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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 25. - 31. August 2004

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Die bislang für einen westdeutschen Geburtsjahrgang niedrigste endgültige Kinderzahl wird mit 1439 für die 1968 geborenen Frauen geschätzt. Für die danach geborenen Frauen (1969, 1970) erwarten wir mit 1456 bzw. 1472 leichte Anstiege der endgültigen Kinderzahl. Der Rückgang der endgültigen Kinderzahlen, der bereits seit dem Jahrgang 1933 (2224) bestand, ist damit abgeschlossen."
(Jürgen Dorbritz in den BIB-Mitteilungen, Nr.2 v. 22.06.2004)

 
 
     
 
     
 
  • BARTELS, Gerrit (2004): Wer lacht, hat Pech gehabt.
    Das Warten auf den Sonnenschein: Ein Bücherherbst, der sich genauso Erfolg versprechend wie unaufgeregt entwickelt, und ein eigenartiger, aber interessant wechselvoller Saisonauftakt im Literarischen Colloquium Berlin,
    in: TAZ v. 31.08.

Gerrit BARTELS sucht den Bestsellerautor des Bücherherbstes: "Die neuen Bücher einiger Großautoren wurden schon früh in diesem Sommer veröffentlicht, von Martin Walser, Peter Handke, Volker Braun; es folgten dieser Tage die einiger potenzieller Großautoren, von Ralf Rothmann etwa, Thomas Meinecke oder Bodo Kirchhoff; und in Sven Regener oder Thomas Brussig legen demnächst zwei jüngere Autoren neue Romane vor, die die literarische Welt nicht aus den Angeln heben werden, aber ordentlich Verkäufe versprechen.
Ein neuer Star aber, einer, an dem keiner vorbeikann, ist nicht in Sicht, keine neue Judith Hermann, kein Christian Kracht, kein Georg Klein. (...). Und ob es bei Sophie Dannenbergs
»Das bleiche Herz der Revolution« zugreift, einer »bissigen« Auseinandersetzung eines Kindes mit seinen 68er-Eltern, sei dahingestellt: Vom Verlag stolz als heißes Eisen gehandelt, waren zumindest erste professionelle Leser eher enttäuscht, wenn nicht gar entsetzt von der Qualität des Buches.
"
     
 
     
 
     
 
     
 
  • SCHIRRMACHER, Frank (2004): Mein Lieblingsbuch.
    "Ernst Jünger: Annäherungen - Drogen und Rausch",
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.08.

     
 
  • MÄRZ, Ursula (2004): Zug der Unzufriedenen.
    Montags auf die Straße: Protokoll zu den fortlaufenden Berliner Demonstrationen gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.08.

     
 
  • KLÜVER, Reymer (2004): Eine Frage des Stolzes.
    Der Grüne Oswald Metzger tingelt durch die Republik und schimpft über die eigene Partei - für die er doch eigentlich wieder in den Bundestag will,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.08.

Reymer KLÜVER porträtiert den Vorzeige-Grünen der neuen Bürgerbewegung, der mit Ehrlichkeitspathos und Schmerz, Schweiß- und Tränen-Reden den Neoliberalismus unters Volk bringt:

"Sein im letzten Jahr veröffentlichtes Buch ist jetzt als Taschenbuch herausgekommen. Er hält jede Woche zwei, drei, mitunter mehr Vorträge, für die er 3000 Euro fordert und erhält. Er wird auf Podien und in Talkshows eingeladen. Und hilfreich ist sicher auch, dass ihn die Bertelsmann-Stiftung als Berater verpflichtet hat."

     
 
  • BESTE, Ralf & Gabor STEINGART (2004): "Da müssen wir durch".
    Außenminister Joschka Fischer, 56, über die Kampfkraft seiner Grünen, Oskar Lafontaines Pläne für eine Linkspartei und die wachsende Zerstrittenheit der Union,
    in: Spiegel Nr.36 v. 30.08.

Joschka FISCHER u.a. über die Wählerschaft der Grünen:  Wenn wir eine große Volkspartei wären wie die SPD, hätten wir vielleicht dieselben Probleme. Die Grünen haben aber eine andere Wählerschaft. Ich verrate Ihnen mal ein Geheimnis: In Marburg, Frankfurt, Köln und anderswo sind wir schon seit der Gründung auch in gutbürgerlichen Gegenden, um nicht zu sagen reichen Gegenden gewählt worden. Und das, obwohl wir immer für soziale Gerechtigkeit eingetreten sind und nie Klientel-Politik für Besserverdienende à la FDP gemacht haben. Heute laufen bei den jungen Erstwählern die Entscheidungen oft nicht zwischen der SPD und uns, sondern zwischen uns und der CDU.
     
 
  • DEMSKI, Eva (2004): Neid ist geil!
    in: Signale. Gedanken zur Zeit. Sendung des DeutschlandRadio Berlin  v. 29.08.

     
 
  • SCHMID, Thomas (2004): Die nervöse Republik.
    Berlin ist nicht Weimar. Das war mehr Glück als Leistung. Haben wir in den besseren Zeiten wirklich genug gelernt für schlechtere?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.08.

     
 
     
 
  • LOTTMANN, Joachim (2004): Guten Tag, ich will meinen Körper zurück.
    Mit der Schriftstellerin Kerstin Grether über die Berliner Kastanienallee. Ein Kontrollgang,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.08.

     
 
  • HENTSCHEL, Joachim (2004): Arbeiter sind klasse.
    Vor genau zehn Jahren erschien das erste Album von Oasis, für viele Menschen eine Offenbarung. Was war noch mal die Geschichte?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.08.

Vor 10 Jahren erschien das Debütalbum Definitely Maybe von Oasis. HENTSCHEL rekapituliert nochmals das Missverständnis von Cool Britannia:

"Eigentlich hatte die Band vorgehabt, sich dem Radiopublikum mit einem hedonistischen Arbeiterkampflied vorzustellen. Coole Wampe: »Du bist ein Ausgestoßener, du gehörst zur Unterklasse/Aber das ist dir egal, denn dein Leben ist schnell genug.« Sie nahm dann lieber den weich gereimten Mumpitz-Song »Supersonic« (»Sie trieb's mit einem Doktor in einem Helikopter«") (...).
Nostalgisch verklärt sagen viele, es habe damals sonst keine gescheite Musik gegeben - wer einen der frühen Auftritte erlebt hat, versteht diese falsche Aussage instinktiv richtig. (...).
»Die Jungs würden es nie wagen, dieses Konzert bloß 'schön' zu finden. Schön ist vielleicht das Wetter oder der Tag in der Bier-Reklame, aber hier muß Freude begründet werden, und das geht ja auch gut«, schrieb Benjamin von Struckrad-Barre 1998 am Schluß von »Soloalbum«, dessen Kapital nach Oasis-Liedern benannt sind und das ein ähnlich großkotziges, im Kern simples Debüt war wie »Definitely Maybe«. Wenn auch nicht Working Class.
(...).
Dass sie 1994 nach fünfzehn Jahren konservativer Regierung die Grundregeln des Thatcherismus längst selbst verinnerlicht hatten, daß sie statt Klassenkampf nur persönliche Beförderung suchten, hatte der Labour-Vorsitzende Tony Blair jedenfalls schneller erkannt als das Publikum, das den Britpop-Trend und den neuen Swing von London als erfrischende Vorboten der Befreiung las. (...).
Im Mai 1997 gewann New Labour die General Election, und kurz bevor Blair Studiengebühren vorschlug und Zwangsbeschäftigung für genau die Arbeitslosen, die ihm mit ihrer Popmusik so gut ins Amt geholfen hatten, empfing er Noel Gallagher zur Sieger-Party in der Downing Street."

     
 
  • GERHARTZ, Katja (2004): Immer mehr Singles suchen Hilfe für das Leben nach Dienstschluss.
    Hamburgerin gründet Agentur für Freizeitmanagement,
    in: Welt am Sonntag Hamburg v. 29.08.

     
 
  • GRIESE, Inga (2004): Immer mehr Männer werden immer weniger.
    Emanzipation auf der Waage: Das starke Geschlecht im Diätwahn,
    in: Welt am Sonntag v. 29.08.

     
 
  • WIN (2004): Erfolgreiche Menschen haben kaum Sex,
    in: Welt am Sonntag v. 29.08.

Im Kulturkampf gegen kinderlose Doppelverdiener haben US-amerikanische Forscher den DIN kreiert: Double Income No Sex. WIN schreibt dazu:

"Künftig können Sie aufhören, das Vorzeigepärchen aus dem Nachbarhaus zu beneiden. Beide sehen toll aus. Beide sind ultraerfolgreich. Wahrscheinlich aber sind es »Dins«, und denen fehlt etwas Entscheidendes: Sex.

     
 
  • JESSEN, Philipp (2004): Hart, aber romantisch.
    Warum gerade Männer eine Schwäche für romantische Komödien haben. Ein Bekenntnis,
    in: Welt am Sonntag v. 29.08.

Philipp JESSEN beklagt sich darüber, dass es heutzutage keine romantischen Frauen mehr gibt: "Wurde sich früher über die körperliche Verweigerung der Frauen beschwert, so höre ich immer öfter Freunden und auch Fremden zu, die sich über fehlende Romantik und Bindungsfähigkeiten des anderen Geschlechts beschweren. Die einen schieben es auf die heimlich angekommene Emanzipation, ich schiebe es auf die TV-Serie »Sex and the City«. Doch in einem sind wir uns einig: Die romantische Abkühlung der Frau von heute ist einfach eine Tatsache."
     
 
  • WAGNER, Elisabeth (2004): Die Freundin der Siegerin.
    Einige gute Gründe, allein zu sein. Ein Protokoll,
    in: Berliner Zeitung v. 28.08.

Elisabeth WAGNER protokolliert das Leben einer Alleinlebenden: "Übrigens, ich heiße Anna, ich bin Schauspielerin, 32 Jahre alt, und ich lebe allein.
Ich habe aufgehört zu zählen oder darüber mit meinen Freunden zu reden. Die Männer, die ich kennen lerne, stelle ich selten noch jemandem vor. Es ist doch so, sobald wir einen Termin gefunden haben und meine Freunde ihm begegnen könnten, ist es meistens auch schon wieder vorbei. Es hat lange gedauert, bis ich glauben konnte, dass sich die Dinge tatsächlich wiederholen. Denn im Grunde mag ich keine Affären, und immer, wenn etwas beginnt, sehr viel seltener als Sie sich das jetzt ausmalen, versuche ich mir vorzustellen, wohin es führen könnte. Viele meiner Freundinnen bekommen jetzt Kinder. Sie legen mir ihre Babys in den Arm und fragen: »Na, wie fühlt es sich an?« Ich sollte weinen, zusammenbrechen und meine Einsamkeit bekennen, möglich, sie wären zufrieden mit mir und würden aufhören, mich anzusehen wie eine schiffbrüchige Kranke. Aber so einfach ist es nicht. Ich kann mich nämlich anstrengen wie ich will, ich spüre das Unglück nicht."
     
 
     
 
  • EICHSTÄDT-BOHLIG, Franziska (2004): Zukunft "Made in Germany".
    Der Umverteilungssozialismus hat ausgedient,
    in: Tagesspiegel v. 28.08.

     
 
  • KIANI, Wäis (2004): Steht auf, wenn ihr Männer seid.
    Erst forderten Frauen den femininen Typ. Jetzt, da es ihn gibt, wollen sie ihn wieder umerziehen. Zum echten Mannsein gibt es endlich den Regelkatalog. Wir zitieren aus dem neuen Buch "Stirb, Susi",
    in: Financial Times Deutschland v. 27.08.

Wäis KIANI hat im Dezember 2003 ihr Stirb, Susi in der Süddeutschen Zeitung vorgetragen. Da ihre Forderung nach klassischen Geschlechtsrollen exzellent zum heroischen Neoliberalismus passt, ist ihr Beitrag mittlerweile zum Buch aufgebläht worden:

"Anstatt sich auf unserem Terrain wichtig zu machen, sollte ein Mann lieber mit seinen Kumpels trinken gehen, sein Auto tunen, Geschäfte machen, möglichst viele Verhandlungen führen, öfter jemanden auflaufen lassen, seine Untertanen anbrüllen, ständig an Sex denken und auch bei jeder Gelegenheit mehr oder weniger freundlich darum bitten und, ganz wichtig: viel lügen: Echte Männer müssen keine Angst haben, sie werden immer gebraucht. Nicht zum Schwere-Sachen-Heben. Wirklich nicht."  

     
 
  • WINKELMANN, Ulrike (2004): Die junge Tante SPD.
    Hoffnungsträger der Sozialdemokratie.
    Niemand mag sie mehr, die SPD. Und intern streitet die Partei um den Kanzlerkurs. Wer sind die jungen, aber nicht mehr ganz jungen Aufsteiger, die nach der Agenda 2010 der SPD ein neues Gesicht geben werden? Auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene gibt es sie längst. Drei Beispiele,
    in: TAZ v. 27.08.

    • Ulrike WINKELMANN stellt drei Generationsgenossen aus der SPD vor: Kristin ALHEIT, Florian PRONOLD und Heiko MAAS.
     
 
     
 
  • THIE, Hans (2004): Nackte Erpressung.
    Hartz IV und die Folgen. Die Unternehmerverbände wollen den Durchbruch an der Lohnfront, um jeden Preis,
    in: Freitag Nr.36 v. 27.08.

     
 
  • AHBE, Thomas (2004): Das Ende einer Beziehung.
    Umbau der Parteienlandschaft.
    Das modernisierte bürgerliche Milieu des 21. Jahrhunderts braucht den Sozialstaat nicht mehr; der Streit um die Etikettierung der Sozialproteste macht die künftigen politische Bruchlinien sichtbar,
    in: Freitag Nr.36 v. 27.08.

     
 
     
 
     
 
     
 
Hans MONATH hat den heutigen Auftritt von Joschka FISCHER bereits am 23.08. im Artikel Der Erfolg der Grünen vorbereitet, als er schrieb:

"Manche Spitzenpolitiker der Grünen vermitteln den Eindruck, als fänden sie ihre Rolle im Windschatten der gesellschaftlichen Kämpfe um Hartz IV ganz behaglich. Während der Kanzler nun kämpft, ist von Vizekanzler Joschka Fischer zu den Existenzfragen seiner Koalition nichts zu hören. Dabei hätte der Politiker, dem die Deutschen die größte Glaubwürdigkeit bescheinigen, das kommunikative Talent, auch bildungsferne Schichten zu erreichen. Kanzler Schröder hat den Kampf um die Vermittlung aufgenommen. Den Verdacht, es ginge ihnen bei ihrer Abstinenz in der Hartz-Debatte nur darum, die eigene Haut zu retten, könnten die Grünen ausräumen. Wenn sie auch jene Menschen ansprechen würden, die in ihrer sozialen Welt nicht zu Hause sind."

FISCHER verteidigt die Senkung der Spitzensteuersätze mit Vorteilen für die besser verdienenden Grünenwähler und wälzt die politische Verantwortung auf Globalisierung, Europäisierung und demografischen Wandel ab:

"Die Linke muss sich an diesem Punkt ehrlich machen. (...). Sie wissen doch ganz genau, dass unter den Bedingungen der Globalisierung und Europäisierung eine solche Rücknahme hohe direkte Steuern und Abgaben, aber nicht mehr Verteilungsgerechtigkeit bringen würden. Den Kohl’schen Spitzensteuersatz von 53 Prozent haben nur noch die Aufsteiger bezahlt. Auch der Steuerwettbewerb ist Teil des Standortwettbewerbs. Es ist von viel entscheidenderer Bedeutung, dass wir die Prioritäten bei den sanften Standortfaktoren der Zukunft setzen, dass wir die demografische Herausforderung annehmen und endlich aufholen bei den Ganztagsschulen und der Kinderbetreuung. Bei der Ausbildung junger Menschen und im Hochschulbereich müssen wir zulegen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir müssen viel mehr in die junge Generation investieren."

Solcher Verantwortungsverschiebung hat z.B. der Wirtschaftsweise Peter BOFINGER (Berliner Zeitung, 23.08.2004) beim Standortwettbewerb entschieden widersprochen:

"Aber Deutschland ist ein Hochsteuerland.
Das ist ein Ammenmärchen. Laut OECD liegt die Steuerquote nur in Japan, den USA und Spanien noch niedriger als bei uns. Auch mit einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent liegen wir unter dem Niveau der meisten bisherigen EU-Mitgliedsländer.
"

Beim Problem des demografischen Wandels hat der Statistiker Gerd BOSBACH erhebliche Einwände gegen die herrschende Sichtweise vorgebracht.      

     
 
FALTER-Titelgeschichte: Fetisch Familie.
Wie sich die Politik eine Familie vorstellt und wie Familien im wirklichen Leben aussehen
  • JOHN, Gerald & Eva WEISSENBERGER (2004): Die liebe Familie.
    In Österreich leben eineinhalb Millionen Familien. Die Regierung preist sie als Keimzelle der Gesellschaft - aber nur wenn die Eltern nicht schwul oder lesbisch sind. Sind nur Vater, Mutter, Kind eine echte Familie? Wie heil sind die Familien wirklich?
    in: Falter Nr.35 v. 25.08.

JOHN & WEISSENBERGER widmen sich u.a. der verwirrenden Terminologie im Bereich des Alleinerziehens und der Stieffamilien:

"Von der Gesellschaft ebenfalls stiefmütterlich behandelt - und dieses Wort alleine zeigt, wie negativ dieses Thema besetzt ist - wird die heterosexuelle Stieffamilie. Sie ist keine dieser traditionellen Kernfamilien, von denen konservative Politiker gerne reden. Der Begriff Alleinerzieherin, für diese setzen sich linke Politikerinnen immer ein, wird der Realität aber auch nicht immer gerecht. Manche Alleinerzieherin, die für die Statistik als solche gilt, hat längst einen neuen Lebensgefährten, auf der anderen Seite fühlt sich manche Mutter in einer klassischen Familie allein erziehend. Wie viele der eineinhalb Millionen österreichischen Familien mit Kindern unter 19 Patchwork-Families sind, lässt sich daher nicht sagen."

Die Soziologin Katharina MIKO kritisiert, dass soziale Elternschaft in Politik und Medien kaum eine Rolle spielt, weil es dafür kein positiv besetztes Wort gäbe:

"Das Problem der Gesellschaft mit der »multiplen Elternschaft« drücke sich nicht zuletzt dadurch aus, dass die Leistungen der Stiefväter und -mütter im politischen Diskurs nie vorkämen, ja, es dafür nicht einmal ein positiv besetztes Wort dafür gäbe. Miko plädiert daher dafür, die biologische Tatsache »Eltern« und den rechtlichen Status »Elternschaft« um einen Begriff für das »Bevatern« oder »Bemuttern« zu ergänzen."

Das Single-Dasein in Österreich
     
 
  • STEINLE, Bernd (2004): Susie und ihre Männer.
    Drum suche, wer sich ewig bindet: Die Zeitschrift "AlaskaMen" zeigt Junggesellen aus dem Norden,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.08.

Bernd STEINLE referiert die Geschichte des Junggesellenkatalogs AlaskaMen:

"Susie Carter (...) bastelte (...) am eigenen Küchentisch ein Heft zusammen und gab 1987 die ersten fünftausend Exemplare von »AlaskaMen« heraus: hundert Seiten hochkarätiges husband material.
Spätestens als Susie und ihre Männer zwei Jahre später in der Oprah-Winfrey-Show auftraten, wurde ihr Heft zum Selbstläufer".

STEINLE berichtet, dass das Spektrum der Berufe der Heiratswilligen vom wenig spektakulären Gemüsehändler bis zum Goldgräber reicht.

     
 
     
 
  • HOMBRECHER, Maren (2004): Essen, was abfällt.
    Wie fühlt sich der Alltag mit 500 Euro im Monat an? Wie verändert das "Leben light" den Blick auf die Mitmenschen? Und wie gewinnt man den Survival-Kampf im Sozialladen? Auszüge einer Betrachtung von unten,
    in: TAZ v. 25.08.

Während in der jungen Welt Journalisten interviewt werden, die öffentlich-rechtlich abgefedert Hartz-IV zeitlich eng begrenzt Probe leben, bietet die taz Einblick in die derzeitige Sozialhilfeexistenz. Die 37jährige, arbeitslose Kommunikationsdesignerin Maren HOMBRECHER schildert den Kampf um die preiswerten "Luxuslebensmittel" im Sozialladen:

"Das einzig Dumme am Sozialladen ist, dass ihn mittlerweile schon so viele entdeckt haben. Es kommt zwar noch nicht zu Handgemengen dort, aber es ist doch ein ganz schönes Gedrängel. Früher gingen dort nur ein paar Rentner einkaufen. Aber heute gibt es einen regelrechten Run auf die Bude, nachmittags, wenn zwischen 2 und 3 Uhr die neuen Lieferungen kommen. Wer da den Kürzeren ziehen muss, ist klar: die Humpelnden. Seitdem auch viel jüngeres Volk allmählich die Hemmschwelle überwand und sich hereinwagte in den sozialen Absturz, leicht von außen durchs Glasfenster zu bezeugen, trifft man hier auf Arbeiter, neben brotlosen Akademikern, Künstlern und Filmemachern, die man leicht an ihren schwarzen Hornbrillen erkennt."   

     
 
Wolfgang SOFSKY tingelt mit seinem kapitalfreundlichen Beitrag durch die Mitte-Medien: Ein bisschen SCHUMPETER ("schöpferische Zerstörung"), ein bisschen Heinz BUDE ("unternehmerischer Einzelner") gemixt mit einer Polemik gegen Konsensdemokratie, Gewerkschaften und Montagsdemonstrationen. Fertig ist ein Mitte-konsensfähiger Beitrag im "Kampf um die Versorgungsquellen", denn "wer dem Zwang zur Profitmaximierung nicht folgt, scheidet früher oder später aus". Und was hat Herr Sofsky zur Arbeitnehmergesellschaft zu sagen:

"Lohnarbeit fördert die Apathie. Dem Lohnabhängigen fehlt die Chance, über sein eigenes Leben zu bestimmen und sich durch höhere Leistung einen Extragewinn zu verschaffen. (...). Wem die Erfrischungen des freiwilligen Risikos vorenthalten bleiben, setzt nicht auf Arbeit, Disziplin und Kreativität, sondern auf Freizeit und Konsum"

Wie wäre es eigentlich, wenn sich Herr SOFSKY zu allererst aus seiner eigenen  Apathie fördernden Professorenexistenz befreien würde? Sein Beitrag würde dann zumindest das Flair des unternehmerischen Risikos ausstrahlen! 

     
 
       
   

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