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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 07. - 13. Dezember 2017: [07.12.] [08.12.] [09.12.] [10.12.] [11.12.] [12.12.] [13.12.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Mindestens 25 % der Geburten in Deutschland finden statt, ohne dass die Kinderwunschforschung dies vorhersagen könnte

"25 Prozent der Kinder werden (...) ohne gemeinsame Fertilitätsintention ihrer Eltern geboren. Bei manchen Gruppen von Eltern ist der Anteil nicht gemeinsam intendierter Kinder noch deutlich höher, bei niedriger Schulbildung beider Elternteile zum Beispiel gut 35 Prozent (...). Dieser Anteil nicht geplanter und nicht abgestimmter Geburten könnte mit pairfam-Daten sogar noch unterschätzt sein (...).
Man kann annehmen, dass oft andere Dinge für den Eintritt einer Schwangerschaft ausschlaggebend sind, zum Beispiel Sex unter unzureichender Verhütung und das Austragen einer nicht intendierten Schwangerschaft wegen moralischer Skrupel in Bezug auf einen Abbruch. (...).
Man kann die Inkonsistenzen zwischen ermittelten Kinderwunschkonstellationen und nachfolgenden Geburten allerdings auch damit erklären, dass individuelle Kinderwünsche so wenig stabil sind, dass selbst die kurz vor Eintritt der Schwangerschaft erfassten Fertilitätsintentionen (...) nur zum Teil maßgeblich sind. Beide Erklärungen dafür, dass Kinder oft auch entgegen den vorher ermittelten Intentionen ihrer Eltern geboren werden, sind möglich."
(Waltraud Cornelißen, Jasmin Abedieh & Alexandra N. Langmeyer "Wege in die Elternschaft. Kein Kind ohne vorgängigen Kinderwunsch seiner Eltern?" in der Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, 2017, S.220f.)

 
       
       
   

13.12.2017

 
       
   

Der Immobilienmarktbericht Deutschland 2017 in den Medien

LUDWIG, Kristina (2017): Die Mieten steigen.
Der neue Immobilienmarktbericht zeigt, wie für Häuser in Deutschland die Preise steigen. Grund für den Boom sind auch die niedrigen Zinsen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.12.

KNUF, Thorsten (2017): Luxus Wohnen.
Mieten und Kaufpreise steigen seit Jahren. Besserung ist in Ballungsräumen und beliebten Hochschulstädten nicht in Sicht, denn die wachsende Nachfrage auch ausländischer Investoren spitzt die Situation am Immobilienmarkt weiter zu,
in:
Frankfurter Rundschau v. 13.12.

 
       
   

Die Finanzlage der Rentenversicherung in der Debatte

SCHULZE, Tobias (2017): Millionen für den neuen Rentenausweis.
Der Rechnungshof kritisiert Geldverschwendung bei Bundesbehörden. Auf seiner Liste: neue Rentenausweise, Gratis-Zigaretten und eine Autobahn in Richtung Österreich,
in:
TAZ v. 13.12.

SCHÄFERS, Manfred (2017): Rechnungshof warnt vor Folgen der Mütterrente.
Präsident Scheller mahnt eine Neuausrichtung im Bundeshaushalt mit mehr Investitionen und weniger Subventionen an,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.12.

Manfred SCHÄFERS interessiert sich weniger für die Verschwendungen, die der Bundesrechnungshof kritisiert hat, sondern in erster Linie für das politische Statement des CDU-Politikers Kay SCHELLER, das sich im allgemeinen Teil befindet und nichts mit der eigentlichen Aufgabe des Bundesrechnungshofes zu tun hat.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

MÜLLER, Benedikt (2017): Wo die Sonne nicht mehr verstaubt.
Vor Jahren besang Herbert Grönemeyer die Industriemetropole Bochum. Viele Fabriken sind weg. Doch die Stadt scheint den Niedergang von Kohle und Stahl, von Opel und Nokia zu verkraften,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.12.

 
       
   

Bernd Raffelhüschen in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2017): So teuer wäre die GroKo.
Bürgerversicherung und Verbesserungen bei der Rente hätten verheerende Auswirkungen auf Deutschlands Generationenbilanz,
in:
Welt v. 13.12.

Bernd RAFFELHÜSCHEN wird von der Stiftung Marktwirtschaft gesponsert und darf deshalb zweimal pro Jahr seine Generationenbilanzen präsentieren. Auf der Website können diese hier eingesehen werden. Sie reichen zurück bis ins Jahr 2006. Welche Aussagekraft Generationenbilanzen zukommt, lässt sich erst im Rückblick erkennen, denn die Zukunft ist offen, während Generationenbilanzen das Gegenteil suggerieren. Ideologisch gesehen sind sie ein Mittel der Neoliberalen, um ihre Sicht politisch als alternativlos darzustellen. 

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Ein "Päckli" für die AHV?
FDP-Nationalrat macht einen überraschenden Vorschlag,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.12.

STALDER, Helmut (2017): Sturheit führt nicht zum Ziel.
Kommentar: Neuer Anlauf zur Rentenreform,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.12.

 
       
   

Das Single-Dasein in Afrika

HACKENSBERGER, Alfred (2017): "Zehn Kinder sind doch schön".
Niger ist das Land mit der weltweit höchsten Geburtenrate. Hier zeigt sich Afrikas größtes Problem: das Bevölkerungswachstum. Ändert sich nichts, droht Europa eine Epoche beispielloser Migration,
in:
Welt v. 13.12.

FERBER, Michael (2017): Kann Afrika die "demografische Chance" packen?
In den Staaten südlich der Sahara steigt die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2050 massiv - doch deren Bildung und Gesundheit ist mangelhaft,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.12.

 
       
   

12.12.2017

 
       
   

Das Single-Dasein in Polen

FRITZ, Philipp & Canset ICPINAR (2017): Vermehrt euch!
Gute Bürger*Innen verhüten nicht - denn autoritäre Staaten brauchen viele neue Babys. Mindestens drei, noch besser fünf Kinder pro Frau. Dei polnische PIS-Regierung und Erdogans AKP machen deshalb Sexpolitik. Über Häschen-Videos und islamische Aufklärung,
in:
TAZ v. 12.12.

 
       
   

11.12.2017

 
       
   

Die Kommunen im demografischen Wandel in der Debatte

LEMBKE, Judith (2017): Gesundschrumpfen nicht möglich.
Sinkt in einem Ort die Bevölkerung, steigen oft die Ausgaben,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.12.

Judith LEMBKE berichtet über eine unveröffentlichte KfW-Studie, deren Gehalt aus dem Artikel nicht deutlich wird. Wir warten deshalb lieber auf die Veröffentlichung der Studie Kosten kommunaler Leistungserstellung unter dem Einfluss von demografischem Wandel und Urbanisierung von Xenia FREI/Joachim RAGNITZ und Felix RÖSEL. Zur Methodik heißt es dort:

"Wir verwenden einen neuartigen Datensatz aller westdeutschen Städte und Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern (rund 60 % der westdeutschen Gesamtbevölkerung im Jahr 2012). Wir nutzen fiskalische, demografische und weitere sozioökonomische Daten in 5- bis 10-Jahresschritten im Zeitraum von 1950 bis 2012. Zusätzlich gehen ostdeutsche Städte für die Jahre 1993, 2002 und 2012 in die Untersuchung ein.
Die gefundenen Ergebnisse projizieren wir mithilfe einer aktuellen Bevölkerungsprognose für die Jahre 2012 bis 2030" (2018, S.I)

Wie es möglich ist, dass eine simple lineare Fortschreibung der Vergangenheit, Auskunft über die Zukunft geben kann, das verschweigen uns die Autoren. Vielmehr ersetzen Annahmen die Empirie, um Lücken in den Daten zu kompensieren. Inwiefern dies zu Verzerrungen führt, bleibt außer Acht.

Im Kapitel 2.2. (vgl. S.6f.) zeigt sich das ganze Ausmaß des Nichtwissens über die Auswirkungen des demografischen Wandels. Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER spricht deshalb zu Recht von Demographismus als Ideologie. Oder wie es die Autoren zusammenfassen:

"Der Zusammenhang von Alterung und kommunalen Ausgaben bleibt (...) a priori unklar." (2018, S.7)

Wie das KfW-Gutachten des neoliberalen Ifo-Instituts dieses Defizit beseitigen soll, das wird nicht deutlich. Das hält die Autoren jedoch nicht davon ab, vollmundige Versprechungen zu machen:

"Insgesamt sind theoretisch zahlreiche gegensätzliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Facetten der demografischen Veränderung und kommunalen Ausgaben denkbar. Allerdings befassen sich nur wenige empirische Mikrodatenstudien explizit mit diesen Zusammenhängen. Diese Studien betrachten zumeist einen eher kurzfristigen Zeitraum, greifen nur einzelne Aspekte des demografischen Wandels heraus, oder analysieren allein die aggregierten Gesamtausgaben oder den Schuldenstand auf kommunaler Ebene. Mit der vorliegenden Studie wollen wir diese Lücken schließen. Wir betrachten alle größeren Städte und Gemeinden Deutschlands in einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren und analysieren jeweils die Effekte der beschriebenen vier Aspekte des demografischen Wandels auf die kommunalen Gesamtausgaben sowie die Ausgaben in einzelnen Funktionen und den kommunalen Schuldenstand. Wir ergänzen die retrospektive Betrachtung um eine Projektionsrechnung auf Basis einer aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung." (2018, S.10)

Das ist ein ziemlich großmäuliges Versprechen angesichts der spärlichen Datenlage, mit der gearbeitet wird. Die Autoren verwenden nämlich Daten, die gar nicht zum Zwecke der Untersuchungsfrage erhoben wurden. Es handelt sich lediglich um eine sekundärstatistische Auswertung. Welche Probleme die Datenlage bereitet, das ist im Kapital 3 (S.11f.) nachzulesen. So sind für viele Städte und Gemeinden überhaupt keine Zahlen zum demografischen Wandel vorhanden, was die Repräsentativität des Gutachtens empfindlich einschränkt. Die Betrachtung eines langen Zeitraums ist für sich noch kein Qualitätskriterium, wenn die Datenlage derart kläglich ist wie im vorliegendem Fall.

Der demografische Wandel wird lediglich anhand weniger Kennziffern erfasst (vgl. Tabelle 1, S.18): Bevölkerungswachstum bzw. -schrumpfung, rohe Geburtenziffer, Anteil weiblicher und ausländischer Bevölkerung. Die Bevölkerung wird in drei Altersgruppen untergliedert: 0-18 Jahre 18-45 Jahre und 65-Jahre und Ältere.

Außerdem kommt die Demografie noch als "kommunaler Output" in den Blick, wobei lediglich die Bevölkerungszahl und die Geburten interessieren.

Bei der Projektion wird auf Daten der neoliberalen Privatstiftung Bertelsmann zurückgegriffen:

"Die aus der Retrospektive abgeleiteten Zusammenhänge verwenden wir für eine Projektionsrechnung für die Jahre 2020, 2025 und 2030. Hierfür benötigten wir Daten zur Bevölkerungsentwicklung nach Geschlecht und Altersgruppen auf Ebene der größten westdeutschen Städte. Diese Daten werden von der BERTELSMANN STIFTUNG (2016) im Rahmen einer Sonderauswertung für die Jahre 2012 (tatsächlicher Bevölkerungsstand) sowie 2020, 2025 und 2030 bereitgestellt." (2018, S.13)

In der Vergangenheit haben sich die Prognosen des Kommunalen Wegweisers als wenig aussagekräftig erwiesen. Dies gilt für die Zukunft in noch stärkerem Maße, da sich die Bevölkerungsentwicklung seit 2012 massiv verändert hat.

Fazit: Das gerade einmal 60seitige Gutachten kommt mit vollmundigen Versprechungen daher, die in keiner Weise eingelöst werden. Vielmehr ersetzen vielfach reine Annahmen die Empirie. Bei der Datenlage gibt es gravierende Mängel, die an der Repräsentativität zweifeln lassen. In Sachen Demografie und Auswirkungen auf die Kommunen besteht hoher empirischer Forschungsbedarf.     

 
       
   

Die Gebietsreform in Brandenburg in der Debatte

JAEGER, Mona (2017): Unter Gurken.
Heimat: Der Spreewald ist stolz auf seine Produkte. Doch die Gemüsebauern haben es nicht leicht. Zudem wollte Potsdam das Land noch umkrempeln. Was bleibt da von Heimat übrig?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.12.

 
       
   

Manja Präkels - Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

FASTABEND, Anna (2017): Zurück in Zehdenick.
Manja Präkels besucht den Ort ihrer Jugend. In ihrem Roman erzählt sie von Erfahrungen mit Neonazis dort,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.12.

 
       
   

10.12.2017

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

SCHERFF, Dyrk (2017): Erstklassige 1-b-Städte.
Wer eine Immobilie kaufen will sollte nicht länger in den Metropolen suchen. Anderswo lässt sich viel mehr Geld verdienen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.12.

 
       
   

Die Bodenwertsteuer in der Debatte

VOIGTLÄNDER, Michael (2017): Boden braucht einen Preis.
Standpunkt: Verbietet die Spekulation mit Grund und Boden, so schallt es uns allenthalben entgegen. Welch ein Blödsinn,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.12.

Michael VOIGTLÄNDER plädiert für eine Bodenwertsteuer mit Win-Win-Argumenten. Boden soll für Investoren noch rentabler werden - und vor allem: leichter zugänglich, weil viele kleine Grundstücksbesitzer zum Verkauf gezwungen werden. VOIGTLÄNDER und den Kommunen sind nicht die Investoren, sondern private Grundstücksbesitzer das Hauptärgernis:

"Die Verknappung von Bauland hat zusätzlich den unangenehmen Nebeneffekt, dass auch private Eigentümer ihre Grundstücke zurückhalten. Bei Preissteigerungen von 10 bis 15 Prozent im Jahr lohnt sich das Warten."

Die Bodenwertsteuer könnte von klammen Kommunen, die in Abwanderungsgebieten liegen, missbraucht werden, um ihre Kasse aufzubessern. So wie Ostdeutschland mit der Abrissbirne großzügig günstigen Wohnraum zerstörte, der nun fehlt. So könnte nun die Bodenwertsteuer das Gegenteil von dessen bewirken, was deren Verfechter behaupten. Win-Win-Situationen sind äußerst selten, für die Werbung sind sie aber ideal, um die eigenen Interessen zu kaschieren.   

 
       
   

Die regionale Ungleichheit in der Debatte

SCHERFF, Dyrk (2017): Von wegen Schnellzug.
Ein ICE braucht von Berlin nach München jetzt nur noch vier Stunden. Das ist ziemlich langsam im Vergleich zum Ausland,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.12.

 
       
   

09.12.2107

 
       
   

Die regionale Ungleichheit in der Debatte

GERTZ, Holger (2017): Dreifünfundfünfzig.
Es wird viel geschimpft über die Deutsche Bahn, aber am Sonntag fliegt sie in nicht mal vier Stunden von München nach Berlin. Es wird ein großer Tag für das Unternehmen. Ein bitterer Tag für Jena-Paradies. Über Ankommende und Abgehängte,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 09.12.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

HONNIGFORT, Bernhard (2017): Schöne Kulisse, hässliche Aussichten.
Siemens will in Görlitz sein Turbinenwerk schließen. Für die wirtschaftsschwache Grenzregion zu Polen ist das eine Tragödie,
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.12.

 
       
   

Deutschland hat den Geburtenanstieg verschlafen - Die dramatischen Folgen werden erst in den nächsten Jahren sichtbar werden

NEIßE, Wilfried (2017): Der Drehtürtrick der Lehrer.
Einige Pädagogen pendeln nach Brandenburg, um als Beamte nach Berlin zurückzuführen,
in:
Neues Deutschland v. 09.12.

Die Bildungsministerien haben aufgrund veralteter Prognosen den Geburtenanstieg der letzten Jahre verschlafen. Nun werben sich die Bundesländer gegenseitig die Lehrer ab oder weichen auf Seiteneinsteiger aus. Es könnte noch viel schlimmer kommen, denn selbst die aktuellste Prognose hinkt dem tatsächlichen Geburtenaufkommen der nächsten Jahre weit hinterher.

 
       
   

Manja Präkels - Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

PRÄKELS, Manja (2017): Echte Männer, geile Angst.
Provinz: Besuch in einer fast ungestörten Gegend. Der "Zeit"-Reporter Moritz von Uslar hat hier Freunde gewonnen. Sie waren einmal Nazis, natürlich nur beinahe,
in: Spiegel Nr.50
v. 09.12.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

LILL, Felix (2017): Die Zukunft gehört den Singles.
Alleinsein ist traurig und ohne die große Liebe bleibt das Leben leer? In Japan hat ein sozialer Umbruch das Singleleben zur Normalität gemacht. Andere Länder, in denen sich Ähnliches abzeichnet, können lernen,
in:
Neues Deutschland v. 09.12.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

SAUER, Ulrike (2017): Arrivederci Italia? No!
Italiens Wirtschaft wird gerade von vielen mies gemacht: nicht fit für den Euro, nicht fit für den Weltmarkt. Dabei exportierte das Land 2017 so viel wie nie zuvor,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 09.12.

 
       
   

08.12.2017

 
       
   

Entgegen der Berichterstattung stagniert die Rentenbezugsdauer und die fernere Lebenserwartung in den letzten Jahren - und der Zusammenhang ist wesentlich geringer als die neoliberale Debatte es vermuten lässt 

SCHWENN, Kerstin (2017): CDU-Wirtschaftsrat: "Wir müssen länger arbeiten".
Die Lebenserwartung steigt, die Rentenausgaben auch. Das zwingt die Politik zur Reformdebatte,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.12.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat Daten zur Entwicklung der Rentenbezugsdauer bis 2016 vorgelegt. Die Neoliberalen leiten daraus gewagte Schlüsse ab.

Entgegen der Suggestion einer rapide steigenden Lebenserwartung, geht der neue Rentenversicherungsbericht 2017 von einer geringeren Zunahme der Lebenserwartung aus.

Entgegen der Meldung der DRV ist die Rentenbezugsdauer 2016 genauso lang wie 2015, nämlich 19,6 Jahre (vgl. Rentenversicherung in Zeitreihen, Oktober 2017, S.157). Die Rentenbezugsdauer von Frauen ist um 0,1 Jahre gesunken, während sie bei den Männern um die gleiche Zahl zugenommen hat.

Die FAZ versucht uns deshalb mit einer Grafik zu verdummen, die durch die Skaleneinteilung einen dramatischen Anstieg der Rentenbezugsdauer in den letzten Jahren suggeriert, obwohl das genaue Gegenteil der Fall ist.

Von 2012 bis 2016 ist die Rentenbezugsdauer lediglich um 0,6 Jahre gestiegen. Zuvor ist sie im gleichen Zeitraum (2008 bis 2012) um 1 Jahr gestiegen. Aufgrund der Rente mit 67 ist davon auszugehen, dass sich die Rentenbezugsdauer keineswegs parallel zur Entwicklung der Lebenserwartung entwickelt, sondern stärker stagniert oder sogar rückläufig sein wird.

ÖCHSNER, Thomas (2017): Ein hartes Stück Arbeit.
Die Deutschen leben länger, die Rentenversicherung muss länger zahlen. Noch spült der Job-Boom Geld in die Kassen, aber damit könnte bald Schluss sein,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.12.

Thomas ÖCHSNER beschwört "dramatische Konsequenzen", indem er suggeriert, dass die Entwicklung der Vergangenheit auch in der Zukunft so weitergeht. Das jedoch ist falsch wie die Zahlen weiter oben belegen. Dass eine breite Phalanx von Neoliberalen die Kopplung an die Lebenserwartung befürwortet und eine DIW-Berechnung, die veraltete Zahlen zur Entwicklung der Lebenserwartung instrumentalisiert, ist wenig verwunderlich. Nur mit der Realität hat dies nichts zu tun.

Auch die SZ setzt Grafiken als Suggestionsmittel ein. So präsentiert z.B. ein Schaubild nicht etwa die Entwicklung der ferneren Lebenserwartung von 65-Jährigen oder 67-Jährigen, sondern die Lebenserwartung von Geburt an, die für die Rentenbezugsdauer gar nicht relevant ist. Die Entwicklung der Rentenbezugsdauer wird durch unterschiedliche Zeiträume verzerrt. Eine Gegenüberstellung der Entwicklung der ferneren Lebenserwartung und der Rentenbezugsdauer (vgl. Rentenversicherung in Zeitreihen 10/2017) wird vermieden, um die Differenzen zu verdecken. Aus der folgenden Tabelle wird ersichtlich, dass der Zusammenhang zwischen beiden Faktoren keineswegs zwingend ist:

Tabelle: Vergleich der Entwicklung der ferneren Lebenserwartung 65-Jähriger
(in Jahren) mit der Rentenbezugsdauer in Deutschland
Jahr Männer Frauen
Lebenserwartung
(in Jahren)
Rentenbezugsdauer
(in Jahren)
Lebenserwartung
(in Jahren)
Rentenbezugsdauer
(in Jahren)
1995 14,69 13,6 18,55 18,2
2000 15,72 k.A. 19,50 k. A.
2005 16,71 14,7 20,22 19,8
2010 17,47 16,2 20,69 20,9
2015 17,67 17,5 20,84 21,7

Der Vergleich zeigt, dass die Rentenbezugsdauer von Frauen oberhalb der durchschnittlichen ferneren Lebenserwartung der 65-Jährigen liegt, während es bei den Männern umgekehrt ist, wobei die Männer in den letzten Jahren aufgeholt haben.

Zwischen 2010 und 2015 ist die Lebenserwartung der Männer nur um 0,2 Jahre gestiegen. Dagegen ist die Rentenbezugsdauer im gleichen Zeitraum um 1,3 Jahre gestiegen, d.h. um mehr als das 6fache der Lebenserwartung.

Fazit: Der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Rentenbezugsdauer ist wesentlich geringer als es die neoliberale Debatte um die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung vermuten lässt. Es stellt sich also die Frage, warum dann diese Debatte in dieser Form überhaupt geführt wird und welche Interessen tatsächlich dahinter stehen.

BEISE, Marc (2017): Die alten Deutschen.
Kommentar: Bei allen Problemen: In Wahrheit werden doch alle jünger,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.12.

"Alle zehn Jahre steigt die statistische Lebenserwartung der Deutschen um zweieinhalb Jahre. Jedes zweite heute geborene Baby kann damit rechnen, 100 Jahre alt zu werden. Weil gleichzeitig viel zu wenig Kinder geboren werden, verändert sich die Statik der Gesellschaft. 2035 wird es doppelt so viele 60-jährige geben wie unter 20-jährige. Deutschland wird dann die älteste Bevölkerung der Welt haben.
So wird es kommen",

behauptet Marc BEISE. Das aber glaubt noch nicht einmal das Statistische Bundesamt, das die Treffsicherheit inzwischen aus dem Kriterienkatalog für Bevölkerungsvorausberechnungen gestrichen hat und stattdessen nur noch von "politischen Signalen" spricht.

BEISE argumentiert jedoch mit der Lebenserwartung von Geburt an, die für die Rentenversicherung im Jahr 2035 irrelevant ist. Ausschlaggebend wäre dann die fernere Lebenserwartung der 67 Jährigen. Diese aber stagniert. Nach der aktualisierten 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (Variante 2A) ergibt sich folgende Entwicklung der von BEISE beklagten Relation von Jungen und Alten:

Altersgruppen 2015 2020 2030 2040
unter 20-Jährige 18,3 % 18,1 % 18,3 % 17,5 %
60-Jährige und Ältere 27,4 % 29,0 % 33,8 % 34,8 %
67-Jährige und Ältere 18,7 % 19,5 % 23,2 % 26,6 %

Im Jahr 2030 wird es kaum mehr Rentner (23,2 %) als Junge (18,3 %) geben, wenn das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegen sollte. Dabei ist noch nicht einmal der jetzige Geburtenanstieg im ganzen Ausmaß berücksichtigt, denn auch die Variante 2 B bleibt weit hinter der tatsächlichen Geburtenzahl zurück. Der Rückgang der unter 20-Jährigen könnte also durchaus noch geringer sein.   

 
       
   

Die Prognosen zur Entwicklung der Alterssicherung in der Debatte

THELEN, Peter (2017): Rentenversicherung überraschend im Plus.
Manchmal geschehen Wunder – auch bei der Rente: Jahrelang sind Experten davon ausgegangen, dass die Rente mit 63 und die Mütterrente die Rentenversicherung ins Minus treiben. Doch bei den Prognosen wurde eines übersehen,
in:
Handelsblatt online v. 08.12.

THELEN, Peter (2017): Vorläufige Entwarnung.
Kommentar zur vollen Rentenkasse,
in:
Handelsblatt online v. 08.12.

 
       
   

Die regionale Ungleichheit in der Debatte

LOCKE, Stefan & Kerstin SCHWENN (2017): Die schnellste Mitte Deutschlands.
Mit der Bahn in vier Stunden von München nach Berlin. Erfurt liegt in der Mitte und erhofft sich einen Aufschwung - andere Städte sehen sich als Verlierer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.12.

Erfurt wird als Gewinner und Jena, Gera und Naumburg werden als Verlierer der neuen Bahnverbindung beschrieben.

SCHLESIGER, Christian (2017): Einmal Paradies und zurück.
Wohlstandsfaktor Bahn: Die neue ICE-Strecke Berlin-München offenbart: Ein Anschluss an den Fernverkehr entscheidet über Aufstieg und Niedergang von Städten,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.12.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

SPICK, Max (2017): Heimatschutz.
In Brandenburg wird am Samstag ein Dorf versteigert. Und die Menschen, die dort leben, haben Angst. Ein Besuch,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.12.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Die Renten bleiben tabu.
Schweizerische Pensionskassen ohne Finanzloch dürfen laut dem Bundesgericht laufende Renten nicht kürzen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Das Problem ist die Politik.
Kommentar zur beruflichen Vorsorge,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

FUCHS, Markus (2017): Mehr Spielräume für Pensionskassen.
Tribüne: Starre Anlagevorschriften für Pensionskassen führen höchstens zu vermeintlicher Sicherheit. Sie sind nicht und waren nie das richtige Instrument, um dynamischen Märkten zu begegnen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.

 
       
   

07.12.2017

 
       
   

Schwangerschaft und Geburt in der Debatte

DESTATIS (2017): 2,0 % mehr Schwangerschaftsabbrüche im 3. Quartal 2017 als im Vorjahr,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 07.12.

"Im dritten Quartal 2017 wurden rund 24 700 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 2,0 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Knapp drei Viertel (72 %) der Frauen, die im dritten Quartal 2017 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 % zwischen 35 und 39 Jahre. Knapp 8 % der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 %. Rund 40 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.
96 % der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch", meldet das Statistische Bundesamt.

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

RIEL, Aert van (2017): Dulig soll sich um den Osten kümmern.
Sachsens Wirtschaftsminister bewirbt sich beim SPD-Parteitag als Beauftragter für eine Region, in der die Sozialdemokraten große Probleme haben,
in:
Neues Deutschland v. 07.12.

"In Sachsen, Sachen-Anhalt und Thüringen erhält die Partei nur noch knapp über zehn Prozent der Stimmen. Wo die SPD die Regierung anführt - in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg - hat sie zuletzt Stimmen verloren. Nun will die SPD (...) einen Ostbeauftragten ernennen", berichtet Aert van RIEL.

 
       
   

Die AfD-Hochburg Sachsen in der Debatte

LASCH, Hendrik (2017): Anderthalb Jahre auf Bewährung.
Hoffnungsträger mit 42: Michael Kretschmer soll die CDU in Sachsen wieder aufrichten,
in:
Neues Deutschland v. 07.12.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2017): Altersvorsorge als grösstes Sorgenkind.
Umfrage zu Probleme in der Schweiz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.12.

 
       
   

Das Single-Dasein in Polen

REBMANN, Sophie (2017): Stiller Schmerz.
Abtreibung: Wer in Polen ungewollt schwanger wird kann kaum auf Hilfe hoffen. Oft bleibt nur das Sorgentelefon,
in:
Freitag Nr.49 v. 07.12.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 06. Dezember 2017
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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Bernd Kittlaus
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