[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 15.-30. Juni 2015
News 01.-14. Juni 2015
News 08.-31. Mai 2015
News 01.-07. Mai 2015
News 11.-30. April 2015
News 01.-10. April 2015
News 09.- 31. März 2015
News 01.- 08. März 2015
News 01.-28. Februar 2015

News 17.-31. Januar 2015
News 01.-16. Januar 2015
News 15.-31. Dezember 2014

News 07.-14. Dezember 2014
News 01.-06. Dezember 2014
News 14.-30. November 2014
News 01.-13. November 2014
News 22.-31. Oktober 2014
News 17.-21. Oktober 2014
News 08.-16. Oktober 2014
News 01.-07. Oktober 2014
News 20.-30. September 2014
News 01.-19. September 2014
News 17.-31. August 2014
News 08.-16. August 2014
News 01.-07. August 2014
News 11.-31. Juli 2014
News 01.-10. Juli 2014

News 24.-30. Juni 2014
News 16.-23. Juni 2014
News 06.-15. Juni 2014
News 03.-05. Juni 2014
News 01.-02. Juni 2014
News 21.-31. Mai 2014
News 11.-20. Mai 2014
News 08.-10. Mai 2014
News 01.-07. Mai 2014
News 18.-30. April 2014
News 08.-17. April 2014
News 01.-07. April 2014
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 14. Juli 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

 Das Internet hilft Asexuellen beim Austausch über ihre sexuelle Orientierung

"Laut einer Studie von SimiliarWeb von 2014, spielten sich 12,5 Prozent des gesamten Internettraffics in Deutschland auf Sex-Seiten ab. Da erscheint es fast unglaublich, dass es Menschen gibt, denen Sex egal ist, die gar kein Verlangen danach verspüren. Wer dermaßen anders ist, als der Rest der Welt, schreit das nicht gerade laut in sie hinein. Erst dank verschiedener Plattformen im Internet haben Asexuelle anfangen können, sich über ihre sexuelle Orientierung auszutauschen – und die dummen Sprüche, die damit einher gehen."
(Katrin Gottschalk "Liebe ohne Sex", Frankfurter Rundschau v. 03.06.2015)

 
       
       
   

Die Medienkultur als Problem

ÜBERALL, Frank (2015): Sugardaddys für den Journalismus.
Die prekäre Lage freier Journalisten wird von PR-Strategen ausgenutzt. Eine dänische Dating-Website ist besonders dreist,
in: taz.de v. 14.07.

 
       
   

Die Architektur und Stadtplanung in der Debatte

WIENS, Bernhard (2015): Das Temporäre frisst seine Kinder.
Stadt ist, was auch anders gemacht werden kann. Testfall Berlin,
in: Telepolis v. 14.07.

 
       
   

Die Kommunen im demografischen Wandel in der Debatte

BECKMANN, Klaus J. (2015): Freiburgs Boom mit Wachstumsschmerzen war absehbar.
BZ-Serie Wohnungsmarkt (7): Kommunalforscher Klaus J. Beckmann zur Bevölkerungsentwicklung. Zwischen Problemnegierung und Problemhysterie,
in: Badische Zeitung v. 13.07.

 
       
   

Das Mutterideal in der Debatte

RASCHE, Uta (2015): Warum Frauen unbedingt einen Beruf wollen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

 
       
   

Die Arbeitskultur in der Debatte

WAGNER, Gerald (2015): An Zeitverträge gewöhnt man sich nicht.
Beim Thema Erwerbsarbeit kann von mangelndem Bindungswillen der Deutschen keine Rede sein,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

 
       
   

Die räumliche Mobilität als Ideal des flexiblen Kapitalismus in der Debatte

SCHRÖDER, Catalina (2015): Risiko Pendeln.
Zur Urlaubszeit bewältigen viele Menschen weite Strecken, um ans Reiseziel zu gelangen. Für rund 17 Millionen Deutsche gehören lange Wege aber zum Alltag: Sie pendeln zur Arbeit, täglich oder wöchentlich, immer weitere Entfernungen. Damit gefährden sie ihre Gesundheit,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

 
       
   

Der Zeitgeist in der Debatte

MUßGNUG, Tabea (2015): Das Jetzt ist eine Wartehalle. Ich kann mir für mich alles oder nichts vorstellen, und eigentlich will ich es gar nicht so genau wissen.
Zuerst kam die Uni, dann die Promotion. Jetzt habe ich einen Lebenslauf wie zu viele andere. War da was?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

SIEDENBIEDEL, Christian (2015): Die große Umverteilung.
Die Zinsen sind niedrig wie nie. Das trifft arme und reiche Sparer. Aber wer leidet am meisten?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

Christian SIEDENBIEDEL nimmt eine Berechnung des Ifo-Instituts, deren Entstehungsdatum ungenannt bleibt und die einen hohen Verlust aus dem Zinsniveau im Vergleich zu 2007 ergibt, zum Anlass, um zu fragen, wer verliert und wer gewinnt. Klar sei, dass Schuldner Gewinner seinen und Sparer die Verlierer. SIEDENBIEDEL teilt die Vermögenden in Deutschland in 4 Gruppen ein, die er weniger am Vermögen als an der typischen Form der Anlagenstreuung festmacht.

Danach nennt er drei Studien (DIW, Allianz, IW), die zu unterschiedlichen Aussagen zu Gewinnern und Verlierern kommen. Das DIW, dessen Experte Markus GRABKA genannt wird, sieht genauso wie die Allianz die Mittelschicht als Verlierer. Das DIW weist darauf hin, dass junge Familien, die ein Haus gekauft haben profitieren, während Ältere, die weniger Schulden haben und mehr sparen, verloren haben.

Zuletzt wird die Entwicklung der Mittelschicht anhand des DIW erläutert. Drei Phasen unterscheidet GRABKA: Schrumpfung 2000 bis 2007, kurze Erholung und danach Stagnation. SIEDENBIEDEL fasst dies so zusammen, dass für die Mittelschicht die Einkommensentwicklung entscheidender sei als die Zinsentwicklung.   

 
       
   

Rainald Goetz in der Debatte

SEIDL, Claudius (2015): Jahre mit Rainald Goetz.
Über einen Schriftsteller, der uns nicht in Ruhe lässt,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.07.

 
       
   

Social Freezing in der Debatte

TELGHEDER, M. & M. SCHRÖDER  (2015): Kinderwunsch auf Eis gelegt.
Social Freezing: Erstmals bietet eine deutsche Firma Rundum-Service für das Einfrieren von Eizellen an,
in: Handelsblatt v. 10.07.

WEDDELING, Britta & Astrid DÖRNER (2015): Familienplanung à la Facebook.
Silicon Valley: Tech-Konzerne sind Vorreiter der Technik,
in: Handelsblatt v. 10.07.

 
       
   

STUTTGARTER ZEITUNG-Tagesthema: Der Wandel wird sichtbar.
Bevölkerungsentwicklung: Eine neue Studie zeigt, dass die Deutschen immer älter werden. Bis 2030 verdoppelt sich die Zahl der über 80-Jährigen. Das hat Konsequenzen

Die Presse veröffentlicht heute wieder unreflektiert Zahlen der privaten, neoliberalen Bertelsmann-Stiftung, die dem Wegweiser Kommune entnommen wurden. Mehr zur Fragwürdigkeit dieses Wegweisers hier.

Deutschlands Zukunft im Spiegel der Öffentlichkeit

  • KÄFER, Armin (2015): Der Südwesten wächst und wird älter.
    Gesellschaft: Der demografische Wandel ist in vollem Gang. Die Kluft zwischen Stadt und Land wird größer, die Vergreisung wächst rasant - das zeigt eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung. Die Herausforderungen an die Politik sind enorm,
    in: Stuttgarter Zeitung v. 09.07.

  • KÄFER, Armin (2015): Deutschland zieht um.
    Prognose: Landflucht und Vergreisung, Wir erleben den demografischen Wandel live,
    in: Stuttgarter Zeitung v. 09.07.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

BORSTEL, Stefan von (2015): Städte wachsen, das Land blutet aus.
Bevölkerung wird bis 2030 schrumpfen und altern. Der Niedergang trifft nicht alle gleich. Berlin, Hamburg und München ziehen immer mehr Junge an, andere Regionen vergreisen,
in: Welt v. 09.07.

KOSTRZEWA, Anne (2015): Nur die Alten bleiben.
Bis 2030 wird die Landbevölkerung in Deutschland stark schrumpfen. Berlin wird voll sein - und München jung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

KOSTRZEWA, Anne (2015): Provinz: Arm, und nicht sexy.
Kommentar,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

 
       
   

Die Steuerpolitik in der Debatte

RIEVELER, Hans-Dieter (2015): Paradies für Reiche - Hölle für Arme.
Firmenerben zahlen in Deutschland kaum Erbschaftsteuer. Bei kleinen Erbschaften langt der Staat aber kräftig zu, wenn der Erblasser auch nur kurzzeitig Sozialleistungen bezogen hat,
in: Telepolis v. 08.07.

 
       
   
AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE-Thema: Föderalismus

SCHELLER, Henrik (2015): Der "erschöpfte Föderalstaat".
Reformdebatte und Verfassungsrealität in Deutschland,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.28-30 v. 06.07.

 
       
   

Die kreative Klasse in der Debatte

KNIPPHALS, Dirk (2015): Kreativ sein wollen müssen.
Schriftsteller: Die Trapezkünstler des Kreativitätsparadigmas: Über das Jungsein und Erwachsenwerden im Literaturbetrieb,
in: TAZ v. 04.07.

 
       
   
ZITTY-Titelgeschichte: Können wir den Mietenwahnsinn stoppen?
Die ausverkaufte Stadt

WURM, Philipp (2015): Überteuert und ungerecht.
Explodierende Mietpreise belasten die Berliner und verändern die Kieze. Jetzt wollen Aktivisten ein Bürgerbegehren starten - und der Senat ruft das große Baufieber aus. Report aus einem Krisengebiet, das endlich Hilfe erhalten soll,
in: zitty v. 02.07.

 
       
   

Der Zeitgeist in der Debatte

EISMANN, Sonja (2015): Vom Technonihilismus zum Xenofeminismus?
Als vor Kurzem das xenofeministische Manifest des Kollektivs Laboria Cuboniks im Internet erschien, sorgte es für großes Aufsehen. Nun widmet sich der Merve-Verlag dem neuesten Theorie-Hype,
in: Jungle World Nr.27 v. 02.07.

 
       
   

Gender in der Debatte

SCHEDIWY, Dagmar (2015): "Der Status quo ist unglaublich sexistisch".
Im Juni stellte die britische feministische Bloggerin und Autorin Laurie Penny in Deutschland ihr von Anne Emmert aus dem Englischen übersetztes Buch »Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution« vor, erschienen in der Edition Nautilus. Mit der Jungle World sprach Penny über Feminismus, Geschlechterrollen, die romantische Liebe und sexistische Kontrollmechanismen,
in: Jungle World Nr.27 v. 02.07.

 
       
   

Die Geschichte der Popmusik in der Debatte

MOHR, Christina (2015): "Glam war ein Türöffner".
New York zwischen Glam und Punk: Der Fotograf und Musiker Paul Zone gibt in »Playground« Einblick in seine Jugend,
in: Jungle World Nr.27 v. 02.07.

 
       
   

EMMA-Schwerpunkt: Regretting Motherhood

GÖBEL, Esther (2015): Regretting Motherhood.
So lautete ein Hashtag, der über Wochen die Gemüter bewegte. Doch das Ganze war eigentlich ein Missverständnis,
in: Emma, Juli/August

BAUM, Antonia (2015): Die deutsche Mutter ist heilig.
Es hilft einer verzweifelten Mutter, die aus dem Fenster springen würde, wenn sie nicht gerade ihrem Kind einen Muffin backen müsste, wenig, wenn man sie an die kenternden Flüchtlinge erinnert,
in: Emma, Juli/August

Nachdruck des Artikels Die Mutterschaft ist heilig in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

SCHWARZER, Alice (2015): Warum ich kein Kind habe.
Diesen, hier leicht gekürzten, Text veröffentlichte Alice Schwarzer 1977 in Emma (da war sie 34). Sie erzählt, wie selbstverständlich es ihr schien, Mutter zu werden - und warum sie sich dann doch letztlich dagegen entschieden hat. "Ich habe", sagt sie heute, "diese Entscheidung nie eine Sekunde bereut". Und übrigens: "Hätte ich ein Kind, gäbe es Emma nicht. Denn das ist klar: Dieser Wahnsinn - vor allem in den ersten Jahren - das wäre unvereinbar gewesen mit der Mutterschaft. Und da es viele Kinder gibt, aber nur eine Emma...",
in: Emma, Juli/August

 
       
   

Die Popkultur-Elite und die Popkultur in der Debatte

TERKESSIDIS, Mark (2015): Streit macht glücklich.
Das popkulturelle Umfeld, in dem Spex und Popjournalismus heute agieren, ist ein völlig anderes als zur Zeit der Gründung der Zeitschrift. Wie relevant kann Musik heute überhaupt noch sein, wie relevant ist die Kritik an ihr - und wie könnte eine solche Kritik aussehen? Eine Überlegung,
in: Spex Nr.362, Juli/August

GRETHER, Kerstin (2015): Der Vogel muss aus dem Ei.
Clara Drechsler wollte ihr Hühnersuppe kochen, Diedrich Diederichsens Sexbeat half bei der Selbstbehauptung in der Kleinstadtschule: In der Adoleszenz unserer Autorin nahm Spex eine ähnliche Rolle ein wie jener Demian aus Hermann Hesses gleichnamigem Roman. Eine literarische Rückbesinnung,
in: Spex Nr.362, Juli/August

LINTZEL, Aram (2015): Die Last der Geschichte.
Erkennt Vinyl als Statussymbol grossstädtischer Neobiedermeierspiesser,
in: Spex Nr.362, Juli/August

 
       
   

Punk und Postpunk in der Debatte

MÜLLER, Wolfgang (2015): Geniale Dilletanten.
Der Geist, aus dem Spex entstand,
in: Spex Nr.362, Juli/August

 
       
   

Die Popkultur-Elite und die Popkultur in der Debatte

SCHUMACHER, Eckhard (2015): Selbstverhältnisse: Autobiografie und Geschichtsschreibung.
Popkolumne,
in: Merkur Nr.794, Juli

Eckhard SCHUMACHER beschäftigt sich mit Celibrity-Autobiografien u.a. von John LYDON alias Johnny Rotten, Maximilian LENZ alias Westbam ("Die Macht der Nacht"), Sven MARQUARDT ("Die Nacht ist Leben"). Ganz nebenbei wird dabei die Entwicklung von Punk zu Techno aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Und gleichzeitig ist der Artikel ein Beispiel für die Akademisierung der Popgeschichtsschreibung.

 
       
   

Der Zeitgeist in der Debatte

STEEG, Lena (2015): Der Weg ist das Spiel.
Entscheiden, uns selbst vermarkten, uns neu orientieren - rund um die Uhr optimieren wir uns selbst und hoffen, unser Leben in den Griff zubekommen. Weil wir jedoch so fixiert darauf sind, uns große Ziele zu setzen, haben wir das Ankommen verlernt,
in: Neon, Juli

Die Titelgeschichte von Lena STEEG, Mitte der 1980er Jahre geboren,  ist ein Beispiel für die Selbstdarstellung moderner "privileged Poor" (neudeutsch: Prekariat). Wir nennen es Arbeit beschrieb vor fast 10 Jahren dieses neue Selbstbewusstsein jener, die statt der unerreichbaren Festanstellung die Selbstausbeutung wählten, mit der Hoffnung irgendwann einmal zur Elite der kreativen Klasse zu gehören. Dabei ist zum einen die Herkunft aus einem Mittelschichthaushalt und die Zugehörigkeit zur Erbengeneration förderlich und zum anderen: Konformität.

Konformität heißt, dass man seine Selbstdarstellung mit Büchern aus der Bestsellerliste garniert. Bei Lena STEEG sind das die Romane Soloalbum von Benjamin von STUCKRAD-BARRE und Unentschlossen von Benjamin KUNKEL sowie das Sachbuch Die heimlichen Revolutionäre von Klaus HURRELMANN & Erik ALBRECHT. Die Selbstbeschreibung sollte man auf alle Fälle mit ein bisschen Statistik garnieren, um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der eigenen Existenz aufzuzeigen:

Meine Eltern "gehören zu den Babyboomern, die zwischen 1954 und 1964 geboren wurden. Die Wohlstandsgeneration, sie sie auch genannt wird, erlebte die Vollbeschäftigung in Westdeutschland und einen rasant ansteigenden Lebensstandard. Stabilität und Kontinuität waren möglich, üblich sogar. Die Generation X, die zwischen 1965 bis 1975 geboren wurde, kämpfte schon heftiger mit dem Verlust traditioneller Werte: die klassische Familienstruktur bekam Risse, Scheidungszahlen stiegen, und auch auf dem Arbeitsmarkt wurde es enger. Wenn ich Soziologen erzähle, dass ich dreißig Jahre alt bin, kleben sie mir das Label »Generation Y« auf die Stirn, schauen mitleidig und sagen, dass sich für die heute 15- bis 30-Jährigen die Lage ja noch einmal verschärft habe. 2005, ein Jahr nach meinem Abitur, lag die Arbeitslosigkeit auf dem historischen Hoch von 11,7 Prozent, die Scheidungsquote bei 52 Prozent."

Man kann sich darüber streiten, welchen Sinn es macht, die Babyboomer als 1954 bis 1964 Geborene zu bezeichnen. Der westdeutsche Geburtsjahrgang 1954 umfasste lediglich 816.028 Geburten, während es beim Jahrgang 1969 sogar noch 903.456 Geburten waren. Aber wie gesagt: Konformität ist ausschlaggebender als die Faktenlage.

Auch die Bezeichnung "Wohlstandsgeneration" ist unsinnig, denn 1974 kam das Schlagwort von der Jugendarbeitslosigkeit auf, d.h. 1964 Geborene waren da gerade einmal 10 Jahre alt. 1985 erschien der Bestseller Von der Nutzlosigkeit des erwachsen zu werden, der von der Akademikerarbeitslosigkeit erzählte. 1964 Geborene waren damals Anfang Zwanzig. Der Soziologe Berthold VOGEL beschreibt die Wohlstandsgeneration dagegen als die um 1950 Geborenen, da diese vom Ausbau des Bildungssystems und des Wohlfahrtsstaats profitierten.

Spätestens seit Katja KULLMANNs Buch Echtleben gehört die Lebenskrise zum festen Bestandteil von solchen Selbstdarstellungen. Der taz-Redakteur Dirk KNIPPHALS hat darüber gleich ein ganzes Buch geschrieben: Die Kunst der Bruchlandung. Bilanzen von Dreißjährigen waren bereits für die Single-Generation charakteristisch (z.B. Der schöne Vogel Phönix von Jochen SCHIMMANG). Bei Lena STEEG liest sich das so:

"Irgendwann bot man mir eine Stelle bei der Lokalzeitung an, kein Superjob, aber stabil. Meine Eltern fanden das toll. Ich nicht. Denn ich wollte ja eine Superjournalistin in einer Superstadt werden und einen Supermann finden. Unter Superlativ wollte ich es nicht machen. Also zog ich nach Hamburg, um dort in einem Verlag zu arbeiten. (...). Zwei Monate nach meinem Umzug bat ich um die Auflösung des Vertrags. Zum ersten Mal hatte ich die Kontrolle über mein Leben verloren und wusste nicht weiter. Ich saß alleine in einer fremden Stadt, in einer viel zu teueren Wohnung, ohne Freund, ohne Freund, ohne Arbeit. Dabei hatte ich mich jahrelang doch so konform verhalten, als wäre ich direkt aus einem soziologischen Lehrbuch entsprungen".

Konformität ist keine ahistorische Kategorie wie sie die Sozialpsychologie beschreibt, sondern jede Generation erlernt Konformität im Laufe des Lebens neu. Wer die Konformitätsnormen der vorangegangenen Generation(en) lediglich übernimmt, der ist zum Scheitern verurteilt. Erwachsenwerden im Zeitalter der Demografiepolitik erfordert andere Verhaltensweisen als früher. Und Wir nennen es Arbeit, das 2006, also vor der Finanz- und Bankenkrise, aber nach der Hartz-Reform geschrieben wurde, bietet einen weniger sinnvollen Konformitätsrahmen als z.B. Echtleben aus dem Jahr 2011.

Ist Selbstoptimierung ein dauerhafter Prozeß, der von STEEG kritisiert wird oder eher Ausdruck von Bilanzierungen nach kritischen Lebensereignissen? Das Fazit von STEEG:

"Die Frage ist gar nicht, ob ich schuld daran bin, dass ich mein Ziel noch nicht erreicht habe. Mir bleibt nichts übrig, als die Selbständigkeit anzunehmen und erst mal zu machen. Das tue ich nun seit seinem Jahr. Und der Treppenhausmoment zeigt, dass es mir schwerfällt."

Gibt es wirklich keine Alternativen? Für Neon ist diese unpolitische Haltung natürlich optimal. Das Lifestyle-Magazin kann auf ein gut gefülltes Reservoir von ehrgeizigen Selbstausbeuterinnen zurückgreifen und muss nicht mit einem Aufstand der Freien gegen unwürdige Arbeitsbedingungen rechnen. Und ist es nicht viel bequemer für einen Freien, bei einem etablierten Magazin zu arbeiten als z.B. das Abenteuer eines neuartigen Medienprojekts zu wagen? Und ist das Honorar gar nicht alles, wenn man durch PR für Unternehmen sein prekäres Leben aufbessern kann?       

 
       
   

Die Heterogenität der Partnerschaft in der Debatte

KOPYTTO, Eva (2015): Der Fremde in meinem Bett.
Nadine und Olaf sind ein glückliches Paar. Scheinbar. Olaf ist pädophil und wegen des Besitzes von Kinderpornos verurteilt. Hat ihre Liebe eine Chance?
in: Neon, Juli

 
       
   

Kontaktanzeigen in der Debatte

BUCHHOLZ, Jenny (2015): "Dates mit mir sind eine Katastrophe".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Juli

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 15. - 30. Juni 2015
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 31. Mai 2017 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002