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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 1. - 15. Oktober 2002

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(
Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)

 
       
       
     
   
  • BECKER, Peter von (2002): Es gibt keine Inseln mehr.
    Bodo Kirchhoff über den Terror auf Bali,
    in: Tagesspiegel v. 15.10.

 
   
  • Michel Houellebecq - Plattform

    • KRAUSE, Tilman (2002): Ein literarischer Alptraum wird wahr.
      Bali bestätigt die Prophezeiungen aus Michel Houellebecqs letztem Roman "Plattform",
      in: Welt v. 15.10.

    • MEISTER, Martina (2002): Geheul.
      Bali und Houellebecqs Insel,
      in: Frankfurter Rundschau v. 15.10.

 
     
     
   
  • Das Ehegattensplitting in der Debatte

    • PETROPULOS, Kostas (2002): Grünes Räuberlatein.
      Der Kulturkampf gegen das Ehegatten-Splitting hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun,
      in: Welt v. 14.10.

 
   
  • WATSON, Noshua (2002): Generation X.
    Generation Wrecked. The so-called slackers are complaining (again) about the economy. This time they have reason to whine,
    in: Fortune v. 14.10.

 
     
     
     
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2002): Die Mutti-Vati-Bahn.
    Als Im-Gang-Hocker durften wir uns zu Recht empören - als Vielzuvielzahler sind wir einfach nur blöd,
    in: TAZ v. 12.10.

    • Ulrike WINKELMANN kritisiert die Bahnkreisreform, denn sie "wird den Graben zwischen Familien und Singles weiter vertiefen. Nur Menschen, zu deren Lebensplanung ab dem 15. Dezember es gehört, in Kleingruppen zu verreisen, können der Bahnpreisrevolution etwas abgewinnen. Denn dass Kinder demnächst irgendwie nahezu umsonst mitfahren, ist das, was die PR-Manager und Verteidiger der Bahn immer als Erstes vorbringen.
                  Die Voll- und Teilzeitsingles aber werden ihrer Freiheit beraubt, sich wie Teil- oder Vollzeitsingles zu benehmen und Reisetermine spontan zu bestimmen. Und wenn wir dies beklagen, müssen wir uns jetzt auch noch von Familienmüttern und -vätern sagen lassen, wir seien asozial, weil wir ihnen den Rabatt nicht gönnen! »Ideologische Verblendung«, hielt mir gar mein Kollege - zweifacher Vater - vor, weil ich darauf beharrte, Spontanreisen sei ein Wert an sich und kein bloßes Konsumfeature. Klassisches Beispiel von teile und herrsche: Die Kunden der Bahn werden in Kasten zerspalten, und eine ungleiche Verteilung von Privilegien sorgt dafür, dass sie sich untereinander bekämpfen, statt das System in Frage zu stellen".
 
     
   
  • MEIXNER, Silvia (2002): Der dritte Mann drückt sich im Haushalt.
    Deutsche Männer sind zwar willig, über anstehende Haushaltsprobleme zu reden, im Ernstfall liegen sie aber doch lieber auf dem Sofa,
    in: Welt v. 12.10.

 
   
  • HORX, Matthias (2002): Die Politik der Zukunft.
    Warum der Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft neue Ansätze erfordert,
    in: Welt v. 12.10.

 
   
  • SCHUMACHER, Oliver (2002): Angesichts fehlender Milliarden im Haushalt.
    Koalition will Kinderlose zur Kasse bitten. Rot-Grün plant Kürzung der Wohnungsbauförderung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.10.

Die Eigenheimförderung soll gekürzt werden. Dazu liegt eine noch unveröffentlichte Studie vor, "deren Ergebnisse Bund und Ländern vorliegen. Danach entfällt gut ein Drittel des Fördervolumens bei der Eigenheimzulage auf Singles". (siehe zu einer anderen Einschätzung die Welt vom 10.10.2002)
 
   
  • Alleinerziehende in der Debatte

    • WAGNER, Peter (2002): Die Gemeinde ist eine gute erste Anlaufstelle.
      Wo Alleinerziehende Hilfe finden und sich informieren können - Teil vier, Schluss der Serie,
      in: Saarbrücker Zeitung v. 12.10.

 
     
   
  • SCHNEYINK, Doris (2002): Generation Arbeitslos. Jung, top ausgebildet, aber ohne Job.
    Arbeitslosigkeit in Deutschland hat ein neues Gesicht. Es sind Menschen um die 30, die ihre Jobs verlieren. Wie gehen sie mit der Krise um? Und in welcher Branche darf man wieder hoffen? Der stern hat Betroffene und Experten befragt,
    in: Stern Nr.42 v. 10.10.

    • Der Stern ist aufgewacht! Lange verschlafen, nun auch im Stern eine Titelgeschichte zur "Leistungsgeneration Golf". Im Gegensatz zu den selbstgefälligen Fürsprechern der Generation Golf bei den Feuilletons, vermittelt Doris SCHNEYINK das Bild einer klaglos angepassten Generation, die scheinbar nie aufgibt:
      • "Ähnlich pragmatisch, wie sie ihre Karriere durchgezogen haben, nehmen die neuen Arbeitslosen nun ihre Krise in Angriff: Sie lassen sich von Berufsexperten coachen, feilen an Bewerbungsstrategien, fahnden im Internet nach verborgenen Jobs und lassen sich die Seele massieren - von Freunden, der Familie oder Schicksalsgenossen. Nur nicht aufgeben. Optimistisch bleiben."

      Die Medienbranche ist schon einen Schritt weiter. Auf dem Buchmarkt erscheinen Bücher wie Zeiten des Aufruhrs, die jene Melancholie der "Lost Generation" wieder aufleben lassen, die in der Selbstverwirklichung nur noch einen nostalgischen Traum besserer Zeiten sehen. Aber auch das "Zurück zum Zorn" (ZEIT von heute) steht als Alternative wieder auf dem Programm.

Die Generation Golf in der Jobkrise
 
   
  • BURGER, Jörg & Sven HILLENKAMP (2002): Zurück zum Zorn.
    Kommt nach Spaßgesellschaft, Start-up-Euphorie und Popliteratur jetzt wieder Rebellion? Mieze von der Berliner Band Mia und Fehlfarben-Legende Peter Hein über Punk und den Stimmungsumschwung im Land,
    in: Die ZEIT Nr.42 v. 10.10.

 
     
   
  • GERSDORFF, Alexander von (2002): Das Wagnis Bahn-Preisreform.
    Zu einem gesellschaftspolitischen Ereignis mit problematischen Details,
    in: Welt v. 10.10.

Alexander von GERSDORFF berichtet über die Kritik an der neuen Preisgestaltung der Bahn: "Halbierter Bahn-Card-Rabatt, saftige Stornogebühren sowie Preisaufschläge für Singles und Spontanfahrer stehen schon in der Kritik. Diese droht, die offensichtlichen Vorteile für Frühbucher und Familien in den Hintergrund zu drängen. Und Bahn-Benchmarks wie »verbesserte Gesamtauslastung« dürften Fahrgästen herzlich egal sein, wenn sie im Freitagabendzug zur Freundin keinen Billigplatz mehr bekommen oder sich ärgern, dass der Nachbar für dieselbe Fahrt weniger zahlt, nur weil er einen Tag früher am Schalter war."
Norbert F. Schneider - Mobilität und Lebensform
 
     
   
  • Das Ehegattensplitting in der Debatte

    • RUTZ, Michael (2002): Angriff auf die Familie.
      Rot-Grün plant die Schwächung bürgerlicher Wertvorstellungen. Erneut sind bei den Koalitionsverhandlungen die Sozialingenieure am Werk. Die CDU schaut zu und vernachlässigt den Willen der Mitte. Paul Kirchhof kritisiert die rot-grünen Splittingpläne,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41  v. 10.10.

    • KIRCHHOF, Paul (2002): Schutzauftrag verfehlt.
      Ehegattensplitting. Der Richtungsstreit für oder gegen die Familie. Mit seinen Steuerplänen stellt Rot-Grün die Ehe und die daraus erwachsende Kultur der Familien- und Hausgemeinschaft infrage,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41  v. 10.10.

 
     
     
   
  • MÜLLER, Reinhard (2002): Den Eheleuten eine freie Entscheidung ermöglichen.
    Das Ehegattensplitting und der besondere Schutz für Ehe und Familie,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.

  • SCHIRG, Oliver (2002): Hamburg lehnt Änderungen beim Ehegattensplitting ab.
    Finanzsenator Wolfgang Peiner: "Wir stehen zur Institution Ehe",
    in: Welt v. 08.10.

  • ULRICH, Bernd (2002): Familie ohne Ideologie.
    Schwarze, Grüne und Rote pflegen gegenüber Menschen mit Kindern ihre Vorurteile,
    in: Tagesspiegel v. 08.10.

  • ULRICH, Bernd (2002): Ehe oder Familie.
    Rote und grüne Probleme mit dem Splitting,
    in: Tagesspiegel v. 07.10.

 
     
   
  • SCHWÄBISCHES TAGBLATT (2002): Ledige dürfen eine Krone tragen.
    In Bierlingen und Kiebingen luden die Trachtenvereine zu ihren traditionellen Erntedankfeiern,
    in: Schwäbisches Tagblatt v. 07.10.

In Horb trugen 1865 die Frauen je nach Familienstand unterschiedliche Kopfbedeckungen beim Kirchgang: "Die Verheirateten haben eine Radhaube, die Seniorinnen eine Pletschhaube, und die Ledigen tragen eine Schappel". Heute wird dieser Brauch nur noch vom Trachtenverein gepflegt.
 
   
  • SPIEGEL, Hubert (2002): Der Himmel über den Messehallen.
    Was bringt die schöne Literatur in diesem Herbst?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.10.

Wenn es dem Buchmarkt schlecht geht. Wer ist dann schuld? Der Single natürlich, behauptet SPIEGEL:

"Ach ja, wir sterben aus. Das wissen wir seit Jahren. Schade ist es immer noch. Die demographische Flaute hat auch Folgen für den Sprachgebrauch. Wir definieren die Ehe als untaugliche, früher einmal gebräuchliche Variante der eheähnlichen Gemeinschaft, und kein Kreuzworträtsel würde es mehr wagen, nach der Keimzelle des Staates mit sieben Buchstaben zu fragen. Das Wort taucht höchstens noch im Supermarkt auf, wenn es um Verpackungseinheiten jenseits handelsüblicher Abgabemengen geht. Machen wir uns nichts vor: Im Land der Singlehaushalte ist die Familie der Deutschen Sonderweg."

Offenbar hat SPIEGEL wie viele seiner Kollegen ein Problem mit Statistiken und hört deshalb auf die Sozialpopulisten. Tatsache ist, dass Deutschland ein Familienland ist, nur handelt es sich nicht um die althergebrachte Form. Möglicherweise haben gerade die "Singles" den Büchermarkt belebt, sodass die Krise länger verborgen geblieben ist.

Man stelle sich nur vor: ein Familienhaushalt muss ein Buch nur ein einziges Mal kaufen, während die multilokale Mehrgenerationen Familie ein gutes Buch eher mehrfach  kauft.  Der Wochenendvater hat es in seiner Single-Wohnung, während die Ehefrau es am Familienwohnsitz liest, damit sie sich telefonisch über das Buch austauschen können. Die Großmutter bekommt dann noch ein Exemplar zum Geburtstag für den eigenen Bücherschrank geschenkt. Aber vielleicht gibt es auch nur zu wenig gute Bücher?

 
     
   
  • Das Single-Dasein in Russland

    • IWANOWSKI, Andrej (2002): Aussterbende Spezies.
      Das wichtigste Ergebnis der ersten russischen Volkszählung in der postsozialistischen Ära steht schon im Vorhinein fest: Alkohol und Fehlernährung reduzieren die Bevölkerung dramatisch. Mitte des Jahrhunderts könnte die Zahl der Russen von 140 auf 80 Millionen geschrumpft sein.
      in: Profil Nr.41 v. 07.10.

 
   
  • BEWERSDORFF, Hans (2002): Depressive Männer mit Bügeleisen.
    Putzen, schrubben, bügeln - all das macht depressiv,
    in: Welt am Sonntag v. 06.10.

Hans BEWERSDORFF erklärt seinen Leidesgenossen, warum sie nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie lieber ins Fitnessstudio gehen wollen, statt sich an der Hausarbeit zu beteiligen. Florian ILLIES und seiner Anleitung zum Unschuldigsein sei gedankt!
 
     
   
  • WEIDERMANN, Volker (2002): Der Chef.
    Ernst-Weilhelm Händler ist Unternehmer - und hat den interessantesten Roman dieses Herbstes geschrieben: "Wenn wir sterben",
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.10.

 
     
   
  • Das Ehegatten-Splitting in der Debatte

    • BUCHSTEINER, Jochen (2002): Maßvoll aber flexibel.
      Göring-Eckardt will Ehegattensplitting abbauen,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.10.

    • HANK, Rainer (2002): Reich sind immer die anderen,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.10.

Rainer HANK will den FAS-Lesern klar machen, dass sie die Reichen sind und nicht z.B. die anderen. Wer hätte das gedacht?
  • INACKER, Michael (2002): Ein bißchen Kulturkampf.
    Die geplante rot-grüne Familienpolitik hilft Frauen, Männern und Kindern nicht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.10.

Michael INACKER sieht in der finanziellen Umverteilung einen Zusammenstoß der Werte. Er spricht für die Manager-Familie, die an traditioneller Arbeitsteilung interessiert ist. Die Frau an seiner Seite (Karin JÄCKEL) ist hier die Voraussetzung für die männliche Manager-Karriere. Den Abwehrkampf dieser Gruppe beschreibt Renate LIEBOLD aus linksmodernistischer Sicht.

Eine Interessenüberschneidung gibt es mit denjenigen Facharbeiter- und Angestelltenmilieus, deren Frauen den Familien-Luxus durch Zuverdienst steigern möchten und den Geringverdiener-Frauen, die keine Wahl haben. Zu deren Anwälten macht sich INACKER, wenn er die Familie gestärkt sehen will und der Doppelkarriere-Familie eine Absage erteilt:

"Kinder zu haben bedeutet natürlich gegenüber dem bisherigen Paar- und Single-Dasein eine Belastung - man kann sein Leben nicht mehr so leben wie bisher. Staat und Gesellschaft sollten zunächst eher diese Einsichten als die Illusionen von 'Super-Familien' und 'Super-Weibern' fördern."

Da ist es nicht weit bis zum Rabeneltern-Vorwurf:

"eine Karriere von beiden Eltern ermöglicht zwar die Selbstverwirklichung der Erwachsenen, berücksichtigt aber weder die Ansprüche der Kinder auf Identitätsbildung und Geborgenheit noch die elterliche Betreuungsverantwortung gegenüber den Kindern."

INACKER empfiehlt den Doppelkarriere-Paaren, bei denen auch die Frau Karriere machen möchte, die Kinderlosigkeit.  

 
   
  • Das Ehegatten-Splitting in der Debatte

    • EUBEL, Cordula (2002): Versöhnen statt splitten.
      Im Grundsatz ist sich Rot-Grün einig. Einsparungen beim Ehegattensplitting sollen helfen, die Trendwende zu Gunsten von Familien mit Kindern zu schaffen. Und das soll erst der Anfang sein. Denn im Wahlkampf hat es ein wichtiges Versprechen gegeben: Beruf und Familien sollen sich besser mit einander vereinbaren lassen
      in: Tagesspiegel v. 05.10.

    • IHA (2002): Teilen macht reicher.
      Das Ehegattensplitting hat vor allem Vorteile für kinderlose Ehepaare. Besonders dann, wenn nur einer arbeitet und viel verdient,
      in: Tagesspiegel v. 05.10.

    • ULRICH, Bernd (2002): Familienpolitik gegen die neue Mitte,
      in: Tagesspiegel v. 05.10.

    • BEISE, Marc (2002): Recht und Gefühl,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 05.10.

 
   
Die Fronten beim Ehegattensplitting sind klar: Auf der einen Seite die Reformer, die Familien jenseits der Ehe fördern möchten, aber gleichzeitig ihre jeweilige Klientel nicht zu sehr belasten möchten (siehe hierzu Berliner Zeitung, taz, Tagesspiegel, SZ).

Auf der anderen Seite die Profiteure der bisherigen Regelung, also besser verdienende Ehepaare ohne Kinder oder mit Kindern, aber traditioneller Arbeitsteilung. Die Neidgesellschaft (FAZ) oder identitätspolitische Argumente (Welt) dienen hier der Rechtfertigung.

Der materielle Erfolg einer solchen Änderung ist dagegen umstritten. Im Focus vom 30.09. wird damit gedroht, dass dann Freiberufler noch mehr als bisher ihre Ehefrauen steuermindernd anstellen würden. Da ein völliger Wegfall verfassungswidrig wäre, ist der Spielraum zudem von vorneherein gering.

In der Lebenslaufperspektive sind kinderlose Paare überwiegend keine lebenslang kinderlosen Paare, d.h. der Zeitpunkt der Hochzeit, der Geburt des ersten Kindes und der Auszug des letzten Kindes sowie der Tod des Partners definiert den Zeitrahmen für den "Missbrauch" der Leistung. Nun darf gerechnet werden! Der Erfolg wäre in erster Linie ein symbolischer.  

  • OESTREICH, Heide (2002): Neue Chance für das junge Glück.
    Harmonie bei den rot-grünen Koalitionsverhandlungen: Ganztagsschulen und zusätzliche Krippenplätze sollen die Wende in der Familienpolitik bringen,
    in: TAZ v. 04.10.

  • RATH, Christian (2002): Überholte Privilegien.
    Das Verfassungsgericht hat seine Meinung zum Ehegattensplitting schon oft geändert,
    in: TAZ v. 04.10.

  • FÜLLER, Christian (2002): Die Länder haben das Wort.
    Gegen die Kultusminister kann der Bund seinen Willen nicht durchsetzen,
    in: TAZ v. 04.10.

  • FELDENKIRCHEN, Markus (2002): Verheiratete sollen für neue Krippenplätze zahlen.
    Rot-Grün beschließt Kürzung des Ehegattensplittings zur Reform der Kinderbetreuung. Unionsländer plädieren für höhere Steuern,
    in: Tagesspiegel v. 04.10.

  • BIRNBAUM, Robert (2002): Mehr Schutz für Kinder.
    Warum das Ehegattensplitting heute nicht mehr sinnvoll ist,
    in: Tagesspiegel v. 04.10.

  • RUBNER, Jeanne (2002): Das Krippenspiel der Politik.
    Die Familienpolitik von Rot-Grün bleibt auf halbem Weg stehen - die der Union ist auf dem Irrweg,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.10.

  • THEWALT, Andreas (2002): Kinder fördern statt den Trauschein,
    in: Hamburger Abendblatt v. 04.10.

  • ZYLKA, Regina (2002): Ran an das Ehegattensplitting!
    in: Berliner Zeitung v. 04.10.

  • PED (2002): Spekulationen um grünes Familienministerium.
    Bei den Koalitionsverhandlungen habe SPD-Fraktionschef Franz Müntefering den Grünen das Familienressort angeboten,
    in: Welt v. 04.10.

  • WOLBER, Cornelia (2002): Angriff auf die Unterhaltsgemeinschaft.
    Rot-Grün sollte sich andere Einnahmequellen als die Einschränkung des Ehegattensplittings überlegen,
    in: Welt v. 04.10.

  • SCHÄFERS, Manfrede (2002): Mit Neidfaktor,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.10.

  • SCHÄFERS, Manfred (2002): Verfassungsrechtlich zulässig?
    Das "abgeschmolzene" Ehegattensplitting,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.10.

  • MEURER, Friedbert (2002): Kappung des Ehegattensplittings.
    Gespräch mit Joachim Schulze-Osterloh, Berliner Steuerrechtler,
    in: DeutschlandRadio v. 04.10.

  • LANGE, Peter (2002): Müntefering verteidigt Änderungen beim Ehegattensplitting.
    Gespräch mit Franz Müntefering, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag,
    in: DeutschlandRadio v. 04.10.

 
     
   
  • LAPPIN, Elena (2002): Mein Bruder, der Biller.
    Der Autor Maxim Biller ist eine Reizfigur. Kaum jemand versteht ihn so gut wie seine Schwester. Ein Erklärungsversuch,
    in: Die ZEIT Nr.41 v. 02.10.

Elena LAPPIN versucht sich und den Lesern der ZEIT zu erklären, warum ihr Bruder Maxim BILLER ein PUPPIE wurde: "Ich zwang all meine Freunde dazu, meinen dunkeläugigen, lockigen kleinen Bruder zu bewundern, und sie mussten mich mit Murmeln für das Privileg bezahlen, ihn in seinem Kinderwagen durch den Park zu schieben. Es ist ein Wunder, dass er diese schnellen Fahrten (meist bergab) überlebt hat. Ich dachte immer, sein breites Lächeln sei der Ausdruck reinster Freude gewesen, aber inzwischen frage ich mich, ob es nicht eher für nackte Angst stand."
 
     
     
     
   
GEO-Titelgeschichte: Einsamkeit.
Was ist wichtig am Alleinsein? Was ist zerstörend am Alleinsein?

POSSEMEYER, Ines (2002): Einsamkeit.
Ein Gefühl der Verlassenheit, ein heilsamer Zustand des Massenwesens Mensch, eine Geißel der individualisierten Gesellschaft? Noch nie wurde von Wissenschaftlern so viel Aufwand getrieben, sich dem Menschheitsthema Einsamkeit zu nähern: Sie analysieren Verhalten und Immunfunktionen, sie messen Empfindungen und soziale Kontakte - und sie lassen in raffinierten Experimenten sogar Tiere einsam sein,
in: Geo Nr.10, Oktober

 
   
  • HEIN, Peter & Xao SEFFCHEQUE (2002): Zu Alt, um jung zu sterben.
    Punk, New Wave, NDW - Recycling statt Revival,
    in: Rolling Stone Nr.10, Oktober

 
   
  • BÜRGER, Jan & Frauke MEYER-GOSAU (2002): Schreiben ohne Qualen.
    Bodo Kirchhoff contra Hera Lind: Bekommt man bei 30.000 verkauften Büchern kalte Füße oder geht es dann erst richtig los? Deutschlands Seller-Königin trifft im LITERATUREN-Streitgespräch auf den «Schundroman»-Autor,
    in: Literaturen Nr.10, Oktober

 
     
     
       
       
   

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