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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 16 - 31. August 2002

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(
Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)

 
       
       
     
     
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Softies an der Macht.
    Die Intellektuellen in den Wochen des Wahlkampfs: Große Leidenschaftlichkeit kommt nicht auf. Zum Aufreger gerät allein Schröders Mythologisierung der Mitte. Und was, verdammt, waren noch mal die Berliner Republik und das rot-grüne Projekt?,
    in: TAZ v. 31.08.

 
     
   
  • OBERNDÖRFER, Dieter (2002): In der Republik ist die Kultur pluralistisch.
    Europa steht vor der großen Aufgabe, die Nationalstaaten überwinden zu müssen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.08.

 
     
     
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2002): Auf Stimmenfang mit Doris.
    Die SPD wirbt auf ihren Plakaten mit einem angestaubten Frauenbild,
    in: TAZ v. 30.08.

    • Ein Plakattipp von Barbara DRIBBUSCH für die CDU: "Man stelle sich vor: Ein Wahlplakat mit Hiltrud Schröder, sie lässig am Pool, zwei junghübsche Männer um sie herum. Der Slogan: »Trennen Sie sich von Gerhard Schröder! Ich habe das auch geschafft«. Dazu das CDU-Logo. Vielleicht könnte Stoiber noch als Kellner im Hintergrund agieren. Das Plakat wäre ein Renner"

 
   
  • HILLENKAMP, Sven & Henning SUSSEBACH (2002): Alles Müller?
    Klaus und Birgit Müller: verheiratet, ein Kind. Er geht zur Arbeit, sie bleibt zu Hause. Sind die Grünen zu normal geworden? Ein Hausbesuch bei Schleswig-Holsteins Umweltminister,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.

Homestory über die grüne Generation-Golf-Vorzeigefamilie von Klaus MÜLLER. Dagegen erscheint selbst die CDU-Familie von Katherina REICHE progressiv:

"Wollen Grüne kein uneheliches Kind mehr?
Sie: Nein, wir wollten das ganz groß feiern, und das zu einer Zeit, in der mein Bauch noch nicht allzu dick war."

 
   
  • EEKHOFF, Johann (2002): Streichen statt streicheln.
    Die Reform von Rente und Gesundheit muss auch Besitzstände infrage stellen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.35 v. 29.08.

"Zurzeit werden nur zwei Drittel der Kinder geboren, die erforderlich wären, um die Beiträge in der Rentenversicherung stabil zu halten. Tatsächlich dürften bei dieser Geburtenrate auch nur zwei Drittel der künftigen Rentenansprüche bei der nachfolgenden Generation geltend gemacht werden. Wer eine unveränderte Rente haben möchte, müsste ein Drittel selbst ansparen.
            Noch besser wäre es, die Rentenansprüche sehr viel stärker von der Kinderzahl abhängig zu machen, sodass Eltern mit zwei Kindern weiterhin eine normale Rente aus dem Umlagesystem erhielten, während Kinderlose weitgehend darauf angewiesen wären, selber für ihre Altersvorsorge anzusparen"

lautet das Credo von EEKHOFF. Tatsächlich fehlt es jedoch nicht an Kindern, sondern an Beitragszahlern (siehe hierzu NIEJAHR in der ZEIT von heute). Solange nicht jeder Erwerbsfähige auch Beiträge zur Rentenversicherung leistet ist das Geburtendefizit ein Scheinargument, mit dem vom Problem der Erwerbsarbeitszentriertheit unserer sozialen Sicherungssysteme abgelenkt wird.

Das zweite Problem ist die Besitzstandwahrung für die 68er-Generation und ihre Vorgänger. Um deren Rentenansprüche im vollem Umfang zu gewährleisten, sollen alle nachfolgenden Generationen stärker belastet werden und die Kosten der Umstellung zahlen. Eine solche Praxis fordert den massenhaften Austritt aller jüngeren Generationen aus den sozialen Sicherungssystemen geradezu heraus.

 
     
   
  • Berichte zur Veröffentlichung der neuesten Scheidungsstatistik

    • RAST (2002): Bayern und die Liebe,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 29.08.

    • FETTIG, Andreas (2002): Bedingt bindungsfähig,
      in: Neue Ruhr-Zeitung v. 28.08.

    • DPA/AP (2002): Berufsstress und überzogene Glückserwartungen lassen Ehen scheitern.
      Zahl der Scheidungen in Deutschland auf dem Höchststand. Nach vorgeschriebenem Trennungsjahr meist Einvernehmlichkeit,
      in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.

 
   
  • KRAUSE, Tilman (2002): Allein sein im Geheimnis.
    Produktive Potenziale II: Der Rückzug auf sich selbst,
    in: Welt v. 29.08.

Tilman KRAUSE plädiert für das Alleinsein als einfache Methode der Konfliktbewältigung, die in den Zeiten der Außenleitung (RIESMAN) aus der Mode gekommen ist:

"Die Selbst-Konfrontation zählt schließlich zu den wenigen großen Abenteuern, die auch dem Mittellosen zugänglich sind. Wer sich ihr überlässt, wird in jedem Falle reicher. Reicher an Einsichten über das Menschsein. Und die kommen nicht nur dem Ich, die kommen dann sogar der Gesellschaft zugute."

 
   
  • Hans-Ulrich Treichel - Der irdische Amor

    • LÜDKE, Martin (2002): Die Entdeckung der Anus-Vulva-Achse.
      Hans-Ulrich Treichels gehobener Unterhaltungsroman über den akademischen Trottel,
      in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.

 
   
  • Neues von Douglas COUPLAND

    • KÜHL, Christiane (2002): Probleme mit der Familie?
      Douglas Coupland kennt sich aus. Er hat über familiäre Schwierigkeiten und über zahlreiche andere Plagen Nordamerikas einen sehr hilfreichen Roman geschrieben,
      in: Die ZEIT  Nr.36 v. 29.08.

    • FACTS (2002): Geklont statt verkorkst.
      Im neuesten Roman von Douglas Coupland nimmt sich der Starautor der Familie an. Eine Freakshow,
      in: Facts Nr.35 v. 29.08.

    • FRIEBE, Holm (2002): Schöne Flecken.
      Douglas Coupland: Beautiful Stains - Fotoprints. Eine Einführung,
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.

    • COUPLAND, Douglas (2002): Zeitgeist.
      Douglas Coupland über seine Bilder
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.

 
   
  • Shell-Studie "Jugend 2002"

    • HARTMANN, Andreas (2002): Die Jugend von heute.
      Der junge Konsument ist nicht mehr das Lieblingskind der Werbung,
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.

Andreas HARTMANN konstatiert das Ende des Jugendwahns, denn der Jugendliche gehört zu einer Minderheit. Da hilft nur die Flucht nach vorne:

"Schluss mit der Jugend, erwachsen ist man von Geburt an".

Von der Shell-Studie Jugend 2002 hält HARTMANN nicht viel:

"am Ende (...) bietet sie einfach nur unendlich viele Antworten auf Fragen, die man selbst nie gestellt hätte."

  • KEIL, Frank (2002): Sieg der Enkelinnen.
    Die Shell-Studie bringt es an den Tag: Jungen müssen sich in Zukunft noch wärmer anziehen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.

Frank KEIL stellt die Interpretation der Ergebnisse der Shell-Studie in den Zusammenhang der Debatte um die Krise des Mannes. Nach der von Matthias MATUSSEK lancierten Scheidungsväterkampagne ist das Ergebnis der neuen Jugendstudie endlich wieder ein Thema, das Balsam für die geschundenen Seelen des Modernisierungsopfers Mann ist. KEIL hält es dagegen mit Ulrich BECK, der dem Mann "verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre" attestiert hat und folgert deshalb:

"Deutlich mehren sich die Zeichen eines bevorstehenden mentalen Crashs: Die patriarchale Dividende, also jenes von dem australischen Männerforscher Robert W. Connell beschriebene Phänomen, dass noch der sozial weit abgeschlagene Mann vom öffentlichen Status des Mannes profitiert - real oder auch nur in der Phantasie -, sie wird ausgesetzt. Und zu der bedrückenden Ahnung, dass er selbst zu jener jetzt belegten Funktionsuntüchtigkeit der nach ihm kommenden Mitmänner beigetragen hat, gesellt sich etwas, vor dem er sich nicht wenig fürchtet: die blanke Häme."

 
     
   
Tobias RÜTHER verteidigt die Popliteraten und -journalisten gegen ihre zahlreichen Kritiker: "Was die Spex in ihrer Blütezeit zwischen 1985 und 1995 kultivierte, hat die heutigen Popjournalisten nachhaltiger geprägt als der amerikanische 'new journalism' (...).
            Die Spex war stärker noch als Tempo ein Mittler. Hier fiel zuerst der Name Nick Hornby. Für die allerletzte, ungedruckte Ausgabe von Tempo war ein Interview mit dem damals noch unbekannten englischen Autor von 'High Fidelity' vorgesehen. Stünde heute ein neues Buch Nick Hornbys an, rissen sich sämtliche Magazine und Zeitungen Deutschlands um ihn. Das markiert den langen Marsch der Subkulturen vom Rand in die Mitte, den Diedrich Diederichsen, der deutsche Popjournalist par excellence, beschrieben hat. Popjournalismus ist heute überall. Wer jetzt den 'Tod des Popjournalismus' proklamiert, wer vom Scheitern der jungen Garde an den Kräften des Markts und der Tradition spricht, der bauscht auf, was eine mehr oder minder freundliche, undramatische Übernahme war."
 
   
Punk lebt! Das ist mittlerweile selbst bei der SZ angekommen und Oliver FUCHS darf deshalb Mia's Debütalbum Hieb & Stichfest als "Attacke auf die Popspaßgesellschaft", die aus dem "Herzen der Popspaßgesellschaft selber kommt" anpreisen.  Zu dieser Dialektik von Pop und Antipop war bei single-generation.de schon letztes Jahr das zu lesen, was FUCHS nun verspätet nachreicht: den Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Anti-Pop:

"Punk war eine Explosion von Freiheit hoch oben am Himmel, die in einer Wolke aus Gelächter und Verzweiflung, Größenwahn und Selbstzerstörung auf die Erde herabsank. Die westlichen Industrienationen steckten in einer schweren Wirtschafts- und Identitätskrise, als Punk Ende der siebziger Jahre entstand. Jetzt ist wieder Krisenzeit und Punk eine Chance, phantasievoll damit zu leben".

Und Mia soll nun den Soundtrack für die verlorene Generation Golf  liefern:

"Alle Bandmitglieder wohnen in Prenzlauer Berg, dem Viertel mit der größten Szenekneipen-Dichte in Deutschland. Der paradigmatische Einwohner war – bis vor kurzem jedenfalls – jung, trendbewusst und erfolgreich, gleichzeitig Bürger und Bohemien, Besserverdiener und Langschläfer. Jetzt ist ja Krise. Jetzt sitzt man, frisch gekündigt, ganztags beim Nobel-Italiener seiner Wahl, und hört plötzlich ein Gewitter nahen. Blitze aus der Ferne, Wetterleuchten, dann ein Donnerschlag. Kurz darauf stellt man überrascht fest, dass das kein Gewitter ist, sondern Musik. Die ersten paar Takte des Albums von Mia. Und mit einem Mal begreift man, was Punk ist, im Spätsommer 2002: Eine Explosion, ein Schrei, ein dreifach donnerndes »Fuck you« an alle. Aber eins, das von Herzen kommt."

 
   
  • Berichte zu 1. Hessischer Familientag am 24.08.2002

In Bensheim hat sich die Familie unter Ausschluss der Singles selbst gefeiert. Mehr als 200.000 Euro hat sich Bensheim, das Hessische Sozialministerium und die Karl Kübel Stiftung das Event kosten lassen.

Jürgen BORCHERT durfte seine altbekannten Thesen zur Familie vortragen. Er ist einer der prominentesten Befürworter bevölkerungspolitischer Maßnahmen in Deutschland. Diesen Interessenvertretern geht es nicht mehr um die Besserstellung armer Familien, sondern um Geburtenförderung für Besserverdienende.

Wer wie Katja IRLE "Rentenkürzungen für Kinderlose" fordert, der plädiert für Bevölkerungs- und nicht für Familienpolitik.

Demografische Niedergangsszenarien - Die Konvergenz von Neuer Mitte und Neuer Rechte
  • ALMENRÖDER, Sabine (2002): Diskussionen und Zeit zum Spielen.
    1. Hessischer Familientag: Information und Unterhaltung für 12 000 Besucher in der Bensheimer Innenstadt,
    in: Darmstädter Echo v. 26.08.

  • IRLE, Katja (2002): Mit der Zahl der Kinder steigt das Armutsrisiko.
    12 000 Besucher beim ersten hessischen Familientag in Bensheim. Sozialrichter Borchert mahnt Umverteilung an,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.08.

  • IRLE, Katja (2002): Jetzt müssen Taten folgen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.08.

 
   
  • GÜRTLER, Detlef (2002): Die Pampers-Netzwerke.
    Deutschlands produktive Potenziale Teil 1: Die Mütter,
    in: Welt v. 26.08.

 
   
  • SIEVERLING, Nicola (2002): "Union hat das falsche Konzept".
    SPD-Bundespolitikerin Renate Schmidt stellte in Altona ihr neues Buch "SOS.Familie" vor. Welt am Sonntag sprach mit ihr und SPD-Landeschef Olaf Scholz über Kinderbetreuung und Familienpolitik,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.

 
   
  • SCHOENBERGER, Frances (2002). "Ich bin immer noch nicht heiratsfähig".
    Am 27. September wird Gwyneth Paltrow 30 Jahre alt. In WELT am SONNTAG spricht der Superstar über Liebe, Depressionen und die Freundschaft mit Madonna,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.

 
   
Ein Beitrag zur Neidgesellschaft: "Wenn ein Unternehmen Personal abbaut, kann es sich bei dieser Gelegenheit keineswegs von Leistungsschwachen und Leistungsunwilligen trennen. Der gesetzlich vorgeschriebene Zwang zur 'Sozialauswahl' führt dazu, dass jene zuerst gehen müssen, die dem Unternehmen am kürzesten angehören, nicht verheiratet sind und keine Kinder haben. Anders ausgedrückt: Ein Kind kann durchaus den mangelnden Arbeitseinsatz des Vaters oder der Mutter kompensieren - kündigungsrechtlich jedenfalls."
 
   
  • ALBERS, Markus (2002): Macht Geld glücklich?
    Zählt im Leben nur steigendes Einkommen oder auch ziviles Engagement? Welt am Sonntag bat einen Millionär und einen Attac-Aktivisten zum Streitgespräch,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • BORTOLANI, Martina (2002): "Ich wohne so bescheiden, weil ich unabhängig bleiben will".
      Wäre er so unattraktiv wie seine Bleibe, hätte man Christoph Engel garantiert nicht zum Mister Schweiz gewählt,
      in: SonntagsZeitung v. 25.08.

 
     
   
  • SCHLAFFER, Hannelore (2002): Vater, Mutter, Kind und Mitgift.
    Jack Goodys Soziographie der Kleinfamilie will zeigen, wie sich Verwandtschafts- und Besitzverhältnisse seit jeher gegenseitig bedingen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.08.

 
     
   
  • NZZ-ZEITFRAGEN "Event-Flut"
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.

    • KEMPER, Peter (2002): Wenn Windelnwechseln zum Event wird.
      Nachruf auf eine erfolgreiche Marketingmetapher,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.

Für Peter KEMPER ist "Event" zum Codewort der Spassgesellschaft geworden. Die Suggestivkraft dieser Schlüsselmetapher sei jedoch nach dem 11. September schlagartig verblasst:

"Im Verein mit einer zunehmend lahmenden Konjunktur, den plötzlich platzenden Aktienblasen am Neuen Markt und einer wachsenden Konsumzurückhaltung nach der Einführung des «Teuro» entwickelte sich im zweiten Jahr des neuen Jahrtausends eine ernüchterte Stimmungslage, die dem «Fun-Faktor» der Eventideologie diametral zu widersprechen scheint."

Gerhard Schulze - Die Erlebnisgesellschaft
  • Marcus S. KLEINER & Marvin CHLADA (2002): Die neuen Heiligen der Mediengesellschaft.
    Eine Kritik an der Medienkritik,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.

 
     
   
Nachdem die DGB-Frauenexpertin Anne JENTER das veraltete Familienbild der Hartz-Kommission gerügt hat, wurde gemäß Ingrid KURZ-SCHERF die Wortwahl geändert:

"Nicht 'Familienväter' sollen nun bevorzugt vermittelt werden. Jetzt heißt es: 'Arbeitslose, die besondere Verantwortung für abhängige betreuungsbedürftige Personen oder Familienangehörige tragen'."

Das ist für KURZ-SCHERF jedoch entschieden zu wenig:

"Wer sind 'Arbeitslose, die besondere Verantwortung für abhängige betreuungsbedürftige Personen tragen'? Familienväter, Alleinerziehende auch. Und Mütter, deren Ehemänner arbeiten? Wer wird bevorzugt vermittelt, wenn beide Eltern in einer Familie arbeitslos sind? Die Frau? Der Mann? Beide?
Wenn die Hartz-Kommission eine Fehlinterpretation tatsächlich hätte ausschließen wollen, hätte sie dies vor dem Hintergrund der langen und fortwirkenden Diskriminierung von Frauen auf den Arbeitsmärkten sehr deutlich zum Ausdruck bringen müssen."

Ihr vernichtendes Fazit zum Kommissionsbericht lautet deshalb:

"in seiner Gesamtheit hat er die Tendenz nicht nur zur Frauenfeindlichkeit, sondern zu einer autoritären Gesellschaft, die nach unten tritt und nach oben buckelt. Zwischen Androzentrismus und Autoritarismus besteht seit jeher ein enger Zusammenhang. Deshalb ist die Frauenfrage ein empfindlicher Seismograf für den Fortschritt oder den Rückschritt einer Gesellschaft im Bewusstsein der Freiheit."

 
   
ECONOMIST-Titelgeschichte: A tale of two bellies
 
   
  • PEARCE, Fred (2002): Ab 2050 ist wieder viel Platz.
    Neue Hochrechnungen zeigen, dass das Horrorszenario der Bevölkerungsexplosion nicht eintreten wird. Grund: Die Frauen verzichten lieber auf Kinder – auch in der Dritten Welt
    in: Weltwoche Nr.34 v. 23.08.

 
     
     
   
  • GIERTH, Matthias (2002): RM-Wahlprüfstein Familienpolitik.
    Ganztagsbetreuung - das neue Zaubermittel?
    in: Rheinischer Merkur Nr.34 v. 22.08.

 
   
  • GASCHKE, Susanne (2002): Event als Politikersatz, Chatroom statt Ortsverein.
    Die "Shell-Jugendstudie 2002",
    in: Die ZEIT Nr.35 v. 22.08.

 
     
     
     
   
  • Vorstellung der SHELL-Studie "Jugend 2002"

    • MÖNCH, Regina (2002): Neue Shell-Jugendstudie: Generation Nett,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.

    • SCHMOLL, Heike (2002): Null Bock ist out.
      Jugendliche gehen pragmatisch vor: Für sie zählen Leistung, Sicherheit und Macht. Politisches Interesse jenseits der Parteien,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.

    • SCHINDLER, Jörg (2002): Die Generation "Ich" hat den Leistungsgedanken perfekt verinnerlicht.
      Deutsche Jugend klopft jedes Engagement auf persönlichen Nutzen ab. Shell-Studie weist auch auf wachsende Resignation hin,
      in: Frankfurter Rundschau v. 20.08.

    • SEDLMAYR, Sebastian (2002): Jugend mixt sich "Wertecocktail".
      14. Shell-Studie: Die jungen Leute von heute sind optimistischer als früher. Nur 44 Prozent wollen zur Bundestagswahl gehen. Jungen möchten vor allem Macht und Einfluss, Mädchen lassen sich bei ihren Entscheidungen mehr von Gefühlen leiten
      in: TAZ v. 20.08.

    • DROBINSKI, Matthias (2002): Die pragmatische Generation,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

    • KÄPPNER, Joachim (2002): "Das Wahlalter deutlich senken".
      Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann über politische Konsequenzen aus der Studie,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

    • SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (2002): Brav, oh!
      Die Shell-Studie verstehen: Ein ABC der Jugend,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

 
   
  • HAFNER, Urs (2002): Die "Spassgesellschaft", ein schlechter Scherz.
    Anmerkungen zur Karriere eines Begriffs,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.

Urs HAFNER bezieht sich mit seiner Begriffsgeschichte auf den ungenannten Medientheoretiker Lutz HACHMEISTER. Die Analyse von HAFNER konzentriert sich auf den mediendemokratischen Aspekt, wenn er feststellt:

"Die Karriere des Begriffs der «Spassgesellschaft» ist wohl in erster Linie ein Symptom für die Distinktionsstrategien einiger Medienangestellter".

Daneben betont er die moralische Dimension:

"Mit der Verwendung des moralistischen Begriffs lässt sich zudem die Bevölkerung in zwei Klassen scheiden: das vulgäre «Volk» auf der einen Seite, das immer dann lacht, wenn es nicht angebracht ist, und eine geistige Aristokratie auf der anderen Seite, deren Wohlbefinden von jenem schlechten Geschmack beeinträchtigt wird."

Single-generation.de hat dies bereits vor einem halben Jahr in ähnlicher Weise analysiert, geht jedoch über diesen medien- und kulturpolitischen Strategieaspekt hinaus und verknüpft die Debatte über die Spassgesellschaft mit der Kritik an der "Single-Gesellschaft". Erst dann wird der Sinn der Begriffsverwendung deutlich und die Analyse von HAFNER erscheint als zu kurzsichtig:

"Hielten die älteren, auf gesellschaftliche Totalität abzielenden Begriffe - etwa die «kapitalistische Gesellschaft» oder die «postindustrielle Gesellschaft», in gewisser Weise auch die «Informationsgesellschaft» - wenigstens noch eine Aussage über den Modus der Vergesellschaftung bereit, so liegt der analytische Wert des Begriffs der «Spassgesellschaft» bei null."

Armin Pongs - In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?
 
     
     
   
  • NOLTE, Barbara (2002): "In Deutschland sterben die Gentlemen aus".
    Rätselhafte Generation: Am Montag wird die neue Shell-Studie vorgestellt – über die Jugend von heute. Marie Pohl ist eine ungewöhnliche Expertin. Sie ist in dieser Sache einmal um die Welt gereist,
    in: Tagesspiegel v. 18.08.

 
   
  • BANZE, Sonja (2002): "Generation nett" hasst nur eines: Den Generationenkonflikt.
    Sie wollen Karriere machen, sie mögen ihre Eltern und den Kapitalismus. Die neue Shell-Jugendstudie präsentiert eine Jugend voller "Ego-Taktiker", HyperRealisten und Ultrapragmatiker,
    in: Welt am Sonntag v. 18.08.

 
     
   
Aus der Meldung geht nicht eindeutig hervor, was ein Single sein soll! Unverheiratet? Ledig? Partnerlos? Und vor allem. Was bedeutet eine solche Klassifizierung, wenn das Single-Dasein nur eine Lebensphase ist? Viele offene Fragen, aber keine Antwort!
 
   
  • FAHRENHOLZ, Peter & Cathrin KAHLWEIT (2002): Bessere Betreuung oder mehr Geld für Familien?
    Streitgespräch zwischen Renate Schmidt (SPD) und Katherina Reiche (CDU). Die Unions-Frau spricht von der Wahlfreiheit der Eltern, die SPD-Politikerin wirft ihr vor, die Verhältnisse zementieren zu wollen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.08.

 
   
  • Ulrike Heider - Keine Ruhe nach dem Sturm

    • PETERS, Sabine (2002): Angst vor dem Chaos.
      Kein Machtmensch. Ulrike Heiders Erinnerungen an 1968 zeigt einen Lebensweg in Aufbrüchen und Kontinuitäten,
      in: Freitag Nr.34 v. 16.08.

 
   
"Wer ledig ist, muss künftig schon bei kurzer Arbeitslosigkeit im gesamten Bundesgebiet eine Stelle antreten. Wer verheiratet ist oder in einer festen Partnerschaft lebt, aber keine Kinder hat, darf in den ersten sechs Monaten noch eine Stelle ablehnen, die außerhalb des Tagespendelbereichs liegt. Nach diesem ersten halben Jahr hingegen müssen auch diese Arbeitslosen bundesweit mobil sein. Nur wer Kinder hat, darf sich auf Stellen in der weiteren Umgebung seines Wohnorts beschränken", berichtet KNUF über die Pläne der Hartz-Kommission.
 
     
     
     
       
       
   

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Zu den News vom 01. - 15. August 2002

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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