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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom Oktober 01. - 15. 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Soziologie wirkt maßgeblich an einer Tendenz zur Demographisierung gesellschaftlicher Probleme mit

"Auch wenn mit (...), auf neue Formen der Sozial- und Systemintegration (...) zielenden Konzepten gewissermaßen »das Beste« aus dem demographischen Wandel und der Altersstrukturverschiebung zwischen Jungen, Erwachsenen und Alten bzw. Auszubildenden, Erwerbstätigen und Rentner/innen gemacht werden soll: So oder so wirkt die Soziologie maßgeblich mit an der jüngeren gesellschaftlichen Tendenz zur Demographisierung des Sozialen (vgl. Barlösius/Schiek 2007). Soziologische Analysen »gesellschaftlicher Alterung« und soziologische Handreichungen zu deren konstruktiver, produktiver Bewältigung tragen zu der Normalisierung einer gesellschaftlichen Praxis bei, soziale Fragen - etwa der Verteilung materieller Ressourcen und individueller Lebenschancen - als demographische Fragen zu verstehen, soziale Probleme - bspw. Versorgungsmängel im Gesundheitswesen - als altersstrukturbedingte Probleme zu rahmen, soziale Konflikte - z.B. um Verteilungsungleichheiten und deren politische Bearbeitung - als Generationenkonflikte zu konstruieren."
(Stephan Lessenich "Demographie: Altersstruktur, Mobilität und Multikulturalismus" 2014, S.452)

 
       
       
   
Die ZEIT-Glauben & Zweifeln-Thema: Was heißt heute Familie?
Vater, Mutter, Kind - aber es geht auch anders. Über Ideal und Wirklichkeit des Zusammenlebens

KOSCHORKE, Albrecht (2015): Und was wird aus der Liebe?
Wie die biblischen Familienideale unser Denken und Fühlen bis heute bestimmen. Ein Essay,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

SCHUHMACHER, Wolfgang (2015): Eine Frage des Gewissens.
Warum ein Priester konvertierte,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

GREINER, Ulrich (2015): Kategorien des Glücks.
Die Sehnsucht nach der kleinen Familie,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

MAYER, Susanne (2015): Unordentliches Theater.
Wie es sich allein mit Kindern lebt,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

FINGER, Evelyn (2015): Hedonisten!
Wie es sich ohne Kinder lebt,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

RÜCKERT, Sabine (2015): Die Müllers und wir.
Lebenslänglich Wohngemeinschaft,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

ANONYMUS (2015): In der Regenbogenfamilie.
Zwei Mütter, zwei Väter, zwei Kinder,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

FINGER, Evelyn (2015): "Für Katholiken völlig akzeptabel".
Die Theologin Johanna Rahner über den Sinn der Familiendebatten in Rom,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

 
       
   

HARTUNG, Manuel J. (2015): Generation Sorglos.
Mitten in der Krise wird die Jugend optimistischer und idealistischer. Ist das naiv oder revolutionär?
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

KERSTAN, Thomas (2015): "Das wird die Generation R".
Politisch, optimistisch, patriotisch - so zeigt sich Deutschlands Jugend in der neuen Shell-Studie, sagt deren Co-Autor Klaus Hurrelmann,
in:
Die ZEIT Nr.42 v. 15.10.

 
       
   

BAUREITHEL, Ulrike (2015): Das kleine runde Ding.
Verhütung: Sie war das Symbol der sexuellen Befreiung und ist heute selbstverständlich für die Generation Ego: die Pille. Zwei Bücher schreiben ihre Geschichte in Ost und West,
in:
Freitag Nr.42 v. 15.10.

 
       
   

KULLMANN, Katja (2015): "Es wird für alle enger".
Interview: In ihrem neuen Buch "Ausgrenzungen" fragt die US-Soziologin Saskia Sassen, wie Menschen heute unterdrückt und entrechtet werden. Es trifft auch die Mittelschichten,
in:
Freitag Nr.42 v. 15.10.

 
       
   
FAS-Literatur-Spezial-Thema: Wut total im Feuilleton.
Im Literatur-Spezial zur Frankfurter Buchmesse artikulieren siebzehn Schriftsteller ein zu Unrecht verpöntes Gefühl

ENCKE, Julia (2015): Unversöhnt, nicht einverstanden.
Worum es in dieser Ausgabe geht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.10.

Julia ENCKE will uns erklären, dass Wut verpönt sei, dabei ist der Wutbürger eine FAZ-Kreatur par excellence. Am 19. November 2002 rief der Pensionär Arnulf BARING in der FAZ die Bürger auf die Barrikaden und die FAS organisierte unter Anleitung von Sascha LEHNARTZ die Revolte der Wutbürger. Über die Implosion dieser ersten "Pegida" berichtete dann Alexander MARGUIER. Statt auf die Barrikaden geht man im Jahr 2015 nur noch brav ins Feuilleton!

 
       
   

LANGENAU, Lars (2015): Schriftverkehr.
Im Internet nehmen sogenannte Love-Scammer einsame Frauen aus und hinterlassen gebrochene Herzen. Ein Opfer erzählt, wie es auf einen Betrüger hereinfiel,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.10.

VOLLMUTH, Hannes (2015): "Kleine Sätze, große Träume".
Eine Betroffene berät andere Geschädigte im Internet,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.10.

LANGENAU, Lars (2015): Millionengeschäft.
Wie die "Nigeria Connection" mit Gefühlen Geld macht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.10.

 
       
   

KUSCHNIK, Jessica (2015): "Hört auf, uns nach Kindern zu fragen".
US-Topmodel Tyra Banks hat eine Diskussion darüber losgetreten, ob man Frauen fragen darf, wie es mit der Familienplanung aussieht. Das Echo im Internet ist eindeutig: nein. Denn oftmals sind Frauen nicht freiwillig kinderlos,
in: Rheinische Post v. 10.10.

 
       
   
SZ-MAGAZIN-Thema: "Ich denke nie: Was ist gut für meine Karriere".
Ein Heft über die Logik der Frauen

FRITZSCHE, Lara (2015): Damenwahl.
Karriere wird weiblicher: Endlich sind Frauen in Politik und Wirtschaft gefragt. Aber heißt das auch: Frauen müssen jetzt unbedingt nach oben wollen?
in:
SZ-Magazin Nr.41 v. 09.10.

 
       
   

MÜNTEFERING, Franz (2015): Sonst sehen wir alt aus.
Aussenansicht: Die vielen Flüchtlinge bedeuten einen enormen volkswirtschaftlichen Nutzen für das geburtenschwache Deutschland,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.

Franz MÜNTEFERING will uns mit Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung, deren Herkunft er uns verschweigt, die Notwendigkeit von Zuwanderung deutlich machen. MÜNTEFERING lügt uns aber sogar ganz dreist an:

"Knapp 30 Prozent der 1970 Geborenen sind kinderlos. Diese 300 000 fehlen uns aber auch schon für zahlreiche der vergangenen Jahre, seit Jahrzehnten."

Der Anteil der Kinderlosen am Geburtsjahrgang 1970 liegt in Deutschland nur bei ca. 20 Prozent. Die Zahlen, die MÜNTEFERING uns präsentiert, stammen aus dem letzten Jahrzehnt, als die Kinderlosigkeit nur geschätzt und nicht erhoben wurde.

 
       
   

KASTNER, Bernd (2015): Hilfe.
Hardheim in Baden-Württemberg hat 4.600 Einwohner - und 1.000 Flüchtlinge. Über einen Ort, der sich trotz der vielen Menschen sehr alleingelassen fühlt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.

 
       
   

MATZIG, Gerhard (2015): Im Häuserkampf.
Flüchtlinge gegen Obdachlose? Warum wir einen radikal neuen sozialen Wohnungsbau brauchen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.

Angesichts der Sorge vor der Vertreibung Einheimischer durch Flüchtlinge, berichtet Gerhard MATZIG über die "delirende Prognostik" im Hinblick auf steigende Flüchtlingszahlen, die Veröffentlichung neuer Schätzungen zur Entwicklung der Obdachlosenzahlen. Die Lösung der Wohnungsfrage sieht MATZIG nicht in Mietpreisbremsen, sondern in der

"Reanimation des zuvor ausgehungerten sozialen Wohnungsbaus.
An der Wohnungsfrage entscheidet sich die Zukunft einer verstädterten Gesellschaft, die sich Ballungszentren als Jobmotoren schafft - ohne zu bedenken, dass jene, die darin arbeiten, auch wohnen müssen."

Die in den letzten Jahren betriebene Privatisierung der Wohnbauträger hält MATZIG genauso für einen Fehler wie die "grotesk detaillierten" Bauvorschriften. Die beschlossenen Gelder für den sozialen Wohnungsbau empfindet MATZIG als Hohn angesichts des Rückgangs durch automatisch aus der Sozialbindung fallende Wohnungen.

 
       
   

HAGELÜKEN, Alexander (2015): Viel für wenige.
Die reichsten zwei Prozent der Deutschen vererben ein Drittel des Geldes. Forscher sehen einen Trend zur Ungleichheit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.

Alexander HAGELÜKEN berichtet über eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) und von Stefan BACH u.a. (DIW) zur Erbengeneration. Es gehe um die Entlastung der Unter- und Mittelschicht (wie immer diese definiert ist), die durch die "kalte Progression" und die Mehrwertsteuererhöhung im Gegensatz zu "Einkommensstärkeren" stärker belastet wurden.

 
       
   

BUJARD, Martin (2015): Zwischen Panikmache und Verharmlosung.
Was passiert eigentlich, wenn ein Land in nie dagewesenem Maße altert und schrumpft,
in: Demografische Forschung aus erster Hand Nr.3 v. 06.10.

Zusammenfassung des Aufsatzes Folgen der dauerhaft niedrigen Fertilität in Deutschland von Martin BUJARD.

Voranstellen sollte man, dass es noch keine 15 Jahre her ist, dass man die Schrumpfung als viel gewaltiger prognostiziert hatte. Während erst in den letzten Jahren die Alterung als Hauptproblem hervorgehoben wird - weil sich die Annahmen über die Schrumpfung als haltlos erwiesen haben. Wenn dem so ist, dann stellt sich die Frage, ob sich nicht in 15 Jahren die Situation wiederum ganz anders darstellt?  

Unseriöserweise wird auch kein Unterschied zwischen der Anzahl der über 65-Jährigen und Rentnern gemacht. Inzwischen gilt die Rente mit 67. Warum arbeitet BUJARD also nicht mit einem Altenquotient von über 67-Jährigen? Wenn man schon mit Berechnungen für die Zukunft arbeitet, dann müssten seriöserweise auch Spannbreiten des Altenquotienten angegeben werden, denn das Rentenbezugsalter ist ja keine natürlich vorgegebene Konstante, sondern wird gesetzlich geregelt. Warum sollte diese Regel also im Jahr 2030 oder gar im Jahr 2050 immer noch Dieselbe sein? Weitere Kritikpunkte zum Aufsatz finden sich auch hier.

 
       
   

FEIX, Thomas (2015): Die Einsamen erkennt man nicht.
Seit Peters Tod ist ihr die Wohnung zu groß, und die Tage sind es auch. Sie geht raus, damit die Zeit vergeht. Doch Britta gibt nicht auf,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.10.

 
       
   
WELT AM SONNTAG-Titelgeschichte: Die Generation der Superväter.
Männer unter vierzig sehen ihre Rolle im Familienleben ganz anders als ihre Väter. Sie nehmen sich mehr Zeit, verzichten auf Karriere - und erziehen die Kinder gelassener als manche Mütter

GASCHKE, Susanne (2015): Erst das Kind macht den Mann.
Die Väter von heute wollen anders sein als ihre Vorgänger. Sie wünschen sich eine berufstätige Partnerin – und es ist ihnen wichtig, möglichst viel Zeit mit den Kindern zu verbringen. Dabei legen sie eine erstaunliche Lässigkeit an den Tag,
in: Welt am Sonntag v. 04.10.

 
       
   

Das BSG-Urteil zur Berücksichtigung von Unterhaltskosten und Erziehungs- und Betreuungsleistungen für Kinder bei der Bemessung der Beiträge zur Sozialversicherung in der Debatte

RATH, Christian (2015): Freiburger Familie scheitert.
Bundessozialgericht sieht keine Benachteiligung darin, dass Eltern die gleichen Beiträge zur Sozialkasse entrichten wie Kinderlose,
in: Badische Zeitung v. 01.10.

ÖCHSNER, Thomas (2015): Beiträge für Familien bleiben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

QUADBECK, Eva (2015): Der doppelte Beitrag der Familien.
Analyse: Müssen Eltern in der Sozialversicherung bessergestellt werden als Kinderlose? Nein, sagte am Mittwoch das Bundessozialgericht. Die Politik ist froh, dass das heikle Problem immer wieder von der Justiz bearbeitet wird,
in: Rheinische Post v. 01.10.

RATH, Christian (2015): Bloß keine Kinderrente.
Kommentar zur Sozialpolitik: Das Urteil der Sozialrichter, wonach Eltern keinen Anspruch auf geringere Sozialbeiträge als Kinderlose haben, ist zu begrüßen,
in: Stuttgarter Nachrichten v. 01.10.

 
       
   

HAUSER, Jan (2015): Chemnitz lockt die Gründer.
Nach der Wende zogen die Menschen aus der Stadt weg. Aber jetzt wächst sie wieder. Fachkräfte finden Arbeit und Jungunternehmer genügend Raum,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.10.

"Chemnitz braucht den Zuzug. Nach der Wende hat die Stadt 60.000 Einwohner verloren. Die Prognosen sahen eine schrumpfende Stadt voraus, doch jetzt wächst Chemnitz wieder. Seit 2009 ziehen mehr Menschen in die Stadt, als diese verlassen. (...). Chemnitz, früher Karl-Marx-Stadt, hat die Wende aus eigener Kraft geschafft. Die Arbeitslosenquote liegt leicht unter 9 Prozent",

berichtet Jan HAUSER fast ein Jahrzehnt, nachdem Inge KLOEPFER in der FAS unkritisch über die Prognosen der neoliberalen Bertelsmann Stiftung berichtete. Diese hatte für Chemnitz und andere ostdeutsche Großstädte den Demographietyp der "schrumpfenden und alternden ostdeutschen Großstädte" entworfen. Auch das neoliberale Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung sah 2006 Chemnitz von 2004 bis 2020 mit einem Bevölkerungsrückgang von fast 20 Prozent schrumpfen. Deren Daten stammten vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. 

 
       
   

Das Single-Dasein in China

RENZENBRINK, Anne (2015): Angst vor dem Übrigbleiben.
China: Moderne Metropolen ändern noch keine sozialen Mentalitäten. Die können so stark sein, dass Millionen Frauen daran verzweifeln,
in: Freitag Nr.40 v. 01.10.

 
       
   

TORANIAN, Valérie & Marin de VIRY (2015): "Gott will mich nicht".
Gespräch: Michel Houellebecq ist einer der großen Nihilisten unserer Zeit. Seine Romane kreisen um die Verlorenheit des postmodernen Individuums. Im Interview blickt der französische Schriftsteller tief in die Abgründe der europäischen Kultur - und seiner eigenen Seele,
in: Philosophie Magazin Nr.6, Oktober/November

 
       
   
GEOGRAPHISCHE RUNDSCHAU-Thema: Urbane Konflikte

DOHNKE, Jan (2015): Direkte Demokratie als Instrument in stadtpolitischen Konflikten.
Das Beispiel Berlin,
in: Geographische Rundschau, Oktober

HELTEN, Michael (2015): Urbaner Raum und Protest in Hamburg.
Alte und neue Konfliktlinien,
in: Geographische Rundschau, Oktober

HEEG, Susanne (2015): Wohnen um jeden Preis.
Das Beispiel Frankfurt am Main,
in: Geographische Rundschau, Oktober

 
       
   
CICERO-Titelgeschichte: Ins Ungewisse.
Deutschland und die neue Völkerwanderung

STÖLZL, Christoph (2015): Erst wir, jetzt sie.
Seit Menschen den Planeten bewohnen, verlassen sie Zonen der Gefahr und Entbehrung. Vor 2000 Jahren führte eine Migrationswelle zum Niedergang eines Imperiums,
in: Cicero, Oktober

HEINSOHN, Gunnar (2015): Flucht, Asyl, Wohlstand.
Viele Millionen Menschen werden auf der Suche nach Wohlstand ihre Heimat verlassen. Doch die neue Weltkarte zeichnen andere,
in: Cicero, Oktober

COLLIER, Paul (2015): In moralischer Verwirrung.
Europa hat eine "Pflicht zur Rettung" syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge. Doch statt einer kleinen Minderheit Asyl zu gewähren, sollte Europa im Nahen Osten sichere Häfen schaffen,
in: Cicero, Oktober

 
       
   

BINNER, Miriam (2016): Teurer Übermut.
Tausende Unternehmen haben ihren Mitarbeitern Betriebsrenten versprochen - und dafür kaum vorgesorgt. So wie der Modellbauer Fleischmann. Die Lücke wird nun zur existenziellen Gefahr,
in: Capital Nr.10,
Oktober

"Wer mindestens fünf Jahre für ihn arbeitet, sollte eine Betriebsrente erhalten.
Heute - 41 Jahre später - ist die Traditionsfirma Fleischmann pleite",

berichtet Miriam BINNER über die Einführung der Betriebsrente im Jahr 1974 bei Fleischmann. Das Betriebsrentenprogramm wurde bereits 1999 beendet. Von den 600 ehemaligen Mitarbeitern sind heutzutage nur noch 33 Mitarbeiter übrig. Ursache der Insolvenz sind jedoch nicht die Pensionsrückstellungen, sondern die Tatsache, dass der gegenwärtige Inhaber durch eine Insolvenz die besten Chancen sieht diese Altlasten relativ unproblematisch loszuwerden, was jedoch bei BINNER nur zwischen den Zeilen steht.

"Etwa 20 Millionen Arbeitnehmer sparen aktuell mit Unterstützung ihres Arbeitgebers fürs Alter, schätzt die Bundesregierung. Genau Zahlen gibt es nicht. Sozialministerin Andrea Nahles hat den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge zu einem wichtigen Ziel erklärt. Doch Fälle wie Fleischmann zeigen die Schwachstellen des Systems",

meint BINNER. Die Direktzusage soll die am weitesten verbreitete Form der Betriebsrente sein und rund 8 Millionen Arbeitnehmer betreffen (S.36), was im Widerspruch zu einer Grafik steht (S.88). Demnach erhielten 2001 lediglich 3,86 Millionen Betriebsrentner und 2013 rund 4,6 Millionen Betriebsrentner eine Direktzusage. Aus Steuerspargründen wählten Unternehmer diese Form.

"Statt eine Versicherung für die Betriebsrenten abzuschließen, entschieden sich viele Unternehmer dafür, das Geld in der eigenen Firma anzulegen, in neuen Gebäuden, Fabriken und Maschinen",

erklärt uns BINNER, denn wie Pensionsrückstellungen gehandhabt werden, darüber gibt es für vor 1987 gemachte Direktzusagen, keine Vorgaben:

"Bis heute habe nur ein Drittel aller Mittelständler in Deutschland ihre Pensionszusagen durch liquide Rücklagen geschützt, ergab vor fünf Jahren eine Studie von Allianz Global Investors. Aktuellere Daten gibt es nicht. Bei den restlichen zwei Dritteln haftet das Unternehmen im Zweifelsfall mit dem gesamten Vermögen. Für Zusagen vor 1987 müssen Unternehmen bis heute keine Rückstellungen für ihre Pensionsverpflichtungen ausweisen. Seither ist das zwar Pflicht, was sich hinter den Rückstellungen verbirgt, ist aber nach wie vor ihre Sache".

Heiko GRADEHANDT von der Unternehmensberatung Towers Watson sieht Probleme vor allem im Bereich von kleinen und mittleren Unternehmen, weil Dax-Unternehmen mehr Rücklagen bilden. Das Beispiel Fleischmann zeigt, wie neue Eigner ihre Pensionslasten entsorgen:

"die Werke in Franken wurden geschlossen, 350 Leute mussten gehen, die Produktion zog nach Rumänien. Über eine Holding wurde dafür eine neue Tochtergesellschaft gegründet. Zurück blieben 33 Mitarbeiter im Stammwerk Heilbronn. (...). Die Einnahmen fließen in die Holding.
Die Pensionsansprüche dagegen blieben beim alten Betrieb (...): Rund 360 Rentner erhielten im Schnitt rund 150 Euro im Monat, schätzt ein ehemaliger Betriebsrat. Weitere 250 Ex-Mitarbeiter sind noch nicht im Ruhestand, haben aber Ansprüche. Das macht 600 Männer und Frauen, die ihr Geld sehen wollen. Sie alle hängen nun mit in der Insolvenz."

Als weiteres Insolvenzbeispiel wird uns die Firma Kunert präsentiert, von der rund 6.000 Mitarbeiter betroffen wahren. Der Kölner Pensionssicherungsvereins (PSV) wird uns als Sicherungsnetz für solche Fälle präsentiert:

"Geht ein Unternehmen pleite, übernimmt der PSV die Auszahlung der Betriebsrenten. Finanziert wird er durch die Beiträge der gut 90.000 Unternehmen, die ein Rentenprogramm ohne speziellen Insolvenzschutz eingereichtet haben."

Das Niedrigzinsniveau wird als "Zins-Bombe" dramatisiert, weil es die Rückstellungen in den Firmenbilanzen erhöht:

"Sollte das Zinsniveau über die kommenden sieben Jahre konstant bleiben, könnte der einschlägige Rechnungszins für den Mittelstand nach Einschätzung der Bundesregierung bis 2021 auf 2,4 Prozent sinken. Momentan liegt er noch bei 4,5 Prozent. Unter diesen Bedingungen müssten kleine und mittlere Unternehmen die Rückstellungen in ihren Bilanzen um rund 26 Prozent erhöhen, prognostizierte die Regierung im Juli in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Finanzpolitikers Gerhard Schick."

Die Dax-Unternehmen seien aber wesentlich schneller von steigenden Pensionsrückstellungen betroffen:

"Weil Dax-Konzerne mit Marktzinsen rechnen müssen, sind die Folgen hier schon zu sehen: Nach einer Analyse von Towers Watson stiegen ihre Pensionsverpflichtungen 2014 um 25 Prozent auf 372 Mrd. Euro. Das hierfür reservierte Vermögen betrug 228 Mrd. Euro. Binnen zwölf Monaten sank die Quote für die Kapitaldeckung von 65 auf 61 Prozent. Die neuen Lücken müssen die Unternehmen aus ihrem Cashflow begleichen."

Den Mittelstand würde es zwar langsamer, aber nicht weniger hart treffen:

"Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat die Bilanzkennzahlen von mehr als 70.000 Unternehmen untersucht (...). Demnach dürften die Jahrsüberschüsse von Unternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz allein wegen der niedrigen Zinsen und höheren Rückstellungen 2016 um die Hälfte geringer ausfallen als 2012 - unter sonst gleichen Bedingungen."

Zuerst würde dies gemäß BINNER zu Investitionskürzungen und dann zum Nachschießen der Eigner oder der Insolvenz führen:

"Etwa zehn bis 15 Prozent aller Mittelständler könnten »große Probleme« bekommen, sagt Berater Gradehandt von Towers Watson. Wenn er recht behält, wären das mehr als 300.000 Unternehmen."

Um diesem Szenario Nachdruck zu verleihen, kommt BINNER in diesem Zusammenhang auf die Firma Fleischmann zurück:

"Bei Fleischmann stiegen die Pensionsverpflichtungen von 2014 auf 2015 um eine halbe Million Euro - obwohl das Programm seit 16 Jahren geschlossen ist. Und das bei einem Jahresumsatz von 15 Mio. Euro."

Durch das neue Insolvenzrecht von 2011 können solche Pensionsverpflichtungen durch einen Verzicht der Gläubiger, d.h. der Betriebsrentner auf den Pensionssicherungsverein abgewälzt werden:

"So funktionierte auch die Insolvenz von Kunert. Und die Pleite der Deutschen Linoleum-Werke 2014."

Zunehmende Abwälzungsversuche könnten dieses System jedoch ruinieren:

"Schon 2009 stand das System auf der Kippe. Damals schlitterte der Handelskonzern Arcandor in die Pleite. Der Beitrag verachtfachte sich, der PSV musste 4 Mrd. Euro stemmen."

Während die Regierung Optimismus verbreitet, während der Grünenpolitiker SCHICK hier Gefahren sieht. Am Ende könnten die Betriebsrentner also als die Leidtragenden dieser Risikoabwälzung sein. 

 
       
   

KIX, Martina (2015): Wir und die anderen.
Die Liebe, heißt es, kennt keinen Neid. Trifft man mit dem Partner auf andere Paare, vergleicht man sich jedoch schnell - Nähe, Coolness, Kochkunst. Gut so! Der Paarwettkampf macht uns zu besseren Liebhabern,
in: Neon, Oktober

FROMM, Anne (2015): "Wir sind keine Paarperformer".
Die Schauspieler Collien Ulmen-Fernandes und Christian Ulmen gelten als glamouröses Promipaar - und wirken angenehm normal und glücklich. Aber auch sie vergleichen ihre eigene Beziehung mit denen ihrer Freunde. Und sind dabei häufig froh, nicht die anderen zu sein,
in: Neon, Oktober

 
       
   

STEEG, Lena (2015): Fernfreund.
Meine Meinung: Facebook-Freundschaften und andere digitale Kontakte gelten als oberflächlich und kalt. Falsch, meint unsere Autorin: Einen ihrer besten Freunde hat sie noch nie getroffen,
in: Neon, Oktober

 
       
   

BUCHHOLZ, Jenny (2015): "Bei Dates drehe ich durch".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Oktober

 
       
 

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Zu den News vom 08. - 30. September 2015
 

   
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