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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 06. Mai 2012

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Generation Golf/Ally erwacht aus ihrer Staatsvergessenheit

"Weil ich - so wenig wie ein Kind die Schutzmaßnahmen der Eltern wahrnimmt - die Schutz- und Sicherungssysteme nicht wahrnahm, die der Staat über mir spannte, war mir auch meine eigene Abhängigkeit von diesen Systemen nicht bewusst. Ich hielt mich in meinen Ansichten, Zielen und Wünschen für ein unabhängiges, freies Individuum, das die Kraft und die Verpflichtung besaß, sein grandioses Selbst zu verwirklichen. Ich hatte wenig Ahnung davon, dass mir all das nur durch die Entwicklung der Gesellschaft möglich gemacht worden war. Es war mir nicht bewusst, dass ich »staatsbedürftig« war. Offenbar gibt es so etwas wie eine kollektive Vergesslichkeit der Tatsache, dass unsere Umwelt von uns selbst gemacht wird. Wir bemerken den Wohlfahrtsstaat nur dann, wenn er Steuern eintreibt oder Leistungen gewährt oder verweigert. Oder als bedrohlicher Machtapparat in Erscheinung tritt.
(...).
Diese »Staatsvergessenheit« hat sich bei mir erst in dem Moment geändert, als der langsame Rückzug des Staates mein Privatleben unangenehm berührte, weil dieser Rückzug nämlich Lücken hinterließ, die ich selbst schließen musste - und immer noch muss. (...).
Erst jetzt fange ich an, mich für die wohlfahrtsstaatliche Ordnung zu interessieren, in der ich aufgewachsen bin. Und fange an, mir die Augen zu reiben vor Staunen. Mir ist klar geworden, warum Pierre Bourdieu diesen Staat als »kulturelle Errungenschaft« bezeichnet."
(aus: Kathrin Fischer "Generation Laminat", 2012, S.37f.)

 
 
       
   

Christiane Rösinger - Liebe wird oft überbewertet & Eva Illouz - Warum Liebe weh tut

ADORJÁN, Johanna (2012): Ist das Zeitalter der Paare vorbei?
Ein Gespräch mit der Soziologin Eva Illouz und der Musikerin Christiane Rösinger: über Männer, Frauen und die Probleme, die sich heutzutage daraus ergeben,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.05.

 
       
   

SCHAAF, Julia (2012): Suchen und sehnen, finden und sich nehmen.
Wir haben kurz dran riechen dürfen, am Frühling. Und da war es wieder, das Spiel: die Wärme auf der Haut, die glutroten Sonnenuntergänge und de Sehnsucht, endlich irgendwo anzukommen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.05.

 
       
   

TICHOMIROWA, Katja (2012): Keine Angst vor den Alten.
Gespräch: Dass viele Alte zu vielen Problemen führen, ist für die Soziologin Silke van Dyk ein Fehlschluss. Die Alterung der Gesellschaft gefährdet ihrer Meinung nach nicht einmal das Rentensystem,
in:
Berliner Zeitung v. 02.05.

"Die Frage der Altersstruktur der Gesellschaft ist nur ein Aspekt unter vielen, die darüber entscheiden, ob ein Umlagesystem wie in der Bundesrepublik funktioniert oder nicht. Ganz entscheidend für Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung sind stagnierende und sinkende Reallöhne, denn das ist die Einnahmebasis. Doch davon hören wir in der dramatisierenden Diskussion über das Rentensystem wenig. Das ist eines der vielen Beispiele wie eine soziale Frage plötzlich als Generationen- beziehungsweise Demografieproblem verkleidet wird", kritisiert Silke van DYK die Demographisierung des Gesellschaftlichen.

 
       
   

SCHMOLLACK, Simone (2012): Mit voller Kraft in die Kita?
Familie: Unverhofft hat Hannelore Kraft eine Debatte über eine "Kita-Pflicht" ausgelöst. Unionspolitiker empören sich über ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat,
in:
TAZ v. 02.05.

 
       
   

Kathrin Hartmann - Wir müssen leider draussen bleiben

JELLEN, Reinhard (2012): "Die Reichen sind die wahren Sozialscharotzer".
Gespräch mit Kathrin Hartmann über Hartz IV, Super-Gentrifizierung und die Politik der Tafeln,
in:
Telepolis v. 02.05.

 
       
   

LOBO, Sascha (2012): Am Tag nach der Arbeit.
Was bedeutet die digitale Vernetzung für die Arbeitswelt? Das Angestelltendasein gilt in Deutschland noch immer als einzig wahre Form des Broterwerbs. Doch die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei. Jetzt heißt es: Aufwachen,
in:
Spiegel Online v. 01.05.

 
       
   

ROSS, Annika (2012): Studieren mit Kind und beides packen.
Geht nicht? Geht doch! Ein Blick nach Leipzig,
in: Emma, Frühling

Im Kasten Kinderlose Akademikerinnen? wird suggeriert, dass eine Studie von Rudolf WINTER-EBMER, Margherita FORT und Nicole SCHNEEWEIS belegen würde, dass "Je höher die Bildung, desto weniger Kinder" ein Mythos sei. Tatsächlich werden in dem Diskussionspapier More schooling, more Children lediglich die Auswirkungen der Erhöhung der Schulbildung um ein Jahr in 8 Ländern untersucht. Dazu gehörten für Deutschland nur die 4 Länder Baden-Württemberg, NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dort war die Schulreform 1967 in Kraft getreten. Die Auswirkungen der Hochschulbildung werden dagegen gar nicht untersucht, sodass keine Aussagen über die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen gemacht werden können, wie das mit der Überschrift suggeriert wird.

Andere Studien zeigen dagegen, dass nicht das Bildungsniveau an sich entscheidend ist, sondern dass z.B. Faktoren wie Studienfachwahl größere Auswirkungen auf die Kinderzahl haben als das Bildungsniveau. Außerdem gibt es in Deutschland Ost-West-Unterschiede, d.h. die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Ostdeutschland ist geringer als in Westdeutschland. Zudem gibt es Hinweise, dass die Kinderlosigkeit der westdeutschen Akademikerinnen im Laufe der Nachkriegszeit zurückgegangen ist.

Da die Kinderzahl erstmals mit dem Mikrozensus 2008 richtig erfasst wurde und nun ein weiteres Mal die Kinderzahl mit dem Mikrozensus erfragt wird, werden bald Ergebnisse zur tatsächlichen Entwicklung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in den letzten Jahren vorliegen. Man darf also gespannt sein, welche Auswirkungen das Elterngeld bzw. Programme zum Studieren mit Kind tatsächlich gehabt haben.     

 
       
   

EMMA (2012): Die Verschwörung der Maskulisten,
Frauenhass,
in: Emma, Frühling

Die Zeitschrift Emma stellt die Wortführer der antifeministischen Männerbewegung vor: Volker ZASTROW, Patrick BAHNERS, Michael KLONOVSKY, Gerhard AMENDT, Matthias MATUSSEK und Martin van CREVELD sowie ihr "Mittäterinnen in der 2. Reihe": Eva HERMAN, Christine EICHEL, Gabriele KUBY und Monika EBELING.  

EMMA (2012): "Wir wollten raus aus dem Macho-Gehabe!"
Der Pro-Feminist: Gespräch mit dem Soziologen Andreas Kemper,
in: Emma, Frühling

Der Soziologe Andreas KEMPER datiert den Umschlag der deutschen Männerbewegung von einer pro- zu einer antifeministischen Bewegung auf die Mitte der 1990er Jahre:

"Mitte der 1990er Jahre erschien in Hamburg die erste Männerrechts-Zeitschrift, der »Männer-Rundbrief«. (...). Wir Profeministen wurden immer weiter an den Rand gedrängt. Das hing aber auch damit zusammen, dass in akademischen Kreisen Judith BUTLER so angesagt wurde. Da wurde uns plötzlich vorgeworfen »Warum trefft ihr euch denn als Männer? Das ist doch Identitätspolitik!«
(...). So wurde uns von dieser Seite das Wasser abgegraben. (...). Parallel zu diesem Niedergang hat sich die antifeministische Männerrechtsbewegung formiert. Das ging los mit den Väterrechtlern".

Weitet man den Blickwinkel, dann ist die von KEMPER nur unzureichend geschilderte Spaltung in eine kulturelle und soziale Linke mitverantwortlich für den ungehinderten Aufstieg des Familienfundamentalismus und dessen Zwilling: den Antifeminismus.

EMMA (2012): "Männer müssen Position beziehen!"
Der Experte: Gespräch mit dem Gender-Forscher Hinrich Rosenbrock,
in: Emma, Frühling

 
       
   

WIDDER, Jonathan & Jenny FRIEDRICH-FREKSA (2012): Neuer Mann, wir lieben dich!
Debatte um Nina Pauers "Schmerzensmänner,
in: Emma, Frühling

 
       
   
NEON-Titelgeschichte: Die glückliche Generation
Die Liebe, das Geld, die Zukunft - was junge Erwachsene heute denken

HAAF, Meredith & Patrick BAUER (2012): Wenn ich mal groß bin.
Warum wir uns nicht recht erwachsen fühlen können - obwohl wir es längst sind. Ein Generationenportrait,
in: Neon,
Mai

 
       
   

CHAIMOWICZ, Sascha  (2012): Mehr Mut zum Alleinsein!
Singles haben einen schlechten Ruf - und das nur, weil sie nicht das Liebesleben ihrer Großeltern imitieren wollen,
in: Neon, Mai

Erwachsen werden, heißt von Optionen Abschied zu nehmen, meint Sascha CHAIMOWICZ. Darüber ließe sich trefflich streiten. Für die längste Zeit der Vergangenheit galt zumindest das Gegenteil und wer von seinen Eltern nicht unterstützt wird, für den heißt es auch heute noch, dass Erwachsenwerden Optionen eröffnet.

"Singles wie ich gelten als unreif. Denn erwachsenwerden heißt von Optionen Abschied zu nehmen".

Das suggeriert, das Single-Dasein wäre eine Lebensphase vor dem Erwachsenwerden, dies kann, muss aber nicht sein. Singles können verheiratet gewesen sein und Kinder haben. Kann man also seinen Erwachsenenstatus wieder verlieren? Oder ist Erwachsensein nicht ein ahistorischer (Reife!), sondern ein historischer Begriff, der die gesellschaftlichen Bedingungen mitzureflektieren hätte?

Wir nehmen tagtäglich von Optionen Abschied, ob wir uns nur erwachsen fühlen oder erwachsen sind. Und zu oft wird vergessen: Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung! Dies trifft insbesondere auf wichtige Entscheidungen im Leben zu.

Optionen offenzuhalten klingt heutzutage wie ein Königsweg. Nicht selten verbirgt sich dahinter nur die Anpassung an gesellschaftliche Zwänge. Oder mit PeterLICHT gesprochen:

"was du nicht kannst ist:
mehrere Leben führen
auf mehrere mehrere Schiffe gehn
und das schenkt uns die treue Realität
und der Rest ist Hobby"

Der Zusammenhang zwischen Optionen, Erwachsenwerden und Single-Dasein ist offensichtlich in der Realität viel komplexer als es das stereotype Reden und Denken über das Single-Dasein vermuten lässt.

CHAIMOWICSZs Position nennt man in den USA übrigens Quirkyalone.  

 
       
   

KALLE, Matthias (2012): Trotzdem.
Unser Kolumnist trifft eine Frau und einen Mann, die kein Paar sein können - und trotzdem nicht voneinander lassen,
in: Neon,
Mai

 
       
   

BUCHHOLZ, Jenny  (2012): "Frauen fühlen sich neben mir pummelig".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
in: Neon, Mai

 
       
   

BAUER, Patrick (2012): Die eine Stadt.
Berlin ist der große deutsche Sehnsuchtsort. Wie verändert einen die Hauptstadt? Neon hat mit Neuberlinern kurz nach ihrem Umzug gesprochen und sie ein Jahr später noch einmal interviewt,
in: Neon, Mai

 
       
   

HANSKE, Paul-Philipp & Jakob Schrenk  (2012): "Der Kapitalismus war schon immer in der Krise".
Sagt der Soziologe Wolfgang Streeck. Und er weiß, wie man den gewaltigen Schuldenberg der Finanzkrise abbauen kann: gar nicht,
in: Neon, Mai

 
       
   

SCHULZ, Stefan  (2012): Zwischen Netzwerk und Organisation.
Zum Erfolg der Piratenpartei,
in: Merkur, Heft 756, Mai

 
       
   

VERHEYEN, Nina  (2012): Unter Druck.
Die Entstehung individuellen Leistungsstrebens um 1900,
in: Merkur, Heft 756, Mai

Nina VERHEYEN sieht im heute gebräuchlichen Leistungsbegriff keine bürgerliche Erfindung, sondern ein Produkt der ungeliebten  Massengesellschaft um 1900:

"Wir haben es statt mit einer originären Hinterlassenschaft des Bürgertums mit den Spätfolgen einer von ökonomischer Dynamik, sozialer Mobilität, globaler Verflechtung und nationalem Konflikt geprägten Zeit zu tun, deren Spannungen sich ebenso in Sanatorien wie im Ersten Weltkrieg entluden, aber auch manche Aufstiegsbiographie in bürgerliche Sphären hinein ermöglichten."

Die Frage, die sich hier stellt: Was bedeutet es, wenn heutzutage das individuelle Leistungsstreben als unbürgerlich bezeichnet wird? Welche Distinktionsbemühungen des neuen Bürgertums stehen hinter dieser Sichtweise, wenn unsere heutige Situation mit der verachteten Epoche um 1900 verglichen wird?

"Dass Bürgerliche die Nervenheilanstalten der Jahrhundertwende besonders oft aufsuchten, hing sicherlich mit ihren finanziellen Ressourcen zusammen. Aber vielleicht waren die bis dahin weichgebetteten und von einem inneren Bildungsanspruch getragenen Bürgerkinder auf die neuen Anforderungen an das Subjekt, das sich von außen vermessen und einstufen lassen sollte, auch besonders schlecht vorbereitet? Das verdeutlich noch einmal, dass individuelle Leistungsorientierung nichts genuin Bürgerliches war, sondern dem bürgerlichen Selbstverständnis zum Teil sogar entgegenstand",

meint VERHEYEN. Der Soziologe Sighard NECKEL beschreibt unsere gegenwärtige Gesellschaft als Erfolgs- und nicht als Leistungsgesellschaft. Man kann diesen "Abschied von der Meritokratie" in unserem Zeitalter zunehmender Abschottungstendenzen der oberen Mittelschicht bedauern oder begrüßen. Wenn VERHEYEN insistiert, dass dem individuellen Leistungsstreben nichts Elitäres anhaftet, dann passt das zum Zeitgeist, der neuerdings die Herkunft - im positiven wie auch im negativen Sinne - herausstreicht. 

 
       
 

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Zu den News vom 24. - 30. April 2012

   
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