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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News 01.-07.Dezember 2003
News 16.- 30.November 2003
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News 21.-31. Januar 2003
News 11.-20. Januar 2003
News 01.-10. Januar 2003

25.-31.Dezember 2002
16.-24.Dezember 2002
01.-15.Dezember 2002
23.-30.November 2002
16.-22.November 2002
01.-15.November 2002
16.-31. Oktober 2002
01.-15. Oktober 2002
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01.-15. Juli 2002
15.-30. Juni 2002
01.-15. Juni 2002
16.-31. Mai 2002
01.-15. Mai 2002
16.-30. April 2002
01.-15. April 2002
 
       
   
Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 17. - 31. Dezember 2003

 
       
     
     
     
       
   

Zitat des Monats:

"KLEINFAMILIENNEID: Bei 35-jährigen Singles weit verbreitete Neigung, Familien zu beneiden und doch noch über eine Kind nachzudenken. Die eigene Familie soll dann aber bitte so stylish sein wie bei den Beckhams. Windelwechsel und Krach wird beim Beneiden nicht bedacht." (S.97)
...
"SINGLENEID: Bei
Kleinfamilien und festen Paaren besonders ab Mitte 30 verbreiteter Neid auf Singles. Dabei handelt es sich um eine Vorstellung von singles, die mehr mit der TV-Serie
»Sex and the City« als mit der Realität zu tun hat. (S.155)
(aus: Volker Marquardt "Das Wissen der 35-Jährigen")

 
       
       
   
  • TAZ-DOSSIER: 2004? Bloß keine Angst!
    Die Agenda 2010 trifft vor allem die Armen und Arbeitslosen. Doch Zukunftsängste machen sich auch in der Mittelschicht breit. Warum wollen wir uns eigentlich immer so sicher sein?

Das neue linke Establishment verteidigt die Agenda 2010. Die Regierungs-taz sagt ihren Lesern, warum sie gefälligst zufrieden sein sollen. Der ehemalige Maoist und jetzige Berater der Versicherungsindustrie, François EWALD, plädiert - keineswegs überraschend - für die private Vorsorge.

Ulrike WINKELMANN erklärt, dass sich jene, die es besonders hart trifft und die deshalb ums Überleben kämpfen müssen, gar nicht wehren können. Wer sich gegen den Sozialabbau wehrt, der lebt also auf jeden Fall verkehrt. Nach dieser bestechenden Logik ist kein Protest mehr legitimierbar! Endlich dürfen wir wieder UNTERTANEN sein. Mehr muss man zu diesem Dossier wirklich nicht mehr schreiben...  

 
   
  • KLEIN, Michael (2003): Halali auf Nachwuchsverweigerer.
    Der Staat subventioniert das Kinderkriegen - und erreicht das Gegenteil des Erhofften,
    in: Welt v. 30.12.

    • Michael KLEIN, der eine Agentur für Nachrichten aus den Sozialwissenschaften betreibt, ist leider bezüglich der Geburtenrate von Frauen der Generation Ally nicht auf dem aktuellen Stand. Statt der von Jürgen DORBRITZ bereits 2001 errechneten 27 % (und sehr wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Zahl von Spätgebärenden noch zu hoch geschätzt) für die 1965 Geborenen werden von ihm "mindestens" 33 % ausgewiesen.

      Bei den Vergünstigungen für Familien greift KLEIN auf die Daten von Astrid ROSENSCHON zurück, die hier auf single-generation.de bereits vor einiger Zeit vorgestellt worden sind. KLEIN sorgt sich vor allem um das "down-breeding", das durch finanzielle Anreize gefördert wird:

      "diejenigen, die sich fortpflanzen (...) (gehören) nicht" unbedingt zur geistigen Elite ihrer Gesellschaft".

      Mit diesem Argument hat die derzeitige Familienministerin Renate SCHMIDT schon vor Jahren ihre Politik für die Mütterelite begründet und sich damit gegen die Erhöhung des Kindergeldes und für die Förderung der Kinderbetreuung ausgesprochen. Mit Verweis auf den Volkswirt Norbert BERTHOLD erklärt KLEIN, dass die Sicherheit der zukünftigen Renten nicht in erster Linie von einem Baby-Boom abhängt, sondern von Erwerbstätigen, die Beiträge zahlen, statt als Arbeitslose die Sozialkassen zusätzlich zu belasten.

 
   
  • FR-MAGAZIN: Liebe - Spezial

    • PONTZEN, Daniel (2003): sieben auf einen streich.
      Speed-Dating: In knapp einer Stunde lernen sieben weibliche Singles sieben männliche kennen - und entscheiden nach kurzem Gespräch: Zweites Treffen oder nicht? Ein Selbstversuch,
      in: Frankfurter Rundschau v. 27.12.

 
   
  • KAPPUS, Monika (2003): Unemanzipiert,
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.12.

Monika KAPPUS kritisiert an der Bestrafung von kinderlosen Frauen, die Ulla SCHMIDT in der Berliner Zeitung gefordert hat, dass die Gründe der Bestrafung nicht richtig hergeleitet werden:

"Nur wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig für Männer und Frauen verbessert (...) kann laut über Umschichtungen räsonieren. Ansonsten sendet er ein rückwärts gewandtes Signal: Liebe potenzielle Mütter, bei uns lohnt sich das Daheimbleiben, bestraft wird die Frau, die auf Kinder verzichtet - warum, ist egal."

 
   
Matthias ANDREAE berichtet über den stadtsoziologischen Ansatz von Anna SCHÖNE: "»Inwieweit lässt eine Stadt eine bestimmte Szene zu? Und inwieweit nimmt eine Szene die Gegebenheiten einer Stadt auf und entwickelt auch aus dem Ideellen, das wir mit einer Stadt verbinden, einen bestimmten Stil? Die Analyse der Szene als urbaner Akteur stellt bisher ein soziologisches Defizit dar.« Viel zu lange, glaubt sie, ist Subkultur als bloße Gegenkultur verstanden worden. »Das Spezifische an der Subkultur ist, dass sie das, was unsere Kultur ausmacht, bewusst macht, ausdrückt und in Begriffe und einen Stil bringt.«
Ihr Forschungsfeld umschreibt sie als »alternative Technoszene«. Anders als auf der Love Parade handele es hierbei nicht um eine bloße Freizeitkultur, sondern um einen Lebensstil. Schöne sieht in ihm zahlreiche Parallelen zur Hippiekultur.
"
Dienstleistungsmetropole Berlin - Die Hauptstadt der Singles?
 
   
  • DOMSCH, Sebastian (2003): Die Kundenflüsterer.
    Wie der einsame Kritiker seinen Elfenbeinturm verlässt: Bei Amazon wird mit der Kundenrezension der Kunstrichter durch Volkes Stimme ersetzt und ganz nebenbei die Literaturkritik demokratisiert,
    in: TAZ v. 27.12.

 
     
   
  • Ingo Niermann - Minusvisionen

    • SUNDERMEIER, Jörg (2003): Schöne Untergänge.
      Das also war Mitte: In seinem Buch "Minusvisionen" porträtiert der Schriftsteller Ingo Niermann die Gescheiterten der New-Economy-Blase. Sie wissen immer noch, wie man eine Geschichte verkauft - und sei es die des eigenen Untergangs. Wie man ein Unternehmen führt, wissen sie immer noch nicht,
      in: TAZ v. 27.12.

 
     
   
  • SEESSLEN, Georg (2003): Damit man sieht, wie gut man es doch hat.
    Zur Typologie des Weihnachtsfilms - vom Identitätsdrama der Nikoläuse bis zum Weihnachtshasserfilm,
    in: Berliner Zeitung v. 24.12.

 
   
  • HARTWIG, Ina/MÄRZ, Ursula/MICHALZIK, Peter/NUTT, Harry/SCHLÜTER, Christian/THOMAS, Christian (2003): Wozu Weihnachten?
    Am Heiligen Abend erzählt sich die Familie eine Geschichte der Familie. Christmas uncut - Ein Feuilleton-Gespräch über Eltern, Kinder, Glaube und Schuld,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.

Weihnachten ist - glaubt man den Zeitungen - für Singles kein Fest der Freude. Aber Single ist nicht gleich Single und Weihnachten kann durchaus unterschiedlich erlebt werden, je nachdem, ob jemand Kinderloser, Elternloser oder Alleinwohnender (meist fälschlich als Alleinlebender bezeichnet) ist. Das FR-Gespräch zeigt eine - wenn auch eingeschränkte - Palette der Sichtweisen:

"Für mich gibt es keinen anderen Tag, an dem sich die Menschheit so deutlich in zwei Klassen teilt, nämlich in die Kinderlosen und die Eltern. Die Kategorien bekommen an diesem Tag eine starke Evidenz und Triftigkeit. - Man darf die Kategorie der Elternlosen nicht vergessen. Meine Eltern sind beide im vorletzten Jahr gestorben. An dem letzten Weihnachten, das ich mit ihnen verlebt habe, waren sie schon Pflegefälle. Das war in meinem Leben das wichtigste Weihnachten, das ich erlebt habe. Im letzten Jahr bin ich dann zum ersten Mal nicht zu meinen Eltern gefahren. Ich habe es zuvor immer gemacht und verflucht. Jetzt bin ich in der Situation, für andere Weihnachten zu erfinden. Keine Eltern mehr zu haben, ist dasselbe, wie keine Kinder zu haben. - Meine Erfahrung war, dass sich ganz profan die Weihnachtsordnung ändert, wenn ein Elternteil stirbt. Es werden Fragen nach dem Wo aufgeworfen. Solange mein Vater lebte, war es keine Frage dass mein Bruder und ich mit Familie oder ohne nach Hause zum Fest fuhren. Seit einigen Jahren aber ist die ganze Familie eine Art Wanderzirkus, der nie so recht weiß, wo man das Fest verbringen soll. - Ich habe vor ungefähr 10 Jahren damit gebrochen. Ich fahre nicht mehr zu meinen Eltern. Ich empfinde Weihnachten als das Fest der Schuldgefühle. Man kann sich diesen Schuldgefühlen aber selbst dann nicht entziehen, wenn man nicht mit den Eltern zusammen ist. Die Schuldgefühle sind so massiv, dass sie alle restreligiösen Gefühle komplett überdecken. - Die Schuldgefühle deinen Eltern gegenüber? - Ja. Man hat sie auch, wenn man dort ist und es unerträglich findet, dort zu sein. - Was ist denn die Schuld, die du auf dich lädst? - Jemanden allein zu lassen. - Weihnachten stellt die Frage nach der Einsamkeit. Ich habe für dieses Jahr fünf Leute eingeladen. Die sind zwischen 50 und 60 und leben allein. Als ich nur eine geringe Bemerkung fallen ließ, sie könnten am 24. bei mir vorbeikommen, schnappten die sofort zu. Ich merkte, ich greife da in eine tiefe Einsamkeit. - An Weihnachten wird die Wo-Frage gestellt, ganz im Sinne der christlichen Weihnachtsgeschichte. Wo kommen wir her. Ich will das gar nicht denunzieren, aber es ist durch die bürgerliche Kleinfamilie kurzgeschlossen worden, dass da die Wo-Frage gestellt wird. - Es gibt eine Ortsfrage, aber es gibt auch die Frage, wo dieses Weihnachten im Inneren ist."

 
   
  • BRÄNDLE, Stefan (2003): Der Partner, der mit dem Einkaufskorb kommt.
    Das Pariser Kaufhaus Galéries Lafayette lockt bindungswillige Singles zum Kennenlern-Shoppen und steigert damit seinen Umsatz,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.

 
     
     
     
     
   
  • LIEBS, Holger (2003): Alle Jahre, schon wieder.
    Immer an Weihnachten wächst die Sehnsucht nach einer heiligen Ersatzfamilie - von der Jugendclique bis zur utopischen Kommune,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.12.

"Die Teenie-Clique ist (...) nur die pubertäre Vorstufe älterer und ausgereifterer Gegenmodelle zur Keimzelle des Staates, zu künstlichen Ersatzfamilien und Alternativgemeinschaften mit Patchwork-Struktur, Bürgerschreck-Ästhetik, kollektiver Zivilisationsflucht und eingebautem Glücks- und Erlebnisversprechen", lautet die Behauptung, die Holger LIEBS artikellang zu untermauern versucht.
 
   
  • PIPER, Nikolaus (2003): Die Moral der Reform,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.12.

Nikolaus PIPER denkt öffentlich darüber nach, wie der Sozialabbau besser vermarktet werden kann. Da Sparen und Kürzen aber wahrlich wenig motiviert, soll deshalb von Freiheitsgewinnen durch Sozialabbau geredet werden.
 
   
  • WAGNER, Gert G. (2003): Ihr Kinderlein kommet.
    Familienpolitik ist sinnvoll - aber sie wäre besser, wenn sie mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Mütter nähme,
    in: Tagesspiegel v. 24.12.

 
   
  • RIFKIN, Jeremy (2003): Arbeitskraft des Menschen ohne Zukunft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.12.

 
   
  • STATISTISCHES LANDESAMT (2003): Baden-Württemberg einziges Bundesland mit Geburtenplus.
    Rund 4 500 mehr Geborene als Gestorbene im Jahre 2002 - In Deutschland bereits seit 1972 mehr Sterbefälle als Geborene,
    in: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg v. 23.12.

 
   
  • SCHWARTZ, Claudia (2003): Liebling Kreuzberg.
    Revival des Szene-Quartiers im einstigen Westberlin,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 22.12.

"Der Lausitzer Platz ist ein unwegsamer Ort, ein tristes urbanes Niemandsland mit wuchtiger Kirche, eingezwängt zwischen Parkplätzen, Hochbahn und vierspuriger Strasse. In den Wintermonaten, wenn der letzte Rest Wiese noch brauner ist als sonst, wird der Platz vollends zum Berliner Klassiker. Dann genügt ein kurzer Regenguss, um erdigen Untergrund und Hundedreck in unansehnlichen Schlamm zu verwandeln. Dort, wo früher die Autonomen Barrikaden errichteten und darauf im «Pink Panther» ein Bier tranken, werben heute Cocktailbars mit «alkfreien» Getränken. Letzthin hat hier Herr Lehmann einen knurrenden Hund, der ihm in der Morgendämmerung den Nachhauseweg versperrte, mit Whisky mundtot gemacht. Seither zieht der Ort die Leute in Scharen an. Sie wandeln «Auf den Spuren von Herrn Lehmann», auf der Führung zum Film zum Kultbuch von Sven Regener. So etwas gibt es nur in Berlin", schreibt Claudia SCHWARZT in ihrem Bericht über das altneue Szene-Quartier Kreuzberg.

 
     
   
  • MARGUIER, Alexander (2003): "Jetzt seid mal nicht so ängstlich."
    Reinhard Marx, Autor des umstrittenen Sozialpapiers der Bischofskonferenz, über Sparpolitik und die Schamhaftigkeit der Christen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.12.

Kritische Fragen Fehlanzeige! MARX darf sich und die Zustimmung der Kirche zum Sozialabbau im besten Lichte präsentieren. Die Kirche wird sich aus jenen Bereichen zurückziehen, die vom Staat nicht mehr ordentlich subventioniert werden  (sozial-caritatives Engagement) und sich jenen Bereichen zuwenden, die zukünftig mehr staatliche Zuschüsse versprechen (Kindergärten).
 
     
   
  • ESPING-ANDERSEN, Gösta (2003): Aus reichen Kindern werden reiche Eltern.
    Vorschläge, wie die Politik dem Phänomen der sozialen Vererbung entgegensteuern kann,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.12.

 
     
     
     
     
   
  • HERMANN, Judith (2003): Rheinfall von Schaffhausen.
    Vom seltenen Glück des gemeinsamen Wartens,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.12.

 
     
   
  • FR (2003): Ein Single.
    Nullsummenspiel Gesundheit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

"Der Werbetexter Jens B. ist ein überzeugter Single. Mit 40 000 Euro im Jahr verdient der 32-Jährige recht ordentlich. Das Erbe seines Großvaters hat er in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, die jährlich 1500 Euro abwerfen. Auch sonst lebt Jens B. nicht schlecht: Urlaube sind ebenso drin wie ein Auto, mit dem er täglich zehn Kilometer in die Agentur fährt. Der Sportfreak muss selten zum Arzt. Ein Laster hat er: In der Hektik der Arbeit pafft er täglich ein Päckchen Zigaretten,"

so sieht der typische Single der FR aus, die in ihrem Tagesthema fragt Was bringen die Reformen?. Mit der Realität in Deutschland hat dieser Single wenig zu tun, dafür umso mehr mit sozialpopulistischen Stereotypen. Tatsächlich sind überzeugte Yuppies unter den Alleinlebenden eine Minderheit. Gerade bei den alleinlebenden Männern ist die Spaltung in wenige Gutverdienende und viele Geringverdienende belegt (siehe HRADIL). Alleinlebende Frauen verdienen dagegen im Durchschnitt besser als die Männer.

 
   
  • DÖRING, Diether (2003): Sozialstaat und Arbeit - Chancen einer Beziehung.
    Bei einer durchgreifenden Strukturreform sollten Beschäftigungs-, Bildungs- und Elternfreundlichkeit im Vordergrund stehen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

 
   
  • FÜLBERTH, Georg (2003): Die Arbeitslosen sind die Verlierer,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

Georg FÜLBERTH über den Reformkompromiss: "Wer keinen Job hat, trotz eines Aufschwungs auch keinen bekommt und von staatlichen Transferleistungen leben muss, zahlt keine direkten Steuern, hat deshalb nichts von deren Senkung und muss jetzt schon mit Verschlechterungen rechnen. Da haben wir die hauptsächlichenVerlierer.
Es heißt, die Änderungen seien nur der Anfang. Das kann nur für diejenigen eine gute Nachricht sein, die die eingeschlagene Richtung grundsätzlich für richtig halten."
 
   
  • LÜHRMANN, Anna (2003): Gerecht ist, was Zukunft schafft.
    Die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses gehen in die richtige Richtung, springen aber zu kurz: Bildung und Forschung müssen im Sinne der Generationengerechtigkeit eindeutige Priorität erhalten,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

 
   
  • MOLL, Sebastian (2003): Urbane Rituale.
    Weihnachtseinkäufe in New York - von Traditionskaufhäusern, Brand-Boutiquen und Müllraum,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

Bei Trendsettern wie dem Architekten Rem KOHLHAAS ist Individualisierung out: "Der Zyniker Rem Kohlhaas bleibt gegenüber gekaufter Individualität grundsätzlich skeptisch. Der Prada-Laden in SoHo, den er gestaltet hat, zeigt sich in dieser Saison ganz im Stil nordkoreanischer Uniformität. Von den Wänden winken kleine Mädchen mit Parteifahnen, und die Schaufensterpuppen sind militärisch in Reih und Glied aufgestellt. Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre verschiedenen Prada-Outfits. Doch weit auffälliger als ihre Kostüme ist ihre Gleichheit."
 
   
  • WAGNER, Richard (2003): Unbehagen an der Ordnung.
    Partizipation und Subversion: Der Untergrund ist ein Teil des Labels, gegen das man sich wehrt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

Subversion ist derzeit der Hoffnungsträger einer Elite im Wartestand. Im Kursbuch Die 30-jährigen hat Ijoma MANGOLD bereits eine Lanze dafür gebrochen. Jetzt beschäftigt sich der Schriftsteller Richard WAGNER mit dem Thema:

"Zum Ausdruck kommt der Wille des Einzelnen in der reglementierten Welt. Er macht sich bemerkbar, indem er sich die Regeln aneignet, sie aber auch umdeutet, durch Bootlegging oder durch eine Rezension bei Amazon. Das Verhalten des Einzelnen bleibt ambivalent. Will man klare Verhältnisse schaffen, zerstört man den Zauber des Unangepassten. Das zeigt die zunehmende Vereinnahmung von Attac durch die klassische Linke oder die Idee, Napster durch einen Konzern zu betreiben.
Entscheidend bleibt der Transfer ins Virtuelle. Dies ermöglicht eine ästhetische Dimension, das Sichtbare kann offen zelebriert werden. Die postmoderne Demokratie lebt durch ihr Formbewusstsein. Ihr Raum ist weitgehend ästhetisiert. Man kann auf ein Firmenschild mit dem Namen Soupkultur stoßen. Es handelt sich dabei um eine Suppenküche, in einer Seitenstraße des Ku'damms. Unter diesen Umständen tritt die Kulturwissenschaft an die Stelle der Soziologie. Der Link ersetzt die Statistik, die Hierarchie der Kommunikation wird durch die Vernetzung ständig unterlaufen.
"

 
   
  • ANSELM, Sigrun (2003): Durch das Nadelöhr.
    Von den Mühen der Arbeit - ein historischer Streifzug,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.12.

 
     
   
  • THIE, Hans (2003): Skalpell, bitte.
    Deutschland vor dem Kollaps. Wenn diese Diagnose richtig ist, sollten wir jedes Tabu brechen und kein einziges Privileg gelten lassen,
    in: Freitag Nr.52 v. 19.12.

Was den aufstrebenden Bürgern einmal der Adel war, das ist den aufstrebenden Nicht-Eliten heute die Elite der Mitte: "Während wir im Hamsterrad immer schneller treten sollen, bleibt das deutsche Establishment an seinem Platz: Fett, unbeweglich und verkalkt."
 
   
  • SCHMIDT, Kathrin (2003): Mit dem roten Buch ins Bett.
    Schröder-Bibel. Die "agenda 2010" als Leseerlebnis,
    in: Freitag Nr.52 v. 19.12.

Vielleicht kann man der Regierungs-Werbebroschüre "agenda 2010" nur gerecht nehmen, wenn man sie so liest, als ob es sich um den Quelle- oder den Ikea-Katalog handeln würde. Der Unterschied ist nur, dass im Katalog die Kosten auf Heller und Pfennig benannt werden, während die Kosten der Agenda erst dann sichtbar werden, wenn die Ware nicht mehr umgetauscht werden kann.
 
     
   
"Opa Schowski" - wie ihn einmal ein Journalist auf den Punkt brachte - hat geforscht und geforscht. Seit 1980 belästigt uns der Sozialpädagoge mit seinen fragwürdigen Predigten zur Single-Spezies. Im Netz hat der HTML-"Papst" Rainer MÜNZ ein paar Stimmen von "Nerds" zu Horst W. OPASCHOWSKIs Ansichten über die angebliche Kommunikations- und Bindungslosigkeit der Internet-Nutzer gesammelt.

Nicht Empirie steht am Anfang, sondern eine normative Singledefinition, die bereits die Lösung beinhaltet, für die sie das Problem erst schafft. Das hat sich natürlich bis heute nicht geändert, geändert hat sich jedoch das gesellschaftliche Klima und plötzlich ist Opa Showski endlich dort, wo er schon immer war. Zur Studie selbst, wurde bereits alles gesagt.

Über den privaten Generationenfrieden und den politischen Nutzen von Generationenkriegen erfährt man bei OPASCHOWSKI nichts. Den privaten Generationenfrieden hat bereits vor längerem Marc SZYDLIK empirisch erforscht. Nicht Sozialpädagogik, sondern das Problem der Erbengeneration steht dabei im Mittelpunkt.

Während also innerhalb der Familie die Generationen - im Regelfall - friedlich miteinander umgehen (ausgenommen ist da die Zeit der pubertären Anwandlungen), herrscht für die Zeit, in der Sozialreformen anstehen, der Generationenkrieg. Der Krieg der Generationen ist also Lobbyismus in Reinkultur.

Im Gegensatz zu manchen Demokratiefeinden, die Lobbyismus als das Böse an sich ansehen, ist Lobbyismus ein notwendiger Bestandteil unserer demokratischen Kultur. Das Problem beim Lobbyismus ist nur, dass er nicht Gegenstand der öffentlichen Kultur ist und nicht alle Interessen gleichermaßen organisierbar sind. Daran ist unsere Presse nicht ganz unschuldig!

  • KOGELBOOM, Esther (2003): Von wegen Krieg: Generationen leben in Frieden.
    Eine neue Studie widerlegt den Trend zur sozialen Spaltung,
    in: Tagesspiegel v. 18.12.

  • KNA (2003): Familie als Altersvorsorge.
    Umfrage zu sozialen Bindungen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.12.

  • LÄS (2003): "Billig und barmherzig.
    Umfrage: Familie und Freunde sind wichtigste Altersvorsorge,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.12.

  • WULF, Gesine (2003): Die Familie als Retterin der Sozialsysteme.
    BAT-Studie findet keinen Generationenkonflikt, aber neuen Generationenpakt als tragende Säule der Gesellschaft,
    in: TAZ v. 18.12.

 
   
Rainer ROTH weist darauf hin, dass zum Thema Rentenreform noch längst nicht das letzte Wort gesprochen ist:

"Im Frühjahr steht zunächst die »Rentenreform« an, durch die das Rentenniveau über die nächsten Jahrzehnte um ein Drittel gesenkt werden soll. Viele der beschlossenen Maßnahmen greifen erst zu Jahresbeginn 2005. Den meisten Betroffenen wird dann erst klar werden, was das tatsächlich bedeutet."

 
     
     
   
  • Leander Haußmann - Herr Lehmann

    • KNORR, Wolfram (2003): "Wir frönten dem dadaistischen Sein".
      2003 war das Jahr der "Ostalgie". Regisseur Leander Haussmann war der Erste, der die Westler auf ein Leben in der DDR neidisch machte,
      in: Weltwoche Nr.51 v. 18.12.

 
   
  • BENINI, Sandro & Julian SCHÜTT (2003): "Ich werde rot, das verrät schon alles".
    Judith Hermann, 33, ist Schriftstellerin und lebt in Berlin. Sie habe grosse Angst gehabt vor ihrem zweiten Buch. Sie habe gewusst, wie kritisch Zweitlinge nach einem gefeierten Erstling aufgenommen würden. Ihr gehe es in jeder Geschichte nur um einen Augenblick, und der könne auf zwanzig oder dreissig Seiten erzählt werden. Sie möge die Offenheit, die Ratlosigkeit, die am Ende einer Erzählung bleibe.
    in: Weltwoche Nr.51 v. 18.12.

 
   
  • FUCHS, Oliver (2003): Generation Bankrott.
    Vereint im Leid: Die 30-Jährigen als Gemeinschaft wider Willen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.12.

"Wir 30-Jährigen gelten seit zehn Jahren als Trendgeneration, und haben doch die ganze Zeit nie gewusst, was das sein soll, eine „Generation“, und wie sich das anfühlt: Teil davon zu sein. Jetzt, da die Wirtschaft am Boden liegt und der Sozialstaat aus dem letzten Loch pfeift, wird dieser Haufen aus atomisierten, höchst individualistischen Individuen zum ersten Mal als Verbund sichtbar. Das Band, das die 30-Jährigen verbindet, besteht aus Angst: Verarmungsangst. Es scheint, als ob es uns nun gemeinsam an den Kragen geht. Der neueste Trend heißt: Keine Kohle",

behauptet Oliver FUCHS. War das Slackertum der Generation X noch "ein Mittelklasse-Zeitvertreib (...), ein Kokettieren mit dem Elend", so sieht FUCHS jetzt die Stunde der Wahrheit kommen:

"Der typische 30-Jährige (...) besteht auf sozialer Ungleichheit, auf Glamour-Differenzen, ihm liegt daran, ein Coolness-Gefälle aufrecht zu erhalten. Und so kämpften die 30-Jährigen lieber untereinander um kulturelles und tatsächliches Kapital, der Krieg gegen die Vorgänger-Generation blieb aus. Erst die große Wirtschaftskrise hat diesem Bürgerkrieg ein Ende bereitet. Im Moment sieht es wirklich ganz danach aus, als ob aus diesem Haufen atomisierter, höchst individualistischer Individuen doch noch eine Generation mit echtem Zusammenhalt entstehen würde, eine Solidargemeinschaft der Leidensgeprüften. Ein Lied zur Lage gibt es auch schon. Es stammt ironischerweise von einem Techno-Schönling, (früher hätte man gesagt: Popper), von Christian Kreuz, und der singt: »Erst wenn wir alle pleite sind, sind wir nicht mehr allein«."

Einer der Mythen unserer Gesellschaft heißt, dass Armut die Solidarität  bzw. den Zusammenhang fördert. Das Credo der neoliberalen Sozialstaatsgegner stimmt mit dieser Sicht des "Uns geht es noch zu gut!" überein. Oliver FUCHS und "seine" Generation, sind jedoch Angehörige der Elite, d.h. ihre Möglichkeiten die Krise zu bewältigen, sind ungleich besser als es beim Rest der Gesellschaft der Fall ist. Auf alle Fälle deutet sich jedoch das Ende des Individualisierungsglaubens ab. In letzter Zeit geht es nicht mehr so sehr um Distinktionsgewinne, sondern um Klassenunterschiede. Typisch für das neue Paradigma ist der Kursbuch-Beitrag von Kerstin GRETHER:

"Es lohnt sich (...) gerade im Umgang mit Kindern aus der gebildeten Mittelschicht, einen schärferen Ton anzuschlagen. Kommt ja nicht jeder aus einer Familie, in der das Herumschreien einen ganz eigenen Wert hatte.
Ich versuche jetzt (...) ihm den seltsamen, neoliberalistischen Boheme-Lebensstil, zu dem ich mich schon in frühester Jugend gezwungen sah, zu erklären. (...).
»Du willst mir jetzt erzählen, daß du seit 15 Jahren am Existenzminimum lebst? Das glaub ich nicht. Du hast doch schließlich für die Spex gearbeitet.«
Ach, ja, richtig, ich vergaß, ich habe ja an der heiligen Schrift mitgeschrieben! Die Spex, die Bibel für die Gebildeten, die so tun, als ob sie Slacker wären. Die Bibel für den Studenten der höheren Wissenschaft, der noch nicht genug an den Unterschieden in der Gesellschaft leidet und deshalb - um Unterschiede abzuschaffen - laufend neue erfinden muß. (...).
Und so erkläre ich mal wieder meine ganz individuelle, ökonomische Ausgangslage: »Nach der Scheidung meiner Eltern verabschiedete sich mit meinem Vater auch das Geld, Haus und Garten von uns. Aus Stolz und Angst verzichtete meine Mutter auf Unterhalt und arbeitete lieber in einem schlechtbezahlten, typischen Frauenberuf. Alleinerziehende Mütter sind halt eine Klasse für sich. Freiheit macht nämlich wirklich arm. (...). Ich fing dann an, selber für Platten und Bücher und Konzertbesuche zu sorgen und gründete zusammen mit meiner Schwester ein Musikfanzine. (...). Und seitdem halt immer die Kultursachen umsonst, und schon seit 15 Jahren auf jeder Gästeliste, aber nie wissen, wovon die Telefonrechnung, den Computer, die Möbel, das Leben bezahlen.«
»Ja«, sagt der Freund: »Mach uns nur fertig, du coole Sau. Seit 15 Jahren keinen Eintritt mehr bezahlt, aber hier rumjammern.«
Er hat wieder nichts verstanden. Ich habe es ihm wohl nicht drastisch genug geschildert. Es ist eben schöner, über die Unterschiede auf SST-Platten zur reden als über Armut".

Bei GRETHER blitzt dieses neue Paradigma nur an bestimmten Stellen auf, ansonsten dominiert das Distinktionsschema und GRETHER erzählt vom Slacker- und Girlietum und dem dazugehörigen popkulturellen Universum. Hinter diesem Universum verbirgt sich jedoch nicht mehr das ästhetische Nichts, sondern der Versuch, die eigene Lage und popkulturelle Trends in Einklang zu bringen.

Die Rückkehr der Klassengesellschaft  fängt zu allererst im eigenen Kopf an. Wenn GRETHER davon schreibt, dass alleinerziehende Mütter fast ein Klasse für sich seien, dann deutet sich damit an, dass die neuen Klassenkämpfe auch zwischen Lebensstilgruppen ausgetragen werden.  

 
   
  • ORZESSEK, Arno (2003): Porsche, Penis, Prostata.
    Steve Jones und Wolfgang Schmale erkunden den Mann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.12.

"Etwas Biogenetik, aber nicht zu viel; etwas Reflexion, aber nicht zu ernst; etwas Lifestyle, aber nicht zu dick. So schreibt Jones ein Buch, das gut in die Liegezeit zwischen Weihnachten und Neujahr passt, wenn man zu Höherem nicht fähig, aber das Fernsehprogramm erniedrigend ist", meint Arno ORZESSEK zu jenem Buch, das Frank SCHIRRMACHER als Aufmacher diente. Ein halbes Jahr lang konnte er damit die Feuilleton-Debatten über das Auslaufmodell Mann bestreiten und dem Spiegel sogar eine Titelgeschichte aufzwingen.
 
   
  • ASSHEUER, Thomas (2003): Leben auf eigene Rechnung.
    Politiker träumen vom freien Individuum, das dem Sozialstaat nicht länger zur Last fällt und seine Daseinsrisiken selbst bezahlt. Doch das Lob dieser Freiheit klingt wie ein neuer Zwang. Warum eigentlich?
    in: Die ZEIT Nr.52 v. 17.12.

Thomas ASSHEUER lässt zuerst die rechte und linke Wohlfahrtsstaatkritik - mit ihrem Pathos von der Regierung der Freiheit - Revue passieren. Danach widmet er sich der Gouvernementalitätskritik, die im Anschluss an Michel FOUCAULT den Neoliberalismus als Regierungstechnik beschreibt, die auf Selbsttechniken beruht. Zum Abschluss widmet sich ASSHEUER dem Vorbild der Neoliberalen:

"Seltsam ist auch die Empfehlung, man möge den Blick auf die Vereinigten Staaten richten und sich die amerikanische Gesellschaft zum Vorbild nehmen. Denn der Charme der amerikanischen Freiheit steckt überall, aber gewiss nicht im System seiner Sozialversicherung. Es gibt nämlich gar keine. Die Armutsentwicklung nähert sich den frühen siebziger Jahren an, und selbst konservative Beobachter sehen einen kapitalistischen Neofeudalismus heraufziehen, in dem sich der Staat aller sozialen Verpflichtungen entledigt und barmherzige Großkonzerne je nach Gusto und aus schlechtem Gewissen eine steuerabzugsfähige Suppenküche für die Ärmsten der Armen aufstellen.
(...).
Sowohl die krasse soziale Ungleichheit wie auch der Einfluss der Großkonzerne auf die Bush-Regierung, so fürchtet der amerikanische Publizist
Kevin Philipps, unterhöhlten die Grundlagen der Demokratie und weckten dunkle Erinnerungen an die »Zeit der großen Gummi-, Eisenbahn-, Stahl- und Öl-Barone. Es ist schon bemerkenswert, wie sich Wahlkampfspenden, Großkapital und Gesetzgebung vermischen.« Kevin Philipps ist nicht irgendwer. Er war spin doctor von Ronald Reagan und berät heute Bushs Republikanische Partei.
Es gibt also Grund genug, mit dem Pathos der Freiheit sparsam umzugehen und sie nicht dafür zu missbrauchen, staatliche Funktionszwänge kosmetisch schönzureden oder die Wähler über das Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft hinwegzutäuschen. Wer nach »Freiheit« vom Sozialstaat ruft, der sollte darüber Auskunft geben, wie eine freie Gesellschaft aussieht, die ihre Mitglieder nicht demütigt, die ihre Chancen und ihren Reichtum gerecht verteilt und dafür Sorge trägt, dass sich die Menschen nicht als Almosenempfänger oder Bittsteller, sondern als Bürger begegnen. Mit gleichen sozialen Rechten.
"

 
     
   
  • JASNER, Carsten (2003): Was für ein Glück.
    Vor lauter Reformen könnte man es fast vergessen: Politik soll hauptsächlich möglichst viele Menschen möglichst glücklich machen. Geld ist dabei bekanntlich nur bedingt hilfreich. Ein Gespräch mit dem Glücksberater David Halpern,
    in: Die ZEIT Nr.52 v. 17.12.

In Zeiten knapper Kasse lautet die Parole: Reichtum ist nicht alles. Dies sind die Zeiten der Glückspropheten wie David HALPERN. Lebensqualität ist dann keine Frage des Lebensstandards oder der optimalen Versorgung, sondern des subjektiven Glücks. Glück ist machbar, Herr Nachbar! Die Sozialtechniker des Glücks übersehen jedoch, dass Glück eine subjektive, individualistische Kategorie ist und nicht herstellbar wie eine Infrastruktur, auch wenn Glückspillen Vorstellungen einer Schönen Neuen Welt nahe legen. In der Weltwoche vom 11.12.2003 hat sich der Schweizer Ökonom Mathias BINSWANGER ebenfalls dem Phänomen Glück gewidmet.
 
   

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Zu den News vom 08. - 16. Dezember  2003

 
       
   
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