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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 09. - 23. August 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

 Die Bevölkerungsentwicklung in Japan im Vergleich zu Deutschland

"In Japan verläuft der Alterungsprozess (...) schneller als in Deutschland und ist weiter vorangeschritten (...). Das liegt daran, dass erstens die japanischen Babyboomer früher geboren wurden, daher älter als die deutschen sind und damit früher in das Rentenalter eintreten. Zweitens verzeichnet Japan eine höhere Lebenserwartung als Deutschland, wodurch der Alterungsprozess beschleunigt wird. Drittens verfügt Japan nicht über eine Zuwanderung, die Alterungseffekte mildern könnte. (...).
Japan ist aufgrund eines nicht funktionierenden Heiratsmarktes durch eine niedrige Verheiratungsquote gekennzeichnet, was quasi automatisch eine hohe Kinderlosigkeit bedeutet. In Deutschland besteht dieser Zusammenhang auch, ist aber deutlich entkoppelter. Alleinerziehende und nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern sind gesellschaftliche Normalität, in Japan kommen diese Lebensformen kaum vor. Daher erscheint in Deutschland ein Geburtenanstieg leichter realisierbar zu sein als in Japan. Versuche der japanischen Regierung, pronatalistisch zu agieren, sind bislang fehlgeschlagen."
(Jürgen Dorbritz & Gabriele Vogt "Rasanter demografischer Wandel – Deutschland und Japan im Vergleich" in Bevölkerungsforschung aktuell Nr.4 vom 28.07.2015, S.6f.)

 
       
       
   
WELT AM SONNTAG KOMPAKT-Titelgeschichte: Liebestöter.
Emanzipation beim Flirten hat vor allem eine Folge: Sie erstickt Liebe und Begehren. Folgen Sie lieber Ihren Instinkten

WAGNER, Beatrice (2015): Casanova hatte doch recht.
Politisch korrekt flirten funktioniert nicht, sagt die Sexualtherapeutin Beatrice Wagner. Nur wenn er den Macho gibt und sie ihn anhimmelt, klappt es mit dem Date,
in: Welt am Sonntag v. 23.08.

Die Welt am Sonntag Kompakt titelt dagegen Klartext: Ich Tarzan, Du Jane. Da weiß man sofort, was geboten wird:

"Lust und sexuelle Anziehung funktionieren nicht nach den Regeln der Gleichberechtigung, sondern nach den Regeln der Natur",

erklärt uns die Sexualtherapeutin Beatrice WAGNER, deren neues Buch hier vermarktet wird.

 
       
   

LEMBKE, Judith (2015): Wachsen oder schrumpfen.
Deutschland driftet auseinander. Wie Hiddenhausen und Ilvesheim. Hier verwaisen Häuser, dort fehlen sie. Doch der Wandel lässt sich gestalten. Ein Besuch in Ostwestfalen und Baden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.08.

KÖHN, Rüdiger (2015): Die Boazn weicht dem Coffeeshop.
Wohnen in München-Giesing: Kaum ein Münchener Stadtteil ist so vielschichtig wie Giesing: ein Arbeiter- und Handwerkerviertel, mit alten Bauernhöfen und großen Mietskasernen. Das macht dieses Original so anziehend,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.08.

 
       
   

ENCKE, Julia (2015): Das letzte Bollwerk.
Es ist gerade populär, auf Michel Houellebecq zu schimpfen. Wie groß er aber als Autor ist, zeigt Bernard Maris′ "Houellebecq, Ökonom",
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.08.

 
       
   

LITERARISCHE WELT-Thema: Land ohne Eltern.
Mutti putzt in Italien. Vati schuftet auf dem Bau in Istanbul. Im Osten Europas wächst eine ganze Generation vereinsamter Kinder auf. Liliana Corobcas berührender Roman erzählt vom Schicksal moderner Arbeitsnomaden 

SCHÜMER, Dirk (2015): Mama ist nur einmal im Jahr zu Hause.
Wer in Moldawien eine Familie ernähren will, muss sie verlassen. Liliana Corobaca erzählt von der Tragik eines Landes, das seine Kinder und Alten vernachlässigt, um den Anschluss an Europa zu finden,
in: Welt v. 22.08.

Zur Arbeitssituation in Moldawien erfährt man von Dirk SCHÜMER nur: 

"Von den über drei Millionen Moldawiern arbeiten Hunderttausende im Ausland. Sie stehen in Venedig oder Florenz an der Bar und brühen Kaffee. Sie putzen in Altersheimen in Rom und Madrid. Sie schuften auf dem Bau in Andalusien oder Istanbul. Oder sie arbeiten an den Ölquellen und in den Diamantminen in Jakutien und Sibirien, die russischen Oligarchen unmessbaren Reichtum einbringen".

In ihrem Buch Fernliebe (2011) haben Ulrich BECK & Elisabeth BECK-GERNSHEIM dieses Phänomen der "Weltfamilie" beschrieben. Das Kapitel VI widmet sich den Hausarbeitsmigrantinnen. Auf dieser Website wurde über das Problem der globalisierten Dienstleistungsgesellschaft bereits im Jahr 2000 berichtet. Öffentliche Aufmerksamkeit erregte das Thema erst, nachdem man nicht mehr von (kinderlosen) Frauen, sondern von Müttern sprach.

 
       
   

KAMANN, Matthias (2015): "Kinder, hört auf zu streiten!"
Leitartikel: Wie kaum eine andere Generation schlagen die jungen Leute von heute auf sich selbst ein. Könnte diese Gnadenlosigkeit an oft fehlenden Geschwistern liegen?
in: Welt v. 22.08.

Matthias KAMANN will in der öffentlichen Debatte zwischen Angehörigen der Generation Y einen Ton heraushören, der typisch für einen Streit zwischen Geschwistern sei - obgleich er dies Geschwisterlosen, d.h. Einzelnkindern vorwirft.

Aber müsste es ein Angehöriger der 78er-Generation nicht besser wissen? Wurde nicht von Richard SENNETT die Tyrannei der Intimität kritisiert und Cora STEPHAN sprach vom Betroffenheitskult? Der in jeder Generation neu erhobene Vorwurf des Verfalls der öffentlichen Debattenkultur ist kein Privileg der Generation Y.

Was das mit Geschwisterlosigkeit zu tun haben soll, bleibt unklar, außer dass vor kurzem Demografen die Zunahme von Ein-Kind-Familien beklagt haben. Das wäre aber dann wohl ein bevölkerungspolitisches Thema... 

 
       
   

MENKENS, Sabine (2015): Kinderministerin an die Macht.
Manuela Schwesig besucht auf ihrer Sommertour Flüchtlinge und wirbt für mehr staatlich organisierte Erziehung,
in: Welt v. 22.08.

 
       
   

LACHMANN, Anne (2015): Auf ungute Nachbarschaft.
In vielen Großstädten wächst die Unzufriedenheit über neue Bauprojekte. Eine Grillparty in Berlin bietet Anlass zum Protest,
in: Welt v. 22.08.

 
       
   

GRASSHOFF, Friederike Zoe (2015): Leerstelle.
Jeder ist vernetzt, wo soll da noch Platz für Einsamkeit sein? Nun will ein Autor ein verdrängtes Gefühl wieder salonfähig machen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.08.

 
       
   

CAN, Devin (2015): Die neuen Alten.
Die heutigen Best-Ager jenseits der Sechzig pflegen ihr ganz eigenes Konsumverhalten,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.

Devin CAN berichtet über die Ergebnisse des Marktforschungsinstitut GfK zum veränderten Konsumverhalten der Älteren, das mehr und mehr von der Babyboomer-Generation dominiert werde. Insbesondere der Lebensmittelmarkt, die Kosmetik- und die Tourismusbranche stehen im Mittelpunkt des Artikels.

 
       
   

D'INKA, Werner (2015): Wachstum mit Schmerzen.
Frankfurt ist eine Stadt im Dauerwandel. Groß sind entsprechend die Herausforderungen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.08.

 
       
   

Die Pressemitteilung "Mehr Geburten und weniger Sterbefälle im Jahr 2014" in den Medien

KÖLNER STADT-ANZEIGER-Titelgeschichte: Mehr Kinder und mehr Ehen

DOEMENS, Karl (2015): Mehr Kinder und mehr Ehen.
Statistik: Rund 715.000 Mädchen und Jungen geboren - Höchste Rate seit dem Jahr 2004,,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 22.08.

MENKENS, Sabine (2015): So viele Babys wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Deutschland verzeichnet deutliches Plus an Geburten, Zahl der Sterbefälle sinkt. Schwesig will Haushaltsmittel für den Kita-Ausbau verwenden,
in: Welt v. 22.08.

KREITLING, Holger (2015): Kinder, Kinder.
Kommentar,
in: Welt v. 22.08.

DOEMENS, Karl (2015): Mehr Geburten - aber nicht genug.
Die Geburtenrate in Deutschland steigt, aber langfristig braucht es Zuwanderung für eine stabile Quote. Und zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede,
in: Frankfurter Rundschau Online v. 22.08.

DOEMENS, Karl (2015): Baby-Boom in Deutschland.
Erstmals seit zehn Jahren werden im Jahr 2014 mehr als 700.000 Kinder geboren. Zuwachs in Berlin besonders deutlich. Experten sehen Einwanderung als eine Ursache,
in: Berliner Zeitung v. 22.08.

DPA (2015): Mehr Babys, mehr Tote - mehr Zuwanderung?
Mehr Kinder, weniger Todesfälle – der Abstand zwischen Geburtenzahl und Sterbefällen ist 2014 ein bisschen geschrumpft. Doch der Effekt ist nicht von Dauer. Um gegenzusteuern, gibt es nur zwei Optionen. Eine davon heißt: Mehr Zuwanderung,
in: Badische Zeitung v. 22.08.

DPA (2015): Das Defizit schrumpft, es werden mehr Babys geboren.
Demografie: Statistiker dämpfen Hoffnung auf eine Trendwende, denn die Zahl der Todesfälle liegt weit über der Zahl der Geburten,
in: Stuttgarter Zeitung v. 22.08.

BREINING, Thomas (2015): Kinderland dank Zuwanderung.
Statistik: Die Zahl der Geburten hat zugenommen; das hat einiges mit der Migration zu tun,
in: Stuttgarter Zeitung v. 22.08.

WERMELSKIRCHEN, Axel (2015): Das Geburtendefizit wird kleiner.
Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland mehr Kinder, mehr Ehen und weniger Sterbefälle als 2013,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.08.

FISCHHABER, Anna & Thomas ÖCHSNER (2015): Babys im Boom.
In Deutschland werden so viele Kinder geboren wie seit Jahren nicht - mehr, als alle Experten erwartet hatten. Doch wie lange hält der Trend?
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.08.

 
       
   

DESTATIS (2015): Mehr Geburten und weniger Sterbefälle im Jahr 2014,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 21.08.

Mit welchen Schablonen werden die Medien nun an diese Pressemeldung herangehen? Erste Meldungen lassen wenig Optimismus aufkommen, denn die Meldung der absoluten Geburtenzahlen lässt keine Rückschlüsse auf die Geburtenrate (TFR) zu. Bei Welt online titelt man z.B.: Höchste Geburtenrate seit zehn Jahren in Deutschland. Tatsächlich heißt es nur, dass es letztmalig 2004 so hohe GeburtenZAHLEN gab. Die Geburtenrate (TFR) setzt jedoch das Wissen um die Anzahl der gebärfähigen Frauen voraus. Dazu hat das Statistische Bundesamt nichts verlauten lassen. Es könnte stimmen, muss jedoch nicht. Die Geburtenrate ist abhängig von der Entwicklung der Lebendgeborenen in Deutschland, der Entwicklung des durchschnittlichen Gebäralters, das bislang immer gestiegen ist und der Entwicklung der Zuwanderung. Je nachdem, ob es hier Änderungen gab, könnte dies das Ergebnis der Geburtenrate verändern. Genaueres werden wir erst wissen, wenn die Zahlen zur Geburtenrate für das Jahr 2014 vorliegen. Alle Meldungen hierzu sind nichts als Spekulation...

FISCHHABER, Anna (2015): "Möglicherweise gibt es eine Trendwende in Deutschland".
715 000 Kinder wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 2014 in Deutschland geboren. Ein Grund für den Anstieg - 2013 waren es fast fünf Prozent weniger - könnte die Zahl der potentiellen Mütter sein. Auch die Zahl der Eheschließungen ist gestiegen: 386 000 Paare haben im vergangenen Jahr geheiratet,
in: sueddeutsche.de v. 21.08.

DORN, Julian (2015): Ist das die Trendwende?
Geburtenhoch: Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland so viele Kinder auf die Welt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dafür gibt es mehrere Gründe,
in: faz.net v. 21.08.

 
       
   

STATISTISCHES LANDESAMT BW (2015): Hohe Zuwanderung lässt Zahl der Geburten ansteigen.
Baden-Württemberg: In 15 der 44 Stadt- und Landkreise gab es im Jahr 2014 mehr Geborene als Gestorbene,
in: Pressemitteilung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg v. 21.08.

 
       
   

SCHRUPP, Antje (2015): Eine Million Gründe gegen Kinder.
Frauen sollten sich ganz bewusst für eine Familie entscheiden. Manche verspüren den Wunsch nach Nachwuchs nie, wie unsere Autorin. Was ist daran so schlimm?
in: ZEIT Online v. 21.08.

 
       
   

Das Politikpapier des IW Köln "Der künftige Bedarf an Wohnungen" in den Medien

WILKE, Felicitas (2015): Verbaut.
In den Großstädten bekommen Wohnungssuchende keine bezahlbare Unterkunft. Aber in schrumpfenden Regionen entstehen ständig neue Häuser. Eine Studie zeigt: Deutschland baut an der falschen Stelle,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.

Der Artikel geht kaum über das hinaus, was das von der Privatwirtschaft finanzierte IW Köln in seinen Pressematerialien bereits zeitungsgerecht vorgefertigt hat.

"Besonders viele neue Wohnungen, die nicht benötigt werden, entstehen zurzeit in der Eifel, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald und in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns",

heißt es bei Felicitas WILKE. In der Pressemitteilung des IW Köln liest sich das folgendermaßen:

"Anders sieht die Lage in einigen ländlichen, strukturschwachen Kreisen wie der Eifel, dem Schwarzwald oder weiten Teilen Ostdeutschlands aus. Dort gibt es zu viele Wohnungen, die gar nicht benötigt werden."

Im Anhang des Politikpapiers des IW Köln sind ab Seite 17 alle 402 Kreise aufgelistet. Daraus kann sich dann jede Zeitung die für ihr Einzugsgebiet wichtigsten Regionen aussuchen... 

 
       
   

Das Politikpapier des IW Köln "Der künftige Bedarf an Wohnungen" in den Medien

IW KÖLN (2015): Klüger Bauen.
Deutschlands Städte boomen, während viele ländliche Regionen veröden. Doch in den Metropolen wird zu wenig gebaut, in einigen Landkreisen gibt es indes schon jetzt zu viele Neubauten. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die Politik muss gegensteuern,
in: Pressemitteilung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln v. 19.08.

 
       
   

SAUER, Stefan (2015): Wohlfühloase für den Mann.
Frauen profitieren von der Familienfreundlichkeit deutscher Unternehmen viel weniger als ihre Partner. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie. Für Wirtschaft und Gesellschaft sind das alarmierende Befunde,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.08.

 
       
   

KALTENBRUNNER, Robert (2015): Altstadt und Heimatgefühl.
Ein Streiflicht auf einen verzwickten Zusammenhang,
in: Telepolis v. 16.08.

 
       
   

OCHS, Birgit u.a. (2015): Gentrifi - Wie bitte?
Keine Diskussionen über den Wandel der Städte kommt ohne das Modewort aus. Was heißt das überhaupt? Das ultimative Abc der Gentrifizierung. Zum Mitreden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.08.

Im Gentrifizierungs-ABC gibt es u.a. den bislang eher unüblichen Begriff "Family Gentrification":

"Darüber spricht man nicht gerne. Schließlich bemühen sich die Städte seit Jahren, die Abwanderung der (Mittelschichts-)Familien ins Umland zu stoppen, und umwerben diese Zielgruppe mit Erfolg. Stadtplaner und Immobilienentwickler haben die entsprechenden Angebote geschaffen. Ein Paradebeispiel sind die sogenannten Wohnhöfe. Doch mit ihnen kommt die Suburbanisierung geradewegs mitten in die Stadt - eine Tendenz, die man auch in von Familien dominierten Altbauvierteln beobachten kann. Das verändert das soziale Gefüge tiefgreifend."

Googlet man den Begriff "Family Gentrification", dann steht an erster Stelle das Glossar von single-generation.de (Stand 16.08.2015). Bereits im Jahr 2002 wurden auf dieser Website die so genannten "Family-Gentrifier" als neue Gruppe auf dem Wohnungsmarkt am Beispiel der Stadt Frankfurt beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt wurde dieser Aspekt der Gentrifizierung von den Medien noch vollkommen totgeschwiegen. Erst mit der neueren Gentrifizierungsdebatte seit der Bankenkrise und der damit verbundenen Niedrigstzinspolitik wurde dieses Thema überhaupt in den Medien salonfähig. Die FAS sieht in der Latte-macchiato-Mutter die Family-Gentrifier auf den Punkt gebracht:

"Feindbild der Gentrifizierungsgegner mit knallengen Jeans und großem - und sehr teurem - Kinderwagen. Werden so genannt, weil sie ihre Elternzeit damit verbringen, mit Gleichgesinnten in den angesagten Cafés des Viertels zu sitzen und den namensgebenden Kaffee (mit Sojamilch!) zu trinken, während ihre Kinderwagen die Fluchtwege versperren. Sind konsumorientiert, Besserverdiener, vertreten die Family gentrification und stehen somit für den Wandel des Quartiers von subversiv zu Spielplatz."

Auf dieser Website wird dagegen allgemeiner von Doppel-Karriere-Familien gesprochen, wenn es um Family-Gentrification geht.

Im Buch Die Single-Lüge von Bernd KITTLAUS wird im Kapitel Doppelkarriere-Familien erobern die Stadt zurück (2006, S.137; im Original hier zu lesen) diese Entwicklung mit Blick auf die Durchsetzung des Elterngeldes beschrieben.

 
       
   

KLEMM, Thomas (2015): Rentner sorgen für Rendite.
Die Menschheit wird älter. Demographie-Fonds machen sich das zunutze,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.08.

Thomas KLEMM beschreibt, wie Finanzdienstleister mit Demographie-Fonds ihre Produktpalette erweitern. Marketingexperten umschreiben mit Etiketten wie "Silver Ager" oder "Silver-Age-Economy" die kaufkräftigen,  fitten Alten, aber auch die Betagten sollen der Medizinbranche Auftrieb geben:

"Die Weltbevölkerung wird immer größer und älter. Zudem wird die Mittelschicht immer breiter, vor allem, weil sie in den Schwellenländern wächst."

Ob Demographie-Fonds aber rentabler sind als andere Fonds, muss sich erst erweisen.

 
       
   

RÖTZER, Florian (2015): Junge Menschen werden zunehmend zu familiären Nesthockern.
Nach einer Studie des Pew Research Center lässt sich der Trend, bei den Eltern zu wohnen, wohl nicht wirtschaftlich oder mit dem Arbeitsmarkt erklären. Wie aber dann?
in: Telepolis v. 16.08.

 
       
   

GURATZSCH, Dankwart (2015): Heimkehr aus dem Cyberspace.
Wir hatten die Idee der realen Stadt schon verabschiedet. Es hieß, wir könnten überall leben, Hauptsache vernetzt. Doch die Telepolis war eine Illusion. Jetzt treiben ausgerechnet die Digital Natives die Reurbanisierung voran,
in: Welt v. 15.08.

"Was wir soeben erleben, ist eine kaum zu bändigende Reurbanisation. Einen Ansturm auf die Städte, wie es ihn seit der Großstadtwerdung nicht gegeben hat. Eine Rückkehr in die Mitte der Stadt, die Generationen von Planern für utopisch gehalten haben!
Die Gesellschaft schrumpft – aber die Städte wachsen. »Allein die Großstädte Frankfurt und Offenbach konnten Zuwächse von fünf Prozent verbuchen«, hat der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main für den Zeitraum 2011 bis 2013 errechnet, und es klingt, als könnten es die Statistiker selbst nicht glauben. In absoluten Zahlen heißt das, dass die Mainmetropole ein Plus von 33.500 Einwohnern verzeichnet - mit anhaltender Tendenz. Ein Einzelfall? Auch Berlin ist mit jetzt 3,5 Millionen Einwohnern über alle Prognosen hinausgeschossen. Nur allein 2014 wuchs die Stadt um mehr als 40.000 Einwohner. Ähnlich die Befunde aus anderen Großstädten. Selbst ostdeutsche Städte, die noch vor zehn Jahren über Einwohnerschwund klagten, legen zu: Leipzig 2014 um 13.000 Bewohner, Dresden um 10.000. Beide Städte verzeichnen zudem Geburtenüberschuss, eine Rarität in den Städtestatistiken.
Innerhalb vieler Städte kommt es zu dramatischen Wanderungsbewegungen, die das Gerede von der Wohnungsnot ad absurdum führen. Verlierer sind – wie die Bilanz für Berlin zeigt – vor allem die Trabantenstädte. Seit 1992 hat Marzahn 33.000 Bewohner verloren, Hohenschönhausen 16.000, Hellersdorf 9000. Es bluten also gerade die Siedlungskomplexe aus, in denen sich die Idee einer Auflockerung der Städte und die digitale Struktur der Telepolis ausgebildet hatte",

meint der 68er Dankwart GURATZSCH. Trabantenstädte sind jedoch keineswegs Produkte einer Telepolis, sondern Auswüchse der Betonmoderne der 1960er Jahre. Inwiefern man von Reurbanisierung sprechen kann, das ist unter Stadtforschern durchaus umstritten. Warum wird von GURATZSCH z.B. nicht auch die Entwicklung der Innenstädte ab 1992 aufgezeigt? Weil dann die Argumentation in sich zusammenfallen würde? Und sind für die Entwicklung überhaupt die "Wohnwünsche der Urbaniten" ausschlaggebend oder nicht etwa die neoliberale Politik und die Herrschaftsstrukturen des flexiblen Kapitalismus?

 
       
   

Die Studie "Wachsen oder Schrumpfen" in der Debatte

SCHWALDT, Norbert (2015): Pulsierende Metropole, verödete Dörfer.
Kleinere Gemeinden verlieren stark an Einwohnern - auch im Westen. Gewinner der Bevölkerungsveränderung sind Großstädte und ihr Umland, aber auch dort gibt es Nachteile,
in: Welt v. 14.08.

DELHAES/HEIDE/SCHMITT (2015): Die moderne Völkerwanderung.
Junge Menschen zieht es vom Land in die größeren Städte - vor allem mittlere Kommunen verlieren,
in: Handelsblatt v. 14.08.

CREUTZBURG, Dietrich (2015): Frankfurt wächst stärker als Berlin.
Die Diskrepanz zwischen Großstadt und Land nimmt zu. Im Osten schrumpfen einige Landgemeinden dramatisch. Das lähmt dort die Wirtschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2015): Bitburg ist nämlich auch ganz schön.
Studie: München und Leipzig boomen, das Land verödet. Forscher raten: die Mittelstädte stärken,
in: TAZ v. 14.08.

 
       
   

TAGESSPIEGEL- Frage des Tages: Wachsen und Schrumpfen.
Die Infrastruktur von morgen

DERNBACH, Andrea (2015): Stadt, Land - Schluss.
Die Metropolen werden immer größer, die ländlichen Regionen leerer. Welche Folgen hat das für Deutschland?
in: Tagesspiegel v. 14.08.

METZNER, Thorsten (2015): Kampf um jedes Dorf.
Das Land Brandenburg umschließt eine der dynamischten Wachstumsregionen Deutschlands. Doch die berlinfernen Regionen vergreisen. Wie wird man in dem Bundesland mit diesem Phänomen fertig?
in: Tagesspiegel v. 14.08.

IDE, Robert (2015): In Würde vereinsamen.
Kommentar,
in: Tagesspiegel v. 14.08.

 
       
   

BBSR (2015): Unterschiede zwischen Stadt und Land vergrößern sich.
BBSR legt Studie zur Entwicklung der Städte und Gemeinden vor,
in: Pressemitteilung Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung v. 13.08.

Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur Studie Wachsen oder Schrumpfen? BBSR-Typisierung als Beitrag für die wissenschaftliche und politische Debatte.

In der öffentlichen Debatte zum demografischen Wandel herrscht die Vorstellung vor, dass der demografische Wandel Ursache eines Abwärtssoges sei, der zum Niedergang einer Kommune bzw. eines Landes führt. Empirische Untersuchungen zeigen jedoch, dass es einen solch simplen Zusammenhang nicht gibt: 

"Allerdings bestätigen empirische Ergebnisse selten eindeutig die theoretischen Setzungen. Bezüglich der Komponenten des demographischen Wandels – quantitativer Bevölkerungsentwicklung, Veränderungen der Altersstruktur, Zuwanderung – vermitteln die empirischen Arbeiten kein einheitliches Bild hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung (vgl. u. a. Grundlach 1993; Franz 2003; Eckey/Kosfeld/Muraro 2009). Empirische Ergebnisse legen vielmehr nahe, dass Wirkungszusammenhänge zwischen Demographie und Ökonomie hinsichtlich des allgemeinen ökonomischen Entwicklungsstandes, hinsichtlich des Verdichtungs- bzw. Verstädterungsgrades und hinsichtlich der Produktivitätsentwicklungen differenziert werden müssen. Negative wirtschaftliche Folgen aufgrund von Bevölkerungsrückgang seien nicht zwangsläufig (Bartl/Rademacher 2011). Des Weiteren treten in den verschiedenen Regionen immer wieder Phasen auf, in denen Bevölkerungs- und wirtschaftliche Entwicklung gegenläufige Tendenzen aufweisen (Franz 2003)."

Leider ist die Studie intransparent, d.h. die gewählte Darstellungsweise verzerrt die Entwicklung und es ist z.B. nicht möglich die Daten mit früheren Studien zum Thema (z.B. aus dem Jahr 2009) zu vergleichen, weil die Darstellung der Tabellen zum Schrumpfen und Wachsen der Gemeinden unterschiedlich ist. So werden 2009 zwar 5-Jahres-Zeiträume betrachtet, aber nicht 2003-2008, sondern der Zeitraum 2002-2007. In der Tabelle 1 (2009, S.445) werden stark schrumpfende und stark wachsende Gemeinden in Ost/West und Deutschland getrennt dargestellt. In der aktuellen Studie dagegen werden in der Tabelle 2 (2015, S.10) schrumpfende und stark schrumpfende Gemeinden zusammengefasst und nur für Deutschland dargestellt, während die Anzahl stark wachsender und wachsender Gemeinden fehlt.

Offenbar möchte man andere Deutungsmöglichkeiten durch sehr selektive Wiedergabe der Entwicklung erschweren.

Warum also verhindert das BBSR die Vergleichbarkeit? Hat man Angst, der mündige Bürger könnte ganz andere Schlussfolgerungen ziehen als es die Studie nahe legt? Möchte man eine ernsthafte Debatte um den demografischen Wandel verhindern?

 
       
   

STOKOWSKI, Margarete (2015): Sich schön in die Fleischtheke legen.
Wer sich vom Feminismus beim Flirten verunsichern lässt, war auch vorher schon zu dumm dazu. Dabei gibt es nur eine einzige Flirtregel,
in: TAZ v. 13.08.

 
       
   

KARA, Stefanie (2015): Vergiss es!
Sie haben ein löchriges Gedächtnis? Hervorragend! Vergessen befreit, hält die Liebe frisch und die Gesellschaft zusammen,
in: Die ZEIT Nr.33 v. 13.08.

 
       
   

NIEJAHR, Elisabeth (2015): Und wenn Ja, wie viele?
Immer weniger Menschen wollen heiraten. Rechtlich binden möchten sie sich trotzdem, zu zweit, zu dritt,
in: Die ZEIT Nr.33 v. 13.08.

 
       
   

KULLMANN, Katja (2015): "Eine Sonde ins Milieu".
Interview: Mit dem Projekt "Supermagnets" beleuchten Holm Friebe und Annika von Taube Ängste der Gegenwart,
in: Freitag Nr.33 v. 13.08.

"Es gibt, gerade in scheinbar aufgeklärten Mittelschichtsmilieus, eine immense Bereitschaft, diffuse Umweltkräfte zu unterstellen, jenseits jeder naturwissenschaftlicher Erkenntnis. Impfgegner – solche Strömungen. Leviertes Wasser ist am Prenzlauer Berg gerade das neue Ding: Es gibt da einen Laden, der sich nur damit beschäftigt, wie man Leitungswasser von »schlechten Erinnerungen« und »schädlichen Informationen« befreit. Da wird ein sehr gutes Geschäft gemacht. Unser Magneten-Projekt ist auch eine Sonde in dieses Milieu hinein. Wie weit geht der Irrationalismus der gebildeten Kreise?"

fasst der Kurator Holm FRIEBE das Ausstellungsprojekt zusammen. Dazu passt der Essay von Roland REICHENBACH Über Bildungsferne.

 
       
   

SCHROEDER, Klaus (2015): Den Menschen auf neue Weise schaffen.
Die hochgelobte Krippenbetreuung zu DDR-Zeiten hat schon damals sichtbare Spuren in der Entwicklung hinterlassen. Auch wenn die Herdprämie sich kaum eignen dürfte, besteht kein Anlass zur allgemeinen Betreuungseuphorie rund um die Uhr,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.08.

 
       
   

MAAK, Niklas (2015): Das Haus vor dem Gesetz.
Warum sind unsere Städte so hässlich? Und warum so teuer? Beides könnte man ändern. Es braucht veränderte Rahmenbedingungen und gegenseitiges Vertrauen von öffentlichen und privaten Bauherren,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.08.

 
       
   
WELT AM SONNTAG-Titelgeschichte: Warum es Ihr Kind in die Elite schafft...
...oder eben nicht. Für den Aufstieg in die Oberschicht reichen Fleiß und Talent oft nicht aus. Herkunft ist wichtiger als bisher gedacht

ETTEL, Anja/MICHLER, Inga/ZSCHÄPITZ, Holger (2015): Erfolgsrezept Herkunft.
Für den Weg in die Oberschicht sind die Gene weniger entscheidend als bisher angenommen. Aktuelle Studien befeuern aufs Neue die Debatte um Chancengleichheit,
in: Welt am Sonntag v. 09.08.

ZSCHÄPITZ, Holger (2015): "Elite kann man kaum lernen".
Auf dem Weg an die Spitze der Gesellschaft nutzen weder Knigge-Kurse noch Top-Schulen, sagt der Soziologieprofessor Michael Hartmann,
in: Welt am Sonntag v. 09.08.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 08. August 2015
 

   
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