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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 24. - 31. März 2004

 
       
     
     
     
       
   

Zitat des Monats:

"Der »Morgen danach«, der Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht (...) ist eine Art mehrdeutiges Intervall, an dem die verschiedenen konstitutiven Elemente der Liebe ins Spiel kommen können. Die Leidenschaft des Vorabends ist zur Ruhe gekommen, die Atmosphäre ist ruhiger; zärtliche Sinnlichkeit kann das Verlangen jedoch wieder zum Erwachen bringen. Alles ist möglich am Morgen danach, es ist ein besonders inhaltsreicher und offener Augenblick. (...).
Die typischen Szenen (das Aufwachen, das Bett als Refugium, das Aufstehen, der Gang ins Badezimmer und das Frühstück) spielen sich innerhalb weniger Stunden ab und beschränken sich auf zwei oder drei Zimmer (das Schlafzimmer, das Badezimmer, die Essecke). (...).
Der Morgen danach ist (...) ein entscheidendes Ereignis, ein Ereignis, das heute in der Folge von Mikro-Abenteuern, die Auslöser für ein Leben zu zweit sind, das entscheidendste ist. In seiner scheinbaren Bedeutungslosigkeit (...) ist der Morgen danach alles andere als ein Nicht-Ereignis. Denn fortan entscheidet sich am Morgen danach die Zukunft des Paares."
(aus: Jean-Claude Kaufmann "Der Morgen danach", 2004, S.10ff.)

 
       
       
     
     
   
  • SCHMIDT, Jochen (2004): Sprachtrampel im Haus des Seins.
    Das Essen schmeckt nicht mehr "gut", sondern "lecker". Und "Kindergarten" sagt man in den USA. In Deutschland sagt man "Kita". Aber wieso eigentlich? Warum es keine Ostalgie ist, auf den aussterbenden Begriffen des deutschen Ostens zu beharren,
    in: TAZ v. 31.03.

Der ostdeutsche Schriftsteller Jochen SCHMIDT über sein Verhältnis zur Sprache: "In meiner Jugend waren wir ironisch und sprachbewusst, ein Akt des Widerstands. Und später habe ich das Soziologiestudium nicht ertragen, weil es mir streckenweise wie ein Sprachkurs vorkam. Es ging nur darum, neue Bezeichnungen für längst Bekanntes zu lernen.
Deshalb bin ich zunehmend unerbittlich. Ich habe mich von einer Frau getrennt, weil sie anlässlich einer Spanienreise von »arabischem Sinnestaumel« schrieb, und nicht, weil sie ohne mich gefahren ist."
 
   
Das Interview findet nicht - wie mancher vermuten könnte - auf der Wahrheitsseite der taz statt, sondern unter der Rubrik "Bildung"! Die taz kennt eben ihre Pappenheimer.

Wurden früher  Schnellstudierer in taz-Kreisen als Nerds abgewertet, so braucht man in Zeiten von klammen Kassen - und in der Rolle als Regierungsblatt - ein nicht zu schlagendes Argument um Bummelstudenten ohne Strafgebühren zum fleißigen Lernen zu bringen. Was kann für einen linken Post-68er schlimmer sein als "undersexed" zu gelten?

Hans-Peter BLOSSFELD hat sich dagegen in einer internationalen Studie mit den Universitäten als Heiratsmärkten beschäftigt. Seine Perspektive bringt ganz andere Probleme zur Sprache.

 
     
   
Selten wird ein Buch von so vielen überregionalen Zeitungen gleich beim Erscheinen gewürdigt und die Leser mit den jeweils richtigen Lesarten versorgt. Vor allem das konservative Spektrum bemüht sich um "Schadensbegrenzung".

Das Feuilleton möchte die Debattenhoheit über den Buchinhalt also unbedingt behalten. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Aussagen, dass sich außer den professionellen Meinungsmacher niemand für das Buch interessieren würde.

Der Käufer wird nun darüber abstimmen. Single-generation.de war von Anfang an dafür, dass dieses Buch erscheint. Zu vieles wird dem Leser hierzulande vorenthalten, als ob der Leser unfähig zum eigenen Urteil wäre. Darüber hinaus bedeutet dies kein Urteil darüber, ob der Roman nun die Aufregung oder gar das Lesen wert ist. Das muss jeder für sich entscheiden.

  • BARTELS, Gerrit (2004): Der Porno, der verpuffte.
    Heute erscheint Thor Kunkels Roman "Endstufe". Was schon im Vorfeld über den Inhalt zu erfahren war, sorgte für hitzige Debatten in den Feuilletons - und machte vor allem neugierig. Doch nach Lektüre der kruden Story um Nazis, Pornografen und Wissenschaftler bleibt nur Irritation - und von der Empörung nicht viel übrig,
    in: TAZ v. 30.03.

    • KRAUSE, Tilman (2004): "Wir sind schon Schweine".
      Thor Kunkels NS-Porno ist eine Orgie der Geschmacklosigkeit,
      in: Welt v. 29.03.

    • CORSTEN, Volker (2004): Unverbesserlich: Thor Kunkel.
      Nazis und ihre Pornos - ein Skandalautor liest,
      in: Welt am Sonntag v. 28.03.

    • VOGEL, Sabine (2004): Ausgebremster Randalefaktor.
      Thor Kunkel las aus seinem umstrittenen Roman "Endstufe",
      in: Berliner Zeitung v. 27.03.

    • KELLERHOFF, Sven Felix (2004): Der schmutzige Sex der Nazis.
      Der Autor Thor Kunkel wühlt mit seinem umstrittenen Roman "Endstufe" in einem äußerst attraktiven Sündenpfuhl,
      in: Welt v. 26.03.

    • MROZEK, Bodo (2004): Die Heidi aus der Zigarrenschachtel.
      In einer alten „Playboy“-Ausgabe stieß er auf die erste Spur. In einem Film auf die zweite, es wurden immer mehr. Seit zehn Jahren forscht der Schriftsteller Thor Kunkel angeblichen Nazi-Sexfilmen hinterher – Stationen einer Suche,
      in: Tagesspiegel v. 24.03.

 
     
   

Sasha Cagen - Quirkyalones: Ein Manifest für kompromisslose Romantiker

  • REMKE, Susann (2004): Nicht ewig guten Sex.
    Zum ersten Mal plaudern die Macher von "Sex and the City" über das Making-of der Kultserie,
    in: Focus Nr.14  v. 29.03. 

 
     
     
     
     
   
  • FLAMM, Stefanie (2004): Die neue Weiblichkeit.
    In der Werbung werden die Models fülliger, in der Mode tauchen plötzlich Plüsch und Tüll auf, und selbst die Barbie-Puppe steht vor einem Imagewechsel. Unsere Autorin macht sich Sorgen,
    in: Tagesspiegel v. 28.03.

Im August 2002 titelte das Spiegel-Magazin Wir sind die Angeschmierten, um auf die Jobkrise der Generation Golf aufmerksam zu machen. Seitdem haben sich Journalisten ausgiebig mit sich selbst beschäftigt.

Diejenigen, die wie Stefanie FLAMM ihre eigene Entlassung thematisiert haben, schreiben immer noch. Was kann man daraus lernen? Nur diejenigen, die ihre Entlassung im Sinne der "neuen Loser" zelebrieren, kommen in dieser Republik weiter! Die einen - wie Bodo MROZEK oder Stefanie FLAMM schreiben für den Tagesspiegel, andere wie Amelie von HEYDEBRECK und Florian ILLIES machen sich gleich selbständig, um vom neuen Biedermeier zu profitieren.

Nun schreibt Stefanie FLAMM also Artikel über die neue Weiblichkeit, in denen zwar der neue Mutterkult beklagt wird, aber in solcher Harmlosigkeit, dass sich die neuen Reaktionäre freuen dürfen:

"Was geht da vor? Sind die Powerfrauen ausgepowert? Haben sie begriffen, was ihre Mütter seit 1960 predigen, nämlich, dass ein Kind kein Spielzeug ist, das man in die Ecke stellt, wenn man etwas anderes zu tun hat? Oder waren sie einfach nur die ersten, die gehen mussten, als die Kürzungswelle durch die Unternehmen rauschte, weil sie auch als letzte gekommen waren? Schwer zu sagen.
Dass die neuen Supermamis durch ihren Rückzug aus den Chefsesseln wieder Platz für Männer machen, ist jedenfalls nur ein Effekt dieser Entwicklung, von der im Moment noch keiner weiß, ob sie uns nicht von den »roaring nineties« direkt ins Familienidyll der 50er Jahre führt.
Heinz Bude vermutet jetzt schon, dass die nächste Bundestagswahl mit konventionellen Werten gewonnen wird. Das wird man sehen. Mit Sicherheit haben konventionelle Werte das Zerwürfnis zwischen Barbie und Ken zu verantworten."

 
     
   
  • HAMMELEHLE, Sebastian (2004): Der Siegeszug des neuen Plebejers.
    Wo sind all die Arbeiter hin? Was einst Proletariat und Bürgertum waren, ist heute zu einem gesellschaftlichen Phänomen verschmolzen. Das schafft Probleme,
    in: Welt am Sonntag v. 28.03.

Wer hätte das gedacht, dass sich die alte Mitte nostalgisch den Proletarier zurückwünscht. Dahinter steckt jedoch nur die Furcht, dass demnächst der Mob ("Plebejer") unserer Elite das Fürchten lehrt. Rolf HOCHHUTH lässt grüssen! Aber natürlich ist daran nur der Niedergang des Bildungsbürgertums schuld:

"Dies hätte, wenn man klassenkämpferisch argumentiert, der Sieg des Bourgeois sein können. Doch das Bürgertum und sein Überbau, seine Werte, sind ebenso zerbröckelt. Ließ sich die Generation der Arbeiterkinder in den 60er-Jahren noch vom Ideal gesellschaftlichen Aufstiegs durch Bildung leiten (so Gerhard Schröder), hat sich heute die Entwicklung umgekehrt: Auch die Kinder von Mittelstands- und Akademikerfamilien leben auf niedrigem intellektuellen Niveau, sie sind ungebildet und gesellschaftlich ungebunden."

Christentum adé! Hochkultur kaputt! Wie herrlich wäre es doch, wenn endlich das Übel der Bildungsexpansion überwunden wäre, denkt sich unser bildungsbürgerlicher Reaktionär, denn:

"Nach 1968 stand Hochkultur unter dem Generalverdacht, zumindest trocken, schlimmstenfalls reaktionär zu sein. Diese Haltung verschärfte in den 80er-Jahren das postmoderne Pop- Feuilleton, für das Mainstream-Hollywoodfilme nicht nur schöner als die klassische Nike von Samothrake, sondern auch kurzweiliger als die Gegenkultur der 68er waren.
In den 90ern schließlich wurde daraus eine breite, aber wenigstens zu Anfang noch ironisch gebrochene Begeisterung für Trash. Zuletzt dürfte es den von so vielen Kulturbegriffen verwirrten Bürgern schwer gefallen sein, zwischen Neugier, Kopfschütteln und Amüsement zu trennen: Beim Finale der RTL-Show »Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!« war der Zuschaueranteil unter Akademikern genau so hoch wie bei den »Tagesthemen«. Damit saßen einstige Proletarier und einstige Bürger endgültig auf der gleichen Couch".

Wie schlimm steht es doch mit diesem maroden Bildungsbürgertum, wenn Infotainmenthappen à la Tagesthemen neuerdings schon als hochwertig gelten! HAMMELEHLE wäre bei Paul NOLTE gut aufgehoben, denn der gibt diesem maroden Bildungsbürgertum seinen verlorenen Sinn zurück, zumindest auf dem Papier dürfen sie sich dann wieder als Avantgarde betrachten. Jenseits der Mitte interessiert das dagegen niemand...

 
     
     
   
"Pop, dieses ewige Ding der Erneuerung, ist nicht länger eine Sache der Jugend",

klagt Tobias KNIEBE. Er befürchtet,

"dass die Jugend der Zukunft wohl auf ein existenzielles Jugendgefühl verzichten muss: Teil einer globalen Popbewegung zu sein, die im Untergrund beginnt, dann aber die Charts erklimmt, die Alten schockiert, verbrauchte Legenden beiseite räumt und auf allen Kanälen die Welt erobert. Junge Menschen haben ein Recht auf dieses Gefühl. Aber ob Sie noch die Masse und Kaufkraft haben, es auch durchzusetzen erscheint immer fragwürdiger."

KNIEBEs Bild von der Bedeutung der Jugendkultur erschöpft sich in einem fragwürdigen und zudem kommerziellen Popmythos. Die Jugendkultur, die KNIEBE beschreibt, ist armselig, denn sie beruht zum einen auf der "Macht des Taschengeldes" und zum anderen auf der Abhängigkeit von der großindustriellen Musikindustrie, weswegen KNIEBE in illegalen Downloads das Hauptproblem des Verschwindens der Jugendkultur sieht.

Wer wie KNIEBE von vorneherein nur auf den Massenmarkt schielt, den interessiert die gesellschaftliche Erneuerungsfähigkeit, die auf dem Barbarentum der Jugend beruht, überhaupt nicht. Eine solche marktkonforme Jugend wird in nächster Zeit keine entscheidende Rolle mehr spielen. Jugend muss sich auf die Ursprünge des Punk besinnen und ihren eigenen Weg gehen.  

 
     
     
     
     
     
   
Was macht die Popliteratur und deren Protagonisten? Dieser Frage geht Gerrit BARTELS nach: "Bei so viel Trends fällt auf, dass die Popliteratur wirklich mausetot ist wie selten ein literarisches Genre. Was aber machen ihre Protagonisten? Die schreiben Bücher darüber, wie man sich das Rauchen abgewöhnt (Alexander von Schönburg), warum Patchworkfamilien doof sind (Joachim Bessing), was ein Leben mit Kindern so mit sich bringt (Elke Naters, Sven Lager). Sie veröffentlichen wie Benjamin von Stuckrad-Barre abermals einen Remix für alle und mimen das traurige Dasein einer Popautoren-Karikatur. Oder sie halten sich wie Eckhard Nickel nobel zurück, nur um urplötzlich, ganz nobel, ganz Antipop, in der SZ ein Hohelied auf einen Klassiker wie Vladimir Nabokovs »Das wahre Leben des Sebastian Knight« zu singen."
 
     
   
Bereits im August letzten Jahres hat single-generation.de die Konvergenz von Neuer Rechter und Neuer Mitte prognostiziert. Der Artikel von Karl-Heinz WEIßMANN belegt, wie berechtigt die damalige Einschätzung war. Inzwischen wird die Demografiepolitik ganz unverhohlen in einen militärstrategischen Zusammenhang gestellt. Von Gunnar HEINSOHN bis Frank SCHIRRMACHER dominiert ein neuer Rechtspopulismus. Mit jedem neuen Anschlag verfestigt sich dies Perspektive als Self-Fulfilling-Prophecy im westlichen Denken. Terror und neuer Familienfundamentalismus gehen damit ein fatales Bündnis ein.
 
     
     
   
  • MANGOLD, Ijoma (2004): Marktgewitter und Blitzableiter.
    "Reich oder arm": Ein Literaturfestival in Wien,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.03.

Ijoma MANGOLD blickt skeptisch auf die wahrnehmbarer werdenden Töne einer überwunden geglaubten Globalisierungskritik: "Horst Afheldt (»Wirtschaft, die arm macht«) entwarf unter allgemeinem Zuspruch das Programm eines gleichsam waffenstarrenden Protektionismus: Das sozialpolitische Glück im stillen Winkel hinter gewaltigen Zollmauern."
 
     
   

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Zu den News vom 16. - 23. März  2004

 
       
   
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