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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 06. - 09. Mai 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Sie wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die Felskanten schien.

Gegen Mittag glühte der Körper mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die Gischt und das Gesicht."
(aus: Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.)

 
 
     
 
SPIEGEL- Titelgeschichte: Wohin mit Oma?
Pflege-Notstand in Deutschland
Die Autoren vertreten die These von der überlasteten Sandwich-Generation:

"Meist sind die Töchter und Söhne zwischen 40 und 60 Jahre alt, wenn der Ernstfall eintritt. Die Jahrgänge 1945 bis 1965 werden zur Generation Pflege: Sie haben schon gut zu tun mit der Erziehung der Kinder, mit Job und dem Aufbau des eigenen Lebens und plötzlich müssen sie sich noch um die Eltern kümmern."

  • SCHREP, Bruno (2005): Der letzte Umzug.
    Angst, Abwehr, Misstrauen: Die Übersiedlung in ein Altersheim ist für viele Ältere die schmerzlichste Entscheidung ihres Lebens. Mit dem Verlust der eigenen vier Wände geht auch die Selbstbestimmung verloren,
    in: Spiegel Nr.19 v. 09.05.

     
 
  • BRUHNS, Annette & Horand KNAUP (2005): Anpassung an die Realität.
    Justizministerin Brigitte Zypries will das Unterhaltsrecht ändern. Ihr Ziel: Geschiedene sollen für sich selbst sorgen, ledige Alleinerziehende besser gestellt werden,
    in: Spiegel Nr.19 v. 09.05.

     
   
  • IW-Positionspapier "Alterssicherung im Drei-Generationenvertrag - Zur Berücksichtigung der Kindererziehung in der umlagefinanzierten Sozialversicherung"

Der Kölner Think Tank des Neoliberalismus hat ein Positionspapier von Jochen PIMPERTZ, Jahrgang 1965, veröffentlicht. Durch die Katholisierung des Sozialstaats soll die Umverteilung der Kosten sozialer Sicherungssysteme von Arbeitgebern auf Arbeitnehmer vorangetrieben werden. Die Arbeitnehmer - ob Eltern oder Kinderlose - sollen sich in Zukunft bekriegen, während die Arbeitgeber das Konfliktfeld derweil ohne Aufsehen durch die Hintertür verlassen. Das Erwachen wird schließlich erst später kommen. Dann nämlich, wenn die Eltern zu spüren bekommen, dass die vermeintlich Kinderlosen sie selber sein werden!

Wer den Sozialpopulisten glaubt, dass demnächst mindestens 30 % lebenslang Kinderloser die Rente von Eltern bezahlen werden, der darf sich genauso gelackmeiert fühlen wie jene, die Norbert BLÜMs "Die Rente ist sicher" mit "Die Rentenhöhe ist sicher" verwechselt haben. Der Teufel steckt wie immer im Kleingedruckten.

 Nach einer neuen BIB-Umfrage ist das Image von Kinderlosen so schlecht, dass 17 % der 18-65jährigen sie gerne abzocken würden. Sie übersehen jedoch, dass es auch in Zukunft viel weniger lebenslang Kinderlose geben wird. Die Folge: Rentenversicherungspflichtige Eltern werden auf Kosten anderer rentenversicherungspflichtiger Eltern herangezogen, während Arbeitgeber und nicht Zwangsversicherte außen vor bleiben.

Rente nach Kinderzahl - Der nicht erklärte Krieg gegen Singles 

SCHWENN, Kerstin (2005): Eichel muß Geld für die Rente zurücklegen.
Wachstumsschwäche erfordert vorgezogenen Bundeszuschuß. IW für Rente nach Kinderzahl,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.05.

SCHWENN, Kerstin (2005): Kein Strafabschlag,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.05.

 
       
 
     
 
     
 
Bestandsschutz für die 68er-Generation und hohe Sonderbeiträge für Kinderlose und die nachfolgenden Generationen? Nein!
     
 
  • MISIK, Robert (2005): Das sind doch keine Pappkameraden.
    Was kommt nach Rot-Grün? (1): Die Konservativen sind bei weitem nicht so aufgeklärt, wie sie sich gerne darstellen. Deshalb ist es nicht egal, wer regiert.
    Unsere Gesellschaften brauchen mehr Gleichheit. Daher brauchen sie Rot-Grün. Allerdings muss die Linke wieder streiten: für das gute Leben aller,

    in: TAZ v. 09.05.

     
 
Zynismus pur:

"Vielleicht geht es den Deutschen noch nicht schlecht genug für eine Umorientierung",

schwadronieren die Autoren und zitieren einen Major, der einen "Babyboom" bei US-Soldaten auf Krisenerlebnisse zurückführt:

"Wenn sie aus dem Krieg zurückkommen (...) erkennen Menschen, wie kostbar Leben ist".

Ansonsten zeichnet sich der Artikel durch unseriöse Darstellung von Studien zur Kinderlosigkeit (BIB-Studie sowie diverse Umfragen) aus, die mit Hinweis auf die Single-Titelgeschichte des Focus zum einen auf das Problem der Partnerlosigkeit verkürzt wird.

"Mehr als 70 Prozent der Kinderlosen sind laut Bib-Studie allein",

behaupten die Focus-Autoren. Verschwiegen wird jedoch, dass dort 18-65Jährige befragt wurden. Der Anteil der partnerlosen 25-45Jährigen, der hier relevant wäre, ist offensichtlich bei weitem nicht so hoch, dass er sich für die Focus-Ideologie eignet.

Zum anderen stehen kinderlose Paare am Pranger. Mit Hinweis auf das Buch Zeugungsstreik von Meike DINKLAGE erscheint der fortpflanzungsunwillige Mann als Opfer von Rechtssystem ("Zahlväter") und Emanzipation. Nach dieser Logik müsste man also die Karrierefrauen als Soldatinnen an die Front schicken...

Ganz anders bewertet dagegen der Familiensoziologe Hans BERTRAM im Gutachten Nachhaltige Familienpolitik die Kinderlosigkeit, denn nicht die hohe Kinderlosigkeit in Deutschland ist ausschlaggebend für den Geburtenrückgang, sondern der drastische Rückgang der Mehrkinderfamilie.

Außerdem erfordert eine Wissensgesellschaft einen höheren Anteil an Kinderlosen. Kinderlosigkeit einer Minderheit - und das sind lebenslang Kinderlose im Gegensatz zu Familien immer noch - ist in dieser Sicht kein Problem, sondern Ausdruck einer effizienten, sozial-differenzierten Gesellschaft.     

     
 
  • SCHMIDT, Harald (2005): Kinder,
    in: Focus Nr.19 v. 09.05.

    • Den Nachschlag zum Muttertag liefert Harald SCHMIDT: "Vor allem junge deutsche Männer haben ein schlaff ausgeprägtes Fertilitätsbewusstsein. Dabei könnten sie nach einem staatlich gewünschten Zeugungsakt ihr gewohntes Lotterleben weiterführen. Kümmern tut sich Mutti."
     
 

Schade, um das viele Papier! Zum Muttertag steht der kinderlose Mann am Pranger. Aber interessiert uns das? Preaching to the converted nennt man das, was die Mitte-Presse uns da liefert. Mütter und Väter in diesem Lande werden zustimmen, Kinderlose werden weiter blättern. Euer dümmliches Aussterben-Phantasma zieht bei uns nicht! Eure Statistiken sind nichts wert. Ihr könnt noch so viele Studien (lächerlich, was heute so alles als Studie daherkommt!) publizieren. Wir glauben Euch kein Wort. So lange die Bevölkerungsstatistik nicht in der Lage ist, die Kinderlosigkeit überhaupt einigermaßen genau zu bestimmen, taugen alle Euren Umfragen nichts. Werft sie in den Müll, dort gehören sie hin!

  • "Die Ursachen für das drastische Ansteigen der gewollten Kinderlosigkeit sind nicht in erster Linie Geldsorgen, Zukunftsängste und die schwere Vereinbarkeit von Karriere und Kinderei. Nein, es liegt am Single-Dasein. »Ich lebe allein und habe keinen festen Partner«. Das geben 83 Prozent der Twens und knapp 75 Prozent der 20- bis 39-Jährigen als Hauptgrund für die eigene Kinderlosigkeit an",

lesen wir bei Christiane PEITZ. Das sollen wir auch noch glauben? So viele Partnerlose gibt es unter den Alleinlebenden gar nicht! Ihr lügt Euch nur selbst an. Die Haushaltsstatistik täuscht über die Lebensverhältnisse hinweg. Hört endlich auf, uns Eure Single-Lügen aufzutischen.

Deutschland ist ein Familienland. Das anzuerkennen, ist das wahrhaft letzte Tabu in diesem Land, das sich so viel einbildet auf sein Anderssein.

  • SCHMERGAL, Cornelia & Heike VOWINKEL (2005): "Kinder sind Lebenssinn".
    Familienministerin Renate Schmidt über Muttertag, Männer zwischen Schreib- und Wickeltisch und die deutsche Gesellschaft, die sich ein Leben mit Nachwuchs abgewöhnt hat,
    in: Welt am Sonntag v. 08.05.

  • SCHMERGAL, Cornelia (2005): Männer im Zeugungsstreik,
    in: Welt am Sonntag v. 08.05.

Meike Dinklage - Zeugungsstreik 
  • PEITZ, Christiane (2005): Vater morgana.
    Nation ohne Kinder: Für immer mehr Deutsche ist die Familie das Wichtigste im Leben. Aber immer weniger gründen eine,
    in: Tagesspiegel v. 08.05.

     
 
  • CARL, Verena (2005): Wohnt ihr noch oder trennt ihr euch schon?
    Eine gemeinsame Wohnung kann beides sein: Der erste Schritt in Richtung Immer-und-ewig. Oder in Richtung Nie-mehr-wieder,
    in: Welt am Sonntag v. 08.05.

     
 
  • LEANDER, Karin (2005): Der Fruchtbarkeitsfalle entkommen.
    Kinder? Später vielleicht, oder lieber doch nie... Wer ist schuld? Junge Frauen? Eine Studie belegt das weitverbreitete Ideal der Kinderlosigkeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.05.

Karin LEANDER referiert noch einmal den familienpolitischen Diskurs der letzten Monate und Jahre mit BIB-Studie, dem Gutachten von Hans BERTRAM der DIW-Studie von Christian SCHMITT, dem Spiegel-Titel ("Der letzte Deutsche", 2004), Literatur von Herwig BIRG ("Die demographische Zeitenwende", 2001), Gabriele GÖBEL ("Kinder oder Karriere - Lebensentwürfe junger Akademikerinnen und ihr persönlichen Netzwerke" 1997), Bärbel KERBER ("Die Babyfalle", 2003), Susanne REINHRADT ("FrauenLeben ohne Kinder", 2003), Jeanne SAFER ("Kinderlos glücklich") und nicht zuletzt die Kontroverse um Land-Mütter (Laer) und Stadt-Mütter (Prenzlauer Berg).
Das neue Tabuthema - Gewollte Kinderlosigkeit in Deutschland
     
 
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2005): Die zwölf größten Irrtümer über Mütter.
    Alle Jahre wieder: Muttertag! Was soll man ihr schenken, was könnte sie freuen - vielleicht die Abschaffung dieser Klischees?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.05.

     
 
  • BOURMEAU, Sylvain (2005): Aufgetaucht in Andalusien.
    Michel Houellebecq ist wieder da. Nach drei Jahren spricht er wieder: Über Mercedes-Fahren, das Ende der Religionen und seinen neuen Roman,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.05.

Sylvain BORMEAU schreibt u.a. über Michel HOUELLEBECQs neuen Roman "La possiblité d'une ile" (Die Möglichkeit einer Insel), der im Herbst in Frankreich und fast zeitgleich in Deutschland erscheint:

"Seit anderthalb Jahren wohnt er in Spanien, in der Nähe von Almería. Vor wenigen Wochen hat er dort seinen vierten Roman (...) fertiggeschrieben. Alle dachten immer, er wohne an der Westküste Irlands (...). Aber in Wahrheit war er am anderen Ende des Kontinents, in Andalusien, und blickte hinüber nach Afrika."

     
 
     
 
  • VOGEL, Evelyn (2005): Alles auf Anfang.
    Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet (11).
    Mädchen, Mutter, Großmutter: Ab 40 stehen Frauen heute so viele Rollen offen wie noch nie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.05.

In der SZ, dem Publikationsorgan Frühvergreister, wird wieder einmal über den angeblichen Jugendwahn gejammert, und zwar diesmal von einer Journalistin, die offenbar wenig Ahnung hat von dem, worüber sie schreibt!

Wer wissen möchte, welche Märchen VOGEL uns erzählt, der sollte den Links im Text folgen. Single-generation.de stellt den journalistischen Fiktionen die statistischen Fakten oder alternative Sichtweisen gegenüber.

Die Frau um die 40 war bereits im Jahr 1984 auf dem Cover des Spiegels. Seit damals lässt sich ein neokonservativer Rückschritt feststellen:

"Dank des medizinischen Fortschritts haben erstmals Frauen um die Vierzig die Chance, sich noch für ein erstes Kind zu entscheiden. Denn die typischen Risiken der Spätgebärenden können durch Vorsorge gemindert werden.
      
  Und die Frauen sind nicht mehr unbedingt darauf angewiesen, zum Kind auch den Vater vorzuzeigen. Die Diskriminierung lediger Mütter hält sich in Grenzen. Eine privilegierte Minderheit gutverdienender Frauen ist nicht einmal auf das weitere finanzielle Engagement des Erzeugers angewiesen.
      
  (...).
Nicht zufällig präsentieren sich Busenstars um die Vierzig, wie Ursula Andress und Claudia Cardinale, als begeisterte später Mütter mit einem Baby auf dem Arm,"

schreibt Marion SCHREIBER im Spiegel vom 26.11.1984. Vom damaligen Optimismus über die Vorzüge des Spätgebärens und des Alleinerziehens ist bei VOGEL nichts mehr übrig geblieben. Sie beklagt vielmehr, dass Frauen nicht mehr dem Normallebenslauf der 1960er und 1970er Jahre folgen. Stattdessen stehen ihnen drei Optionen offen:

"Die traditionellen H&M-Lebensbaupläne (Hausfrau und Mutter), denen eine 40-Jährige noch bis in die sechziger und siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verpflichtet war, gelten nicht mehr. (...).
      
  Der spezifisch weibliche Weg durch dieses Generationen-Crossing stellt sich bei der forty plus des Jahres 2005 als geradezu himmlische Dreifaltigkeit dar. Sie kann Mädchen, Mutter oder Großmutter sein, und sie kann zwischen diesen Rollen wechseln: ein multiples Wesen.
      
  Wenn sie eine kinderlose Karrierefrau mit loser partnerschaftlicher Bindung ist, also ein typischer shink (single high income, no kids), dann schlägt sie sich die wenigen freien Abende und Wochenenden mit Freizeitvergnügen um die Ohren, lebt wie eine 20-Jährige. Und keine gesellschaftliche Sanktion kann sie zwingen, die Bevölkerungszahlen durch Nachwuchs anzuheben. Aus der »alten Jungfer« von einst ist längst die emanzipierte Frau geworden, die den Regeln des Patriarchats einen eigenen Lebensentwurf entgegensetzt, abseits der Mutterrolle. Diese kann sie, wenn sie alle Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin ausschöpft, auch noch mit 50 oder 60 Jahren übernehmen.
      
  Andererseits werden heute ganz bewusst immer mehr Frauen um die 40 zu Erstgebärenden. Sie haben ihre Mädchen-Phase ausgekostet und gelten in der Mutterphase als abgeklärt und belastbar. Typischerweise ziehen sie sich nur kurz aus dem Berufsleben zurück und setzen ihre Multitasking-Fähigkeiten als Hausfrau, Mutter und berufstätige Frau voll ein. Gesamtgesellschaftlich gesehen sind sie das Non-plus-ultra. Sie heben die Geburtenrate, wirken der Überalterung entgegen und steigern das Bruttosozialprodukt gleich in mehrfacher Hinsicht: als Arbeitnehmerin und als Arbeitgeberin (für Tagesmutter und Putzfrau, denn wie sonst sollte sie wohl in diesem Wahnsinn überleben?). Dabei spielt es für ihren persönlichen Status kaum eine Rolle, ob sie in einer traditionellen Bindung oder einer Patchwork-Familie lebt. Und die Zahlen alleinerziehender Mütter deuten an: Sie kommt auch ganz gut ohne Partner aus.
      
  Die dritte Vertreterin der himmlischen Dreifaltigkeit ist schließlich die 40-jährige Frau, die im Alter von etwa 20 Jahren Kinder bekommen hat. Sie macht nach traditionellen Musterbiographien zwar eine altersgemäße Erfahrung, nach den Lebensplanungen des 21. Jahrhunderts entspricht dieses Grandma-Feeling jedoch eher der Perspektive einer 60-Jährigen. Und davon fühlt sich die forty plus doch Lichtjahre entfernt! Selbst als biologische Großmutter kann sie problemlos noch einmal durchstarten und ihre, durch die Kinder eingeschränkte Jugendphase zwischen 20 und 30 auf allen Ebenen neu erleben. Durch die hohe Trennungsrate in dieser Altersgruppe sind die Single-Zahlen enorm gestiegen. Jeder fünfte bis sechste forty plus-Mann lebt allein; bei den Frauen sind es jede Zehnte bis Zwölfte. Es kann also in Sachen Beziehung von vorne losgehen. – Nur, warum pflegen dennoch so viele Frauen in diesem Alter das Alleinsein?"

VOGELs Perspektive auf die Frau um die 40 wird gespeist von der bevölkerungspolitischen Debatte, die von familienfundamentalistischen Hardlinern wie Herwig BIRG geprägt wird. Deren Ideal ist die "Deutsche Mutter", ein Mythos, der angesichts des angeblichen Aussterbens der Deutschen zur neuen Grundfigur einer postpostmodernen Gesellschaft werden soll. Wer sich diesem vormodernen Diktat nicht unterwerfen möchte, der soll ausgegrenzt werden, notfalls mit Sanktionen. Die Szenarien der bevölkerungspolitischen Hardliner sind jedoch alles andere als stichhaltig. Ihre Glaubwürdigkeit beruht jedoch auf solch unseriösen Gesellschaftsdarstellungen wie sie VOGEL hier liefert. Deren Kern ist die Single-Lüge. Ach ja, natürlich werden die neocon-zeitgeistigen Thesen von VOGEL eher durch Claudius SEIDLs Buch schöne junge Welt gestützt als von Desiree NICKs Buch Gibt es ein Leben nach Vierzig?.

     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
  • Eva Illouz - Der Konsum der Romantik

    • ADRIAN, Michael (2005): Wir sind hyper-rationale Narren.
      Emotionen im Kapitalismus: Bei den Frankfurter Adorno-Vorlesungen las die Soziologin und Anthropologin Eva Illouz der Liebe und den Liebenden ganz gehörig die Leviten,
      in: Frankfurter Rundschau v. 06.05.

     
 
  • STUHR, Mathias (2005): Wasserträger.
    Linksbündig. Die Debatte um Armut trägt nur bis zum nächsten Lidl,
    in: Freitag Nr.18 v. 06.05.

     
 
  • LIEB, Wolfgang (2005): Das Aprilmärchen von McKinsey und ZDF.
    Wie man Volkes Meinung ins Gegenteil verkehrt.
    "Mehr sozialen Ausgleich" fordern die Deutschen in einer großen Umfrage - über ein klares Bekenntnis zu Reformen wird berichtet,
    in: Freitag Nr.18 v. 06.05.

     
 
  • Podiumsdiskussion "Hitlers williges Volk - Raub und nationaler Sozialismus" im Frankfurter IG Farben-Haus am 03.05.2005

    • FR (2005): Massenbestechung als integrative Kraft.
      Die Historiker Götz Aly, Hans-Ulrich Wehler, Hans Mommsen und Micha Brumlik diskutieren über Alys Buch "Hitlers Volksstaat",
      in: Frankfurter Rundschau v. 06.05.

Götz Aly - Hitlers Volksstaat
  • WIDMANN, Arno (2005): Da gibt es diesen Unterton.
    In Frankfurt stritten Götz Aly und Hans-Ulrich Wehler über "Hitlers Volksstaat",
    in: Berliner Zeitung v. 06.05.

  • WITTSTOCK, Uwe (2005): Der Historiker Götz Aly im Disput mit seinen Kritikern in Frankfurt am Main,
    in: Welt v. 06.05.

     
   

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Zu den News vom  01. - 05. Mai 2005

 
 
   
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