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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 07. Juli 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Das Verhältnis zwischen Jung und Alt hat sich in der Vergangenheit massiv verschlechtert und trotzdem ist der Wohlstand gestiegen 

"(I)m Jahr 1900 haben 12,4 Erwerbsfähige für eine alte Person gearbeitet, fünfzig Jahre später waren es noch 6,9 und zur Jahrtausendwende lediglich 4,1 Personen. Das Verhältnis zwischen Jung und Alt hat sich massiv verschlechtert, trotzdem ist der Wohlstand aber gestiegen und die Sozialversicherungssysteme wurden ausgebaut. Für die Zukunft muss uns deshalb nicht bange werden."
(Daniel Baumann & Stephan Hebel "Gute Macht-Geschichten", 2016, S.62)

 
       
       
   
NEUES DEUTSCHLAND-Tagesthema: Armutskongress in Berlin.
Der erste bundesweite Armutskongress findet heute und morgen in Berlin statt. Dabei wollen die Veranstalter nicht nur die Lage analysieren, sondern Lösungswege suchen und Druck auf die Politik machen 

LAMBECK, Fabian (2016): "Es muss hier endlich etwas geschehen".
Ulrich Schneider vom Paritätischen über Armut in einem reichen Land,
in:
Neues Deutschland v. 07.07.

REUTER, Timo (2016): Schwarz-roter Offenbarungseid.
Die Bundesregierung will die Armut in Deutschland bis 2030 halbieren, hat aber bislang keine Pläne zur Umsetzung dieses Ziels,
in:
Neues Deutschland v. 07.07.

HENNING, Ulrike (2016): Nach der Trennung droht Armut.
Ein-Eltern-Familien sind besonders gefährdet,
in:
Neues Deutschland v. 07.07.

 
       
   

Die Studie Alleinerziehende unter Druck der Bertelsmann-Stiftung in den Medien

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Arm durch fehlenden Unterhalt.
Viele Alleinerziehende bekommen kein Geld vom Partner,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.07.

LEHMANN, Armin (2016): Allein gelassen.
Bei Alleinerziehenden steigt das Armutsrisiko, bestätigt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Der wichtigste Grund ist der geringe staatliche Unterhaltsvorschuss - wenn der Vater nicht zahlt,
in:
Tagesspiegel v. 07.07.

MENKENS, Sabine (2016): Scheidung der Eltern treibt Kinder in die Armut.
1,6 Millionen Deutsche erziehen ihren Nachwuchs allein - und kommen oft kaum über die Runden. Die Hälfte bekommt keinen Unterhalt. Verbände fordern Grundsicherung,
in:
Tagesspiegel v. 07.07.

HEIDENREICH, Ulrike (2016): "Sie reißen sich Arme und Beine aus".
Immer mehr Alleinerziehende sind in Deutschland von Armut bedroht - was auch daran liegt, dass nur jedes zweite Kind Unterhalt bekommt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 07.07.

HEIDENREICH, Ulrike (2016): Geld oder Führerschein.
Kommentar zum Kindesunterhalt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 07.07.

 
       
   

THELEN, Peter (2016): Zu arm für die Vorsorge fürs Alter.
Riester-Rente,
in:
Handelsblatt v. 07.07.

Peter THELEN berichtet über eine Anfrage der Linkspartei zur Sparquote und die Antwort der Bundesregierung. Aus dem Rückgang der Sparquote von Privathaushalten zwischen 1998 und 2013 wird der Schluss gezogen, dass kein Geld für die private Altersvorsorge übrig bliebe. Privathaushalte unter 2000 Euro lebten inzwischen sogar auf Pump. Hierzu wird Matthias BIRKWALD ("Rentenexperte der Linken") zitiert. THELEN sieht dabei auch Übereinstimmungen mit Daten des DIW zur Inanspruchnahme der Riesterförderung.

 
       
   

FISCHER, Eva (2016): Boom an der Elbe.
HB-Serie Trendviertel 2016 (4): Dresden wächst. Die Mieten steigen überproportional und es wird kräftig gebaut. Für Anleger ein guter Zeitpunkt einzusteigen,
in:
Handelsblatt v. 07.07.

 
       
   

BRIGITTE-Dossier: "Mein Leben braucht keinen Mann".
Immer mehr Frauen machen ihr Glück längst nicht mehr davon abhängig, ob ein Partner an ihrer Seite ist. Ihnen ist ihre Eigenständigkeit wichtiger als die Liebe. Woher kommt dieses neue Selbstbewusstsein?

BRIGITTE (2016): "Dieses Gefühl ist unbezahlbar".
Ein Leben ohne eine feste Partnerschaft erfordert eine gewisse Haltung. Diese Frauen haben sich entschieden - aus verschiedenen Gründen. Und keine bereut es,
in:
Brigitte Nr.15 v. 06.07.

Selbstbeschreibungen von Frauen, die ihr eher kurzes Single-Dasein als angenehm beschreiben. Man würde lieber Porträts von früheren Singles lesen, die sich vor 10, 20 oder 30 Jahren in der Brigitte als freiwillige Singles dargestellt haben. Dies würde aber Recherche bedeuten statt Billigjournalismus mit Wohlfühlgarantie.

Die privilegierten Rahmenbedingungen dieser Yuppiefrauen, die offenbar überwiegend Akademikerinnen sind, kommen kaum zur Sprache.  

WUTTKE, Merle (2016): "Frauen wissen heute sehr genau, was sie wollen".
Nie waren die Gegebenheiten besser, um allein zu leben. Daher sind viele Frauen wählerisch geworden. Welche Rolle vergangene Beziehungen spielen und welchen Einfluss das Leben ohne Mann auf die Kinder hat, erklärt die Paartherapeutin Julia Peirano,
in:
Brigitte Nr.15 v. 06.07.

 
       
   

Die Studie Die Zukunft des Wohlfahrtsstaates in den Medien

GÄRBER, Andrä (2016): Mehrheit will mehr Sozialstaat.
Studie der Ebert-Stiftung: 82 Prozent halten soziale Ungleichheit für zu groß,
in:
Neues Deutschland v. 06.07.

Mit der Studie wird geprüft, inwiefern bei der Bevölkerung die neoliberalen Botschaften angekommen sind. Eine Analyse nach Wählergruppen wird uns jedoch vorenthalten. 

 
       
   

SCHÄFER, Velten (2016): Auf der Spur der Arbeitsmarktmilliarden.
1,2 Millionen stocken auf, Langzeitarbeitslosigkeit bleibt hoch - und Jobcenter zweckentfremdet enorme Summen,
in:
Neues Deutschland v. 06.07.

Velten SCHÄFER berichtet über verschiedene Medienberichte, Studien und Anfragen von Linkspartei (Jutta KRELLMANN und Susanne SCHAPER) und Grünen (Brigitte POTHMER) zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Außerdem geht SCHÄFER speziell auf die Entwicklung der Sozialausgaben von Großstädten in Sachsen ein:

"Nach wie vor weise Leipzig - trotz seines Boom-Rufes - mit gut 28 Prozent den höchsten Anteil der Sozialausgaben am Haushalt auf. In Chemnitz waren es gut 23 und in Dresden 21 Prozent. Lediglich in Chemnitz kam es zu einer Senkung."

 
       
   

WIEDEMANN, Charlotte (2016): Vom Wohnen in der Defensive.
Die Linke hat den großen Erzählungen von rechts wenig entgegenzusetzen,
in:
TAZ v. 06.07.

Charlotte WIEDEMANN will von ihrer Position nicht abrücken, fordert aber eine rhetorische Wende der Linken, die von den Rechten lernen solle, was Populismus betrifft.

"Wer ständig zurückweicht, kann das verbliebene Terrain immer schlechter verteidigen."

Diese Erkenntnis kommt mindestens ein Jahrzehnt zu spät, denn Rot-Grün hat den Rechten erst zum Erfolg verholfen. Mit der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme hat sich die ehemalige Linke ihr eigenes Grab geschaufelt. Nationalkonservatismus ist die logische Konsequenz einer solchen Problemdefinition! Aber solche Schlussfolgerungen sucht man bei jenen, die sich heutzutage links nennen, vergeblich.

 
       
   

SAUER, Stefan (2016): Handwerk ist wieder cool.
Analyse: Die  Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk steigt. Eine Imagekampagne zeigt offenbar Wirkung. Ist das schon die Trendwende? Für einige Branchen sieht es jedenfalls weiterhin trübe aus,
in:
Frankfurter Rundschau v. 06.07.

Im April hat uns Stefan SAUER noch die Ohren voll gejammert, dass aufgrund des demografischen Wandels die Ausbildungsplätze 2015 nicht belegt werden konnten. Jetzt wird uns verkündet:

"Erstmals seit Jahren meldet das deutsche Handwerk ein deutliches Plus bei neu geschlossenen Ausbildungsverträgen."

Hat sich also der demografische Wandel in Luft aufgelöst?

 
       
   

WIKTORIN, Anne (2016): Kaufrausch am Rhein.
HB-Serie Trendviertel 2016 (3): Kölner investieren besonders gern in Immobilien. Das treibt die Preise in der Millionenstadt unentwegt nach oben - für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen,
in:
Handelsblatt v. 06.07.

 
       
   

SPAHN, Jens (2016): Nicht die Zeit für neue Schulden.
Gastkommentar: Wo könnte man denn überhaupt zusätzliche Milliarden sinnvoll investieren?
in:
Handelsblatt v. 06.07.

"Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen",

verdummt uns Jens SPAHN mit neoliberalen Sprüchen. Wir werden mit Geld überschwemmt. Jedem wird erzählt, dass sich Schulden machen noch nie so gelohnt hat wie heutzutage, weil die Kredite günstig sind. Und SPAHN will uns erklären, dass dies ausgerechnet für den Bundeshaushalt nicht gilt? Investitionen werden von Neoliberalen vor allem jene in Beton und Asphalt, aber nicht in Humanvermögen begriffen. Dies ist fatal für unsere Zukunft, die ja angeblich eine Wissensgesellschaft ist.

"Die Marktkräfte wirken zu lassen hilft meist mehr als jede Fördermilliarde",

schwadroniert SPAHN. Was das anrichtet, hat die Commerzbank hinlänglich gezeigt, indem sie Milliarden am Finanzamt vorbei geschleust hat, zum Dank, dass sie nicht verstaatlicht, sondern gerettet wurde! Wer mit anonymen Marktkräften argumentiert, der will uns nur nicht sagen, wer jene sind, die davon profitieren.

 
       
   

FROMME, Herbert (2016): IWF fordert starke Aufsicht.
Sind deutsche Lebensversicherer ein Risiko fürs Finanzsystem,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 06.07.

Herbert FROMME berichtet über die Kritik des neoliberalen IWF, der den Einfluss des Bundesfinanzministeriums auf die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) zu groß hält. Konkret geht es um Berichterstattungspflichten (weniger Transparenz!) und die Exekutivdirektoren sollten nicht so einfach von der Bundesregierung entlassen werden können.

Den Lebensversicherern wird vom IWF eine "große Bedeutung für das Weltfinanzsystem" zugemessen, weil es um ein Anlagevolumen von 851 Milliarden Euro geht (Im Vergleich: Bei Bankeinlagen auf Giro- und Sparkonten geht es um 2,036 Billionen Euro. Das ist mehr als das Doppelte an Anlagevolumen!) . Dem IWF geht es jedoch in erster Linie um eine noch größere Konzentration der Marktmacht einzelner Unternehmen im Versicherungsbereich, wenn es heißt:

"Die Aufsicht solle das Recht bekommen, notleidende Versicherer zur Abgabe von Vertragsbeständen zu zwingen, entweder an einen anderen Versicherer oder an die Sicherungseinrichtung Protektor. (...). Der IWF-Vorschlag bedeutet, dass die Behörde viel früher die Übertragung an eine gesunde Gesellschaft erzwingen könnte."

Konkret geht es offenbar um die einfachere Durchsetzung der Übertragung von Altverträgen auf Abwicklungsgesellschaften. Solche Übertragungen gehen zu Lasten der Kunden. FROMME nennt die Basler Lebensversicherung, die ihre Bestände an die Frankfurter Leben loswerden möchte, aber seit 9 Monaten auf die Genehmigung der Bafin wartet. Der IWF will also Änderungen, die zu Lasten der Kunden gehen, wie ein Bericht der Zeitschrift Capital über Protector zeigt.

Außerdem will der IWF die Öffentlichkeit beruhigen, denn offenbar befürchtet man zu Recht, dass Kunden ihre unlukrativen Versicherungsverträge kündigen könnten, das soll verhindert werden. Betrachtet man die Printmedien, dann besteht hier keine Gefahr, denn diese warnen schon seit Jahren vor einer Kündigung - ganz im Sinne der Erfolgsstatistik privater Altersvorsorge.   

 
       
   

Das Single-Dasein in Frankreich

RÜHLE, Alex (2016): Verteilungskämpfe à la française.
SZ-Serie Bewegte Mitte (3): Der französische Soziologe François Dubet über die stille Panik der Mittelschichten, Geschmack als Statussymbol und Bildung als Machtmittel,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 06.07.

Alex RÜHLE befragt den französischen Mainstream-Soziologen François DUBET, der eine ähnliche Sicht wie bei uns Heinz BUDE vertritt. In Frankreich ist die Distinktion als Abgrenzungsmechanismus so bedeutsam wie hierzulande. DUBET hofft darauf, dass das Brexit in Großbritannien die EU-Befürworter stärkt. Die Befürchtung, dass bei Wahlen Denkzettel verteilt werden, ist dennoch groß.

 
       
   

FRÜHAUF, Markus (2016): Die Deutschen werden ängstlicher.
Sparmotive der Bundesbürger erinnern an Finanzkrise,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.07.

In diesen Tagen werden wir überschwemmt mit Umfragen zur Sparmotivation. Die FAZ präsentiert uns eine Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkasse, während uns die Welt eine Umfrage der RaboDirectbank präsentiert. Es hängt offenbar von den Geschäftsinteressen der Auftraggeber ab, welche Motive erfragt werden und damit überhaupt in den Blick kommen. Bei der Verbandsumfrage wurden doppelt so viele Menschen befragt wie von der Bank, der es also noch mehr um kostenlose PR durch die Medien ging als um eine aussagekräftige Umfrage. Wir erfahren in beiden Umfragen nichts über das Alter, das Geschlecht oder das Einkommen der Befragten. Und wir können auch nicht mit früheren Umfragen vergleichen, aus denen sich Rückschlüsse auf Änderungen ergeben könnten, sondern bekommen lediglich Interpretationen geliefert.

 
       
   

HOCK, Martin (2016): Zehn Tage entscheiden über den Erfolg von 17 Jahren.
Langfristiger Ertrag von Aktien stammt von wenigen Tagen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.07.

"Zeit ist bei der Aktienanlage wichtiger als der Zeitpunkt",

heißt das Motto, mit dem uns Aktien als Königsweg verkauft werden. Der Artikel beschäftigst sich jedoch gar nicht mit Aktien, sondern uns wird die Entwicklung eines Indexfonds präsentiert, dessen Rendite zudem hoch war. Die Entwicklung von speziellen Aktien kann davon aber extrem abweichen - Unternehmen können schließlich bankrott gehen und ihre Aktien damit vom Markt verschwinden. Der Artikel will uns letztendlich nur davon abhalten aufgrund des Brexit aus dem Aktiengeschäft auszusteigen, denn dies könnte den Aktienmarkt zum Absturz bringen. Alles andere ist allein unser Risiko!   

 
       
   

REICHEL, Reiner (2016): Wohnungen statt Äcker.
HB-Serie Trendviertel 2016 (2): In der Landeshauptstadt ist Wohnraum seit Jahren derart knapp, dass Experten immer öfter fordern, Gartenflächen in Bauland zu tauschen,
in:
Handelsblatt v. 05.07.

 
       
   

SCHWENN, Kerstin (2016): Längerer Rentenbezug trotz späteren Rentenbeginn.
Statistik zeigt: Rente mit 67 nur auf den ersten Blick,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.07.

Kerstin SCHWENN verdummt uns heute mit Berechnungen der neoliberalen INSM, die zu Zeiten von Rot-Grün die Regierung auf Agenda-Kurs trimmte.

Längerer Rentenbezug? Dazu liefert uns die angebliche Studie des INSM-Beauftragten Christian HAGIST (es handelt sich um einen mageren Blogeintrag, den SCHWENN größtenteils abgpinselt hat), der bei Bernd RAFFELHÜSCHEN promovierte, keine Daten, sondern nur zur Entwicklung der "Rest-Lebenserwartung" von 65-, 67-, 68-, und 69-Jährigen unterschiedlicher Geburtsjahrgänge. Beim Rentenbezug müsste stattdessen das faktische Renteneintrittsalter bis zum Tod ermittelt werden.

HAGIST zieht die Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes heran, denn diese sind anders als jene die Lebensversicherer benutzen, nicht auf die Besserverdienenden zugeschnitten, sondern auf den Bevölkerungsdurchschnitt und ermöglichen so eine Umverteilung von unten nach oben, denn Geringverdiener haben eine um bis zu 10 Jahre niedrigere Lebenserwartung als Spitzenverdiener.

Uns werden auch nicht Daten für alle Geburtsjahrgänge präsentiert, sondern nur diejenigen, die zur Argumentation passen. Folgende Zahlen präsentiert uns SCHWENN:

Männerjahrgang Restlebens-erwartung
im Alter von 65 Jahren
Restlebens-erwartung
im Alter von 67 Jahren
Restlebens-erwartung
im Alter von 68 Jahren
Restlebens-erwartung
im Alter von 69 Jahren
1926 16,2 Jahre      
1946 18,8 Jahre      
1964   18,9 Jahre    
1982     19,6 Jahre  
2002       20,3 Jahre

Trotz 2 Jahre längerem Arbeiten bleibt dem Männerjahrgang 1964 (Frauen werden erst gar nicht betrachtet) nur ca. 1 Monat Rentengewinn, was uns als Vorzug verkauft wird. Folgenden Vorschlag macht der neoliberale INSM zur Kopplung der Rente an die Lebenserwartung:

"Unterstelle man die Zahlen der Sterbetafeln und die Vorgabe, dass ein Jahr Zugewinn an Lebenserwartung acht Monate länger Arbeit und vier Monate länger Rente bedeuten solle."

Die Rente mit 67 verstößt also - entgegen dem Gesagten - gegen die Empfehlung, denn der Männerjahrgang 1964 muss ja 2 Jahre länger arbeiten und gewinnt nur etwa einen Monat Rente hinzu. Die Restlebenserwartung hätte 19,8 Jahre sein müssen, um dem Vorschlag zu entsprechen. Oder mit welchen Tricks wird hier gearbeitet, um auf ein Verhältnis von 2:1 zu kommen? HAGIST lässt sich darüber nicht aus.

Uns werden auch nur die Zahlen für die Männer präsentiert, die bekanntlich weit früher als die Frauen sterben. Da Männer bekanntlich nicht anders behandelt werden dürfen wie Frauen (siehe Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Einführung von Unisex-Tarife erzwungen hat), wird uns also nur die halbe Wahrheit erzählt.

Würde man die Lebenserwartungen für Frauen nehmen, dann sähe die Rechnung anders aus. Männer und Geringverdiener würden dann durch eine solche Kopplung zu den Verlierern gehören. Das BIB erklärt uns außerdem das Problem von Generationensterbetafeln, auf die HAGIST zurückgreift:

"Die Generationen- bzw. Kohortensterbetafeln beruhen im Gegensatz zu den Periodensterbetafeln auf den tatsächlichen altersspezifischen Sterblichkeiten der jeweiligen Kohorte, sie sind demzufolge Längsschnittmodelle. Eine Generationensterbetafel spiegelt den gesamten Sterblichkeitsverlauf der Angehörigen des jeweiligen Geburtsjahrgangs von der Geburt bis zum Tod wider. Dazu müssen aber alle Angehörigen des Geburtsjahrganges bereits verstorben sein, das heißt, eigentlich könnte die Generationensterbetafel erst über 100 Jahre später für die entsprechenden Kohorten erstellt werden. Um dies zu vermeiden, werden die noch fehlenden Werte geschätzt. Dies wird jedoch umso ungenauer, je jünger die betrachtete Kohorte ist. Außerdem treten auch bei dieser Längsschnittbetrachtung Einflüsse auf wie die Veränderung der lebenden Kohorte durch Ab- und Zuwanderungen, die die Ergebnisse „verfälschen“. Zu besonders starken Veränderungen haben hierbei die beiden Weltkriege geführt."

Es ist davon auszugehen, dass uns HAGIST hier eine Rechnung vorstellt, die auch ganz anders aussehen könnte, nämlich wesentlich ungünstiger, weil andere Berechnungsgrundlagen herangezogen werden. Es geht hier also lediglich darum bereits vor politischen Entscheidungen die Meinungsherrschaft im öffentlichen Diskurs zu gewinnen. In diesem Sinne ist dieser Beitrag zu sehen. Wo bleiben also die Gegenrechnungen? 

 
       
   

SCHWENN, Kerstin (2016): Unsoziale soziale Lasten.
Sozialausgaben wachsen stärker als die Wirtschaft - dennoch droht ein "Gerechtigkeitswahlkampf",
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.07.

Kerstin SCHWENN sind die Nachrichten zur Rentenversicherung zu positiv, weshalb sie uns nochmals die von der Unternehmenslobby propagierte Sichtweise nochmals wiederkäut. Ihre neoliberalen Hoffnungen setzt SCHWENN auf Andrea NAHLES - der Rest ist bereits Wahlkampfgetöse.

 
       
   

WILKE, Felicitas (2016): Die Gunst der Stunde.
SZ-Serie Leben mit dem Niedrigzins: Die Stadtkämmerin von Weiden erlebt jeden Tag, wie Städte von den Niedrigzinsen profitieren,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 04.07.

Felicitas WILKE stellt uns die neoliberale Stadtkämmerin Cornelia TAUBMANN als Vorzeigemodell für verschuldete Städte vor:

"81,6 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Stadt Weiden. (...). Als Stadtkämmerin ist Taubmann seit sechs Jahren für die Finanzen einer Stadt verantwortlich, die im reichen Bayern zu den armen Kommunen gehört. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent liegt die 40.000 Einwohner-Stadt auf dem vorletzten Platz in Bayern."

TAUBMANN nutzt die Niedrigzinsen, um die Schulden zu tilgen:

"Zehn Millionen Euro waren es in den vergangenen fünf Jahren. Etwa die Hälfte der Summe stamme aus bayerischen Fördergeldern für Kommunen mit hohen Soziallasten, die andere Hälfte könne man auf die niedrigen Zinsen zurückführten."

Neue Kredite können günstig aufgenommen werden. Investieren heißt in neoliberaler Manier jedoch die Bauwirtschaft zu subventionieren. Statt in Lehrer, wird nur in Steine investiert:

"Vor Kurzem ist die neue Fachoberschule fertig geworden, bald sollen weitere Bildungseinrichtungen renoviert werden."

Fazit: Wo Bildung drauf steht, ist meistens nur Bauwirtschaft drin! 

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2016): Ist Nahles eigentlich noch links?
Bosse loben sie, Sozialverbände attackieren sie: Andrea Nahles erfindet sich gerade mal wieder neu. Was führt sie im Schilde?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.07.

Andrea NAHLES hat eine sagenhaft rasante Karriere hingelegt. War sie bei Georg MECK & Rainer HANK vor 2 Jahren noch die Fröhliche Nervensäge bei der FAS, so ist sie bei Ralph BOLLMANN nun zum FAS-Liebling avanciert. Der Spiegel hatte diese Wende bereits Mitte Juni vollzogen. NAHLES wird als neoliberale Gegenspielerin zu Sigmar GABRIEL aufgebaut, der als SPD-Parteichef nicht nur wie NAHLES die Wirtschaft, sondern auch den kleinen Mann ansprechen muss. Mehr als beim Spiegel erfährt der Leser bei BOLLMANN auch nicht, außer:

"dass sie neuerdings keine Brille mehr trägt und dadurch weniger belehrend wirkt."

 
       
   

LOCKE, Stefan (2016): In Striesen ist immer Sonntag.
Wohnungsmarkt in Dresden: Der Dresdner Stadtteil mit seinen Villen hat die Ruhe weg. Doch dass sich die Stadt verändert spürt man auch hier,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.07.

Stefan LOCKE beschreibt die demografische Entwicklung Dresdens folgendermaßen:

"Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Dresden die fünftgrößte Stadt Deutschlands, 1933 lebten hier fast 650.000 Menschen. Nach Kriegsende 1945 waren davon noch gut zwei Drittel übrig, in der DDR wuchs die Einwohnerzahl wieder auf mehr als eine halbe Million. Doch Abwanderung und eine niedrige Geburtenrate nach der Wiedervereinigung ließen die Zahl bis Mitte der neunziger Jahre auf weniger als 450.000 schrumpfen, schon bald standen 20 Prozent der Wohnungen leer.
Die Stadt ließ daraufhin Zehntausende Wohnungen abreißen, vor allem in Plattenbaugebieten fiel - als »Stadtumbau Ost« getarnt - Block um Block. Im Zentrum dagegen sind sanierte »Platten« heute wieder sehr begehrt, denn der Trend hat sich längst gedreht. Seit Anfang des Jahrtausends wächst die Einwohnerzahl wieder, dem letzten Zwischenstand zufolge leben inzwischen 550.000 Menschen in Dresden, 100.000 mehr als noch vor 20 Jahren. Tendenz steigend. Im Gegensatz zum Umland, das weiter unter Einwohnerverlust leidet, gewinnt Dresden jedes Jahr rund 7.000 Einwohner hinzu, und mit 116 Neugeborenen je 10.000 Einwohnern führt die Stadt seit einigen Jahren auch noch Deutschlands Geburtenstatistik an."   

 
       
   

HÖFLINGER, Laura (2016): Neue Nähe.
Psychologie: Viele Menschen verbringen mehr Zeit mit ihrem Smartphone,  bei Chat und Spiel, als mit ihrer Familie. Sind wir vernetzt wie nie - und versinken doch in Einsamkeit? Nein: Es geht uns gut,
in:
Spiegel Nr.27 v. 02.07.

 
   
taz-Titelgeschichte: Ach, Mutter.
Die eine träumte von einem Baby; seitdem der Sohn da ist, vermisst sie ihr altes Leben. Die andere hat die Kinder nach der Trennung beim Vater gelassen. Wie Frauen eine sehr alte Rolle neu interpretieren 

KALARICKAL, Jasmin (2016): Der Sonne entgegen.
Erfüllung: Karo Weber weiß genau, was eine gute Mutter darf. Zu bereuen, dass man einen Sohn hat, gehört nicht dazu. Anne Bonnie Schindler ist gegangen. Weg von ihren Kindern. Männer tun das schließlich auch,
in:
TAZ v. 02.07.

Jasmin KALARICKAL erzählt uns die Geschichten zweier Mütter, die nicht gerade dem Idealbild deutscher Feuilletons entsprechen. Es geht um die Frage, was ein gute Mutter ist:

"In unseren Mythen symbolisieren zwei Figuren recht gut das schwarz-weiß gezeichnet Mutterbild in Westeuropa: Maria und Medea. Medea (...) ist das Worst-Case-Szenario der Mutterschaft: rachsüchtig, impulsiv, mörderisch:
Mit Maria beginnt das Neue Testament, (...) sie gebiert Jesus, ohne vorher Geschlechtsverkehr zu haben. Unbefleckt. Rein."

Vor diesem Hintergrund und den Geschehnissen im Dritten Reich wird uns das Bild der guten Mutter als besonders überhöht beschrieben:

"Bis heute müssen sich Frauen erklären, wenn sie keine Kinder haben wollen. Oder schlimmer noch, wenn sie bereuen, welche bekommen zu haben. Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte das amerikanische Netzmagazin Slate wieder eine Geschichte darüber, die Autorin fordert: »Germany, Set Free the Rabenmutter!«. Und es war Deutschland, wo eine Studie über bereuende Mütter besonders großen Aufruhr auslöste."

KALARICKAL erzählt uns die Geschichte einer Frau, die einen Rabenmutter-Verein gründen will und damit scheitert, weil deutsche Frauen lieber privat debattieren, statt das Mutter- bzw. Familienbild in der Öffentlichkeit zu verändern. Das tun in Deutschland schließlich nur unsere Journalistinnen.

 
       
   

Oliver Nachtwey - Die Abstiegsgesellschaft

REINECKE, Stefan (2016): Auf Beton bist du nichts.
Klassenunterschiede: Der Soziologe Oliver Nachtwey zeichnet in dem Essay "Die Abstiegsgesellschaft" ein differenziertes Bild der Bundesrepublik: Es geht abwärts - aber nicht für alle,
in:
TAZ v. 02.07.

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

RUEFER, Lisa (2016): Drei gewinnt.
Vater, Mutter, zwei Kinder: das Ideal von einer Familie. Doch wie viel Nachwuchs verträgt ein Paar?
in: Süddeutsche
Zeitung v. 02.07.

 
       
   

SAUER, Stefan (2016): Arbeitslose haben das Nachsehen.
Analyse: Die Bundesagentur für Arbeit bestreitet aus Mitteln, die für die Betreuung von Langzeitlosen bestimmt sind, einen Teil ihrer Verwaltungskosten. Das darf sie, sinnvoll ist das aber nicht,
in:
Frankfurter Rundschau v. 02.07.

 
       
   

WOLFF, Volker (2016): Immer Ärger mit den Magerzinsen.
Die Vermögensfrage: Die Zinsen der Lebensversicherungen rutschen unaufhaltsam, eine reale Kapitalerhaltung scheint bei neuen Verträgen unmöglich. Und bei alten Verträgen wird sie immer problematischer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.07.

Volker WOLFF stellt uns einen der wenigen behördlich zugelassenen Versicherungsberater vor: Stefan ALBERS.

"Zinsen auf Rentenversicherungen (sind) seit der Jahrtausendwende regelrecht eingebrochen: Nach Angaben des Statistikportals Statista von 7,15 Prozent im Jahre 2000 auf 2,86 im Jahre 2016. Tendenz weiter fallend, wobei festzuhalten ist, dass es die Magerzinsen nie auf die gesamten Beträge gibt, sondern immer nur auf das, was von den nach Kosten und Abzügen für den diversen Versicherungsschutz so übrig bleibt",

erklärt uns WOLFF die Lage schonungsloser als sonst in der FAZ, wo meist nur die Interessen der Finanzdienstleister und nicht deren Kunden im Fokus stehen.

 
       
   

KROHN, Philipp (2016): Starke Lebensversicherer hängen die schwachen immer mehr ab.
Analyse: Allianz und Alte Leipziger eilen der Ergo davon,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.07.

 
   

LEUBECHER, Marcel (2016): Magnet für Millionen.
Bei EU-Migranten ist Deutschland das beliebteste Ziel. 2015 erreichte ihre Zahl ein Allzeithoch,
in:
Welt v. 02.07.

 
   
FRANKFURTER RUNDSCHAU-Wirtschaftsthema: Nicht ohne meine Hebamme.
Die Geburtshelferinnen schlagen Alarm. Teure Versicherungen bedrohen den Berufsstand 

TINNAPPEL, Friederike (2016): "Kaum noch guter Hoffnung".
Hebammen wie Susanne Otte-Seybold bleibt am Ende oft nur der Mindestlohn,
in:
Frankfurter Rundschau v. 01.07.

Die Frankfurter Rundschau nutzt die Veröffentlichung der vorläufigen Geburtenzahlen für das Jahr 2015, um Interessenpolitik für die Hebammen zu betreiben.

 
       
   

BUTTERWEGGE, Christoph (2016): Unter der Armutsgrenze.
Gastbeitrag: Der Mindestlohn darf kein Armutslohn sein. Deshalb muss er auf zehn Euro erhöht werden,
in:
Frankfurter Rundschau v. 01.07.

"Ein gesetzlicher Mindestlohn sollte das soziokulturelle Existenzminimum der arbeitenden Menschen sicherstellen, Erwerbsarmut vermeiden, den Betroffenen über die Niedriglohnschwelle (zwei Drittel des mittleren Lohns) helfen sowie Altersarmut und die Abhängigkeit von staatlichen Grundsicherungsleistungen verhindern. Der neu festgesetzte Mindestlohn von 8,84 Euro führt seine Bezieher in den meisten Fällen nicht einmal aus Hartz IV heraus. Um nach 45-jähriger Vollzeitberufstätigkeit eine Rente oberhalb der Grundsicherung im Alter zu gewährleisten, müsste der Stundenlohn nach Regierungsangaben sogar 11,68 Euro betragen", kritisiert der Sozialwissenschaftler Christoph BUTTERWEGGE.

 
   
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG-Tagesthema: Mehr Lust auf Kinder?
In Deutschland hat ein neuer Babyboom eingesetzt - doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen 

SCHAIBLE, Ira (2016): Mehr Babys - mehr Hochzeiten.
Familie steht wieder hoch im Kurs - Trotzdem wird die Kluft zwischen Sterbefällen und Geburten größer,
in:
Rhein-Neckar-Zeitung v. 01.07.

BIK (2016): Babyboom auch in Heidelberg.
Stadt wächst kontinuierlich,
in:
Rhein-Neckar-Zeitung v. 01.07.

ALTMEIER, Christian (2016): Überaltert.
Kommentar zu den steigenden Geburtenzahlen,
in:
Rhein-Neckar-Zeitung v. 01.07.

 
       
   

Die Pressemitteilung Mehr Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen des Statistischen Bundesamtes in den Medien

BERNDT, Christina (2016): Zwergenaufstand.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so viele Kinder geboren wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Ist das eine Zeitenwende? Oder nur das Ergebnis eines kleinen Babybooms in den 1980er-Jahren?
in: Süddeutsche
Zeitung v. 01.07.

BERNDT, Christina (2016): Willkommenskultur für Babys.
Kommentar,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 01.07.

MENKENS, Sabine (2016): Die Enkel der Babyboomer.
In Deutschland werden wieder deutlich mehr Kinder geboren. Doch sie können die Lücke, die durch Sterbefälle entstehen, nicht schließen,
in: Welt
v. 01.07.

MENKENS, Sabine (2016): Boom, Baby, boom.
Kommentar,
in: Welt
v. 01.07.

LUDWIG, Werner (2016): "Die Bevölkerung wird weiter schrumpfen".
Interview: Die Berliner Demografie-Expertin Franziska Woellert sieht im Anstieg der Geburtenzahlen noch keine grundsätzliche Wende,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 01.07.

THELEN, Peter (2016): Berliner Geburts-Tag.
Die Zahl der Neugeborenen steigt auf höchsten Stand seit 15 Jahren. In den Ballungszentren birgt der Boom neue Probleme,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

 
       
   

KROHN, Philipp (2016): Folgen der Finanzkrise drehen Altersvorsorge um.
Banken waren Verursacher, Versicherer die Überträger, Pensionseinrichtungen sind Opfer der Finanzmisere. Versicherungsmathematiker suchen nach Auswegen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.07.

Die Überschrift könnte auf Selbstkritik hindeuten, tut es aber nicht, sondern im Gegenteil. Philipp KROHN war auf einer Presseveranstaltung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Das sei ein

"Zusammenschluss von 4800 deutschen Versicherungsmathematikern, die für die Stabilität von Vorsorgeeinrichtungen zuständig sind".

Man sollte dies eher als Lobbyverband der Finanzdienstleister bezeichnen, denn statt die eigene Misere aufzuarbeiten, bringt uns KROHN lediglich die Forderungen der Verantwortlichen für die betriebliche Altersversorgung und Lebensversicherer an die Politik mit.

Die Finanzdienstleister hätten gerne mehr Handlungsspielräume, die ihnen die Politik verschaffen solle. So wollen die Lobbyisten der betrieblichen Altersversorgung Unterdeckungen zugelassen haben und die Arbeitgeber sollen selbst bei Kürzungen der Betriebsrenten nicht dafür gerade stehen müssen, sondern die Arbeitnehmer sollen diese selber tragen.

Die Lebensversicherer drohen mit der Stilllegung ihres Neugeschäfts, wenn die Auflagen für die Zinszusatzreserve nicht gelockert werden.

An die Erhöhung der Eigenkapitalquote denken die Lobbyisten nicht, denn sie wollen schließlich ihre Aktionäre nicht vergraulen - und damit auch ihren eigenen Verdienst nicht schmälern:

"Das Problem ist, dass einen Wertverlust allein der Aktionär trägt, während an einer Wertaufholung zu 90 Prozent der Versicherte partizipieren muss",

wird uns das im schönsten Managerslang verklausuliert.

 
       
   

WAGNER, Gerald (2016): Alles ist in Bewegung.
Die Flüchtlingskrise hat der Migrationsforschung enormen Bedeutungszuwachs verschafft. Sie ist jetzt eine politische Stimme, die Fehleinschätzungen der Politik korrigieren will. Doch was ist das rechte Maß der Integration?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.07.

 
       
   

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Sozialstaat wächst schneller als die Wirtschaft.
Gesamtausgaben steigen auf 888 Milliarden Euro. Arbeitgeber finanzieren gut ein Drittel,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.07.

Dietrich CREUTZBURG interessieren am Sozialbudget 2015 lediglich die Ausgaben, aber nicht die Leistungen, denn angeblich finanzieren diese zum größten Teil die Arbeitgeber - den Beleg bleibt CREUTZBURG schuldig, denn wer hat dann die anderen zwei Drittel finanziert?

 
       
   

REINERS, Willi (2016): Sozialausgaben auf neuem Höchststand.
Rekord: Das Sozialbudget steigt, der Faktor Arbeit wird teurer. Die Wirtschaft zeigt sich besorgt, die Politik ebenfalls,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 01.07.

Auch Willi REINERS präsentiert uns wie Kerstin SCHWENN in der FAZ nur die Sicht der Unternehmenslobby. Für Autoritätsgläubige präsentiert uns REINERS auch noch einen Adligen, dessen Nähe zu diversen Unternehmen er wohlweislich verschweigt und nur die CDU-Mitgliedschaft hervorhebt. Uns werden also keinerlei alternativen Sichtweisen angeboten, sondern nur die einseitige, neoliberal Position.

 
       
   

JAHBERG, Heike & Rainer WORATSCHKA (2016): Mit 67 noch immer nicht Schluss?
Der IWF trübt die Freude über Rekordrentenerhöhung mit Forderungen nach längerem Arbeiten,
in:
Tagesspiegel v. 01.07.

JAHBERG & WORATSCHKA konfrontieren uns - rechtzeitig zur heutigen Rentenerhöhung zuerst mit der Forderung von Annelie BUNTENBACH (DGB), das Niveau der gesetzlichen Rente zu erhöhen, um uns dann mit der neoliberalen Keule zu kommen. Der neoliberale IWF, ein Sprachrohr des Bundesfinanzministeriums, erklärt uns, dass ein noch späteres Renteneintrittsalter als 67 notwendig sei. Carola REIMANN sieht angesichts des faktischen Renteneintrittsalters von 64,2 Jahren erst einmal in der Kluftschließung die Aufgabe. Gert G. WAGNER plädiert für eine Erhöhung der Erwerbsminderungsrente. Clemens FUEST sieht für ein höheres Renteneintrittsalter erst ab 2030 Bedarf und will lieber die Rückabwicklung der Agenda-Reformen verhindern. Auch die Bevölkerung sei gegen ein längeres Arbeiten, wird uns mit Hinweis auf eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Apotheken-Umschau erklärt.

Die Rente sei außerdem der größte Ausgabenblock beim Sozialbudget 2015, was vor allem an den vielen versicherungsfremden Leistungen liegt, die der Rentenversicherung aufgebürdet wurden (z.B. Kosten der Wiedervereinigung, Mütterrente und Grundsicherung). Würden die einzelnen Posten separat aufgegliedert, dann wäre das Bild aussagekräftiger.   

 
       
   

Gebietsreformen in der Debatte

FRITZSCHE, Andreas (2016): Kreisreform verlässt die Talsohle.
Die Linke in Cottbus zeigt sich inzwischen dem Projekt gegenüber wieder aufgeschlossen,
in:
Neues Deutschland v. 01.07.

 
       
   

HANDELSBLATT-Immobilienspezial: Trendviertel 2016

REICHEL, Reiner & Anne WIKTORIN (2016): Der Wahnsinn geht weiter.
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Eine Exklusiv-Studie verrät, in welchen Trendvierteln deutscher Metropolen Mieten und Kaufpreise besonders schnell steigen. Ein Ende des ImmobiIienbooms ist nicht in Sicht, Wohneigentum für Normalverdiener oft kaum noch erschwinglich. Wir müssen wieder lernen, billiger zu bauen,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

REICHEL, Reiner (2016): Das Märchen vom konstanten Preis.
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Die Immobilienlobby erzählt uns: Dank niedriger Zinsen sei Wohneigentum so erschwinglich wie eh und je. Ein Irrtum, wie ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

KERSTIN, Silke (2016): "Stadtleben bedeutet auch Unruhe".
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Die Bundesbauministerin über bezahlbaren Wohnraum und Klimaziele, Wohnungsmangel in Deutschland und das von ihr geplante "urbane Gebiet". Dort soll eine dichtere Bebauung möglich sein - und mehr Lärm erlaubt als bisher,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

KERSTIN, Silke (2016): Jenseits des Hypes.
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Der Zuzug in die Hauptstadt hält an, der Wohnungsmangel auch. Überall wird kräftig gebaut - und zwar nicht nur hochpreisiger Wohnraum,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

BUCHENAU, Martin-Werner (2016): Ausweg Hochhaus.
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Seit Jahren wird in Stuttgart zu wenig gebaut. Zudem haben innerstädtische Flächen den Vorzug vor nicht erschlossenen Neubaugebieten. Das treibt die Preise in der Boomtown,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

REICHEL, Reiner (2016): Gern unterschätzt.
HB-Serie Trendviertel 2016 (1): Klischee und Wirklichkeit lieben in kaum einer anderen Stadt so weit auseinander wie in Essen. Langfristigen Investoren bieten sich hier gute Chancen,
in:
Handelsblatt v. 01.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Island

PIPER, Nikolaus (2016): Das größere Wunder.
Island schafft nicht nur im Fußball Erstaunliches, sondern auch in der Wirtschaft: 2008 war das Land praktisch pleite, heute erlebt es einen regelrechten Boom, der Ökonomen staunen lässt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 01.07.

 
       
   

NAKIELSKI, Hans (2016): Auch Arbeitnehmer sollten freiwillig einzahlen dürfen.
Position: Gesetzliche Rentenversicherung,
in:
Soziale Sicherheit, Heft 7

Hans NAKIELSKI hält die Rendite der gesetzlichen Rente für höher als z.B. einer privaten Sofortrente, weshalb er für die Möglichkeit von freiwilligen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung auch bei gesetzlich Versicherten plädiert. Erst am Schluss geht er darauf ein, dass ältere Versicherte dies bereits können, um z.B. Abschläge bei einer Frührente zu vermeiden. 

 
       
   

WINKEL, Rolf (2016): Welche Rentenerhöhung gilt für diejenigen, die im Osten und Westen gearbeitet haben?
Alterssicherung: Rentenplus um 5,95 oder 4,25 Prozent,
in:
Soziale Sicherheit, Heft 7

In der öffentlichen Debatte wird gerne von Ostdeutschen und Westdeutschen gesprochen, wenn es um die unterschiedlichen Modalitäten der Renten geht. Rolf WINKEL stellt dagegen klar, dass es nicht darauf ankommt, wo jemand geboren ist oder wohnt, sondern nur auf den Beschäftigungsort, ob jemand Entgeltpunkte auf West- bzw. Ostniveau erwirbt. WINKEL klärt darüber auf, was passiert, wenn jemand sowohl im Osten als auch im Westen gearbeitet hat, wie sich das auf den Leistungsbezug oder auf die Hinterbliebenenrente auswirkt.

Bei der Anerkennung von Kindererziehungszeiten wiederum kommt es nur auf den Wohnort des Erziehungsberechtigten an. Die Erziehungsleistung von Prenzlauer Berg-Eltern ist deshalb  weniger wert als jene von Kreuzberger Eltern.  

WINKEL, Rolf & Hans NAKIELSKI 2016): Höhere Renten ab Juli - auch für Witwen und Witwer,
in:
Soziale Sicherheit, Heft 7

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

VONTOBEL, Werner (2016): Eidgenössische Irrtümer.
Das Schweizer Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge eignet sich nicht als Vorbild. Trotzdem könnte Deutschland davon lernen,
in: Cicero, Juli

 
       
   

Liebeskummer in der Debatte

MAURER, Marco (2016): Herr Bischoff hört nicht auf zu lieben.
Fast jeder von uns hat schon einmal unter einer Trennung gelitten. Es heißt, die Zeit heile alle Wunden. Aber was ist, wenn die Zeit selber zur Wunde wird?
in: Neon, Juli

 
       
   

REH, Aicha/KAPPEL, Sara/SCHNEIDER, Amélie (2016): Für immer und jetzt.
Fünf Paare erzählen, warum sie ein Leben lang zusammen bleiben wollen - und Heiraten nicht nur eine Frage des Gefühls ist, sondern auch des Stils
in: Neon, Juli

Entwickelt sich Neon nun zu einem Modemagazin? Bei dem Beitrag ist jedenfalls nicht mehr klar, ob das noch Journalismus ist oder doch nur PR.

 
       
   

BUCHHOLZ, Jenny (2016): Ehrliche Kontaktanzeigen,
in: Neon, Juli

 
       
 

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Zu den News vom 23. - 30. Juni 2016
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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