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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
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News 04.-07. März 2018
News 01.-03. März 2018
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 11. - 22. März 2018: [11.03.] [13.03.] [14.03.] [15.03.] [16.03.] [17.03.] [18.03.] [19.03.] [20.03.] [21.03.] [22.03.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Subventionierung der Reproduktionsmedizin als effektivstes staatliches Mittel zur Steigerung der Geburtenrate 

"19.000 Kinder kamen 2003, also vor den Einschnitten bei der Unterstützung der künstlichen Befruchtung mithilfe der Reproduktionsmedizin zur Welt. 2004 waren es noch 10.000. Seitdem wurden nach vorsichtigen Schätzungen in Deutschland rund 50.000 Kinder weniger geboren, als es ohne die Kürzung der Unterstützung der Fall gewesen wäre. (...).
Es gibt keine staatliche Leistung, bei der der Zusammenhang mit der Steigerung der Geburtenrate so evident ist wie bei der Unterstützung reproduktionsmedizinischer Behandlungen. (...).
Die künftige Bundsregierung, so sie denn zustande kommt, sieht das zu meiner Freude genauso. Dem druckfrischen Koalitionsvertrag kann man entnehmen, dass sie das Programm zur finanziellen Unterstützung von Kinderwunschpaaren, das ich 2012 ins Leben gerufen habe und das Paaren wenigstens die Hälfte der Kosten abnimmt, bundesweit ausdehnen will."

(Kristina Schröder "Kinder für die Kinderlosen", Welt v. 08.02.2018)

 
       
       
   

22.03.2018

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

FRITZSCHE, Kerstin (2018): Projekt alternative Familie.
Sie wollen ein Kind, aber keinen anonymen Samenspender. Unsere Autorin und ihre Lebensgefährtin suchen einen aktiven Vater. Doch der Weg ist hart,
in:
TAZ v. 22.03.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wirtschaftsthema: Mehr Geld fürs Alter.
Die große Koalition will die private Vorsorge stärken - kann das klappen?

TAUBER, Jonas & FROMME, Herbert (2018): Letzte Chance Nahles-Rente.
Die neue Regierung unternimmt einen weiteren Versuch, private Altersvorsorge zu fördern. Das Modell könnte Versicherern ein neues Geschäftsfeld eröffnen, Beschäftigte könnten profitieren,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 22.03.

"Die Nahles-Rente und die reformierte Riester-Rente sind wohl der letzte Versuch der Koalitionsparteien, einen nennenswerten Ausbau der Altersversorgung mit den privaten Versicherern hinzukriegen. Gelingt das nicht, dürfte sich die Debatte schon bald auf die Einführung der Basis- oder Deutschlandrente konzentrieren - dann wären die Lebensversicherer aus dem Spiel",

schreiben TAUBER & FROMME zum Betriebsrentenstärkungsgesetz, mit dem die betriebliche Altersvorsorge ausgebaut werden soll. In dem Artikel werden noch einmal die Argumente gewälzt, die schon im Vorfeld der Gesetzesänderung zur Sprache kamen. Als Kritiker werden Markus KURTH (noch mehr Entgegenkommen für kleine Betriebe) und Matthias BIRKWALD (Kritik an der Unsicherheit des Kapitaldeckungssystems). Dorothea MOHN von der Verbraucherzentrale wirft ein, dass die Entgeltumwandlung sowohl die Betriebsrentner als auch die gesetzliche Rentenversicherung schädigt.

Fazit: Die Anbieter der Betriebsrenten sehen in der betrieblichen Altersvorsorge eine profitable Abzockemöglichkeit. Die Risiken tragen die Arbeitnehmer. Die Alternativen von Deutschland-Rente bis standardisiertes Riesterprodukt beheben die Schwächen der privaten Altersvorsorge nicht wirklich, sondern verschleiern lediglich die Probleme.    

GRÖGER, Anne-Christin (2018): Wenn der Chef bei der Rente hilft.
Für wen sich die betriebliche Altersversorge lohnt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 22.03.

Der Begriff "Altersversorge" steht wirklich so dar! Und dieser Fehler verweist auf den Systemwechsel bei der Betriebsrente, die sich von der "Altersversorgung" zur "Altersvorsorge" entwickelt hat. Zentraler Punkt: Die Abwälzung der Risiken von Arbeitgeber und Anbieter auf die Arbeitnehmer. 

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

KROHN, Philipp (2018): Alte Leipziger setzt auf Garantien.
Versicherer will bei Betriebsrenten unterscheidbar bleiben,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.03.

 
       
   

Die Pensionskassen in der Debatte

KROHN, Philipp (2018): Jede sechste Pensionskasse hat Leistungen gekürzt.
Niedrige Zinsen, hohe Lebenserwartung: Nun haben Hunderttausende Anwärter niedrigere Ansprüche aus Betriebspensionen als erwartet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.03.

Philipp KROHN stilisiert den Niedrigzins und die Langlebigkeit als Problem der Pensionskassen, der sie zu Senkungen des Rechnungszinses zwingt.

"Viele der 138 bei der Finanzaufsicht Bafin gelisteten Einrichtungen arbeiten noch mit Periodentafeln, die einer Alterstufe eine Sterbewahrscheinlichkeit zuordnen. Anders funktionieren Generationentafeln, die weniger verbreitet sind, aber auch schon von vielen Kassen verwendet werden. Sie setzen das erwartbare Lebensalter ins Verhältnis zum Geburtsjahrgang, weshalb sie die Langlebigkeit besser berücksichtigen",

meint KROHN, der Daten präsentiert, die einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen entnommen sind. Der Kritik der Grünen setzt KROHN die Sicht des Finanzministeriums entgegen, das in erster Linie die Interessen der Anbieter, aber nicht der Kunden im Blick hat. Am Ende preist KROHN die Vorteile der Pensionskassen gegenüber den Lebensversicherern.

 
       
   

Die AfD-Hochburg Sachsen in der Debatte

HÄNNIG, Anne (2018): Kampf gegen die Wut.
Sachsen galt manchen schon fast als AfD-Staat. Jetzt hat es den jüngsten CDU-Ministerpräsidenten seiner Geschichte, und anders als sein Vorgänger stellt sich Michael Kretschmer dem Proteststurm. Was erlebt er da?,
in:
Die ZEIT Nr.13 v. 22.03.

 
       
   

Jens Jessen in der Debatte

JESSEN, Jens (2018): Konservativ, reaktionär, rechtsradikal.
Eine Begriffsbestimmung für die verwirrte Öffentlichkeit,
in:
Die ZEIT Nr.13 v. 22.03.

Was ist konservativ? fragt die ZEIT wieder einmal. Bereits im Jahr 2010 durfte Jens JESSEN Zehn Thesen zu einem politischen Begriff, der von seinen Liebhabern und Gegnern missverstanden wird, postulieren.

Konservative verteidigen immer das gerade Bestehende, d.h. Regierungen, die Reformen beschließen, können nie konservativ sein. Konservative müssten nach dieser Ideologie jegliche Regierung verhindern. Reaktionäre wollen zurück in die bessere Vergangenheit, sind also im Grunde nur Nostalgiker. Reaktionäre und Konservative ließen sich einfach den Rechten zuordnen, wäre da nicht der Zweifrontenkrieg der Mitte, sodass Reaktionäre und Konservative auch auf der Linken platziert werden müssen.

Fasst man zusammen: 2010 und 2018 haben eines gemeinsam: die Unterschiede, die mit den Begriffen, die lediglich Momentaufnahmen bezeichnen, nicht sichtbar werden. Die Verteidigung des Bestehenden ist 2010 etwas anderes gewesen als heute. Das gilt für die Reaktionäre ebenso. Zwischen beiden Artikeln von JESSEN liegt der Aufstieg der AfD. Die Begriffe, die uns JESSEN vorsetzt, sind ungeeignet dafür, diese Veränderung zu erklären.

 
       
   

21.03.2018

 
       
   

Die Rentenanpassung 2018 in den Medien

CREUTZBURG, Dietrich (2018): Rentner bekommen gut 3 Prozent mehr Geld.
Renten steigen stärker als die Löhne - doch die "Mütterrente II" wird künftige Erhöhungen dämpfen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.03.

"Zusammen mit den vier vergangenen Rentenerhöhungen ergibt sich nun eine Gesamterhöhung um 13,8 Prozent (West) und 19,2 Prozent (Ost) innerhalb von fünf Jahren",

rechnet uns Dietrich CREUTZBURG vor. Inwiefern diese Rentenerhöhung aufgrund des Alterseinkünftegesetzes geschmälert wird, bleibt dabei unbeachtet.

"Den Senioren im Osten kommt (...) eine Sonderklausel des 2017 beschlossenen Gesetzes zur Ost-West-Angleichung des Rentenrechts zugute: Mit genau 3,37 Prozent fällt deren neue Rentenerhöhung sogar etwas stärker aus, als in dem Gesetz eigentlich vorbestimmt ist. Mit den dort vorgesehenen festen Angleichungsschritten wären die Ostrenten diesmal um 3,33 Prozent gestiegen; weil die übliche Berechnung mit den Lohn- und Arbeitsmarktdaten aber sogar zu einem höheren Ergebnis führt, wird nun dieses umgesetzt",

schreibt CREUTZBURG zu den Auswirkungen des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes.

Der Nachhaltigkeitsfaktor sollte eigentlich dafür sorgen, dass die demografische Entwicklung die Rentenhöhe dämpft. Da sich der demografische Wandel jedoch nicht an die Prognosen gehalten hat, sorgt der Nachhaltigkeitsfaktor nun für satte Rentenerhöhungen:

"Da es derzeit (...) immer mehr Beitragszahler gibt, läuft es umgekehrt: Der Nachhaltigkeitsfaktor treibt die Renten hoch. Ohne ihn wäre die aktuelle Erhöhung um 0,29 Prozentpunkte kleiner."

Auch der Beitragssatzanstieg sollte eigentlich die Rentenerhöhungen dämpfen. Auch hier ist das Gegenteil der Fall, was CREUTZBURG jedoch verschweigt. Lieber spekuliert er, was passieren könnte, wenn die Mütterrente II eingeführt würde. Dazu greift er auf den noch unveröffentlichten Konjunkturbericht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zurück, der nicht als solcher bezeichnet wird. Dort findet sich auf Seite 33 ein kleiner Kasten mit der Überschrift Wer trägt die Kosten der Mütterrente II? Dabei wird angenommen, dass für die Mütterrente die Rentenkasse aufkommt, worüber jedoch noch zu streiten wäre. Dort heißt es:

"Für den Riesterfaktor kann man in etwa abschätzen, dass ein um 0,1 Prozentpunkte höherer Beitragssatz die Ausgaben der Rentenversicherung durch eine entsprechend geringere Rentenanpassung um knapp 0,4 Mrd. Euro mindert. Unterstellt man einen Anstieg des Rentenbeitragssatzes von etwa 0,2 Prozentpunkten, ergeben sich geringere Ausgaben im Umfang von 0,7 Mrd. Euro. Die verbleibenden 3 Mrd. Euro lassen sich langfristig durch einen höheren Beitragssatz von rund 0,2 Prozentpunkten finanzieren, wobei dies für die Beitragszahler eine Mehrbelastung von 2,3 Mrd. Euro bedeutet. Der Bundeszuschuss, der in Teilen vom Beitragssatz abhängt, wäre langfristig um 0,7 Mrd. höher. Insgesamt verteilen sich somit die 3,7 Mrd. Euro auf drei Schultern, wobei aber Beitragszahler, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber, den größten Anteil zu tragen haben. Kurzfristig dürfte eine Folge der Mütterrente II und weiterer Leistungsausweitungen in der Rentenversicherung sein, sofern diese wie von uns erwartet im Jahr 2019 eingeführt werden, dass eine andernfalls gebotene Beitragssatzsenkung in der Rentenversicherung unterbleibt."

Weder die demografische Entwicklung, noch das Inkrafttreten der rentenpolitischen Reformen muss sich an diese Annahmen halten, weswegen es hier rum Spekulationen geht.

Die entscheidende Frage ist, inwiefern der Eingriff in die Rentenformel erfolgt, denn im Koalitionsvertrag ist nur das Rentenniveau und die Beitragsobergrenze vorgegeben. Ob dafür die Dämpfungsfaktoren gestrichen werden müssen, ist keineswegs sicher. Genauso gut könnte so verfahren werden wie bei der Ostrentenangleichung, also mittels Meistbegünstigungsklausel.

PETER, Tobias (2018): Kräftiges Plus für Rentner.
Bezüge steigen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.03.

Tobias PETER verkauft uns das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz, das auf Drängen der SPD durchgesetzt, aber von der CDU/CSU so verwässert wurde, dass es eher einem Placebo gleich kommt, als Erfolg. Dass die Rentenanpassung 2018 ohne das Gesetz genauso erfolgt wäre, das verschweigt uns PETER deshalb lieber. Stattdessen wird wie üblich die Rentnerinvasion durch die Babyboomer beschworen. Und am Ende werden uns noch FDP-Ansichten serviert. Was ist nur aus der einstigen linksliberalen Zeitung geworden?  

 
       
   

Die Pensionslasten der Unternehmen in der Debatte

NEUSCHELER, Tillmann (2018): Pensionslasten der Dax-Konzerne sind leicht gesunken.
Deckungsgrad steigt auf höchsten Stand seit zehn Jahren,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.03.

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

KROHN, Philipp (2018): R + V marschiert anderen davon.
Versicherer gewinnt deutlich an Marktanteilen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.03.

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

KELNBERGER, Josef (2018): Das Musterexemplar.
Dieter Salomon ist Oberbürgermeister in Freiburg. Jetzt tritt er zum dritten Mal an, und nicht nur die Stadt fragt sich: Ist der Grüne noch auf der Höhe der Zeit?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.03.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

NEUHAUS, Christina (2018): IV-Gutachten kosten fast 100 Millionen.
Die Vorgaben der eidgenössischen Räte und des Bundesgerichts treiben die Ausgaben in die Höhe,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 21.03.

 
       
   

20.03.2018

 
       
   

Die Rentenanpassungen in der Debatte

BMAS (2018): Renten steigen zum 1. Juli im Westen um 3,2 Prozent, im Osten um 3,4 Prozent,
in: Pressemitteilung des Bundesarbeitsministeriums
v. 20.03.

"Auf Basis der vorliegenden Daten ergibt sich (...) ab dem 1. Juli 2018 eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts von gegenwärtig 31,03 Euro auf 32,03 Euro und eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts (Ost) von gegenwärtig 29,69 Euro auf 30,69 Euro. Dies entspricht einer Rentenanpassung von 3,22 Prozent in den alten Ländern und von 3,37 Prozent in den neuen Ländern. Der aktuelle Rentenwert (Ost) erreicht damit 95,8 Prozent des Westwerts. Zum Vergleich: Mit einer Anhebung gemäß dem ersten Schritt der Rentenangleichung wäre der aktuelle Rentenwert (Ost) um 3,33 Prozent angepasst worden und läge bei 30,68 Euro. Die Berücksichtigung der tatsächlichen Lohnentwicklung Ost bei der Rentenanpassung in den neuen Ländern führt also zu einem geringfügig günstigeren Ergebnis. Damit kommt in diesem Jahr die mit dem Rentenüberleitungsabschlussgesetz eingeführte Vergleichsprüfung zum Tragen",

meldet das Bundesarbeitsministerium, das durch die positive Rentenentwicklung 1,82 Milliarden Euro gespart hat, denn diese Summe wurde als Kosten des Gesetzes für das Jahr 2018 ursprünglich veranschlagt.

 
       
   

Das Renteneintrittsalter und die Erhöhung der Erwerbsquote von Älteren in der Debatte

ROSSBACH, Henrike (2018): Nein zur Altersdebatte.
Sozialminister Heil will kein höheres Rentenalter. Nötig werden könnte es trotzdem,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.03.

Henrike ROSSBACH steuert die übliche neoliberale Sichtweise zur Erhöhung des Renteneintrittsalters ab, weshalb nur Stellungnahmen von Peter HAAN, Carsten LINNEMANN, Johannes VOGEL, Markus KURTH und Jochen PIMPERTZ zitiert werden.

ROSSBACH nennt Zahlen zum "effektiven" und zum "offiziellen" Rentenalter, um die Debatte anzuheizen. Anlass ist ein Interview des neuen Arbeitsministers Hubertus HEIL, der pflichtgemäß das verkündet hat, was im Koalitionsvertrag steht und das Neoliberalen natürlich nicht weit genug geht.

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

DROST/HERZ/SCHNELL (2018): Raus aus den Policen?
Titelthema: Die klassische Lebensversicherung mit Garantiezins ist zum Ladenhüter geworden. Die alten Bestände wollen viele Anbieter am liebsten loswerden. Generali Deutschland könnte schon bald den ersten Großverkauf wagen,
in:
Handelsblatt v. 20.03.

SCHNELL, Christian (2018): "Wir schließen einen Verkauf kategorisch aus."
Markus Faulhaber: Der Chef der Allianz Leben über den Umgang mit Altverträgen, die Vorteile von Börsenturbulenzen und die Frage, was er von Bitcoins hält,
in:
Handelsblatt v. 20.03.

 
       
   

Die politische Kultur in der Debatte

FRITSCHE, Andreas (2018): René Wilke wird Oberbürgermeister.
Sozialist gewann in Frankfurt (Oder) die Stichwahl gegen den parteilosen Amtsinhaber,
in:
Neues Deutschland v. 20.03.

"2014 gewann René Wilke den Landtagswahlkreis in Frankfurt (Oder). Er wurde stellvertretender Linksfraktionschef im Landtag, im Stadtrat steht er an der Spitze der Linksfraktion",

berichtet Andreas FRITSCHE, der auch hervorhebt, dass durch den Sieg von WILKE der bislang glücklose Carsten PREUß über die Landesliste in den brandenburgischen Landtag einzieht. Sowohl bei der Landtagswahl 2014 als auch bei der letzten Bundestagswahl war er als Direktkandidat gescheitert.

DECKER, Markus (2018): Ein linker Sieger.
René Wilke wird Oberbürgermeister in Frankfurt (Oder) - ein Porträt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.03.

Markus DECKER beschreibt den haushaltspolitischen Sprecher René WILKE als Nachwuchshoffnung der gebeutelten Linkspartei.

 
       
   

Michael Rutschky in der Debatte

FEDDERSEN, Jan (2018): Hilfe gegen die Irren.
Nachruf auf Michael Rutschky, einen anregenden Freund und Autor aus Berlin, der die Wirklichkeit mit Wohlgefallen betrachtete,
in:
TAZ v. 20.03.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2018): Versicherer scheuen das Vorsorgegeschäft.
Kleine Unternehmen leiden darunter, dass sich Lebensversicherer aus der betrieblichen Altersvorsorge zurückziehen,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 20.03.

 
       
   

19.03.2018

 
       
   

Die Hartz IV-Reformen in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2018): Hartz IV lohnt sich oft mehr als Arbeit.
Wer eine vierköpfige Familie hat und arbeitet, kommt erst bei 15,40 Euro Stundenlohn auf Hartz-Niveau. Das zeigen neue Daten,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.03.

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

KAHLWEIT, Cathrin (2018): Gutes von gestern.
Die britische Küstenstadt Blackpool war mal sehr schön, jetzt ist sie sehr heruntergekommen. Trotzdem suchen gerade hier viele Menschen ein kleines bisschen Glück,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.03.

 
       
   

Das Single-Dasein in Spanien

STRECK, Ralf (2018): Rentner in Aufruhr.
In ganz Spanien wird gegen die Regierung und für ein würdiges Leben protestiert,
in:
Neues Deutschland v. 19.03.

 
       
   

18.03.2018

 
       
   

Uwe Tellkamp in der Debatte

HANK, Rainer (2018): Uwe Tellkamp und die Migranten. Ein Faktencheck.
Die meisten Migranten kommen wegen des Sozialsystems zu uns. Das behauptet der Schriftsteller Uwe Tellkamp. Hat er recht?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.03.

 
       
   

Die Hartz IV-Reformen in der Debatte

PEIKERT, Denis (2018): Du, wir haben wenig Geld.
Jens Spahn findet, Hartz IV sei nicht gleichbedeutend mit Armut. Das mag plump klingen, rührt aber an eine wichtige Frage: Was genau ist Armut in einem Sozialstaat? Eine Erkundung,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.03.

Denise PEIKERT, Jahrgang 1986, Angehörige der "Dritten Generation Ost", bei der die FAZ hervorhebt, dass sie "einige Zeit für die sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt und Tillich in Dresden" gearbeitet hat, ist wie HANK eine Hermeneutikerin, d.h. jeder lebt in seiner Welt-Interpretation, weshalb sie der "Jens SPAHN-Welt" und der "Ulrich SCHNIDER-Welt" die authentische Hartz IV-Welt einer Leipziger Plattenbau-Mitarbeiterin vorstellt, die von der katholischen Caritas ausgebeutet wird und einer fünf-fachen Mutter mit Mann aus Syrien - einem Nicht-Wohlfahrtsstaat also. Als Dritter im Bunde wird ein Niedriglöhner präsentiert.

"Etwa 16 Prozent der Menschen in Deutschland sind wie die drei. Sie sind (...) armutsgefährdet",

erklärt uns PEIKERT, die uns damit den Begriff der relativen Armut veranschaulichen will. Relative Armut hat nicht zu jammern, kann aus den Charakterisierungen der drei Musterexemplaren geschlossen werden. Die Wirklich Armen, so diese neoliberale Auffassung, erfasst man nur mit dem absoluten Armutsbegriff der Weltbank!

"Würde man Armut in Deutschland absolut messen (...), dann zählten dazu wahrscheinlich Obdachlose, die kein Hartz IV beziehen oder Ausländer, die, ohne irgendwo gemeldet zu sein, in Deutschland leben. Wie viele das sind, weiß keiner genau. Absolute Armut, so kann man sagen, ist in Deutschland ein vergleichsweise kleines Problem."

Anders formuliert: Arme haben in Deutschland überwiegend ein Luxusproblem! Als echter Armutsexperte wird uns der Ex-Generalsekretär der Caritas, die von der Hartz-Gesellschaft gut profitiert, vorgestellt. Er kritisiert die Hartz-Regelsatzbestimmung, denn die Caritas könnte ja schließlich noch mehr von ihren Armen profitieren.

Am Ende stellt jedoch PEIKERT die Frage inwiefern dieses Ausspielen von absoluter und relativer Armut einem Leben in einem reichen Land gerecht wird. Den drei authentischen Ost-Stimmen wird am Ende die authentische Weststimme entgegengesetzt. Neoliberale fordern seit längerem, dass die Regelsätze an die regionale Einkommensungleichheit anzupassen seien. Aber sind die Hartz IV-Regelsätze lediglich eine Frage unterschiedlicher, regionaler Lebenshaltungskosten?

Eine Petition soll SPAHN dazu auffordern, einen Monat lang von Hartz IV zu leben. Wie dieses Experiment ausgehen kann, hat bereits Thilo SARRAZIN gezeigt. Will man wirklich wissen, welche Ratschläge SPAHN erteilen würde? Wohl eher nicht...

 
       
   

17.03.2018

 
       
   

Schwangerschaft und Geburt in der Debatte

MEDICK, Veit & Ralf NEUKIRCH (2018): "Das merke ich mir".
Koalition: Der Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen überschattet den Start der neuen Regierung. Unionsfraktionschef Kauder ist angeschlagen,
in:
Spiegel Nr.12 v. 17.03.

 
       
   

Christian Baron - Proleten Pöbel Parasiten

BARON, Christian (2018): Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Was Uwe Tellkamp und Jens Spahn verbindet: Das Treten nach unten gehört unter Eliten zum guten Ton,
in:
Neues Deutschland v. 17.03.

 
       
   

Uwe Tellkamp in der Debatte

SERRAO, Marc Felix (2018): Neue deutsche Härte.
Uwe Tellkampfs Wutausbruch war kein Ausrutscher. Der konservative Teil des deutschen Bürgertums begehrt auf,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

SCHMIDIGEN, Tom (2018): Oh wie schön ist Pirmasens.
Kaum eine Stadt ist unter Flüchtlingen so beliebt wie Pirmasens - doch weil immer mehr in den Ort ziehen, fordern selbst Helfer eine Zuzugsperre,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.03.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

PAPON, Kerstin (2018): Die deutschen Aktienmuffel scheinen mutiger zu werden.
Niedrige Zinsen machen erfinderischer. Trotzdem scheuen viele Anleger noch die Risiken der Aktienanlage,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.03.

 
       
   

16.03.2018

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

SCHUBERT, Christian (2018): Französische Lichtblicke.
Macron zieht seine innenpolitischen Pläne durch. Die Gegner stecken in der Defensive,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.03.

 
       
   

15.03.2018

 
       
   

Die Lebensversicherer als Akteur der Altersvorsorge: Von vollmundigen Versprechungen zur Entledigung der Altlasten

FROMME, Herbert (2018): Briten zerlegen Lebensversicherer,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

 
       
   

Franziska Giffey in der Debatte

PUSCHNER, Sebastian (2018): Wie aus dem Leben.
Franziska Giffey wird Bundesfamilienministerin und ist die einzige interessante Personlaie im neuen Kabinett,
in:
Freitag Nr.11 v. 15.03.

 
       
   

14.03.2018

 
       
   

Franziska Giffey in der Debatte

REEH, Martin (2018): Franziska Giffey und der aufgehübschte Lebenslauf.
Wie aus der "Praktikantin" die "Mitarbeiterin" wurde: Die designierte Familienministerin und neue Hoffnungsträgerin der SPD war bei ihrer Biografie kreativ . fast wie einst Karl-Theodor zu Guttenberg,
in:
TAZ v. 14.03.

Martin REEH weist auf Unstimmigkeiten zwischen einem Porträt der neuen SPD-Familienministerin in der Parteizeitung Vorwärts aus dem Jahr 2014 und der Homepage von Franziska GIFFEY hin.

"Nach ihrem Studium als Verwaltungswirtin arbeitete sie acht Jahre lang als Europabeauftragte von Neukölln und holte die Fördermittel der EU in den Bezirk. Parallel dazu absolvierte sie Praktika in der Berliner Landesvertretung der EU in Brüssel und bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg",

heißt es in dem Porträt von Carl-Friedrich HÖCK vom März 2014.

 
       
   

Die Riester-Rente in der Debatte

LÖHR, Julia (2018): "Automatisch in Riester-Rente".
Verbraucherschützer setzen auf sanften Druck,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

SIEDENBIEDEL, Christian (2018): Gute Heimat, schlechte Heimat.
Nicht in allen Regionen in Deutschland werden Häuser immer teurer. Im Durchschnitt aber stiegen die Preise 2017 um 5,5 Prozent. Wo geht es abwärts - und warum?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

BURGER, Reiner (2018): Wo die Probleme mit aller Härte aufschlagen.
Der Bundespräsident besucht den Duisburger Problemstadtteil Marxloh. Manche sehen darin Krisentourismus, dabei kann sich Steinmeier dort manche Erfolge anschauen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.

 
       
   

Jochen Schimmang in der Debatte

KEGEL, Sandra (2018): Der Niemandsländer.
Seine Helden müssen nicht mehr die Welt retten: Dem Schriftsteller Jochen Schimmang zum Siebzigsten,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.

SCHAEFER, Thomas (2018): Das verschwiegene und kostbare Glück des Schreibens.
Zwischen Melancholie und subversiver Renitenz: Heute feiert der Schriftsteller und gelegentliche taz-Autor Jochen Schimmang seinen 70. Geburtstag. Anlass für eine Würdigung,
in:
TAZ v. 14.03.

 
       
   

Uwe Tellkamp in der Debatte

GRÜNBEIN, Durs (2018): Die süße Krankheit Dresden.
"Diese dummen Rempeleien von links und rechts mache ich nicht mit". Ein Rückblick auf mein Streitgespräch mit Uwe Tellkamp,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.03.

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

WIEGEL, Michaela (2018): Der Visionär.
Emmanuel Macron ist kein verblendeter europäischer Jasager. Er ist ein kritischer, ein fordernder Europäer, der die Ängste der Bürger ansprechen will - auch und gerade in den Fragen, die mit der Einwanderung und dem Islam in Europa verknüpft sind,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.

Buchauszug aus Emmanuel Macron. Ein Visionär für Europa. Eine Herausforderung für Deutschland.

 
       
   

13.03.2018

 
       
   

Dennis Gastmann - Der vorletzte Samurai

GASSER, Hans (2018): Sieben Höllen.
Dennis Gastmann macht ein Buch aus seiner Flitterreise durch Japan. Das hätte leicht schiefgehen können. Doch der schonungslose Umgang mit dem Land und der angeheirateten japanischen Verwandtschaft ergibt eine unterhaltsame Reiseerzählung,
in:
Literaturbeilage Süddeutsche Zeitung v. 13.03.

 
       
   

11.03.2018

 
       
   

Franziska Giffey in der Debatte

KLOEPFER, Inge (2018): Die Kiez-Königin.
Franziska Giffey, 39, ist Bürgermeisterin von Neukölln und geht kompromisslos gegen Clans und Bordelle vor. Bald hat sie es heimeliger: Für die SPD soll sie das Bundesfamilienministerium leiten,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

"Perfekt bedient sie die Wünsche jener Leute, die sich wieder nach mehr Ordnung sehnen.
Schließlich entstammt sie selbst so einem Milieu einer geordneten kleinen Welt, ist die Tochter eines Kfz-Meisters und einer Buchhalterin, 1978 in Frankfurt an der Oder geboren, wuchs sie im nahe gelegen Briesen auf. Und das vor allem mit traditionellen Werten, dass nämlich die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben",

beschwört Inge KLOEPFER die alte Kleinbürgermentalität. Dass der Erfolg durch Schweiß errungen wurde, darf man getrost als Unsinn betrachten. Vielmehr hat Franziska GIFFEY auf ihrem akademischen Weg geschickt Synergien genutzt, die sich aus ihrer politischen Tätigkeit ergeben haben. Pragmatismus ist das Gegenteil dieser Schweiß-Metapher.

Ein Seitenhieb auf den westdeutschen Feminismus darf bei dem Porträt auch nicht fehlen. Sie erhofft sich von der neuen Familienministerin eher eine konservative Politik.

 
       
   

Die Alter(n)skultur in der Debatte

BRENDLER, Michael (2018): Alzheimer muss nicht sein.
Die Zahl der Demenzkranken wird in Zukunft dramatisch steigen, heißt es. Für kommende Jahrgänge sieht das offenbar ganz anders aus,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

"In ihrem Heimatland, den Niederlanden, hatte die Epidemiologin bereits ein ähnliches Mammutprojekt betreut und war Ende der 1990er Jahre zu einem spektakulären Ergebnis gekommen: Die Zunahme der Alzheimerkranken, der häufig vorausgesagte Tsunami für das Sozialsystem, wird wohl ausbleiben. Ihr Zahl wird sich nicht wie befürchtet alle zwanzig Jahre verdoppeln. Es wird in Zukunft zwar immer mehr alte Menschen geben, aber laut dieser Rotterdam-Studie nicht zwangsläufig mehr Demenzkranke",

berichtet Michael BRENDLER über ein Forschungsergebnis von Monique BRETELER, Direktorin für populationsbezogene Gesundheitsforschung in Bonn. Für Deutschland existieren jedoch keine belastbaren Ergebnisse. Dies soll sich ändern. BRENDLER berichtet vorwiegend über Ergebnisse, die Optimismus verbreiten, aber letztlich nur spekulativ sind.

Fazit: In Deutschland wird zwar viel über den demografischen Wandel und seine Auswirkungen geschrieben, aber auf allen wissenschaftlichen Gebieten besteht ein katastrophaler Forschungsrückstand. Demagogie ersetzt weitgehend empirische Forschung, weil der Neoliberalismus Angst als Schmiermittel für seine Vorherrschaft benötigt. Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme führt dazu, dass die wirklichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte unterbelichtet bleiben.    

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

RIECHELMANN, Cord (2018): Das Feste und das Flüssige.
Christina von Brauns historische Studie "Blutsbande" zeigt, wie durch die Reproduktionsmedizin der starre Gegensatz von Blutsverwandtschaft und sozialer Verwandtschaft hinfällig wird,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

 
       
   

Die Medienkultur als Problem

KIESERLING, André (2018): Davon kann der Redakteur nur träumen.
Falschmeldungen verbreiten sich rascher und weiter als echte Nachrichten. Das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

André KIESERLING möchte Fake-News als typisch für den Boulevardjournalismus abtun, denn:

"Falschmeldungen (bedienen) die üblichen Nachrichtenwerte des Negativen und des Neuen besonders intensiv (...). Es handelt sich gewissermaßen um die Traumnachrichten eines jeden Redakteurs, nur eben leider um unzutreffende.
Ein instruktives Modell für die Fake News wäre mithin der Boulevardjournalismus".

In den letzten Tagen stellten sich zwei Berichte als Falschmeldungen heraus, die das Negative und das Neue besonders hervorheben, nur dass sie sich im Wirtschaftsteil der Welt befanden: zum einen eine Falschwiedergabe zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen und zum anderen eine Fake-News zur Verschuldungssituation von Kommunen in Deutschland.

Fazit: Die selbsternannten Qualitätsmedien verbreiten genauso Falschmeldungen wie alle anderen Medien auch und dies umso eher als die Nachricht besonders gut zum eigenen Weltbild passt.   

 
       
   

Die politische Kultur in der Debatte

BOLLMANN, Ralph (2018): Demokratie ohne Freiheit.
Wir hatten vergessen, dass Volksherrschaft und Liberalismus nicht untrennbar sind. Yascha Mounk erinnert uns daran,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

Ralph BOLLMANN stellt das Buch Der Zerfall der Demokratie von Yascha MOUNK vor. Mit Demokratie ist nur die historisch relativ neue Verbindung von Liberalismus und Demokratie gemeint, deren Zeit heute schon wieder abgelaufen ist, denn es gibt

"Mounks These zufolge liberale Systeme mit beschränkten demokratischen Mitwirkungsrechten, wozu er inzwischen eine Mehrzahl der westlichen Länder zählt. Dahinter steht (...). die nüchterne Feststellung, dass in einer immer komplexeren Welt immer mehr Entscheidungen auf der Ebene von Expertengremien oder supranationalen Institutionen fallen, die zumindest nicht mehr so unmittelbar der demokratischen Kontrolle unterlieben wie Regierungshandeln in der kurzen Phase des klassischen Nationalstaats."

Für BOLLMANN und andere Neoliberale  ist das weniger ein Problem als für den Politikwissenschaftler MOUNK. Entscheidend sind angeblich weniger die "ökonomische Realität" als die "ökonomischen Ängste". Mit "ökonomischer Realität" ist die Einschätzung durch den Mainstream der neoliberalen Ökonomen gemeint. "Ökonomische Ängste" kann man in dieser Deutung als unberechtigte Ängste übersetzen.

Im alten Medium Zeitung wird natürlich gerne die destabilisierende Wirkung der neuen Medien beschworen, die heutzutage soziale Medien genannt werden. Lieber würde man über die destabilisierende Wirkung der alten Medien lesen!

Als Lösung der Demokratiekrise (BOLLMANN bevorzugt die typische Krankenmetaphern der Neoliberalen, wobei die Psychoanalyse diesmal das Modell ist) wird ein "inklusiver Patriotismus", Abstandnahme von einer hyperkritischen Haltung gegenüber dem System und die Schaffung größerer Verteilungsspielräume für den Sozialstaat gesehen. BOLLMAN hält von Verteilungspolitik bekanntlich wenig. Er würde viel lieber kleinere Verteilungsspielräume schaffen, wie sein Loblied auf die Abwälzung der Vereinigungslasten auf das Sozialsystem gezeigt hat. Notfalls genügt auch das schlichte Herbeischreiben geringer Verteilungsspielräume - eine gängige Methode neoliberaler Herrschaftspraxis.         

 
       
 

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