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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 15. - 24. Januar 2004

 
       
     
     
     
       
   

Zitat des Monats:

"Tom Ripley ist mit fünfundzwanzig schon ein älterer Herr. Er kann es nur sein, indem er das Leben, das seinem Stand und seiner Herkunft nach für ihn gedacht war, auslöscht. Das fällt ihm nicht schwer, denn Tom Ripley kommt aus dem Nichts. Er ist Vollwaise und in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Er hat nicht studiert und muß sich mit erniedrigenden Jobs über Wasser halten, bevor er die Gelegenheit bekommt, ein anderer zu werden. Die Gelegenheit kommt, als er die Möglichkeit hat, seinen wohlsituierten Freund umzubringen und dessen Identität anzunehmen. (...). Eben noch ein grüner Junge aus dem Bostoner Kleinbürgertum, überspringt er einfach die mittleren Jahre, in denen er sich normalerweise ein Leben aufbauen, erkämpfen und einrichten müßte, und schnappt sich die Attribute und Ausstattungsstücke des gesetzten Alters der Upperclass. (...). Er will zu diesen goldbeschienenen jungen Menschen gehören, weil sie eine Vergangenheit haben und deshalb auch eine Gegenwart und Zukunft. Sie haben, ganz banal, eine Familie. Eine Familie, die ihn etwas vererbt hat, Geld, aber nicht nur Geld, sondern ein Leben, in das man gehören kann."(S.43f.)
(aus: Malin Schwerdtfeger "Wir Nutellakinder" im Kursbuch "Die 30jährigen")

 
       
       
     
   
  • KOBER, Henning (2004): "Ein Tanz auf dem Hochseil".
    Seit 1995 ist Jürgen Domian auf Sendung. Tief in der Nacht spricht er im Radio und im Fernsehen mit Menschen über ihre Probleme. Am Anfang heftig kritisiert, ist der Medienseelsorger inzwischen Träger des Bundesverdienstkreuzes. Ein Gespräch
    über Freaks, Heimat und Einsamkeit,
    in: TAZ v. 24.01.

WDR-Radiomoderator Jürgen DOMIAN u.a. über Einzelgängertum: "Sie bezeichnen sich als Einzelgänger - was macht einen dazu?
Ich hatte schon als Kleinkind eine ausgeprägte Sehnsucht nach Autonomie. In Gesellschaft von Erwachsenen habe ich mich wohler gefühlt als bei der ganzen Kindermischpoke. Ich bin Einzelkind, wurde aber eigentlich nicht so erzogen.
Hätten Sie gern Geschwister gehabt?
Ja, einen großen Bruder oder auch eine kleine Schwester. Vielleicht wird man durch Geschwister etwas lockerer.
Ist es gut, ein Einzelgänger zu sein?
Ich weiß, dass ich es allein kann. Mich packt nicht wie andere die Panik, wenn ich etwas allein machen muss. Aber es macht das Leben auch schwer, wenn man Menschen oder Gruppen aus dem Weg geht."
 
     
     
     
   
Die Geschichte des Single-Daseins in den USA seit 1950
 
   
  • ROSENAU, Mirja (2004): Frau trägt Kind.
    Die Wahrheit über die Jungfrau Maria und ihr fleischliches Accessoire: bloß keine falsche Mütterlichkeit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.01.

Mirja ROSENAU vergleicht die Werbekampagne von Gucci mit mittelalterlichen Marienbildnissen:

"In ihrer Inszenierung stehen (...) die stählernen, kindbestückten Mode-Amazonen in nichts den Marienbildnissen des Mittelalters nach, den steinernen Madonnen der Romantik und der frühen Gotik: Erhaben and er Seite Gottes thronend oder im freien Stand, frontal zum Betrachter aufgestellt und geharnischt (...). Das göttliche Kind an ihrer Seite haben sie fast beiläufig auf der linken Hüfte abgesetzt. Auch hier, in den frühen statuarischen Inszenierungen der Marienverehrung, ist es nicht mehr als ein nobilitierender Zusatz, von Gott gesandt, um die Gottesmutter zu adeln."

Was kommt nach dem Babywinter?

"Der kommende Sommer scheint kein Babysommer mehr zu werden. Die Gucci-Göttinnen haben ihre fleischlichen Accessoires wieder den leiblichen Müttern übergeben. Nur Claudia Schiffer klammert sich noch an ihren kleinen Caspar, der mittlerweile auf den Otto-Versandkatalog gewandert ist".

 
     
     
   
Die Schlagzeile animiert eigentlich nicht zum Weiterlesen, denn man erwartet wieder das typische Bild von der idyllischen (Groß)familie, das dem heutigen familiären Elend der Single-Gesellschaft entgegen gesetzt wird - also ätzender GASCHKE-Stil. Dann liest man jedoch:

"Meine Urgroßmutter brachte 13 Kinder zur Welt, ich bloß eines. Auf einer bräunlichen Fotografie sehe ich sie sitzen, eine kleine Frau, müde von Pflichterfüllung und dem Dienst an Mann und Familie. Von ihren Kindern starben zwei unter der Geburt, drei starben in den ersten Lebensjahren. Acht wurden erwachsen, sie sitzen auf dem alten Bild um meine Urgroßmutter herum, vier Söhne, vier Töchter. Es ist eine letzte Familienaufnahme aus dem Jahr 1914. Von den vier Söhnen kehrten zwei von der Front nicht zurück, drei Töchter starben am Elend des Ersten Weltkriegs. Nur drei der 13 Kinder meiner Urgroßmutter wurden alte Leute. Zehn hat sie verloren.
Es überlebten: mein Großonkel Wolfgang und meine Großtante Johanna, die beide keusch und damit kinderlos geblieben sind. Allein meinem Großvater Bernhard gebar seine Frau 1914 und 1916 unter Lebensgefahren zwei Söhne. Der jüngere starb noch als Säugling bei einer Nabelbruchoperation. Übrig blieb nur einer – mein Vater.
Heute, da ich selbst die vierzig überschritten habe, treffe ich häufiger auf Leute, die sich (...) ins Früher zurückwünschen, in eine Zeit da die Menschen bedeutender, ihre Gedanken ernster, ihre Gefühle tiefer, ihre Literatur größer, ihre Bauwerke vollkommener gewesen sein sollen. Eine Zeit, in der alle eine Ordnung, die Kinder eine Zukunft und der Einzelne seinen Wert gehabt haben, in der Ehe und Familie noch zuverlässige Größen waren. Dann denke ich an meine Urgroßmutter, von der ich nicht weiß, wann sie inkontinent wurde – nach der fünften Geburt vielleicht oder nach der siebten. Die von ihrem Mann mit groben Vorwürfen überhäuft wurde, wenn sie wieder schwanger war. Die ertragen musste, dass ihr dreijähriges Käthchen an der Kehlkopfdiphterie erkrankte und einen qualvollen Erstickungstod starb, den heute kein westeuropäisches Kind mehr erleiden muss. Die ihre Söhne dem Kaiser opferte, sich selbst dem Ehemann unterwarf, alles ertrug, weil es gottgegeben war. Und ich bin dankbar, dass ich heute leben darf.
"

 
     
     
   
Bernardo BERTOLUCCI über die Magie des Kinos, die Anti-68er-Bewegung und den Moralismus der Maoisten:

"Mittlerweile gibt es bei uns in Italien eine Art revisionistischer Anti-68er-Bewegung. Sie sagt: 1968 war ein Fehlschlag. Aber diese Bewegung irrt. Unser heutiges Leben basiert auf den Errungenschaften dieser Zeit. Damals wurde vieles geträumt, was heute selbstverständlich ist. Seinerzeit wurde der Slogan geprägt: »Seid Realisten, fordert das Unmögliche!«
Damals drängte sich die Politik in unser privates Leben. Wir lasen Marcuse. Sex war Politik. Es gab eine magische Beziehung zwischen Sex, Politik und Kino. Alles griff ineinander. Sex wurde angesehen als ein Feld der Revolution. Außer bei den Maoisten, die sehr moralistisch waren. Wenn ein Junge und ein Mädchen etwas miteinander anfangen wollten, sollten sie beim Parteisekretär um Erlaubnis fragen. Viele meiner Freunde wurden damals Maoisten. Sie griffen die Kommunistische Partei von links an. Das glaubten sie jedenfalls. Die Kommunistische Partei wurde als reformistisch beschimpft. Heute im Parlament will jeder ein Reformer sein. Vor 35 Jahren war das die schlimmste Beleidigung.
"

Was BERTOLUCCI hier über die italienischen Verhältnisse sagt, das ist von deutschen Verhältnissen gar nicht so weit weg. Eine Geschichte über den Aufstieg von Ex-Maoisten in Politik, Medien und Wirtschaft in Deutschland ist ein überfälliges Projekt. Und damit ist keine Aufarbeitung à la Gerd KOENEN gemeint, die ja selbst Teil des Problems ist...

 
     
   
Welche Amerikaner das linke französische Establishment liebt, das erfährt man in der heutigen Titelgeschichte. Man kennt sie meist auch hierzulande. Das Spektrum reicht u.a. von Naomi KLEIN über Barbara EHRENREICH, Chuck PALAHNIUK, Bret Easton ELLIS bis zu Dave EGGERS  
 
     
     
     
     
   
  • RICHTER, Christine (2004): Schwanger mit 14.
    In Berlin gibt es immer mehr Mütter im Teenager-Alter,
    in: Berliner Zeitung v. 20.01.

"Für 2001 hat das Statistische Bundesamt unter den 734 475 Geburten ganze 5213 Mütter im Alter unter 18 Jahren gemeldet",

beklagte in der Welt am 09.01.2004 Kostas PETROPULOS vom Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit.

"Im Jahr 2002 brachten Mädchen unter 18 Jahren 440 Kinder zur Welt (...). Das bedeutet bei den Schwangerschaften einen Anstieg um 29 Prozent",

berichtet nun Christine RICHTER über die Zunahme von Teenager-Müttern in Berlin.

 
     
   
  • HOLST, Jens (2004): Schnulleralarm für Stubenhocker.
    Die mediale Mitwohnzentrale: RTL 2 hat das erfolgreichste Quoten-Jahr hinter sich und setzt weiter auf das Doku-Soap-Format,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.01.

    • "Ebenso wie seine Zuschauer ist der einstige Party-Kanal feiermüde geworden - und schaut seiner Zielgruppe nun beim Kinder kriegen, Bad renovieren und Toiletten putzen zu. Ja, so ändern sich die Zeiten", meint Jens HOLST:
 
   
Bernhard PÖTTER darf heute über die Schrecken des kinderfreundlichen Deutschland schreiben: "Die Bahn führt statt des Kinderabteils das Single-Abteil ein. Busfahrer landen im Umerziehungslager. In Restaurants gibt es nur noch auf Antrag Erwachsenenstühle. Der Satz »wenn das meiner wäre« wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren belegt. Erziehungsgeld wird erfolgsabhängig gezahlt. Kartoffelchips werden an Jugendliche nur gegen Vorlage einer Ehrenurkunde der Bundesjugendspiele verkauft. Und alle Autos werden in Wohngebieten automatisch auf 25 km/h gedrosselt."
 
   
  • GRAW, Isabelle (2004): Du bist nicht allein.
    In der Mode geht es grundsätzlich nie darum, dass etwas gebraucht wird oder unmittelbar einen bestimmten Zweck erfüllt: Vom mimetischen Begehren in Mode und Kunst und seinen Tücken,
    in: TAZ v. 20.01.

"In Berlin strahlt einem neuerdings an jeder Ecke Claudia Schiffer (mit Baby im Arm) für den Quelle-Katalog entgegen: eine Werbung, die - aus gegebenem Anlass - zum Kinderkriegen ermuntert und das muffige Flair dieser Firma in ein modisch-begehrenswertes zu verwandeln versucht",

beginnt Isabelle GRAW (Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift "Texte zur Kunst") ihren Beitrag über das mimetische Begehren in der Mode, das auf Identifikation und Nachahmung angewiesen ist. Passend zum neuen Elitismus, dem neuen Nachdenken über Führen und Folgen (Rainer Paris) und dem neu erwachten Interesse an einem lange vergessenen Klassiker der Nachahmung, dem französischen Soziologen Gabriel de TARDE, widmet sich GRAW einem Thema, das aus der Orientierungslosigkeit keine Tugend macht, sondern ein lukratives Geschäft. 

 
     
   
  • GEISEL, Sieglinde (2004): Die verarmende Gesellschaft: Kinderlos,
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 19.01.

 
   
  • Jean-Claude Kaufmann - Der Morgen danach

    • SCHAERTL, Marika (2004): Zwischen Laken & Toast.
      ...entwickelt sich Liebe - oder ein schneller Abschied. Die prekäre Zeitspanne hat ein Soziologe genauer untersucht,
      in: Focus Nr.4 v. 19.01.

 
   
  • AMENDT, Gerhard (2004): Resigniert, gekränkt und machtlos.
    Warum viele Väter nach der Scheidung den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.01.

 
     
   
  • Die Eliten in der Debatte

    • HOLERT, Tom (2004): Die Elite muss Spektakel werden.
      Von "Deutschlands klügsten Kindern" bis zu den "Superstars": Sobald sich irgendwo eine Testbühne zeigt, wird sie von den Chancensuchern unserer Ranking-Kultur gestürmt. Vor diesem Hintergrund ist auch die Elitedebatte zu verstehen: als Disziplinierungsversuch des massenkulturellen Wildwuchses,
      in: TAZ v. 19.01.

 
   
  • T. C. Boyle - Drop City

    • BINAL, Irene (2004): Ausgerechnet Alaska!
      Tom Coraghessan Boyle hinterfragt die Hippie-Bewegung,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.01.

 
     
   
  • Das Single-Dasein in Frankreich

    • HANNIMANN, Joseph (2004): Flugblätter für die Ewigkeit.
      Mit dem Citroën DS auf der Ringautobahn der Erinnerung: Olivier Rolins Roman über die französische Studentenrevolte,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.01.

HANNIMANN lobt Olivier ROLINs Roman Papiertiger, in dem ein alternder - zum Bobo mutierter - 68er der Generation Golf die korrekte Weltsicht erklärt:

"Die Revoluzzer seiner Generation hätten einem anderen Ewigkeitsideal entsprochen als die Ewigjungen heutzutage auf den Werbeplakaten. »Du fängst an zu dozieren!«, brummt das Mädchen."

 
     
   
  • KOGELBOOM, Esther (2004): Lass es raus!
    Eine deutsche Karriere: Mit 18 bei der Waffen-SS, mit 30 zynischer Starreporter, mit 50 bei Bhagwan. Heute sagt Jörg Andrees Elten, ohne Ego lebe es sich besser,
    in: Tagesspiegel v. 17.01.

 
     
     
   
"Der Star war meist auf ein Medien-Milieu spezialisiert, der Promi ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass er von Milieu zu Milieu springt und dabei seinem Gesichtslogo triumphierend ähnlich bleibt - die strukturgewandelte Öffentlichkeit von Privatfernsehen und Internet hilft ihm dabei, bildet sein Meta-Milieu", behauptet Diedrich DIEDERICHSEN - ganz der allgemeinen Individualisierungsthese verhaftetet - , der gerade der Boden entzogen wird...
 
     
   
Die Rückkehr der Klassengesellschaft - Der lange Abschied von den Individualisierungsverheißungen
 
   
  • GASCHKE, Susanne (2004): Das kinderlose Land.
    Die viel zitierte "Selbstverwirklichung" der Frauen kann den Geburtenrückgang in Deutschland nicht erklären. Auch Männer hadern mit den neuen Erwartungen an Väter - und verzichten auf Familie. Teil 1 der neuen ZEIT-Serie "Allein zu zweit",
    in: Die ZEIT Nr.4 v. 15.01.

Ralf Mai - Die Alten der Zukunft
 
   
  • BLOMERT, Reinhard (2004): Erst reich, dann gleich.
    Immer abwechselnd: Kevin Phillips beschreibt das Spannungsverhältnis von Kapitalismus und Demokratie in Amerika,
    in: Die ZEIT Nr.4 v. 15.01.

    • "Phillips glaubt, dass Amerikas Chance in einem Regimewechsel besteht: Ein neuer Roosevelt, der gegen Korruption, Polarisierung und die Exzesse der Marktwirtschaft auftritt, kann das Pendel wieder zur sozialen Gerechtigkeit zurückbewegen. Amerika könnte also die Welt in den nächsten zehn Jahren einmal mehr überraschen. Das würde eine völlige Umorientierung auch für die Europäer bedeuten", glaubt Reinhard BLOMERT.
 
   
  • BÖTTIGER, Helmut (2004): Nach dem Pop.
    Hält Literatur nicht mehr über den Tag hinaus? Ist alles seicht und bald vorbei? Ein Essay über die Halbwertszeit des Schönen,
    in: Die ZEIT Nr.4 v. 15.01.

 
   
Zum 200. Todesjahr von Immanuel KANT ist schon viel geschrieben worden. HASLER geht nun u.a. der Frage nach, ob zwischen dem Single-Dasein von KANT und seinem Denken ein Zusammenhang besteht: "«Die Lebensgeschichte des Immanuel Kant ist schwer zu beschreiben», spottet schon Heinrich Heine, «denn er hatte weder Leben noch Geschichte.» Das sitzt. Auch in gebildeten Köpfen: Kant, der Stubenhocker. Der schrullige Meisterdenker. Der preussische Oberpedant. Der bucklige Senfstöpsler. Der Prinzipienreiter, nach dessen täglicher Spazierroutine die Königsberger ihre Uhren richten. Der Hagestolz, der die Ehe generös zum «wechselseitigen Genuss der Geschlechtsteile» freigibt, selber jedoch kaum eine Frau berührt. Der Spiesser als Denkvirtuose.
Die Klischees dienen unterschiedlichen Zwecken. Den einen holen sie das Denkgenie vom Sockel herunter in die Pantoffeln des Menschlich-Allzumenschlichen. Andere entschädigen sie karikaturistisch für die vergebliche Mühe, Kants theoretische Werke verstehen zu wollen. Dritten entlarven sie die Zumutung der Kantschen Pflichtphilosophie – nach dem Motto: Zu einer derart sinnenfeindlichen Moral à la kategorischer Imperativ konnte sich nur einer versteigen, der sich Welt und Sinnlichkeit ängstlich vom Leib hielt.
Zu diesen Dritten, die im ereignislosen Leben Kants die Weltlosigkeit seiner Philosophie erkennen wollen, zählt Heinrich Heine. Weiter in seinem Text: Kant «lebte ein mechanisch geordnetes, fast abstraktes
Hagestolzenleben, in einem stillen, abgelegenen Gässchen zu Königsberg. Ich glaube nicht, dass die grosse Uhr an der dortigen Kathedrale leidenschaftsloser und regelmässiger ihr äusseres Tagwerk vollbrachte wie ihr Landsmann Immanuel Kant. Aufstehn, Kaffeetrinken, Schreiben, Kollegienlesen, Essen, Spazierengehn, alles hatte seine bestimmte Zeit, und die Nachbarn wussten ganz genau, dass die Glocke halb vier sei, wenn Kant (...) nach der kleinen Lindenallee wandelte, die man seinetwegen noch jetzt den Philosophengang nennt. Achtmal spazierte er dort auf und ab, in jeder Jahreszeit, und wenn das Wetter trübe war oder die grauen Wolken einen Regen verkündigten, sah man seinen Diener, den alten Lampe, ängstlich besorgt hinter ihm drein wandeln, mit einem langen Regenschirm unter dem Arm, wie ein Bild der Vorsehung.»
"
 
   
FACTS-Titelgeschichte: Es geht nicht.
Wissenschaftler entzaubern die Liebe
  • KITTL, Beate (2004): Der grosse Unterschied.
    Statt ewiger Liebe Streit, Schweigen und Trennungsschmerz. Schuld ist die Natur. Zu verschieden sind die Gehirne von Mann und Frau. Damit die Beziehung trotzdem klappt, raten Psychologen zur Verhaltensforschung am Partner,
    in: Facts Nr.3 v. 15.01.

 
     
   

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Zu den News vom 07. - 14. Januar  2004

 
       
   
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