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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
     
       
   
 
       
   

News vom 16.-31. Juli 2001

 
       
     
       
       
   
  • JOOP, Wolfgang (2001): Glamour war gestern.
    Seit dem Absturz der Börsenkurse ist es mit dem Konsumrausch vorbei. Nun zeichnet sich eine Suche nach dem Echten ab. Das Glück liegt in der Beschränkung.

    in: Spiegel Online v. 31.07.

 
   
  • Die Ehe in der Debatte

    • SANTIAGO, Marlise (2001): Kind ja, Heiraten nein?
      Der Steffi-Graf-Effekt: Zuerst das Baby und erst dann unter die Haube - vielleicht.
      in: Brückenbauer Nr.31 v. 31.07.

 
     
   
  • ALTHAUS, Claudia (2001): Im Identitätscontainer.
    Lagerung und Bewusstsein: Eine Tagung zur Geschichte der Generationen im zwanzigsten Jahrhundert,
    in: Frankfurter Rundschau v. 31.07.

Bericht über eine Tagung zum Thema Generationalität und Lebensgeschichte im 20. Jahrhundert im Münchner Historischen Kolleg. Kontrovers diskutiert wurde die Frage:

"Handelt es sich bei Generationen um objektive, der Klassenlage vergleichbare Erscheinungen mit einheitlicher Identität, oder sind Generationen das Ergebnis massenmedialer Konstruktionsprozesse, deren Angehörige sich mit gewissen geistigen und kulturellen Trends identifizieren?".

Nach Claudia ALTHAUS werden Etiketten wie Generation X, 68er Generation oder Generation Golf für unterschiedliche Zwecke genutzt:

"Sei es zur Selbststilisierung, zur Mobilisierung von Solidarität oder gar zur Markierung eines feindlichen Terrains. Nicht selten geht die generationelle Selbstkonstruktion mit Mythisierungen einher, wie der Rückblick auf die Studentenbewegung von 1968 gezeigt hat."

Eine Einführung in die aktuelle Generationendebatte
 
     
     
     
     
   
  • TSP (2001): Wo schauen Sie denn hin?
    Wir dachten immer, Verlieben sei eine romantische Angelegenheit. Biologen sehen das ganz anders. Sie berufen sich auf die Evolution. Und erklären damit jeden Seitensprung,
    in: Tagesspiegel v. 28.07.

  • TSP (2001): Genetisches - Die Biologie des Fremdgehens,
    in: Tagesspiegel v. 28.07.

  • TSP (2001): Mikroskopisches - Krieg der Spermien,
    in: Tagesspiegel v. 28.07.

Sommer, Sonne, Seitensprung - Die 3S, die zusammengehören. Keine Zeitung oder Zeitschrift, die deshalb zur Zeit nichts zum Seitensprung zu berichten hätte...
 
     
     
   
  • SCHROER, Markus (2001): Im Supermarkt des Lebens.
    Jeden Tag stöhnen wir unter der Vielfalt der Möglichkeiten - und nie sind wir sicher, ob wir richtig gewählt haben. Von der Lust an Optionen, der Last der Entscheidungen und der List der Individuen
    in: TAZ v. 28.07.

 
   
  • STORM, Andreas (2001): Von Sonntagsreden zur realen Politik.
    Die Familienpolitik in Deutschland muss einen höheren Stellenwert und mehr Geld bekommen
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.07.

Der CDU-Politiker Andreas STORM plädiert für eine Familienpolitik als "Geburtenförderungspolitik", die sich aber nicht explizit als solche ausgeben sollte.

STORM möchte einen Umbau des Sozialstaates, der Kinderlose gegenüber Eltern deutlich schlechter stellt. Den Grundsatz einer solchen impliziten Bevölkerungspolitik formuliert STORM folgendermaßen:

"Es muss (...) darum gehen, die Entscheidung des Einzelnen für oder gegen Kinder von finanziellen und beruflichen Erwägungen weiter abzukoppeln."

Durch die Einführung eines erwerbs- und einkommensunabhängigen Familiengeldes, kinderzahlabhängige Beiträge zur Rentenversicherung und höhere Rentenleistungen für Eltern möchte STORM Vollzeitmütter fördern. Berufstätigen Müttern soll durch eine Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert werden.

 
     
   
  • LORENZ-MEYER, Lorenz (2001): Intime Notizen für alle.
    Die "Blogger" führen öffentlich ein Protokoll ihres Internet-Lebens,
    in: Zeit Nr.31 v. 26.07.

Lorenz LORENZ-MEYER berichtet über Blogger, d.h. Menschen die Internet-Tagebücher (spezieller: Weblogs) verfassen. Chris ALDEN vom britischen Guardian sieht in den Weblogs Surfhilfen, die Katalogen wie Yahoo oder Suchmaschinen wie Google aufgrund ihrer Spezialisierung weit überlegen sind. Jörg KANTEL möchte den Begriff Weblog an spezielle Softwareprogramme wie Blogger oder Groksoup gebunden sehen, aber LORENZ-MEYER hält eine solche Definition für zu restriktiv. Im weitesten Sinne ist diese News-Seite ebenfalls ein Weblog...
Institution der Single-Kultur: Das Tagebuch
 
     
   
  • FALK, Marcel (2001): Treue ist ein fast widernatürlicher Kraftakt.
    Strenge Monogamie ist im Tierreich wie auch beim Menschen sehr selten. Nur die gemeinsame Sorge um den Nachwuchs fördert monogames Verhalten
    in: Welt v. 23.07.

Eine Rechtfertigung des Seitensprungs aus der Perspektive der Zoologie.
 
   
  • KAMANN, Matthias (2001): Ein Kuss ist nur ein Kuss.
    Zum Auftakt der Welt-Serie "Wie wir lieben": Der Sexualforscher Gunter Schmidt im Gespräch,
    in: Welt v. 23.07.

 
   
  • Focus-Titelgeschichte: Die Geliebte.
    Blick in das Schattenreich der heimlichen Leidenschaft

    • GERBERT, Frank (2001): Große Liebe, große Zweifel.
      Weder Vamps noch Betthäschen: Deutschlands "Nebenfrauen" revoltieren gegen böse Klischees und berichten, wie es wirklich ist, die zweite Geige zu spielen,
      in: Focus Nr.30 v. 23.07.

    • FOCUS (2001): In der Untreue anständig bleiben".
      Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer über die Seelenlage ehebrüchiger Männer und die Risiken, die sie eingehen,
      in: Focus Nr.30 v. 23.07.

    • GERBERT, Frank (2001): "Wir - die Frauen von nebenan".
      Drei Geliebte berichten über ihre Beziehungen zu verheirateten Männern und werben um Verständnis für ihr Verhalten,
      in: Focus Nr.30 v. 23.07.

 
   
  • BEHREND, Till (2001): Der einsamste Mann der Welt.
    Festtag für eine extreme Fernbeziehung: Nach knapp einem Jahr kehrt Weltumsegler Erdmann zu seiner Frau zurück,
    in: Focus Nr.30 v. 23.07.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • THIELERT, Anette (2001): Flirten im Sieben-Minuten-Takt.
      Endlich gibts die Möglichkeit, langweilige Flirter sofort loszuwerden und sieben Leute in sechzig Minuten zu testen,
      in: SonntagsZeitung v. 22.07.

Speed-Dating in der Debatte

 
   
  • NZZ-Zeitfragen: Tauschhandel - archaisch oder modern?

    • MÜLLER, Christoph (2001): Die nichtende Ökonomie.
      Zum Existenzialismus in der Informationswirtschaft,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 21.07.

    • HOFFMANN, Günter (2001): Nicht für Euro oder D-Mark, sondern für Talente und Blüten...
      Regionale Tauschsysteme in den Modernen Industriestaaten,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 21.07.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • BURGER-BONO, Sibylle (2001): Die Entdeckung eines unbekannten Landes.
      Familienpolitik in der Schweiz,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.07.

 
   
  • LAU, Mariam (2001): Kinder machen alles falsch!
    In Deutschland ist Familienpolitik wieder eine Arena der Glaubenskämpfe. Wer die Wiederkehr von Vollzeitmutter und restriktiver Erziehung fordert, übersieht die Realität
    in: Welt v. 20.07.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • GIRSBERGER, Esther (2001): Der Amtsschimmel wiehert weiter.
      Fünfundzwanzig Jahre lang war das Paar verheiratet. Dann liess es sich scheiden, um gleich wieder vor den Traualtar zu treten. Und das alles wegen der Mehrwertsteuer
      in: Weltwoche Nr.29 v. 19.07.

 
   
  • LIEBS, Holger (2001): Übernachten und Schlafen.
    Terence Riley, Chefkurator des MoMA, über Prada, Orwell und die Zukunft des Wohnens,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.07.

 
   
  • SAI (2001): Angesurft: www.maennerseiten.de: Bügeltipps für männliche Singles.
    Die ultimative Internetseite für einen unfallfreien Männerhaushalt,
    in: Rheinpfalz v. 19.07.

 
     
   
  • URBAN, Martin (2001): Die Pflegeheime abschaffen?
    Professor Dr. Dr. Klaus Dörner, Psychiater, Hamburg, über Forderungen nach einer Enquêtekommission des Bundestags
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.07.

"Ein Prozent der Deutschen Bevölkerung, 800000 Menschen, leben in Alten-, Pflege- und Behinderten-Heimen". Diese Menschen sollen nach Ansicht von Klaus DÖRNER entweder zuhause oder in "Wohngruppen von familienähnlicher Größe" betreut werden.
 
   
Christian SCHLÜTER zeichnet den Weg von den "jugendbewegten Protestler aus den 70-ern" als kurzen Weg von der Selbstverwirklichung bis zum hedonistischen Materialismus, von "Histomat" zum "Hedomat". Das Grünen-Milieu beschreibt er als Milieu des Verdachts - das Gegen- oder Anti- nach innen wie nach außen - den Grünen "eher affektiven als programmatischen Zusammenhalt" verschaffte. Vor diesem Hintergrund analysiert SCHLÜTER das neue Grundsatzprogramm, das den Übergang von der "Anti-Parteien-Partei" zur "Reformpartei" markieren soll. Er liest das Programm als Anleitung, "wie zukünftig mit dem Verrat umzugehen sei, oder als offene Frage, ob und wie die Grünen ohne ihren affektiven Glutkern leben können." SCHLÜTER zufolge haben die Grünen ihr Dilemma, dessen sichtbarer Ausdruck ihr rasanter Imageverlust ist, durch eine Programmatik der Inhaltslosigkeit gelöst: "Ihr neues Grundsatzprogramm ist inhaltlich so dünn, dass an ihm Verrat zu begehen fortan nicht mehr möglich ist."
 
     
   
  • WIGET, Carl J. (2001): Das Rätsel Mann.
    Bestseller-Autor Dietrich Schwanitz erklärt den Frauen die Welt der Männer und sagt, wie Sie mit ihnen reden können,
    in: Brückenbauer Nr.29 v. 17.07.

 
   
Harry KUNZ geht die Aufwertung der Erziehungsarbeit nicht weit genug, weil politisch das "Zweiernährermodell", d.h. die gleichzeitige Berufstätigkeit von Mann und Frau, gewollt ist. Dies führt nach KUNZ dazu, dass zwar mehr Frauen unter der "Dreifachbelastung von Beruf, Kinderbetreuung und Haushaltsführung stöhnen", während die Väter die Flucht aus dem Haus antreten und die Kinder vermehrt auf sich gestellt sind.

Weder das Einernährer-, noch das Zweiernährermodell ist heutzutage das Standardmodell bei Familien, sondern das Zuverdienermodell ist weiterhin am weitesten verbreitet. Frauen sind überwiegend teilzeitbeschäftigt, während Männer Vollzeit arbeiten. In der Debatte wird diese wesentliche Unterscheidung selten berücksichtigt. Dies ist auch der Grund für die großen Einkommensunterschiede, die den Erziehungsurlaub für Väter unattraktiv machen.

GERMIS, Carsten (2001): Generation Papa.
Kinderbetreuung - damit hatten Männer hier zu Lande lange nichts zu tun. Das hat sich geändert, sagt die Familienministerin. Die Rolle des alleinigen Ernährers ist nicht mehr attraktiv. Zwei Drittel aller Befragten wollen auch Erzieher sein,

in: Tagesspiegel v. 17.07.

MARTENSTEIN, Harald (2001): Von Kindern lernen,
in: Tagesspiegel v. 17.07.

ULRICH, Bernd (2001): Unser Atem - Von den Erfahrungen eines Vaters,
in: Tagesspiegel v. 17.07.

 
   
  • PETROPULOS, Kostas (2001): Wir brauchen das Erziehungsgehalt.
    Haushalte mit Kindern werden immer stärker vom allgemeinen Lebensstandard abgekoppelt,
    in: Welt v. 17.07.

Kostas PETROPULOS fordert ein Erziehungsgehalt, um "tatsächliche Wahlfreiheit für Eltern" zu schaffen. Der Ausbau der Betreuungsangebote für Mütter ist angesichts der Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt kein Allheilmittel. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, muss ein ökonomischer Vergleich herhalten. PETROPULOS vergleicht das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen eines Familienhaushaltes mit einem Kinderlosenhaushalt. Solche ökonomischen Vergleiche sind jedoch aus vielerlei Gründen unsinnig, wenn dabei ein "nichtexistierender" Durchschnittssingle mit einem Familienhaushaltsvater verglichen wird. Die einzigste Legitimation eines solchen Rosinen-Picker-Vergleiches ist der, dass die Berechnung kostengünstig durchzuführen ist.

Ein Vergleich, der weder gleiche Altersgruppen, noch die Verbreitung der betrachteten Haushalte berücksichtigt, kann nicht ernst genommen werden. Es wird nahegelegt, dass Singles per se Besserverdienende (Yuppies) sind. Tatsache ist jedoch, dass erstens die Einkommen von Einpersonenhaushalten stark differieren und zweitens in den Altersgruppen 30-40 Jahre die Zahl der Familienhaushalte weit überwiegen. Topgehälter verdienen vor allem die Familienväter. Es gibt keine einzige Studie, die belegen kann, dass männliche Singles bessere Verdienstchancen haben als Familienväter. Tatsache ist dagegen, dass männliche Singles stärker als Frauen zu den Geringverdienern gehören.

Wer als geschiedener Mann im Einpersonenhaushalt lebt, der ist nicht unbedingt kinderlos, sondern vor allem ein Zahlvater. Wer deshalb nur die Einkommensseite berücksichtigt und nicht die Ausgabenseite, zwar Kindergeld vom Familieneinkommen abzieht, aber keine Unterhaltszahlungen berücksichtigt, der möchte keinen realen Vergleich, sondern nutzt gesellschaftliche Vorurteile für seine Zwecke aus.

PETROPULOS vergleicht keine Familien mit Singles, sondern nur Familienhaushalte mit Einpersonenhaushalte und das ist ein entscheidender Unterschied. Ein Vergleich von Haushaltsformen ist für Aussagen über den Lebensstandard von Lebensformen unzureichend.

Kindergeld ist nicht die einzige Transferleistung, die Familien genießen. Wer wie PETROPULOS alle finanziellen Vorteile von Familien im Alltag aufführen müsste, der käme in Schwierigkeiten, denn ein solcher Vergleich ist derzeit unmöglich! Familien sind wie Singles in der Regel in einen Haushaltsverbund eingebunden. Familiensoziologen sprechen dagegen lieber von der "multilokalen Mehrgenerationen-Familie". Die staatlichen und privaten Transferleistungen in einem solchen Haushaltsverbund bleiben bei ökonomischen Vergleichen grundsätzlich unberücksichtigt (siehe hierzu den Artikel über die Thesen des Altersforschers Martin KOHLI im Weser Kurier vom 31.05.2001).

 
     
     
   
  • PROFIL-Titelgeschichte: Baustelle Ich

  • HAGER, Angelika & Marie-Louise PITZL (2001): Baustelle Ich.
    Jugendforschung. Wie kauft, liebt und lebt die Generation Y? Was hört und sieht sie? Und womit braucht man ihr überhaupt nicht kommen? Zwei große Jugendstudien durchleuchten jene Kids, denen nichts so verhasst ist wie Uniformität,
    in: Profil Nr.29 v. 16.07.

Die Generation Y in der Debatte
  • PROFIL (2001): "Das große Sampling".
    Bernhard Heinzelmaier, Geschäftsführer der T-Factory, über das Funktionsprinzip einer unfassbaren Generation,
    in: Profil Nr.29 v. 16.07.

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    SPIEGEL -Titelgeschichte: Der neue Mutterstolz.
    Kinder statt Karriere
    • BEYER, Susanne & Marianne WELLERSHOFF (2001): Comeback der Mutter.
      Die Emanzipation steckt in einer Krise: Überraschend viele Frauen suchen neuerdings ihre Erfüllung nicht mehr im Beruf, sondern im Zusammenleben mit Kindern. Die Rolle des Superweibs, das locker Karriere und Familie verbindet, überfordert sie. Triumph althergebrachter Mütterlichkeit?
      in: Spiegel Nr.29 v. 16.07.

    Am 23.10.2000 wurde im Spiegel der Single verabschiedet, am 19.04.2001 titelte der Spiegel Zurück zur Familie als Konsequenz des Urteils vom Bundesverfassungsgericht zur Pflegeversicherung und jetzt ist die Frau im Spiegel zur stolzen Mutter geworden. Von der Verabschiedung des Singles bis zur Mutterschaft dauerte es fast genau 9 Monate! Wie konnte es soweit kommen?

    "Als die Hausfrau und Mutter Cölsch-Limbacher vor kurzem zum Arbeitsamt in Schwäbisch Hall ging, weil sie einen Job als Soziologin suchte, antwortete der Berater: »Ich schlage vor, Sie kriegen noch mehr Kinder. Sie wissen ja, dass die Deutschen aussterben, und Vollzeit-Mutter zu sein ist eine ehrenvolle Aufgabe.« Eine Arbeit hat der Mann ihr nicht angeboten."

    Der Spiegel ist also bei der Diskriminierungs- und Rezessions-Kultur angelangt. In Zeiten der Rezession und des Nachwuchsmangels wird klar:

    "Kinder gelten plötzlich nicht als Belastung, sondern als Glücksversprechen. Selbst das Zeitgeistmagazin »Max« (...) warb kürzlich mit einem properen Windelbaby zwischen den schlanken Frauenbeinen für das »Abenteuer Kind«.
    Das mythische Ideal der Mutterschaft kehrt jedenfalls zurück -, »back to the fifties«. Allenfalls damals wurden Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, so hoch geschätzt wie heute. »Die Mutter ist wieder das vorherrschende Frauenbild«".

    Belegt wird das nicht anhand statistischer Zahlen, sondern es werden die üblichen Prominenten angeführt, um das Spiegel-Frauenleitbild als plausibel darzulegen.

    "Back to the fifties". Es ist offensichtlich, dass damit nicht die Familienrealität der 1950er Jahre gemeint ist, sondern jenes Familienideal, das erst durch die Medien konstruiert wurde, nachdem in den 1960ern die Familie in Frage gestellt worden war. Leitbilder sind Ausdruck von Kulturkämpfen:

    "Der Imagewandel ist radikal: Heute, so gibt das neue, alte Leitbild es vor, ist eine Frau erst mit Kind vollständig. In den siebziger Jahren dagegen galten Kinder vielen Feministinnen als »schwere Ketten« der Frauen."

    Die Spiegel-Autorinnen zitieren hier den Kulturkampf zwischen kinderlosen Karrierefrauen und berufstätigen Müttern, der seit Mitte der 1970er Jahre die Frauenbewegung prägt. Mit der Realität in Deutschland hat das nichts zu tun, denn:

    "im Topmanagement gibt es nur noch mickrige 3,5 Prozent Frauen".

    Davon sind die Hälfte sogar Mütter! Die kinderlose Powerfrau ist also genauso wie Hera LINDs Superweib keine statistisch relevante gesellschaftliche Größe. Wenn die Autoren deshalb einen Wertewandel konstatieren, dann scheint dies - wenn überhaupt - nur ein Wertewandel der Elite zu sein.

    Die Proklamierung des Spiegel-Frauenleitbilds "50er-Jahre-Vollzeitmutter" ist bevölkerungspolitisch motiviert:

    "Ob die aktuelle Wandlung des kulturellen Leitbildes - von der Powerfrau zur Brutpflegerin - am Ende zu einem neuen Kindersegen führt?"

    fragen sich die Autorinnen bange. Das Emma-Frauenbild ist dagegen die kinderlose Karrierefrau: Gebärstreik titelte deshalb die Frauenzeitschrift von Alice SCHWARZER in der Juli/August-Ausgabe. Nicht die Vollzeitmutter, sondern die berufstätige Karrieremutter ist das Mutterleitbild von Alice SCHWARZER.

    Die Autorinnen gehen aber noch weiter. Nicht nur Frausein ist defizitär, sondern auch das Alleinerziehen. Dies ist die Rückkehr der "unvollständigen Familie". Die Kinder von Alleinerziehenden werden als "Risikokinder" bezeichnet, da sie oftmals als Partnerersatz dienten.

    Hier werden Alleinerziehende fälschlicherweise mit alleinerziehenden Partnerlosen gleichgesetzt. Die amtliche Statistik sagt jedoch über die Partnerschaftssituation von Alleinerziehenden gar nichts aus. Die genaue Zahl von alleinerziehenden Partnerlosen ist unbekannt. Alleinerziehende können nach der Definition des Statistischen Bundesamtes durchaus mit einem Partner zusammenwohnen. Der Status des Alleinerziehens wird dadurch nicht beeinträchtigt. Ob der Partner in der Praxis mit erzieht, das interessiert nicht. Die Kategorie "Alleinerziehende" ist deshalb für die Beschreibung der Lebensverhältnisse dieser Mütter und Väter völlig unzureichend.

    Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

     
         
           
           
       

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    Zu den News vom 01. bis 15. Juli 2001

     
           
       
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