[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 01.-14. Juni 2015
News 08.-31. Mai 2015
News 01.-07. Mai 2015
News 11.-30. April 2015
News 01.-10. April 2015
News 09.- 31. März 2015
News 01.- 08. März 2015
News 01.-28. Februar 2015

News 17.-31. Januar 2015
News 01.-16. Januar 2015
News 15.-31. Dezember 2014

News 07.-14. Dezember 2014
News 01.-06. Dezember 2014
News 14.-30. November 2014
News 01.-13. November 2014
News 22.-31. Oktober 2014
News 17.-21. Oktober 2014
News 08.-16. Oktober 2014
News 01.-07. Oktober 2014
News 20.-30. September 2014
News 01.-19. September 2014
News 17.-31. August 2014
News 08.-16. August 2014
News 01.-07. August 2014
News 11.-31. Juli 2014
News 01.-10. Juli 2014

News 24.-30. Juni 2014
News 16.-23. Juni 2014
News 06.-15. Juni 2014
News 03.-05. Juni 2014
News 01.-02. Juni 2014
News 21.-31. Mai 2014
News 11.-20. Mai 2014
News 08.-10. Mai 2014
News 01.-07. Mai 2014
News 18.-30. April 2014
News 08.-17. April 2014
News 01.-07. April 2014
News 16.- 31. März 2014
News 04.- 15. März 2014
News 01.- 03. März 2014
 
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 15. -  30. Juni 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

 In Deutschland werden doppelt so viele Paare vom Tod geschieden wie vom Scheidungsrichter

"Doppelt so viele Paare werden in Deutschland vom Tod geschieden wie vom Scheidungsrichter. Im Jahr 2012 zählte das Statistische Bundesamt 179.147 Scheidungen und 349.352 neu Verwitwete. Insgesamt sind in Deutschland knapp sechs Millionen Menschen verwitwet.
Witwen, vor allem junge, kommen in unserer Gesellschaft öffentlich fast gar nicht vor. Es sei denn, sie sind prominent. Die Wahrnehmung endet nach der Beerdigung. Danach verschwinden sie in der Versenkung.
Witwen orten wir bewusst sowieso nur ab dem Alter 50 plus. Wenn es halt Zeit für den Opa ist, zu gehen."
(aus: Regine Schneider "Paul ist tot", 2014, S.11)

 
       
       
   

Kinderlose in der Debatte

FINKENWIRTH, Angelika (2015): Coach für ein Tabuthema.
Kinderlosigkeit: Franziska Ferber fand durch ihr persönliches Schicksal einen neuen Beruf: Die ehemalige CSU-Frau berät Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Resonanz ist groß,
in: ZEIT Online v. 26.06.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

BERTELSMANN-STIFTUNG (2015): Die Löhne in Deutschland steigen weiter – aber auch die Ungleichheit wächst,
in: Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung v. 25.06.

Die Simulationsstudie der neoliberalen Bertelsmann-Stiftung wird in vielen Medien unreflektiert aufgegriffen und auf verzerrende Schlagzeilen reduziert wie Gutverdienende, Singles und Kinderlose profitieren stärker vom Lohnplus als Geringverdiener und Alleinerziehende (Berliner Zeitung Online v. 25.06.2015). In der Pressemitteilung heißt es dagegen:

"Benachteiligt sind Geringverdiener, Sozial- und Dienstleistungsberufe und Haushalte mit Kindern".

Singles und Kinderlose können mit der Studie keineswegs adäquat erfasst werden, weil die Studie nur Haushalte ohne Kinder zu einem Stichtag erfasst statt Lebensläufe. Wer heute Single bzw. Kinderloser ist, der kann morgen bereits Mutter oder Familienvater sein. Den Studienautoren war dieser Umstand zwar bewusst, sie entschieden sich jedoch für ein anspruchloseres Studiendesign. Da nicht nach Alter und Geschlecht der Singles/Kinderlosen unterschieden wird, bleibt die Heterogenität der Haushalte unberücksichtigt, denn Singles/Kinderlose befinden sich auch unter den Geringverdienern und bei Beschäftigten in Sozial- und Dienstleistungsberufen.

Die Studie Lohneinkommensentwicklungen 2020 benutzt zudem eine Fortschreibung der Haushalte (2015, S.24), statt eine Fortschreibung der Haushalte der Arbeitnehmer wie es eine Studie zu Lohneinkommensentwicklungen verlangen würde. Zudem wird lediglich nach der Haushaltsgröße differenziert, aber nicht nach Alter und Geschlecht. Eine solche undifferenzierte Fortschreibung vernachlässigt die gravierenden Unterschiede bei den Einpersonenhaushalten, die im Gegensatz zu Familienhaushalten nicht vorwiegend Arbeitnehmer-, sondern vielfach Rentnerhaushalte sind. Die Außerachtlassung des Geschlechts vergrößert die Fehler, da das Alter im Einpersonenhaushalt weiblich ist.

Die Studienautoren berufen sich auf die Vorausberechnung der Privathaushalte des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2010. Dort wird die Veränderung der Einpersonenhaushalte beispielsweise in den alten Flächenländern von 2012 (11.991 Einpersonenhaushalte) auf 12.728 Einpersonenhaushalte im Jahr 2020 angegeben (2011, S.10). Dies entspricht einer Zunahme von 6,1 % wie sie in der Studie der Bertelsmann-Stiftung in der Tabelle 2 ausgewiesen wird (2015, S.24).

Bei der Untergliederung nach dem Alter werden vom Statistischen Bundesamt für die Vorausberechnung leider nur Zahlen für 60Jährige und Ältere angegeben (2011, S.25). In den 11.991 Einpersonenhaushalten der alten Flächenländer leben im Jahr 2012 immerhin 4.782 Ältere (ca. 39,9 %), die überwiegend Rentner sind und nicht mitgezählt werden dürften. Bis 2020 steigt dieser Anteil der Älteren immerhin um 4 %.

Allein durch diese verzerrte Fortschreibung der Haushalte können sich gravierende Fehleinschätzungen zur Lohnentwicklung der einzelnen Haushaltsgruppen ergeben. Wir haben es hier also in erster Linie mit einer Stimmungsmache gegen Kinderlose/Singles zu tun.  

 
       
   

Die Pflege in Deutschland in der Debatte

BIB (2015): Rund ein Drittel mehr Pflegebedürftige bis 2030.
Grafik des Monats,
in: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung v. 24.06.

Die Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) ist in sich nicht schlüssig, denn es werden uns einerseits Zahlen präsentiert, die "unter der Annahme konstanter alters- und geschlechtsspezifischer Pflegequoten errechnet" wurden, während uns andererseits erklärt wird, dass die "Menschen im Alter immer länger gesund sind". Ergo hätte mit abnehmenden alters- und geschlechtsspezifischen Pflegequoten gerechnet werden müssen. Vom BIB sollte man eigentlich Seriöseres erwarten können. Man kann sicher sein, dass dieser Unsinn nun auch in den so genannten Qualitätsmedien unbedarft weiter verbreitet wird.

 
       
   

Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme

DUDEL, Christian (2015): Demografischer Wandel und Vertikalisierung von Verwandtschaftsbeziehungen,
in: Wirtschaft und Statistik Nr.3

Der Aufsatz hält nicht was er verspricht. Es geht nicht um das Zusammenleben von mehreren Generationen, denn dazu wären Netzwerkforschungen notwendig, sondern der Autor versucht sich über altersspezifische Geburtenraten dem Phänomen zu nähern. Eine Vorausschätzung der Entwicklung ist jedoch höchst spekulativ, weswegen das Fazit des Autors sehr vage ist:

"Es lässt sich festhalten, dass die Ergebnisse der Vorausberechnung nicht darauf hindeuten, dass es zu einer weitergehenden Vertikalisierung kommt. Die exemplarisch vorgestellten Resultate zeigen, dass die geteilte Lebenszeit von Generationen in Zukunft nicht oder nur geringfügig zunehmen wird, während die Zahl der Nachfahren mittelfristig keine klare Entwicklungstendenz erkennen lässt, langfristig mit großer Unsicherheit behaftet ist und kaum abgeschätzt werden kann. Der in der Literatur vermutete Bedeutungszuwachs von Beziehungen zwischen den Generationen kann hierdurch zwar nicht ausgeschlossen werden, allerdings kann die demografische Entwicklung kaum als Begründung angeführt werden."

Inwiefern sich die Trends der Vergangenheit zu Erstgebäralter und Lebenserwartung fortsetzen und welchen Einfluss die gesellschaftliche Entwicklung (Arbeitsmarkt, räumliche Mobilität, Partnerwahlverhalten, Einkommensentwicklung usw.) auf das Zusammenleben der Generationen hat, das bestimmt die weitere Entwicklung entscheidend. Statt hochgradig spekulative Vorausberechnungen in vage Zukünfte zu unternehmen, wäre eine Untersuchung der Veränderung von Verwandtschaftsnetzwerken in den letzten 3 Jahrzehnten wesentlich aufschlussreicher gewesen.

Entscheidendes Manko des Ansatzes von DUDEL ist, dass die Betrachtung altersspezifische Geburtenziffer keinerlei Aufschluss über differentielle Entwicklungen innerhalb verschiedener sozialer Gruppen gibt. Bei gleichen altersspezifischer Geburtenziffern könnte es sein, dass einzelne sozialen Gruppen durch ganz unterschiedliche Kombinationen von Erstgebäralter und Lebenserwartung gekennzeichnet sein könnten. Eine Gruppe könnte durch die Abnahme des Erstgebäralters bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebenserwartung gekennzeichnet sein, während eine andere Gruppe wiederum durch steigendes Erstgebäralter und abnehmende Lebenserwartung charakterisiert sein könnte. Warum sollte nur die Kombination steigendes Erstgebäralter und steigende Lebenserwartung für unsere Gesellschaft charakteristisch sein? Was wenn die soziale Ungleichheit weiter zunimmt und sich dadurch die Verteilung der Merkmale ändert? Der Ansatz von DUDEL ist keineswegs in der Lage Aussagen über den zukünftigen demografischen Wandel zu machen. Er greift lediglich zwei Aspekte aus dem möglichen Spektrums des demografischen Wandels heraus, die heutzutage gerade in Mode sind. Wissenschaft sollte jedoch über den gegenwärtigen Zeitgeist hinaus denken. Das scheint aber nicht preiswürdig zu sein! 

 
       
   

Die Produktion von Lebensqualität in der Debatte

SCHWAHN, Florian & Norbert SCHWARZ (2015): Einkommenskonzepte zur Wohlfahrtsmessung: Soziale Sachleistungen - ein Einkommensbestandteil?
in: Wirtschaft und Statistik Nr.3

 
       
   

Das Ehegattensplitting in der Debatt

NIEJAHR, Elisabeth (2015): Rabäääh.
Eine Extrasteuer für Kinderlose macht unser Leben nicht besser,
in: Die ZEIT Nr.26 v. 25.06.

Robert ROßMANN hat in der SZ vom 20.06.2015 die Forderungen der Jungen Union nach einer Extrasteuer für Kinderlose in Umlauf gebracht, um der Umverteilung von unten nach oben, d.h. dem Familiensplitting, mehr Gehör zu verschaffen, denn eine Forderung nach einem Familiensplitting wäre kaum zur Kenntnis genommen worden. So aber kann man wie Elisabeth NIEJAHR sein Herz für Kinderlose entdecken und seinen eigenen politischen Standpunkt zur Familienpolitik ganz nebenbei auch noch einfließen lassen.

"Eine kinderfreundliche Gesellschaft, und eine solche wünsche ich uns allen, ist keine, die Kinderlose ausgrenzt. Ich sage laut und deutlich: Wenn wir ausgrenzen statt das Gewünschte zu fördern, stehen wir am Rande des Abgrunds unserer Gesellschaft",

heißt es vom Kinderwunsch-Coach Franziska FERBER zu diesem Thema und mehr ist dazu auch nicht mehr zu sagen.

 
       
   

Freundschaften in der Debatte

DAVIES, William (2015): In deinem Freundeskreis geht doch noch was!
Optimierung: Politik und Konzerne definieren soziale Kontakte neu. Freundschaften sollen nun bestimmten Zwecken dienen,
in: Freitag Nr.26 v. 25.06.

 
       
   

LIPPHARDT, Anna (2015): Der Nomade als Theoriefigur, empirische Anrufung und Lifestyle-Emblem,
Auf Spurensuche im Globalen Norden,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.26/27 v. 22.06.

 
       
   

Die Reurbanisierung in der Debatte

KALTENBRUNNER, Robert (2015): Im Lichte des Verborgenen.
Urbanes Wohnen: Widersprüche, vermeintliche Patentrezepte und reale Erfordernisse,
in: Telepolis v. 21.06.

Gibt es überhaupt eine Renaissance der Städte bzw. Reurbanisierung? Das hängt offenbar davon ab, was man darunter versteht:

"Erst aus der längerfristigen Analyse werden vollständige Bewertungen möglich. So konnten die deutschen Großstädte, vermeintlich Träger der Reurbanisierung, unlängst erst ihre Verluste an Bevölkerung und Beschäftigung ausgleichen, die sie seit 1980 erfahren haben. Trendwende ist etwas anderes. Die räumliche Ausdehnung der Kernstädte erweist sich als ein die Stadtentwicklung in Deutschland seit Jahrzehnten dominierender Trend, der auch in der jüngeren Vergangenheit ungebrochen anhält. Hingegen stellen die publizistisch gefeierten Stadtrückkehrer - einkommensstärkere Haushalte mit der Bereitschaft zur Eigentumsbildung - nach wie vor keine feste statistische Größe dar.
Eine Renaissance des innerstädtischen Wohnens auf breiter Front zu sehen, wäre wohl verfrüht. Zutreffender könnte man davon sprechen, dass der Trend zur Suburbanisierung schwächer geworden ist. Auch die räumlich differenzierte Betrachtung zeigt, dass eine neue Konjunktur des Stadtwohnens sich bislang nur an ausgewiesenen Orten zeigt. Insbesondere die Universitätsstädte und Städte in erfolgreichen Wirtschaftsregionen weisen ein deutliches Bevölkerungswachstum auf, vor allem bei der jungen Bevölkerung, die einen Wohnstandort nach ihrer jeweiligen Ausbildungsperspektive wählt. Aber auch eine Rückkehr mancher Suburbaniten in die Städte und eine mit der zunehmenden »Überalterung« der Wohnungsnachfrager verbundene Stadtaffinität von Senioren lässt sich ausmachen",

meint Robert KALTENBRUNNER. Nicht immer lässt sich dabei unterscheiden, was dabei Ideologie und was Empirie ist, wenn es z.B. heißt:

"Hingegen stellen die publizistisch gefeierten Stadtrückkehrer - einkommensstärkere Haushalte mit der Bereitschaft zur Eigentumsbildung - nach wie vor keine feste statistische Größe dar".

Auf dieser Website wird für diese Gruppe der Begriff "Family-Gentrifier" benutzt. Dass diese angeblich keine "feste statistische Größe" sind, könnte am falschen Maßstab liegen, denn war etwa der Yuppie in den 1980er Jahre eine "feste statistische Größe" oder eher ein wissenschaftliches Vorurteil der 68er? Zeigen sich Veränderungen nicht zuerst kleinräumig? Wer massenstatistische Belege einfordert, der gehört letztlich zur Arrieregarde, so wie z.B. Stefan HRADIL, der noch vom Single als Leitbild sprach als der Single bereits das Leidbild der Moderne war.     

 
       
   

Die Bild am Sonntag fragt, warum deutsche Frauen keine Kinder wollen und gibt 3 Antworten vor: Zu emanzipiert, zu feige. Oder sind die Männer schuld? Passend dazu titelt die Welt am Sonntag kompakt zu Deutschland: Schwulstes Land der Welt. Damit sind die beiden Feindbilder der Springer-Presse genannt: Feminismus und Homo-Ehe.

Angeblich hat Deutschland die niedrigste Geburtenrate der Welt. Angegeben werden jedoch keine Zahlen zur Geburtenrate, sondern ein Vergleich roher Geburtenziffern, bei denen auch z.B. 65jährige Großmütter mitgezählt werden. Zwar wurde vor kurzem eine 65Jährige Deutsche Mutter von Vierlingen - was jedoch auf breite Ablehnung stieß. Wenn man also schon Geburtenzahlen vergleicht, bei denen auch 100 jährige Frauen mitgezählt werden, dann sollte man endlich auch dafür plädieren, dass 100 jährige Frauen noch Kinder in die Welt setzen sollen. Alles andere wäre scheinheilig!

Im Interview der Bild am Sonntag findet die Familienministerin SCHWESIG einen ganz anderen Schuldigen: die deutsche Wirtschaft. Diese jammert uns zwar die Ohren voll, dass uns in 50 Jahren die Fachkräfte fehlen, während die Vereinbarkeit von Beruf und Familie lediglich in Sonntagsreden gefordert wird, dagegen wird in der betrieblichen Praxis das Gegenteil praktiziert.

Die Meldung zur angeblich weltweit niedrigsten Geburtenrate kam bereits Ende Mai von einem Wirtschaftsinstitut, das Probleme hat sich mediales Gehör zu verschaffen. Man kennt das von Hunden: je kleiner sie sind, desto lauter müssen sie kläffen. Und die Sensationspresse liebt schlechte Nachrichten zur Geburtenentwicklung. Auf Spiegel Online wird dagegen genauer erklärt wie die deutsche "Geburtenrate" so schlecht gerechnet wurde, dass wir auf dem letzten Platz landeten, den wir übrigens bereits Mitte der Nuller Jahre innehatten (was natürlich fast in der gesamten Presse verschwiegen wurde):

"Die überraschend schlechte Platzierung kommt zustande, weil die Forscher nicht die Zahl der Geburten pro Frau betrachten (auch in dieser Disziplin liegt Deutschland hinten, aber eben nicht ganz hinten), sondern die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner. (...).
In Deutschland, so die Studie, betrug in den Jahren 2009 bis 2013 die sogenannte Bruttogeburtenziffer 8,28 Geburten je 1000 Einwohner. Damit hat Deutschland die niedrigste Geburtenrate weltweit, noch hinter Japan mit einem Vergleichswert von 8,36. Auch in den Vorjahren 2004 bis 2008 belegte Deutschland den letzten Platz der Tabelle.
Nimmt man allerdings das Jahr 2013 allein als Grundlage, haben immerhin zwei Staaten niedrigere Bruttogeburtenziffern als Deutschland, nämlich Portugal und Japan, ferner auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong.
"

KRAUSE, Tilman (2015): Im Schwulsein sind wir Weltmeister.
Die Deutschen haben die Homosexualität nicht nur erfunden. Sie haben sie in alle Länder exportiert. Sogar Goethe und Schiller waren irgendwie schwul. Eine queere Erfolgsgeschichte,
in: Welt am Sonntag v. 21.06.

 
       
   
FRANKFURTER RUNDSCHAU-Serie: Loslassen... Liebe.
Letzter Teil der Serie in der FR

TIEDEMANN, Markus (2015): "Die Königsdisziplin der Liebe".
FR-Serie: Warum es sich lohnt, sich selbst, den Partner oder die Idee einer romantischen Liebe loszulassen,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.06.

WIDMANN, Arno (2015): "Wir trennen uns, hipp, hipp, hurra!"
FR-Serie: Zurückgelassen, entwertet, verächtlich gemacht: Die Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim über die Wunden am Ende der Liebe,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.06.

 
       
   

Schwangerschaft und Geburt in der Debatte

VILLA, Paula-Irene (2015): Geburt ohne Spuren.
These: Geburt findet heutzutage in einer spätmodernen Kultur der Angst statt. Deshalb soll auch das Unwägbare abgesichert sein: Überlegungen zum Zur-Welt-Bringen in der Gegenwart,
in: TAZ v. 20.06.

 
       
   

Der Zeitgeist in der Debatte

MAIER, Anja (2015): Wir sehen uns wieder.
Aufbruch: Eine Familie flieht 1945 aus dem Sudetenland. Zwei Brüder landen in der DDR, einer in der BRD. Einer empfindet sein Schicksal als gerechte Strafe. Der andere spürt bis heute den Verlust. Der dritte stirbt,
in: TAZ v. 20.06.

Am Weltflüchtlingstag ist in der taz heute Vertriebenentag. Seit Günter GRASS' Novelle Im Krebsgang wird auch in ex-linken bzw. neubürgerlichen Kreisen die Integration von Vertriebenen betrieben. In kosmopolitischer Sicht à la Ulrich BECK war Deutschland in den 1950er Jahren eine homogene Gesellschaft. Nach dieser Sicht zerbricht die Homogenität erst mit den Gastarbeitern. Dies übersieht jedoch die Konflikte dieser angeblich homogenen Gesellschaft, in der Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Spätheimkehrer, durchaus für immensen Konfliktstoff sorgten, der lediglich durch die damalige autoritäre Gesellschaftsordnung nicht die heute übliche Schärfe erreichte. Es wird Zeit diese kosmopolitischen Mythen zu zerstören. Das angeblich goldene Zeitalter der Ehe war nur an der Oberfläche golden, im Kern jedoch gärte es bereits. Die 1960er Jahre und die 68er waren keine Zäsur, sondern die Kehrseite der 1950er Jahre. 

 
       
   

Mark Terkessidis in der Debatte

JURT, Pascal (2015): "Es geht um die vielen Zwischenräume".
Gemeinsames: Kein Protest und überall Kollaborateure? Der Publizist und Migrationsforscher Mark Terkessidis entwirft eine positive Philosophie der Kollaboration,
in: TAZ v. 20.06.

"Das Problem mit dem Neoliberalismus ist, dass er seine Versprechen nicht einlöst. Seit 20 Jahren mindestens predigen uns die Politiker »Eigenverantwortung«, und die meisten Leute haben sich daran gehalten: Bildung, Karriere, Gesundheit, Altersvorsorge - da kümmern wir uns weitgehend allein drum. Aber während der Staat die Bürger zur Veränderung aufgefordert hat, durfte er selbst autoritär weitermachen."

schreibt der Poplinke Mark TERKESSIDES. Autoritärer Staat und Markt sind kein Gegensatz, sondern Neoliberalismus ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von autoritärem Staat und Markt. Zwangsindividualisierung ist der Preis, den viele dafür zahlen müssen.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

AUGUSTIN, Kersten (2015): "Migranten sind nicht teurer als Deutsche".
Migration: Wirtschaftsforscher Thomas Bauer über vermeintliche Belastungen, echte Chancen und realistische Zukunftsszenarien,
in: TAZ v. 19.06.

Bei der taz ist heute Weltflüchtlingstag, weshalb uns typische neoliberale Schlagzeilen à la Hans-Werner SINN präsentiert werden, nur dass es dort heißen würde: Migranten sind teurer als Deutsche.

 
       
   
JUNGLE WORLD-Thema: Wettlauf für Deutschland.
Mutterschaft und Demographie

SCHRUPP, Antje (2015): Hurra wir sterben aus.
Immer mehr Menschen geht es immer besser. Sie bleiben länger gesund und leben länger. Doch anstatt sich darüber zu freuen, lamentieren Politiker und Publizisten über das Aussterben der Deutschen. Schuld an der Misere seien verantwortungslose und spaßgeile Frauen, die dem Land kein Kind schenken wollen,
in: Jungle World Nr.25 v. 18.06.

MATTEONI, Federica (2015): Mutter, du Opfer.
Karriere, Mutterliebe, Kleinfamilie und Post-Baby-Body müssen gleichermaßen gut funktionieren. Frauen, die all das wollen, unterstützt der Staat,
in: Jungle World Nr.25 v. 18.06.

DIEH, Sarah (2015): Böse Frauen braucht das Land.
Kinderlosigkeit wird zu einem Frauenproblem stilisiert. Stattdessen ist sie eine gesamtgesellschaftlichen Frage,
in: Jungle World Nr.25 v. 18.06.

Sarah Diehl - Die Uhr, die nicht tickt

MATTEONI, Federica (2015): "Der deutsche Müttermythos hat gesiegt".
Bereits im Jahr 2001 analysierte Barbara Vinken, Professorin für Literaturwissenschaft und Romanistik an der Universität München, in ihrem Buch »Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos« die Ursprünge der Ideologie der Mütterlichkeit und deren gesellschaftliche Auswirkungen. Im Gespräch mit der Jungle World erläutert sie, warum sich nach 15 Jahren trotz einer staatsfeministischen Familienpolitik an bestimmten Frauen- und Mutterbildern kaum etwas geändert hat,
in: Jungle World Nr.25 v. 18.06.

 
       
   

Gender in der Debatte

SEEßLEN, Georg (2015): Kann Mann Feminist sein?
Schlagloch: Sie ist kompliziert, die Sache mit den Geschlechtern,
in: TAZ v. 17.06.

"Vollends kompliziert wird es beim sexuellen oder biopolitischen Feminismus. So einfach die Etablierung und Respektierung des sexuellen Selbstbestimmungsrechts und die Forderung nach einem gesellschaftlich garantierten Schutz gegen sexuelle Gewalt scheint, so kompliziert ist die Analyse von Bevölkerungspolitik, Reproduktionsmedizin oder Life Sciences. Denn von dort kommt noch einmal eine vollkommen neue Definition von Geschlecht als Sex und Gender, und möglicherweise entsteht dort auch das Phantasma einer Überwindung von Weiblichkeit durch Technologie. Und dann geht es noch um Begehren und Lust. Auch das ist so kompliziert, dass man es am liebsten im rein Subjektiven auflöst. Aber gewiss ist die Spaltung in Biopolitik und guten/schlechten Sex ein Trick der Entpolitisierung", meint Georg SEEßLEN.

 
       
   

Soziale Herkunft, Bildungsaufstiege und soziale Mobilität in der Debatte

SEEßLEN, Georg (2015): Die Ampel ist abgeschaltet.
No Ranking: Nachdem Soziologen und Historiker das CHE-Hochschulranking boykottierten, veröffentlichen sie Informationen zu ihren Studiengängen nun auf einer eigenen Plattform. Die Sortierung nach Farben fehlt, dafür erhalten Interessierte auch Infos zu Sonnentagen am Studienort,
in: TAZ v. 17.06.

 
       
   
AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE-Thema: Flucht und Asyl

BADE, Klaus J. (2015): Zur Karriere und Funktion abschätziger Begriffe in der deutschen Asylpolitik,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.25 v. 15.06.

"Eine List der Bevölkerungs- und Wirtschaftsgeschichte wird (...) darin liegen, dass das vermeintliche Paradies in der Mitte Europas unter dem Druck des demografischen Wandels im aufgeklärten Eigeninteresse schrittweise zu einem doppelten Kurswechsel gezwungen sein dürfte: einerseits in Richtung einer Öffnung weiterer regulärer Zuwanderungswege, andererseits in Richtung einer stärkeren und früheren Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt", meint Klaus J. BADE.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 01. - 14. Juni 2015
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 31. Mai 2017 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002