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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 18. - 31. Januar 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Arbeitsmarkt und demographischer Wandel

"Die Anzahl der älteren Menschen, die sich in Erwerbsarbeit befinden, nimmt in Deutschland zunächst bis etwa 2030 zu, dann sinkt die Zahl wieder ab, weil die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1970 in den Ruhestand gehen (...). Zugleich treten junge Menschen später und in geringerer Anzahl in den Arbeitsmarkt ein. Generell wird also der Anteil der älteren Erwerbspersonen zunehmen (...). Über die Verlaufsformen der Entwicklung des Arbeitskräftepotentials gibt es dabei verschiedene Zukunftsszenarien. Die Szenarien unterscheiden sich stark danach, wie sich der demographische Wandel von Geburten, Sterbefällen und Migration im Einzelnen zusammensetzt".
(Martina Fuchs "Arbeitsmarkt und demographischer Wandel", Geographische Rundschau, Januar 2016)

 
       
       
   
WELT AM SONNTAG-Titelgeschichte: Der fatale Traum vom Eigenheim.
Ein eigenes Haus ist der größte Wunsch der Deutschen. Doch längst nicht alle werden damit glücklich - weder finanziell noch in der Familie

HAIMANN, Richard/FABRICIUS, Michael/KUNZ, Anne (2016): Haus und vorbei.
Die meisten Deutschen träumen von einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus. Die Zinsen sind niedrig wie nie - eine trügerische Verführung. Denn die Preise und versteckte Kosten steigen. Immer öfter übernehmen sich Paare mit dem Bau, trennen sich und verlieren sehr viel Geld,
in:
Welt am Sonntag v. 31.01.

 
   
taz-Titelgeschichte: Dieses Gerät hat die Welt mehr verändert als das Internet.
Waschen & Surfen: Die digitale Revolution verspricht Emanzipation, Innovation und Wachstum. Aber was stimmt daran? Ein Vergleich mit einem technischem Gerät, das wirklich Freiheit gebracht hat: die Waschmaschine

BRITZELMEIER, Elisa (2016): Technik, die begeistert.
Waschen & Surfen: Das Internet wird oft als die wichtigste Erfindung überhaupt gepriesen. Unsinn, sagt Ökonom Chang Ha-joon - die Waschmaschine sei viel revolutionärer. Hat er recht?
in:
TAZ v. 30.01.

 
       
   

DESTATIS (2016): Deutlicher Bevölkerungsanstieg im Jahr 2015 auf mindestens 81,9 Millionen,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 29.01.

"Die Anzahl lebend geborener Kinder dürfte danach 705 000 bis 730 000 betragen haben, die Anzahl der Sterbefälle 905 000 bis 930 000. Die Geburten würden damit in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen und allenfalls leicht ansteigen, die Sterbefälle würden aber deutlich höher als im Jahr 2014 liegen. Das Geburtendefizit – die Differenz aus Geburten und Sterbefällen – wird 2015 bei 190 000 bis 215 000 erwartet. Im Vorjahr hatte es wegen angestiegener Geburten- (715 000) und sehr niedriger Sterbezahlen (868 000) nur 153 000 betragen.
Der Saldo aus Zuzügen aus dem Ausland und Fortzügen ins Ausland konnte bereits in den Jahren 2011 bis 2014 das Geburtendefizit mehr als nur kompensieren. Für 2015 wird der Schätzung zufolge ein Saldo von mindestens + 900 000 Personen erwartet. Der Wanderungssaldo läge damit nicht nur über dem Ergebnis des Vorjahres mit + 550 000 Personen, sondern sogar über dem bisherigen Rekordwert des Jahres 1992 mit knapp + 800 000 Personen",

meldet das Statistische Bundesamt. Letztes Jahr wurden für das Jahr 2014 nur 675.000 - 700.000 Geburten geschätzt. Im August 2015 wurde dann die vorläufige Zahl der Geburten auf 715.000 beziffert und die Geburtenrate wurde im Dezember 2015 mit 1,47 Kindern pro Frau (TFR) angegeben. Die jetzt geschätzten Geburtenzahlen für 2015 würden eine weitere Steigerung der Geburtenzahlen und möglicherweise auch der Geburtenrate bedeuten. Da die Geburtenrate jedoch von der Anzahl der potentiellen Mütter abhängig ist, kann darüber derzeit nur spekuliert werden.

 
       
   

KELNBERGER, Josef (2016): Heimatschutz.
Ausgerechnet Freiburg: Die friedensbewegte, weltoffene Stadt hat ein Problem mit Flüchtlingen, und zwar so sehr, dass Clubs ihnen den Zutritt verwehren wollen. Über eine verstörte Welt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.01.

 
       
   

VORDERER, Peter & Christoph KLIMMT (2016): Das neue Normal.
Permanent online, permanent verbunden - für viele ist Handyabstinenz schon heute die Ausnahme. Welche Folgen das für unseren sozialen Umgang miteinander hat,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 28.01.

POPC. Wer das für eine chemische Substanz hält, der ist nicht up to date. Wer Aufmerksamkeit will, der erfindet heutzutage ein cooles Akronym, um alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. So verkünden uns Peter VORDERER & Christoph KLIMMT dass permanent online, permanent verbunden (kurz: POPC) unsere Welt radikal verändern wird. Da heißt es z.B. unter Punkt 5, dass Erreichbarkeit räumliche Nähe ersetzt. Als ob nicht bereits das Telefon, das Internet oder Skype die räumliche Nähe durch Erreichbarkeit ersetzt hätten. Die Veränderungen durch das Handy sind also allenfalls graduell. Fernbeziehungen sind ja keine Erfindungen des Handyzeitalters. Es wäre weniger Schwarz-Weiß-Malerei und genaueres Hinschauen angesagt. Warum soll etwas immer gleich ersetzen, statt zu ergänzen? Die Schallplatte wurde z.B. mit dem Aufkommen der CD totgesagt, nichtsdestotrotz lebt sie als Nischenprodukt weiter. Das Radio wurde nicht durch das Fernsehen abgelöst, sondern koexistiert weiter oder wurde ins Internet integriert. Wer von Ersetzung spricht, vergisst gerne die Grenzen von neuen Dingen.  

 
       
   

AGARWALA, Anat u.a. (2016): Was kostet die Angst?
Die Deutschen schwanken nach den Übergriffen von Köln zwischen Hysterie und bemühter Normalität. Die Kriminalität wächst bisher wenig. Doch viele geben Geld aus, um sich zu schützen - und jeder Sechste sieht sich im Alltag eingeschränkt,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 28.01.

 
       
   

Die Broschüre "Im Osten auf Wanderschaft" in den Medien

Die Studie verspricht Analysen auf Gemeindeebene, was jedoch nicht passiert. Statt Gemeinden werden in erster Linie  Gemeindegrößenklassen, Gemeindelagen oder Gemeindefunktionsklassen als Indikatoren für Gemeindeentwicklungen analysiert. Viel interessanter wäre dagegen, welche Unterschiede innerhalb der einzelnen Gemeindetypen bestehen, statt die Unterschiede durch Mittelwerte zu nivellieren. Gäbe es hier große Unterschiede, dann müsste nämlich gefragt werden, warum dies so ist. Hier wären also Fallanalysen (Ein gutes Beispiel ist die Langzeitstudie Dörfer im Wandel. Mehr zur Debatte um den ländlichen Raum hier)  angesagt, statt Gemeindetypen über einen Kamm zu scheren. Analysen, die territoriale Grenzen als Indikatoren benutzen, statt z.B. Verflechtungsräume oder Beschränkungen durch Verkehrsnetze, mögen aus Sicht der Territorialmächte aufschlussreich sein, die Bedürfnisse der Einwohner werden dadurch zwangsläufig vernachlässigt. Bezeichnenderweise wurden für die Studie Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter befragt, aber nicht die Bürger!

EHRENSTEIN, Claudia (2016): Im Osten boomen die Großstädte.
Die Bevölkerung in den neuen Bundesländern wächst wieder, vor allem in den Metropolen. Sogar das Landleben ist für eine Altersgruppe attraktiv,
in:
Welt v. 27.01.

WEINGARTNER, Maximilian (2016): Der Osten schrumpft nicht mehr.
Erstmals seit der Wende kommen mehr Menschen als wegziehen - doch viele Gemeinden bleiben Verlierer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.01.

 
       
   

FROMME, Herbert (2016): Milliardenlöcher bei Betriebsrenten.
Die europäische Finanzaufsicht hat gerechnet: Das Vermögen für Betriebsrenten liegt 428 Milliarden Euro unter den Verpflichtungen, im schlimmsten Fall können es sogar 773 Milliarden sein. Alles nicht so wild, meinen die Aufseher,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 27.01.

Herbert FROMME berichtet über eine Untersuchung der EU-Finanzaufsicht Eiopa, die das Vermögen und die Verpflichtungen von 204 Pensionskassen, Pensionsfonds und ähnlichen Einrichtungen in 17 EU-Ländern geprüft hat, um mittels Musterrechnungen für Krisensituationen ("Stress-Szenarien") Schwachstellen zu identifizieren.

Das Stress-Szenario geht davon aus, dass Immobilienpreise und Aktienkurse kräftig fallen könnten, während die Zinsen niedrig bleiben und es zu einer weltpolitischen Krise käme.

Für Deutschland wird abgewiegelt, weil bei Pensionsfonds die Arbeitgeber in der Pflicht seien. Bei Pensionskassen könnten aber auch Rentenleistungen gekürzt werden.

FROMME nennt als einzige kritische Gegenstimme, die Position des grünen Europaabgeordneten Sven GIEGOLD, der eine öffentliche Debatte über die Deckungslücken fordert.  

TAUBER, Jonas (2016): Regierung will Unternehmen bei Pensionen helfen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 27.01.

Jonas TAUBER berichtet über eine geplante Gesetzesänderung, die bereits in erster Lesung den Bundestag passiert hat und mit der die Pensionsrückstellungen von Unternehmen verringert werden sollen. Sie müssen dann nicht mehr wie bisher 10, sondern nur noch 7 Geschäftsjahre hinsichtlich der Pensionsrückstellungen berücksichtigen. Welche Auswirkungen dieser Bilanztrick auf die Sicherheit der Betriebsrenten hat, das wird jedoch verschwiegen. Werden dadurch nicht die Risiken von den Unternehmen auf die Betriebsrentner verlagert?

 
       
   

WEISSMÜLLER, Laura (2016): Klötzchenspiel.
In Frankfurt hat die Deutsche Bahn ihre Grundstücke in bester Lage an Investoren verscherbelt. Der Fall steht für viele deutsche Metropolen, die eine historische Chance auf eine gerechte Stadt vertun,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 26.01.

 
       
   

LESSENICH, Stephan (2016): Die Volksmaße.
SZ-Serie Was ist Deutsch?: Die Ungleichheit ist groß, und doch ging es Deutschland nie so gut wie heute. Wer die Angst vor einer nationalen Krise herbeireden will, sollte ein paar Zahlen kennen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 25.01.

"Insbesondere für Männer lässt sich (...) ein deutlicher Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung feststellen: nur sieben von zehn Männern aus Armutshaushalten (aber neun von zehn aus den obersten Einkommensgruppen) erleben überhaupt ihren 65. Geburtstag. Ihre Lebenserwartung bei Geburt ist gegenüber jener der Bestverdienenden um durchschnittlich zehn Jahre, die sogenannte »gesunde Lebenserwartung« sogar um fast 15 Jahre reduziert. Deutschland altert also, aber äußerst »differenziell«, wie die Sozialstrukturanalyse das frühe Erkranken und Sterben in Armutsmilieus elegant umschreibt",

hält der Soziologe Stephan LESSENICH den Krankenkassen und Lebensversicherern entgegen, die über die Alterung der Gesellschaft klagen. Oder anders formuliert: Die so genannten "schlechten Risiken" nehmen in einer stark sozial ungleichen Gesellschaft der Langlebigen wie Deutschland ab statt zu.

 
       
   

SCHÄUBLE, Wolfgang (2016): Europa zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Die Gegenwart: Viele fragen sich, was angesichts des schnellen Wandels ihrer Lebensverhältnisse an Verbindlichem oder Verbindendem bleibt. Sicher die Bindungskräfte der Nationen Europas. Auf sie werden die Europäer nicht verzichten dürfen, wenn sie gemeinsam wandlungsfähig bleiben und die Aufgaben lösen wollen, die sich ihnen durch die Globalisierung stellen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.01.

 
       
   

PETERSDORFF, Winand von (2016): "Eine Million Flüchtlinge sind gewiss zu viel".
Im Gespräch George Borjas, Migrationsforscher an der Harvard Universität: Politik und Medien beschönigten die Erfolge der Einwanderung, sagt der Ökonom. Gute Erfahrungen Amerikas aus den 1920er Jahren ließen sich nicht übertragen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.01.

 
       
   

LEMBKE, Judith (2016): Bei mir oder bei Dir?
Zwei Doppelbetten, zwei Garderoben, zwei Kühlschränke: Einige Ehepaare leben freiwillig in getrennten Wohnungen. Sind sie glücklicher?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

 
       
   

SCHMELCHER, Antje (2016): Blind für Unterschiede.
In Berlin dürfen Pflegekinder auch von alleinstehenden Männern betreut werden. Darf man Kindern das zumuten?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2016): "Langfristig helfen die Flüchtlinge uns".
Die Migranten können für unser Rentensystem eine Chance sein, sagt der Ökonom Axel Börsch-Supan: Wenn wir etwas dafür tun,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

Axel BÖRSCH-SUPAN, von der FAS als Schöpfer des Nachhaltigkeitsfaktor vorgestellt, den die rot-grüne Koalition 2004 eingeführt hat, stellt folgende WENN-DANN-Aussagen zum Beitrag der Flüchtlinge zur Rentenversicherung auf: 

"Wenn wir im vergangenen Jahr eine Million Flüchtlinge hatten und in diesem Jahr noch mal eine halbe Million kommt, wenn sie die Altersstruktur bisheriger Flüchtlinge haben und langfristig zwei Drittel eine Arbeit finden: Dann gleicht das die gesamten Kosten für die Mütterrente und für die Rente mit 63 wieder aus."

BÖRSCH-SUPAN gibt außerdem zu, dass die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre falsch eingeschätzt wurde:

"Bei den Rentenreformen der Jahre 2001 bis 2007 sind wir nicht von einer höheren Einwanderung ausgegangen. Als wir an unserem Institut den Nachhaltigkeitsfaktor für die Rentenberechnung entwickelt haben, dachten wir: Er wird das Rentenniveau ganz allmählich senken, in Abhängigkeit von der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Passiert ist das Gegenteil. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Erwerbstätigen stark gestiegen, nicht zuletzt durch die starke Einwanderung. Auch deshalb erhöhen sich die Renten in diesem Jahr um fünf Prozent."

Auf dieser Website wurde bereits Anfang des Jahrtausends darauf hingewiesen, dass die damalige Bevölkerungsvorausberechnung bewusst lediglich ein einziges, zudem unrealistisches - Szenario berechnete, um die Agenda 2010 durchzusetzen. Auch die aktuelle 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung stellt kein realistisches Szenario dar, sondern ist in erster Linie Ausdruck der gegenwärtigen politischen Interessenlage. 

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2016): Der sanfte Rebell.
Der CDU-Politiker Jens Spahn profiliert sich als Konservativer neuen Typs. Nicht nur in der Flüchtlingsfrage,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

Ralph BOLLMANN porträtiert den CDU-Politiker Jens SPAHN als Hoffnungsträger einer zukünftigen schwarz-grünen Koalition.

 
       
   

RIEGER, Frank (2016): Wir schaffen uns ab.
Die nächsten Wellen der Automatisierung werden den Arbeitsmarkt umwälzen und die Ungleichheit vertiefen. Hat die Arbeit noch eine Zukunft?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

Während die Lobbyisten der Wirtschaft noch den Fachkräftemangel angesichts des herbeigeschriebenen Bevölkerungsrückgangs in Deutschland beklagen, sprechen andere von der "Fabrik 4.0" und damit verbundenen Produktivitätsgewinnen bei gleichzeitigem Rückgang der benötigten Fachkräfte. Und das nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits in den nächsten 10 Jahren. Aus dieser Sicht wäre der Bevölkerungsrückgang eine Chance. 

 
       
   

Social Freezing in der Debatte

WERNER, Kathrin (2016): Schockgefrostet.
Rund um die Angst junger Frauen, den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen zu verpassen, ist eine Industrie gewachsen. Doch für die Mütter von morgen ist das Einfrieren von Eizellen eine teure Prozedur - mit Risiken und Nebenwirkungen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

 
       
   

HEIDENREICH, Ulrike (2016): Mutter Staat.
Noch nie gab es im Kabinett so viele Minister mit kleinen Kindern. Jetzt geht Manuela Schwesig in den Mutterschutz. Verändert sich die Politik?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

 
       
   

SCHÄFER, Ulrich (2016): Wenn Maschinen die besseren Menschen sind.
Computer dürften bald viele Jobs übernehmen. Was passiert dann mit den Verlierern? Ausgerechnet beim Davos-Wirtschaftsforum werben Ökonomen für eine Idee, die viele als Sozialromantik abtun: Jeder soll ein Grundeinkommen erhalten. Egal, ob er arbeitet oder nicht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

 
       
   

STEINBERGER, Karin (2016): Antihysterie.
Nein, München ist keine blasierte, weltabgewandte Schönheit. Sondern eine Stadt mit einem viel höheren Ausländeranteil als Berlin. Was daraus folgt? Maxime 1: Lässig bleiben. Maxime 2: "Am Schluss ziehen immer alle Lederhosen an",
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

"Stand der Dinge in München am 31. Dezember 2015: 1.521.678 Einwohner, davon 221.070 Bürger aus anderen EU-Ländern und 198.321 Ausländern, die nicht der EU angehören. Dann noch 15.000 neue Flüchtlinge. Davor waren es 419.391, jetzt sind es 434.391 Ausländer auf 1,5 Millionen. Davor ist die Stadt mit großer Leichtigkeit damit umgegangen. Geht sie jetzt unter?",

fragt Karin STEINBERGER, die ein Stimmungsbild aus München liefert, der ehemaligen Bewegungshauptstadt, in der die NSDAP gegründet wurde.

 
       
   

KLUTE, Hilmar (2016): Die Vorgänge im Nordend.
Deutschlandreise (10): "Die Vollidioten" gehört zu den Klassikern der komischen Literatur. Sein Schauplatz ist Frankfurt 1972. Was ist davon noch da? Mit Eckhard Henscheid beim Stadtspaziergang,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

 
       
   

HÜTHER, Michael (2016): Der unbemerkte Wandel.
Das Land hat sich längst stärker verändert, als manche es wahrhaben wollen. Diesen Vorsprung müssen wir ausnutzen,
in:
Die ZEIT Nr.4 v. 21.01.

Michael HÜTHER, Lobbyist der deutschen Wirtschaft, singt ausnahmsweise ein Loblied auf den Standort Deutschland:

"Auch auf den demografischen Wandel hat Deutschland reagiert. Die seit Langem bekannte Überforderung des Umlageverfahrens durch eine alternde Bevölkerung führt zu zwei folgerichtigen Ableitungen: Einerseits wurde das Umlageverfahren systematisch durch eine kapitalgedeckte private sowie die betriebliche Altersvorsorge ergänzt. Andererseits wurden Frühverrentungsanreize abgebaut, das effektive Rentenalter heraufgesetzt. Die Perspektive des längeren Arbeitens in einer Welt des (immer) längeren Lebens wurde gesellschaftlich akzeptiert. Inzwischen hat sich die Einschätzung der »gewonnenen Jahre« durchgesetzt, daran wird auch der Irrweg der abschlagfreien Rente mit 63 nichts ändern."

Die Redewendung "gesellschaftlich akzeptiert" darf nicht als "von der Bevölkerung akzeptiert" übersetzt werden, sondern als "von den Eliten politisch durchgesetzt". Denn:

"Die ökonomischen Effekte und die verteilungspolitische Stabilisierung der gesellschaftlichen Mitte haben den Wandel trotz seiner tabubrechenden Qualität durchsetzbar gemacht."

Eine solche schönfärberische Sichtweise versperrt den Blick darauf, dass sich die Mittelschicht in Deutschland polarisiert hat. Mit gesellschaftlicher Mitte sind diejenigen gemeint, die sich der oberen Mittelschicht zugehörig fühlen.

 
       
   

MANGOLD, Ijoma (2016): Der Verlust der Mitte.
Deutschland geht es wirtschaftlich bestens, aber das Land ist zerrissen wie selten zuvor: Hypermoral von links, blanke Gewalt von rechts. Was ist da passiert?
in:
Die ZEIT Nr.4 v. 21.01.

Ijoma MANGOLD beklagt, dass zwischen der kulturalistischen Linken und Rechten, die mit ihrer Identitätspolitik die Gesellschaft polarisieren, eine schweigende bürgerliche Mitte existiert, die dem Staat nicht die Aufgabe zuweist, die "Auflösung überkommener Normativitäten gesetzgeberisch zu begleiten", sondern lediglich einen liberalen Ordnungsrahmen schaffen möchte, innerhalb dessen plurale Lebensformen "ohne normativen Druck" miteinander leben können.

Hat jedoch wirklich die "kulturalistische" (auch wertneutral als kulturelle Linke bezeichnet) über die soziale Linke gesiegt? Bereits Anfang des Jahrtausends wurde diese Spaltung auf dieser Website thematisiert. Mitte der Nuller Jahre griff Robert MISIK diese Spaltung der Linken in der taz auf und erteilte der kulturellen Linken eine Absage. Identitätspolitik ist jedoch keine Angelegenheit von Links oder Rechts, sondern auch der Neuen Mitte. Hier wird dann von Leitkultur gesprochen. Eine solche Leitkultur drückt sich z.B. in der "bevölkerungsorientierten Familienpolitik" (HÜTHER) bzw. "bevölkerungsbewussten Familienpolitik" (WINGEN) als moderne Umschreibungen der Bevölkerungspolitik aus.

Wenn MANGOLD vom Verlust der Mitte spricht, dann vom Standpunkt einer Leitkultur. Wer wie MANGOLD gegen Links und Rechts polemisiert, der braucht diese Leitkultur nicht zu konkretisieren, sondern kann sie situationsspezifisch an die jeweiligen Diskurse anpassen. Mitte ist immer dort wo MANGOLD ist!   

 
       
   

VEIEL, Axel (2016): Weniger Kinder im Vorzeigeland.
Frankreich verzeichnet Minus bei Geburtenrate,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.01.

"Die Frazösinnen bringen weniger Kinder zur Welt als bisher, viel weniger sogar. Hatte die Statistik für 2014 noch 2,1 Kinder pro rau ausgewiesen,  waren es für 2015 nur noch 1,96. Mit einem Minus von 19.000 Geburten (2,3 Prozent) verzeichnet das Land den stärksten Rückgang seit 20 Jahren und den niedrigsten Kindersegen seit 1999", berichtet Axel VEIEL.

TZERMIAS, Nikos (2016): Bürgerliche Opposition geisselt die Familienpolitik der regierenden Sozialisten.
Geburtenknick in Frankreich: Die Franzosen sind stolz auf ihre überdurchschnittlich hohe Geburtenrate. Die Fertilität jedoch droht immer mehr unter der Wirtschaftsmisere zu leiden und ist unter die Marke von zwei Kindern je Frau gerutscht,
in:
Neue Zürcher Zeitung Online v. 21.01.

 
       
   

DESTATIS (2016): Alterung der Bevölkerung durch aktuell hohe Zuwanderung nicht umkehrbar,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 20.01.

Das Statistische Bundesamt hält uns Leser für ganz besonders dumm. Es werden uns Berechnungen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert, die die jetzige hohe Zuwanderung gar nicht in die Zukunft fortschreibt. Das wird in der Pressemeldung auch gar nicht verheimlicht:

"Sonderentwicklungen und unvorhersehbare Ereignisse wie Kriege, Krisen, Umweltkatastrophen und ihre Folgen können bei den Annahmen zu einer Bevölkerungsvorausberechnung nicht berücksichtigt werden. Die im Jahr 2015 rapide angestiegene Zuwanderung Schutzsuchender ist eine solche Sonderentwicklung. Gegenwärtig kann sie in einer Vorausberechnung noch nicht adäquat berücksichtigt werden. Eine bloße Heraufsetzung der mittelfristigen Wanderungsannahmen ohne genaue Kenntnis über die Höhe und Dauer der aktuellen Zuwanderung sowie die demografischen Merkmale der Zugewanderten würde zu keinen belastbaren Resultaten führen und entspräche nicht den Qualitätsstandards der amtlichen Statistik."

Warum also diese überflüssige Pressemitteilung, die einfach nur aussagt, was bereits seit Ende April letzten Jahres bekannt ist? Was soll die Schlagzeile, die völlig in die Irre führt? Es wird suggeriert, dass das Statistische Bundesamt die aktuell hohe Zuwanderung berücksichtigt hätte, was eben nicht der Fall ist, sondern das genaue Gegenteil: Die aktuell hohe Zuwanderung bleibt unberücksichtigt.

Was an dieser obskuren Pressemitteilung hängen bleiben wird, ist die Aussage, dass Zuwanderung keine Lösung des demografischen Wandels darstellt oder besser: Hohe Zuwanderung ist unerwünscht! Was sie leisten könnte und was nicht, das wird deshalb gar nicht erst zur Debatte gestellt.

 
       
   

STEIN, Annett/dpa (2016): Freunde statt Familie.
Zukunftsforscher beschäftigen sich damit, wie kinderlose, heute 50-Jährige ihr Alter verbringen können,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.01.

Die FR bietet heute auf einer Seite Ramschartikel aus den letzten zwei Jahren statt aktuelle und ausgewogene Informationen über unsere Gesellschaft der Langlebigen. Von Onkel OPASCHOWSKI, der die ganze Zunft der Zukunftsforscher (was immer sich so nennen will!) repräsentiert bis zu Christian HENSCHEL & Matthias BETTERMANN ("Alt - Krank - Blank") reicht das einseitige Spektrum. Von der Pyramide zum Pilz heißt bezeichnenderweise ein Buchkapitel. Wer heute noch die Bevölkerungspyramide verklärt (Viele tote Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene!), der hat nichts begriffen.

Schon der Titel ist Unsinn. Warum Freunde statt Familie und nicht: Wahlfamilien statt Blutsbande? Der Soziologe Peter GROSS hat davor gewarnt die schlechte Vergangenheit zu verklären.

Wer heute schon weiß, wie das Jahr 2050 oder gar 2060 aussehen wird, den sollten wir als das ansehen was er ist: ein Kaffeesatzleser. Diejenigen, die behaupten, Prognosen seien nun dazu da, damit sie nicht eintreten, lässt sich entgegen halten: Sie sollten ihre Zeit lieber damit verbringen konstruktive Alternativen zu entwickeln. Angst oder gar Panik schüren wie das hierzulande üblich ist, rüttelt nicht auf, sondern führt zu Zynismus und Resignation!   

 
       
   

KÖHLER, Andrea (2016): Wisch und weg.
Break-up-Apps sparen Erklärungen und Energie,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 19.01.

 
       
 

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