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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 14. - 19. Juli 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Anfang Juni 1986, erschien »The Marriage Crunch« (»Die Heiratskrise«). Das angesehene US-Nachrichtenmagazin (Anm.: Newsweek) behauptete unter Berufung auf eine neue Studie: »Weiße Frauen mit College-Ausbildung, die in der Mitte der 50er-Jahre geboren wurden und die mit 30 noch Single sind, haben nur eine 20-prozentige Chance auf Verheiratung ... 40-Jährige werden eher von einem Terroristen getötet: Sie haben eine winzige Chance von 2,6 Prozent, den Bund fürs Leben zu schließen.«
(...).
Genau 20 Jahre später distanzierte sich »Newsweek« jetzt in einer neuen Coverstory nicht nur von dem Satz, sondern auch von den damaligen Zahlen. Mit einem gewissen Stolz stellt man aber fest: »Der Vergleich schlug feste Wurzeln in der Popkultur und wird immer noch routinemäßig in Fernsehshows und Nachrichtenbeiträgen zitiert.« Das gilt nicht nur für die USA - auch hierzulande fand die kesse These Eingang in Presseartikel und Partygespräche."
(Frank Gerbert im Focus Nr.24 vom 12.06.2006)

   
   
 
     
 
     
 
     
 
     
 
  • SIEGMUND-SCHULTZE, Nicola (2006): Wenn Patienten schwindeln.
    Manche Menschen schaden sich selbst, um ins Krankenhaus zu kommen. Oft ist Einsamkeit die Ursache,
    in: Tagesspiegel v. 19.07.

     
 
     
 
  • FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND-Serie: Deutschland schrumpft

    • TUTT, Cordula (2006): Die Zukunft liegt in Marxloh.
      Deutschland schrumpft (3): Das Ruhrgebiet,
      in: Financial Times Deutschland v. 19.07.

     
 
     
 

DETTLING, Daniel (2006): Gute Politik braucht gute Daten.
Warum Deutschland eine umfassende Volkszählung braucht,
in: Tagesspiegel v. 18.07.

     
 
 
  • Das Single-Dasein in China

    • BECKER, Jörg (2006): Ehe, die schnelle Tour.
      Internet in China,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.07.

 
  • Gerhard Schulze - Die Sünde

    • WENZEL, Uwe Justus (2006): Der Moderne auf die Schultern klopfen und den Rücken stärken.
      Gerhard Schulzes Soziologie des "schönen Lebens",
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.07.

     
 
  • FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND-Serie: Deutschland schrumpft

     
 
     
 
  • STRAUBHAAR, Thomas (2006): Männer an den Herd.
    Besser als jede Antidiskriminierungspolitik: Ein flexibler Arbeitsmarkt fördert die Fähigkeiten von Individuen, unabhängig vom Geschlecht,
    in: Welt v. 17.07.

     
 
Rudolf MARESCH rollt noch einmal die sozialwissenschaftliche Debatte um den Funktionsverlust der Familie auf. Er stellt Frank SCHIRRMACHER ("Minimum") in die Tradition der Funktionalisten (z.B. William J. GOODE). Danach widmet er sich dem "alten Hut" der Debatte um den demografischen Wandel, der bereits 1978 heftig geführt wurde. MARESCH wundert sich deshalb, dass sich seit damals nichts getan hat. Hund statt Kind, scheint ihm eine logische Konsequenz der gegenwärtigen Situation:

"Solange Kinder ausschließlich als Kostenfaktor und Lustkiller empfunden werden; solange vor allem Männer Angst davor haben, Verantwortung für andere zu übernehmen; solange sich niemand mehr den Stress, die Last und die Fürsorglichkeit antun will, die Kindererziehung verlangt, wird man sich zum Zeitvertreib lieber einen Hund anschaffen. Ihn kann man bei Bedarf auch wieder aussetzen. Wie heißt es in Michel Houellebecqes »Die Möglichkeit einer Insel« treffend: »Die Gesellschaft eines Hundes ist deshalb so angenehm, weil man ihn glücklich machen kann; was er verlangt, ist so einfach zu erfüllen, sein Ego ist so begrenzt. [...] So hielt Fox Einzug in unser Leben - und mit ihm die bedingungslose Liebe.«"

Aus Sicht des Arbeitsmarktes sieht MARESCH zwar das demografische Problem als gar nicht akut an, nichtsdestotrotz fordert er drastische Bestrafungen für Kinderlose, d.h. eine Biologisierung des Sozialen scheint ihm mehr als gerechtfertigt:

"Nein, der demografische Knick muss kein Fluch sein. Vorausgesetzt, die Politik macht ihre Hausaufgaben, sie kündigt den Generationenvertrag auf und stellt das Umlageverfahren auf ein individuelles Vorsorgeverfahren um. Dass dazu auch gruppenbezogene Maßnahmen gehören, versteht sich fast von selbst. Kinderreiche Familien und Gesundheitsbewusste müssen finanziell belohnt und entlastet, Singles und kinderlose Paare höher besteuert, und Extremsportler und Risikoträger (Raucher, Alkoholiker...) stärker an den Gesundheitskosten beteiligt werden. Es kann nicht sein, dass Kinderlose dieselben Versorgungsansprüche erwerben wie Eltern mit Kindern. Oder dass Personen, die absichtlich Schindluder an ihrer Gesundheit treiben, mit anderen, die Vorsorge betreiben, gleichgestellt werden."

In dem Buch Die Single-Lüge wird aufgezeigt, dass die von MARESCH vorgeschlagenen Reformen kontraproduktiv sind. Sie werden die gesellschaftlichen Probleme nicht lösen, aber die Spaltung der Gesellschaft noch weiter vorantreiben.

MARESCH übernimmt die durchaus umstrittenen Ausführungen von Frank SCHIRRMACHER zur Familie kritiklos und knallt sie Ulf POSCHARDT an den Kopf:

"Ulf Poschardt, der jüngst eine melancholischen Ode an die Einsamkeit entrichtet hat und dem Solitär den Vorzug vor aller Paar- oder Verbundbildung gegeben hat, sollte sich vorsehen. In der Gefahr ist der Single stets allein. Rücken Familien in der Not enger zusammen, lassen Freunde sich gegenseitig im Stich. Jeder Promi weiß das, wenn er, aus welchen Gründen auch immer, öffentlich in Ungnade gefallen ist. Das kann man notfalls mit Camusschen Gesten wegwischen. Sollte aber, wie Gabor Steingast demnächst weissagt, tatsächlich der »Weltkrieg um Wohlstand« ausbrechen, könnten Selbstfindung, Selbstliebe und Selbststilisierung sich zum »Standortnachteil« für den Single erweisen. Nicht nur bei der Geburt und beim Sterben ist der Mensch allein, auch im Seniorenheim, auf der Intensivstation und in anderen grenzwertigen Situationen. Hat er niemanden, mit dem er irgendwie geschwisterlich verbunden ist, wird er sich wie einst Münchhausen, am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen müssen."

Frauen sollen es richten ist auch die Meinung von MARESCH, denn die Männer können es nicht, wie er seine Gewährsfrau Elke BUHR erklären lässt:

"Dem infantilen, vor Familienarbeit und Kindererziehung ständig flüchtenden Mann hat Elke Buhr am »Vatertag« eine liebevoll-bissige Studie gewidmet (Der infantile Mann), und damit Schirrmacher wider Willen recht gegeben. (...). Selten hat jemand das eigene Scheitern besser illustriert als die FR-Redakteurin."

Neben SCHIRRMACHER gilt MARESCH der Medienwissenschaftler Norbert BOLZ als Gewährsmann, dessen Buch Die Helden der Familie ihm gerade recht kommt, um gegen die berufstätigen Rabenmütter zu polemisieren, die ihre Kinder in Verwahranstalten abliefern möchten:

"Der »Vorsorgestaat« (Francois Ewald) oder »vorsorgende Sozialstaat«, wie es im SPD-Programm jetzt heißt, lügt sich in die Tasche, und mit ihm all jene Kohorten rotgrüner Besserverdiener, die glauben, den »Kinderschwund« durch eine »Verstaatlichung der Kinder« beikommen zu können. Sie in soziale Bewahranstalten zu sperren, wird kaum für Abhilfe sorgen. Sie bieten vielleicht Betreuung, aber keine Hingabe und liebevolle Zuwendung. Und sie bieten Kompensation, um das schlechte Gewissen und Schuldgefühle von Eltern zu betäuben. Was die Gesellschaft im innersten zusammenhält: Handlungen zu begehen ohne Gegenleistung zu erwarten, kann weder vom Markt noch vom Staat organisiert werden. Darin sind sich Bolz und Schirrmacher mit J. Habermas und dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt einig."

Nach diesen Tiraden kommen ihm nur kurz Skrupel angesichts der Mythen der Bevölkerungsdebatten, aber Kirchhof, Matussek und di Fabio helfen ihm darüber hinweg, und er kann das gelungene Comeback des Neokonservatismus feiern:

"Neokons wie Schirrmacher, Bolz, Poschardt und Co. predigen kein Rollback. Im Gegenteil, sie sind liberal und aufgeklärt, wenden sich gegen einen bestimmten Sprachgebrauch, sind gewohnt in Paradoxien zu denken und fühlen sich eher der Popkultur als dem Wertkonservatismus zugehörig. Auch sind sie keine Kulturpessimisten mehr, sondern Evolutionisten, die einen eher biologisch, die anderen eher systemkonstruktivistisch orientiert. Familie ist für sie kein althergebrachtes Sittengemälde mehr für Ruhe, Zucht und Ordnung, sondern der Schlüssel für gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit."

In dieser Reihe wundert man sich höchstens über den Namen POSCHARDT, der oben doch so vehement angegriffen wurde. Aber eigentlich wundert man sich doch nicht wirklich, wenn man das Buch gelesen hat.  Und man wundert sich erst recht nicht, wenn Philip LONGMANs These vom Rückkehr des Patriarchat begeistert aufgenommen wird.

Im September-Thema über das neue Ethos der Einsamen wird gefragt werden, ob MARESCH' Blick auf den Single gerechtfertigt ist, oder ob nicht Familien allzu verklärt werden, während die Verdammung der Alleinlebenden, vielfach uneingestandenen eigenen Ängsten entspringt, der man sich mit Projektionen auf die Singles elegant entledigen kann...     

     
 
Die Zeitfragen kämpfen heute gegen das romantische Bild der Patchworkfamilie und wollen deshalb das Kindeswohl im Scheidungsrecht und bei Patchworkfamilien kritisch beleuchten.

BÜCHLER, Andrea & Heidi SIMONI (2006): Scheidungskinder zwischen Wohnmüttern und Besuchsvätern.
Elterliche Sorge und Kindeswohl - Modell und Alltag,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.

BLIERSBACH, Gerhard (2006): Wirrungen und Irrungen neuer Familienformen.
Die Glücksverheissungen der Moderne und die Patchworkfamilie,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.

     
 

Die Reproduktionsmedizin als Stütze der bürgerlichen Kleinfamilie

     
 
     
 
  • KRAFT, Steffen (2006): Eine Liebe für 1,99 Euro pro Minute.
    Der 49-jährige Michael Renz ist süchtig nach Online-Sex, gibt dafür Unmengen Geld aus – und träumt von einer romantischen Beziehung mit der Frau aus dem Chatroom,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.07.

     
 
     
 
  • KERNECK, Barbara (2006): Datenschatz für Sozialforscher.
    Seit über einem Jahrzehnt werden vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung umfangreiche Daten über deutsche Haushalte zusammengetragen. Auf der SOEP-Nutzerkonferenz in Berlin wurden jetzt die Auswertungen vorgestellt,
    in: TAZ v. 14.07.

     
 
     
 
     
 
  • LAU, Mariam (2006): Neues Denken aus der Provinz.
    Staatsministerin Maria Böhmer hat das Ohr der Kanzlerin. Stures Parteidenken ist der CDU-Frauenvorsitzenden fremd. Beim Integrationsgipfel setzt sie auf Symbolkraft,
    in: Welt v. 14.07.

     
 
  • HEINE, Matthias (2006): Ich wachte auf und hatte einen Migrationshintergrund.
    Vor dem heutigen Integrationsgipfel im Kanzleramt: Wie nennt man eigentlich diejenigen, über die geredet werden soll?
    in: Welt v. 14.07.

     
 
     
   

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Zu den News vom   11. - 13. Juli 2006

 
 
   
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