[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
News 01.-05. Juli 2018
News 26.-30. Juni 2018
News 20.-25. Juni 2018
News 14.-19. Juni 2018
News 07.-13. Juni 2018
News 01.-06. Juni 2018
News 25.-31. Mai 2018
News 19.-24. Mai 2018
News 15.-18. Mai 2018
News 09.-14. Mai 2018
News 05.-08. Mai 2018
News 01.-04. Mai 2018
News 23.-30. April 2018
News 10.-22. April 2018
News 01.-09. April 2018
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 06. - 10. Juli 2018: [06.07.] [07.07.] [09.07.] [10.07.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Babyboomer in der Sicht des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung

"Die bevorstehende Pensionierungswelle der geburtenstarken »Babyboomer«- Jahrgänge von 1959 bis 1969 wird die demografische Alterung in Deutschland in den nächsten 20 Jahren deutlich beschleunigen. So wird nach der amtlichen Vorausberechnung die Zahl der Rentnerinnen und Rentner zwischen 2017 und 2035 um ca. 5,5 Millionen zunehmen."
(Bevölkerungsforschung aktuell, Nr.3/2018, S.1)

"Durch die bevorstehende Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969 – der sogenannten »Babyboomer- Generation« – wird sich in Deutschland die demografische Alterung in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich beschleunigen. Die Zahl der Rentner wird laut amtlicher Vorausberechnung zwischen 2017 und 2035 um ca. 5,5 Mio. zunehmen, während die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im gleichen Zeitraum um etwa 8 Mio. sinken wird. Das bedeutet, dass, sobald alle Babyboomer im Ruhestand sind, jedem Rentner weniger als zwei Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen werden (Statistisches Bundesamt 2017).
(Elisabeth Kraus u.a. "Der Einfluss der Migration auf den demografischen Alterungsprozess: Deutschland im internationalen Vergleich", In.
Bevölkerungsforschung aktuell, Nr.3/2018, S.3)

"Durch die bevorstehende Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969 – (der sogenannten »Babyboomer-Generation«) wird die demografische Alterung in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich beschleunigt. Die Zahl der Rentner wird laut amtlicher Vorausberechnung zwischen 2017 und 2035 um ca. 5,5 Mio. zunehmen, während die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im gleichen Zeitraum um etwa 8 Mio. sinken wird. Das bedeutet, dass, sobald alle Babyboomer im Ruhestand sind, jedem Rentner weniger als zwei Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen werden."
(Andreas Ette u.a. "Handlungsfeld Migration. Zuwanderung für die Gestaltung des demografischen Wandels nutzen", In. Policy Brief, Mai 2018, S.3)

 
       
       
   

10.07.2018

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

EUROSTAT (2018): EU-Bevölkerung zum 1. Januar 2018 auf knapp 513 Millionen gestiegen.
Erste Bevölkerungsschätzungen: Anstieg ist migrationsbedingt,
in:
Pressemitteilung des statistischen Amt der Europäischen Union v. 10.07.

EUROSTAT meldet u.a. die Geburtenzahlen des Jahres 2017. Für Deutschland werden 785.000 Lebendgeborene geschätzt.

 
       
   

Die Ehe in der Debatte

DESTATIS (2018): Deutlich weniger Ehescheidungen im Jahr 2017,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 10.07.

 
       
   

Die regionale Ungleichheit in der Debatte

DESTATIS (2018): Stadtbevölkerung steigt bis 2030 weltweit um eine Milliarde,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 10.07.

 
       
   

Einsamkeit in der Debatte

MITIC, Katja (2018): Der letzte Freund.
Immer mehr Menschen vereinsamen, Freiwillige wie Lothar Katz spenden ihnen Trost. Denn er weiß, was Einsamkeit auslöst - und wie jeder vorbeugen kann,
in:
Welt v. 10.07.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

TARLI, Ricardo (2018): Das grüne Band ist ein rotes Tuch.
Bauern hadern mit einem Naturschutzgebiet im ehemaligen Grenzstreifen zwischen der BRD und der DDR,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.07.

 
       
   

Der Standortwettbewerb in der Debatte

THIELE, Marlene (2018): Gut vernetzt im Norden.
SZ-Serie Gipfelstürmer: Das beschauliche Oldenburg zählt mit Hannover zu den stärksten Gründungsregionen Deutschlands. Junge Menschen mit Ideen profitieren davon, dass die verschiedenen Anlaufstellen zusammenarbeiten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

NICKEL, Samuela (2018): Leere Landstriche, hohe Grenzen.
Die EU-Kommission will den Solidaritätsfonds kürzen - und beim Militär aufstocken,
in: Neues Deutschland v. 10.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Russland

BRANGSCH, Lutz (2018): Die russische Rente.
Um zur Finanzierung von Putins Wirtschafts- und Sozialprogramm beizutragen, sollen die Russen länger arbeiten,
in: Neues Deutschland v. 10.07.

 
       
   

09.07.2018

 
       
   

Der FNA-Bericht Grundsicherung wegen Alters: Projektion bis 2030 in den Medien

ROSSBACH, Henrike (2018): Bonus für die Rentner.
Bundessozialminister Hubertus Heil plant milliardenschwere Änderungen, um Menschen die Sorge vor Alterarmut zu nehmen. Experten halten das Problem allerdings für überbewertet - Kinder seien viel gefährdeter als Alte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

Die Neoliberale Henrike ROSSBACH kennt nur neoliberale Experten, weshalb ihre Sichtweise einseitig ist. Der Beamte Bernd RAFFELHÜSCHEN bessert seine mickrige Pension - von denen die meisten Rentner nur träumen können - durch Lobbyarbeit für die Finanzdienstleister auf, weshalb man sich um seine Alterssicherung keine Sorge machen muss.

Altersarmut? Kein Problem. Man spiele einfach verschiedene Altersgruppen gegeneinander aus! So die Devise von Neoliberalen. Indem Altersarmut mit Grundsicherungsbezug gleich gesetzt wird und verdeckte Armut geleugnet wird, ist Altersarmut schnell zu einem Problem von Kindern in Afrika geworden. Wer nicht hungern muss, ist nach dieser Vorstellung nicht arm. Wobei diese Argumentation im Grunde darauf abzielt, die gesetzliche Rente zu einem System der Armenfürsorge umzubauen.

Fazit: Wer gegen die Stabilisierung des Renteniveaus polemisiert, der will nichts anderes als die gesetzliche Rente zur Armenfürsorge herabzuwürdigen. Alle anderen sollen die Profitinteressen der Kapitalmärkte befriedigen, indem sie die Finanzdienstleister subventionieren.

SIEMS, Dorothea (2018): Die Mär von der Altersarmut.
Als Reaktion auf die Angst vor dem finanziellen Absturz plant die Bundesregierung eine Grundrente und weitere Leistungen. Dabei sind auch die künftigen Senioren selten auf Fürsorge angewiesen,
in: Welt v. 09.07.

Zwischen der Fürsorge (Grundsicherung im Alter) und Altersarmut klafft die Lücke, die von Neoliberalen wie Dorothea SIEMS geleugnet wird.

 
       
   

Luc Boltanski & Arnaud Esquerre - Bereicherung

SPOERHASE, Carlos  (2018): Das französische Modell.
Richtig vermarktet, wird die Geschichte der Nation zum Luxusprodukt: In ihrem Buch "Bereicherung" analysieren Luc Boltanski und Arnaud Esquerre die aktuelle Neurausrichtung des Kapitalismus,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

 
       
   

Marcus Böick - Die Treuhand

SÜSS, Dietmar (2018): Anstalt der Abenteurer.
Marcus Böick hat eine glänzende Geschichte über das "Privatisierungsmonster" Treuhand geschrieben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

Dietmar SÜSS stellt das Buch Die Treuhand des ostdeutschen Historikers Marcus BÖICK vor.

 
       
   

Das Single-Dasein in Afrika

SARRAZIN, Thilo (2018): Afrikas Kinder und die Zukunft Europas.
Der Volkswirt: Die Bevölkerungsexplosion in Afrika und Arabien trifft auf den demographisch schrumpfenden europäischen Kontinent. Absehbar ist ein gewaltiger Migrationsdruck. Gedanken zum Weltbevölkerungstag,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in den USA

JARDINE, Anja (2018): Julia trifft eine Entscheidung.
NZZ-Serie Die Kinder von 5010 (1): Als Julia vor mehr als 18 Jahren beschloss, allein ein Kind zu bekommen, ahnte sie nicht, dass sie Teil einer Grossfamilie werden würde, die unüberschaubar wächst. Ihre Tochter Amelia hat mehr als 50 Halbgeschwister auf drei Kontinenten. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihr Vater ist Samenspender 5010. Weiss der von seinem Glück? Ein Familienporträt in fünf Teilen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.07.

 
       
   

 07.07.2018

 
       
   

Das Partnerschaftsideal in der Debatte

KELLER, Maren (2018): Das letzte Ideal.
Titel: Vom ersten Kuss bis zum letzten Atemzug zusammenbleiben, das ist ein Wunsch und der Stoff so vieler Märchen. Aber wie geht das in unserer Gesellschaft? Warum finden die einen die lebenslange Liebe und die anderen nicht?
in: Spiegel Nr.28 v. 07.07.

Maren KELLER liefert einen typischen Sommerloch-Artikel ab:

"Bis heute sagen mehr als 90 Prozent aller Menschen, dass sie beständige, feste Partnerschaften für die optimale Weise halten, das eigene Leben einzurichten. (...).
Deshalb gibt es Soziologen, die längst nicht mehr den Begriff Single verwenden, sondern vom Lebensstil des »searching« sprechen.
Fast alle Menschen sehen sich also nach der ewigen Liebe. Nur wenigen gelingt es, sie zu finden.
Was machen die wenigen richtig und die vielen falsch?"

Offenbar gibt es nur wenige, die Ratschläge vom Spiegel benötigen, denn sonst wäre dessen Auflage weit höher.

 
       
   

Die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung in der Debatte

SCHMERGAL, Cornelia (2018): Wunschdenken.
Analyse: Das gesetzliche Rentenniveau gilt als Maßstab für die Absicherung im Alter. Nur die wenigsten wissen, dass die Zahl als Richtwert nicht taugt,
in: Spiegel Nr.28 v. 07.07.

Ihre ehemalige Kollegin bei der FAZ/FAS, Kerstin SCHWENN, forderte bereits Ende Juni die Abschaffung des Rentenniveaus als Maßstab. Nun polemisiert Cornelia SCHMERGAL gegen die Stabilisierung des Rentenniveaus mit den üblichen Falschbehauptungen der Neoliberalen, die uns falsche Vorstellungen unterstellen, um ihre eigenen neoliberalen Umdeutungen unters Volk zu bringen:

"(D)as Rentenniveau (...) soll zeigen, ob Renten und Löhne im Gleichklang steigen. Für den gesellschaftlichen Frieden und die Akzeptanz des Rentensystems (...) ist das wichtig."

Dies ist bereits die erste Umdeutung, denn diese Sicht aufs Rentenniveau wurde erst mit der Abkopplung der Renten von den Löhnen wichtig. Als die Kopplung noch bestand war dieser Aspekt irrelevant.

Das "Sicherungsniveau vor Steuern", das SCHMERGAL uns präsentiert, ist keine ursprüngliche Kennziffer für das Rentenniveau, sondern eine neoliberale Erfindung, die durch das 2005 in Kraft getretene Alterseinkünftegesetz notwendig wurde, weil die ursprüngliche Kennziffer "Nettorentenniveau" durch die Einführung einer nachgelagerten Besteuerung für jeden Rentnerjahrgang hätte bestimmt werden müssen. Das aber hätte die drastische Absenkung des Rentenniveaus so offensichtlich werden lassen, dass Neoliberale schnell eine unverfänglichere Kennziffer einführten.

Die angeblich immensen Rentenanpassungen werden uns von SCHMERGAL als Wohltaten gepriesen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man die Wirkungsweise der neuen Rentenformel anhand eines Gutachtens der neoliberalen PROGNOS AG im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung erklärt bekommt:

"Die neue Rentenanpassungsformel führt im Vergleich zur früheren Nettolohndynamik zu deutlich geringeren Rentenanpassungen und Rentenausgaben. Dies ist besonders in der bis 2010 geltenden Fassung der Formel der Fall, in der der steigende Altersvorsorgeanteil - der eine zunehmende Abgabenbelastung der Bruttoeinkommen der unselbständig Beschäftigten durch die private Vorsorge widerspiegeln soll - die Rentendynamik bremst. Entsprechend kommt es vor allem in diesem Zeitraum zu einer Absenkung des Nettorentenniveaus, dem Verhältnis einer standardisierten Nettorente zum durchschnittlichen Nettoentgelt. Von Bedeutung für das Nettorentenniveau ist dabei auch die Steuerreform, deren ausstehende Stufen 2004 und 2005 zu Steigerungen der Nettoentgelte beitragen, was sich aber nach der neuen Formel nicht rentensteigernd auswirkt." (2003, S.51)

Fazit: Der Artikel von SCHMERGAL ist abstrus irreführend und damit typisch für neoliberale Argumentationsmuster. Mit dem Verschweigen der diversen Umdefinitionen beim Rentenniveau, wird die tatsächliche Absenkung des Rentenniveaus verniedlicht. Dass SCHMERGAL nur auf die neoliberalen Verhunzungen der Kennziffern eingeht, ist der eigentliche Skandal des Artikels, der mit "Analyse" nichts, aber mit Polemik viel zu tun hat.

Wie SCHWENN plädiert SCHMERGAL für einen neuen Maßstab, den ausgerechnet die Rentenkommission finden soll. Die aber muss gar nicht erst suchen, denn Axel BÖRSCH-SUPAN weiß genau wie man weitere Rentenkürzungen und Altersarmut unsichtbar machen kann. Mehr wollen Neoliberale auch nicht!

SUMMEN, Gabriele (2018): Gisela schuftet fürs Rentenniveau.
Matthias Krinke ist Chef einer Zeitarbeitsfirma für Roboter,
in: Neues Deutschland v. 07.07.

"Die Rentenversicherung könnte (...) von ihren Rücklagen Roboter erwerben und diese weiter verleihen und für sich arbeiten lassen. Ein voll ausgelasteter Roboter sei in der Lage, ungefähr vier monatliche Renten zu erwirtschaften - und das Problem der Rentenlücke sei gelöst. So einfach wäre das",

zitiert Gabriele SUMMEN den Chef der Firma Robozän.

 
       
   

Cornelia Koppetsch in der Debatte

KRESTA, Edith (2018): "Viele Linke machen sich etwas vor".
Die Soziologin Cornelia Koppetsch erforscht das Milieu der urbanen Mittelschicht. Im Gespräch erklärt sie, warum hohe Mieten ein effektives Grenzregime sind und Gleichheit in Paarbeziehungen oft eine Illusion ist,
in: TAZ v. 07.07.

Cornelia KOPPETSCH beschreibt das urbane, kosmopolitische Akademikermilieu folgendermaßen:

"Kulturelle Offenheit wird (...) kompensiert durch ein hochgradigeffektives Grenzregime, das über Immobilienpreise und Mieten, über ein sozial und ethnisch hoch selektives Bildungswesen sowie über den Zugang zu exklusiven Freizeiteinrichtungen und Clubs gesteuert wird. Die Abgrenzung erfolgt nicht nach außen, (...) sondern nach unten."

 
       
   

Das Renteneintrittsalter und die Erhöhung der Erwerbsquote von Älteren in der Debatte

GURK, Christoph (2018): Ihm reicht's.
Rente mit 40 - ohne Erbschaft? Für die Anhänger der Fire-Bewegung ist genau dies das Ziel. Mit Träumerei hat das wenig zu tun. Eher schon mit Finanz- und Lebensplanung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.07.

Anfang des Jahrtausends war man ein Außenseiter, wenn man nicht wie alle andere Millionär per Start-up werden wollte, nun wird aus zwei Deutschen gleich eine Bewegung, die passend zur Privatisierung der Altersvorsorge früh aus dem Berufsleben aussteigen will. Die diversen Wirtschaftsblätter rechnen uns bereits seit Jahren vor, wie easy es angeblich ist, mit 40 in Rente zu gehen - so zumindest wenn man nur die Schlagzeilen liest und nicht das Kleingedruckte des Artikels. Auch der SZ-Artikel hat keine wirklichen Alternativen für Normalos zu bieten. "Finanzielle Unabhängigkeit" heißt das Zauberwort, mit dem sich offenbar vor allem Selbstausbeuter der IT-Branche ihre Lebenslügen zusammenbasteln.

"Der Ruhestand hängt nicht mehr vom Lebensalter ab, sondern von einem Betrag, den es zu erreichen gilt",

heißt es zum neuen Hamsterrad, das uns der Finanzkapitalismus bereitstellt. Ein angeblicher Vorreiter der Fire-Bewegung (Akronym für "Financial Independence, Retire Early") ist schlichtweg ein typischer Rentier, der sich sein Leben durch Immobilienbesitz finanziert. Die einzige Innovation der neuen Rentiers: das Schreiben von Blogs und die Bedienung der Medienöffentlichkeit - bevor die Sensationslust vorbei ist und ein neuer Medienhype die Illusion namens "Fire-Bewegung" ablöst .

In ihrem aktuellen Buch Bereicherung beschreiben Luc BOLTANSKI & Arnaud ESQUERRE die Wiederkehr des Rentiers als Beispiel für die Bereicherungsgesellschaft.   

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

ÖCHSNER, Thomas (2018): Alle bei der Arbeit.
Wirtschaftsreport: Im Landkreis Pfaffenhofen herrscht Vollbeschäftigung. Viele Unternehmen suche Fachkräfte - und locken dabei nicht nur mit Geld,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

SEELMANN, Kurt (2018): Fortpflanzungsmedizin für alle?
Gastkommentar: Recht und Moral im Dilemma,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.07.

KOHLER, Alexandra (2018): Die Städte werden wieder jünger.
NZZ-Serie Junge Schweiz, alte Schweiz: Am deutlichsten ist der Trend in Zürich - einzig Lugano altert stetig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.07.

 
       
   

06.07.2018

 
       
   

Die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland

BARTENS, Werner (2018): Dem ewigen Leben auf der Spur.
Im hohen Alter scheint das Sterberisiko nicht mehr anzusteigen. Lässt sich die Lebenszeit beliebig dehnen?
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.07.

Die Schlagzeile würde man eher bei der Bildzeitung oder einem anderen Boulevardblatt vermuten und sie zeigt wie tief die Qualitätspresse schon seit Jahrzehnten gesunken ist!

"Wenn Forscher den Hochbetagten auf Okinawa, Sardinien und anderswo das Geheimnis ihrer Langlebigkeit entlocken wollen, geht es künftig womöglich nicht mehr allein darum, Extremfälle zu finden, jemanden, der den offiziell anerkannten Altersrekord von 122 Jahren und 164 Tagen bricht (...). Vielmehr erscheint es als lohnenderes Ziel zu erkunden, wie man wenigstens 105 Jahre werden kann. Von diesem Alter an, und as ist eine erstaunliche Bekenntnis, steigt das Sterberisiko nicht mehr an, sodass es - zumindest theoretisch - kaum noch Grenzen für die menschliche Lebenserwartung geben könnte",

ködert Werner BARTENS seine naiven Leser. Wer sich schon einmal Tabellen zur ferneren Lebenserwartung angeschaut hat, der weiß: ein 65-Jähriger hat eine höhere Lebenserwartung als jemand des gleichen Geburtsjahrgangs bei Geburt. Das ist wenig verwunderlich. Dass es Altersspannen gibt, in denen die Sterblichkeitsrisiken unterschiedlich hoch sind, ist wahrlich nichts Neues.

"Forscher (...) kritisieren, dass (...) in der italienischen Studie unter den fast 4.000 Probanden weniger als 100 Hochbetagte waren, die 110 Jahre oder ältere wurden. Das verwässere die Aussagekraft der Analyse",

heißt es bei BARTENS. Mehr Fakten und weniger Spekulation würde der Wissenschaftsberichterstattung gut tun!  

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

FROMME, Herbert & Jonas TAUBER (2018): Ausverkauf bei Generali.
Vier Millionen Lebensversicherungen gehen an einen externen Abwickler. Experten befürchten Nachteile für die Kunden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.07.

Herbert FROMME berichtete bereits Ende Juni über den Deal zwischen Generali und Viridium. FROMME & TAUBER bringen zwar weitere Einzelheiten zum Verkauf, aber hinsichtlich der Auswirkungen auf die Versicherten werden nur die bereits bekannten Argumente wiedergekäut. Als Experten werden wie üblich Gerhard SCHICK (Grüne), Axel KLEINLEIN (BdV) und Lars GATSCHKE (Verbraucherzentrale Bund), die keine grundsätzliche Kritik an der kapitalgedeckten Altersvorsorge üben, sondern lediglich Befürchtungen äußern.

HERZ, Carsten & Frank M. DROST (2018): Scheidung auf Italienisch.
Generali verkauf vier Millionen Lebensversicherungen an den Abwickler Viridium. Der Deal ist der größte seiner Art in Deutschland - und weckt neue Sorgen in der Politik,
in: Handelsblatt v. 06.07.

HERZ & DROST präsentieren mit Willis Towers Watson und der Ratingagentur Fitch zwei Akteure, die sich viel von dem Run-Off-Markt Deutschland versprechen. Außer den bei der SZ genannten Experten werden noch Lothar BINDING (SPD) und Carsten BRODESSER (CDU) zitiert.

Die Tatsache, dass die nun zur Abwicklung anstehende Generali Leben einer von 34 Lebensversicherern ist, die unter verschärfter Aufsicht der BaFin stehen, sollte eigentlich zu denken geben.

HERZ, Carsten (2018): Die Profis der Resterampe.
Abwicklungsplattformen,
in: Handelsblatt v. 06.07.

Carsten HERZ geht näher auf den zweifelhaften Ruf des Finanzinvestors Cinven ein, der hinter Viridium steht:

"Als abschreckendes Beispiel wird unter Verbraucherschützern oft Großbritannien genannt. Dort hat nicht jeder gute Erinnerungen an die Beteiligungsgesellschaft Cinven.
Auf der Insel begann die Konsolidierung (...) bereits vor 20 Jahren. Die Risikoaufschläge auf Anleihen waren stark gesunken, nachdem die Regierung die Bank of England im Jahr 1997 in die Unabhängigkeit entlassen hatte. Das traf die Gewinne der Versicherer empfindlich, sie konnten die hohen Garantiezinsen nicht mehr finanzieren.
Doch einige der Abwicklungsplattformen gingen recht ruppig mit den neuen Kunden um: Die Ausschüttungen wurden immer schlechter, was ihnen in der britischen Presse den Titel »Zombie-Fonds« eintrug."

Im Gegensatz zu HERZ, definiert das Lexikon der Financial Times "Zombie Funds" nicht als Abwicklungsplattformen, sondern als geschlossene Bestände von Lebensversicherungen, bei denen es keine Neugeschäfte mehr gibt ("This is a closed with-profits fund that no longer writes new business or policies"). Die Generali Leben wäre somit ein solcher "Zombie Funds". Die Generali will diese Altbestände auch deshalb abwickeln, weil dieses Segment Gefahren birgt. Dass diese Gefahren durch den Verkauf an eine Abwicklungsplattform reduziert werden, wird die Zukunft zeigen müssen. 

Erst 2014 ging die britische Finanzaufsicht FCA den Vorwürfen nach und deckte Missstände auf. Cinven war seit 2011 auf dem britischen Markt und kaufte Guardian Life zu einem Spottpreis auf, um ihn vier Jahre später mit fünffachem Gewinn wieder abzustoßen.

MAGENHEIM, Thomas (2018): Bloß weg damit!
Die Generali verkauft rund vier Millionen Lebensversicherungspolicen an einen Abwickler. Verbraucherschützer sind alarmiert,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.07.

Der Artikel von Thomas MAGENHEIM geht nur in einem Punkt über die anderen Artikeln hinaus, wenn er auf die Beschwerdenstatistik der BaFin verweist:

"Zufriedene Kunden hat der professionelle Abwickler (...) nicht unbedingt. Für die Bestände des Versicherers Skandia, die Viridium seit einigen Jahren abwickelt, weist die Statistik der Bafin eine Beschwerde je 3.865 Verträgen. Im Branchenschnitt über alle in Deutschland noch aktiven Lebensversicherer ist es eine Beschwerde je 63.000 Verträgen. Ob die Beschwerden jeweils berechtigt sind, sagt die Bafin-Statistik zwar nicht. Zweifel an Viridium & Co räumt sie aber nicht gerade aus."

SCHARRENBROCH, Christine (2018): Generali stößt 4 Millionen Lebensversicherungspolicen ab.
Zum ersten Mal wird ein großer Lebensversicherer an einen Abwickler verkauft. Der Bund der Versicherten fürchtet Nachteile,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.07.

BRAUNBERGER, Gerald (2018): Niedrigzinsen müssen kein Todesurteil sein.
Banken können besser mit ihnen umgehen als Versicherer,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.07.

Wer ist der beste Finanzdienstleister im ganzen Land? Die unterschiedlichen Finanzdienstleister versuchen derzeit mit Studien ihre eigene Lage möglichst gut und die Lage der anderen möglichst schlecht darzustellen:

"Pensionskassen haben heute schon Verträge abgeschlossen, die sie, die durchschnittliche Lebenserwartung angenommen, noch in 50 Jahren dazu verpflichten werden, Zahlungen an Kunden vorzunehmen. Diese Pensionskassen werden aber in den wenigsten Fällen viele Kapitalanlagen mit einer Laufzeit von 50 Jahren besitzen. Solche Diskrepanzen belasten die Bilanzen von Lebensversicherern und Pensionskassen in Zeiten niedriger Zinsen stärker als bei höheren Zinsen. Das ist ein Grund, warum eine zweistellige Zahl deutscher Lebensversicherungen derzeit von der Aufsicht sorgfältig auf die Tragfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle überprüft werden."

 
       
   

Die Studie Bedarfsgerecht, aber unbeliebt in den Medien

SCHWENN, Kerstin (2018): Lebenslange Rente statt Einmalzahlung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.07.

Kerstin SCHWENN macht sich zum Sprachrohr des Lobbyverbandes der Versicherer GDV. Die Lebensversicherer würden von den Geldern ihrer Kunden gerne länger profitieren. Diese aber ziehen Einmalauszahlungen der Rentenzahlung vor, was angesichts der desolaten Lage der Lebensversicherer vernünftig ist.

Um den Profitinteressen der Lebensversicherer einen Hauch von Wissenschaftlichkeit zu verpassen, wurde ein Gutachten von Jochen RUß, Geschäftsführer  des "Ulmer Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften" in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich nicht etwa - wie der Namen vermuten ließe, um ein wissenschaftliches Institut, sondern um ein "Beratungsunternehmen".

Die steigende Lebenserwartung wird als Argument für Rentenauszahlungen missbraucht. Derzeit wäre es wesentlich sinnvoller das Geld einer Lebensversicherung als freiwillige Einzahlung in die Rentenversicherung zu nutzen. Natürlich wissen das die Lebensversicherer nur zu gut, denn sonst müssten sie nicht so viel Werbung für ihr schlechtes Produkt machen!   

 
       
   

Leipzig im demografischen Wandel

BÖGER, Heidrun (2018): Ein Hochhaus für Grünau - nach 30 Jahren.
Sachsen: In Leipzigs größtem Neubaugebiet wird erstmals seit der Wende wieder in den Himmel gebaut,
in: Neues Deutschland v. 06.07.

"Lebten im Jahre 1989 noch 85.000 Menschen in Grünau, sank die Zahl bis 2011 (auf) rund 40.000. Fünf Jahre später waren es schon wieder knapp 44.000, Tendenz voraussichtlich - leicht steigend. Zuvor wurden von den bis 1988 in Grünau errichteten 20 Punkthochhäusern 15 abgerissen",

berichtet Heidrun BÖGER über den Leipziger Stadtteil Grünau. Bis 2007 stand auf dem Areal des jetzt neu geplanten Hochhauses bereits ein altes Punkthochhaus, das mit Fördermitteln abgerissen wurde. Kaum war die 10-jährige Sperrfrist abgelaufen, wird nun neu gebaut. Bei den geplanten Wohnungen handelt es sich um Luxus-Seniorenwohnungen mit Wohnservice, die sich Einheimische wohl kaum leisten können.

 
       
   

Dirk van Laak - Alles im Fluss

TRIBELHORN, Marc (2018): Schlagadern der Gesellschaft.
Der Historiker Dirk van Laak zeigt in einer anregenden Studie, wie Infrastrukturen neue Ordnungen schaffen - und den Alltag der Menschen radikal verändern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

IHDE, Thomas & Roger STAUB (2018): Der Slogan "Keine Rente unter 30" ist vom Tisch.
Gastkommentar: Probleme in der Jugend setzen sich in der Schule und später am Arbeitsplatz fort,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 01. - 05. Juli 2018
 

       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
       
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2018
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 24. September 2018