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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 16. - 31. Dezember 2001

 
       
     
       
       
   
  • Das Single-Dasein in Österreich

    • RIEDLER, Claudia (2001): Singles auf der Suche.
      "Man muss viele Frösche küssen...",
      in: Oberösterreichische Nachrichten v. 31.12.

 
     
     
     
   
Singles haben viele falsche Freunde in der öffentlichen Debatte und keine Argumente, die anerkannt sind

KLOEPFER, Inge (2001): Der Verteilungsstreit: Die Antwort der Ökonomen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.12.

Der Würzburger Professor für Volkswirtschaftslehre Norbert BERTHOLD ist die wissenschaftliche Instanz, die die Pseudokontroverse von Carsten GERMIS und Inge KLOEPFER noch einmal wissenschaftlich absegnet:

"Die Politik sollte nach Meinung des Ökonomen davon absehen, die finanziellen Leistungen an die Familien zu erhöhen. »Statt dessen müssen deutlich mehr staatliche Mittel für Kinderkrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen umgeleitet werden«, sagt er."

KLOEPFER, Inge & Carsten GERMIS (2001): "Die Kommunen müssen mehr Krippen einrichten".
Familienministerin Bergmann (SPD) will die Väter stärker in die Verantwortung nehmen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.12.

Ein Interview mit der Familienministerin, die ihre altbekannten Positionen herunterbetet. Sie weist u.a. auf die bessere Versorgung der neuen Bundesländer mit Betreuungsangeboten hin. Merkwürdig nur, dass die Geburtenrate in den neuen Bundesländern weit unter denen der alten Bundesländern liegt, wie das Schaubild Immer weniger Kinder - ein innerdeutscher Vergleich beweist.
 
   
  • HOUELLEBECQ, Michel (2001): Der neue Houellebecq.
    Ein Mann von vierzig Jahren, nicht nett, nicht fröhlich, aber Beerdigungen sind sein Ding: Das erste Kapitel aus dem Roman "Plattform",
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.12.

Die FAS hat das erste Kapitel von Michel HOUELLEBECQs umstrittenen Roman Plateforme abgedruckt, der ab Februar auch in Deutschland erscheinen soll. Der DuMont Verlag hat das Erscheinen so vorverlegt, dass das Medienspektakel um den angekündigten Gerichtsprozess gegen HOUELLEBECQ verkaufswirksam genutzt werden kann. Das Bild vom Single wird gleich im ersten Kapitel sozialpolitisch korrekt dargestellt:

"Ich habe auch nicht geheiratet. Gelegenheit dazu bot sich mir mehrfach; aber ich habe jedesmal abgelehnt. Dabei mag ich Frauen sehr. Daß ich ledig geblieben bin, ist eines der Dinge, die ich im Leben ein wenig bedaure. Vor allem im Urlaub wirkt sich das störend aus. Im Urlaub bringen die Leute unverheirateten Männern ab einem gewissen Alter ziemliches Mißtrauen entgegen: Sie vermuten bei ihnen einen starken Egoismus und wohl auch einen gewissen Hang zum Laster; ich kann ihnen nur recht geben."

 
     
   
  • FAS-Thema "Wird sich die Atmosphäre 2002 erwärmen?"
    Soziologische Klimaforschungen weisen auf ein Abschmelzen der Coolness und einen Anstieg der Gefühlstemperaturen hin

    • HÜSTER, Wiebke (2001): Unter Null. Coolness, kein Kinderspiel.
      Der Normaleuropäer wird immer jünger,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.12.

Wiebke HÜSTER zitiert aus dem Buch Cool Rules. Anatomy of an Attitude von Dick POUNTAIN und David ROBINS, das dieses Jahr in England erschienen ist. Die beiden Autoren haben eine Geschichte des Cool geschrieben, an der sich in Deutschland Ulf POSCHARDT bereits ein Jahr zuvor versucht hat.

Die Briten behaupten in ihrem Buch, dass sich das Coolsein als emotionaler Stil von einem Jugendphänomen zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen verallgemeinert hat. Sie sehen zwischen Hippies, Punks, Yuppies, Hip-Hoppern und Ravern nicht deren Unterschiede, sondern die grundlegende Gemeinsamkeit: das Streben nach Coolsein. HÜSTER zweifelt daran und vertritt stattdessen die kulturpessimistische These von der Infantilisierung der Gesellschaft.

Regentschaft der Coolness: In-&-Out - Konformismus in der "Single-Gesellschaft"?
  • VOSS, Julia (2001): 37,3 Grad: Gut geheizte Oberstube.
    Emotionale Intelligenz: Gesellschaft als Kamingespräch,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.12.

Julia VOSS verteidigt den "Märchenerzähler" Daniel GOLEMAN und sein "Bestsellermärchen" über die emotionale Intelligenz gegen den Konflikttheoretiker Rolf DEGEN, den sie einen "Aesop der Psychologie" nennt. Offenbar möchte VOSS die These von HÜSTER mit ihrem Artikel gleich beweisen, denn die biedermeierlichen Märchen à la GOLEMAN sind in jeder Hinsicht kindgerecht.
 
     
   
  • OBERT, Mark (2001): Lang soll er leben.
    An der Nase eines Mannes erkennt man seinen Hannes, dichtet der Volksmund und hat - wie immer - Unrecht. Wie groß ist groß genug? Wie klein ist zu klein? Das hängt davon ab, ob ein Mann in die Sauna geht und neidisch auf das Gemächt des Nachbarn starrt. Dagegen hilft nur eins: Statistik.
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.12.

 
   
  • SAFRANSKI, Rüdiger (2001): Der erkaltete Eros.
    Über Liebe und belebende Gedanken über Liebe,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.12.

Rüdiger SAFRANSKI berichtet über die Entzauberung der Liebe durch Wissenschaften wie die Endokrinologie, die Zusammenhänge zwischen körperlichen Vorgängen und Gefühlen herstellt.
 
   
  • BROOCKMANN, Karsten & Kristian STEMMLER (2001): St. Georg ist Single-Hochburg.
    In fast der Hälfte aller Hamburger Haushalte lebt nur noch eine Person. Überzeugte Singles bevorzugen citynahe Stadtteile.
    in: Hamburger Abendblatt v. 28.12.

An Hamburg lässt sich die soziale Spaltung der Single-Haushalte sozialräumlich ablesen: Während in St. Georg, St. Pauli und Rotherbaum junge Studenten und Yuppies leben, sind Barmbek, Hamm-Nord und Dulsberg die weniger attraktiven RentnerInnenhochburgen.

In den begehrten Vierteln leben auch die "Yappies", d.h. junge, wohlhabende Eltern mit überwiegend einem Kind. Diese Angehörigen der Generation Golf sind auch die umworbene Zielgruppe der Familienpolitiker.

 
     
   
  • HENARD, Jacqueline (2001): Vater unser.
    Warum überaltert unsere Gesellschaft? Wegen allgemeiner Zukunftsunsicherheit und weil Frauen Karriere machen wollen, so sagt man. Aber wie denken eigentlich Männer über Kinder?
    in: Die ZEIT Nr.01 v. 27.12.

Während Alice SCHWARZER den Geburtenrückgang als Resultat eines "Gebärstreiks" der Mittelschichtfrauen vermarktet, ist für Jacqueline HENARD der "Zeugungsstreik" der Männer mitverantwortlich für die Misere (mehr hier).
 
   
Heik AFHELDT macht Produktwerbung in eigener Sache. Er hat an einem Positionspapier des SPD-Managerkreises mitgearbeitet, das er nun vorstellt. Seine Lieblingsvokabeln sind "dramatisch", "bedrohlich", "erschreckend". Man ahnt: es geht um die Erzeugung von Handlungsdruck. Angeblich lässt sich der

"drohende Bevölkerungsschwund (...) für die nächsten 30 Jahre ziemlich exakt vorausberechnen".

Man muss jedoch nur die Prognosen der Bevölkerungswissenschaftler vor 1965 mit jenen danach vergleichen, um festzustellen, dass die Prognosefähigkeit der Demografen arg zu wünschen übrig lässt! Das weiß auch AFHELDT:

"bei den unteren, den jungen Schichten der Alterspyramide sind Verhaltensänderungen möglich".

Die steigende Staatsquote durch die Überalterung sind das zentrale Thema. Man liest deshalb von der "Alterslast", statt von der "Belastungsquote" Die Belastungsquote setzt sich aus den noch nicht Erwerbstätigen (Kinder und Jugendliche) und den nicht mehr Erwerbstätigen (Rentner und Pensionäre) zusammen und bezieht sich auf die Zahl der potentiellen Erwerbstätigen. Das Eintrittsalter in den Arbeitsmarkt und das Austrittsalter sind jene Variablen, die die Belastungsquote entscheidend ändern können.

 
   
  • Aktion "Ich bin kein Single" des Verbandes VAMV

    • NOZ (2001): Protest: Ich bin kein Single,
      in: Neue Osnabrücker Zeitung v. 27.12.

      • Bericht über die Protestaktion vom Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV) gegen das Zweite Gesetz zur Familienförderung.
 
   
  • TÖNNIES, Sibylle (2001): Lob der Weihnachtsgeschichte.
    Einmal im Jahr rückt das Christentum Mutter und Baby ins Zentrum des Interesses - eigentlich keine schlechte Idee. Wir können davon etwas lernen - auch heute noch,
    in: TAZ v. 24.12.

"In früheren Zeiten, in denen Kinder innerhalb von Ehen gezeugt wurden, ging es um das Schicksal der Witwen und Waisen. Sie stellten das soziale Problem dar, an dem sich die Gutherzigkeit bewähren sollte."

Das ist nach Sibylle TÖNNIES heutzutage anders:

"Es soll für Frauen ohne festen Mann kein Anreiz geschaffen werden, sich fortzupflanzen."

 
   
  • SEIFERT, Ruth (2001): Helden und Heulsusen.
    Im Krieg verfestigen sich die traditionellen Geschlechterbilder. Frauen verschwinden als Handelnde vom Bildschirm - und tauchen als Opfer wieder auf,
    in: TAZ v. 24.12.

Ruth SEIFERT geht der Frage nach, ob die (traditionellen) Männer Kriegsgewinnler sind.
 
   
  • taz-Thema: "Weihnachten - das Fest der Familie".
    Versuchen Sie, an Weihnachten der Familie zu entfliehen! Sie werden sehen: Es geht nicht, egal wie gut oder schlecht Ihre Erinnerungen sind. Denn Weihnachten ist ein Programm, ein inneres. Man kann nur versuchen, jedes Jahr ein bisschen an der Software herumzubasteln

Festtage und Feiern in der Debatte

  • DRIBBUSCH, Barbara (2001): Tipps für Weihnachtsmuffel.
    Sie schaffen die Feiertage - mit unserer Hilfe,
    in: TAZ v. 24.12.

  • KUHLBRODT, Detlef (2001): Schweigen mit Nihil Baxter.
    Nach Hause fahren zum Fest der Liebe,
    in: TAZ v. 24.12.

 
   
  • METZGER, Daniel (2001): Das Wohnbüro.
    Digitalisierung und Elektronisierung von Büro wie Wohnung schreiten unaufhaltsam voran - und verwischen Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit,
    in: SonntagsZeitung v. 23.12.

Der Soziologe Hans GESER von der Universität Zürich stellt zwischen der Haushaltstechnisierung und der Individualisierung einen Zusammenhang her:

"«Die technischen Mittel erlauben es jeder Person, sich zu jedem gewünschten Zeitpunkt in eine eigene Welt zurückzuziehen - auch innerhalb der eigenen Familie.» Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren verstärken werde. Doch nicht die Technik ist laut Geser schuld, dass dies geschehe, im Gegenteil: «Die neuen Technologien sind deshalb so erfolgreich, weil sie einem bereits bestehenden Bedürfnis entsprechen.»"

 
   
  • HENKEL, Regina-C. & Nike WEISS (2001): "Das traditionelle Rollenbild aufbrechen".
    Bundesministerin Christine Bergmann über Karriere-Väter, Teilzeit-Mütter und den Standortfaktor Familie,
    in: Tagesspiegel v. 23.12.

 
   
  • ALBERS, Markus & Ulf POSCHARDT (2001): Die normale Frau von morgen.
    Rebellische Pose, aber eigentlich ziemlich brav: Mit diesem Rezept wurde die amerikanische Sängerin Gwen Stefanie zur neuen Königin der Popmusik,
    in: Welt am Sonntag v. 23.12.

Wie der Popadel für die Bevölkerungspolitik dienstbar gemacht werden soll, davon zeugt der Artikel von Markus ALBERS & Ulf Ulf POSCHARDT:

"Wer, wenn nicht Popstars, sollte dafür sorgen, dass ein Ruck durch unsere jungen Leute geht, wie das der ehemalige Bundespräsident Herzog so richtig forderte."

Heiraten und Familiengründen, das ist das bevölkerungspolitische Programm der bürgerlichen Popmusik für die Generation Golf.

 
   
  • John von Düffel - Ego

    • DÜFFEL, John von (2001): DIE Jahreszeiten des Körpers.
      Wie vertragen sich Adventsstimmung und Ego-Gesellschaft? Der Bestsellerautor John von Düffel schrieb für die Welt am Sonntag eine Weihnachtsgeschichte zwischen Spekulatiusduft und Fitness-Studio,
      in: Welt am Sonntag v. 23.12.

 
   
  • WEIGUNY, Bettina (2001): Wenn der Schnuller die Wahrheit verrät.
    Vaterschaft mit Brief und Siegel: Biotech-Unternehmen entdecken jeden Seitensprung,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.12.

 
   
  • MERKEL, Andreas (2001): "Hallo, Mama".
    Immer wieder wurde Andreas Merkel gefragt, warum er denn nicht auch so erfolgreiche Bücher schreibe wie Florian Illies. Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, greift unser Autor zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er interviewt seine Mutter,
    in: TAZ v. 22.12.

 
   
  • KALS, Ursula (2001): Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam.
    Das Leben in Ordensgemeinschaften erfordert starke Persönlichkeiten. Suche nach Kontemplation,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.12.

 
     
     
     
   
ECONOMIST-Titelgeschichte: Christmas Special
 
     
     
     
     
     
   
  • DPA (2001): Werte werden wichtiger als Waren.
    Forscher prognostizieren für 2002 neuen Zeitgeist,
    in: Mannheimer Morgen v. 20.12.

 
   
  • GALA (2001): Die 50 begehrtesten Singles.
    Sie sind prominent, schön - oder wenigstens reich. Und sie sind so allein... GALA präsentiert die besten Partien. Und verrät, wo man sie trifft. Flirt-Tipps inklusive,
    in: Gala Nr.52 v. 19.12.

    • Das People-Magazin Gala möchte auch an Singles verdienen...
 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • SG (2001): "Freiwilligenarbeit soll auch jenen dienen, die sie leisten.
      Vom Nutzen des Sozialzeitausweises bei der Stellensuche,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.12.

 
     
     
     
   
  • 25 Jahre Jahre Zeitschrift "Emma"

    • KOHSE, Petra (2001): Die Alpha-Frau.
      Nach 25 Emma-Jahren begibt sich Alice Schwarzer unter Zigarrenraucher und gründet vorerst keine Partei,
      in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

    • STELZER, Tanja (2001): Jetzt mach' mal einen Punkt.
      Nach 25 Jahren trifft Alice Schwarzers Zeitschrift "Emma" noch immer den Zeitgeist, aber nicht mehr den Ton,

      in: Tagesspiegel v. 19.12.

    • BINDER, Elisabeth (2001): Der neue Glamour,
      in: Tagesspiegel v. 19.12.

    • BINDER, Elisabeth (2001): Hinter den Linden.
      Alice im Kanzleramt,
      in: Tagesspiegel v. 18.12.

    • HEY (2001): Falsche Frauen.
      Wie "Emma" ihr Jubiläum feiert,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.

    • KOK, Elmar (2001): Jeder Fünfte würde "Emma" wählen.
      Zum 25. Geburtstag von "Emma" präsentiert Alice Schwarzer eine schmeichelhafte Studie über sich und ihre Zeitschrift
      in: TAZ v. 18.12.

    • KLEIN, Nina (2001): Männer machen Kriege - Alice Schwarzer for President.
      Das Monatsmagazin "Emma" feiert seinen 25. Geburtstag,
      in: Welt v. 18.12.

 
     
     
     
   
  • NIEMANN, Heidi (2001): Mal ist der sanfte Versorger, mal der Macho mit starken Genen gefragt.
    Tagung: Das Paarungsverhalten des Menschen wird immer noch von Reflexen aus der Evolutionsgeschichte bestimmt
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.12.

 
     
       
       
   

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Zu den News vom 01.-15. Dezember 2001

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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