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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 12. - 17. Mai 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Zuwanderung macht viele Prognosen zum demografischen Wandel obsolet

"Zu erwarten ist, dass jährlich bis zu einer Million oder sogar noch mehr Flüchtlinge kommen. (...) Sie werden das Schrumpfen der Bevölkerung für lange Zeit verhindern und später verzögern. Damit aber werden viele Prognosen zum demografischen Wandel - insbesondere die Schrumpfungsszenarien - schlicht Makulatur werden."
(Thomas Straubhaar "Der Untergang ist abgesagt",, 2016, S.16)

 
       
       
   

Der Fachkräftemangel in der Debatte

STORTZ, Wolfgang (2016): "Von links kommen heute keine Visionen".
Die Soziologin Sabine Pfeiffer über Roboter, Irrtümer der Digitalisierungsdebatte und die Arbeit der Zukunft,
in:
Neues Deutschland v. 17.05.

Die Soziologin Sabine PFEIFFER sieht in der jetzigen Debatte um die Industrie 4.0 keine wirklich neuen technischen Entwicklung, sondern in erster Linie einen rhetorischen Wandel, der den Blick von der Dienstleistungsgesellschaft auf die Industriegesellschaft lenkt:

"Neu ist seit zwei, drei Jahren, dass dieses Thema der neuen Techniken von der Industrie selbst, also den Unternehmen und ihren Verbänden, und der Politik richtig gepusht wird. (...).
Mindestens 20 Jahre lang blickten die meisten Menschen auf die Dienstleistungsgesellschaft und nicht auf die Industrie. Sie wurde bestenfalls als Umweltverschmutzer wahrgenommen oder als von Verlagerung bedrohtes Auslaufmodell. (...). Deswegen haben viele auch nicht wahrgenommen, was dort in den vergangenen Jahren ständig an technischer Weiterentwicklung und Digitalisierung gelaufen ist."

Die Soziologin sieht in erster Linie Arbeitsplätze nicht in der High-Tech-Industrie, sondern im Angestelltenbereich wegfallen:

"In den Verwaltungen, in den Angestelltenbereichen und an den Rändern der Produktionssphäre (...), also beispielsweise in der Logistik, wird es starke Rationalisierungen geben in den kommenden Jahren."

PFEIFFER bemängelt, dass große Visionen inzwischen nur noch von den weltweit operierenden Unternehmen und Unternehmensberatungsfirmen kommen, statt von fortschrittlichen gesellschaftlichen Kräften. Tatsächlich arbeiten sich die gesellschaftlichen Kräfte vor allem an Dystopien ab, statt Utopien zu entwickeln.  

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

WILLE, Joachim (2016): Mobile Dörfer.
FR-Serie Wie wollen wir wohnen?: Die Verödung der ländlichen Räume ist kein unabwendbares Schicksal. Politik und Experten setzten ihre Hoffnung in die Digitalisierung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 17.05.

KNUF, Thorsten (2016): Dorthin, wo das Leben tobt.
FR-Serie Wie wollen wir wohnen?: Der Ökonom Harald Simons über boomende Städte, die Mobilität junger Menschen und das Ausbluten der Provinz,
in:
Frankfurter Rundschau v. 17.05.

 
       
   

Bert Rürup in der Debatte

RÜRUP, Bert (2016): Nachhilfe auch für Parteivorsitzende.
Leidartikel: Warnung der Politiker vor einem Rentenwahlkampf,
in:
Handelsblatt v. 17.05.

 
       
   

Die Renteninformation in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Einfacher Überblick über Rentenansprüche gefordert.
Alle Bürger sollten sich auf einer Plattform informieren können,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.05.

 
       
   

Die Zwangsverrentungspolitik in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Zwangsrente für Hartz-IV-Bezieher soll selten werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.05.

 
       
   

Die Politik der Kirchen in der Debatte

RHONHEIMER, Martin (2016): Welche Wirtschaft tötet?
Der Volkswirt: Papst Franziskus verdammt die "absolute Autonomie der Märkte" und preist staatliche Eingriffe und Sozialprogramme. Sein Heimatland Argentinien zeigt: Dies ist eine Sackgasse. Die katholische Soziallehre hat einen blinden Fleckt: Die Rolle des Unternehmers,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.05.

RHONHEIMER, Martin (2016): Vom Wandel der katholischen Soziallehre,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.05.

 
       
   

Die Altersvorsorge der Selbständigen in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2016): Rentenpflicht bei fast allen?
Arbeitgeber fordern für Selbständige eine verbindliche Versicherung und Zulagen für die private Altersvorsorge. Dei Pläne der Bundesregierung halten sie schlicht für falsch,
in:
Welt v. 17.05.

Dorothea SIEMS berichtet über das rentenpolitische Positionspapier die BDA, das der Welt zugespielt wurde.

"Gerade auch Personen mit niedrigen Einkommen würden gefördert, unterstreicht die BDA. So verdienten mehr als 60 Prozent aller Riester-Sparer weniger als 30.000 Euro",

zitiert SIEMS. Vor Wochen war Walter RIESTER mit ähnlichen Zahlen durch die Gazetten gereicht worden. Die BDA plädiert für üppige Förderungen, um die für Arbeitnehmer unlukrative Riester-Rente attraktiver zu machen. Die Versicherungsbranche wird sich darüber freuen.

 
       
   

Alleinerziehende in der Debatte

SCHAAF, Julia (2016): "Wir sind eine bewegliche, kleine Zelle".
Alleinerziehend, die Arme! - Von wegen: Bernadette Conrad sieht ihr Leben nicht als defizitär. Eine Gespräch mit Mutter und Tochter,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.

Julia SCHAAF interviewt ihre Kollegin Bernadette CONRAD, von der gerade das Buch Die kleinste Familie der Welt erschienen ist, das vom spannenden Leben allein mit Kind erzählt - so jedenfalls der Untertitel. Der Titel spielt auf die Mehrheit jener 1,6 Millionen Alleinerziehenden an, die nur ein Kind haben.

 
       
   

Der Zeitgeist in der Debatte

SCHMIDT, Lucia (2016): Die schweigsame Tochter.
Redet ein Kind nicht, obwohl es könnte, sprechen Ärzte von selektivem Mutismus - einem noch eher unbekannten Krankheitsbild in Deutschland. Lucia Schmidt hat eine Familie getroffen, die den Alltag mit einem mutistischen Kind meistert,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.

In einer Gesellschaft, in der Extraversion die Norm ist, werden Menschen, die dieser Norm nicht entsprechen schnell pathologisiert. Immer mehr psychische Krankheiten werden auf diesem Gebiet klassifiziert. Mutismus ist eine dieser neuen Klassifikationen:

"Das DSM5, das Diagnose-Klassifkationssystem der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft, zählt selektiven Mutismus zu den Angststörungen, das aber erst seit dem Jahr 2013"

Mutismus wird von darauf spezialisierten Forschern als gelöstes Diagnoseproblem dargestellt, wenn es heißt:

"Die richtige Diagnose führe zur Entlastung der Eltern. Schwencks Kollegin Angelika Gensthaler von der Frankfurter Universität hat einen Fragebogen entwickelt, der nachweislich zuverlässig zwischen mutistischen Kindern, solchen mit sozialer Angst oder schlichtweg zurückhaltenden, aber gesunden differenzieren kann."

Lediglich einen Therapeuten zu finden, sei noch das Problem. Der Artikel könnte in diesem Zusammenhang zum einen die Nachfrage bei Eltern wecken und zum anderen zum steigenden Angebot von Therapeuten führen. Während der Spiegel vor 10 Jahren noch davon sprach, dass zwischen 3 und 7 von 1000 Kindern von Mutismus betroffen seien, spricht die FAS nun bereits von 7 bis 19 pro 1000 Kindern. Die Ursache?

"Tendenz steigend, da durch bessere Kenntnisse immer mehr Kinder diagnostiziert werden."

Eine Diagnose schafft sich sozusagen ihre Nachfrage. Dies ist aber nur die eine Seite, denn wäre nicht Extraversion, sondern Introversion die gesellschaftliche Norm, dann sähe die Sache ganz anders aus!       

 
       
   

Georg Cremer in der Debatte

CREMER, Georg (2016): Die Armut richtig bekämpfen!
Der Sozialstaat werde kaputtgespart, ist oft zu hören: Die Empirie deckt diese Empörung nicht. Der Sozialstaat steht sich nur oft selbst im Weg,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.

 
       
   

Gentrifizierung: Von Yuppies, Yetties, Bobos, digitaler Bohème, Nerds, Hipstern und Latte macchiato-Müttern - Eine Bibliografie der neueren Gentrifizierungsdebatte

ADORJÁN, Johanna (2016): Muss man wirklich ganz Mitte sprengen?
Erst kamen die Schwaben, dann die guatemaltekischen Kaffeebohnen, dann die Fashion-Week. Ist noch irgendetwas übrig von dem Versprechen, das diesen Stadtteil mal zu begleiten schien?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.

 
       
   

Die Geschichte der Popmusik in der Debatte

DELIUS, Mara (2016): Je oller desto doller.
Popkultur: Rock 'n' Roll am Rollator: Die großen Männer der Musikszene sind alt geworden. Muss uns das peinlich sein? Oder ist das Alter gerade einfach modern?
in: Welt am Sonntag kompakt
v. 15.05.

Im Zeitalter der Ökonomisierung des Alters wird uns das Ideal des produktiven Alters schmackhaft gemacht. Mara DELIUS glorifiziert dieses neue Altersideal anhand der Überlebenden der Rockmusik. Ausgerechnet Männer, deren Lebenserwartung im Gegensatz zu den Frauen eher niedrig ist, werden uns als Idole angedient. Frauen sind dagegen nur produktiv, indem sie ihr Gebäralter nach oben verschieben. In der WamS, die sich an Ältere richtet heißt die Überschrift des Artikels dagegen: Der Alterswahn.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

ZWICK, Daniel (2016): Tue Gutes und pendle rüber.
Millionen Deutsche haben täglich sehr weite Arbeitswege. Stress für sie - aber ein Segen für manch darbende Region. Sonst würde da gar keiner wohnen, wie in der Südwestpfalz,
in: Welt am Sonntag kompakt
v. 15.05.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

HAIMANN, Richard (2016): Lust oder Last.
Immobilien: Fast 90.000 Häuser werden in Deutschland pro Jahr vererbt. Oft hängen Erinnerungen daran. Aber leider sind die Häuser oft auch total veraltet. Also abreißen und neu bauen - oder doch sanieren?
in: Welt am Sonntag kompakt
v. 15.05.

In der WamS heißt der Artikel über die Luxusprobleme der Erbengeneration: Teures Vermächtnis.

 
       
   

Grundeinkommensmodelle in der Debatte

BRAUCK, Markus (2016): Wohltat für alle.
Utopien: Das bedingungslose Grundeinkommen soll nicht nur dem Einzelnen ein Leben ohne Existenzangst ermöglichen, sondern auch die Folgen der Digitalisierung und Robotisierung mildern. Aber geht das?
in:
Spiegel Nr.20 v. 14.05.

 
       
   

Generationengerechtigkeit in der Debatte

VAN ACKEREN, Margarete & Frank THEWES (2016): "Dieser depressive Grundton in Deutschland nervt".
Er ist jung, konservativ, schwul: Der CDU-Politiker Jens Spahn warnt vor einem Konflikt der Generationen, fordert mehr Mut der eigenen Partei und ärgert sich über die Gier der VW-Bosse,
in:
Focus Nr.20 v. 14.05.

Der neoliberale CDU-Politiker Jens SPAHN plädiert einerseits für ein Elternwahlrecht und andererseits für die Homo-Ehe, damit hat er sich identitätspolitisch für Schwarz-Grün positioniert.

Zur Rente hat SPAHN nichts Neues zu bieten, sondern argumentiert auf der CDU-Linie: Schwächung der gesetzlichen Rente und Stärkung der privaten Altersvorsorge. Wer wie SPAHN gegen eine Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente ist, der trägt dazu bei, dass die gesetzliche Rente zu einer Grundsicherung im Alter herabgestuft wird.

 
   
FOCUS-Titelgeschichte: So klappt es mit der Rente.
Mehr Geld im Alter

HALBUER, Andreas Grosse/KOWALSKI, Matthias/NIESMANN, Andreas/THEWES, Frank/WENDT, Alexander (2016): So klappt es mit der Rente.
Im Alter nicht arm: Jeder zweite Deutsche unter 50 hat Sorge, dass das Geld später nicht reicht. Flexi-Rente? Rister-Rente? Versorgungslücke? Die Politik versucht sich an einem neuen Gesellschaftsvertrag. Nur: Einen Lebensabend in Reichtum kann niemand versprechen. Deshalb sind kreative Tipps gefragt, um den Lebensstandard zu halten,
in:
Focus Nr.20 v. 14.05.

Die Autoren skizzieren zuerst einmal die Rentendebatte seit April. Spricht die Schlagzeile "Jeder zweite Deutsche unter 50 hat Sorge, dass das Geld später nicht reicht", so heißt es dagegen im Text:

"Jeder Zweite zwischen 50 und 64 Jahren glaubt, nicht genügend gegen Altersarmut geschätzt zu sein. Bei den 35- bis 49-Jährigen fürchten laut ARD-Deutschlandtrend 58 Prozent den persönlichen Rentencrash."

Die 18- bis 34-Jährigen interessieren die Autoren dagegen nicht, sondern nur, dass diese zu wenig vorgesorgt haben, was schließlich nichts über deren Sorgen aussagt.

Die Autoren stilisieren die Rentendebatte sodann zu einem Generationenkonflikt, für den sie jedoch keine Belege vorlegen können. Stattdessen verweisen sie lediglich ein Treffen mit der "jungen Generation":

"Nahles (...) hat (...) für den 18. Mai die Chefs von Junger Union, Jusos, der Gewerkschaftsjugend, der Jungen Unternehmer und des Deutschen Bundesjugendrings in ihr Ministerium geladen."

Im Handelsblatt vom 18. Mai wird dagegen auch die grüne Jugend und die Linksjugend genannt. Einzig die Flexi-Rente ist den Autoren ein Anliegen:

"Die Flexi-Rente, die vor allem junge Abgeordnete der CDU um Carsten Linnemann einfordern, soll nun 2017 kommen".

Zum Schluss wird die optimistische Sicht des Statistikers Gerd BOSBACH mit der pessimistischen Sicht des emeritierten nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlers Herwig BIRG, dessen vollmundige Propaganda zwar die Politik bestimmt hat, aber gleichzeitig mit gravierenden Falschinformationen der Öffentlichkeit einherging, konterkariert. und danach drei Strategien gegen Altersarmut propagiert: länger arbeiten, auswandern und Familie gründen. Wem dies nützen soll, das wird jedoch nicht erklärt.

Danach kommen 33 Tipps für eine glückliche Rente. Tipp 5 bezieht sich auf die geplante Flexi-Rente, für die noch nicht einmal ein Gesetzesentwurf existiert. Seriöse Tipps sehen anders aus.         

 
       
   

Die Entwicklung der Mittelschicht in der Debatte

ALBERTI, Manfred (2016): Plötzlich arm.
Ein Leben lang gearbeitet und schon vor der Rente ohne Rücklagen? Für die Mittelsicht ist das ein Albtraum - und Realität,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.05.

Das Wort zu Pfingsten spricht heute der pensionierte Pfarrer Manfred ALBERTI:

"Die Altersarmut ängstigt Geringverdiener. Die Voraltersarmut ist die Sorge der Mittelschicht."

Am Dienstag haben dann wieder die Ökonomen das Sagen!

 
       
   

Heinz Bude - Soziologie der Berliner Republik

HEIDTMANN, Jan (2016): Mehr Drama gesucht.
Die Grünen sind nun Staatspartei: Wer übernimmt den Protest? Heinz Bude im Gespräch,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.05.

Heinz BUDE sieht in der SPD die neue Alternativpartei - nachdem sie endlich von ihren Regierungsämtern abgewählt wurde. BUDE übersieht jedoch: Alternativparteien können nur NEUE Parteien sein und keine abgewrackte Altpartei. 

 
       
   

Sigmar Gabriel in der Debatte

REINECKE, Stefan (2016): Das mürrische Glück der Aufsteiger.
Essay: Sigmar Gabriel ist clever, schlagfertig, durchsetzungsfähig. Und er verkörpert das Drama der SPD,
in: TAZ
v. 14.05.

"Die Sozialdemokratie hat lange und erfolgreich für den Aufstieg der Arbeiter in die Mittelschicht gekämpft. Sie hat in den 70er und 80er Jahren deren Kindern vor allem den Töchtern, den Weg in die Gymnasien und Universitäten geebnet. Jetzt ist das mürrische, zerrissene Glück der Aufgestiegenen Teil der Krise der Sozialdemokratie. Und die verkörpert derzeit niemand deutlicher als Gabriel",

lobt Stefan REINECKE zuerst die glorreiche Vergangenheit der SPD. Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz WALTER sah die Krise dieser Aufsteiger-SPD bereits im Jahr 2003 voraus. Nun folgert REINECKE:

"die Agenda symbolisiert den Verrat des Aufsteigers, der oben angekommen, mit Verachtung auf die Zurückgebliebenen schaut. (...).
Zentrale SPD-Akteure wie Wolfgang Clement und Walter Riester hatten in den Organisationen der Arbeiterbewegung Karriere gemacht - und als Minister nichts Eiligeres zu tun, als sich Unternehmern und Versicherungskonzernen anzudienen. Darin ist unschwer die Statusunsicherheit des Aufsteigers zu erkennen - und die Sehnsucht, von der Elite anerkannt zu werden.
Fatal wirkt dies, weil gleichzeitig die kollektive Aufstiegsverheißung der Sozialdemokratie erlosch."

Diese Sicht vernachlässigt jedoch die damalige Medienmacht von Wirtschaftslobbyisten bis hin zur Agenda-taz. Ohne die Interessenidentität von großen Teilen der Medien und der Politik hätte die Agenda 2010 niemals zustande kommen können. Nichtsdestotrotz hat sich die SPD ihren Niedergang selber zuzuschreiben.

"Überflüssig zu sagen, dass bei Gabriels Manövern die Glaubwürdigkeit pulverisiert wird",

merkt REINECKE zum Schlingerkurs von GABRIEL an.

 
       
   

Martin Greive in der Debatte

GREIVE, Martin (2016): Rückwärts in die Zukunft.
Ob Rente, Leiharbeit oder Niedriglohnsektor: Die SPD hat die eigene Agenda 2010 entschärft. Und Parteichef Gabriel ist noch nicht fertig,
in: Welt
v. 14.05.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

HELLER, Gottfried (2016): Nur Aktien können das Rentenproblem lösen.
Geld-Welt,
in: Welt
v. 14.05.

 
       
   

Die Wirtschaftswachstumsprognosen in der Debatte

DAMS, Jan (2016): Deutschlands rasanter Aufschwung.
Die heimische Wirtschaft legt das stärkste Wachstum seit zwei Jahren hin. Dafür verantwortlich sind auch die niedrigen Zinsen und eine Sonderkonjunktur durch Flüchtlinge,
in: Welt
v. 14.05.

 
       
   

Die Krise des Finanzkapitalismus in der Debatte

MUßLER, Hanno (2016): Bankenrettung immer teurer.
Fonds hat 22,6 Milliarden Euro Verlust angehäuft,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.05.

Seit Oktober 2008 bis 2015 hat der staatliche deutsche Bankenrettungsfonds bereits 22,6 Milliarden Euro Verlust angehäuft, erklärt uns Hanno MUßLER. In erster Linie die Commerzbank und die HRE kosten uns Geld.

Die Commerzbank hat ihre Rettung damit gedankt, dass sie Milliarden Euro der Vermögenden am deutschen Fiskus vorbeigeschleust hat. Das ist jedoch kein Skandal für unsere Wirtschaftsblätter, sondern ein Skandal wäre es nur, wenn der gleiche Geldbetrag in Renten geflossen wäre!

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

MOHR, Daniel (2016): Ohne Zins fehlt im Alter viel Geld.
Die Vermögensfrage: Die private Altersvorsorge fußt auf regelmäßiger Verzinsung. Doch ohne Zins und Zinseszins geht die Rechnung nicht auf. Die meisten Anleger wissen das und finden in offenen Immobilienfonds und Mischfonds die beliebtesten Alternativen. Doch auch sie haben ihre Tücken,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.05.

 
       
   

Die Entwicklung der Mittelschicht in der Debatte

WIRTSCHAFTSWOCHE (2016): Das DIW hat falsch gerechnet.
Korrektur: Die deutsche Mittelschicht ist größer, als eine aktuelle DIW-Studie behauptet hat - auch die WirtschaftsWoche übernahm die unkorrekten Daten,
in: Wirtschaftswoche Nr.20
v. 13.05.

Die Wirtschaftswoche erklärt uns nicht die Konsequenzen der Falschberechnung für die Titelgeschichte, sondern begnügt sich damit, darauf hinzuweisen, dass auch der Spiegel und die Agentur Bloomberg berichtet hat!

 
       
   

Die Ökonomen-Elite und die Ökonomie in der Debatte

LOSSE, Bert (2016): Kopf in der Sauna, Fuß im Kühlschrank.
Serie: Die Tücken der Statistik,
in: Wirtschaftswoche Nr.20
v. 13.05.

Über Statistik aufzuklären ist offenbar nun modern geworden. Dies sagt uns viel über den Glaubwürdigkeitsverlust von Prognosen, aber ob wir auch durch solche Serien aufgeklärt werden oder nur jene Tricks zur Sprache kommen, die unseren Medien genehm sind, das ist die andere Frage.

LOSSE, Bert (2016): "Statistik lässt sich drehen und dehnen.
Nachgefragt: Walter Krämer,
in: Wirtschaftswoche Nr.20
v. 13.05.

Schon die Wahl des Statistikexperten, Walter KRÄMER statt Gerd BOSBACH, sagt viel über die Art der Aufklärung und deren blinden Flecken aus.

FISCHER, Konrad (2016): Optische Täuschung.
Die Tücken der Statistik (I): Die grafische Darstellung von Daten entscheidet mit, welche Schlüsse der Betrachter daraus zieht,
in: Wirtschaftswoche Nr.20
v. 13.05.

Optische Täuschung funktioniert nur bei denjenigen, die sich mit der Materie nicht auskennen. Das ist die erste Voraussetzung, die ungenannt bleibt. Grafische Darstellungstricks zeigen uns zuallererst, dass diejenigen, die sie verwenden, mit unserer Dummheit rechnen. FISCHER bringt als Beispiel die Entwicklung einer Aktie. Wer den Aktienkurs einer Aktie aber über Jahre verfolgt, der lässt sich nicht blenden von Darstellungstricks. FISCHER zeigt uns jedoch nicht, wie wir solch einem Trick auf die Schliche kommen, z.B. indem wir im Internet verschiedene Darstellungen des Aktienkurses aufrufen und ihn vergleichen. Täuschungsmanöver rechnen also nicht nur mit unserer Unwissenheit, sondern auch mit unserer Bequemlichkeit.

 
       
   

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland in der Debatte

KAMANN, Matthias (2016): Kinder im Dienst der Ideologie.
Am Beispiel der Familienpolitik wird deutlich, dass viele Fragen der AfD rational begründbar und legitim sind. Wäre da nicht das ethnische Denken: Es soll mehr deutsche Kinder geben einzig als Bollwerk gegen Zuwanderer. Das ist familienfeindlich,
in:
Welt v. 13.05.

Matthias KAMANN hält die familienpolitischen Forderungen, die ja z.B. Konrad ADAM und andere Nationalkonservative vor nicht allzu langer Zeit in der Welt gepredigt haben, ganz in Ordnung. Würden diese neoliberal statt nationalistisch gerechtfertigt, dann wäre daran nichts auszusetzen. Schließlich setzt sich die AfD für die Besserverdienenden der gehobenen Mittelschicht ein, indem sie Familiensplitting und Abkindern fordert. Natürlich benutzt KAMANN nicht den DDR-Begriff Abkindern, sondern umschreibt ihn umständlich mit "durchs Gebären abstottern". Fazit: Nationalkonservatismus und Neoliberalismus unterscheiden sich familienpolitisch nicht in der Praxis, sondern nur im Begründungszusammenhang. Aber an diese ideologischen Sprachregelungen hat sich schon Thilo SARRAZIN nicht gehalten. Und der gelobte Ökonom Hans-Werner SINN hat schon seit Jahrzehnten gezeigt, dass Neoliberalismus und Nationalkonservatismus kein Widerspruch ist, sondern eine Einheit.

Fazit: Lässt man die neoliberale Heuchelei weg, kommt der Nationalkonservatismus zum Vorschein.

 
       
   

Die Ehe in der Debatte

SCHNEIDER, Susanne (2016): Frag ihn doch selbst.
Willst du mich heiraten? Diesen Satz sagen auch heute noch fast immer die Männer: Frauen trauen sich nicht, selbst einen Antrag zu machen. Aber dafür ist es höchste Zeit,
in:
SZ-Magazin Nr.19 v. 13.05.

 
       
   

Die Krise des Finanzkapitalismus in der Debatte

GAMMELIN, Cerstin & Markus ZYDRA (2016): Der ist ja doch nicht an allem schuld.
Lange war er der böse Bube, der die armen Sparer enteignet. Nun wird Mario Draghi plötzlich von allen verteidigt. Warum der EZB-Präsident so enorm auf der deutschen Beliebtheitsskala steigt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.05.

Schon vor Wochen konnte man in den neoliberalen Wirtschaftsteilen der  Printmedien jene Argumente lesen, mit denen nun die Politiker zitiert werden.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

AMREIN, Marcel (2016): Vollpension im Hotel Helvetia.
Die Grundeinkommen-Initianten wollen gleichsam alle Schweizer in Rente schicken. Der Unsinn ist offensichtlich - das Begehren wird an der Urne scheitern. Es sollte aber zumindest die Augen dafür öffnen, dass eine Art bedingungsloses Grundeinkommen längst am Entstehen ist,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

 
       
   

Die Entwicklung der Mittelschicht in der Debatte

PLICKERT, Philipp (2016): DIW-Forscher haben sich in Mittelschicht-Studie verrechnet.
Schrumpfen der Mittelschicht geringer als angegeben,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.05.

Philipp PLICKERT freut sich über den Übertragungsfehler des DIW, das eine US-amerikanische PEW-Studie auf deutsche Verhältnisse übertragen wollte, um die Ungleichheitsdebatte hierzulande anzuheizen (mehr hier).

Sowohl die Wirtschaftswoche als auch der Spiegel berichteten groß über die DIW-Studie. Die Spiegel-Story fällt mit den korrigierten Zahlen in sich zusammen wie ein Kartenhaus - eine Blamage für das Blatt.

Auf den Fehler wies das DIW gemäß PLICKERT erst am Mittwoch hin. Auf der Homepage des DIW ist nicht ersichtlich, wann die Korrekturen erfolgten. Es erstaunt jedenfalls, dass z.B. die Wirtschaftswoche zwar andere Ökonomen zur Studie Stellung nehmen ließ, aber keiner den Berechnungsfehler bemerkte.

 
       
   

SZ-Tagesthema: Koalitionskompromisse.
Monatelang haben sie gestritten, jetzt einigten sich Union und SPD überraschend schnell auf zwei Sozialgesetze, welche die Rechte von Leiharbeitern stärken und den Übergang in die Altersrente erleichtern sollen. Beide Seiten konnten so eines ihrer Lieblingsprojekte durchsetzen. Damit wollen sie vor allem eins unter Beweis stellen: die Arbeitsfähigkeit ihres Regierungsbündnisses

ÖCHSNER, Thomas (2016): Flexibel bei der Flexi-Rente,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.05.

 
       
   

Die Flexi-Rente in der Debatte

SPECHT, Frank (2016): Länger arbeiten lohnt sicht.
Flexi-Rente,
in:
Handelsblatt v. 12.05.

DOEMENS, Karl (2016): Länger arbeiten soll attraktiver werden.
Koalition einigt sich auf die Ausgestaltung der sogenannten Flexi-Rente - die wichtigsten Punkte im Überblick,
in:
Frankfurter Rundschau v. 12.05.

GÖBEL, Heike (2016): Bewegung im Ruhestand,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.05.

Heike GÖBEL hebt die Kosteneinsparung der Unternehmen hervor und begrüßt es, dass die Frührente nicht attraktiver gemacht wurde:

"Die Freiheit, früher in Rente zu gehen, muss man sich leisten können.
Hier dürfte die Flexirente manchen enttäuschen. Aber Union und SPD wollten nicht wieder ein Schlupfloch in den subventionierten Vorruhestand öffnen. Diese Einsicht hätte man sich schon früher gewünscht."

 
       
   
Die Ostrentenangleichung in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Gleiche Renten in Ost und West für zwei Milliarden Euro.
Union und SPD wollen die Einheit der Rentenversicherung herstellen - nun gibt es einen konkreten Vorschlag,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.05.

 
       
   

Die Ökonomen-Elite und die Ökonomie in der Debatte

FLASSBECK, Heiner (2016): Journalistischer Renten-Mischmasch – oder wie man ein wichtiges Thema mit Vorurteilen erledigt, obwohl die Lösung auf der Hand liegt,
in:
flassbeck-economics.de v. 12.05.

 
   
JUNGLE WORLD-Thema: Da ist was faul.
Einfach abhängen. Das bedingungslose Grundeinkommen verspricht ein Leben in individueller Freiheit, ohne Arbeitszwang und Existenzängste. Wird diese linke Utopie nun ausgerechnet in der Schweiz Wirklichkeit? Oder geht es weder um die soziale Hängematte noch um die Emanzipation der Arbeiterklasse? Kann das Grundeinkommen sogar zu einem Rollback bei den Geschlechterrollen führen?

NORDSIECK, Viola (2016): Die Freiheit des Staatsbürgers.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist eng mit dem Konzept der Staatsbürgerschaft verbunden. Von dem liberalen Vorhaben und der individuellen Freiheit profitieren also nicht alle,
in:
Jungle World Nr.19 v. 12.05.

KRÜGER, Anja (2016): Das bisschen Hausarbeit.
Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen die Geschlechterhierachie zwischen Männern und Frauen aufheben kann oder sie vielleicht sogar noch verstärkt, hängt vom Modell ab. Wenn Care-Arbeit durch das Grundeinkommen wieder privatisiert wird, reproduziert es auch alte Rollenbilder,
in:
Jungle World Nr.19 v. 12.05.

NOWAK, Peter (2016): Es gibt kein Recht auf Faulheit, Genossen!
Das bedingungslose Grundeinkommen hat in Deutschland viele Gegner. Zu den schärfsten Kritikern gehören die Gewerkschaften,
in:
Jungle World Nr.19 v. 12.05.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

VOIGT, Claudius (2016): Stütze nur für Deutsche.
Das Grenzregime wird immer mehr an die Sozialbehörden ausgelagert, indem Nichtdeutschen die Leistungen gekürzt werden,
in:
Jungle World Nr.19 v. 12.05.

 
       
   
Alleinerziehende in der Debatte

FINKE, Christine (2016): Der wahre Rentenskandal.
Alleinerziehende werden dafür bestraft, dass sie sich um ihre Kinder gekümmert haben,
in:
Die ZEIT Nr.21 v. 12.05.

Die ZEIT präsentiert uns heute die angeblichen Verlierer der nächsten Rentenreform (wie immer die überhaupt aussehen mag): zum einen die Alleinerziehenden und zum anderen die Jungen.

Den Anfang macht Christine FINKE, bloggende Alleinerziehende, von der im März das Buch Allein, alleiner, alleinerziehend erschien, und Stadträtin für das Junge Forum in Konstanz; die ihre 3 Kinder, aber nicht ihren Geburtsjahrgang: 1966, also Angehörige der Generation Golf bzw. Ally. Von Generationenkriegern wie Alard von KITTLITZ einfach Babyboomer genannt: 1,318 Millionen Geburten.

Rentenpolitik ist auch gar nicht das Thema von FINKE, sondern fehlende Arbeitsplätze, fehlende Kitaplätze und Steuererleichterungen für Alleinerziehende. In Deutschland gibt es ca. 1,6 Millionen Alleinerziehende, das sind kaum mehr als im Jahr 1966 Kinder geboren wurden. In ihrem Buch schreibt FINKE über sich:

"Ich muss etwas beichten: Erst seitdem ich selbst alleinerziehend bin, fällt mir auf, dass ich früher nie einen Gedanken an Alleinerziehende verschwendet habe. (...).
Seit sechs Jahren bin ich eine dieser Frauen, die ich früher nicht wahrnahm: Ich lebe mit meinen drei Kindern alleine." (2016, S.7)

Jetzt also ist FINKE alleinerziehend und so wie sie früher nie an Alleinerziehende gedacht hat, denkt sie nun nur noch an Alleinerziehende. In Zeiten der Lifestyle-Soziologie hieß es: Armut ist nur eine Scheidung weit entfernt. In Zeiten der neuen Unterschicht vollzieht sich jedoch eine Wandlung, die noch nicht bis zu allen durchgedrungen ist. 

FINKE kritisiert die Debatte um die Stärkung von Betriebsrenten und die Privilegierung der privaten Altersvorsorge als Mittel gegen die Altersarmut von Alleinerziehenden als ungeeignet.  

    

 
       
   

Die Babyboomer in der Debatte

KITTLITZ, Alard von (2016): Ihr macht uns arm!
Ansage: Die Babyboomer hatten in unserem Alter Kinder, Autos und Häuser. Wir haben wechselnde Beziehungen, ein Fahrrad und den Dispo am Anschlag,
in:
Die ZEIT Nr.21 v. 12.05.

Früher konnte man höchstens Klassensprecher werden, heute wird man Generationensprecher:

"Schlechte Zeiten nämlich für mich und meine Generation, die zwischen 1980 und 1995 Geborenen, die sogenannte Generation Y",

beschreibt Alard von KITTLITZ (Jahrgang 1982, 861 Tausend Geburten) seine Generation mit einer einzigen Eigenschaft:

"Uns eint (...), dass wir politisch nicht ins Gewicht fallen."

Angesichts der Tatsache, dass diese Geburtsjahrgänge mit bis zu 905 Tausend Geburten pro Jahr den geburtenschwachen Jahrgängen der 1970er Jahre als geburtenstarke Jahrgänge erscheinen könnten, ist die Konstruktion einer solchen Generation durch nichts zu rechtfertigen, außer dass sie als Feuilletonerfindung durch die Gazetten geistert.

Leithammel dieser Sicht auf die Rentnerdemokratie ist der Marktradikale und Babyboomer Rainer HANK (Jahrgang 1953, 1,095 Millionen Geburten). Wer sind eigentlich die Babyboomer?

"Sie besetzen die Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft. Die stärkste Alterskohorte waren die zwischen 1950 und 1965 Geborenen schon immer",

erklärt uns KITTLITZ, der offenbar nicht rechnen kann:

Jahrgang 1950: 1,12 Millionen
Jahrgang 1965: 1,36 Millionen

Wenn man den Jahrgang 1950 dazu zählt, dann gehören mindestens noch die Jahrgänge 1966 - 1969 dazu, die alle mehr Geburten als der Jahrgang 1950 umfassten.

Minderheiten sind viel durchsetzungsfähiger als Massenbewegungen. Denn wenn Masse zählen würde, dann müssten Eltern, die sich gerne zu Verlierern stilisieren, die Gewinner dieser Gesellschaft sein. Aber wie man am Beispiel von FINKE sieht, giften sich Eltern gerne gegenseitig an, weil sich die einen Eltern gegenüber den anderen Eltern benachteiligt fühlen oder diese gar nicht als richtige Eltern anerkennen. Und wie sieht es mit den Eliten aus? Sind das etwa Viele? Warum sind sie dann an der Macht und nicht längst davon gejagt, wenn Masse zählen würde?

KITTLITZ fordert ein Beschäftigungsprogramm für junge, einheimische Berufstätige, das er als "New Deal für Flüchtlinge" vermarktet:

"in diesen Programmen fände unsereins, die Jungen, unbefristete, vernünftig bezahlte, steuerpflichtige Arbeit."

Was hat das eigentlich mit der Rentendebatte zu tun? Schließen sich Renten, die den Lebensstandard erhalten, und vernünftige Löhne für Beschäftigte aus? KITTLITZ baut einen Popanz auf, mit dem er Scheinkämpfe führt.

Fazit: KITTLITZ jammert über Babyboomer wie FINKE und HANK und diese jammern über die Rentendebatte. Dies zeigt bereits, dass Generationengerechtigkeit ein Scheinargument ist. In unserer Klassengesellschaft ist es entscheidender, ob jemand wie die beiden Autoren zur gut situierten Mittelschicht gehören oder nicht.

 
       
   
Die Entwicklung der Mittelschicht in der Debatte

NIEJAHR, Elisabeth (2016): Nur keine Angst.
Wohlstand in Deutschland: Der Mittelschicht geht es gar nicht so schlecht wie behauptet - weil viel mehr Frauen berufstätig sind,
in:
Die ZEIT Nr.21 v. 12.05.

Elisabeth NIEJAHR ist unter die Gesundbeter gegangen. Angesichts des Niedergangs der Volksparteien und des Aufstiegs der AfD gehen unser Journalisten nun vermehrt unter die Gesundbeter, nachdem sie uns jahrelang im Zeichen neoliberaler Reformen und dem Motto: die Stimmung ist viel besser als die Lage, das genaue Gegenteil erzählt haben. Geringverdienende Frauen? Kein Problem, denn das sind ja alle nur Zuverdienerinnen:

"Der typische Industriearbeiter hat heutzutage eben keine Hausfrau, sondern eine Teilzeitkraft an seiner Seite."

Willkommen im Jahr 1957! Christine FINKE soll sich nicht so haben, erklärt uns NIEJAHR:

"Lebenssituation, Bezahlung und Absicherung (...) mögen nicht ideal sein. Aber sie sind doch besser als die von ehemaligen Industriearbeitern, die einen sozialen Abstieg verkraften müssen."

Vorbeter einer solchen neuen Gesundbeterei ist der Ökonom Gert G. WAGNER.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

SCHIERITZ, Mark (2016): "Auf dem Weg in die Plutokratie".
Wie kommt es, dass in allen Ländern die Ungleichheit der Einkommensverhältnisse zunimmt? Fragen an den Starökonomen Branker Milanovic,
in:
Die ZEIT Nr.21 v. 12.05.

 
       
 

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Zu den News vom 07. - 11. Mai 2016
 

   
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