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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 15. Juli 2002

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(
Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)

 
       
       
     
       
   
  • Debatte um Katherina REICHE (CDU)

    • BÜSCHER, Wolfgang (2002): Katherinas Welt.
      Geburtsort: Luckenwalde. Familienstand: ledig, ein Kind. Beruf: Chemikerin und CDU-Bundestagsabgeordnete. Ein Besuch bei Katherina Reiche und ihrem geliebten, ironischen Großvater,
      in: Welt 15.07.

    • FACIUS, Gernot (2002): Ein Bekenntnis zur Ehe, aber kein Angriff auf Stoiber.
      Das "Wort zur Wahl" der Bischofskonferenz soll erst Ende August erscheinen. Schon jetzt schießen Spekulationen ins Kraut, und führende Kirchenvertreter positionieren sich,
      in: Welt 15.07.

    • LEERSCH, Hans-Jürgen (2002): Das "C" wird nicht gestrichen.
      Deutsche Milieus,
      in: Welt 15.07.

Interview mit dem CSU-Generalsekretär Thomas GOPPEL.
  • HEINEN, Guido (2002): Sich zum C bekennen.
    Die Union erweckt den fatalen Eindruck, als laufe sie in der Familienpolitik Rot-Grün hinterher. Das haben die Bischöfe offen ausgesprochen,
    in: Welt 15.07.

 
       
   
  • KOHLER, Georg (2002): Ist Autorität unmöglich geworden?
    Eine Aufforderung zum Nachdenken über die Differenzierung von E- und U-Kultur,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.

Georg KOHLERs Vorstellungen knüpfen nahtlos an die Überlegungen von Paul NOLTE (FAS vom 14.07.2002) zur Rückkehr der Klassengesellschaft an. KOHLER beschäftigt sich mit dem Aspekt "Konsum von Kulturgütern":

"der Affekt und Widerstand gegen die Verachtung des massenhaft Erfolgreichen ist heute so verbreitet, dass es nicht länger nötig ist, diese Geringschätzung zu kritisieren",

behauptet KOHLER und spricht stattdessen lieber von der "Diktatur der vielen". Angesichts der bildungsbürgerlichen Kanonbildung ist eher vom Gegenteil auszugehen. Es scheint auf alle Fälle Ewigkeiten her, dass Joachim LOTTMANN in Deutsche Einheit schrieb:

"Vielleicht hatte sich meine und Andy Warhols Botschaft durchgesetzt, alle sollten schreiben dürfen? Wirklich alle! So daß der Unterschied zwischen Schriftsteller und Mensch wegfiel und so weiter. Man mußte den kleinen, wackeren Krauchern Mut machen, indem man als eingeborener Schriftsteller, von Gott gesandt und geliebt wie sein einziger Sohn, leibhaftig vor die Leute trat und ganz, ganz schlecht schrieb, als könnte man es gar nicht besser. Es wäre die Erlösung ... wer wußte das besser als Joseph Beuys."

Und hinzufügen ließe sich: Punk ist inzwischen entweder rückwärtsgewandt oder nur noch Retro!

Ralf Dahrendorf - Die globale Klasse und der neue Autoritarismus
 
       
   
  • Debatte um Katherina REICHE (CDU)

    • SCHWILK, Heimo (2002): Katholische Bischöfe drohen Stoiber mit Hirtenbrief.
      Der Streit um die Berufung von Katherina Reiche ins Kompetenzteam des Unions-Kanzlerkandidaten spitzt sich zu. Die Bischofskonferenz will beraten. Meinungsforscher erwartet Unions-Verluste bei Stammwählern,
      in: Welt am Sonntag v. 14.07.

    • VOWINKEL, Heike (2002): Was kann eine Frau alles gleichzeitig?
      Die perfekte Mutter soll Familie und Karriere problemlos miteinander vereinbaren, so wie Stoibers Vorzeigefrau Katherina Reiche. Doch in der Realität ist das fast unmöglich,
      in: Welt am Sonntag v. 14.07.

 
       
   
  • Alleinerziehende in der Debatte

    • MÖNCH, Regina (2002): Alleinerziehung - ein Vorurteil.
      Kinder, die nur von einem Elternteil erzogen werden, haben es schulisch schwerer. Heißt es. Die Pisa-Studie, das Handorakel neuester Pädagogik, hat dafür keine Belege,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.07.

 
       
   
Zivilgesellschaft und der Umbau des Sozialstaats in der "Single-Gesellschaft"
 
       
   
Seit auch bei der altehrwürdigen Frankfurter Allgemeine Entlassungen anstehen, ist Arbeitslosigkeit plötzlich auch für die Eliten ein Thema:

"Nun hat die Wirtschaftskrise auch das Nervenzentrum der Gesellschaft erreicht, die etablierte Mittelschicht: Ehrwürdige Unternehmen (...) entlassen (...) Mitarbeiter (...).
            Besonders hart trifft es die Berufsanfänger, die - deutscher Betriebsratslogik entsprechend - am einfachsten zu kündigen sind. Viele von ihnen gelten als solche, die 'alles richtig gemacht' haben: studiert an ausländischen Eliteschulen, fließend bewandert in mehreren Fremdsprachen, leistungsbereit und oft auch noch begabt. Menschlich wiegt ihr Schicksal nicht schwerer als das eines entlassenen Bauarbeiters bei Holzmann oder eines gekündigten Paketausträgers bei der Deutschen Post. Politisch aber bedeutet der Betrug an den nachwachsenden Eliten eine neue Dimension.
            Wenn denjenigen, die dafür erzogen wurden, Verantwortung in diesem Land zu übernehmen, die Perspektive geraubt wird, ist mehr als der 'soziale Frieden' in Gefahr. Dann droht das Fundament des Gemeinwesens zu bröckeln: der Bestand an gemeinsamen Werten, der sich über alle Generationswechsel hinweg erhalten hat - allen voran das Vertrauen in die Qualität des politisch-wirtschaftlichen Systems."

Früher hieß es "geboren, um zu führen". Im FAZ-Neusprech heißt es nun unverfänglicher "dafür erzogen, Verantwortung zu übernehmen". Verantwortung übernehmen, das hieß in den letzten Jahren oftmals Beschäftigte wegzurationalisieren. Wenn aus Rationalisierern selber Wegrationalisierte werden, das hat u.a. Georg M. OSWALD in seinem Roman Alles was zählt, den Jochen BUCHSTEINER zitiert, beschrieben.

Als die New Economy noch ein Thema war, da nannte man die gut gebildeten Berufsanfänger Yuppies. Yuppies wurden unter dem Sammelbegriff "Single" bzw. "Yetties" als flexibel und arbeitswillig beschrieben. Heutzutage gelten Singles nicht mehr als "Helden der Arbeit", sondern als arbeitsunwillig, weshalb die HARTZ-Kommission Vorschläge macht, wie man diese immobilen Singles zu mehr Mobilität zwingt:

"Die Zumutbarkeit muss auch in Abhängigkeit vom Familienstatus des Arbeitslosen durchgesetzt werden (jungen, alleinstehenden Arbeitslosen kann mehr zugemutet werden als Familienvätern)."

 
       
   
  • Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

    • Das Rentensystem der Schweiz gilt Atomisierungstheoretikern wie z.B. Jürgen BORCHERT als vorbildlich. In der Schweiz zeigen sich gegenwärtig die Schwächen des Systems.

    • RUTISHAUSER, Arthur & Yves CARPY (2002): Renten in Schieflage.
      Steigt die Rentenanstalt aus, bringt sie das Vorsorge-System ins Wanken,
      in: SonntagsZeitung v. 14.07.

    • HERTIG, Dave & Roger MÜLLER (2002): Freier Wettbewerb und Transparenz.
      Wie die Vorsorge künftig sichergestellt werden kann: Die Forderungen der SonntagsZeitung,
      in: SonntagsZeitung v. 14.07.

 
       
   
  • MÜLLER, Felix E. (2002): Eine Generation kämpft gegen den materiellen Abstieg.
    Die Aussichten für die scheinbar verwöhnten 68er sind mässig,
    in: Neue Zürcher am Sonntag v. 14.07.

"Heute verfügt die Generation der über 80- jährigen Schweizerinnen und Schweizer beispielsweise über mehr Vermögen als die Altersklasse der 40 bis 49-jährigen", schreibt MÜLLER. Damit bezieht sich MÜLLER datenmäßig jedoch nicht auf die 68er-Generation, sondern auf die Single-Generation. Dies steht dann auch im Einklang mit den empirischen Ergebnissen der Berliner Altersforscher um Martin KOHLI. Für die Zukunft sieht MÜLLER einen Generationenkonflikt heraufziehen:

"die gegenwärtige Diskussion um die zweite Säule verrät keinerlei Anzeichen eines «Generationenkriegs». Einzig die SVP spielt mit den ihr nahestehenden Seniorenparteien, die mit dem Klischee der vom Schicksal benachteiligten Aktivdienstgeneration operieren, auf diesem Klavier. Die 68er entfalten wohl so lange kein kollektives Protestpotenzial, wie sie eine Chance sehen, wenigstens individuell den Aufstieg zu besseren Verhältnissen zu schaffen. Die neuste wirtschaftliche Abkühlung, die unverhältnismässig rasch der langen Stagnation des letzten Jahrzehntes gefolgt ist, könnte allerdings vielen endgültig die Augen dafür öffnen, dass die materiellen Zukunftserwartungen für den Rest ihres Lebens ausgesprochen limitiert sind."

 
       
   
  • SCHÄUBLE, Wolfgang (2002): Wir-Gesellschaft statt Ich AG,
    in: Tagesspiegel v. 14.07.

Das Wort zum Sonntag verkündet heute Wolfgang SCHÄUBLE: "Unsere Probleme begründen sich nicht zuerst in einem Mangel an materiellen Möglichkeiten. Keine Generation hat wohl jemals über größere verfügt. Und dennoch haben wir zum Beispiel weniger Kinder und größere Schwierigkeiten, sie zu erziehen. Und trotz hoher Sozialausgaben, die die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Haushalte wie der Steuer- und Beitragszahler zunehmend erschöpfen, nehmen Armut und Entwurzelung in Teilen der Gesellschaft zu. Deshalb muss menschlicher Egoismus eingebunden bleiben, in Regeln und in Verantwortung. Nur so kann aus Wohlstand auch soziale Gerechtigkeit werden und persönliche Zufriedenheit am Ende auch."
 
       
     
       
   
  • FACIUS, Gernot (2002): Kritik an Reiche auch aus den evangelischen Kirchen.
    Union weiche von langjährigen "Grundpositionen" ab. Ebenso kritisiert Justizministerin Däubler-Gmelin: "Zu wenig christlich geprägt",
    in: Welt v. 12.07.

 
       
     
       
   
  • KABISCH, Jörn (2002): Ostberlin gibt es nicht mehr.
    Verlust der Eindeutlichkeit. In ihrem Buch "Denn wir sind anders" mokiert sich Jana Simon leise über die West-Generation Golf,
    in: Freitag Nr.29 v. 12.07.

 
       
   
  • EICHENBERGER, Reiner (2002): Die Überalterung ist unser Glück.
    Die «Alten» bringen die Gesellschaft voran – wenn man sie nur liesse. Ein Plädoyer für ein Leben ohne verordneten Arbeitsschluss
    in: Weltwoche Nr.28 v. 12.07.

 
       
   
  • Debatte um Katherina REICHE (CDU)

    • ADAM, Konrad (2002): Was christlich ist, bestimmen wir.
      Die CDU ist eine Volkspartei wie jede andere, und weil das Volk, zumindest im Osten, nicht mehr christlich ist, will es die CDU dort auch nicht sein,
      in: Welt v. 11.07.

    • GIERTH, Matthias (2002): Familienpolitik.
      Auf das Leitbild kommt es an,
      in: Rheinischer Merkur Nr.28 v. 11.07.

 
       
   
  • Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

    • MÜLLER, Thomas & Albert STECK (2002): Übersicht verloren.
      Die tiefere Rentenverzinsung bringt Bundesrat und Versicherungen in Bedrängnis. Der Proteststurm ist gewaltig,
      in: Facts Nr.28 v. 11.07.

 
       
   
  • BILLERBECK, Liane von (2002): Stoibers Mädchen und Schröders Frau für Gedöns.
    Gegen Jugend- und Familienministerin Christine Bergmann (SPD) schickt die Union Katherina Reiche ins Rennen. Beide sind aus dem Osten - aber grundverschieden. Beginn einer ZEIT-Serie über Minister und ihre Herausforderer,
    in: Die ZEIT Nr.29 v. 11.07.

 
       
   
  • MAYER, Susanne (2002): Und wer macht sauber? Mutti? Des nachts?
    In Deutschland leben rund sechs Millionen Kinder weniger als vor 30 Jahren. Trotz aller Familienpolitik sieht die Lage so aus: Niedrige Geburtenraten, hohe Armutsquoten in den Familien und viele unerfüllte Wünsche nach Kindern. Warum nur?
    in: Die ZEIT Nr.29 v. 11.07.

 
       
     
       
   
  • DIEDERICHSEN, Diedrich (2002): Deconstructing Martin.
    Wo Unbewusstes war, soll Diskurs werden: Dekonstruktion und Diskursanalyse stoßen bei uns auf Widerstand. Dabei wären diese Verfahren bei der gegenwärtigen Walser-Debatte hilfreich. Im Kontext der aktuellen documenta offenbart sich allerdings auch die Gefahr einer Kulturalisierung von Politik
    in: TAZ v. 10.07.

Anlässlich der WALSER-Debatte beschäftigt sich der Poptheoretiker DIEDRICH DIEDERICHSEN mit der politischen Korrektheit in Deutschland. In der BOHRER-HABERMAS-Kontroverse um Tabus verteidigt er HABERMAS gegen BOHRER:

"Heutiges Spießertum wird (...) daran kenntlich, mit welcher Verve es auf erledigte politische Gegner eindrischt, dies als Tabubruch ausgibt und sich längst warm um den Konsens gruppiert hat, dass Eliten was Feines, die Familie heilig und Lernen endlich wieder anstrengend sein müsse. Sieht denn der Mann seit 15 Jahren keine Talkshows? Wer, wenn nicht der neuerdings als Bildungstheoretiker auffällige, nicht ganz unspießige Günther Jauch wäre eine Verkörperung zeitgenössischen deutschen Konsenses - der eben von diesem über Bohrer bis zu Harald Schmidt reicht."

Des weiteren übt DIEDERICHSEN Kritik an der "Kultur-Linken", die Nancy FRASER (USA) und Jean-Claude GUILLEBAUD (Frankreich) bereits pointierter vorgetragen haben:

"Eine politische Arbeit im Dienste von identitären Entwürfen, sei es die minoritäre sexuelle Orientierung, sei es die unterdrückte Ethnie, droht indes immer zu kulturalisieren. Über die kulturelle Zelebrierung der eigenen Differenz und so gewonnenen Identität kann die politische Natur des bürgerrechtlichen und antihegemonialen Anliegens aus dem Auge geraten".

Jean-Claude Guillebaud - Die Tyrannei der Lust
 
       
   
  • HEINEN, Guido (2002): Das Schweigen der Mutter Reiche.
    Bei Sabine Christiansens Familien-Runde wurde über vieles geredet, aber nicht auf alles eine Antwort gegeben,
    in: Welt v. 09.07.

 
       
     
       
   
  • KRAUEL, Torsten (2002): Die Ich-Gesellschaft,
    in: Welt v. 08.07.

Torsten KRAUEL möchte wie Konrad ADAM den Konflikt zwischen Jung und Alt in der Gesellschaft forcieren. Sein Ideal ist die Marktgesellschaft, in der die Ungleichheit innerhalb der jungen Generation genauso wenig ein Thema sein soll wie innerhalb der älteren Generation.
Christoph Butterwegge - Demografie als Mittel sozialpolitischer Demagogie
 
       
     
       
   
  • BEBBER, Werner van (2002): Fischer und Reiche sind die neuen Eltern.
    Verheißungsvoll: Die Bundespolitik feiert die Familie,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.07.

 
       
   
  • PAULUS, Jochen (2002): Hurra, hurra, der Nachbar flennt.
    Warum Sozialneid gut für die Gesellschaft ist,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.07.

Jochen PAULUS berichtet über spieltheoretische Erkenntnisse von Ökonomen:

"Vor allem die zu kurz Gekommenen zielten auf die Neureichen. Sie ließen sich ihr Gerechtigkeitsempfinden (...) etwas kosten, obwohl sie dadurch ihr ohnehin schlecht gefülltes Konto belasteten."

Das Problem dieser Art von Theorie ist, dass sie die Mediengesellschaft ausblendet. Denn nicht die tatsächliche, sondern bereits die massenmedial behauptete Ungerechtigkeit reicht. Journalisten wie Konrad ADAM machen sich diesen Mechanismus zunutze.

 
       
   
  • KIRCHHOF, Paul (2002): Deutsche Selbstaufgabe.
    Kinder sind Garanten für die Zukunft von Freiheit, Rechtsstaat und Wohlstand. Das haben wir vergessen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.07.

 
       
   
  • NEUE ZÜRCHER ZEITUNG-Zeitfragen: Frauenzeitschriften

    • HE (2002): Jeweils modern,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.

    • SCHMUGGE, Susanne (2002): Bunt und widerständig.
      Frauenpresse zwischen marktgängigen Konventionen und fröhlicher Subversion,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.

Susanne SCHMUGGE prognostiziert das Ende der klassischen Frauenzeitschrift:

"Der gemeinsame Nenner 'Frau' ( oder 'Mann') überwiegt mitunter nicht mehr das Trennende von sonst völlig verschiedenen Lebenswelten. Bildung und Einkommen haben in dieser Hinsicht einen wesentlich einigenderen Charakter."

Die Lebensstile von Frauen und Männer des gleichen Milieus unterscheiden sich damit weniger als jener von Frauen verschiedener Milieus. Frauenzeitschriften sind Zeitschriften für Mittelschichten:

"Die Fokussierung auf die schier unerschöpflichen Möglichkeiten des Einzelnen gleicht dabei der eitlen Nabelschau einer privilegierten Elite."

  • HORVATH, Dora (2002): Weiblichkeit als Lebensziel der Frau.
    Das Frauenideal der Nachkriegszeit in der "Brigitte",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.

 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • HILBERT, Iris/LINNARTZ, Mareen/VORNBÄUMEN, Axel (2002): "Baccara-Rosen, seit 34 Jahren".
    Karin Stoiber über öffentliche Küsse, private Entbehrungen und Geschenke zum Hochzeitstag.
    in: Frankfurter Rundschau v. 06.07.

 
       
   
  • SCHLAG, Beatrice (2002): Männer nach den besten Jahren.
    Der Geist ist noch willig, aber das Fleisch wird schwach. Männer um die Fünfzig. Die Power lässt nach im Beruf, die Potenz nimmt ab im Bett, die Melancholie nimmt zu,
    in: Weltwoche Nr.27 v. 05.07.

 
       
     
       
     
       
   
  • FINIS (2002): Das Letzte,
    in: Die ZEIT Nr.28 v. 04.07.

FINIS hat einen Nachruf auf die Generation Golf verfasst.
 
       
   
  • PIEPGRAS, Ilka & Andrea THILO (2002): Hausfrau und Mutter.
    Welches Frauenbild würde mit Karin Stoiber als First Lady im Kanzleramt einziehen? Ein Gespräch mit Mutter und Tochter über ihr Verhältnis zueinander, über Haarfarben und Rocklängen, Rebellion und unerfüllte Sehnsüchte,
    in: Die ZEIT Nr.28 v. 04.07.

 
       
     
       
     
       
   
  • AP (2002): Medizin macht Deutsche älter.
    Kölner Untersuchung: Lebenserwartung steigert sich ständig,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 04.07.

    • Das Seminar für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Universität Köln hat eine Modellrechnung erstellt, die im Gegensatz zum Statistischen Bundesamt in Wiesbaden eine höhere Lebenserwartung für die Deutschen ergeben hat.
 
       
   
  • HÖLL, Susanne (2002): Reiche ist nun doch Familienexpertin Stoibers,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.07.

  • DAUSEND, Peter (2002): Katherina Reiche überraschte alle - nur Stoiber nicht.
    Doch volle Familienkompetenz für Brandenburgerin,
    in: Welt v. 04.07.

  • GRAW, Ansgar (2002): Wo Familie ist.
    Stoiber hat Katherina Reiche in sein Kompetenzteam geholt und die Mutter ohne Trauschein mit dem Thema Familie betraut,
    in: Welt v. 04.07.

    • taz-Thema: Katherina Reiche und ihre Berufung in Stoibers Schattenkabinett.
      Seit gestern ist Katherina Reiche Mitglied im Team des Unionskandidaten. Der profitiert nun von ihrem Image als junge, erfolgreiche Ostdeutsche. Und weil er die unverheiratete Mutter trotz Kritik zur Familienexpertin machte, hat er gleich noch seine Ankunft im 21. Jahrhundert signalisiert

    • VORNBÄUMEN, Axel (2002): Per Machtwort knapp der Klischeefalle entwischt.
      Stoiber beruft Reiche - Mutter, unverheiratet - nun doch ohne Abstriche als Familienexpertin,
      in: Frankfurter Rundschau v. 04.07.

    • KRÖTER, Thomas (2002): Katherina und die Machtfrage.
      Im Kampf um die "Familienministerin" in Stoibers Kompetenzteam standen die Kernkompetenzen des Kandidaten: sein Image als moderner Kandidat der Mitte und seine Führungskraft,
      in: Frankfurter Rundschau v. 04.07.

    • VON STOSCH, Simone (2002): Mädchen mit Macht.
      Der Fall Katherina Reiche ist noch nicht ausgestanden,
      in: Tagesspiegel v. 04.07.

 
       
   
  • BERHORST, Ralf (2002): Soziale Kohorte.
    Wildwuchs eines Begriffs: Generation-Tagung in Berlin,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.07.

Ralf BERHORST berichtet über eine Veranstaltung vom Berliner Zentrum für Literaturforschung mit dem Titel Generation. Zur Genealogie des Konzepts - Konzepte der Genealogie.
 
       
     
       
   
  • Debatte um Katherina REICHE (CDU)

    • LEVINE, Tom (2002): Die Unverheiratete.
      Katherina Reiche ist 28 Jahre alt, Mutter und aus dem Osten. Sie ist die Neue in Stoibers Kompetenzteam - obwohl sie da eigentlich nicht reinpasst
      in: Berliner Zeitung v. 03.07.

    • MENG, Richard & Axel VORNBÄUMEN (2002): Die "Ayatollahs" der CDU lassen die SPD frohlocken.
      Konservative Vorbehalte gegen die unverheiratete Abgeordnete Katherina Reiche bieten eine schöne Angriffsfläche
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.07.

    • MONATH, Hans (2002): Der Sowohl-als-auch-Mann.
      Stoibers Kompetenzteam zeigt: Der Kandidat drückt sich vor Eindeutigkeiten,
      in: Tagesspiegel v. 03.07.

    • OESTREICH, Heide (2002): Die Noltisierung der Frau Reiche,
      in: TAZ v. 03.07.

    • HÖLL, Susanne (2002): Familienbild von anno dunnemals.
      Im Streit um das "Kompetenzteam"-Mitglied Katherina Reiche dekuvriert sich die Union,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 03.07.

    • DETTLING, Warnfried (2002): Dribbelt sich die Union ins Abseits?
      Die Wende im Wahlkampf hat Namen: Peter Hartz und Katherina Reiche,
      in: Welt v. 03.07.

    • WEIMER, Wolfram (2002): Reiche und Hartz.
      Konter bleiben stecken, weil sei als taktische Manöver vom Publikum durchschaut werden,
      in: Welt v. 03.07.

    • GRAW, Ansgar/LEERSCH, Hans-Jürgen/STURM, Daniel Friedrich (2002): Familienbande.
      Heute wird Katherina Reiche als Mitglied im Kompetenzteam vorgestellt, zuständig für Frauen, Jugend und - etwas - Familie
      in: Welt v. 03.07.

 
       
     
       
     
       
   
Die Neue Mitte - speziell die Generation Golf (Florian ILLIES) - hält sich für den Nabel der Welt. Dagegen wendet sich Harald KELLER:

"Wo keine Bedeutung besteht, muss welche aufgeschäumt werden, nicht zuletzt, um die eigene Anwesenheit zu rechtfertigen. So wurden pure Nichtigkeiten zur Verhandlungssache der Feuilletons und bekamen allein deshalb popkulturelle Bedeutung zugesprochen, weil sie in Berlin stattfanden. (...). Ansonsten schreibt die zugereiste Blase über ihresgleichen, nimmt das eigene beschränkte Milieu fürs Ganze und maßt sich an, auf diesem Wege Restdeutschland mit verbindlichen Verhaltensregeln zu versorgen."

Thierry CHERVEL sieht im Perlentaucher (29.06.2002) gar das Ende der Berliner Seiten als Konsequenz eines gesellschaftlichen Wandels, der nun die Printmedien erreicht:

"Das Ende der Berliner Seiten der FAZ ist ein Einschnitt in der Geschichte des deutschen Journalismus. Es markiert zugleich das Ende jener Popironie, die die deutschen Medien in den neunziger Jahren prägte und die möglicherweise schon das Symptom jener Krise war, die nun ausbricht."

Nach CHERVEL gilt das auch für die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung:

"Hier herrscht die Atmosphäre der siebziger Jahre, eine unerschütterliche existenzielle Sicherheit, die die Medien - wie sie es der Politik vorwerfen - von den Realitäten des Landes längst entfernte."

Das Dilemma der Generation Golf beschreibt er folgendermaßen:

"Die jetzige Leitungs-Generation erbte in einem Moment der Dynamik und Expansion und konnte sich weitaus größere Frechheiten erlauben. Die Generation Golf erbt in einem Moment des Niedergangs, und ihr fällt die unmögliche Aufgabe zu, auf Geheiß der Leitungsetagen die Oberfläche aufzurauhen, ohne sie anzukratzen. Wir leben in Zeiten, wo es sehr viel schwerer ist als seinerzeit, noch Aufnahme in die bestehenden und so alternativlos wirkenden Institutionen der Bundesrepublik zu finden. Die Popironie ist die Ironie derjenigen, die es gerade noch hinein geschafft haben und sich nun mit der - trügerischen - Perspektive des Fortkommens innerhalb der Hierarchien des Systems befassen müssen."

CHERVEL verkündet nichts anderes als das Ende der Spassgesellschaft und eine Neue Ernsthaftigkeit:

"Bei ernsten Anlässen soll man schweigen. Das ist Ironie des ironisierten Schicksalsmotivs: Wenn es ernst wird, fehlt dieser Generation die Form."

Die Rede von Generationen geht aber möglicherweise völlig am Problem vorbei. In Irres Wetter hat Kathrin RÖGGLA - altersmäßig Angehörige der gescholtenen Generation Golf - bereits im Jahr 2000 das Schicksal der Berliner Seiten vorweggenommen und das Ende der Medienhypes vorausgesehen. Die Neue Mitte kann man als Szene beschreiben, die nach den Prinzipien In und Out dem Fortgang der Geschichte unterliegt:

"ja, sabine, das ausrufen von generationen, das ausrufen, ausufern der gleichaltrigkeit kann mitunter zu problemen führen, denn immer gleichaltriger muß heute alles werden, immer gleichaltriger sind wir miteinander bekannt. gerade sie hat da stets den vogel abschießen müssen, doch gerechnet hat sie damit nicht: szenen haben nicht nur was gleichaltriges, szenen sind auch immer innerhalb. dann und wann kommt es zu ausschlußlisten: peng! hat es wieder eine erwischt, das war sabine, und jetzt ist es nichts."

Oder auf den Punkt gebracht:

"die fetten jahre sind vorüber, kein hahn kräht mehr nach dieser Stadt."

 
       
   
  • LEITSCHUH-FECHT, Heike (2002): Ein guter Nachbar fährt keinen Porsche.
    Freiburg zeigt mit dem neu gebauten Stadtteil Vauban, wie das Wohnen in der Zukunft aussehen könnte,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.07.

Heike LEITSCHUH-FECHT berichtet über ein Freiburger Modellprojekt, das vor allem von jungen Neue-Mitte-Familien getragen wird:

"Kaum Autos, viel Ökologie und eine stabile soziale Gemeinschaft, das sind die wichtigsten Ziele."

Egoistische Individualisten sind hier unerwünscht.

 
       
   
  • MOSES, Dirk (2002): Das Pathos der Nüchternheit.
    Die Rolle der 45er-Generation im Prozess der Liberalisierung der Bundesrepublik
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.07.

Im Mittelpunkt von MOSES' Essay steht die 45er-Generation (z.B. Martin WALSER und Günter GRASS), die von Helmut SCHELSKY als "skeptische Generation" und von Heinz BUDE als "Flakhelfer-Generation" bezeichnet worden ist.

Er hebt deren Verdienste für eine "Verwestlichung" der alten Bundesländer hervor und erklärt den Generationenkonflikt zwischen den 45ern und den 68ern aus den "Erfahrungen von Weimar".

MOSES rechtfertigt außerdem die "Integration der Täter-Generation" durch die 45er als notwendig, um die "bundesrepublikanische Gesellschaft funktionsfähig zu machen".

 
       
   
  • Debatte um Katherina REICHE (CDU)

    • ENSMINGER, Petra (2002): Die Benennung der CDU-Abgeordneten Katherina Reiche.
      Gespräch mit Heiner Geißler, CDU-Politiker,
      in: Interview am Morgen. Sendung des DeutschlandRadio v. 02.07.

    • BIRNBAUM, Robert (2002): Trau keiner ohne Trauschein.
      Union streitet um Katherina Reiches Kompetenz für Familie,
      in: Tagesspiegel v. 02.07.

    • DAUSEND, Peter (2002): Katherina Reiche und das C.
      Eine 28-jährige, evangelische, ostdeutsche, unverheiratete Mutter, die zwar keinen Hochzeits-, dafür aber schon den zweiten Geburtstermin vorweisen kann
      in: Welt v. 02.07.

 
       
     
       
     
       
   
NZZ FOLIO-Thema: Tanzfieber
  • WEBER, Lilo (2002): Für und Wider die Götter.
    Derwische, Tea Dance, Techno: Die verschiedenen Tanzszenen einer Stadt erzählen, weshalb die Menschen seit Urzeiten tanzen - und was sie damit alles in Bewegung gesetzt haben,
    in: NZZ Folio, Nr.7, Juli

Lilo WEBER geht der Frage nach, warum Menschen tanzen. Aber der Tanz erzählt auch etwas über die jeweiligen Geschlechterverhältnisse:

"Der Charleston führte die Paare zurück in die Reihe, im Lindy-Hop, später im Rock'n'Roll trennen sie sich kurz, bleiben aber klar ein Paar. Doch 1960 singt Chubby Checker «The Twist», und mit dem Händchenhalten ist Schluss. In der Folge ist Freestyle angesagt, in jeder Beziehung: keine festen Schrittfolgen, keine feste Paarung mehr, kein Führen, kein Geführtwerden - keine Regeln eben. 1968 zeichnet sich ab, jene Rebellion, welche die Verhältnisse der Geschlechter und die Beziehung der Menschen zu Autoritäten und Institutionen grundlegend verändern wird.
            Disco-Solo hat sich gehalten, hat die Wiesenfeste der Hippies ebenso überlebt wie die Disco-Flaute der Siebziger und die Pogo-Anfälle der Punks und ist, uniformer geworden, auch an die Parties der Techno-fans geladen."

  • TREICHLER, Hans Peter (2002): Vom Ballsaal zur Hölle.
    Der Walzer sei das Vorspiel zum «sündigen Werk der Nacht», warnten Sittenwächter im 19. Jahrhundert. Als später aus den «Kaschemmen der Neuen Welt alle Augenblicke ein neuer Niggertanz auftauchte», sehnten sie sich nach dem Dreiviertel-Gewirbel zurück,
    in: NZZ Folio, Nr.7, Juli

  • HELLER, Andreas (2002): Kesse Sohlen.
    Wenn im Tanzpavillon des Hotels Luitpold Damenwahl angesagt ist, schlägt die Stunde der Wahrheit. In Bad Wörishofen ist Stolpern beim Quickstep nicht erlaubt - auch mit über 70 nicht,
    in: NZZ Folio, Nr.7, Juli

  • MÜLLER, Tobi (2002): Wenn die Nacht es gut mit mir meint.
    Ein narzisstischer Pakt auf Zeit: Die Lust des Ravers,
    in: NZZ Folio, Nr.7, Juli

  • ZEHNDER, Raphael (2002): Der House-Mann.
    Platte für Platte zur Klimax: Wie ein DJ die Leute zum Tanzen bringt,
    in: NZZ Folio, Nr.7, Juli

 
       
   

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Zu den News vom 15. - 30. Juni 2002

 
       
   
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