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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 01. - 08. März 2004

 
       
     
     
     
       
   

Zitat des Monats:

"Der »Morgen danach«, der Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht (...) ist eine Art mehrdeutiges Intervall, an dem die verschiedenen konstitutiven Elemente der Liebe ins Spiel kommen können. Die Leidenschaft des Vorabends ist zur Ruhe gekommen, die Atmosphäre ist ruhiger; zärtliche Sinnlichkeit kann das Verlangen jedoch wieder zum Erwachen bringen. Alles ist möglich am Morgen danach, es ist ein besonders inhaltsreicher und offener Augenblick. (...).
Die typischen Szenen (das Aufwachen, das Bett als Refugium, das Aufstehen, der Gang ins Badezimmer und das Frühstück) spielen sich innerhalb weniger Stunden ab und beschränken sich auf zwei oder drei Zimmer (das Schlafzimmer, das Badezimmer, die Essecke). (...).
Der Morgen danach ist (...) ein entscheidendes Ereignis, ein Ereignis, das heute in der Folge von Mikro-Abenteuern, die Auslöser für ein Leben zu zweit sind, das entscheidendste ist. In seiner scheinbaren Bedeutungslosigkeit (...) ist der Morgen danach alles andere als ein Nicht-Ereignis. Denn fortan entscheidet sich am Morgen danach die Zukunft des Paares."
(aus: Jean-Claude Kaufmann "Der Morgen danach", 2004, S.10ff.)

 
       
       
   
Der Internationale Frauentag wird seit mehreren Jahren immer stärker zu einer Art zweitem Muttertag umfunktioniert. Die Berliner Zeitung ist dafür dieses Jahr das beste Beispiel. Einzig die taz widmet dem internationalen Aspekt ein eigenes Dossier.
  • GAJEVIC, Mira (2004): Kinder als Karrierebremse
    in: Berliner Zeitung v. 08.03.

  • GAJEVIC, Mira (2004): "Männer müssen stärker in die Verantwortung genommen werden",
    in: Berliner Zeitung v. 08.03.

    GAJEVIC befragt die Soziologin Jutta ALMENDINGER:  "Muss eine Frau, die Karriere machen will, also Single sein?
    Gut qualifizierte Frauen sind meistens mit ebenso gut qualifizierten Männern verheiratet, oder aber sie sind wesentlich öfter als Männer allein stehend. Das heißt, Frauen haben keinen Mann im Hintergrund, der ihnen zuhause die Arbeit abnimmt. Wir brauchen also wieder eine Diskussion über die stärkere Teilhabe von Männern an der Erziehung und an der Hausarbeit.
    "

    Bereits die Fragestellung impliziert, dass Frauen Mütter sein müssen. Es wird also unterstellt, dass ALLE kinderlosen Frauen ungewollt kinderlos sind. Es wird bestritten, dass Frauen wählen können. Der Aufschub des Kinderwunsches, wie ihn z.B. hoch qualifizierte Karrierefrauen praktizieren, wird im Zeitalter der Demografiepolitik als abweichendes Verhalten gesehen.

    Ingrid HERLYN, Dorothea KRÜGER und Claudia HEINZELMANN haben im Jahr 2002 erste Ergebnisse eines DFG-geförderten Forschungsprojekts zur späten ersten Mutterschaft vorgestellt (Sonderheft 2 der Zeitschrift für Familienforschung). In den alten Bundesländern bekamen 1999 bereits über 13 % der Mütter ihr Kind mit 35 Jahren oder später. Die Hauptgruppe sind hochqualifizierte Frauen, die verheiratet sind und deren Partner entweder ein gleich hohes oder höheres Einkommen erzielt. Das Erstaunlichste ist jedoch, dass die mediale Hysterie bezüglich In-vitro-Fertilisation keine empirische Grundlage hat. Die Autoren stellen vielmehr fest:

    "Auffallend ist jedenfalls die sehr geringe Quote von Geburten nach In-vitro-Fertilisation, sie ist weitaus niedriger als wir aufgrund von Expertengesprächen erwarteten."

    In den alten Bundesländern war dies nur bei 2 % der Frauen der Fall! Dass Karrierefrauen öfters allein stehend sind, heißt nicht - wie das im Artikel behauptet wird - dass diese Frauen auch partnerlos sind. Es heißt nur, dass der "Mann" (warum keine Frau?) im Hintergrund kein Ehemann ist! Die Untersuchungen einer Forschungsgruppe um Hans-Peter BLOSSFELD hat herausgefunden, dass vor allem die traditionelle Orientierung der Geschlechter dafür verantwortlich ist, dass Karrierefrauen unverheiratet bleiben. Gemäß der gesellschaftlichen Norm wird von Frauen die Aufwärtsheirat erwartet. Bei Männern ist dagegen in traditioneller Weise die Abwärtsheirat üblich. Infolge dessen ergibt sich für Karrierefrauen ein "Heiratsengpass". Dies sagt aber nichts über die Verbreitung von Partnerlosigkeit unter Karrierefrauen aus. Allein stehende Frauen können Alleinlebende mit einer Partnerbeziehung (Living apart together) sein oder in nichtehelichen Lebensgemeinschaften leben.

    • ULLRICH, Charlotte (2004): Nichts spüren. Nichts sehen. Nichts riechen.
      Zur Inszenierung von Weiblichkeit in der Menstruationshygienewerbung. Was die moderne Frau ausmacht oder: Wie Weiblichkeit inszeniert wird. Eine Analyse der o.b.-Werbung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.

    • PIOTROWSKA, Monika (2004): Die Tochter der Mutter-Polin.
      Während die Frauen im Westen sich für Gleichberechtigung einsetzten, kämpften die Frauen in Polen für ihre Nation. Damit ist jetzt Schluss. Die junge Polin von heute kümmert sich um Männer, Schönheit, Karriere. Das all dies den Sinn des Lebens ausmacht, zeigen ihr westliche Modejournale,
      in: TAZ v. 08.03.

    • BEIKLER, Sabine (2004): "Es gibt viele Vorbehalte gegen Frauen".
      Die Grünen-Politikerin Husen über Wandel und Respekt,
      in: Tagesspiegel v. 08.03.

HUSEN fordert eine Politik für die Mütterelite: "Am Montag will Familienministerin Renate Schmidt ein Konzept zur Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung vorstellen. Was halten Sie von einem solchen Konzept?
Das Konzept ist ein Schritt, aber es wird nicht der große Wurf sein. Wir brauchen einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, der Frauen in der Wirtschaft als gleichberechtigte Akteurinnen wahrnimmt. Auf unserer Grünen-Bundesfrauenkonferenz am Wochenende haben wir darüber gesprochen.
40 Prozent der Akademikerinnen sind kinderlos. Wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie das einzige Problem wäre, müssten diese Frauen alle in Top-Positionen gelandet sein. Dem ist aber nicht so. Es gibt Vorbehalte gegenüber Frauen, die über die Rolle als Mutter hinausgehen. Ein intelligentes Konzept wäre: Abschaffung des Erziehungsgeldes, dafür Verkürzung der Erziehungszeit bei vollem Lohnausgleich, hohe Steuerfreibeträge für Kinder beziehungsweise kostendeckende Ausgleichszahlungen.
"
 
   
Die SPD im Sinkflug, die CDU/CSU/FDP stilisieren sich als die neoliberalere Alternative. Die Grünen üben sich im beredten Schweigen. Das Parteien-Establishment bietet keine wählbaren Alternativen mehr, weswegen die Mehrheit der Bundesbürger inzwischen der Partei der Nichtwähler angehört. Eine fatale Entwicklung für eine lebendige Demokratie. SCHRÖDER und die Gewerkschaftsspitzen freuen sich über die Opposition, die der desolaten SPD zuarbeitet. Solange keine alternative Partei existiert, die sich die wirkliche - sozialgerechte - Erneuerung des Sozialstaats auf die Fahnen schreibt, wird in Deutschland eine Reformstaurhetorik gepflegt, die nur den besser verdienenden Besitzstandswahrern zugute kommt.

Stephan LESSENICH, ein Angehöriger der Generation Golf, hat in dem Essay Auf welcher Baustelle wollen wir leben? (Soziologische Revue, Januar 2004, S.29-43) die sozialpolitische Kontinuitätssemantik und ihre Kehrseite, die Reformstaurhetorik, hinterfragt. Demnach wurde bereits im Jahr 1975 die sozialpolitische Wende eingeleitet, denn seit damals sind die Sozialausgaben in Deutschland relativ zum wachsenden Problemdruck durch die "Arbeitslosen- und Seniorenquote" nicht mehr gestiegen, sondern gesunken. Sein Resümee: Reformstaudiskurs und Sozialstaatsrückbau koexistieren!

LESSENICH setzt sich in dem Essay auch mit den Vorwürfen des Feuilleton-Revoluzzers Jürgen KAUBE ("Will ich auch haben", FAZ, 28.08.2003) auseinander. KAUBE hatte die "Infantilisierung der Bürger durch den Sozialstaat" diagnostiziert und forderte von der Soziologie, seine Diagnose anhand einer "Pathologie der sozialstaatlichen Entwicklung" zu bestätigen. LESSENICH stimmt KAUBE zwar zu, dass eine politische Theorie des Umverteilungsstaats bisher allenfalls in Ansätzen existiert, aber der Diagnose von KAUBE, die sich einem ganz spezifischen Sozialstaatsverständnis verdankt, mag LESSENICH nicht folgen, denn

"zwischen der »Armenhilfe« und der umfassenden »Lebenssicherung« (...), zwischen Modellen staatlicher und nicht-staatlicher Wohlfahrtsproduktion (existiert) ein breites Spektrum möglicher ordnungspolitischer Wertentscheidungen."

LESSENICH kritisiert mit Hilfe eines Ansatzes des dänischen Politikwissenschaftlers Gösta ESPING-ANDERSEN die rein monetäre Sichtweise politischer Ansätze. Stattdessen geht es LESSENICH um eine normative Grundlegung der Sozialstaatstätigkeit. Die Bezugnahme auf ESPING-ANDERSEN weist darauf hin, dass es LESSENICH primär um eine familienfreundlichere Ausrichtung der Sozialpolitik geht. Solange eine solche Politik nicht singlefeindlich ist, wäre dagegen nichts einzuwenden. 

 
     
     
   
  • NATORP, Klaus (2004): Neue Kinder braucht das Land.
    Die Bevölkerung schrumpft. Einwanderung ist kein Weg aus der dem demografischen Falle,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.03.

 
   
  • ALBERS, Markus & Antje WEWER (2004): Sind Frauen faul?
    Viele hoch qualifizierte weibliche Arbeitskräfte werfen die Karriere hin und bleiben zu Hause. Warum eigentlich?
    in: Welt am Sonntag v. 07.03.

 
     
   
  • SCHLAFFER, Hannelore (2004): Die emanzipierte Frau
    ...entsteigt der Mottenkiste des Mannes,
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio v. 06.03.

 
   
  • REINECKE, Stefan (2004): Glanzvolle Tücke.
    Schriften zu Zeitschriften: Die Zeitschrift "Ästhetik & Kommunikation" beschäftigt sich mit dem Geschichtsgefühl. Zu vermelden gibt es dabei einen Generationskampf von Thirtysomething-Intellektuellen mit der vergangenheitsversessenen Linken
    in: TAZ v. 06.03.

Stefan REINECKE rechnet u.a. mit dem neokonservativen Historiker Paul NOLTE ab, der - wenn es dem Sozialstaatsabbau dient - auch für die Regierungs-taz schreiben darf: "Wenn man diesem Heft der Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation glaubt, schlägt erst mal die Stunde der Abrechnung und eines etwas virtuell anmutenden Generationskampfes. Der konservative intellektuelle Jungstar Paul Nolte nimmt sich »Jürgen Habermas und das bundesrepublikanische Geschichtsgefühl« vor und entwirft eine Kritik der Linken (die allerdings nicht so neu ist, wie der Autor zu glauben scheint). Die Linke hat sich, so Nolte, nachdem sie ihres 68er-Fortschrittsglaubens beraubt war, auf die Vergangenheitspolitik gestürzt wie ein Ertrinkender auf das Floß.
Das Ergebnis ist, laut Nolte, eine satte, vergangenheitsversessene Linke, der zu den wirklichen Fragen, wie Renten- und Gesundheitsreform, vor lauter Nation und Geschichte längst nichts mehr einfällt. Das klingt forsch und ausreichend respektlos. Anderseits fragt sich, ob uns eine Brandrede von Günter Grass gegen die Praxisgebühr oder ein Essay von Enzensberger über die Rentenformel wirklich weiterhelfen würde."
 
     
   
  • BREITENSTEIN, Andreas (2004): Die Pornografie des Widerstands.
    Matias Faldbakken präsentiert "The Cocka Hola Companie",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

"Was ist obszöner? Die scheinbar ganz normale Doppelmoral von arrivierten Wohlstandsbürgern, die es sich in ihrer Selbstverwirklichungs- und Weltverbesserungsideologie bequem gemacht haben und das «Böse», das sie andern tagsüber öffentlich austreiben, spätabends privat selber praktizieren? Oder der Zynismus von Unterbelichteten wie Unterprivilegierten, die Pornografie als lukratives Geschäft betreiben und es sich so leisten, aktiv den Welthass zu pflegen? Es ist der junge norwegische Schriftsteller und Künstler Matias Faldbakken (geb. 1973), der diese aporetische Frage in seinem zum Kultbuch avancierten Roman aufwirft, der bereits im Titel alle Karten aufdeckt: «The Cocka Hola Company. Skandinavische Misanthropie». Von Sex, Lüge und Video, von Glück, Neurose und Anarchismus handelt der Text und ist in der Tat nicht geeignet, einen zum Menschenfreund zu machen. Die Durchsexualisierung der postmodernen Lebenswelt, die Michel Houellebecq als «Ausweitung der Kampfzone» beschrieben hat, ist hier in ihrer nordischen Ausprägung zu besichtigen, sprich: mit den Zutaten Melancholie, Alkohol und einem ebenso irren wie lichten Witz, der die Lektüre dieses von Hinrich Schmidt-Henkel glänzend übersetzten Romans bei allem Ekel durchaus erträglich macht", meint Andreas BREITENSTEIN.
 
   
  • HAMMERSTEIN, Lukas (2004): Arm - auf höchstem Niveau.
    Wir erleben heute ein Elend im Luxus, das den Reichtum ringsum zur Voraussetzung hat - und doch zur rechten Armut werden kann,
    in: Der Standard v. 06.03.

Der Schriftsteller Lukas HAMMERSTEIN doziert über die eigene gefühlte Armut. Um sich nicht so verloren damit zu fühlen, verbrüdert er sich gleich mit der ganzen ersten Welt (Ulrich BECK ist der moderne Ahnherr dieses individualisierungstheoretischen Missverständnisses). Neuerdings fühlt man sich auch gerne der globalen Klasse (gegebenenfalls auch in globalisierungskritischer Perspektive) zugehörig.

HAMMERSTEIN ist wider Willen ein Lehrbeispiel für jene selbstgefälligen Angehörigen unserer Bobo-Mittelschicht-Eliten, die mit der Angst vor dem Absturz kokettieren und dabei jegliches Gefühl für die eigene soziale Lage in dieser Gesellschaft verloren hat:

"Plötzlich wollen alle wieder arm sein. Ich rede nicht von den wirklich Armen, sondern von denen, die es für eine Nacht sein wollen, um etwas von der Aura, der Authentizität, dem Anspruch der Armut abzubekommen. Ich rede von uns Mitteleuropäern, die wir eines Reichtums müde sind, der nicht mehr sicher ist. Plötzlich spüren wir den Sexappeal der Straße wieder, des Risikos, eines relativen Elends. Wir wollen dazugehören - und zurzeit fließt die Energie nun einmal durchs globale Getto, der dem Kapital abgewandten Seite der Geschichte. Wir wollen dem Volk von Seattle und Genua angehören, dem Volk von Bombay oder nur Pankow in Berlin. Nach den kurzen wilden Jahren der Angst vor einem Leben ohne Ruhm und Glanz fürchten wir nun wieder, satt zu sein, zufrieden, reich. Deshalb sieht man uns leise lächeln, wenn sich ein nicht zu krasses Elend zeigt, wenn der Chef einer Bundesagentur entlassen wird, wenn noch ein Hochhaus leer steht, wenn ein paar Leute freigesetzt werden, die wir selbst sein könnten. Deshalb sehen die Models auf den Laufstegs von Mailand und Paris dieses Jahr so wunderbar verloren, ausgesetzt, fast hässlich aus. Darum finden wir Josef Ackermann mit dem Victory-Zeichen vor dem Gerichtssaal nicht mehr lässig, sondern abstoßend. Deshalb sehen manche wieder so verwegen aus, als kämen sie von der Straße, deshalb tragen wir alte Sneakers und Out-of-bed-Frisur und treten die Enden der Hosenbeine in den Schnee. Wir sind arm geworden - auf höchstem Niveau."

 
   
  • FRANKFURTER RUNDSCHAU (2004): Aufruf von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
    Das sozialkulturelle Existenzminimum in der Abwärtsspirale. Die geplante Regelsatzverordnung beschädigt einen Eckwert des deutschen Sozialstaats,
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.03.

  • HANESCH, Walter (2004): Das letzte Netz droht zu reißen.
    Die Sozialhilfereform im Windschatten der Hartz-Reformen und im Spannungsfeld widersprüchlicher Interessen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.03.

 
   
  • FÜLLBERTH, Georg (2004): Ist der Kapitalismus parasitär?
    Die Frage ist beantwortet. Nur werden die Menschen mit der Antwort nicht fertig,
    in: Freitag Nr.11 v. 05.03.

 
   
  • DIECKMANN, Christoph (2004): Das Volk zerfällt, die Klassen kehren wieder.
    Wirtschaft - Macht - Staat. Vorrevolutionäre Vermutungen,
    in: Freitag Nr.11 v. 05.03.

 
   
  • NUNGEßER, Karin (2004): Der dritte Mann.
    Blind Copy.
    Mindestens 500 bis 1.000 Kinder werden in Deutschland jährlich per Insemination gezeugt. Doch das Thema Samenspende bleibt ein Vakuum in der juristischen und gesellschaftlichen Diskussion,
    in: Freitag Nr.11 v. 05.03.

  • NUNGEßER, Karin (2004): Die Angst ist groß und unbegründet.
    Donogene Insemination. Die Sozialtherapeutin Petra Thorn über den Umgang mit nicht-biologischer Vaterschaft,
    in: Freitag Nr.11 v. 05.03.

 
   
  • SYWOTTEK, Christian (2004): Gestrandet am Rand des Arbeitsmarks.
    Autos wienern, endlos Daten eintippen, Fenster bauen im Akkord - drei Versuche, überqualifiziert in ungewünschten Jobs zu überleben,
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.03.

Christian SYWOTTEK berichtet aus der schönen neuen Arbeitswelt: "Jede legale Arbeit ist in Zukunft zumutbar. Sagen Herr Hartz und die Bundesregierung. Das ist der härteste Fall. In jedem Fall gilt: Arbeitnehmer werden bald auch Jobs machen müssen, von denen sie heute noch meinen, sie seien unzumutbar. Was das heißt?"
 
     
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2004): Die Sehnsucht  nach der Alpha Frau.
    Ein wenig bekannter Finanzexperte und Familienvater wird nominiert, eine qualifizierte Frau, kinderlos, unverheiratet, hingegen nicht - dabei hätte diese Frau als Bundespräsidentin die politische Ikonografie in Deutschland verändert und erneuert,
    in: TAZ v. 05.03.

 
   
  • GOEBEL, Eckart (2004): Mann im Blick.
    Männliche Schönheit in der Mode und im Alltag: Männer sind zunehmend in den Blick der Mode- und Schönheitsindustrie geraten - und so auch in den der Frauen (und anderer Männer). Auch Männer, auch und gerade junge, «müssen» heute schön sein. - Sondierungen auf einem unübersichtlichen Terrain, das auch die Kulturwissenschaften entdeckt haben,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.03.

 
   
  • SICHTERMANN, Barbara (2004): Rollenspiele im TV.
    Was wünschen Frauen wirklich?
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio v. 04.03.

 
   
Heute und morgen findet die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Demographie statt. Damit dies auch jeder mitbekommt, verbreiten die Zeitungen Nachrichten, für die hier exemplarisch die taz-Meldung steht. Es handelt sich hierbei um NULLINFORMATIONEN, d.h. es gibt keine neuen Studien, also wird Altbekanntes wiedergegeben, als ob es sich um etwas Neues handeln würde.

Herwig BIRG verbreitet die Prognosen aus der 10. Bevölkerungsvorausberechnung vom Juni 2003. Diese Prognose wurde erst kürzlich von dem Statistiker Gerd BOSBACH als Ideologie entlarvt. Das Thema des Monats vom Februar befasste sich ausgiebig mit der politischen Konstruktion der Geburtenkrise. Auf der Tagung referieren die bekannten Polarisierer Hans-Werner SINN und Jürgen BORCHERT. In den nächsten Tagen müssen die Kinderlosen also wieder einmal als Sündenböcke für eine verfehlte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik herhalten. 

 
     
     
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • PLÜSS, Mathias/LÜTHI, Theres/NIEDERBERGER, Daniela/SCHÄR, Markus (2004): Die Teutonenbombe.
      Sie haben Geld oder Verstand und sind die stärkste Bevölkerungsgruppe der Schweiz: Deutsche. Mit gusseisernem Charme erobern sie Chefsessel und Lehrstühle. Beobachtung einer Luxusarbeiterklasse,
      in: Weltwoche Nr.10 v. 04.03.

Bei der Weltwoche ist die Germanisierung der Schweiz ein Topthema. Vor kurzem hatte übrigens Rudolf WALTHER in der FR dagegen die Schweizer Invasion in Deutschland ausfindig gemacht. Laut Weltwoche besetzen deutsche Professoren in der Schweiz immer mehr Lehrstühle:

"Ende 2002 waren in der Schweiz 462 deutsche Professoren angestellt, 18 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Beschränkt man sich auf die Deutschschweizer Hochschulen, so stammt mittlerweile jeder vierte Professor aus Deutschland. An der Uni Basel beträgt der Anteil der Deutschen sogar 31 Prozent, an der Uni Zürich 30 und in St. Gallen 28 Prozent.
Die höchste Dichte findet sich bei den Sozial- und Geisteswissenschaften: 39 Prozent der Professoren in der deutschen Schweiz sind Deutsche. In der Berner Germanistik lehrt gerade noch ein Schweizer neben fünf deutschen Professoren. Die Zahlen steigen weiter: Sechs der dreizehn Neuberufenen an der Uni Bern waren letztes Jahr Deutsche.
"

 
     
     
   
  • FR-THEMA: Junge Leute 2004

    • STREIT, Alexandra (2004): Einfach jung.
      Warum die Jugendlichen heute deutlich weniger zum Pessimismus neigen als ihre Eltern,
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.03.

    • SCHINDLER, Jörg & Markus BRAUCK (2004): Sorry, wir sind gutbürgerlich.
      Julia Hummer und Thomas Dörschel über Träume, Bausparverträge und die Last, (k)ein Star zu sein,
      in:
      Frankfurter Rundschau v. 03.03.

    • SCHINDLER, Jörg (2004): Jugend erforscht,
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.03.

      • Jörg SCHINDLER porträtiert den Jugendforscher Arthur FISCHER, der bis 2000 für die SHELL-Jugendstudie verantwortlich war.
 
   
  • WALTER, Franz (2004): Basis-Lektionen.
    Der SPD fehle die große Vision - sagen die Intellektuellen. Einer wollte es wissen und zog mit Sigmar Gabriel über die Dörfer. Was er dort erlebte? Sozialdemokraten sind um die 60, sorgen für ihre Enkel, misstrauen dem Staat zutiefst - und Visionen sind das Allerletzte, was ihnen fehlt,
    in: Welt v. 03.03.

 
   
  • Frédéric Beigbeder - Windows on the World

    • MAGENAU, Jörg (2004): 410 Meter unterhalb der Wahrheit.
      "Die Hölle dauert eindreiviertel Stunden. Dieses Buch auch": Mit "Windows on the World" hat der französische Schriftsteller Frédéric Beigbeder einen Roman über den 11. 9. geschrieben. Das Buch ist religiös und erzkatholisch geworden, grell und laut,
      in: TAZ v. 02.03.

 
   
  • DELIGÖZ, Ekin (2004): Für Kinder Kasse machen.
    Der Bund muss in die Finanzierung der Betreuung einsteigen,
    in: Tagesspiegel v. 02.03.

 
   
FOCUS-Titelgeschichte: Scheidungsopfer Mann.
Finanzen und Taktik: Warum Frauen fast immer im Vorteil sind. Neue Studie: Die Leiden der Väter
  • SACHSE, Katrin (2004): K.o. für die Liebe.
    Viele Frauen punkten im Scheidungskampf mit deutlichen Vorteilen: Kinder und Bedürftigkeit als Druckmittel sowie Leidenschaft und starke Nerven als Psychowaffen,
    in: Focus Nr.10 v. 01.03.

  • FOCUS (2004): "Grundsätzlich verlieren beide".
    Der Psychologe Guy Bodemann spricht über emotionalen Stress, den Verlust der Liebe und das Gefühl, Verlierer zu sein,
    in: Focus Nr.10 v. 01.03.

 
   
  • Frédéric Beigbeder - Windows on the World

    • LEICK, Romain (2004): Zerplatzte Lebenslüge.
      Frédéric Beigbeder, der manische böse Bube unter Frankreichs Autoren, erzählt in seinem neuen Roman vom Horror des 11. September 2001,
      in: Spiegel Nr.10 v. 01.03.

Romain LEICK zum neuesten Roman Windows on the World von Frédéric BEIGBEDER: "Die Unausweichlichkeit des Todes konfrontiert Corthew Yorston mit seiner Lebensbilanz, und die ist ziemlich nichtig (...): ein abwesender Vater, der seine Schuldgefühle gegenüber den Kinderm mit übergroßer Nachsicht kompensiert. Ein geschiedener Ehemann, der im obsessiven Sex Ersatz für seine Liebesunfähigkeit sucht. Ein heodonistischer Materialist, der Geld und zweifelhaftem Vergnügen nachjagt, ohne je seine Identität zu finden.
(...).
Am Schluss klammert sich Beigbeder nach dem Abschied von den Illusionen an eine Neuauflage des Existenzialismus von Camus und Sartre. Gegen die Absurdität (...) hilft nur die Rebellion. Darin besteht der Sinn der wohl anstößigsten Szene dieses Romans. Ein aufgeblasenes Börsenmakler-Paar (...) entschließt sich im Angesicht des Todes zum finalen Fick."
 
   
  • DWORSCHAK, Manfred (2004): Rapunzel bis Regenzeit.
    Im Internet wächst eine gewaltige Enzyklopädie als Werk von Freiwilligen heran. Tausende arbeiten erfolgreich zusammen ohne Lohn und ohne Aufsicht,
    in: Der Spiegel Nr.10 v. 01.03.

 
   
  • ANTON, C. Annette (2004): Die Geschichte einer Flucht.
    Sind Annette C. Anton und Susie Reinhardt mütterfeindlich? Oder gar, noch schlimmer, kinderfeindlich? Oder hat es ganz andere Gründe, wenn das vermehrte Auftreten von Kampf- und Demomüttern vom Prenzlauer Berg bis Blankenese sie kräftig irritiert?
    in: Emma, Nr.2, März/April

  • REINHARDT, Susie (2004): Sind Nichtmütter eine Gefahr für die Gesellschaft?
    Für den "Spiegel" sind sie verantwortlich für das Aussterben der deutschen Nation. Für die "Zeit" sind sie skrupellose Konsumentinnen. Für so manche Mutter sind sie ein rotes Tuch. Grund genug für Emma, sich zu fragen, was sie wirklich sind: die Nichtmütter,
    in: Emma, Nr.2, März/April

Christine Carl - Leben ohne Kinder
 
   
  • KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2004): Mit Gottvertrauen zu Wohlstand und Kindersegen.
    Wenn es um die Unterstützung von Familien geht, kann der Staat gar nicht genug des Guten tun. Jüngste Forderung aus dem konservativen Lager: Kinderlose sollen zum Wohle von Familien tiefer in die Tasche greifen. Eine neue Studie zeigt, dass die Problematik differenzierter gesehen werden müsste: Denn so manche kinderreiche Familie steht finanziell ganz gut da,
    in: Psychologie Heute, Nr.3, März

 
   
ATLANTIC-Titelgeschichte: Nanny Wars
 
   

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Zu den News vom 20. - 29. Februar  2004

 
       
   
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