[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 16.-19. Juli 2005
News 11.-15. Juli 2005
News 06.-10. Juli 2005
News 01.-05. Juli 2005
News 28.-30. Juni 2005
News 20.-27. Juni 2005
News 01.-19. Juni 2005
News 01.-10. Juni 2005
News 24.-31. Mai 2005
News 18.-23. Mai 2005
News 10.-17. Mai 2005
News 06.-09. Mai 2005
News 01.-05. Mai 2005
News 27.-30. April 2005
News 19.-26. April 2005
News 12.-18. April 2005
News 07.-11. April 2005
News 01.-06. April 2005
News 29.-31. März 2005
News 23.-28. März 2005
News 12.-22. März 2005
News 08.-11. März 2005
News 04.-07. März 2005
News 01.-03. März 2005
News 22.-28. Februar 2005
News 18.-21. Februar 2005
News 10.-17. Februar 2005
News 05.-09. Februar 2005
News 01.-04. Februar 2005
News 26.-31. Januar 2005
News 21.-25. Januar 2005
News 16.-20. Januar 2005
News 11.-15. Januar 2005
News 01.-10. Januar 2005

News 26.-31.Dezember 2004
News 21.-25.Dezember 2004
News 16.-20.Dezember 2004
News 11.-15.Dezember 2004
News 01.-10.Dezember 2004
News 16.-30.November 2004
News 01.-15.November 2004

News 21.-31. Oktober 2004
News 16.-20. Oktober 2004
News 11.-15. Oktober 2004
News 05.-10. Oktober 2004
News 01.-04. Oktober 2004
News 24.-30. September 2004

News 16.-23. September 2004
News 11.-15. September 2004
News 05.-10. September 2004
News 01.-04. September 2004
News 25.-31. August 2004
News 16.-24. August 2004
News 06.-15. August 2004
News 01.-05. August 2004
News 22.-31. Juli 2004
News 16.-21. Juli 2004
News 11.-15. Juli 2004
News 06.-10. Juli 2004
News 01.-05. Juli 2004
News 23.-30. Juni 2004
News 16.-23. Juni 2004
News 01.-15. Juni 2004
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 20. - 24. Juli 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Sie wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die Felskanten schien.

Gegen Mittag glühte der Körper mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die Gischt und das Gesicht."
(aus: Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.)

 
 
 
 
  • REITTER-WELTER, Barbara (20059: Aus Job-Romanzen werden oft stabile Verbindungen.
    Münchner Wirtschaftspsychologe Lutz von Rosenstiel forscht über Liebe im Büro,
    in: Welt am Sonntag München v. 24.07.

     
 
  • STEPHAN, Cora (2005): 50 plus gewinnt.
    Der Blick nach vorn - Deutschlands Zukunft denken (2),
    in: Signale. Sendung des DeutschlandRadio v. 24.07.

     
 
     
 
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2005): Geschlossene Gesellschaft.
    Nachbarschaft? Ausgeschlossen. Die Potsdamer Wohnanlage "Arcadia" ist die erste "gated community" in Deutschland. Beliebt ist sie nicht - jetzt droht neuer Krach,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.07.

     
 
Deutschland ist Absurdistan! Wenn ein Bundespräsident die Auflösung des Bundestages - also eine verfassungsrechtliche Frage - mit gesellschaftspolitischen Argumenten begründet, dann läuft etwas grundsätzlich verkehrt. Die FAZ versteht sich als eilfertiger Musterschüler, der gleich die Richtigkeit der Gründe veranschaulicht. "Wir haben zu wenig Kinder" tönt es da bei KÖHLER. Ist diese Aussage bereits umstritten, so zeigt sich, dass sie von einem - offenbar hörgeschädigten - taz-Kommentator - noch weiter verstümmelt wird. Dass KÖHLER damit eine Steilvorlage für Frank "Panik" SCHIRRMACHER geliefert hatte, war von vornherein klar. Und Frankie hat sich natürlich gleich mit einem Staatsnotstandsartikel revanchiert. So ist das eben unter alten Kameraden. Wenn Gustav SEIBT das in der SZ als Kitsch abtut, dann ist das zwar richtig, aber nur halbherzig. 
  • HAP (2005): "Unsere Zukunft und die unserer Kinder steht auf dem Spiel".
    Bundespräsident Köhler benennt die wirtschaftlichen Problemfelder Deutschland,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.

  • SCHIRRMACHER, Frank (2005): Nur acht Sätze.
    Die Zeit unserer Kinder läuft ab: Horst Köhlers Ultimatum,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.

"Tragen die Kinderlosen die Schuld an der schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes, wie Köhler unterstellt?"

fragt uns KUZMANY. Der Autor schließt aus der umstrittenen Aussage, dass wir zu wenig Kinder haben, umstandslos darauf, dass nur Kinderlose dafür verantwortlich sein können. Zu diesem Fehlurteil könnte man durchaus kommen, wenn man die publizierte Meinung liest. Nichtsdestrotrotz ist dies falsch.

Dies hat der Familiensoziologe Hans BERTRAM anhand von Lebensverlaufsdaten nachgewiesen. Nicht der Anteil der Kinderlosen, sondern der Rückgang von 2- bzw. 3- und mehr Kind-Familien ist entscheidend für die Geburtenrate in Deutschland. Wie Christian SCHMITT nachgewiesen hat, ist der Kinderlosenanteil der Mitte der 1960 Jahre geborenen Frauen wesentlich niedriger als offiziell bislang zu gegeben.

     
 
     
 
     
 
  • BAUREITHEL, Ulrike (2005): Angebot ohne Preisschild.
    Bürgerversicherung. Alle wollen sie, SPD, Grüne und Linkspartei bieten sie an - und keiner sagt konkret, wieviel sie bei ihm kostet,
    in: Freitag Nr. v. 22.07.

     
 
WELTWOCHE-Titelgeschichte: Was, Sie haben kein Kind?
Über die Arroganz der Jungeltern, die sich für bessere Menschen halten
 
  • MÜLLER, Franziska K. (2005): Kinderwahnsinn.
    Moderne Väter und Mütter (vor allem Mütter) erinnern an Sektenmitglieder. Sie halten sich für die besseren Menschen, belästigen ihr Umfeld mit einem militanten Enthusiasmus und geben Kinderlosen das Gefühl, sie seien Schwerverbrecher,
    in: Weltwoche Nr.30 v. 21.07.

Der neuste Sommerloch-Medienhype sind die selbstgefälligen Eltern. Bereits im November 2001 hat sich single-dasein.de diesem Phänomen gewidmet. Damals - im Windschatten vom PflegeFEHLurteil des Bundesverfassungsgerichts - nahm die Aufblähung des Eltern-Ichs seinen unguten Anfang. Erst mit den Prenzlauer-Berg-Eltern erfuhr das Phänomen der selbstgefälligen Eltern die Aufmerksamkeit der Medien. In der Zeitschrift Emma löste ein Artikel von Annette C. ANTON (März/April 2004) eine Kontroverse aus, die nun im Mainstream angekommen ist.

Matthias KALLE pöbelte im Berliner Stadtmagazin ZITTY vor kurzem gegen die Elterndarsteller und nun hat die Schweizer Weltwoche das Thema zur Titelgeschichte ausgebaut.

"Es ist ja schön, dass sich junge Mütter und Väter durch ihren Nachwuchs aufgewertet fühlen. Sie mutieren – sozusagen über Nacht – zu weisen, selbstlosen Wesen. Sie betrachten sich in stolzer Erfüllung ihrer Pflichten fortan als Nabel der Welt. Aber müssen sie den Kinderlosen andauernd zu verstehen geben, dass ein von Stundenplänen, Monogamie und Legomonstern geprägtes Leben moralisch wertvoller sei als ein unbeschwertes Junggesellinnen-Dasein?
      
  Der Verdacht drängt sich auf, dass viele Jungeltern, entgegen der zur Schau getragenen Zufriedenheit, schlicht frustriert sind",

folgert Franziska K. MÜLLER scharfsinnig. Single-dasein.de hat diese schlichte Frustrationsthese 2001im Beitrag Feindbild Single präziser dargestellt und das Feindbild der Kinderlosen als Identitätsstabilisator für frustrierte Eltern auf negative Bilanzierungen, die medial verstärkt werden, zurückgeführt.

MÜLLER sieht nun ausgerechnet in den Spätgebärenden die Kerngruppe derjenigen, die die Elternrolle über alles idealisieren und einen kinderlosen Lebensstil mit Furor ablehnen. So wie ehemalige Raucher zu den militantesten Nichtrauchern werden oder Neubürgerliche mit 68er-Vergangenheit zu den schärfsten Kritikern der Spaßgesellschaft mutieren, so müssen Spätgebärende Kinderlose missionieren, als ob ihr Seelenheil nicht vom Elterndasein, sondern vom Unglück der Kinderlosen abhängt.

Im letzten Drittel versucht MÜLLER dann der Überschätzung der Elternschaft entgegen zu treten. MÜLLER führt zum einen aus, dass es eine kinderfreie Gesellschaft in der Schweiz nicht geben wird:

"Der Ruf der Kinderlosen ist im Eimer, obwohl sich alarmistische Szenarien, wonach sich die Schweiz aufgrund zu vieler Karrieristinnen in eine kinderfreie Gesellschaft verwandle, als falsch erwiesen haben: Die Zahlen der Volkszählung zeigen, dass es in der Altersklasse der Zwanzig- bis Vierzigjährigen nur unwesentlich mehr Kinderlose gibt als Eltern (Eltern: 939617; Kinderlose: 1179099). Zudem sind bei den Dreissig- bis Vierzigjährigen die Geburtenraten seit Jahren leicht steigend (1993: 40997; 2003: 44126)",

kritisiert MÜLLER. Es ist offensichtlich, dass die Journalistin im Dschungel der Bevölkerungsstatistik umherirrt, denn sie übernimmt die singlefeindlichen Darstellungen von Familienfundamentalisten. Dies ist die Hauptmisere derjenigen, die über Kinderlosigkeit aufklären möchten, aber dazu UNREFLEKTIERT auf das Material jener zurückgreifen, die sich die Bekämpfung von Singles - und nicht die Förderung der Elternschaft - zum Hauptziel gesetzt haben.

Das Verhältnis von Kinderlosen zu Eltern basiert offenbar auf Haushaltszahlen. Single-generation.de hat nachgewiesen, dass diese singlefeindliche Darstellung ein zentraler Punkt der Single-Lüge ist. Eine singlefreundliche Darstellung stellt dagegen den Anteil von Eltern an der gleichaltrigen Bevölkerung in den Mittelpunkt. Dadurch wird deutlich: Kinderlose sind eine kleine Minderheit im mittleren Lebensalter und keine Mehrheit, wie fälschlicherweise bei MÜLLER nachzulesen ist Die Journalistin ist völlig unbedarft in die Falle der Single-Rhetorik getappt.

Dies ist leider keine Ausnahme, sondern die Regel. Auch Kritiker einer bevölkerungspolitischen Blickverengung wie Matthias KALLE, lassen Artikel durchgehen, die auf falschem Zahlenmaterial zur Kinderlosigkeit basieren.

Zum anderen versucht MÜLLER nachzuweisen, dass Kinderlose keineswegs auf Kosten der Eltern leben. Ein Unterfangen, das aufgrund der Intransparenz politischer Subventionspraxen bisher gescheitert ist. Für Deutschland gilt, dass es keine faire Berechnungen gibt. Hier dominieren eindeutig die Familienlobbys. Astrid ROSENSCHON hat zu diesem Thema bisher die singlefreundlichste Betrachtung geliefert.

Zum Abschluss geht MÜLLER noch auf die Bewegung der Kinderfreien in den USA ein:

"Was in der Schweiz hinter vorgehaltener Hand vorgebracht wird – Kritik an selbstgefälligen Erzeugern –, geschieht in den USA weniger diskret: Kinderlose mobilisieren zum Gegenangriff. In ihrem Bestseller «Der Kindersegen» (The Baby Boon) rechnete die Schriftstellerin Elinor Burkett pedantisch genau aus, was die vom Arbeitgeber finanzierten Hortplätze die Kinderlosen kosten und welche selbstverständlichen Opfer von ihnen im tagtäglichen Berufsleben erwartet werden. Und Jerry Steinberg, Gründer des Internetportals no.kidding.com, ergänzt: «Langweilige Kinderzeichnungen, die den Arbeitsplatz tapezieren, sind noch das kleinste Übel.» Überstunden, weil die Eltern zu Hause ihre kranken Kinder pflegen, seien eine Selbstverständlichkeit, Anpassung des Urlaubs an die Schulferien auch. «Und natürlich übernimmt man die Aufgaben der Kollegin, wenn sie schwanger ist oder Papa sein Töchterchen während der Arbeitszeit zum Zahnarzt chauffieren muss.»
(...).
Inzwischen gibt es in jeder grösseren amerikanischen Stadt Ortsgruppen der sogenannten Childless-Bewegung sowie unzählige Internetforen wie overpopulation.com oder childfree.com für die dreizehn Millionen Kinderlosen in den USA.
"         

     
 
     
 
  • Das Single-Dasein in Japan

    • HANSEN, Sven (2005): Operation Supersenior.
      Japan sieht alt aus. Immer mehr Alte, kaum Kinder und keine Zuwanderer - so sieht Japans demografisches Problem aus. Die Gesellschaft dort orientiert sich um: auf gesunde, konsumfreudige Pensionäre. Auch Herrn Yamasakis Zielgruppe sind die Senioren. Nur darf der PR-Fachmann sie nicht so nennen,
      in: TAZ v. 21.07.

     
 
  • TAGESSPIEGEL (2005): Was ist links?
    Eine Blitzumfrage unter Intellektuellen,
    in: Tagesspiegel v. 21.07.

Der Tagesspiegel hat die seit der FAZ-Serie "What's left?" (1992/1993) beliebte Frage gestellt, was links ist und geantwortet haben Hans NEUENFELS, F. C. DELIUS, Georg KLEIN, Andreas MAIER, Reinhard HAUFF und Jens SPARSCHUH.

"»Links« ist offenbar ein Wort, das dazu da ist, dass man sich darüber unterhält, was es meint. Anders als »vögeln« oder »Abseits«. Oder können Sie sich eine Handlung vorstellen, bei der Sie sich ernsthaft fragen würden, ob das nun vögeln sei, oder nicht?"

merkt Andreas MAIER ("Kirillow") "handlungstheoretisch" zur Frage an, die die anderen Autoren - bis auf SPARSCHUH - traditionell "einstellungstheoretisch" angehen.

     
 
     
 
  • Das Single-Dasein in China

    • MAAS, Harald (2005): Sie geh'n Gatten suchen im Park.
      In Peking gibt es eine öffentliche Heiratsbörse – ältere Leute halten Ausschau nach Partnern für ihre Kinder,
      in: Tagesspiegel v. 20.07.

     
 
  • HARTMANN, Martin (2005): Die konstruierte Wirklichkeit.
    Der französische Wissenschaftler Alain Desrosières über Bevölkerung, Demographie - und die moderne Statistik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.07.

Martin HARTMANN rezensiert mit Alain DESROSIÈRES' Buch Die Politik der großen Zahlen ein Grundlagenbuch zur Bevölkerungsstatistik. Ausgehend von den beiden Autoritätsformen, der administrativ-politischen und der kognitiven, d.h. wissenschaftlichen, Autoritätsform, beschreibt DESROSIÈRES die Institutionalisierung der Bevölkerungsstatistik in Frankreich, den USA, Großbritannien und Deutschland. Dabei wird deutlich, dass Bevölkerung kein wertfreier Begriff ist, sondern eine politische Konstruktion, die erst jene Probleme und -lösungen hervorbringt, die mittels Statistik erst geschaffen werden. Aufschlussreich hierfür ist z.B. das Beispiel der USA, wo "eine Sklave 60 Prozent eines freien Mannes zählte". HARTMANN bemerkt deshalb treffend:
  • "Statistik beschreibt in diesem Sinne die Welt und konstruiert sie, genauer: sie beschreibt eine Welt, die sie selbst konstruiert, und verändert damit die Welt, die wir kennen.
          
      Was das heißt, kann man sich leicht am Diskurs über die »Überalterung« der Gesellschaft veranschaulichen. Was immer dieser Diskurs sonst ist, er ist immer auch ein Diskurs, den die Statistik möglich macht. Nicht zuletzt deshalb ist die Überalterung, die die Statistik doch erst ankündigt, für uns schon ein Ding, das existiert."
Bei single-generation.de wurde von Anfang an die Statistische Konstruktion und damit das Statistische Bundesamt in Wiesbaden als eine Macht, die sich im Verborgenen entfaltet, in den Mittelpunkt der Kritik gestellt. Die Debatte um Singles oder die Geburtenkrise ist Ausdruck einer "Politik der großen Zahlen", deren Selbstverständlichkeit von Singles nicht hingenommen werden darf. Die Statistik darf nicht den Familienfundamentalisten überlassen werden.
     
 
  • SCHMITT, Michael (2005): Das Immer-mehr-Wollen der Susi Gern.
    Wenn sich die Literatur des Wirtschaftslebens annimmt, schrammt sie gelegentlich - aber glücklicherweise nicht immer - die altbekannten Klischees der Entfremdung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.07.

Mit Luc BOLTANSKI & Ève CHIAPELLO ("Der neue Geist des Kapitalismus") und Richard SENNETT ("Der flexible Mensch") als theoretischem Hintergrund nähert sich SCHMITT den neueren "fiktiven Ökonomien" in der Belletristik der Gegenwart. Er verwirft die Herangehensweisen von Georg M. OSWALD ("Alles was zählt"), Kathrin RÖGGLAs wir schlafen nicht oder Rainer MERKELs Das Jahr der Wunder, um zum Schluss ein Loblied auf Martin WALSERs Der Lebenslauf der Liebe zu singen. Ausgerechnet dessen Protagonistin Susi Gern soll prototypisch die Gesetze des Kapitalismus aufzeigen:

"Susi geht nie voll und ganz in dem Milieu auf, in dem sie gerade lebt. So bleibt sie - und mit ihr Autor und Leser - bis zu einem gewissen Grade auf Distanz zu allem, auch zu sich selbst: Anfangs zum Reichtum ihres Mannes, denn sie ist eine »Aufsteigerin« per Standesamt, dann auch als ehemals reiche Frau gegenüber der Ärmlichkeit der Sozialhilfe. Das ergibt eine durchgängige immanente Relativierung aller Facetten ihrer Geschichte, die durch keine von außen herangetragenen moralischen Wertsetzungen abgesichert werden müssen. Und weil Walser auch noch die Sprache zum Tanzen bringt, und etwa den Gatten von Susi die eigenen Unternehmungen in Versform bejubeln lässt, steht am Ende ein selten drastisches Resümee einer Gesellschaft, die nach Luc Boltanski und Ève Chiapello ihre zentralen kollektiven Werte zur Begründung von Gerechtigkeit preisgegeben hat, und in der jeder Einzelne, durchaus im Konsens mit dieser Gesellschaft, auf sich selbst und auf die eigenen Ansprüche als Norm aller Gerechtigkeit zurückverwiesen ist." 

     
 
  • WALTER, Franz (2005): Zu viele Vetomächte.
    Dieses Land verlangt nach Aufbruch und Konsens zugleich: Also bedarf es einer großen Koalition,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.07.

     
 
     
 
Die Grünen erhalten von der Jungle World  ein Begräbnis erster Klasse. Rainer TRAMPERT erweist sich als scharfzüngiger Grabredner.
       
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom  16. - 19. Juli 2005

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 09. Februar 2017 Counter Zugriffe seit
dem 14.Juni 2002