik war, ist der alleinerziehende Vater die Sozialfigur der Berliner Republik. Er steht für den Antifeminismus der neuen Männerrechtsbewegung und weist darauf hin, dass Vater Staat ausgedient hat. Respekt ist die Währung, mit der die Berliner Republik jene bezahlt, die das neoliberale bzw. neosoziale Motto "Jeder ist seines Unglückes Schmied" verinnerlicht haben. Oder anders gesagt: Anerkennung statt Umverteilung.

STEINKOPF flaniert oder sitzt sich im Café durch die Konfliktlinien am Frontverlauf zwischen Bonner und Berliner Republik, zwischen alter und neuer Mitte, zwischen vorsorgendem und aktivierendem Sozialstaat. Wo im politischen Feuilleton die Berliner Stadtkarte aufhört, da hilft auch STEINKOPF nicht weiter. Er zieht durch die gentrifizierten bzw. die sich gentrifizierenden Stadtviertel von Berlin, also dort wo der Deutungskampf schon zugunsten der Berliner Republik entschieden ist bzw. sich gerade entscheidet. Jenseits des feuilletonistischen Kampfes um die Deutungshoheit ist Berlin ein weißer Fleck. Der weiße Fleck sind die ungesehenen Nebenfolgen des Deutungskampfes, die irgendwann einmal der Ursprung jener Konflikte sein werden, die sich heutzutage noch nicht absehen lassen. Aber das ist nicht das Metier von STEINKOPF.

Denn der Beobachter verschwendet seine Postadoleszenz um erwachsen werden zu können, wenngleich der Ausgang aus der Langzeitadoleszenz in Berlin besonders schwer zu finden ist:

"Man muss seine Zeit verschwenden, um zu lernen, was sie wert ist."   

 
       
   

SACKSOFSKY, Ute (2014): Das Märchen vom Untergang der Familie.
Rechtskolumne,
in: Merkur Nr.777, Februar

Anlässlich einer Jahrestagung der Vereinigung der deutschen Staatsrechtslehrer schreibt Ute SACKSOFSKY über den Stand der Dinge in Sachen Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft. Die Kehrtwende des Bundesverfassungsgerichts bei der Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft datiert SACKSOFSKY auf das Jahr 2009:

"Den ersten Versuchen, die Ungleichbehandlungen von Ehe- und Lebenspartnern anzugreifen, erteilte das Bundesverfassungsgericht noch eine Absage. Knapp stellte es fest, Artikel 6 des Grundgesetzes gestatte eine Bevorzugung der Ehe. Erst 2009 kam die Kehrtwende, möglicherweise beeinflusst von der 2008 ergangenen Entscheidung des EuGH im Fall Maruko, die einem hinterbliebenen Lebenspartner eine »Witwenrente« zuerkannt hatte. Vielleicht war diese Kehrtwende aber auch einfach durch einen Zuständigkeitswechsel in Karlsruhe bedingt.
Die ablehnenden Entscheidungen zuvor stammten von einer Kammer des Zweiten Senates, während 2009 – wie schon bei der Entscheidung über die Normenkontrollanträge – erstmals wieder der Erste Senat zuständig war."

Trotz dieser Kehrtwende gibt es weiterhin Staatsrechtslehrer, die auf einer Verteidigung der Ehe bestehen. Ihnen erteilt SACKSOFSKY eine klare Absage:

"Bei der ganzen Debatte um Ehe und Familie geht es um mehr als die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Immer wird das Geschlechterverhältnis mitverhandelt. Die Verteidigung des traditionellen Familienbildes meint die Ehe als patriarchale Institution. In Zeiten der Gleichberechtigung ist dies vielleicht nicht mehr die Vorstellung vom Mann als »Oberhaupt der Familie«. Doch wirkmächtig ist das spezifisch deutsche Mütterlichkeitsideal: Bleibt Mutti nicht zuhause, leidet das Kind. Unsere europäischen Nachbarn teilen diese Einstellung nicht. »Rabenmütter« gibt es nur in Deutschland",

meint SACKSOFSKY, die die mächtigen Wirtschaftsinteressen hinter ihrem Elitenfeminismus weiß, weshalb sie formuliert:

"Die Monokultur der auf Ehe gegründeten Familie ist ausgestorben, und kein Staatsrechtslehrer wird sie wiedererwecken können. Menschen leben in vielfältigen Familienformen (zu denen unter anderen auch die traditionelle Kleinfamilie gehört), hoffentlich glücklich bis ans Ende ihrer Tage"

Es könnte sich jedoch als Bumerang erweisen, wenn alle anderen Lebensformen jenseits des zu schütztenden Familienhaushalts, diskriminiert und den Wirtschaftsinteressen vollständig ausgeliefert werden wie das seit der Hartz-Gesetzgebung und ihrem Zwang zur Mobilität der Fall ist.

Wer die Familie schützen will, der muss zuallererst ihre Voraussetzungen schützen, und die ist in erster Linie immer noch die kinderlose Partnerschaft als Lebensphase vor der Familiengründung.

Die Folgen der Demografiepolitik für die obere Mittelschicht, d.h. der Allianz von Wirtschaft und Elitenfeminismus zeigt sich schon heute: Die Kinderlosigkeit der Nicht-Akademikerinnen steigt, während die Kinderlosigkeit besserverdienender Akademikerinnen sinkt.

 
       
   

Freundschaften in der Debatte

KOCH, Christoph (2014): Ich finde euch alle!
Die Fotografin Tanja Hollander ist dabei, alle ihre Facebook-Freunde zu besuchen. Bisher hat sie sich mit 250 von ihnen getroffen. Die Begegnungen waren sehr aufschlussreich,
in: Neon,
Februar

 
       
   

BUCHHOLZ, Jenny (2014): "Ich spreche mit meinem Schutzengeln".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon,
Februar

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 25. - 31. Januar 2014
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 29. Januar 2017 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002