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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 17. Januar 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Arbeitsmarkt und demographischer Wandel

"Die Anzahl der älteren Menschen, die sich in Erwerbsarbeit befinden, nimmt in Deutschland zunächst bis etwa 2030 zu, dann sinkt die Zahl wieder ab, weil die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1970 in den Ruhestand gehen (...). Zugleich treten junge Menschen später und in geringerer Anzahl in den Arbeitsmarkt ein. Generell wird also der Anteil der älteren Erwerbspersonen zunehmen (...). Über die Verlaufsformen der Entwicklung des Arbeitskräftepotentials gibt es dabei verschiedene Zukunftsszenarien. Die Szenarien unterscheiden sich stark danach, wie sich der demographische Wandel von Geburten, Sterbefällen und Migration im Einzelnen zusammensetzt".
(Martina Fuchs "Arbeitsmarkt und demographischer Wandel", Geographische Rundschau, Januar 2016)

 
       
       
   
WELT AM SONNTAG KOMPAKT-Titelgeschichte: Der ist es.
Oder der. In wen wir uns verlieben, das befiehlt uns unser Inneres. Das Beuteschema bleibt gleich, ein Leben lang

THIEL, Christian (2016): Schema F.
Warum suchen wir uns immer wieder die gleichen Partner? Für den Singleberater Christian Thiel ist die Antwort eindeutig. Das Muster wird sehr früh angelegt,
in:
Welt am Sonntag v. 17.01.

 
       
   

Pick-up-Artists in der Debatte

SCHUBERT, Franziska (2016): Pick-Up-Artist verklagt den Asta.
Oberlandesgericht untersagt dem Frankfurter Studierendenausschuss, über einen Studenten zu berichten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 16.01.

 
       
   

Die Pflege in Deutschland in der Debatte

HAMPEL, Lea (2016): Doppelter Einsatz.
Immer mehr Arbeitnehmer pflegen Angehörige. Darauf stellen sich auch die Unternehmen zunehmend ein. Dabei war die Pflege hier lange Zeit ein Tabuthema. Mitarbeiter haben Angst, als Problemfall zu gelten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.01.

 
       
   

Gender in der Debatte

VAHABZADEH, Susan (2016): Die Strohfrauen.
Feminismus wird in der öffentlichen Debatte gerade instrumentalisiert - eine Methode mit langer Tradition,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.01.

Susan VAHABZADEH beschreibt angesichts der wachsenden Schar von Antifeministen, die nach den Kölner Vorfällen plötzlich zu Frauenrechtler werden, die Geschichte des Feminismus als Geschichte der Instrumentalisierung.

"Wer nicht heiratet oder wenigstens zu einem Familienverband gehörte, hatte die Wahl zwischen Dienstmagd werden und sich prostituieren",

meint Susan VAHABZADEH zu unverheirateten Frauen im Zeitalter der Industrialisierung. Nur wenn man Nonnen, Ordensfrauen bzw. Beginen als Dienstmägde bezeichnen möchte stimmt dies.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

HÄGLER, Max (2016): Türschlusspanik.
Die Zinsen sind niedrig, die Mieten steigen: Wer jetzt noch keine Immobilie hat, steht gewaltig unter Druck. Über ein Land im Kaufrausch,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.01.

"Es war eine anarchische Form des Wohnens und eine angenehme für junge Großstadtmenschen: Berlin, Rigaer Straße, auf Höhe des »Fischladens«. Das bunt bemalte Haus war noch besetzt, irgendwie, damals in diesem heißen Sommer des Jahres 2000.
(...).
Eineinhalb Jahrzehnte später ist die Rigaer Straße weitgehend saniert, und die Polizei patrouilliert massiv. Das Viertel ist nicht mehr nur Quartier von Subkulturmenschen und Ostberlinern, sondern vor allem von Hipstern; es gibt Warmwasser ohne Unterbrechnung, dafür sind die Mieten um den Faktor zwei bis drei gestiegen.
Dort wie überall in den Großstädten stellt sich mittlerweile diesselbe Frage: Können wir es uns künftig noch leisten, in der Stadt zu bleiben?",

beginnt Max HÄGLER seinen Artikel, der außer Acht lässt, dass es neben boomenden Großstädten auch schrumpfende Großstädte gibt und dass selbst innerhalb der zunehmend segregierten Großstädte große Unterschiede bei den Mieten bestehen. HÄGLER schreibt also für Besserverdienende, die in Szenevierteln leben wollen, aber nicht über Großstädte in Deutschland, die mehr als 100.000 Einwohner haben. Mit Großstädten, sind hier jene boomenden Dienstleistungsmetropolen mit mehr als 500.000 Einwohner gemeint:

"Ängstliche Töne sind überall in München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und mittlerweile auch im einst leerstandsgeplagten Berlin zu hören, gerade bei den über 30-Jährigen. Denjenigen also, die gern in der Stadt leben und das auch künftig so halten wollen. Sie beschwören den Soziologenbegriff »Verdrängung« schon fast obsessiv - und wollen nun dagegenhalten. Sie wollen sich reinkaufen."

Ausgerechnet auf den Neon-Artikel Wo ist Zuhause? bezieht sich HÄGLER bei seinem Artikel über die Sehnsucht nach dem Eigenheim. Dort wird z.B. über einen 33-Jährigen berichtet, der seine Kölner Altbauwohnung aufgab, um fortan im Bus zu leben! Aber welcher SZ-Leser liest schon Neon? Beispielhaft beschreibt HÄGLER ein kinderloses Paar, das eine 110 Quadratmeter große Wohnung sucht.

HÄGLER plädiert für mehr Mieter statt Wohnungseigentümer. Grund dafür ist u.a. die drohende Zinswende, die die Belastung für Eigentumswohnungen in die Höhe treiben könnte.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

DÖRRIES, Bernd & Kristiana LUDWIG (2016): Gesetz der Straße.
Sie sind wenige, doch aggressiv und ohne jeden Respekt vor der Polizei: Junge Männer aus Nordafrika machen in NRW ganze Stadtviertel unsicher. Zu Besuch in Düsseldorf-Oberbilk und Duisburg-Marxloh,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.01.

Segregation nennen Stadtsoziologen das Phänomen der Homogenisierung von städtischen Quartieren, deren Spannbreite in Düsseldorf vom Magrhreb-Viertel in Oberbilk bis zum Andreas-Quartier reicht.

Wer von DÖRRIES & LUDWIG eine Reportage über das Maghreb-Viertel in Düsseldorf-Oberbilk oder über Duisburg-Marxloh erwartet, der wird enttäuscht. Die Stadtteile werden genannt, weil sie überregional aus den Schlagzeilen bekannt sind, und in NRW offenbar der Landtagswahlkampf bereits seine Schatten voraus wirft. Während Linke unter "No-go-Areas"  die von Rechten beherrschten Stadtgebiete bezeichnen, wird der Begriff in diesem Artikel auf Stadtgebiete mit hohem Ausländeranteil angewandt.  

 
       
   

Gunnar Heinsohn in der Debatte

HEINSOHN, Gunnar (2016): Willkommensunkultur.
War die Kölner Silvesternacht erst der Anfang? Ein Diskussionsbeitrag,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 16.01.

"Das wird auch kaum besser, wenn bei einem Kriegsindex zwischen 3 und 6 (Verhältnis von 15- bis 19-Jährigen zu 55- bis 59-Jährigen – auf einen Alten folgen also 3 bis 6 Jugendliche) in vielen muslimischen Staaten überdies 3000 bis 6000 Jugendliche um die Stellen von 1000 Alten kämpfen. Die Aggressivität steigert sich weiter. Bei Einsicht in die Aussichtslosigkeit der eigenen Lage angesichts der grossen Konkurrenz greifen viele zum Mittel des Kampfes, wobei es von der Kriminalität bis hin zu militärischen Aktionen eine ganze Palette von Optionen gibt",

erklärt uns der vom Linkspopulismus zum Rechtspopulismus gewechselte Soziologe Gunnar HEINSOHN den kommenden Generationenkrieg nicht etwa wie im altbackenen ZDF-Film 2030 - Aufstand der Alten aus dem Jahr 2007, der angesichts der neuen youth bulge-Szenarien à la HEINSOHN wie das Paradies auf Erden wirkt, wenn die außereuropäischen Unterschicht-Horden über Deutschland herfallen.

Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerungsprognosen der letzten Jahre in immer schnelleren Abständen veralten, stellt sich die Frage, was bleibt davon in 5, 10 oder 15 Jahren noch übrig?   

 
       
   
HANDELSBLATT-Titelgeschichte: Willkommen in der Wirklichkeit.
Was in der Flüchtlingspolitik jetzt geschehen muss

TUMA, Thomas (2016): Der Wendepunkt.
Wie die Kanzlerin dacht auch unser Autor bei der Flüchtlingskrise vor einem halben Jahr noch: Wir schaffen das! Seither ist viel passiert. Zu viel. Irgendwann hat er den Glauben verloren. Die Beschreibung einer ganz persönlichen Wende,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

Babyboomer Thomas TUMA, Jahrgang 1964, fertigte bereits als Spiegel-Angestellter gerne Porträts, nun also ein subjektives Deutschland-Porträt. Dass TUMA lediglich den nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG zitiert, der gerne jede deutsche Frau zum Gebären verpflichten würde und Migration für die unnatürlichste Sache der Welt hält (unter die natürliche Bevölkerungsbewegung fallen in dieser nationalkonservativen Sicht nur Geburten und Sterbefälle, aber nicht das Überschreiten von Staatsgrenzen!), zeigt bereits wohin die Reise führt.

Bereits die Wochenend-Titelgeschichte Ende Oktober hatte Schlagseite ins Negative.

Wer jedoch bereits der Willkommenseuphorie der deutschen Mainstreammedien nichts abgewinnen konnte, der braucht nun auch nicht so schwarz zu sehen wie Nationalkonservative oder das Wort Willkommenskultur zu verunglimpfen! Uns braucht man auch nicht in der Wirklichkeit willkommen heißen...   

SPECHT, Frank u.a. (2016): Rezept gegen die Krise.
Der 10-Punkte-Plan: Eine Million Flüchtlinge sind 2015 nach Deutschland gekommen - und niemand weiß, wie viele es 2016 werden. Wir brauchen einen neuen Umgang mit den Zuwanderern: pragmatischer, entschlossener, und manchmal auch härter. Welche Entscheidungen jetzt fallen müssen,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

GILLMANN, Barbara (2016): 1. Bildung.
Schnell mehr Lehrer,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

SPECHT, Frank (2016): 2. Arbeitsmarkt.
Jobs statt Verbote,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

SPECHT, Frank (2016): 3. Asyl.
Ausreiseprämie,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

SPECHT, Frank (2016): 4. Polizei.
Neue Stellen,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

LUDWIG, Thomas (2016): 5. Europa.
Chaos bekämpfen,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

HERGERT, Stefan (2016): 6. Wohnungsmarkt.
Mehr Bauen,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

"In ganz Sachsen hat etwa jede zehnte Wohnung keinen Bewohner. In Hamburg hingegen stehen weniger als zwei Prozent der Wohnungen leer. Gleichzeitig errechneten Forscher des Pestel Instistuts für Systemforschung in Hannover, dass in Deutschland zwischen 2009 und 2015 etwa 770.000 Wohnungen zu wenig gebaut wurden - aber eben vor allem in den boomenden Regionen",

beschreibt Stefan HERGERT die Lage auf dem Wohnungsmarkt, oder kurz: Einerseits Wohnungsnot in den Großstädten und Ballungsräumen, andererseits Leerstand in ländlichen Räumen - insbesondere in Ostdeutschland.

Die Lösung sieht HERGERT jedoch nicht in einer Verteilung der Flüchtlinge auf Gebiete mit hohem Leerstand, sondern im verstärkten Neubau von Wohnungen, dort wo die Menschen wohnen wollen. Bei der Anzahl der benötigten Wohnungen beruft sich HERGERT auf Berechnungen des IW Köln und des Pestel Instituts. Mit einer Senkung der Standards und höhere Abschreibungen soll das Bauen billiger werden.

"Gleichzeitig könnten Kommunen, die unter Bevölkerungsschwund leiden, natürlich versuchen, Flüchtlingsfamilien anzulocken. Etwa mit Mietzuschüssen oder der Erstattung von Fahrkosten zu einem weiter entfernt liegenden Arbeitsplatz",

meint HERGERT. Eine solche Politik würde die Situation in Deutschland verschärfen, wenn nicht Bund und Länder strukturschwache Kommunen stärker als bisher unterstützen. Im Zeichen der Demografiepolitik wurde bislang dieses Problem dem demografischen Wandel zugeschrieben, aber Abwärtsspiralen sind in erster Linie Ausdruck der Strukturschwäche und nicht des demografischen Wandels.

Wie absurd diese Sichtweise ist, zeigt sich bereits daran, dass Deutschlands Bevölkerung zwar in den letzten Jahren gewachsen ist, die regionalen bzw. kommunalen Unterschiede jedoch weiter angewachsen sind. Als Deutschlands Bevölkerung schrumpfte konnte man das bequem dem demografischen Wandel statt einer verfehlten Wirtschaftspolitik anzulasten. Jetzt rächt sich diese bequeme Haltung einer Demografisierung gesellschaftlicher Probleme.    

RIECKE, Torsten (2016): 7. Integration.
Strenge Vorgaben,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

SPECHT, Frank (2016): 8. Abschiebung.
Mehr Tempo,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

BERSCHENS, Ruth (2016): 9. Syrien-Anrainer.
Geld hilft,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

MÜNCHRATH, Jens (2016): 10. Einwanderung.
Neues Gesetz,
in:
Handelsblatt v. 15.01.

 
       
   

Segregation in der Debatte

WEIßENBORN, Christine (2016): Unter uns.
Reichtum: Weltweit gibt es immer mehr Wohnquartiere, die abgeschirmte Exklusivität bieten. Was macht diese Entwicklung mit der Stadt und ihren Bewohnern?
in:
Wirtschaftswoche Nr.3 v. 15.01.

Unter anderem am Beispiel des Düsseldorfer Andreas-Quartier, das an die Ratinger Straße angrenzt, beschreibt Christine WEIßENBORN den Rückzug der Reichen als weltweiten Trend. Manche sprechen von "Gated Communitys", andere von "abgeschirmtem Wohnen".

 
       
   

Thomas Steinfeld in der Debatte

STEINFELD, Thomas (2016): Von Kindern und Männern.
Den neuen nationalkonservativen Bewegungen fehlten ein paar Intellektuelle als Wortführer. Das ändert sich: Rüdiger Safranski, Reinhard Jirgl und ihre Liebe zum deutschen Volk,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.01.

Wer andere Menschen für infantil erklärt, will nicht argumentieren, kritisiert der Imagedesigner Thomas STEINFELD angesichts der Tatsache, dass der Schriftsteller und Büchner-Preisträger Reinhard JIRGL sich in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Tumult zum Wortführer nationalkonservativer Bewegungen aufgeschwungen hat.

Bevor dies möglich wurde, war die "Infantilisierung" ein gebräuchlicher Begriff der Mitte-Journalisten - genau in dem Sinne, den jetzt STEINFELD kritisiert. Journalisten wollen nämlich selten argumentieren, sondern ihre Gegner niederschreiben. Wenn jetzt also die Deutungshoheit dorthin wandert, wo man sich Anfang des Jahrtausends selber hinbewegte, dann sollte man sich beim Erfolg des Rechtspopulismus fragen, was man selber dazu beigetragen hat. Aber Selbstkritik war noch nie die Stärke von Mitte-Journalisten.

Wenn jetzt plötzlich in den Mitte-Zeitungen nationalkonservative Bewegungen beschworen werden. Wo bitte war man da, als man den nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG und sein Pamphlet über die demographische Zeitenwende hofierte? Warum hatte man Anfang des Jahrtausends eine Panikstimmung entfacht und Singles zu Sündenböcken stilisiert, statt bereits in den 1990er Jahren eine Familienpolitik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, z.B. durch einen Ausbau der Kinderbetreuung zu forcieren? Stattdessen hat man seit 2004 das unsoziale Elterngeld in den Mittelpunkt einer angeblich nachhaltigen Familienpolitik gerückt. Die nachhaltige Familienpolitik sollte die Geburtenrate bis 2015 auf 1,7 Kinder pro Frau (TFS) ansteigen lassen, was als realistisches Ziel angepriesen wurde. Als dies sich im Jahr 2009 als aussichtslos erwies, lies man dieses Ziel einfach fallen und schob die "Erfolge" bei der Väterbeteiligung in den Vordergrund.

Hätte man mit weniger Panik nicht viel mehr erreichen können? Vor allem: Müsste man nicht jetzt mehr oder weniger hilflos zusehen wie der einstmals hilfreiche Nationalkonservatismus in Deutschland den Mitte-Eliten entgleitet? Wer die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme betreibt, der darf sich nicht wundern, wenn sich diese Politik verselbständigt.    

 
       
   

Der WSI-Report Alterssicherung in Deutschland und Österreich: Vom Nachbarn lernen? in den Medien

ÖCHSNER, Thomas (2016): Rentenparadies Österreich.
Deutsche Altersversorgung viel schlechter als im Nachbarland,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.01.

 
       
   

Das Rentenvorbild Österreich in der Debatte

HANS-BÖCKLER-STIFTUNG (2016): Rente: Deutsche oft deutlich schlechter abgesichert als Österreicher.
Neue Studie untersucht Reformen in Nachbarländern,
in:
Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung v. 14.01.

Pressemitteilung zum WSI-Report Alterssicherung in Deutschland und Österreich: Vom Nachbarn lernen? von Florian BLANK u.a.

 
       
   

Die neuen Väter in der Debatte

GAREI, Luce (2016): Mein geheimer Vater.
Dossier: Unsere Autorin wächst mit dem Gefühl auf, sich selbst fremd zu sein. Bis die Mutter ihr ein Geständnis macht. Eine Geschichte über die Lüge, die eine Familie seit Jahrzehnten im Griff hat - und über den Versuch einer Tochter, sich zu befreien,
in:
Die ZEIT Nr.3 v. 14.01.

 
       
   

Der Wandel der Modewörter in der Debatte

JÄGER, Michael (2016): Menschen und Gutmenschen.
Unwort des Jahres Die Jury hat sich für einen Begriff entschieden, der häufig mit Naivität und Weltfremdheit assoziiert wird. Er spiegelt Konflikte, die gerade heftig ausgetragen werden,
in:
Freitag Nr.2 v. 14.01.

Der Merkur, die Zeitschrift für Europäisches Denken, beansprucht die Erfindung des Begriffs "Gutmensch" im Januar 1992. Michael JÄGER schreibt dazu:

"Die Älteren erinnern sich, dass es auch schon bei der Rechtswende der Grünen seit 1990 eine Rolle spielte: Menschen, die sich der nicht anschlossen, wurde gern »Betroffenheitsjargon und Gesinnungskitsch« vorgeworfen."

Der Begriff "Gutmensch" ist also seit seiner Erfindung Ausdruck dafür, dass es einen Rechtsruck in der Gesellschaft gegeben hat. Dass er nun erst zum Unwort stilisiert wird, drückt die Tatsache aus, dass die Mitte-Elite die Definitionsmacht über ihre Eigenkreation verloren hat. Im Kern geht es um die Frage nach der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme. Obwohl sich Mitte-Elite und Rechte in einer Politik der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme größtenteils einig sind, unterscheidet sie die Art der Begründung einer Politik gegen die so genannte Unterschicht. Beispielhaft für den Rechtsruck steht die Einführung des Elterngeldes in Deutschland. Damit stand nicht mehr die soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt der Politik, sondern die Förderung von Geburten der Besserverdienenden. In den skandinavischen Ländern, in denen das Elterngeld früher als in Deutschland eingeführt wurde, fand der Rechtsrutsch im Parteiensystem auch früher statt als jetzt in Deutschland.   

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

DESTATIS (2016): Jedes 27. Neugeborene war im Jahr 2014 ein Mehrlingskind.
Zahl der Woche,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts  v. 12.01.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

SOEFFNER, Hans-Georg (2016): Vergesst Eure Leitkultur!
Propheten rechts und links: Eine offene Gesellschaft kann gar keine Mitte haben und braucht deswegen auch keine nationale Gesinnungslehre. Aber was dann?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in Russland

HARTWICH, Inna (2016): Putin und die Pflicht zur traditionellen Familie.
Warum gilt eine Frau in Russland immer noch als Schuldige, wenn der Mann sie vergewaltigt? Warum steht häusliche Gewalt nicht unter Strafe? - Über die historischen Gründe der Frauendiskriminierung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.01.

 
       
   

Gert G. Wagner in der Debatte

WAGNER, Gert G. (2016): Was gegen Armut im Alter hilft.
Gastbeitrag: Die zunehmende Alterung ist nicht das Hauptproblem bei der Rente. Es geht um flexible Altersgrenzen und Armutsfestigkeit,
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.01.

 
       
   

Die rentenpolitische Lösung der Altersarmut in der Debatte

HIRSCHEL, Dierk (2016): Rückkehr der Altersarmut.
Private Vorsorge schließt die Rentenlücke nicht,
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.01.

 
       
   

Das Online-Dating in der Debatte

WIENAND, Lars (2016): Parship, die Singles und der 11-Minuten-Irrglaube.
Werbeversprechen,
in:
WAZ Online v. 08.01.

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

ADAM, Elena (2016): Am Geld soll es nicht scheitern.
Behandlungszuschuss nun auch für unverheiratete Paare,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.01.

 
       
   

Die Hartz IV-Reformen in der Debatte

PREUSS, Roland (2016): Mehr Migranten beziehen Hartz IV.
Vor allem unter Rumänen und Bulgaren sind viele Aufstocker,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.01.

PREUSS, Roland (2016): Am Existenzminimum.
Einwanderung: Deutschland muss EU-Bürger Sozialleistungen beschränken,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in Griechenland

ROSER, Thomas (2016): Arme Mütter, verkaufte Kinder.
Geburten: In Griechenland floriert der Adoptionshandel mit Roma-Babys aus Bulgarien,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 08.01.

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

BMFSFJ (2016): Unterstützung bei Kinderwunschbehandlungen auch für unverheiratete Paare,
in:
Pressemitteilung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  v. 07.01.

Noch vor 10 Jahren galt die gewollte Kinderlosigkeit als Hauptproblem der niedrigen deutschen Geburtenrate, inzwischen gibt es eine Verschiebung der Debatte hin zur ungewollten Kinderlosigkeit bzw. zur Berücksichtigung  kinderreicher Familien. In der Pressemitteilung heißt es nun:

"Immer mehr Paare leben heute auch ohne Trauschein glücklich zusammen. Eine moderne Familienpolitik muss sich deshalb nach den gesellschaftlichen Veränderungen ausrichten. Die im Zusammenhang mit der Bundesinitiative zur besseren Unterstützung ungewollt kinderloser Paare durchgeführte sozialwissenschaftliche Milieuuntersuchung hat bestätigt, dass zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz auch unverheiratete Paare von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen sind: Der Anteil ist hier sogar doppelt so hoch (38 Prozent) wie der Anteil bei den Verheirateten mit unerfülltem Kinderwunsch (19 Prozent)."

Hier wird eine Sichtweise suggeriert, die ungewollte Kinderlosigkeit einzig und allein mit biologisch-medizinischer Kinderlosigkeit im Sinne von Unfruchtbarkeit gleichsetzt (denn in dieser Pressemeldung ist ausschließlich die Förderung künstlicher Befruchtung gemeint). Dies zeigt zum einen die Definitionsmacht der Reproduktionsmedizin und zum anderen die Ignoranz gegenüber anderen, sozial bedingten Formen ungewollter Kinderlosigkeit, z.B. aufgrund von Partnerlosigkeit oder fehlendem Kinderwunsches eines Partners. Was das Bundesfamilienministerium aus der Studie zu ungewollter Kinderlosigkeit verschweigt:

"Die Partnersituation ist ein zentraler Faktor für jene mit aktuellem Wunsch nach einem Kind. 58 % leben in fester Partnerschaft: 38 % sind unverheiratet, 19 % sind verheiratet, 1 % lebt in eingetragener Lebenspartnerschaft – und möchte ein Kind (bisher erfolglos); das heißt, 39 % der ungewollt Kinderlosen sind ledig ohne feste Partnerin bzw. festen Partner." (2015, S.11)

Bezeichnenderweise befinden sich die vom Bundesfamilienministerium selektiv zitierten Daten zum Familienstand und ungewollter Kinderlosigkeit gerade nicht in der Broschüre für Reproduktionsmediziner, sondern für Politiker!

Im Gegensatz zur derzeitigen Begriffspolitik, die sich selbst noch in der 2. Auflage des sozialwissenschaftlichen Sammelbandes Ein Leben ohne Kinder aus dem Jahr 2013 befindet, verengt der Studienautor Carsten WIPPERMANN den Begriff der ungewollten Kinderlosigkeit nicht auf biologisch-medizinische Gründe, die nun in der Pressemeldung missverständlicherweise im Mittelpunkt stehen (mehr hier). Es wird in einer anderen Broschüre des Autors im Auftrag des Bundesfamilienministeriums sogar diese Praxis ausdrücklich kritisiert:

"Die Bezeichnung »Ungewollte Kinderlosigkeit« und die bedeutungsähnliche Variation »Unerfüllter Kinderwunsch« werden meist verwendet als Ergebnis des erfolglosen Versuchs, ein (eigenes) Kind zu bekommen, und sind eng assoziiert mit dem Befund oder der Vermutung der Infertilität.
Dabei wird explizit oder implizit vorausgesetzt, dass ungewollt Kinderlose in einer Partnerschaft leben und das Paar seit einem Jahr (und länger) aktiv und erfolglos versucht, auf natürlichem Wege oder durch Unterstützung einer Kinderwunschbehandlung ein Kind zu bekommen. Kerngedanke ist, dass für Personen mit unerfülltem Kinderwunsch eine Partnerschaft die Voraussetzung ist für einen realistischen Kinderwunsch oder sich mit der eigenen Infertilität oder der des Partners/der Partnerin auseinanderzusetzen. Die Voraussetzung der stabilen Partnerschaft ist zugleich eine normative (teilweise auch moralische) Vorstellung von Familie.
Doch damit werden jene ohne aktuellen Partner per Definition ausgeschlossen und ihr Kinderwunsch wird nicht als gleichwertig anerkannt.
" (2014, S.9)

Nicht minder schuldig als die Reproduktionsmedizin ist hier also die Sozial- bzw. Bevölkerungspolitik sowie ihre Handlanger in der Wissenschaft, die mit ihren Ausgrenzungsversuchen gegenüber Kinderlosen mehr Schaden angerichtet haben als dass sie zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft (die es im übrigen nie gab!) beizutragen. Dass lange Zeit in Deutschland Mütter nicht bereuen durften, Mütter geworden zu sein, und dieses Thema nun erst mit Macht in die Öffentlichkeit drängt, zeigt dass in Deutschland vieles im Argen liegt.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

THEILE, Charlotte (2016): Ein Tag Elternzeit.
Junge Väter haben in der Schweiz keinen Anspruch auf einen längeren Erziehungsurlaub. Das hat negative Auswirkungen auf die Frauen: In 30 Prozent der Haushalte haben Mütter gar keinen Erwerbsjob,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 05.01.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

CONRAD, Sebastian (2016): Die Welt von gestern.
Im 19. Jahrhundert ließ die Industrialisierung der Verkehrsmittel die Migration erstmals zu einem Massenphänomen werden. In jener Epoche nahm auch das moderne Migrationsregime seinen Anfang,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

KAISER, Tobias (2016): Wie Japan seine Zukunft verspielt.
Die Bevölkerung des Inselstaats altert dramatisch. Arbeitskräfte fehlen. Die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft schafft es nicht mal, ausreichend Butter in die Kühlregale zu bringen,
in:
Welt v. 04.01.

 
       
   

Der Wandel der Modewörter in der Debatte

FAZ (2016): Unsere Unworte des Jahres.
Jeder frühkindlich gebildete Mensch ist kompetent ins Sachen Work-Life-Balance, Zeitmanagement und kann den disruptiven Wandel buchstabieren. Manche Worte machen erstaunliche Karrieren und sind zum Klischee verdampft. Worte, die wir im neuen Jahr nicht mehr lesen wollen. Wir achten darauf. Wir schaffen das. Ganz proaktiv. Aber nicht allein,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.01.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

LUDWIG, Jan (2016): Der kurze Weg nach Westen.
Einwanderer aus Polen lassen ganze Dörfer in Brandenburg wiederaufblühen. Doch in ihrem Heimatland werden sie oft schmerzlich vermisst,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in China

ANKENBRAND, Hendrik (2016): Schaut auf diese Stadt.
Schanghai ist arrogant und egoistisch. Aber nirgendwo sonst auf der Welt hat der Fortschritt so viel Kraft wie in Chinas Wirtschaftsmetropole. Eine Liebeserklärung,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.01.

 
       
   

Die digitale Bohème in der Debatte

DÜCKERS, Tanja (2016): Kreativ, frei - und arm.
Wie sich die "Digitale Bohème" durch's Leben klickt,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte,
Januar/Februar

Tanja DÜCKERS setzt sich kritisch mit dem Buch Wir nennen es Arbeit von Holm FRIEBE & Sascha LOBO auseinander, das im Jahr 2006 eine schönfärberische Sicht auf die Kreativwirtschaft geworfen hat:

"Ein Buch, über dessen Optimismus man sich wundern konnte. Vor allem spiegelte er die Aufbruchstimmung der Nullerjahre und die Hoffnungen auf die positiven Veränderungen, die das Internet für Kreative bedeuten würde, wider. Ihm vorausgegangen war eine Reihe anderer Publikationen, in denen dem Internet eine heilsbringende Wirkung zugeschrieben wurde. Jeremy Rifkin beschwor Das Ende der Arbeit herauf, David Brooks sah nur noch überall Die Bobos und den Lebensstil der neuen Elite am Werk."

Dagegen sieht DÜCKERS nun Ausbeutung und Selbstausbeutung bei den Freiberuflern Hand in Hand gehen. Freundschaft wird nicht wie in der Debatte um Wahlfamilien als familienadäquates soziales Netz diskutiert, das den Abbau des Sozialstaats ersetzen soll, sondern als Konkurrenz:

"Ein Scheitern führt nicht selten zu einem Verlust nicht nur des Arbeitsfeldes, sondern auch des Freundeskreises und der Intimbeziehungen. Das Private als räumliche und zeitliche Ausruhzone ist weitgehend eliminiert worden. Aus der (...) gefeierten Symbiose von Arbeit und Freizeit wird oft einfach nur Arbeit in den eigenen vier Wänden bis nach Mitternacht."

Wer die Debatten der 1980er Jahren um die Alternativbewegung und Das Ende der Alternativen noch kannte, der wäre auf solche Illusionen einer Aufhebung der Trennung von Arbeit und Leben gar nicht erst hereingefallen.

 
       
   

Franz-Xaver Kaufmann in der Debatte

KAUFMANN, Franz-Xaver (2016): Sozialstaat im gesellschaftlichen und politischen Wandel,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte,
Januar/Februar

 
       
   
GEOGRAPHISCHE RUNDSCHAU-Thema: Arbeitsmarkt und demographischer Wandel

FUCHS, Martina (2016): Arbeitsmarkt und demographischer Wandel.
Steigende Lebenserwartung, Sicherung der Renten und internationale Zuwanderung gelten als zentrale Fragen zukünftiger Entwicklung in Deutschland. Wie sich dieser Wandel auf den Arbeitsmarkt auswirkt, wird im wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs kontrovers diskutiert. Dieser Beitrag begreift den Wandel als Teil sich verändernder sozio-kultureller, wirtschaftlicher und politischer Arrangements der Organisation menschlicher Arbeit,
in: Geographische Rundschau,
Januar

BRUSSIG, Martin (2016): Regionale Unterschiede im Rentenzugang.
Ausmaß und Ursachen,
in: Geographische Rundschau,
Januar

BARTELS, Dania & Boris BRAUN (2016):Familienfreundlichkeit als Standortfaktor.
Herausforderung für Kommunen und Unternehmen,
in: Geographische Rundschau,
Januar

HÖHMANN, Marc & Nina Kristin SIEBERNS (2016): Qualifizieren, integrieren und attraktiv sein.
Der demographische Wandel als Herausforderung für die kommunale Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitik,
in: Geographische Rundschau,
Januar

KLEIN, Oliver & Christine TAMÁSY (2016): Fachkräftesicherung in der niedersächsischen Agrar- und Ernährungswirtschaft,
in: Geographische Rundschau,
Januar

REUM, Nicolas (2016): Demographie und Qualifikation als Herausforderungen der Fachkräftesicherung.
Das Beispiel Elektroindustrie in Deutschland, Polen und den Niederlanden,
in: Geographische Rundschau,
Januar

 
       
   

Die Geschichte der Popmusik in der Debatte

SCHUMACHER, Eckhard (2016): Der Sound und die Stadt.
Popkolumne,
in: Merkur Nr.800,
Januar

 
       
   

Heimat und Heimatlosigkeit in der Debatte

SARREITER, Benedikt (2016): Wo ist Zuhause?
Heimat ist in unserer mobilen Welt zu einem diffusen Gefühl geworden. Doch wir brauchen so einen Ort zum Glücklichwerden,
in: Neon,
Januar

 
       
   

Kontaktanzeigen in der Debatte

BUCHHOLZ, Jenny (2016): "Trost suche ich bei Kuscheltieren".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon,
Januar

 
       
   

Die Gefühlskultur in der Debatte

KLUY, Alexander (2016): Der Angst begegnen.
Drei Bücher kartieren die Gefühlslandschaft Angst - der Evergreen der Emotionen ist vielleicht aktueller und drängender denn je,
in: Psychologie Heute,
Januar

Vor 15 Jahren erschien von Heinz BUDE das Büchlein Generation Berlin im Merve-Verlag. Es war eine Art Anleitung für den Generationenkrieg, der die Agenda 2010 begleitete. Darin beschreibt der Soziologe wie der Definierer zum Prototyp aufsteigt und dadurch die Gesellschaft von der Arbeitnehmergesellschaft der Bonner Republik zur Berliner Republik einer Gesellschaft der unternehmerischen Einzelnen umgebaut wird. Angst ist dadurch zum Motor dieses neuen Deutschland geworden. Wenn von BUDE nun das Buch Gesellschaft der Angst erschienen ist, dann ist das auch als Zwischenbilanz dieses Umbaus zu lesen, an dem der Soziologe als Stichwortgeber nicht unbeteiligt war.

"Der Optionsraum der neuen Bundesrepublik kann vergangenheitspolitisch nicht mehr bewältigt werden, sondern muß zukunftspolitisch gestaltet werden",

forderte BUDE im Jahr 2001. Bevölkerungsvorausberechnungen können als prototypisch für die zukunftspolitische Gestaltung à la Berliner Republik angesehen werden, denn wo nichts mehr sicher ist, da erscheint die Demografie als letzter Felsen in der Brandung.      

 
       
   

Ein kurzer Jahresrückblick 2015 zu Sylvester

Die Mitte-Medien halten 2015 für ein schlechtes Jahr. Möglicherweise wird man jedoch in 10 Jahren dieses Jahr für ein gutes Jahr halten. Die Bevölkerung wächst, gegen jegliche Prognose. Die 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung von 2009 wurde im April durch die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung ersetzt, die nicht nur aufgrund der Zuwanderung, sondern auch aufgrund des Geburtenanstiegs bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt von der Realität überholt worden ist.

Jahrelang sah das Institut für Bevölkerungsforschung das Problem der stagnierenden Geburtenrate einzig und allein in der zu hohen Kinderlosigkeit in Deutschland, inzwischen gilt auch der Rückgang des Kinderreichtums als wichtiger Faktor. Diese Ignoranz wurde auf dieser Webseite bereits seit langem bemängelt.

Eine 65-Jährige erwartete Vierlinge und fast die ganze Medienrepublik verteufelte dies. Nichtsdestotrotz waren die Medien eifrig zur Stelle, als ein Wirtschaftsinstitut die Geburtenzahlen so schlecht rechnete, dass Deutschland weltweit auf dem letzten Platz stand. Man hatte einfach auch die 50-Jährigen und Älteren mitgezählt. Aus dieser Sicht hätte die 65-jährige Mutter als Heldin verehrt werden müssen.

Fast eineinhalb Jahrzehnte nachdem auf single-dasein.de und single-generation.de über das Phänomen der Family-Gentrifier geschrieben wurde, schafft es das Phänomen unter dem Begriff "Family-Gentrification" in die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Frankreich gilt vielen Deutschen als Geburtenparadies, während die französischen Intellektuellen ihre Nation in den letzten Jahren im Niedergang sahen. Erstmalig ist nun auch die Geburtenzahl in Frankreich zurückgegangen.

Vergleicht man die Rentenversicherungsberichte der vergangenen 15 Jahre mit dem aktuellen Rentenversicherungsbericht 2015, dann lag der prognostizierte Beitragssatz in den letzten Jahren meist über dem tatsächlichen Beitragssatz. Die 2014 beschlossene kostenintensive Mütterrente, die nicht aus Steuern finanziert wird, sondern allein von den Beitragszahlern getragen werden muss, obwohl es sich bei der Kindererziehung um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt, könnte die Rentenfinanzierung in den nächsten Jahren mehr gefährden als der demografische Wandel.

 
       
 

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Zu den News vom 15. - 31. Dezember 2015
 

   
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