Bis in die sechziger Jahre kannten Stadtforscher nur das Konzept des Speckgürtels. Das Stadtzentrum war das Revier der Armen, Alten, Arbeitslosen und Ausländer.
Aber als Frauen begannen zu arbeiten, wurde das Haus mit Garten oft eingetauscht gegen die kleinere Wohnung in der Stadt, die näher am Arbeitsplatz lag. Und auch Singles, von denen es mit den Jahrzehnten immer mehr gab, wählten als Wohnort eher die Stadtmitte als deren Randgebiete.
Dadurch wurden Häuser, die in früheren Problemvierteln standen, für Investoren wertvoll. Bei einigen Vermietern und Hausbesitzern erwacht an diesem Punkt der Geschäftssinn: Neue Mieter würden ein Vielfaches von dem zahlen, was im Mietvertrag der Altmieter steht.
Und so beginnt der zweite Schritt der Gentrifizierung: die Verdrängung. Der Austausch von statusniedrigen Bevölkerungsgruppen durch statushohe, wie Soziologen es nennen