[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 07.-14. Dezember 2015
News 01.-06. Dezember 2015
News 09.-30. November 2015
News 01.-08. November 2015
News 16.-31. Oktober 2015
News 01.-15. Oktober 2015
News 08.-30. September 2015
News 01.-07. September 2015
News 24.-31. August 2015
News 09.-23. August 2015
News 01.-08. August 2015
News 15.-31. Juli 2015
News 01.-14. Juli 2015
News 15.-30. Juni 2015
News 01.-14. Juni 2015
News 08.-31. Mai 2015
News 01.-07. Mai 2015
News 11.-30. April 2015
News 01.-10. April 2015
News 09.- 31. März 2015
News 01.- 08. März 2015
News 01.-28. Februar 2015
News 17.-31. Januar 2015
News 01.-16. Januar 2015
News 15.-31. Dezember 2014

News 07.-14. Dezember 2014
News 01.-06. Dezember 2014
News 14.-30. November 2014
News 01.-13. November 2014
News 22.-31. Oktober 2014
News 17.-21. Oktober 2014
News 08.-16. Oktober 2014
News 01.-07. Oktober 2014
News 20.-30. September 2014
News 01.-19. September 2014
News 17.-31. August 2014
News 08.-16. August 2014
News 01.-07. August 2014
News 11.-31. Juli 2014
News 01.-10. Juli 2014
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 15. - 31. Dezember 2015

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Ambivalenz der Einsamkeit

"Einsamkeit ist - anders als das schlichte Alleinsein - zunächst ein innerer Gefühlszustand, der uns dann überkommt, wenn wir ganz auf uns selbst gestellt sind. Ob dieser Zustand als leidvolle Vereinsamung empfunden wird oder gar als Chance der Reifung und des Unabhängigwerdens von sozialen Normen und Zwängen, ist dabei gar nicht ausgemacht - und hängt vom individuellen Erfahrungshintergrund dessen ab, der da einsam ist."
(Martin Hecht "Zum Glück allein", Psychologie Heute, November 2015)

 
       
       
   

SZ (2015): Ideen, die bleiben.
Blickt man auf das Jahr zurück, erinnert man sich an Menschen und Ereignisse. Was aber Bestand hat, sind Ideen. Die Auswahl, die wir jedes Jahr treffen, ist kein Kanon für die Ewigkeit. Unser Denken haben sie in diesem Jahr jedoch schon verändert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.12.

 
       
   

RÖTZER, Florian (2015): Optimiertes Dating im Jahr 2040.
Virtuelle Realität, Gen- und Verhaltensabgleich, Steuerung durch KI: Wie sich die Datingbranche die Zukunft der Partnersuche vorstellt,
in: Telepolis v. 30.12.

 
       
   

Einsamkeit - Vom Alleinsein in der paar- und familienorientierten Gesellschaft

UHLMANN, Berit (2015): Allein.
Das Gefühl der Einsamkeit hat viele Menschen nicht nur zum Jahreswechsel fest im Griff. Woher aber rührt diese starke Emotion - und kann sie wirklich ansteckend sein?
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.

Berit UHLMANN beschreibt Einsamkeit als selbstverschuldetes Phänomen, denn Einsamen fehle die Wiedereingliederungsmotivation (reaffilation motive). Dazu zitiert sie den Psychosomatiker Karl-Heinz LADWIG, der die vorhandenen Senioren-Programme für ältere Einsame ausreichend hält.

"Wenn überhaupt etwas gebraucht wird, dann mehr Motivation, diese Möglichkeiten auch anzunehmen",

fügt UHLMANN dem hinzu.

 
       
   

HAMPEL, Lea & Pia RATZESBERGER (2015): Mein Haus, meine Hüte, mein Zelt.
Durch die zahlreichen Geflüchteten entsteht mehr Druck auf dem Immobilienmarkt in Deutschland. Unternehmer, Künstler und Architekten finden darauf ungewöhnliche Antworten - von denen langfristig alle profitieren können,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.

Während sich die Oberschicht und die obere Mittelschicht protzige Konzertsäle bauen lässt (Musik macht Städte schöner), macht sie dafür der restlichen Bevölkerung Flüchtlinge als Druckmittel für eine neue Wohnungsbaupolitik schmackhaft. Denn Befriedigungsaufschub, einst eine Tugend der Aufsteigergesellschaft, wird in der heutigen Absteigergesellschaft von einer Mittelschichttugend zum Langfristprojekt der Verlierer stilisiert. 

 
       
   

NIEWELO, Gianna (2015): The Dorf.
Früher musste man nach New York ziehen, wenn man die Welt erleben wollte, zumindest aber nach Saarbrücken. Nur nicht auf dem Land bleiben. Heute ist auch die Provinz irgendwie chic. Wie konnte das passieren?
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.12.

Nachdem das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung forderte, dem langsamen Sterben der stadtfernen Dörfer in Deutschland ein schnelleres Ende zu bereiten, weil deren Infrastruktur unrentabel sei, hat nun zumindest rhetorisch eine Gegenbewegung zur Ehrenrettung des Dorfes eingesetzt:

"Provinz - das Klischee verbindet mit dem Begriff Kleinstädte und Dörfer, die überaltern und veröden. Mit gottverlassenen Straßen, Industriebrachen, Ärztemangel. Es verbindet damit Orte, aus denen gerade die Jüngeren fliehen. (...).
Aber Provinz, das meint eben auch die Summe der Gegenden, in denen mehr als 55 Millionen Deutsche leben: auf dem Land, oder zumindest abseits der Metropolen. Die Zeitschrift für Ideengeschichte widmete sich vor ein paar Monaten gleich auf 120 Seiten dem Thema, sie forderte ein »Recht auf Dorf«. Soziologen holen in Streitschriften zur Ehrenrettung aus. Sie verweisen darauf, dass Dörfer wie Kleinstädte ihren Mief verloren hätten und heute die meisten der Vorzüge böten, die früher der Großstadt vorbehalten waren",

schreibt Gianna NIEWELO. Warum jetzt? Es ist weniger das Dorf als die Kleinstadt, dem die Ehrenrettung gilt. Die in der Flüchtlingskrise überforderten Städte brauchen die Provinz zur Entlastung:

"In der öffentlichen Wahrnehmung sind es die Städte, die sich um Flüchtlinge kümmern (...).
Dabei sind langfristig vor allem auch die kleineren Kommunen gefordert, weil dort Wohnraum vorhanden und bezahlbar ist. In Rheinland-Pfalz nehmen die Landkreise etwa drei von vier Asylbewerbern auf, auch in Baden-Württemberg überwiegt die Unterbringung in Orten wie Weingarten oder Rottenburg. (...) Die Provinz entlastet die Städte."

NIEWELO zitiert den Humangeografen Gerhard HENKEL, um den Unterschied zwischen dem statistischen Begriff "ländlicher Raum" und Provinz zu verdeutlichen:

"Denn während die Bezeichnung »ländliche Räume« eine statistische Größe ist - weniger als 150 Menschen leben auf einem Quadratkilometer -, ist der Provinz-Begriff für jeden frei interpretierbar. Für den Berliner ist Düsseldorf Provinz, in Düsseldorf schaut man auf Trier herab. Von wirklich dünn besiedelten Regionen wie dem Bayerischen Wald, dem Allgäu oder dem Hunsrück ganz zu schweigen."

Es ist noch nicht lange her, da wurde in der SZ die Abschaffung der Pendler-Pauschale gefordert, damit die Menschen vermehrt in die Städte ziehen. Die Stadtflucht der (besserverdienenden) jungen Familien sollte rückgängig gemacht werden. Reurbanisierung wurde begrüßt. Jetzt - im Zeichen der Flüchtlingskrise entdeckt man das Land. Warum nicht schon als der demografische Wandel die Zukunft der Dörfer bedrohte? Warum wurde nicht gegen die Zentralisierung der Arbeitsplätze in den Ballungsräumen politisch vorgegangen? Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland sollte im Zeichen der Demografiepolitik ausgehebelt werden. Nun also besinnt man sich wieder des ländlichen Raums, nachdem das Leben in der Stadt zum Albtraum zu werden droht.

 
       
   

STEINFELD, Thomas (2015): Brückenkopf des Nationalismus.
Der Zugverkehr zwischen Dänemark und Schweden ist eingeschränkt, an der Grenze wird wieder kontrolliert - die Öresundbrücke ist vom Symbol der Vereinigung zum Symbol der Krise Europas geworden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.

 
   
WELT AM SONNTAG-Titelgeschichte: Mathematik der Liebe.
Das schönste Gefühl der Welt ist für Forscher kein Mysterium, sondern lässt sich durch Formeln exakt vorhersagen - und auch die Wahrscheinlichkeit einer Affäre

JIMÉNEZ, Fanny (2015): Lieben nach Zahlen.
John Gottman ist ein rechnender Romantiker. Seit mehr als 40 Jahren packt der Mathematiker und Psychologe alle Erkenntnisse über die Liebe in Formeln. Er kann so die Zukunft von Partnerschaften exakt vorhersagen – und die Wahrscheinlichkeit von Affären,
in: Welt am Sonntag v. 27.12.

 
       
   

WELTER, Patrik (2015): Wir schaffen was?
Es ist besser, eine Mauer um den Wohlfahrtsstaat zu bauen als um das ganze Land,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 27.12.

Patrik WELTER unterscheidet gute Einwanderung (Immigration in den Arbeitsmarkt) und schlechte Einwanderung (Immigration in den Sozialstaat). Einwanderer helfen zudem die Gewerkschaftsmacht einzudämmen. Einheimischen Besserverdienenden hilft die Einwanderung, weil sie von deren billigen Dienstleistungen profitieren, während einheimische Geringverdienende Verdrängung bzw. schlechtere Arbeitsbedingungen fürchten müssen. Vorbildlich sei der illegale Einwanderer, denn er bekomme keine Sozialleistungen, weshalb WELTER fordert die Sozialleistungen für Einwanderer fünf Jahre lang auszusetzen

 
       
   

MECK, Georg & Bettina WEIGUNY (2015): Disruption, Baby, Disruption!
Eine gute Idee zerlegt ganze Branchen. Das Wort dafür heißt Disruption. Daran können sich Manager besoffen reden,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 27.12.

"Disruptiver Wandel" wird von der FAZ auf den Index der verbotenen Wörter gesetzt, zuvor wird noch von Georg MECK & Bettina WEIGUNY das Aufkommen des Wortes "Disruption" vor 20 Jahren, die Bedeutung (Schöpferische Zerstörung) und der Niedergang (selbst der dümmste Manager spricht bereits darüber) beschrieben.

Anfang der Jahrtausendwende wurde bereits das Wort "Spaßgesellschaft" von der FAZ auf den Index der verbotenen Wörter gesetzt (23.01.2003). Der Zeitpunkt, zu dem dies geschieht, hat offenbar mit Bedeutungsverschiebungen und damit verbundenem Verlust der Definitionsmacht zu tun. Schließlich bedeutet "disruptiver Wandel" inzwischen, dass die Print-FAZ von der Digitalisierung der Medien hingeweggeschwemmt wird, also nichts was den Redakteuren der FAZ passt...

 
   
KÖLNER STADT-ANZEIGER-MAGAZIN-Thema: Einsame Spitze.
An Festtagen wird Alleinsein oft als schmerzvoll empfunden - Vielleicht kann man ihm aber auch etwas Gutes abgewinnen

FLOSS, Julia (2015): Urlaub von den Anderen.
Einsamkeit ist Angst und Luxus zugleich - Ein Versuch, ein ambivalentes Gefühl zu erklären,
in: Kölner Stadt-Anzeiger Magazin v. 24.12.

Julia FLOSS beschreibt die Freuden des Alleinseins aus der Sicht eines introvertierten Menschen, aber auch die Gefahren:

"Einsamkeit (ist) nicht ungefährlich. Auch für introvertierte Menschen. Die Grenzen zwischen dem bewussten, gewollten Alleinsein, welches jederzeit beendet werden kann und der ungewollten, brachialen Einsamkeit sind fließend. Wer sich ständig zurückzieht, Verabredungen absagt, Freundschaften einschlafen lässt, der wird eines Tages die Augen öffnen und feststellen, dass da wirklich niemand mehr ist. Und das hat dann nichts mehr mit Selbstfindung (...) zu tun, sondern (mit) Depression. Die Autorin Anja Rützel beschrieb diese Erkenntnis in ihrem wunderbaren Text »Einzelfall«."

 
       
   

UHLMANN, Steffen (2015): Ruhestand, bloß nicht.
Die Senioren sind fitter denn je. Sie fürchten den Müßiggang und wollen lieber berufstätig sein. Doch die meisten bleiben zur Rente verdammt. Dabei gehört Arbeiten zum guten Leben, auch im Alter,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.12.

Steffen UHLMANN beschreibt die Sichtweise der oberen Mittelschicht, während die restliche Arbeitnehmerbevölkerung - anders wie diese Spaßarbeiter der oberen Mittelschicht - angesichts der miserablen Arbeitsbedingungen für Ältere, den Ruhestand vorzieht, wenn es finanziell und rechtlich möglich ist. Die von Eliten und Wirtschaft gescholtene "Rente ab 63", die - im Gegensatz zum medialen Geschrei - nur wenige in Anspruch nehmen können, wird keine Trendwende beim Renteneintritt herbeiführen. Angesichts der durch die Rentengesetzgebung der letzten Jahrzehnte vorprogrammierten Altersarmut, wird der freiwillig vollzogene frühe Renteneintritt zum Privileg, während der späte Renteneintritt zum Zwang wird. Rosige Aussichten verspricht dagegen UHLMANN:

"weitgehend befreit von Karriere, Selbstoptimierung und Konkurrenz können sich die aktiven Alten den Luxus erlauben (...) niemanden als sich selbst zu gefallen."

Leider ist das Utopie, denn bislang sieht die Realität ganz anders aus, wie auch UHLMANN zugeben muss:

"Zwischen 2010 und 2014 stieg die Zahl der über 55-jährigen Arbeitslosen um fast zehn Prozent auf knapp 600.000. Eine Tendenzwende zeichnet sich nicht ab. So ist die Chance für angehende Rentner, weiterbeschäftigt zu werden, eher gering.
Jenseits einiger Vorzeigeprojekte (...) gibt es gerade unter den über fehlende Fachkräfte klagenden Mittelständlern kaum Konzepte".

 
       
   

BECKER, Claudia (2015): Ein Kind als Geschenk.
Leitartikel: "#Regretting Motherhood" ist seit einiger Zeit fast zur Mode geworden. Doch es gibt ein Glück, dass trotz aller Mühsal nur Mütter empfinden. Maria konnte davon erzählen. Eine andere Weihnachtsgeschichte,
in: Welt v. 24.12.

 
   
ZEITMAGAZIN-Titelgeschichte: Was uns zusammenhält

SIMON, Jana (2015): Ein Leben mit dir.
Paare, Freunde, Partner: Was ist das Geheimnis langer Beziehungen?
in: ZEITmagazin Nr.52
v. 23.12.

Jana SIMON hat ein altes und ein junges Paar, eine Witwe und zwei Freunde aufgesucht, um das "Geheimnis der Treue" zu demonstrieren. Dazwischen gibt es Erkenntnisse von den Psychologen Hans JELLOUSCHEK, Franz NEYER, Sabine WALPER, Jürg WILLI und John GOTTMANN sowie von den Soziologen Josef BRÜDERLE und Eva ILLOUZ. Und was sollte demonstriert werden?

"Und was alle Paare dieser Geschichte eint - die Partner sind stabile Persönlichkeiten, die wissen, wer sie sind und was sie wollen. Jeder Einzelne für sich ist stark und pflegt seine Neurosen nur begrenzt. Sonst gibt es keine Geheimnisse, keine allgemeingültige Regeln für die ewige Liebe und die ewige Freundschaft."

Inwiefern das junge Paar diesen Ansprüchen gerecht wird, wird wohl erst die Zukunft zeigen können: eine 25-Jährige und ein 27-Jähriger, die seit 10 Jahren zusammen sind. Sie sollen eine aussterbende Spezies innerhalb der jungen Generation demonstrieren, die in den Worten der populären israelischen Soziologin Eva ILLOUZ nicht wie ihre Altersgenossen dem "Kult der sexuellen Erfahrungen" frönt. Unter dem Kult der sexuellen Erfahrungen muss man sich wohl das vorstellen, was Sven HILLENKAMP in dem Buch Das Ende der Liebe folgendermaßen darstellt:

"Eine Frau, die seit einigen Jahren, genauer: seit fünfzehn Jahren auf Liebessuche war, hatte mit allen Männern, für die sie sich im Laufe ihrer Suche auch nur im Entferntesten interessiert hatte, schlafen müssen, so wollte es das Gesetz. Es war ein Verbrechen, unter Auslassung des Geschlechtsakts sich ein Urteil zu bilden, eine Wahl zu treffen. Während der vergangenen fünfzehn Jahre hatte die Frau also mit ungefähr hundertzwanzig Männern geschlafen, die genaue Zahl war ihr nicht bekannt. Verständlicherweise war die Frau das, wie sie sagte, ewige sexuelle Ritual leid. Sie könne sich »womöglich auch ohne den Sex ein Urteil bilden«, so die Frau, doch es führe »bekanntlich kein Weg daran vorbei«." (2009, S.191)

Weniger drastisch, wird der "Kult der sexuellen Erfahrungen" dagegen noch in dem Buch Der Morgen danach des französischen Soziologen Jean-Claude KAUFMANN geschildert, also zu Zeiten als Online-Dating für viele noch ein Fremdwort war. Im Gegensatz zu Sven HILLENKAMP, bei dem am Morgen danach nichts mehr offen ist, ist für KAUFMANN am Morgen danach noch alles offen. Und nicht zu vergessen: Mit den Asexuellen gibt es sozusagen eine Gegenbewegung gegen diesen "Kult der sexuellen Erfahrungen".

 
       
   

NIEJAHR, Elisabeth (2015): Kindersegen.
Überraschung: Die Geburtenrate steigt. Woran liegts?
in: Die ZEIT Nr.52
v. 23.12.

In der Rubrik Es gab auch gute Nachrichten listet die ZEIT den Anstieg der Geburtenrate auf:

"Nun scheint es, als hätten die Deutschen ausgerechnet in dem Moment ihre Einstellung zur Familiengründung geändert, in dem die Appelle zum Kinderkriegen leiser wurden",

heißt es bei Elisabeth NIEJAHR. Bereits im November 2006 wies single-generation.de auf den negativen Effekt der Medien auf das Geburtenverhalten hin, denn schon damals war erkennbar, dass jüngere Frauen mehr Kinder bekommen - also vor Einführung des Elterngeldes. Der Anstieg der Geburtenrate in den jüngeren Geburtsjahrgängen wurde lange Zeit überlagert durch Tempoeffekte, worauf auf dieser Website bereits seit über einem Jahrzehnt hingewiesen wurde.

 
       
   

BAUREITHEL, Ulrike (2015): Sprengstoff für den Diskurs: Zur Zukunft der Familienarbeit,
in: Freitag Nr.52/53
v. 23.12.

"Kitchen Politics, eine radikal-subversive Denkfabrik, interveniert seit kurzem mit einer gleichnamigen Buchreihe in der queerfeministischen Debatte. Das Kollektiv greift eine im angelsächsischen Raum schon weiter gediehene feministisch-marxistisch inspirierte Analyse des globalen Marktes für Reproduktionstechnologien auf, um über die Transformation von Arbeit, Reproduktion und Familie nachzudenken.
Dieses dritte Bändchen der Reihe, Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit. Biotechnologie, Reproduktion und Familie im 21. Jahrhundert, birgt Sprengkraft. Die deutsche Übersetzung zweier richtungsweisender Aufsätze von Melinda Cooper und Catherine Waldby könnten die hiesige Diskussion beflügeln, gerade außerhalb akademischer Mauern",

meint Ulrike BAUREITHEL, die auch für den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) schreibt (Das Dezemberheft 2014 befasste sich bereits ausführlicher mit diesem Thema). Die Redakteurin des Gen-ethischen Informationsdienstes Susanne SCHULTZ wiederum gehört zum Kollektiv Kitchen Politics.

 
       
   

BUTTERWEGGE, Christoph (2015): Auf dem Weg ins Mittelalter.
Armut: Je höher die Zahl der Asylsuchenden, desto dringlicher wird die Umverteilung des Reichtums in Deutschland,
in: Freitag Nr.52/53
v. 23.12.

"Armut ist ein heftig umkämpfter, aber kein politischer Kampfbegriff, wie Konservative und Neoliberale gern behaupten. Das Armutsverständnis hängt nicht bloß von den sozioökonomischen Rahmenbedingungen und den herrschenden Wertvorstellungen ab - sondern auch von dem Erfahrungshorizont, der gesellschaftlichen Stellung und dem weltanschaulichen, religiösen und politischen Standort des Betrachters. Es gibt keine allgemeingültige Definition und es dürfte sie niemals geben. Die Erscheinungsformen der Armut sind zu vielfältig",

meint Christoph BUTTERWEGGE, der zwischen absoluter und relativer Armut unterscheidet. Aufgrund der Flüchtlingszuwanderung geht er von einer Zunahme der absoluten Armut in Deutschland aus. BUTTERWEGGE kritisiert die Leugnung der absoluten Armut und die Verharmlosung relativer Armut in Deutschland. Er fordert deshalb eine grundlegende Änderung der Politik in Deutschland:

"Um die Gefahr der ethnischen Unterschichtung unserer Gesellschaft wie der Ghettoisierung von Flüchtlingen zu bannen, ist eine inklusive Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaupolitik ebenso notwendig wie eine progressive Steuerpolitik, mit der Kapitaleigentümer, Vermögende und Spitzenverdiener stärker zur Finanzierung des Kampfs gegen das Flüchtlingselend herangezogen werden müssen."

BUTTERWEGGE wendet sich gegen die von der SPD-Sozialministerin geplante Änderung des Armutsbegriffs in Deutschland, bei der absolut Arme und relative Arme gegeneinander ausgespielt werden würden. Sein Credo:

"Je reicher eine Gesellschaft ist, umso weiter sollte ihr Armutsverständnis sein."

 
       
   

SAUER, Stefan (2015): Babyboomer auf Jobsuche.
Weil die deutsche Arbeitnehmerschaft altert, steigt auch die Zahl der über 55-Jährigen, die arbeitslos sind. Dabei haben sich die Beschäftigungschancen dieser Altersgruppe verbessert,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.12.

Stefan SAUER kritisiert die Medienberichterstattung am Wochenende über die Entwicklung der Langzeitarbeitslosen und zitiert dazu aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linkspartei:

"2010 (bezogen) noch 257.000 Personen Hartz IV. Im vergangenen Jahr waren es bereits 318.000. Tendenz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres: weiter steigend. Im November lag die Zahl der Hartz-IV-Empfänger über 54 Jahren bereits bei 320.850."

Statt jedoch diese Zahlen zu widerlegen, befasst sich SAUER jedoch mit der Entwicklung der Arbeitslosen bei über 55-Jährigen, diese beinhalten sowohl Kurzzeit- als auch Langzeitarbeitslosigkeit, um ein Wahr-Falsch-Spiel zu beginnen:

"Wahr daran ist: Ältere Jahrgänge sind etwa doppelt so häufig arbeitslos wie jüngere. (...). Falsch ist gleichwohl die Schlussfolgerung, Personen jenseits 55 seien »immer häufiger« von Arbeitslosigkeit betroffen."

SAUER will uns nun beweisen dass die faktische Zunahme der älteren Hartz-IV-Empfänger allein der Zunahme der über 54-jährigen Bevölkerung, also des Eintritts der Babyboomer in die rentennahen Jahrgänge, geschuldet ist. Dazu präsentiert uns SAUER die Entwicklung der Geburtenzahlen dieser Geburtsjahrgänge:

"Zwischen 1951 und 1955 kamen in Deutschland insgesamt 3,85 Millionen Kinder zur Welt. Diese Jahrgänge vollendeten zwischen 2005 und 2010 das 55. Lebensjahr und gingen somit in die Hartz-IV-Statistik für diese Altersgruppe ein. Dann kamen die geburtenstarken Jahrgänge. Von 1956 bis einschließlich 1960 wurden 4,46 Millionen Geburten in Deutschland registriert was gegenüber den ersten fünf Jahren einem Zuwachs von rund 24 Prozent entspricht."

SAUER präsentiert uns hier keine Geburtenzahlen, denn in den Jahren 1951 bis einschließlich 1955 wurden in Deutschland 5.489.651 Kinder geboren, in den Jahren 1956 bis einschließlich 1960 waren es dagegen 5.984.130 Kinder. Dies waren lediglich rund 500.000 Kinder mehr.

Wenn uns also SAUER nicht die Geburtszahlen der Babyboomer präsentiert, welche Zahlen präsentiert uns SAUER dann? Er müsste uns eigentlich die Zahlen der Geburtsjahrgänge 1951-1955 für die Jahre 2006 - 2010 und der Geburtsjahrgänge 1956-1960 für die Jahre 2011 - 2015 liefern. Diese umfassen jedoch auch die Wanderungen und Sterbefälle und nicht lediglich der Geburten jener Jahre, wie uns SAUER glauben macht.

Auch diese Zahlen kann uns SAUER jedoch nicht liefern, denn für das Jahr 2015 sind sie noch gar nicht bekannt. Welches Spiel treibt also SAUER mit uns? Greift man auf die Bevölkerungsfortschreibung des Jahres 2014 (Stand: 24. September 2015) zurück, dann ergeben sich für die 1951 - 1955 Geborenen eine Gesamtzahl von 5.1197.794 Menschen für den 31.12.2014, selbst wenn man nur die Deutschen nimmt, kommt man auf 4.896.123 Deutsche für jene Jahrgänge. Wie kommt also SAUER auf seine Zahlen? Selbst wenn man die Bevölkerungsfortschreibung am 31.12.2009 nimmt, kommt man auf über 5 Millionen Menschen der Jahrgänge 1951 - 1955. Welche Märchen tischt uns also SAUER auf?

Weder die Geburtenzahlen noch die Bevölkerungsentwicklung ist jener Maßstab, den SAUER anlegt, sondern man muss wohl sowohl die Frührentner als auch die Erwerbsminderungsrentner abziehen, um auf jene Zahl zu kommen, die SAUER uns als Erwerbsfähige der Babyboomer nennt. Dabei wird ausgeblendet, inwiefern sich unter diesen Frührentnern Menschen befinden, die gerne arbeiten würden.   

Wie kommt also SAUER dazu, dass es einen Bevölkerungszuwachs von rund 24 Prozent gegeben hat, der - oh wie wunderbar - ausgerechnet einem Zuwachs von 24 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen entsprechen soll? Nehmen wird einmal einen Bevölkerungszuwachs von 24 Prozent an, obwohl wir nachgewiesen haben, dass die Zahlen, die uns SAUER zur "Bevölkerungsentwicklung" präsentiert, nicht nachvollziehbar sind, sondern lediglich Vermutungen aufgestellt werden können ("Erwerbsfähige").

Offenbar setzt SAUER Langzeitarbeitslosigkeit mit Hartz IV-Empfang gleich. Dann hätte es seit dem Jahr 2010 bis zum November 2015 einen Anstieg von 24,8 Prozent gegeben. Damit unterschlägt SAUER jedoch alle jene Langzeitarbeitslosen (länger als 12 Monate auf Jobsuche), die noch nicht Hartz IV, sondern noch Arbeitslosengeld I beziehen, das es längstens 2 Jahre gibt. Und außerdem gibt es sogar langzeitarbeitslose Nichtleistungsempfänger (vgl. auch Broschüre Arbeitsmarktstatistik erklärt der Bundesagentur für Arbeit)

Der Arbeitsmarktbericht 2014 weist 285.065 Langzeitarbeitslose über 55 Jahre aus. Es gab aber gemäß SAUER 318.000 Hartz IV-Empfänger im Jahr 2014, die älter als 55 Jahre waren. Dies zeigt bereits, dass mit Statistiken viel belegt werden kann, und dass ohne Transparenz, auf welche Daten zurückgegriffen wurde und in welchem Erhebungszeitraum die Daten erhoben wurden, eine Nachvollziehbarkeit nicht gegeben ist.

Fazit: SAUER wirft anderen Journalisten vor, dass sie Märchen erzählen. Seine Zahlen lassen sich aber ebenfalls nicht nachvollziehen. Selbst wenn man unterschiedliche Statistiken zur Bevölkerung heranzieht, kommt man nicht annähernd auf jene Zahlen, die uns SAUER präsentiert. Der Artikel ist auch im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen.     

 
       
   

SIEVERS, Markus (2015): Der Reichtum steigt regional.
Da sich Konzerne in Ballungsgebieten ansiedeln, fallen ohnehin strukturschwache Regionen weiter zurück,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.12.

 
       
   

STEPHAN, Rainer (2015): Wie Lösungen Probleme schaffen.
Andreas Rödder hat ein glänzendes Kompendium der Gegenwart vorgelegt - voll wohltuender Skepsis,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 22.12.

 
       
   

LAAGE, Philipp (2015): Nur keine Angst vor der Einsamkeit.
Viele Veranstalter bieten mittlerweile Single-Reisen an. Vor allem junge Menschen brechen gern ganz allein in ferne Länder auf. Ein ungutes Gefühl? Muss nicht sein!
in:
Welt v. 19.12.

Im Beitrag steht nicht das Alleinreisen im Mittelpunkt, sondern organisierte Gruppenreisen für Alleinreisende. Lediglich Carina HERRMANN ("Frauen Reisen Solo") befasst sich mit dem Alleinreisen im Sinne von Individualtourismus, aber speziell nur für Frauen.

 
       
   

FRIEDRICH, Sebastian (2015): Die rosarote Brille gehört zertrümmert.
Es gibt keine richtige Liebe im falschen Kapitalismus,
in:
Neues Deutschland v. 19.12.

 
   
SPIEGEL-Titelgeschichte: Sind Väter die besseren Mütter?

KULLMANN, Kerstin (2015): Lasst die Väter ran!
Psychologie Studien belegen: Männer zeigen in der Erziehung eigene Qualitäten, die für die Kinder wichtig sind. Noch müssen die neuen Väter ihre Rolle aber erst finden. Überraschend oft sind es die Mütter, die sie daran hindern,
in: Spiegel Nr.52 v. 19.12.

 
       
   

ROLL, Evelyn (2015): Das Oma-Prinzip.
Nur Grindwale, Elefantenkühe und Frauen leben nach dem Ende ihrer Fruchtbarkeit noch lange weiter. Was für ein Glück. Vor allem für die Kinder,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.12.

 
       
   

FENGLER, Wolfgang (2015): Mythen der Rente.
Die Altersversorgung kann nur dann sicher werden, wenn die künstliche und abrupte Trennung von Arbeit und Ruhestand verschwindet,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.12.

Ein Blick aus der oberen Mittelschicht auf das Rentensystem, das nach deren Bedürfnissen umgestaltet werden soll. Die Neugeborenen dieser privilegierten Schicht können sich auf ein Methusalem-Leben freuen. Man findet in diesem Artikel jedoch nichts über die Heterogenität der Lebenserwartung. In einem Lehrbuch der Soziologie heißt es dazu:

"Die altersspezifische Mortalität ist - bedingt auch durch soziale Faktoren - zwischen den Individuen unterschiedlich (heterogen) ausgeprägt, was bedeutet, dass mit zunehmendem Alter in verstärktem Maße diejenigen mit einem geringeren Mortalitätsrisiko übrig bleiben (...). Dieser auch als Heterogenitätsproblem bezeichnete Selektionseffekt führt dazu, dass die altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten - die natürlich immer im Durchschnitt derer berechnet werden, die das jeweilige Alter erreichen - niedriger sind, als es dem Durchschnitt des Geburtsjahrgangs entspricht. Die Lebenserwartung bei Geburt wird daher mit zu geringen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten berechnet."
(Thomas Klein "Eine Sozialstrukturanalyse", 2005, S.96)

Es findet sich auch so gut wie nichts über die gesellschaftliche Spannbreite von Gesundheit und Arbeitsbedingungen. Stattdessen wird ein Fachkräftemangel behauptet, von dem niemand weiß, ob er so je existieren wird, weil die Bevölkerungsentwicklung weit weniger vorgezeichnet ist, als uns erzählt wird. Wie schnell die Entwicklung aus dem Ruder läuft, das zeigen die diversen Bevölkerungsvorausberechnungen. Selbst als sicher geglaubte Dogmen über die zukünftige Geburtenentwicklung geraten derzeit ins Schwanken. Ganz davon abgesehen, welche Folgen Digitalisierung und Roboterisierung für die zukünftige Arbeitswelt haben.   

 
       
   

BUJARD, Martin & Detlev LÜCK (2015): Kinderlosigkeit und Kinderreichtum: Gründe und Daten für eine paritätsspezifische Fertilitätsforschung.
Einführung in das Schwerpunktthema,
in:
Zeitschrift für Familienforschung, Heft 3

Im Umfeld der Meldung des Statistischen Bundesamtes zur Geburtenrate im Jahr 2014 veröffentlicht das aktuelle Heft der Zeitschrift für Familienforschung Beiträge von Mitarbeitern des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zum Thema Kinderlosigkeit und Kinderreichtum. Kinderreichtum war bis vor kurzem KEIN Thema des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, sondern allein die Kinderlosigkeit. Dies wurde auf dieser Website bereits seit etlichen Jahren kritisiert (mehr hier). Noch in einer Veröffentlichung des Jahres 2006 galt das Thema Mehrkinderfamilie wissenschaftlich als vernachlässigt.

Inzwischen wird auch die allgemeine Polarisierungsthese von Jürgen DORBRITZ, wonach es eine Polarisierung zwischen Eltern und Kinderlosen gäbe, revidiert:

"In Westdeutschland schreitet die Polarisierung zwischen Mutterschaft und Karriere weiter voran",

heißt es in dem Beitrag Kinderlosigkeit in Deutschland: Wie interagieren Bildung, Wohnort, Migrationshintergrund, Erwerbstätigkeit und Kohorte? von Martin BUJARD. Auf dieser Website wurde die allgemeine Polarisierungsthese, die dem verzerrenden Haushaltsansatz und einer fehlenden Erhebung der Paritätsverteilung (Normativität der ehezentrierten Statistik) geschuldet war, von Anfang an kritisiert (mehr auch hier).

Aus den Zusammenfassungen der Beiträge geht hervor, dass sich das Heft mit veralteten Trends befasst. Im Mittelpunkt stehen Ergebnisse des Mikrozensus 2012 und die Entwicklung bei den Frauenjahrgängen bis 1968. Die neueren Entwicklungen, die sich aus dem Geburtenanstieg der Jahre 2012 bis 2014 ergeben, und die von den in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Frauenjahrgängen getragen werden, bleiben ausgeblendet. Warum hat man also nicht bis zum Mikrozensus 2016 gewartet, der als erste Befragung die neuen Trends des generativen Verhaltens widerspiegeln wird? Will man hier noch einmal veraltete Kontroversen anheizen? Will man verschleiern, dass Politik, Medien und Bevölkerungswissenschaft zu lange falsche Akzente setzte? Die Rolle der Bevölkerungswissenschaft in der Debatte um den Geburtenrückgang seit den 1990er Jahren wäre eine eigene Forschungsrichtung wert, denn offensichtlich gab es hier gravierende Versäumnisse.

Singles und Kinderlose wurden zu Sündenböcken für eine verfehlte Politik gemacht. Statt frühzeitig auf den Ausbau der Kinderbetreuung zu setzen, verhinderten Mütterkriege und Politik eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die gesellschaftlichen Mobilitätsanforderungen als Barrieren hinsichtlich der Vereinbarkeit von Partnerschaft, Beruf und Familie werden bis heute vernachlässigt. Die Paarbildung als Problem der Familienbildung wurde auf dieser Website seit langem als Forschungsdefizit problematisiert (mehr auch hier und hier). Die Kategorisierungen in den Zusammenfassungen der Beiträge im aktuellen Heft der Zeitschrift für Familienforschung lassen nicht erkennen, dass diese tiefer gehenden Aspekte berücksichtigt werden.

 
   
SZ-MAGAZIN-Thema: Liebewohl.
Unsere Autorin, fast 50, ist schon lange Single. Nun stellt sie sich zwei Fragen: Kommt da noch was? Und: Muss es denn?

JOEL, Antje (2015): Herzstillstand.
Unsere Autorin hat in der Liebe schon viel versucht. Besonders gut gegangen ist es nicht. Inzwischen ist sie so lange allein, dass sie sich fragt, ob da wohl noch was kommt - und ob sie das überhaupt will,
in: SZ-Magazin Nr.51
v. 18.12.

Ist Antje JOEL überhaupt ein Single?

"Ich lebe seit zwölf Jahren allein, mit den dreien meiner sechs Kinder, die noch jung genug sind, um mit mir zu leben."

Amtstatistisch ist JOEL kein Single, sondern Alleinerziehende. Der Verband der Alleinerziehenden (VAMV) startete im Jahr 2002 sogar eine Kampagne, in der er sich dagegen wehrte, dass Alleinerziehende mit Singles gleich gestellt wurden: Ich bin kein Single! In Zeiten der Demografiepolitik verengte sich der Begriff "Single" auf Partnerlosigkeit und Kinderlosigkeit, statt auf das Alleinwohnen. Im Jahr 2009 gab es im SZ-Magazin noch eine Titelgeschichte über eine alleinerziehende Mutter statt über eine Single-Mutter! Nun also Single, weil es nicht um die Mutterschaft, sondern die Partnerlosigkeit der Alleinerziehenden geht. Wenn JOEL sich selber als Single bezeichnet, dann gilt sie für jene Forscher, die sich auf die Selbstdefinition der Bevölkerung beziehen auch als Single (mehr dazu auch hier).

 
       
   

BURGER, Reiner (2015): Die Kommunen tragen die Hauptlast.
Lehrer und Eltern warnen vor einer Überforderung und Nachteilen für angestammte Kinder. Gelsenkirchen leistet Vorbildliches, stößt aber nun an Grenzen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.

 
       
   

FELD, Lars P./CHRISTOFZIK, Désirée/SCHEUERING, Uwe (2015): Gefahr für die schwarze Null.
Finanziell steht Deutschland zum Jahresende gut da. Die Risiken für die Fiskalpolitik haben sich aber stark erhöht. Das liegt nicht nur an den ungewissen Kosten der Zuwanderung und der ungelösten Euro-Krise. Die eigentliche Gefahr ist hausgemacht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.

 
   
FR-Titelgeschichte: Die Kinderlein kommen.
Endlich Bescherung: Die Geburtenrate ist so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr

DOEMENS, Karl (2015): Fruchtbarer Wandel.
Zahl der Neugeborenen hierzulande steigt - aus vielen Gründen, vor allem aber wegen der Familienpolitik,
in: Frankfurter Rundschau
v. 17.12.

"Für die geburtenstarken Jahrgänge wird es aus biologischen Gründen nun langsam Zeit, den aufgeschobenen Kinderwunsch zu verwirklichen. So ist die Geburtenhäufigkeit unter den 29- bis 38-Jährigen besonders hoch",

behauptet Karl DOEMENS. Die Geburtsjahrgänge 1976 - 1985 sind jedoch mit 798.334 bis 865.789 Geborenen geburtenschwächer als die 1986 - 1990 Geborenen, die zwischen 848.232 und 905.675 Lebendgeborene umfassten, d.h. in den nächsten Jahren kommen die relativ geburtenstarken Jahrgänge erst ins Familiengründungsalter. Mit der weiteren Entwicklung der Geburtenraten hat das jedoch erst einmal nichts zu tun.

"Bemerkenswert ist, dass die Geburtenziffer in den ostdeutschen Ländern mit 1,54 Kinder je Frau höher war als im Westen Deutschlands (1,47)",

meint DOEMENS. Hätte er sich mit der Geburtenentwicklung in Deutschland beschäftigt, dann würde er das nicht bemerkenswert, sondern normal finden, denn seit 2010 ist die Geburtenrate in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland. Dies wurde übrigens von den Bevölkerungswissenschaftlern nicht so vorhergesehen, denn es wurde angenommen, dass sich die ostdeutsche Geburtenrate an die westdeutsche Geburtenrate anpasst. Inwieweit es zukünftig eine Angleichung geben wird, das muss sich noch zeigen. 

 
       
   

BARTENS, Werner (2015): Wieder mehr Kinder in Deutschland.
So hoch war die Geburtenrate noch nie seit der Wiedervereinigung. Nicht nur die gute wirtschaftliche Lage trägt dazu bei,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 17.12.

KLEINEMAS, Martin/DPA (2015): Das Geheimnis hinter der Zahl von 1,47 Kindern.
Politiker bejubeln die höchste Geburtenziffer seit der Wiedervereinigung. Doch diese ist wenig relevant. Eine andere Größe erzählt die Wahrheit,
in:
Welt v. 17.12.

Während die Frankfurter Rundschau ganz uneingeschränkt von einer Trendwende spricht, meint KLEINEMAS: Jein, weil die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) nicht aussagekräftig sei. Vor 9 Jahren scherte sich die Welt nicht um solche Kleinigkeiten, sondern sah Deutschland wie fast die gesamte deutsche Presse am Abgrund. Die endgültige Kinderzahl pro gebärfähiger Frau (CFT) war damals in den Medien kein ernsthaft diskutierter Indikator für die zukünftige Geburtenentwicklung - nicht einmal beim Bundesinstitut für Bevölkerungswissenschaft.

Als der Ökonom Detlef GÜRTLER im Jahr 2003 einen Babyboom aufgrund der in den 1970er Jahren geborenen Frauenjahrgänge voraussagte, wiegelte Jürgen DORBRITZ ein Jahr später ab - was single-generation.de damals als haltlos analysierte. Mit Blick auf den Jahrgang 1968 wird nun auch in der deutschen Presse von einer Trendwende gesprochen:

"Der Tiefpunkt der endgültigen Kinderzahl lag beim Jahrgang 1968 bei einem Wert von 1,49 Kindern. Ab den Jahrgängen der frühen 70er-Jahre gehen die Prognosen von einem Anstieg aus, er soll zwischen 1,54 bis 1,60 Kindern pro Frau liegen."

Dieser Geburtentiefstpunkt ist bereits seit Anfang des Jahrtausends bekannt, wurde jedoch von der deutschen Presse bis nach der Durchsetzung des Elterngeldes beharrlich beschwiegen. Im Jahr 2004 schrieb Jürgen DORBRITZ:

"Die bislang für einen westdeutschen Geburtsjahrgang niedrigste endgültige Kinderzahl wird mit 1439 für die 1968 geborenen Frauen geschätzt. Für die danach geborenen Frauen (1969, 1970) erwarten wir mit 1456 bzw. 1472 leichte Anstiege der endgültigen Kinderzahl. Der Rückgang der endgültigen Kinderzahlen, der bereits seit dem Jahrgang 1933 (2224) bestand, ist damit abgeschlossen."

Auf dieser Website wurde deshalb bereits vor 2 1/2 Jahren von einer verhinderten Debatte um den Geburtenanstieg gesprochen. Das Statistische Bundesamt verteidigte noch im Jahr 2013 die Annahmen der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung mit einer Geburtenrate von 1,4 bis zum Jahr 2060 dahingehend, dass es keinerlei Anzeichen für eine Trendwende bei den Geburten gebe (mehr auch hier). Ein Vergleich zeigt, dass die tatsächlichen Geburtenzahlen weit über den prognostizierten Werten liegt. Dies wurde auch bei der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung vom April diesen Jahres nicht korrigiert. Auch hier liegen die prognostizierten Werte für das Jahr 2014 weit unterhalb den tatsächlichen Geburtenzahlen. Wann kommt also die 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, bei der der Geburtenanstieg bei den jüngeren Frauenjahrgängen und die Entwicklung der Zuwanderung angemessen berücksichtigt wird?  

THIELE, Magdalena/KNA/DPA (2015): Kinderlein kommen.
Geburtenrate erreicht Höchststand seit 1990 - ein Babyboom ist das allerdings noch lange nicht,
in: Tagesspiegel
v. 17.12.

Dem Tagesspiegel ist wie der FAZ die Meldung des Statistischen Bundesamts zu positiv, weshalb der hirnrissige "PR-Gag" des HWWI nochmals aufgewärmt wird: man hat die rohen Geburtenziffern der Jahre 2009-2013 zusammenaddiert und den Durchschnitt dieser Jahre gebildet. Die Zahlen spielen also gar nicht die Geburtensituation im Jahr 2014 wider - ganz davon zu schweigen, dass diese Art des Vergleichs mehr über die Vergangenheit als über die Zukunft aussagt.

Dass in Deutschland derzeit vergleichsweise "wenige Frauen im gebärfähigen Alter" sind, ist ebenfalls ein Märchen, denn der Frauenjahrgang 1990 war einer der zahlenmäßig größten seit dem Babyboom der 1960er Jahre. Man muss schon bis zum Jahr 1971 zurückgehen, um einen größeren Frauenjahrgang zu finden (siehe mehr dazu hier).

LEHMING, Malte (2015): Angst, Gebärfreude, Flüchtlinge.
Deutsche Stimmung vor Jahresende,
in: Tagesspiegel
v. 17.12.

"Wenn Zukunftsangst zu Kindern führt, kippt der gesamte Ansatz der Familienpolitik – Elterngeld, Kitaplätze, umfassende Versorgung. Da stimmt was nicht",

meint Malte LEHMING angesichts von Meinungsumfragen eines Konsumforschungsinstituts. Man könnte es aber auch ganz anders sehen: Meinungsforschung fördert lediglich sozial Erwünschtes und allgemeine Einstellungen zutage - das private Verhalten folgt dagegen ganz anderen Maßgaben.

Das zeigt bereits die Tatsache, dass im Saarland nur 1,35 Kinder pro gebärfähiger Frau geboren wurden, während es in Sachsen 1,57 waren. Als die Geburtenrate in Deutschland bei 1,35 lag, setzte der Spiegel den letzten Deutschen aufs Titelbild und Deutschland wurde als Land ohne Lachen bezeichnet. Ist das Saarland nun ein Land ohne Lachen und Sachsen ein Vorbild für ganz Deutschland?

Wir sollten aufhören den Medien zu glauben, sondern selber denken!

WERMELSKIRCHEN, Axel (2015): Geburtenziffer so hoch wie seit der Vereinigung nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.

Der FAZ war die aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamtes zu positiv, weshalb sie diese mit einem Ausblick auf die Jahre nach 2020 ergänzt, der vom 21. August diesen Jahres stammt:

"Die Wiesbadener Statistiker weisen darauf hin, dass es von der bisherigen Bevölkerungsentwicklung abhängt, wie viele Kinder heute geboren werden. Neben der Geburtenziffer sei dafür besonders die Zahl der Frauen im Alter zwischen 26 und 35 Jahren bedeutsam, weil in dieser Altersspanne die Geburtenhäufigkeit gegenwärtig am höchsten ist. Seit 2008 habe sich die Zahl der Frauen in diesem Alter stabilisiert und sogar zugenommen, was die Geburtenzahl noch einige Jahre positiv beeinflussen könne. Nach 2020 werde ihre Zahl allerdings voraussichtlich merklich schrumpfen, was zu einem neuen Geburtentief führen könne. Eine langfristig stabile Geburtenzahl setze dann einen Anstieg der Geburtenziffer und eine größere Nettozuwanderung voraus."

Axel WERMELSKIRCHEN vermischt hier zwei unterschiedliche Aspekte der Geburtenentwicklung: Die Entwicklung der zusammengefassten Geburtenziffer (TFR) und die endgültige Kinderzahl pro gebärfähiger Frau (CFT), die in der aktuellen Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes im Mittelpunkt stand und die Entwicklung der absoluten Geburtenzahlen (vorläufige Geburtenzahlen wurden bereits im August dieses Jahres veröffentlicht). Beide Dimensionen können in die gleiche Richtung weisen, positiv oder negativ und sie können in gegensätzliche Richtungen weisen. Die Entwicklung der zusammengefassten Geburtenziffer kann durch die Entwicklung des Erstgebäralters und des Geburtenabstands (Tempoeffekte) verzerrt werden, weswegen die endgültige Kinderzahl der aufschlussreichere Indikator für die zukünftige Geburtenentwicklung ist.

Würde sich der Geburtenanstieg der letzten Jahre fortsetzen, dann könnten die Geburtenzahlen durchaus gleich bleiben, auch wenn die Zahl der gebärfähigen Mütter nach 2020 schrumpft - was keineswegs sein muss, wenn der Zuwanderungsüberschuss weiterhin hoch ist.

Ein Vergleich der Geburtenzahlen aus der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (kurz: BVB; Annahme TFR 1,4) mit den tatsächlichen Geburtenzahlen zeigt, dass das Statistische Bundesamt die Geburtenentwicklung der letzten Jahre keineswegs angemessen berücksichtigt hat:

Tabelle: Vergleich der Lebendgeborenen von 2009 - 2014
Jahr Prognose der 12ten BVB tatsächliche
Geburtenzahlen
Differenz
2009 666.000 665.126 - 874
2010 662.000 677.947 + 15.947
2011 660.000 662.685 + 2.685
2012 660.000 673.544 + 13.544
2013 660.000 682.069 + 22.069
2014 661.000 714.927 + 53.927
Quelle: Statistisches Bundesamt: Veränderung der Zahl der Lebendgeborenen zum jeweiligen Vorjahr (Seitenabruf am 18.12.2015); Tabellenband Bevölkerung Deutschlands bis 2060 - Tabellenband. Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung 2009, Tabelle Variante 1-W1 NBB ("mittlere Bevölkerung Untergrenze", Nach Tabelle Variante 1-W2 NBB "mittlere Bevölkerung Obergrenze") würden sich lediglich je 1.000 mehr Lebendgeborene in den Jahren 2013 und 2014 ergeben.

Auch die aktuelle 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung vom April diesen Jahres liegt bei allen Varianten für das Jahr 2014 weit unter der tatsächlichen Geburtenzahl. Die prognostizierten Geburtenzahlen lagen zwischen 685.000 (Annahme 1,4 TFR) und 694.000 Lebendgeborenen (Annahme leichter Anstieg auf 1,6).

PENNEKAMP, Johannes (2015): Trendwende bei den Geburten in Deutschland.
Frauen in Europa kriegen im Schnitt aber mehr Kinder,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.

"Geschieht etwas zum dritten Mal nacheinander, sprechen Forscher von Trend. Demnach ist in Deutschland die Wende hin zu mehr Kindern geschafft",

behauptet Johannes PENNEKAMP angesichts der Entwicklung der Geburtenrate (TFR) in Deutschland. Welche Forscher das sein sollen, vielleicht Trendforscher wie Matthias HORX, verrät uns PENNEKAMP nicht. Bevölkerungswissenschaftler jedenfalls kann er nicht meinen. Denn 1994 stieg die Geburtenrate (TFR) von 1,243 in 4 Jahren auf 1,369, um dann wieder zu fallen. Die Geburtenrate (TFR) ist also wenig aussagekräftig im Vergleich zur endgültigen Kinderzahl von Frauenjahrgängen (CFT) bzw. tempobereinigten Geburtenziffern. Dass dies lange Zeit öffentlich bestritten wurde, lag einzig und allein an politischen Interessen.

Mit Hilfe von EUROSTAT-Zahlen aus dem Jahr 2013 will uns PENNEKAMP sagen, dass wir uns auf diesem Anstieg nicht ausruhen dürfen, denn die anderen europäischen Ländern liegen vor uns, sieht man von den südeuropäischen Krisenländern ab (Portugal: 1,21; Spanien: 1,27; Griechenland: 1,30). Hat aber schon jemand einen Vergleich der endgültigen Kinderzahlen für europäische Länder gesehen? Würde dann die Sachlage vielleicht ganz anders aussehen? Wir leben angesichts der bevölkerungspolitischen Dominanz in einer medialen Steinzeit!

Trotz der Tatsache, dass Wanderungen mittlerweile einen Großteil der Bevölkerungsveränderungen in Deutschland ausmachen, gilt immer noch die Bestandserhaltungszahl 2,1, also die angeblich "natürliche" Bevölkerungsbewegung, als alleiniger Maßstab für die Bewertung der demografischen Entwicklung. Auf dieser Website wird diese Sichtweise als Nationalkonservatismus bezeichnet.

Immerhin beendet PENNEKAMP seinen Artikel quasi mit einem Aufruf des IW Köln zur Revidierung der Bevölkerungsprognosen:

"Die nationale Bevölkerungsentwicklung werde durch die Zuwanderung »massiv überlagert«, sagte der Geschäftsführer des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hans Peter Klös, vor wenigen Wochen bei einer Konferenz in Köln. In diesem Jahr könnten mehr Menschen aus dem Ausland zuwandern, als in Deutschland geboren werden. Alle demographischen Prognosen, die diese Entwicklung noch nicht berücksichtigen, müssten dringend überarbeitet werden, so Klös."

Dann kann Hans Peter KLÖS gleich im eigenen Hause anfangen!

 
       
   

FRICKE, Thomas & Hubert BEYERLE (2015): Optimismus siegt.
Die Deutschen haben in diesem Jahr deutlich mehr Geld ausgegeben, als die meisten Experten vorausgesagt haben - dementsprechend besser lief auch die Wirtschaft. Die genaueste Vorhersage machte einer, der im jährlichen Ranking schon öfters vorne lag,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.12.

Das Wirtschaftsinteressen vertretende IW Köln liegt im Trefferquoten-Ranking der SZ mit seiner Prognose des Wirtschaftswachstums auf Platz 39 von 50 Instituten. Leider gibt es ein solches Ranking nicht für Bevölkerungsprognosen, denn dazu müssten nicht Prognosen über Zeiträume von nur einem Jahr ausgewertet werden, sondern lange zurückliegende Prognosen. Hinzu kommt, dass Bevölkerungsprognosen selten transparent sind. Erst in den letzten Jahren sind zumindest die Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes nachprüfbar. Dies gilt nicht in gleichem Maße für andere Institute und erst recht nicht für neoliberale Privatinstitute wie Bertelsmann oder das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, obwohl diese großen Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit haben. Wer schützt uns Bürger also vor interessengeleiteten Bevölkerungsprognosen? Die Medien versagen hier auf ganzer Linie!

 
   
STUTTGARTER ZEITUNG-Titelgeschichte: Helft mir!
Unterstützung für Familien

HESSE, Miriam (2015): Investition in den Nestschutz.
Die Stadt Stuttgart baut ihren Kinderschutz aus: Die sogenannten Frühen Hilfen, die es künftig in allen fünf Geburtskliniken geben wird, sollen Eltern mit Babys vor Stresssituationen bewahren - damit die Säuglinge sicher ins Leben starten,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 17.12.

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

DESTATIS (2015): Anstieg der Geburtenziffer 2014 auf 1,47 Kinder je Frau,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 16.12.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 07. - 14. Dezember 2015
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2016
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 10. September 2016 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002