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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 16. - 19. August 2016

 
 
     
 
   

Zitate des Monats:

2015: Von 2015 bis 2020 wird die Bevölkerung deutlich schrumpfen und altern 

"In der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts wird die Bevölkerungszahl deutlich schrumpfen und gleichzeitig wird der Bevölkerungsanteil der höheren Altersgruppen immer weiter zunehmen."
(Christoph M. Schmidt

"Der demografische Wandel als große Herausforderung für Wirtschaft und Gsellschaft - ein Überblick", 2015, S.39)

2016: Wir leben in einem kurzen demografischen Zwischenhoch

"Die finanziellen Folgen für die GRV fallen nur deshalb bislang nicht so stark aus, weil die gute konjunkturelle Lage und die günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt zu einer unerwartet positiven Entwicklung der Beitragseinnahmen geführt haben (...). Ebenso hat sich ein kurzes demographisches Zwischenhoch günstig auf die Ausgabenentwicklung ausgewirkt".
(
in: "Altersarmut statt Altersvorsorge" von FELD, Lars/KOHLMEIER, Anabell/SCHMIDT, Christoph M. im ifo Schnelldienst Nr.12 vom 23. Juni 2016, S.4)

 
       
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

STATISTISCHES LANDESAMT BW (2016): Baden‑Württemberg: Höchste Geburtenrate seit 1974.
Im Schnitt 1,51 Kinder je Frau – Pforzheim landesweit Spitzenreiter,
in: Pressemitteilung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg v. 18.08.

Lassen sich aus der Geburtenrate (TFR) Rückschlüsse auf die zu erwartende bundesweite Geburtenrate ziehen? Aufschluss darüber bietet die folgende Tabelle eines Vergleichs der Entwicklung beider Indikatoren in Deutschland und Baden-Württemberg in den letzten Jahren:

Tabelle: Vergleich der Entwicklung der zusammengefassten
Geburtenziffer in Baden-Württemberg und Deutschland in den
Jahren 2011 bis 2015
Gebiet Zusammengesetzte Geburtenziffer (TFR)
  2011 2012 2013 2014 2015
Baden-Württemberg 1,36 1,39 1,41 1,46 1,51
Deutschland 1,39 1,41 1,42 1,47 ?
Quellen: Statistisches Bundesamt (Seitenabruf: 19.08.2016);
Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg
vom 18.08.2016

Da die zusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland in den letzten Jahren höher lag, ist es wahrscheinlich, dass die Geburtenrate auch in Deutschland im Jahr 2015 auf über 1,5 Kinder pro Frau gestiegen ist.

 
       
   

Deutschlands Zukunft im Spiegel der Öffentlichkeit

PÖTZSCH, Olga (2016): (Un-)sicherheiten der Bevölkerungsvorausberechnungen.
Rückblick auf die koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen für Deutschland zwischen 1998 und 2015,
in:
Wirtschaft und Statistik, Heft 4

 
       
   

Das Unterhaltsrecht in der Debatte

MENKENS, Sabine (2016): Die Hälfte zahlt nicht fürs eigene Kind.
Beim Unterhalt kommen viele Deutsche ihrer Verpflichtung nicht nach. Und das gilt beileibe nicht nur für Väter. Schuld daran ist die Geldnot in Trennungsfamilien, aber auch der Streit über den Kontakt zum Kind. Nun will der Staat stärker eingreifen,
in: Welt
v. 19.08.

 
       
   

Die Kinderbetreuung in der Debatte

HEIN, Dörte & Paul WINTERER (2016): Wohin mit den Knirpsen?
Ein Besuch in den Gemeinden mit der höchsten und niedrigsten Betreuungsquote,
in:
Neues Deutschland v. 19.08.

 
       
   

Die rentenpolitische Lösung der Altersarmut in der Debatte

EPD/ND (2016): In Deutschland steigt das Armutsrisiko.
Studie: Rentenpolitik verringert soziale Gleichheit,
in:
Neues Deutschland v. 19.08.

Die Agenturmeldung verbreitet eine Studie der neoliberalen Bertelsmann-Stiftung zur "Zukunftsfähigkeit der 41 Industrienationen in der OECD und der EU". Dabei geht es nicht um "soziale Gleichheit" wie die Überschrift suggeriert, sondern um "Generationengerechtigkeit" - ein Begriff, der selten definiert wird, sondern ein Kampfbegriff ist, um Sozialabbau zu betreiben und Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen.

Wie absurd diese Studie ist, das zeigt bereits, dass bei der Altenlast Mexiko den Platz 1 erreicht hat, während Deutschland auf Platz 38 rangiert. Die zugehörige Broschüre weist noch nicht einmal nach, wie der Altenquotient definiert wurde. Selbst wenn dies der Fall wäre, heißt ein gleich hoher Altenquotient noch lange nicht, dass er in Mexiko das gleiche bedeuten würde wie in Deutschland. Es wird hier suggeriert, dass mittels der Bildung eines solch simplen Index Länder in Rangreihen eingeordnet werden könnten. Hinzu kommt, dass genau betrachtet werden muss, ob überhaupt vergleichbare Statistiken in den einzelnen Ländern vorliegen. Die OECD-Berichte "Renten im Blick" geben für den Bereich der Rentenpolitik darüber Auskunft. Verdoppelt die Bertelsmann-Stiftung hier nicht nur das neoliberale Mantra? Was ist dessen besonderer Vorteil oder gibt es denn überhaupt nicht?

 
       
   

Die Krise des Finanzkapitalismus in der Debatte

GABRIEL, Sigmar (2016): "Für eine internationale Teilhabe-Gesellschaft".
HB-Serie: Globalisierung neu denken (1). Gastkommentar: Unmut, Unruhen und der Aufstieg des Populismus: Der globalisierte Kapitalismus durchläuft eine Zeitenwende. Er muss sozial dazulernen - oder er wird scheitern,
in:
Handelsblatt v. 19.08.

STIGLITZ, Joseph (2016): "Die neuen Unzufriedenen der Globalisierung".
HB-Serie: Globalisierung neu denken (1). Gastkommentar: Die Industriestaaten brauchen ein starkes Netz, damit freier Welthandel funktionieren kann,
in:
Handelsblatt v. 19.08.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Tagesthema: Bauboom und Wohnungsmangel.
Menschen ziehen in Großstädte, Zuwanderer suchen ein Zuhause, Firmen fordern Mondpreise. In den vergangenen Jahren ist es vielerorts sehr schwierig geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Inzwischen werden deutlich mehr Bauvorhaben genehmigt als früher. Entspannt sich nun endlich die Lage?

MÜLLER, Benedikt (2016): Für Flüchtlinge und Großverdiener.
In Ballungsräumen entstehen neue Wohnungen. Doch das klingt besser, als es tatsächlich ist,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.08.

DORNER, Christoph & Benedikt MÜLLER (2016): Meister-Preise.
Der Bauboom beschert vielen Handwerkern volle Auftragsbücher. Die Kosten sind oft hoch - die Ansprüche auch,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.08.

GAMMELIN, Cerstin (2016): Die Vermessung der Blase.
Das Finanzministerium will mit einem Register der Immobilienkredite Krisen verhindern. Banken und Datenschützer sind dagegen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.08.

 
       
   

Urbanität in der Debatte

MATZIG, Gerhard (2016): Gebaute Utopie.
Seit dem Mittelalter versprechen Städte ihren Bewohnern den sozialen Aufstieg. Was bedeutet es, wenn die Metropolen der Gegenwart diese Hoffnung nicht mehr erfüllen?
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.08.

 
       
   

Die Entwicklung der Weltbevölkerung in der Debatte

PIPER, Nikolaus (2016): Die Last mit den Jungen.
Pipers Welt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.08.

"15,2 Jahre beträgt das mittlere Alter der Bevölkerung in Niger. Es ist der niedrigste Wert auf der Welt und Ausdruck der hohen Geburtenrate. In der arabischen Welt weist der Gazastreifen den niedrigsten Wert auf (18,4 Jahre), Jemen erreicht 19,0 Jahre. Das höchste mittlere Alter wurde in Monaco gemessen (51,7 Jahre), gefolgt von Japan und Deutschland mit 46,5 Jahren,"

starrt es uns im Fettdruck heute aus der Süddeutschen Zeitung entgegen.

"Hilfreich ist dabei ein Begriff aus der Entwicklungsforschung: Youth Bulge. Der Begriff stammt von dem amerikanischen Autor Gary Fuller und bezeichnet eine Ausbuchtung in der Alterspyramide einer Gesellschaft. Sie entsteht dadurch, dass die Sterblichkeit der Bevölkerung sinkt, die Geburtenrate aber auf vormodernem Stand bleibt. Dadurch steigt der Anteil junger Menschen dramatisch, vor allem entsteht eine Kohorte junger Männer ohne Arbeit - ein gefährliches Gewaltpotenzial",

doziert Oberlehrer Nikolaus PIPER. Warum die Sterblichkeit in solchen Gesellschaften sinken soll, das dürfte eine empirische Frage sein. Es könnte genauso gut sein, dass die Sterblichkeit zunimmt bzw. die Lebenserwartung sinkt. Die Deutung scheint eher dem historisch bedingten Entstehungszusammenhang des Begriffs geschuldet zu sein, aber keinen allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten, die zu einem "Youth Bulge" führen.

"Es ist langer Debatten würdig, herauszufinden, was dieser Youth Bulge alles bewirkt. Der deutsche Ökonom Gunnar Heinsohn sieht in der Bevölkerungsentwicklung des Nahen Ostens eine wesentliche Ursache für den islamistischen Terror. Ganz sicher aber ist der Bevölkerungsdruck eine der wichtigsten Ursachen für die Migrantenströme nach Europa",

meint Nikolaus PIPER, der damit Philip PLICKERTs Argumentation in der FAZ aufgreift. Damit ist aber noch nicht mit der simplen Verschlagwortung des demografischen Minenfeldes genug:

"Es geht darum die »Bevölkerungsbombe« zu entschärfen und eine »Bevölkerungsdividende« einzufahren",

erklärt uns PIPER, Leiter des Bombenentschärfungskommando der SZ. Das nächste Mal ist wieder die Altenlast dran! 

 
       
   

Alleinerziehende in der Debatte

MERTENS, Silke (2016): Die falschen Alleinerziehenden.
Familienpolitik: Viele Ein-Eltern-Familien sind in Wahrheit zu zweit. Wer wirklich allein ist, muss sich auf ein Leben auf Hartz-IV-Niveau einstellen,
in:
TAZ v. 18.08.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

BAUREITHEL, Ulrike (2016): Eine Frage der Familie.
Umverteilung: Viele jüngere Erwachsene kommen ohne die Unterstützung ihrer Eltern nicht über die Runden,
in:
Freitag Nr.33 v. 18.08.

 
       
   

Die Beamtenversorgung in der Debatte

ÖCHSNER, Thomas (2016): Staatliche Pensionsfonds erzielen kaum noch Rendite.
Wegen der Minizinsen steht für die Beamtenversorgung in Bund und Ländern viel weniger Geld zur Verfügung als geplant,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.08.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Serie (Teil 14)

WILKE, Felicitas (2016): "Besprechen Sie das mit Ihrem Mann".
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (14): Die meisten Frauen wollen sich im Alter nicht auf den Partner verlassen. Doch von Anlageberatern fühlen sich viele nicht ernst genommen. Das liegt an alten Rollenbildern und manchmal auch an den Frauen selbst,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.08.

Felicitas WILKE befasst sich mit der Unzufriedenheit von jüngeren Frauen mit den Beratern der Finanzdienstleister. Dazu werden uns die Publizistin Fleur PLATOW und Annegret STOLBERG, Leiterin einer Bankfiliale, als Expertinnen in Frauenangelegenheiten vorgestellt. Den Frauen wird mangelndes Selbstbewusstsein aufgrund fehlender Finanzbildung ("Grundwissen über Anlageklassen") zugeschrieben:

"Wer Ahnung habe, könne oft selbstbewusster auftreten."

WILKE, Felicitas (2016): Die große Unbekannte.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (14): Viele Witwen haben sich zu Lebzeiten ihres Mannes nie mit Gelddingen befasst. Alleine fühlen sie sich überfordert,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.08.

Felicitas WILKE beschreibt uns über 70-jährige verwitwete Frauen als Problemfall:

"Vor allem Frauen über 70 überblicken ihre eigene finanzielle Situation oftmals schlecht. Einer der Gründe: In den Sechszigerjahren verdiente nur ein Drittel der verheirateten Frauen in Westdeutschland ihr eigenes Geld. Zehn Jahre später waren es 45 Prozent."

Als Experten werden uns Anabel OEHLMANN von der Verbraucherzentrale Bremen, Ruth STEINER ("Münchner Finanzberaterin") und Constanze HINTZE ("Geschäftsführerin der Vermögensberatung Svea Kuschel und Kolleginnen") präsentiert.

Als Problemlösung werden uns die Indienstnahme der eigenen Kinder oder professionelle Beratung durch Verbraucherzentralen oder Honorarberater empfohlen.

Passend? dazu wirbt die SZ um Anzeigenkunden für ihre geplante Altersvorsorgebeilage am 17. November, wobei das Thema bereits ziemlich genau umrissen wird:

"Mehr als 68 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen haben die Deutschen für die Altersvorsorge abgeschlossen. Doch der einstige Verkaufsschlager hat sich zum Sorgenkind der Versicherungsbranche entwickelt. Durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt fällt es den Versichern schwer, die garantierten Zinsen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Zudem zwingen die neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II die Anbieter, viel Eigenkapital für klassische Lebensversicherungen mit lebenslangen Garantien vorzuhalten."

Bei so viel Entgegenkommen für die Belange der Versicherungen müssten die Gelder ja nur so fließen! 

 
       
   

Die Finanzierung der Sozialversicherung in der Debatte

GAMMELIN, Cerstin (2016): Bismarcks Erbe.
Sozialversicherung: Unternehmer müssen sich gleichermaßen an den Kosten für Sozialleistungen beteiligen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.08.

Sigmar GABRIEL (SPD) hat im Wahlkampfmodus die Wiedereinführung der paritätischen Kostenteilung bei den Sozialabgaben, die unter SPD-Beteiligung vor einem Jahrzehnt abgeschafft wurde, gefordert. Cerstin GAMMELIN findet das Paritätsprinzip richtig. Das Standortargument der Unternehmenslobbyisten lässt sie nicht gelten:

"Das Argument (...) verliert (...) an Durchschlagskraft, wenn man sich ansieht, wie die Kosten der Sozialversicherungen in anderen Staaten Europas aufgeteilt sind. In Belgien und Frankreich etwa zahlen Arbeitgeber zwei Drittel der Beitragssätze, Arbeitnehmer ein Drittel. Und das ohne Beitragsbemessungsgrenze wie in Deutschland, wohlgemerkt."

Was GAMMELIN jedoch unterschlägt: Auch innerhalb der Arbeitnehmerschaft existiert längst keine paritätische Kostentragung mehr, denn in der Pflegeversicherung müssen z.B. Kinderlose bei gleichen Einkommen höhere Beiträge zahlen.  

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

FROMME, Herbert (2016): Protektor gibt Kunden weiter,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Thomas Straubhaar in der Debatte

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Es gibt keine Alternative zur Rente mit 69.
Wirtschaftskolumne,
in:
Welt v. 18.08.

 
       
   

Sven Regener in der Debatte

REGENER, Sven (2016): Melancholie und Witzelsucht.
Wie Marcel Reich-Ranicki meinen Roman "Herr Lehmann" zum Beststeller machte, warum die Kunst uns Urlaub von der Sterblichkeit gewährt und was das alles mit Humor zu tun hat,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Kerstin Schwenn in der Debatte

SCHWENN, Kerstin (2016): Bald 100 Milliarden Euro Steuergeld für die Rente.
Bundeszuschüsse steigen bis 2020 drastisch an,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Israel

RÖßLER, Hans-Christian (2016): Seid fruchtbar und mehret euch!
Ultraorthodoxe und die arabische Minderheit treiben in Israel die Geburtenrate nach oben. Das ist schön und teuer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2016): Augenmass bei den Arbeitskosten wahren.
Die Reformvorlage "Altersvorsorge 2020" als Härtetest für die Sozialpartnerschaft in der Schweiz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.

FORSTER, Christof (2016): Höhere Rente braucht es nicht.
Gesenkter Umwandlungssatz wird laut Branchenverband in 2. Säule kompensiert,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in den USA

SCHMIEDER, Jürgen (2016): Die dicksten Fische.
Wie angelt man sich einen Milliardär? Die gefragtesten Singles in den USA sind nicht mehr Profisportler oder Rockstars, sondern die reichen Gründer von Start-ups,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.08.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Serie (Teil 13): Exklusive Seniorenheime.
Die Betreiber bieten reichlich Platz, Service und Luxus - gegen viel Geld

WILKE, Felicitas (2016): Unter seinesgleichen.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (13): Dachterasse und Kalbstafelspitz: Residenzen wie das Augustinum bieten ein Zuhause für Menschen, die sich im Alter ein angenehmes Leben leisten können. Ein Besuch,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.08.

Nachdem uns im vorigen Teil die Billigvariante eines Pflegeheims vorgestellt wurde, wird uns nun von Felicitas WILKE die Lösung für die obere Mittelschicht vorgestellt. Beispielhaft wird uns dafür das Münchener Augustinum im CSU-dominierten Haslberg schmackhaft gemacht, das monatlich ca. 3.000 Euro verlangt - und das ohne jegliche Pflegeleistungen:

"Etwa drei Viertel der 360 Bewohner im Augustinum im Münchner Norden sind Akademiker".

erzählt uns WILKE, die uns einerseits einen Unternehmer mit Ehefrau und andererseits eine verwitwete Karrierefrau als typische Bewohner vorstellt.

"Den Luxus gönnen sich (...) auch Menschen, die in normalen Berufen gearbeitet haben und vorsorgen konnten",

zitiert WILKE den Leiter des Augustinums. Das soll uns wohl sagen: Selber schuld, wer nicht privat vorsorgt. Die Beispiele zeigen jedoch das Gegenteil.

KLIMM, Leo (2016): "Wir haben keine zweite Chance".
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (13): Die Chefin des Pflegekonzerns Korian über ihr sensibles Geschäft,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.08.

Im Gespräch mit Sophie BOISSARD vom französischen Korian-Konzern, dem europäischen Marktführer auf dem Pflegeheimsektor werden uns die unterschiedlichen, historisch gewachsenen, Rahmenbedingungen auf den beiden nationalen Pflegemärkten nahe gebracht:

"In Frankreich wurde die soziale Fürsorge unter staatlicher Regie aufgebaut, in Deutschland ist sie oft kirchlich geprägt. In beiden Fällen steht dahinter die Vorstellung einer karikativen Tätigkeit. Aber in Frankreich zieht sich der Staat schon seit den Achtzigern zurück, deswegen ist unser Geschäft dort heute nicht mehr so umstritten."

Das von Felicitas WILKE vorgestellte Augustinum hat einen kirchlichen Hintergrund, ist aber im vergangen Jahr mit einem Skandal in die Schlagzeilen geraten, weil er sich am Immobilienmarkt verzockt hatte, was zu erheblichen Verlusten führte. Deshalb kann BOISSARD auch das privatwirtschaftliche Modell gegenüber den gemeinnützigen Einrichtungen positiv hervorheben:

"Das betriebswirtschaftliche Modell hat klare Vorteile für die ganze Gesellschaft: Mehr Effizienz und Standardisierung der Dienstleistung garantiert besseren Umgang auch mit öffentlichen Geldern",

erklärt uns BOISSARD. Nur sollte nicht vergessen werden, dass Missmanagement kein Privileg gemeinnütziger Einrichtungen ist, wie das bei der SZ suggeriert wird. Dies gilt auch für den Hinweis auf den deutschen Pflegenotstand, dem BOISSARD nicht mit Einsparungen bei der Anzahl der Pflegekräfte, sondern mit einer Reduzierung der hohen Fluktuation von Pflegekräften begegnen will, da diese hohe Kosten verursache.

Die hohen Kosten für die Heimunterbringung, versichert uns BOISSARD, würden sich in Deutschland auf die letzten zwei Jahre vor dem Tod beschränken.    

ÖCHSNER, Thomas (2016): Programm für eine bessere Betriebsrente.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (13): Für kleine Firmen oft zu schwierig. Gewerkschaften fordern neue Tariflösungen für betriebliche Altersvorsorge,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Der Exkurs Zur längerfristigen Entwicklung der Alterssicherung des Monatsberichts August der Deutschen Bundesbank in den Medien

SCHWENN, Kerstin (2016): Gabriel nennt Rente mit 69 eine "bekloppte Idee".
CDU-Wirtschaftsrat lobt dagegen Bundesbank-Vorschlag,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.08.

RO/RTR (2016): Sigmar Gabriel düpiert Bundesbanker,
in:
Tagesspiegel v. 17.08.

Der Tagesspiegel verteidigt die Bundesbanker, diese seien nicht mit Investmentbankern zu verwechseln. Es wird uns vorgerechnet, dass diese im Schnitt nur knapp 53.000 Euro im Jahr verdienen würden. Dies ist ein klassisches Eigentor, denn der Durchschnitt beinhaltet ja auch Berufseinsteiger mit niedrigem Gehalt. Der Durchschnittsverdienst für die gesetzliche Rente (West) lag dagegen bei nur 34.999 Euro im Jahr. Zumal uns verschwiegen wird, welche großzügige Versorgung die Bundesbanker beim öffentlichen Dienst erwartet - im Vergleich zur gesetzlichen Rente. Das hätte der Tagesspiegel also besser sein lassen!

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

FRÜHAUF, Markus (2016): Weniger arbeiten - weniger verdienen.
Finanzplanung mit Mitte fünfzig (3): Die Altersteilzeit muss sich das Ehepaar leisten können,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Armin Nassehi in der Debatte

NASSEHI, Armin (2016): Wir brauchen eine loyale Opposition.
Die Parteien haben es beim Thema Flucht und Einwanderung versäumt, den Bürgern Alternativen zu bieten. Bekenntnisse zur Demokratie richten nichts aus gegen das Gefühl, entmachtet zu sein,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FORSTER, Christof (2016): Milliarden auf die Kreditkarte der Jungen.
Bürgerliche Allianz bekämpft AHV-Initiative der Gewerkschaften,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

WELTER, Patrick (2016): Japans Konjunkturmotor stottert.
Ein nominales Wachstum im zweiten Quartal und sinkende Investitionen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

WELTER, Patrick (2016): Verunsicherte Japaner üben Konsumverzicht.
Kommentar: Abenomics ohne Glanz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Der Exkurs Zur längerfristigen Entwicklung der Alterssicherung des Monatsberichts August der Deutschen Bundesbank in den Medien

ÖCHSNER, Thomas & Markus ZYDRA (2016): Rente mit 69? Nein, danke.
Mit 67 Jahren soll noch nicht Schluss sein: Die Bundesbank fordert, das gesetzliche Regeleintrittsalter in den Ruhestand weiter zu erhöhen. Die Bundesregierung will davon lieber nichts hören,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.08.

Zum Schluss wird uns eine völlig absurde Forderung der Bundesbanker präsentiert:

"Die Bundesbank fordert die Bundesregierung auf, offizielle Prognosen zur Rentenentwicklung vorzulegen, die bis 2060 reichen. Das stärke die »Planungssicherung« für die Bürger und gebe »Orientierungsgrößen für den Bedarf ergänzender Vorsorge«"

Die Bundesbanker sind nicht einmal in der Lage die Wirtschaftsentwicklung für ein Jahr einigermaßen genau zu prognostizieren und verlangen Prognosen über rund 45 Jahre zur Rentenentwicklung. Selbst die Annahmen der Bundesbank zur Bevölkerungsentwicklung bis 2060 erweisen sich bei näherer Betrachtung als unseriös. Dazu heißt es im Monatsbericht:

"Den Angaben liegt die fernere Lebenserwartung aus Variante 2 der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung zugrunde (Kontinuität bei stärkerer Zuwanderung). Vgl.: Statistisches Bundesamt (2015), Bevölkerung Deutschlands bis 2060, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung." (S.72)

Die Lebenserwartung wird also nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung angenommen. Zu dem Verhältnis von Beitragszahlern zu den Rentnern heißt es im Monatsbericht weiter:

"Zur Ermittlung der Rentenanpassungen wird der Rentnerquotient durch den demografischen Altenquotienten (definiert als das Verhältnis der über 65-Jährigen zu den 20- bis unter 65-Jährigen) aus der 13. Bevölkerungsvorausberechnung (Variante 2: Geburtenziffer konstant bei 1,4 Kindern je Frau, steigende Lebenserwartung, langfristiger Wanderungssaldo 200 000 Personen pro Jahr) approximiert." (S.72)

Eine Geburtenrate von 1,4 Kinder pro Frau ist bereits heute überholt, denn die aktuelle Geburtenrate geht auf 1,5 Kinder pro Frau zu. Diese Kinder wären damit die Berufseinsteiger ab 2040. Oder anders formuliert: Die Anzahl der potentiellen künftigen Beitragszahler wird in dieser Annahme unterschätzt. Hinzu kommt, dass sich nach den Berechnungen der 13. Bevölkerungsvorausberechnung der Altenquotient in den einzelnen Szenarien stark unterscheidet. Schon die Prognos-Berechnungen die uns kürzlich der Spiegel präsentiert hat, haben hier Defizite aufgewiesen. Erst gestern - möglicherweise sogar im Hinblick auf diese Bundesbank-Simulation - hat der prominente Ökonom Thomas STRAUBHAAR solche Praktiken scharf kritisiert.

Fazit: Angesichts der Unsicherheit der Entwicklungen bis zum Jahr 2060 wären Prognosen nichts als Kaffeesatzleserei. Ihr einziger Zweck bestände darin, berechtigte Forderungen hinsichtlich der gesetzlichen Rentenentwicklung auszuhebeln.

ÖCHSNER, Thomas (2016): Noch ein Vorschlag.
Kommentar zur Rente,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.08.

PLICKERT, Philip (2016): Bundesbank für Rente mit 69 Jahren.
Die Lebenserwartung steigt weiter. Deshalb dürfe ein noch höheres Rentenalter kein Tabu sein. Es gibt für Rentner aber eine positive Überraschung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

Die positive Überraschung wird nicht jeder so sehen, wenn damit eine Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente durch weitere Einschnitte gemeint ist. PLICKERT zitiert zum Vorschlag nicht nur ablehnende Haltungen wie die SZ, sondern eine zustimmende Stellungnahme des CDU-Abgeordneten Michael FUCHS, der uns zwar als "stellvertretender Unions-Fraktionschef", aber nicht als Unternehmer, der eng mit dem BDA verflochten ist, vorgestellt wird.

Ausführlicher als in der SZ werden uns die Ergebnisse der Simulationsrechnungen der Bundesbank präsentiert, wobei vor allem deren angeblich positiven Überraschungen herausgestellt werden:

"Gleichzeitig unterstreicht die Bundesbank, dass die Rechnungen der Bundesregierung das künftige Versorgungsniveau unterschätzen, weil sie mit der Annahme von 45 Beitragsjahren rechnet. Rechnet man mit 47 oder 49 Jahren, ergibt sich ein gedämpfter Rückgang des Versorgungsniveaus."

Dies werden nur jene zu schätzen wissen, die dann noch gesund sind und einen Arbeitsplatz besitzen, der gut bezahlt ist. Der Rest wird das nicht als positiv einschätzen. Im Gegensatz zur SZ, die sich bei der Riester-Rente auf den Rentenversicherungsbericht 2015 und eine Rendite von 4 % verweist, teilt uns PLICKERT mit, dass die Bundesbank auch Szenarien mit niedrigeren Renditen von 1,5 und 3 Prozent durchgerechnet habe.

Kritik an den Annahmen zur demografischen Wandel wird auch von PLICKERT nicht geübt. Auch wird nicht erwähnt - anders als in der SZ, dass erst im Jahr 2064 der erste Geburtsjahrgang 1995 mit 69 Jahren in Rente gehen würde.

GÖBEL, Heike (2016): Renten im Fernrohr
Kommentar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

Heike GÖBEL kommt die Kaffeesatzleserei der Bundesbank gerade Recht, um Forderungen nach Leistungsverbesserungen in der Rentenpolitik abwehren zu können.

SEIBEL, Karsten (2016): Bundesbank: Deutsche müssen bis 69 arbeiten.
Ändert sich das System nicht, erhalten die heute Zwanzigjährigen nur noch 40 Prozent des Durchschnittslohns, warnen die Experten. Kritik an fehlender Planungssicherheit,
in:
Welt v. 16.08.

Die Welt posaunt den Exkurs zur Alterssicherung der Bundesbank als eine Art Weisheit letzter Schluss auf Seite 1 hinaus. SEIBEL spricht nur von Planungssicherheit "über das Jahr 2030" hinaus. Offenbar ist ihr die Bundesbank mit ihren Forderungen zu Prognosen bis 2060 doch zu peinlich. Die Erläuterungen zum Bundesbank-Vorschlag sind mager und stark selektiv. Weder ablehnende noch zustimmende Stellungnahmen zum Vorschlag werden uns präsentiert, aber allein die Art der Argumentation von SEIBEL kommt einer Zustimmung gleich.

POSCHARDT, Ulf (2016): Länger leben, länger arbeiten.
Kommentar,
in:
Welt v. 16.08.

Ulf POSCHARDT würde gerne die Bundesbank als liberale Partei im Parlament vertreten sehe, da die Politiker nicht in der Lage seien zu richtiger Rentenpolitik.

DRIBBUSCH, Barbara (2016): Länger leben, länger ackern.
Zukunft: Die Bundesbank schlägt ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren bis zum Jahre 20160 vor,
in:
Welt v. 16.08.

Barbara DRIBBUSCH geht nicht über das Referieren des Bundesbank-Vorschlag hinaus, verweist lediglich noch darauf, dass auch die Prognos AG eine Rente mit 69 schon ab 2040 gefordert habe. Dies ist insofern falsch, denn sie hat lediglich Szenarien im Auftrag der Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet. Ein Szenario wurde mit "Kopplung an die Lebenserwartung" bezeichnet - aber nicht mit Rente mit 69.

DPA/ND (2016): Bundesbank empfiehlt Rente mit 69.
Regierung weist Vorschlag zurück,
in:
Neues Deutschland v. 16.08.

DOEMENS, Karl (2016): Bundesbank für Rente mit 69.
Autoren begründen Forderung mit dem demografischen Wandel,
in: Frankfurter Rundschau
v. 16.08.

KOKOLOGIANNIS, Georgios & Frank SPECHT (2016): Gerechtigkeit für Generationen.
Die Bundesbank plädiert für ein noch höheres Rentenalter,
in:
Handelsblatt v. 16.08.

KOKOLOGIANNIS & SPECHT weisen darauf hin, dass die Forderung der Bundesbank nach einer Rente mit 69 bereits in einem Monatsbericht des Jahres 2009 gefordert wurde. Im Monatsbericht Juli 2009 heißt es:

"Festgelegt ist bislang eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre bis 2029. Obwohl in den aktuellen Bevölkerungsprognosen auch danach mit einem beinahe konstanten Anstieg der ferneren Lebenserwartung um gut einen Monat pro Jahr gerechnet wird, ist bislang keine weitere Erhöhung des Rentenalters vorgesehen. Wenn das Verhältnis von Ruhestands- und Erwerbsphase näherungsweise konstant gehalten werden soll, wäre unter den demographischen Annahmen der AWG bis 2060 eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 69 Jahre notwendig. Eine Indexierung des Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung (wie z. B. in Dänemark) könnte der zu erwartenden Entwicklung grundsätzlich Rechnung tragen und für die Beteiligten eine verlässlichere längerfristige Perspektive schaffen." (2009, S.43)

Außer der Stellungnahme des Regierungssprechers werden uns nur zustimmende Stellungnahmen präsentiert: BDA und Hubertus PORSCHEN vom Verband der jungen Unternehmer. Außerdem werden weitere Vorschläge genannt, die in die selbe Richtung weisen. Nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass sich die Bundesbank für weitere Erleichterungen für die private Altersvorsorge ausspricht - aber keine konkreten Maßnahmen genannt.

Zuletzt wird die Forderung von Freibeträgen für Sozialabgaben von Thorsten SCHÄFER-GÜMBEL (SPD) mit Einnahmeneinbußen in der Rentenversicherung zusammen gebracht, die gemäß Anneli BUNTENBACH (DGB) durch Steuergeld ausgeglichen werden sollten.

RASCH, Michael (2016): Das deutsche Rentensystem ist massiv unter Druck.
Bundesbank hält langfristige Renteneintrittsalter von 69 Jahren für nötig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

Die Rente mit 69 sei wegen dem demografischen Wandel unvermeidlich, erklärt uns der deutsche Wirtschaftsjournalist Michael RASCH. Den Wandel definiert er als "steigende Lebenserwartung" und "zugleich sinkender Geburtenrate". Karl DOEMENS zitiert dagegen in der gestrigen FR "aufgrund gesunkener Geburtenraten und steigender Lebenserwartung". Das ist keine Haarspalterei, sondern macht einen großen Unterschied, denn seit einigen Jahren steigt die Geburtenrate in Richtung 1,5 Kinder pro Frau (TFR) und müsste deshalb auch Auswirkungen auf die Annahmen zur Bevölkerungsvorausberechnung nach 2040 haben - was es jedoch bei den Bundesbank-Ökonomen nicht tut.

Befürworter der Kapitaldeckung reduzieren das Rentenproblem gerne auf nur drei Stellschrauben (Beitragssatz, Renteneintrittsalter und Versorgungsniveau). Weitere Optionen - hier nennt RASCH nur die Ausweitung des Bundeszuschusses oder der Einbezug von Selbständigen - werden als "nicht ausreichend" betrachtet. In Deutschland wird hier auch gerne von fehlender Nachhaltigkeit gesprochen. Damit wird suggeriert, dass es Lösungen gäbe, die eine grundsätzliche Beseitigung der Rentenprobleme darstellen würde. So wird uns die private Altersvorsorge als verbesserungswürdig beschrieben. Darunter summiert RASCH auch Immobilien und die betriebliche Altersvorsorge. Die "finanzielle Tragfähigkeit der Rente" könne dagegen durch eine Kopplung an die Lebenserwartung sichergestellt werden. Dänemark, Estland und Italien werden uns diesbezüglich als Vorbilder präsentiert. Diese Sicht reduziert Rentenprobleme auf Demografie und vernachlässigt dagegen nicht-demografische Aspekte wie Produktivitäts- und Lohnentwicklung, die entscheidenden Anteil an der finanziellen Tragfähigkeit von Renten haben.

Zu den Vorausberechnungen bis 2030 tischt uns RASCH Lügen auf, wenn er behauptet, dass viele der derzeitigen Vorausberechnungen bis 2030 "auf dem Jahr 1989" basieren würden. Die Vorausberechnungen wurden in den letzten Jahre wegen Fehlprognosen in kurzem Abständen revidiert. Die letzte 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes hat das Basisjahr 2013. Darauf fußen auch die Bundesbank-Annahmen. 

 
       
   

Die Entwicklung der Mittelschicht in der Debatte

LENGFELD, Holger (2016): Das Ende der Abstiegsangst.
Trendwende: Die Mittelschichten in Deutschland haben ihre Zuversicht zurückgewonnen,
in:
Tagesspiegel v. 16.08.

Der Soziologe Holger LENGFELD kann mit seiner Argumentation, die sich aufgrund seiner spärlich präsentierten Fakten, für uns nicht nachvollziehen lässt, nicht überzeugen. Weder werden die Mittelschichten von ihm definiert, noch lassen sich seine allgemeinen Zahlenwerte irgendeiner Schicht zuordnen. Wir müssen also glauben, was uns LENGFELD nur behauptet, aber nicht belegt.   

 
       
   

Die Rentenpolitik der Arbeitgeber- und Unternehmensverbände in der Debatte

FRESE, Alfons (2016): "Wir sind kein kapitalistisches Land".
Steffen Kampeter, neuer Chef der Arbeitgeberverbände, über Sozialpartnerschaft, Tarifverträge und auskömmliche Renten,
in:
Tagesspiegel v. 16.08.

Steffen KAMPETER interessiert sich nicht für Probleme der Arbeitnehmer, sondern nur für die Profite der Unternehmen. Er redet deshalb die Rentenentwicklung schön und verteidigt die kaptalgedeckte Altersvorsorge. Die Riester-Rente hält er für rentabel. Einzig steigende Sozialausgaben sind ihm deswegen ein Ärgernis. Weshalb er Steuerentlastungen nur ablehnt, wenn diese zu höheren Sozialabgeben führen würden. An der Investitionsfaulheit der Unternehmer ist aus dieser Sicht nur der Staat schuld, der es an günstigen Rahmenbedingungen missen lässt.

 
       
   

Die Pensionslasten der Unternehmen in der Debatte

HOFMANN, Siegfried (2016): Pensionslasten erreichen Rekordhöhe,
in: Tagesspiegel v. 16.08.

Abgespeckte Version des gestrigen Handelsblatt-Artikels von Siegfried HOFMANN.

 
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

BFCH (2016): Deutsche können sich größere Wohnungen leisten.
Die Einkommen steigen stärker als die Mieten. Gefälle zwischen den einzelnen Regionen nimmt zu,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

Die FAZ referiert den gestern veröffentlichten und umstrittenen IW-Kurzbericht Mieten und Einkommen gehen meist Hand in Hand von Ralph HENGER.

 
       
   

NEUES DEUTSCHLAND-Tagesthema: Wohnungsmarkt.
Das wirtschaftsnahe Institut IW behauptet, dass Mieter sich heute im Durchschnitt größere Wohnungen leisten können als 2010. Der Mieterbund kritisiert, dass die großen Unterschiede bei den Einkommen nicht berücksichtigt wurden. Und Wirtschaftsforscher wundern sich über die Datengrundlage

OERTEL, Gabriele (2016): Vorstufe des Paradieses? Mitnichten!
Gespräch mit Ulrich Roperts, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes: Der Mieterbund hält die IW-Studie zur Mietentwicklung für realitätsfremd und abenteuerlich,
in:
Neues Deutschland v. 16.08.

POELCHAU, Simon (2016): Die Sache mit der Prognose.
Mietkostenstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln fußt auf einer fragwürdigen Datenbasis,
in:
Neues Deutschland v. 16.08.

Simon POELCHAU beruft sich mit seiner Kritik an dem IW-Kurzbericht Mieten und Einkommen gehen meist Hand in Hand von Ralph HENGER auf den DIW-Ökonom Karl BRENKE. Das IW benutze lediglich Schätzungen der GfK, aber keine amtlichen Werte, die für 2016 nicht zur Verfügung stehen. Zudem sei das Durchschnittseinkommen nicht aussagekräftig. Uns wird dagegen das Medianeinkommen von 2014 folgendermaßen dargestellt:

"2014 betrug es 19.733 Euro pro Person. Das untere Fünftel der Gesellschaft müsse mit maximal 14.163 zurecht kommen; das obere Zehntel hatte mindestens 36.871 Euro."

Welche Einkommen dazu herangezogen wurden bleibt genauso unklar wie die Tatsache, dass gewöhnlich auf das Haushaltseinkommen und nicht das Personeneinkommen Bezug genommen wird. 

 
       
   

Die Rentenpolitik der Parteien in der Debatte

BUNZENTHAL, Roland (2016): Was soll es kosten, wer soll es bezahlen?
ND-Serie Reicht die Rente? (3): Die Vorstellungen der Parteien zur Rente gehen weit auseinander - ein kurzer Überblick vor dem Wahlkampf,
in:
Neues Deutschland v. 16.08.

Der Überblick ist nicht nur kurz, sondern sehr selektiv. Solidarrente, Garantierente, Mindestrente und Lebensleistungsrente werden uns als Modelle verkauft, die eine Grundsicherung ohne Zwänge gewährt. Die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus wird von Seiten der SPD als zu teuer dargestellt. Es "fehlten der Rentenkasse 2029 rund 18 Milliarden Euro". Die Linkspartei wird dagegen mit Forderungen zu einem Rentenniveau von 53 Prozent und einer damit verbundenen Beitragssteigerung "bis auf 28 Prozent" vorgestellt. Die Erhöhung des Bundeszuschusses wird von Roland BUNZENTHAL nicht als Alternative gesehen, sondern lediglich die Ausweitung des Beitragszahlerkreises zu einer Erwerbstätigenversicherung. Der Union wird lediglich Wolfgang SCHÄUBLEs Forderung nach einer Kopplung des Renteneintrittsalters an die durchschnittliche Lebenserwartung und SEEHOFERs im April gemachter Vorstoß zur Stabilisierung des Rentenniveaus zugeschrieben.

"Insgesamt vier Interessengruppen ringen um die Reform der Altersversorgung: Rentner, Versicherte, Arbeitgeber und Steuerzahler."

Dies lässt wesentliche Akteure wie die Gewerkschaften und die Finanzdienstleister außen vor. Es wird aber verständlich, wenn es dann heißt:

"Jede der vier Gruppen hat einen Brückenkopf im Parlament. LINKE und Wohlfahrtsverbände machen sich für Rentner der unteren Einkommensklasse stark. Die SPD versucht, das Gleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Rentnern zu wahren. Die Union bringt zusätzlich ein höheres Renteneintrittsalter ins Spiel. Das heißt: Die künftigen Ruheständler sollen ihr Scherflein für die Null-Schulden-Haushaltspolitik der Union beitragen."

Die Gewerkschaften werden uns vor diesem Hintergrund mit ihrer geplanten Rentenkampagne als eine Art außerparlamentarischer Opposition beschrieben. Dabei sind sie bei den geplanten Verbesserungen im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge ein wichtiger Akteur mit eigenen Machtinteressen.

Rot-Rot-Grün steht für BUNZENTHAL für Verbesserungen bei der Grundsicherung, die aufgestockt und um Zwänge reduziert werden soll. 

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

KRAUß, Matthias (2016): Abends gratis ein Feuerwerk.
ND-Serie Industriestandorte (4): Hennigsdorf hat sich als Industriestadt bis heute behauptet,
in:
Neues Deutschland v. 16.08.

 
       
   

Die Rentenpolitik der Parteien in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2016): SPD will Sozialabgaben staffeln.
Arbeitsgruppe prüft neue Freibeträge für Beitragszahler,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

LOOMAN, Volker (2016): Sind kleine Millionäre arme oder reiche Menschen?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

Volker LOOMAN stellt uns heute die Vermögenssorgen einer 50 Jahre alten Witwe bzw. eines 50 Jahre alten Manns vor, der keine Arbeit mehr findet:

"Beide haben jeweils zwei Millionen Euro auf dem Konto, die eine durch Lebensversicherungen ihres Mannes, der andere durch das Erbe der Eltern."

 
       
   

Das Single-Dasein in Asien

HEIN, Christoph (2016): Die Völkerwanderung vom Land in die Stadt.
In Asien schreitet die Verstädterung voran. Damit entstehen mehr Slums. Die Menschen träumen von einer besseren Zukunft in den Metropolen. Dabei steigt die Ungleichheit weiter, und das Land verödet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

 
       
 

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Zu den News vom 05. - 15. August 2016
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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