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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 15. - 22. Juni 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der demografische Wandel ist kein gutes Argument zugunsten der Kapitaldeckung

"Nicolas Barr von der London School of Economics (...) erklärt: »Aus wirtschaftlicher Sicht ist der demografische Wandel kein gutes Argument zugunsten kapitalgedeckter Systeme.« Besser seien ein über Steuern und Abgaben finanzierter Sozialstaat und Investitionen in Bildung, damit künftige Generationen mittels einer hohen Produktivität das Geld für die Versorgung der Rentner und Kranken erwirtschaften können."
(Daniel Baumann & Stephan Hebel "Gute Macht-Geschichten", 2016, S.99)

 
       
       
   

Die Volkszählung in der Debatte

PENNEKAMP, Johannes (2016): Schwierige Bevölkerungszählung.
Fachleute bemängeln Schwächen der Zensusmethode,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.

 
       
   

Die Rentenpolitik in der Debatte

SCHWENN, Kerstin (2016): Koalition steuert auf heißen Renten-Herbst zu.
Ministerin Nahles plant einen Dialog über die private und betriebliche Vorsorge. Wohin könnte die Rente gehen?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

KROHN, Philipp (2016): Gibt es den dritten Weg in der Altersvorsorge?
Aktienfonds können hohe Renditen erzielen, aber auch Verluste einfahren. Stabiler sind Versicherungen. Sie federn Verluste ab. Ein Mischmodell ist denkbar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.

 
       
   

Gundula Roßbach in der Debatte

DOEMENS, Karl (2016): Die Frau für die Rente.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund bekommt eine Chefin,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.06.

Karl DOEMENS berichtet über Personalkarussell bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, das morgen von der Bundesvertreterversammlung in Bremen beschlossen werden soll. Wie schon von der FAZ berichtet, soll Gundula ROßBACH ab 1. Januar 2017 neue Präsidentin werden. Ihren Posten im dreiköpfigen Direktorium soll Brigitte GROSS einnehmen. Im Herbst 2017 soll dann Stephan FASSHAUER, der bei Peter BOFINGER promoviert hat, Nachfolger von Herbert SCHILLINGER werden. 

DOEMENS lobt die Tatsache, dass ROßBACH "eher Managerin als Sozialpolitikerin" ist, denn sie soll Versuche, die Rentenformel zu ändern, abwehren, die DOEMENS herbei beschwört. Außerdem weist er auf Spannungen zwischen den Regionalträgern und der Spitzenorganisation hin. Da sich alle drei Personalbesetzungen aus dem Landesverband Berlin-Brandenburg rekrutieren, ließe das auf eine starke Stellung dieses Regionalverbandes im Gefüge der DRV schließen - falls hier nicht Proporzgesichtspunkte die entscheidende Rolle gespielt haben.

 
       
   

Die betriebliche Altersvorsorge in der Debatte

ÖCHSNER, Thomas (2016): Magere Zeiten für Rentner.
Versorgungswerke senken Zinsen, jetzt sogar auf 0,25 Prozent,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 22.06.

 
       
   

Das Single-Dasein in Schweden

ARVIDSSON, Bengt (2016): Schweden verschärft Asylgesetz.
Land verabschiedet sich von bislang großzügigsten Regeln in Europa,
in:
Neues Deutschland v. 22.06.

 
       
   

Das Single-Dasein in China

SCHOETTLI, Urs (2016): Malthus auf den Kopf gestellt.
Geopolitische Perspektiven: Japan und China schrumpfen und altern gleichermassen. Sie reagieren jedoch unterschiedlich auf die demografische Herausforderung. China aspiriert weiter auf den Platz an der Sonne – mit Folgen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 22.06.

 
       
   

Wolfgang Welt in der Debatte

KLUTE, Hilmar (2016): Pott raus, Glück rein.
Wolfgang Welt war Pop-Journalist, Schriftsteller, Nachtportier - und in Bochum eine feste Größe. Nun ist er gestorben,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.06.

 
       
   

Andrea Nahles in der Debatte

NAHLES, Andrea (2016): Wir brauchen einen neuen sozialen Kompromiss.
Standpunkt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.06.

Die FAZ druckt Auszüge aus dem 10-seitigen Positionspapier Ein neuer sozialer Kompromiss für das Zeitalter der digitalen Transformation. NAHLES unterscheidet hinsichtlich der Debatte um die Industrie 4.0 zwischen Entwarnern, Apokalyptikern und Utopisten, um sich als Gestalterin profilieren zu können. Die aktuelle Entwicklung bestätigt gemäß NAHLES die Prognosen von Peter GLOTZ zum Kulturkampf im digitalen Kapitalismus, den er in dem 1999 erschienen Buch Die beschleunigte Gesellschaft beschrieben hat. 

 
       
   

Die europäische Rentenpolitik in der Debatte

ANGER, Heike (2016): Keine Frage des Alters.
Urteil des Europäischen Gerichtshof sorgt für Klarheit bei Rentensystemen,
in:
Handelsblatt v. 21.06.

Heike ANGER sieht durch ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg die Rechtssicherheit von Unternehmen gestärkt. Das Gericht hatte die Klage eines österreichischen Pensionsbeziehers abgewiesen, der sich aufgrund des Alters durch die Festlegung von Altersgrenzen diskriminiert fühlte. Das Gericht bescheinigte zwar, dass es sich um eine Diskriminierung handele, wenn eine solche Diskriminierung jedoch auf nationaler Ebene einheitlich erfolgt, dann ist eine solche Diskriminierung lediglich Ausdruck einer zuerkannten Freiheit von EU-Mitgliedsstaaten und damit rechtens. Gemäß eines zitierter Fachanwalts für Arbeitsrecht hat dieses Urteil Bedeutung für alle Rentensysteme von abhängig Beschäftigte und Selbständige.  

 
       
   

Die Steuerpolitik in der Debatte

HILDEBRAND, Jan & Axel SCHRINNER (2016): Schweres Erbe.
Nach einem Jahr Streit einigt sich die Koalition auf eine neue Erbschaftssteuer. Doch wirklich glücklich ist niemand mit der Reform. Klar ist vor allem eins: Es wird noch komplizierter,
in:
Handelsblatt v. 21.06.

SCHRINNER, Axel (2016): "Die Erbschaftssteuer bleibt verkorkst".
Gespräch mit Lars Feld,
in:
Handelsblatt v. 21.06.

Für den Ökonomen Lars FELD ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Erbschaftssteuerreform erneut vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt werden muss.

RIEL, Aert van (2016): Reiche Firmen privilegiert.
Erbschaftssteuer bleibt wenig ertragreich,
in:
Neues Deutschland v. 21.06.

 
       
   

Die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung in der Debatte

RÜRUP, Bert (2016): Gefährliche Einmalzahlung.
Leidartikel: Die Pläne der Links-Partei gefährden die Rentenkasse,
in:
Handelsblatt v. 20.06.

 
       
   

Die Pflege in Deutschland in der Debatte

FEUERBACH, Leonie (2016): Um Opa kümmert sich der Pole.
Eigentlich ist Pawel Baszak Klarinettist. Gerade lebt er mit einem Rentner zusammen und entlastet so das deutsche Pflegesystem,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.06.

"Eine Osteuropäerin oder, in seltenen Fällen, ein Osteuropäer, die oder der zu den alten Menschen ins Haus zieht und rund um die Uhr für sie da ist, erscheint (...) fielen als perfekte Lösung. Experten gehen von 150.000 bis 300.000 osteuropäischen Pflegekräften in deutschen Rentnerhaushalten aus",

erklärt uns Leonie FEUERBACH anlässlich ihrer Reportage über ein solches Pflegearrangement, das meist in einer umstrittenen Grauzone angesiedelt sei, bei dem Vermittlungsagenturen viel Geld verdienen. Als Expertin wird die Soziologin Helma LUTZ zitiert und die Situation in Skandinavien und der Schweiz mit der deutschen Pflegesituation verglichen. Der Tenor des Artikels: die Zeit der billigen Pflegekräfte aus Osteuropa neigt sich dem Ende entgegen.

 
       
   

Die Nachbarschaft in der Debatte

PEZZEI, Kristina (2016): Gestern fremd, morgen Nachbar.
Neu in der Stadt? In Zeiten des Internets ist das kein Problem. Eigentlich. Gleich mehrere Nachbarschaftsvernetzer treten an, die Anonymität zu durchbrechen. Das ist schwerer als gedacht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.06.

 
       
   

Andrea Nahles in der Debatte

DETTMER, Markus/KNAUP, Horand/SCHMERGAL, Cornelia (2016): Auf Abstand.
SPD: Parteichef Gabriel und Arbeitsministerin Nahles streiten über den richtigen Kurs in der Rentenpolitik. Es geht um mehr als Wahlkampftaktik. Dahinter steht eine persönliche Fehde,
in:
Spiegel Nr.25 v. 18.06.

Die Psychodoktoren vom Spiegel legen Andrea NAHLES und Sigmar GABRIEL auf die Psychocouch und inszenieren eine Seifenoper, um uns auf ihren neoliberalen Rentenkurs einzuschwören. NAHLES wird von DETTMER/KNAUP/SCHMERGAL zur Agenda 2010-Retterin aufgebaut, die sich gegen ihren Parteivorsitzenden GABRIEL, den bösen Rentenpopulisten, zur Wehr setzen muss. Dazu wird GABRIELs Wahlkampftaktik, mit der die "kleinen Leute" mitangesprochen werden sollen, in einen Gegensatz zur "pragmatischen Position" von NAHLES gebracht. Uns wird nochmals die Story der Rentendebatte vom Ende Februar bis heute nacherzählt. Beim Showdown steht dann der innerparteiliche SPD-Konflikt, der auf die Interessengegensätze innerhalb der Gewerkschaften trifft, im Fokus:

"Während Gabriel seine Ideen eher an linksorientierten Gewerkschaften wie Verdi-Chef Frank Bsirske ausrichtet, hält Nahles es mit den Pragmatikern von der IG Bergbau, Chemie und Energie (BCE) und der IG Metall, die vor allem auf höhere Betriebsrenten setzen.
Längst hat sie ihr Ministerium passend aufgestellt. Um die Rente kümmert sich vor allem Staatsekretärin Yasmin Fahimi, die einst die Grundsatzabteilung der IG BCE leitet".

Ausgeblendet bleibt, warum z.B. die IG Metall auf höhere Betriebsrenten setzt, denn die IG Metall profitiert mit ihrem Versorgungswerk Metallrente von einer Stärkung der betrieblichen Altersversorgung. Mit den Metallarbeitgebern zusammen setzen sie deshalb auf einen Kompromiss zu Lasten der Arbeitnehmer.

Stattdessen bekommen wir nochmals die Seifenoper vorgespielt, die mit der Agenda 2010 beginnt und ein Figurenkabinett entfaltet, das Olaf SCHOLZ und NAHLES ab 2012 im Kampf gegen die Rente ab 63 zu Bündnispartnern gegen GABRIEL werden lässt. NAHLES wird wie bereits SCHOLZ als Verfechter einer Verbesserung der Erwerbsminderungsrente hervorgehoben. Seitdem sei NAHLES die starke Frau, die sich nie mehr für Rentenprojekte vereinnahmen lässt, hinter denen sie nicht selber stehe.

Fazit: NAHLES wird vom Spiegel als diejenige in der SPD aufgebaut, die den Agenda-Kurs - auch gegen den Parteivorsitzenden - weiterführt und die vom Spiegel gewünschte neoliberale Reform der Betriebs- und Riesterrente retten soll.   

 
       
   

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland in der Debatte

GABRIEL, Sigmar (2016): Im Schafspelz.
Gastbeitrag: Eine radikalte bürgerliche Rechte sagt der Republik den Kampf an. Jetzt braucht Deutschland ein Bündnis der progressiven Kräfte,
in:
Spiegel Nr.25 v. 18.06.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

JURETZEK, Rainer (2016): Den Ruhestand sorgfältig planen.
Die Vermögensfrage: Eine Beratung kann nicht nach ein bisschen Fingertippen eine Lösung parat haben. Wunderschön aufbereitete Grafiken nach wenigen Dateneingaben sind mit Vorsicht zu genießen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.06.

Rainer JURETZEK berichtet über eine neue Masche der Finanzdienstleistungsbranche, die mit dem Begriff der Ruhestandsplanung  die vermögende Zielgruppe 50Plus, gerne auch als "Best Ager" angesprochen, im Auge hat.

JURETZEK stilisiert sich zum Anwalt dieser Zielgruppe und preist das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Finanzplanung e.V. (DFP) als Qualitätsmerkmal. Pikant daran ist jedoch, dass der Autor auch gleichzeitig Vorsitzender dieses Vereins ist, was die FAZ uns jedoch verschweigt. Weshalb? Auf alle Fälle ist das ein Zeichen von schlechtem Journalismus, wenn jemand PR in eigener Sache betreibt und das nicht kenntlich gemacht wird.

JURETZEK beschreibt die Ruhestandsplanung als Teilbereich der seit 20 Jahren in Deutschland etablierten Finanzplanung, was sozusagen mit der Gründung der DFP im Jahr 1995 zusammenfällt.

Mit Blick auf neue Kreditvergaberegeln im Immobilienbereich, die in der FAZ ausgiebig behandelt worden sind, sieht JURETZEK das eigene Geschäftsfeld im Aufwind:

"Das heißt letzten Endes die Erstellung einer langfristigen Finanzplanung. Das hat sich zwar noch nicht überall herumgesprochen, erhöht aber natürlich auch den Zeitaufwand für Kunde und Berater, ist aber in jedem Fall sinnvoll zur beiderseitigen Sicherheit. Für den Finanzierungskunden sinkt das Finanzierungsrisiko und für den Finanzberater das Haftungsrisiko; also eine Win-win-Situation."

Mit der Teilprivatisierung der Rentenversicherung im Jahr 2001, die die Etablierung der Ruhestandsplanung befördert hat, wurde die Deckungslücke zum Profitcenter der Finanzdienstleistungsbranche. JURETZEK beschreibt das folgendermaßen:

"Im Hinblick auf das steigende Lebenshalter ist selbst im Zeitpunkt des Renteneintritts mit einem Planungshorizont von wenigsten zwei Dekaden zu rechnen. Zu diesem Zeitpunkt ist in der Regel die Ausgabensituation bekannt, ebenso die Rentenansprüche aus gesetzlicher Rente, aus Betriebsrenten und gegebenenfalls privater Rentenversicherungen sowie das vorhandene Vermögen. Wenn man davon ausgeht, dass in vielen Fällen mit den zugesicherten Rentenansprüchen der geplante Lebensstandard nicht gehalten werden kann, muss das vorhandene Vermögen zum Einsatz kommen. Es lässt sich dann schnell ausrechnen, wie viel Rendite das liquide Vermögen erwirtschaften muss, um die erkannte Lücke zu schließen."

Heikel ist vor allem die Einbeziehung der Inflationsrate in die Finanzplanung, denn wer hätte vor einem Jahrzehnt die jetzige Situation schon vorausgesehen?

Fazit: Der Artikel weist auf etliche Punkte hin, die eine gute von einer schlechten Ruhestandsberatung unterscheiden, ob dabei eine Vorgehensweise nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Finanzplanung im Sinne der DFP hilfreich ist angesichts der Abstraktheit dieser Grundsätze, ist jedoch fraglich. Hilfreicher wäre hier eine Liste konkreter Punkte, die in einem solchen Beratungsgespräch angesprochen werden müssen. Falls man eine solche Beratung überhaupt für notwendig erachtet.

 
       
   

Die Neubewertung des Rentners in der altersintegrativen Gesellschaft

UTHENWOLDT, Deike (2016): Cheflein sein statt Rentner.
Es gibt mehr von ihnen, als man denkt: Ältere Menschen, die keine Lust haben, sich nur aufs Altenteil zurückzuziehen - die Geschäftsideen entwickeln und auch jenseits der siebzig noch ein Unternehmen gründen. So wie Helmut Meyer, der vom Flugplatz "Hungriger Wolf" aus in die weite Welt starten will,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.06.

Diese Überschrift suchen Sie in der FAZ natürlich vergeblich. Dort heißt es politisch korrekt: Chef statt Rentnerlein.

 
       
   

Stephan Lessenich in der Debatte

ZEKRI, Sonja (2016): Wir sind die Guten.
SZ-Serie Bewegte Mitte (1): Zwischen Angst und Anspruch. Der Münchener Soziologe Stephan Lessenich über eine alarmierte Bevölkerungsgruppe,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.06.

 
       
   

Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme

SEIBT, Gustav (2016): 208 Millionen Deutsche.
Bitte jetzt mal keine Panik: Lucian Hölschers "Entdeckung der Zukunft" relativiert viele Sorgen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.06.

Gustav SEIBT zitiert eine Bevölkerungsprognose von Gustav SCHMOLLER aus dem Jahre 1899. Demzufolge sollten 1965 rund 104 Millionen und im Jahr 2135 rund 208 Millionen Menschen im Deutschen Reich leben. Bekanntlich ist es anders gekommen und auch Hans GRIMMs Roman Volk ohne Raum, wird heutzutage von Apokalyptikern zum Raum ohne Volk stilisiert:

"Heute ist Europa von umgekehrten Ängsten geplagt: Ein sich leerender Wohlstandsraum sauge riesenhafte Bevölkerungsüberschüsse armer Weltteile an. Begriffe wie »Umvolkung«, über den Umweg des französischen »Remplacement« wieder salonfähig gemacht, kursieren mindestens bei den neuen Rechten",

erläutert SEIBT ohne auch nur im Mindesten seine eigenen Anteil daran mitzureflektieren, stattdessen die Behauptung:

"Schmollers Prognose ist lehrreich als Irrtum."

Leider lässt sich jedoch nicht erkennen, dass dies irgendwelche Konsequenzen hätte. SEIBT mag zwar den Begriff "Umvolkung" nicht verwenden, aber seine Sicht auf die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland deckt sich in vielem mit der neuen Rechte.   

 
       
   

Das Single-Dasein in Polen

HASSEL, Florian (2016): Leben mit Schwester und Schwager.
Serie Wohnungsmarkt in den Metropolen: In Polens Hauptstadt sind viele Unterkünfte klein, veraltet und beherbergen oft mehrere Generationen. Das liegt vor allem an den hohen Mieten oder Kosten. Wohnen in Warschau ist für die Bewohner - gemessen am Einkommen - doppelt so teuer wie für die Berliner,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.06.

 
       
   

Die Familienförderung in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2016): Wo kommt das viele Geld an?
Die Familienleistungen reduzieren die Kinderarmut erheblich. Doch für Alleinerziehende wären andere Hilfen notwendig,
in:
Welt v. 17.06.

Dorothea SIEMS betrachtet anlässlich einer der Welt zugespielten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), im Auftrag der Grünennahen Heinrich-Böll Stiftung, die Familienleistungen im Hinblick auf deren Mittelschichtzentrierung:

"Die größte Entlastungswirkung für die einkommensstarken Familien entfalten (...) nicht Transferleistungen, sondern die steuerlichen Regelungen."

Neben Steuerfreibeträgen wird insbesondere das Elterngeld hervorgehoben. Die Anrechnung des Kindergeldes auf die Grundsicherung findet SIEMS gerecht, genauso wie die Tatsache, dass Wohlhabende Kindergeld erhalten.

Das Ehegattensplitting wird als Abmilderung der Steuerprogression gelobt. Mit Hinweis auf den am Wochenende stattfindenden Gerechtigkeitskongress der Grünen lässt SIEMS ihre Leser wissen, dass die Grünen dort auch über das Ehegattensplitting diskutieren, das die Grünen bislang als Bevorzugung der Alleinverdienerehe kritisiert haben.

Franziska BRANTNER (Grüne) wird dahingehend zitiert, dass die erst 2015 beschossene Aufstockung des Entlastungsbeitrags für Alleinerziehende durch eine auf Alleinerziehende beschränkte Kindergelderhöhung um 100 Euro ersetzt werden soll. 

SIEMS, die gerne gegen Sozialtransfers hetzt, muss konstatieren, dass die Aktivierungspolitik zu einem familienpolitischen Dilemma führt:

"Diejenigen Leistungen, die nur Haushalten mit geringen Einkommen zugutekommen, reduzieren das Armutsrisiko am effizientesten, schwächen aber die Anreize zur Erwerbstätigkeit. Umgekehrt erreichen Leistungen zur Förderung der Erwerbstätigkeit nicht die am stärksten Bedürftigen",

wird die ZEW-Studie zitiert.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

STOCKER, Frank (2016): Immobilienblase hat Deutschland schon erfasst.
Die BIZ hat den Kollaps des US-Häusermarktes vorhergesagt - jetzt warnen die gleichen Experten erstmals vor einer Überhitzung in der Bundesrepublik,
in:
Welt v. 17.06.

 
       
   

Die Steuerpolitik in der Debatte

SIEVERS, Markus (2016): Koalition fast einig bei Reform der Erbschaftssteuer.
Familienbetriebe sollen bei Generationswechsel weiter entlastet werden - letzte Details wollen Union und SPD am Wochenende klären,
in:
Frankfurter Rundschau v. 17.06.

Markus SIEVERS berichtet wenig Inhaltliches über das Treffen von Horst SEEHOFER, Sigmar GABRIEL und Wolfgang SCHÄUBLE, stattdessen wird der Anlass (BVG-Gerichtsurteil von 2009) hervorgehoben und eine Schätzung des DIWs zum Anteil der jetzt verhandelten Erbschaften im Rahmen des gesamten Erbschaftsvermögen vorgestellt:

"Derzeit und in den nächsten Jahren werden nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung alle zwölf Monate zwischen 200 und 300 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Rund 30 bis 40 Milliarden Euro davon entfallen demnach auf Unternehmensübertragungen."

HILDEBRAND, Jan (2016): Entscheidung über Erbschaftssteuer vertragt.
Die Koalitionäre Schäuble, Seehofer und Gabriel ringen bis zuletzt um jede Formulierung,
in:
Handelsblatt v. 17.06.

Jan HILDEBRAND verspricht Insiderinformationen vom Treffen und spricht das vom BVG monierte Gesetz an, das lediglich bei Betrieben über 20 Arbeitnehmern eine gesonderte Prüfung vorsah. Dies hätte 90 Prozent aller Unternehmen betroffen. Nun soll die Grenze bei 4 oder 5 Arbeitnehmern liegen.

Außerdem wird hervorgehoben, dass Horst SEEHOFER auch Betriebsvermögen außerhalb von Deutschland mitberücksichtigen will, was Steuertricksereien ermöglichen würde.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

REICHEL, Reiner (2016): Klagen auf hohem Niveau.
Die Wohnungsbranche kritisiert Pläne der Politik, dabei geht es ihr bestens,
in:
Handelsblatt v. 17.06.

Reiner REICHEL konfrontiert die Klagen der Wohnbau-Lobbyisten mit dem vierteljährlich veröffentlichten Index Wohnen des IW Köln und dem halbjährlich veröffentlichten Wohninvestment-Index von Aengevelt.

 
       
   

Grundeinkommensmodelle in der Debatte

LOBE, Adrian (2016): Die Angst vor der Vierzig-Stunden-Pause.
Warum plädieren Wagniskapitalgeber aus dem Silicon Valley für das bedingungslose Grundeinkommen?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.06.

Die Angst der Print-Medien vor den Internetmedien schlägt sich in einem eingeengten Tunnelblick auf die Digitalisierung nieder. Warum das bedingungslose Grundeinkommen nur wegen dem "datengesteuerten Kapitalismus" notwendig sein soll, will angesichts des "Internets der Dinge" und der Roboterisierung nicht so recht einleuchten. Eher einleuchtend ist, dass Journalisten sich davor fürchten durch Softwareprogramme ersetzt zu werden. Denn wenn ein Großteil der Texte in Qualitätsmedien sowieso nur auf wenige Agenturmeldungen und PR von Lobbygruppen rückführbar sind, dann weint sowieso kaum jemand diesen Zeiten nach. Vielleicht täte Journalisten ein Blick über den eigenen Tellerrand gut!    

 
       
   

Die OECD-Broschüre Regions at a Glance 2016  in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2016): Deutschland ist gleicher als viele OECD-Länder,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.06.

 
       
   

Nerds in der Debatte

ZWINZSCHER, Felix (2016): Die große Sexismus-Theorie.
Hacker und Computernerds sind die starken Männer unserer Zeit. Frauen haben zu ihrer Szene meist keinen Zugang - und wenn doch, drohen ihnen Belästigung oder Schlimmeres. Eine Fehlermeldung,
in:
Welt v. 16.06.

Felix ZWINZSCHER erzählt uns die Geschichte des Nerd-Klischees, das durch den Erfolg der Nerd-Kultur im US-amerikanischen Silicon-Valley nun eine Umwertung erfährt: Nerds werden längst nicht mehr als schüchterne Männer mit unbeholfenen Verhaltensweisen gegenüber Frauen wahrgenommen wie sie noch in der US-Sitcom The Big Bang Theory zum Nerd-Bild dazugehörten, sondern als einflussreiche sexistische Männer.

ZWINZSCHER berichtet neben den Sexismus-Vorwürfen gegen Jacob APPELBAUM über eine Debatte, die der MIT-Professor Scott AARONSON durch einen Blog-Eintrag ausgelöst hat:

"Nerds prägende Erfahrungen in ihrer Sozialisation, die dazu führen, dass sie blind für sexistisches Verhalten werden. Das beste Beispiel dafür ist der äußerst emotionale Blog-Eintrag des MIT-Professors Scott Aaronson, der vergangenes Jahr für eine monatelange Diskussion weit über die Szene hinaus gesorgt hat. Aaronson beschreibt darin die sozialen Ängste, die sein Heranwachsen als nerdiger Mann geprägt haben. Die Tatsache, dass er nicht dem traditionellen Männlichkeitsbild entsprach und sich dessen sehr wohl bewusst war, habe jeden Kontakt zu Frauen über Jahre hinweg nahezu unmöglich gemacht. Frauen hätten ihn geradezu verängstigt. Deshalb bezweifelt Aaronson, dass er als männlicher Nerd Teil des Sexismusproblems ist.
Selbst die Feministin Laurie Penny hatte Verständnis für Aaronsons Beschreibung. Sie verwies in ihrem Artikel im »New Statesman« aber zugleich darauf, dass das Leid männlicher Nerds sicherlich real sei, viele Nerds aber durch beruflichen Erfolg in technischen Berufen inzwischen zu den gesellschaftlich einflussreichsten Schichten zählen. Frauen, besonders weibliche Nerds, haben diese Option wesentlich seltener."

Welche Auswirkungen hat dieser gesellschaftliche Einstellungswandel jedoch auf den gewöhnlichen, männlichen Nerd, der nicht Teil dieser männlichen Elite ist? Diese Frage wird in diesen Debatten ausgeblendet.  

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

GREIVE, Martin (2016): Dichtung und Wahrheit.
Ungleichheit wird zum Wahlkampfthema. Dabei geht es in Deutschland nicht ungerechter zu als vor zehn Jahren,
in:
Welt v. 16.06.

 
       
   

Die Staatsaufgaben in der Debatte

ALEXANDER, Paul (2016): Schäuble lockt Länder mit Sondersparrechten.
Sozialgesetzgebung soll in Landesverantwortung eingeschränkt werden können,
in:
Neues Deutschland v. 16.06.

Paul ALEXANDER berichtet anlässlich von Verhandlungen der Ministerpräsidenten mit dem Bund zur Reform des Länderfinanzausgleichs am heutigen Donnerstag über eine mögliche Einführung von Länderöffnungsklauseln, mit denen bestehende bundeseinheitliche Sozialstandards regional abgesenkt werden können. Solche Abweichungsrechte beabsichtigten CDU/CSU sowie Hessen und Bayern bereits 2009 einzuführen, scheiterten aber damals.

"Das Perfide an den Abweichungsrechten ist, dass sie nur eine Zielgruppe kennen: Hilfebedürftige und Menschen mit geringem Einkommen",

wird Sabine ZIMMERMANN (Linkspartei) zitiert. Eine solche Regionalisierung würde den Sozialstaat weiter schwächen. 

 
       
   

Die betriebliche Altersvorsorge in der Debatte

THELEN, Peter (2016): Metallarbeitgeber unterstützen Nahles-Plan zur Betriebsrente.
Südwest-Metall-Chef Dick sieht viele Vorteile, wenn die Teilnahme für die Unternehmen freiwillig bleibt,
in:
Handelsblatt v. 16.06.

Peter THELEN berichtet über die Sicht der Unternehmenslobby hinsichtlich einer Reform der betrieblichen Altersversorgung. Der Hauptgeschäftsführer des Südwest-Metall-Arbeitgeberverbandes Peer-Michael DICK wird mit 3 Forderungen zitiert. Als besonders reizvoll wird die Beseitigung von Haftungsrisiken für die Unternehmen geschildert, denn

"wenn Gewerkschaft und Arbeitgeber vereinbaren, dass die Beiträge zu einer Betriebsrente an einen externen Versorgungsträger, etwa eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung gezahlt werden, wird künftig der Unternehmer von der Haftung für Zahlung und Höhe der Betriebsrente befreit."

Dieses "Pay and forget"-Prinzip soll dafür sorgen, dass Arbeitgeber nicht mehr für Leistungskürzungen von Pensionskassen einstehen müssen. Inzwischen haben nämlich bereits erste Pensionskassen ihren Garantiezins gesenkt. In einem solchen Fall müssten nicht mehr die Arbeitgeber einspringen. Wenn also diese Forderung der Arbeitgeber Gesetzeskraft erhält, dann heißt dies, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber ein Profitmodell entwickelt haben, dessen Risiken letztlich der Arbeitnehmer trägt.

Außerdem sollen nicht nur Arbeitnehmer mittels Opt-out-Modell nur gegen Widerspruch aus der betrieblichen Altersversorgung aussteigen können, sondern Unternehmen wollen sich ebenfalls vorbehalten nicht mitzumachen.

"Viele größere Unternehmen hätten bereits gut funktionierende Betriebsrentensysteme",

erläutert THELEN dazu. Aus Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung ist jedoch die letzte Forderung gravierend:

"Wenn (...) der Gesetzgeber darauf verzichte, bei der gesetzlichen Rente zulasten der Wirtschaft nachzujustieren, könne er sich auch eine Verpflichtung des Arbeitgebers vorstellen etwa Kostenvorteile bei der Entgeltumwandlung in die Betriebsrente einzuzahlen."

Dies würde Forderung würde eine Schwächung der gesetzlichen Rente bedeuten, denn die Unternehmen wenden sich damit ausdrücklich gegen höhere Beitragssätze zur Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus. Wenn solche beschlossen würden, dann müssten Arbeitnehmer alleine die Beitragssatzlast zahlen.

Sollten die Gewerkschaften dem zustimmen, dann wären sie mitschuldig an der Schwächung der gesetzlichen Rente. Man darf also gespannt sein, inwiefern die Arbeitgeber ihre Forderungen in einem Gesetz durchsetzen können und welche Kompromisse die Gewerkschaften schließen, um ihre eigenen Profite (Metallrente) zu sichern.   

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

JANISCH, Wolfgang (2016): Zwei Mütter und ein Kind.
Der Bundesgerichtshof stärkt die Position von gleichgeschlechtlichen Paaren und erkennt eine doppelte Elternschaft an,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 16.06.

"Der Bundesgerichtshof (BGH) hat einem lesbischen Paar, das nach südafrikanischem Recht verheiratet ist, die doppelte Elternschaft zuerkannt - ihr Kind hat damit auch nach deutschem Recht zwei Mütter, und zwar ganz ohne Adoption",

berichtet Wolfgang JANISCH. Das BGH erkennt damit wie in anderen Fällen auch, die Rechtsordnung jenes Landes an, das den Lebensmittelpunkt eines Kindes darstellt. Inwiefern durch diese Praxis Methoden der künstlichen Befruchtung, die hierzulande unzulässig sind, durch die Hintertür auch in Deutschland gebräuchlich werden, darüber lässt sich JANISCH nicht aus.

 
       
   

Das Online-Dating in der Debatte

STEPHAN, Björn (2016): Ansage. Liebt doch mal vernünftig!
"Partnerbörsen denken die Liebe vom Ende her. Sie fragen nicht: Warum verlieben sich Menschen? Sie fragen: Warum trennen sie sich?"
in:
Die ZEIT Nr.26 v. 16.06.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

ROHRBECK, Felix (2016): Der Erbe des Miethais.
Wohnungsnot plus Flüchtlingskrise: Kaum ein Konzernchef ist derzeit so gefragt wie Rolf Buch. Wohin führt er Deutschlands größtes und umstrittenstes Wohnungsunternehmen Vonovia?
in:
Die ZEIT Nr.26 v. 16.06.

Felix ROHRBECK porträtiert Rolf BUCH, einst Bertelsmann-Manger und jetzt Chef des Wohnungskonzerns Vonovia, der bundesweit ca. 350.000 Wohnungen besitzt und als Deutsche Annington von der neoliberalen Privatisierungspolitik profitierte:

"An ihn verscherbelte der Staat einen beträchtlichen Teil der insgesamt 700.000 Wohnungen in öffentlicher Hand, die seit 1997 privatisiert wurden. Sie fehlen heute, um den Markt zu beruhigen."

Das Porträt schwankt zwischen Lobpreisung und Minimalkritik.

 
       
   
ZITTY-Titelgeschichte: Die Neubau-Lüge.
Warum mehr Beton die Wohnungsnot noch verschärft - und was wirklich helfen würde

SCHWARZBECK, Martin (2016): Die Neubau-Lüge.
Rund 20.000 Wohnungen will Berlin künftig jedes Jahr errichten. Doch denen, die am dringendsten eine suchen, hilft das nicht. Die Neubauten verschärfen das Problem eher, sie ziehen die Mieten nach oben und sind für Geringverdiener kaum erschwinglich, selbst mit Subventionen nicht. Aber es gibt Wege aus der Wohnungsnot - allerdings nur im Bestand,
in: zitty
Nr.24 v. 16.06.

Martin SCHWARZBECK präsentiert 3 Thesen, dazu was getan werden müsste:
1) Zusammenrücken
2) Verschwendung verbieten
3) Umzüge fördern

Das klingt gut, ist aber in erster Linie purer Populismus:

"In fast der Hälfte der Haushalte in Berlin lebt nur eine einzelne Person. Die gute alte WG, gern auch generationenübergreifend, könnte eine Lösung sein, wie wir alle miteinander auch in der Stadt von morgen leben können"

lügt uns SCHWARZBECK an, denn Wohngemeinschaften werden in der amtlichen deutschen Statistik als Einpersonenhaushalte geführt. Eine WG mit 7 Mitgliedern zählt in der Regel als 7 Einpersonenhaushalte, obwohl die 7 Personen zusammen in einer einzigen Wohnung leben. Es ist eine der großen Lebenslügen der 68er, dass Wohngemeinschaften eine Alternative zum Alleinwohnen seien. Fakt ist: WG oder Alleinwohnen - der Haushaltsstatistik ist das völlig egal!

Bevor uns also eine Scheinlösung vorgeschlagen wird, müsste zuallererst geklärt werden, in wie vielen Wohnungen überhaupt nur eine Person wohnt. Wenn es dazu verlässliche Daten gibt, kann weiter diskutiert werden. SCHWARZBECK jedenfalls bleibt jeden Beleg schuldig.

Unter dem Punkt Verschwendung verbieten kritisiert SCHWARZBECK den Trend zur Multilokalität:

"Der Leerstand von Zweit- und Drittwohnsitzen ist vermutlich enorm. Würde man diese verbieten, bliebe mehr Platz für die Menschen, die wirklich hier wohnen. Die meisten Bundestagsabgeordneten würden dann während der Sitzungswochen in Hotels residieren. Und die Bauherren müssten endlich wieder für die Berliner bauen."

Warum nimmt SCHWARZBECK Politiker als Beispiel und nicht z.B. Ärzte, Sozialarbeiter, Monteure und vom Arbeitsamt zur Arbeit weit weg von der Familie gezwungene Menschen? Ganz einfach: Politiker haben ein schlechtes Image, weshalb SCHWARZBECK damit punkten kann. Berlin den Berlinern das ist eine lokalpatriotische Forderung, die auf nationaler Ebene Deutschland den Deutschen heißen würde. Zitty also auf dem Weg zur fremdenfeindlichen Postille?

Umzüge fördern, wenn dies auf Freiwilligkeit basiert - und nicht etwa auf Zwang - ist ein Vorschlag, der durchaus überlegenswert ist, aber unbürokratisches Handeln von öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften erfordern würde.

 
       
   

Das Single-Dasein in Dänemark

MÄRZHÄUSER, Antonia (2016): So schön hyggelig.
Nicht in Berlin. In Kopenhagen stehen Kinderwagen oft unbeaufsichtigt vor Cafés - samt Insassen,
in:
Freitag Nr.24 v. 16.06.

Antonia MÄRZHÄUSER beschreibt das dänische Phänomen unbeaufsichtigter Kinder als Zeichen entspannter Elternschaft. Die Dänen werden uns jammernden - also unglücklichen - Deutschen als Musterbeispiel glücklicher Menschen vorgeführt.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

BRILL, Klaus (2016): Wenn nur die Kirche im Dorf bleibt.
Die länglichen Regionen in Deutschland verwaisen. Wo Arbeitsplätze fehlen, Geschäfte, Gaststätten oder Arztpraxen schließen, zieht es nicht nur die jungen in die großen Städte. Wie lässt sich dieser Trend aufhalten,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 15.06.

 
       
   

Die Entwicklung der Armut in Deutschland in der Debatte

MASCHER, Ulrike (2016): Reiches Land, arme Kinder.
Gastwirtschaft: Wir brauchen eine Grundsicherung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.06.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

POTHMER, Brigitte (2016): Ruhigstellen reicht nicht.
Gastbeitrag: Die Schere zwischen arm und reich geht auseinander. Das lässt sich nur mit einem Strategiewechsel ändern,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.06.

Brigitte POTHMER von den Grünen fordert einen Rhetorikwechsel:

"In der deutschen Debatte müsste es mehr um die Chancen für den sozialen Aufstieg gehen, statt immer nur um die Sicherungsleinen gegen den sozialen Abstieg."

Der Rhetorikwechsel ist ein Phantom, denn seit Jahren wird uns von neoliberalen Aktivierungsaposteln nichts anderes eingetrichtet. Die Bildungsreform der 1970er und 1980er Jahre wird uns als Erfolg verkauft, obwohl sie lediglich Massenarbeitslosigkeit produzierte. Lediglich die in der ersten Hälfte der 1950er Jahre Geborenen konnten in Westdeutschland von der Bildungsexpansion profitieren. Statt der Arbeiter kam jedoch das katholische Mädchen vom Lande in den Genuss der damaligen Aufstiegsgesellschaft. Wir können daraus lernen, dass kompensatorische Bildung - wie das damals genannt wurde, was POTHMER uns als Wunderwaffe präsentiert, eher ungeahnte Nebenwirkungen zeitigt. Das Herkunft immer noch entscheidend ist, hat weniger mit Bildung als mit Habitusselektion auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Wer keinen deutschen Namen trägt, der hat von vornherein weniger Chancen, darüber können auch Leuchtturmprojekte wie die Rütli-Schule in Berlin-Neukölln nicht hinwegtäuschen. 30 Prozent Arbeiter und Migranten in Führungspositionen wäre eine angemessene Forderung, wenn es die Grünen mit Chancengleichheit ernst meinen würden.

 
       
   

Die Pensionskassen in der Debatte

KROHN, Philipp (2016): Wie sicher sind Betriebspensionen?
Die ersten Pensionskassen senken für künftige Beiträge die Leistungen an Mitarbeiter. Der Niedrigzins macht ihnen zu schaffen. Es gibt Auswege,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.06.

KROHN, Philipp (2016): Der Manndecker.
Weil sie unter dem Nullzins leiden, deckt Bafin-Chef Felix Hufeld Pensionskassen eng. Besonnenheit hilft,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.06.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

SIEDENBIEDEL, Christian (2016): Die Last der negativen Zinsen.
Die Negativzinsen sind wie ein Virus, das sich ausbreitet. Was heißt das für die Altersvorsorge,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.06.

Christian SIEDENBIEDEL sieht zwar die Renditen bei allen Formen der Altersvorsorge schwinden, plädiert aber weiter für diese unlukrative Anlageform, mit der einzigen Begründung, dass die staatliche Rente aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft nur eine Basissicherung bieten würde. Dies tut sie jedoch nur, wenn erstens die Politik weiter auf eine Schwächung der gesetzlichen Rente setzt und zweitens die Demografie überhaupt ein Problem darstellt, was nicht als sicher gelten kann. Im Vergleich zur Kapitaldeckung ist die Umlagefinanzierung keineswegs mit Sicherheit die schlechtere Lösung wie uns SIEDENBIEDEL einredet, dies gilt umso mehr je länger die Negativzinsphase dauert und Aktien sich keineswegs als Königsweg erweisen. Die Unsicherheit der betrieblichen Altersvorsorge zeigt sich bereits jetzt. Die Unternehmen werden sich deshalb zu Lasten der Arbeitnehmer von ihren Risiken befreien.  

 
       
 

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Zu den News vom 11. - 14. Juni 2016
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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