[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 18.-27. Mai 2016
News 12.-17. Mai 2016
News 07.-11. Mai 2016
News 01.-06. Mai 2016
News 25.- 30. April 2016
News 23.- 24. April 2016
News 16.- 22. April 2016
News 14.- 15. April 2016
News 09.- 13. April 2016
News 04.- 08. April 2016
News 01.- 03. April 2016
News 13.- 31. März 2016
News 10.- 12. März 2016
News 01.- 09. März 2016
News 01.-29. Februar 2016
News 18.-31. Januar 2016
News 01.-17. Januar 2016
News 15.-31. Dezember 2015

News 07.-14. Dezember 2015
News 01.-06. Dezember 2015
News 09.-30. November 2015
News 01.-08. November 2015
News 16.-31. Oktober 2015
News 01.-15. Oktober 2015
News 08.-30. September 2015
News 01.-07. September 2015
News 24.-31. August 2015
News 09.-23. August 2015
News 01.-08. August 2015
News 15.-31. Juli 2015
News 01.-14. Juli 2015
News 15.-30. Juni 2015
News 01.-14. Juni 2015
News 08.-31. Mai 2015
News 01.-07. Mai 2015
News 11.-30. April 2015
News 01.-10. April 2015
News 09.- 31. März 2015
News 01.- 08. März 2015

News 01.-28. Februar 2015
News 17.-31. Januar 2015
News 01.-16. Januar 2015
 
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 28. - 31. Mai 2016

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Zuwanderung macht viele Prognosen zum demografischen Wandel obsolet

"Zu erwarten ist, dass jährlich bis zu einer Million oder sogar noch mehr Flüchtlinge kommen. (...) Sie werden das Schrumpfen der Bevölkerung für lange Zeit verhindern und später verzögern. Damit aber werden viele Prognosen zum demografischen Wandel - insbesondere die Schrumpfungsszenarien - schlicht Makulatur werden."
(Thomas Straubhaar "Der Untergang ist abgesagt", 2016, S.16)

 
       
       
   

BUTTERWEGGE, Christoph (2016): Ungerechte Gleichheit.
Gastbeitrag: Auf den ersten Blick hilft ein bedingungsloses Grundeinkommen allen. Aber genau besehen richtet es eher Schaden an,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.05.

Der Sozialwissenschaftler Christoph BUTTERWEGG plädiert für eine in die solidarische Bürgerversicherung eingebettete soziale Grundsicherung statt für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

 
       
   

SIEVERS, Markus (2016): Kostenfaktor Demografie.
Analyse: Die Alterung der Gesellschaft strapaziert die öffentlichen Finanzen. Eine nachhaltige, generationengerechte Politik darf aber nicht nur sparen. Nötig sind auch soziale Investitionen, etwa in Bildung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.05.

Wer den demografischen Wandel nur als Kostenfaktor beschreibt, der verheimlicht, dass der demografische Wandel immer auch ein Profitfaktor ist. Öffentliche Finanzen müssen im Zusammenhang mit der Wirtschaft betrachtet werden und hier profitiert die Ökonomie (z.B. Konsum, Medizintechnik, Finanzdienstleister usw.) und damit der öffentliche Finanzhaushalt enorm. Nicht zu vergessen: mit dem Übergang von der vorgelagerten zur nachgelagerten Besteuerung werden Rentner immer mehr zum Einnahmenfaktor.

Stattdessen wird von SIEVERS der demografische Wandel dazu missbraucht, um den Übergang zur postdemokratischen Technokratie zu fordern. Ausgerechnet Colin CROUCH wird dafür als Gewährsmann herangezogen. Die Finanzkrise hat eindrücklich gezeigt, dass so genannte Experten keine Gewähr für Nachhaltigkeit oder gar Generationengerechtigkeit sind.

 
       
   

HANDELSBLATT-Serie: Prognos Zukunftsatlas 2016 (Teil 3)

HENNES, Markus (2016): Die geteilte Region.
Prognos Zukunftsatlas (3): Das Ruhrgebiet hat zwei Gesichter. Im Norden von Deutschlands größtem Ballungsraum kommt der Strukturwandel kaum voran, der Süden dagegen holt auf. Die Grenze zwischen Arm und Reich verläuft mitten durch viele Städte im Revier,
in:
Handelsblatt v. 31.05.

Markus HENNES beschreibt am Beispiel von Essen, Dortmund und Duisburg das geteilte Ruhrgebiet:

"Immer noch wird das Ruhrgebiet im restlichen Deutschland als einheitliche (Krisen-)Region wahrgenommen. (...). Tatsächlich zerfällt das Ruhrgebiet in zwei Teilregionen mit gänzlich unterschiedlichen Zukunftsaussichten: den armen Norden und den äußersten Western, die noch immer von der Montanindustrie geprägt sind - oder vielmehr von deren Niedergang. Und den wohlhabenden Süden (...).
Dortmund, im Osten, Essen und Mühlheim im Süden, stehen i vielen Bereichen deutlich besser da als die Städte im Norden. (...) Herne und Gelsenkrichen (...) sind (...) Schlusslichter im Ruhrgebiet. Risikofaktoren sind in beiden Fällen hohe Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalität, der hohe Anteil an Hartz-IV-Empfängern sowie die hohe öffentliche Verschuldung. Kaum besser sieht es in Oberhausen (...) aus".

Dortmund wird uns als aufstrebende Stadt beschrieben, die diesen Imagewandel vor allem dank politischer Subvention geschafft hat. In Wirklichkeit geht die Teilung des Ruhrgebiets mitten durch die berüchtigte Tatort-Stadt:

"Vor allem Dortmunds Süden ist in. (...).
Im Norden zeigt sich das andere, hässliche Gesicht Dortmunds (...). Wer kann, verlässt das Multikulti-Getto, das einst bevorzugte Wohngegend von Studenten war."

Duisburg, das durch die Loveparade und die CDU traurige Berühmtheit erlangt hat, versucht HENNES nun ein positives Image zu verpassen.  

 
       
   

ASTHEIMER, Sven (2016): Warum mehr Wessis in den Osten ziehen.
Erstmal seit der Wende gewinnt Ostdeutschland Bevölkerung hinzu. Doch für eine Entwarnung gibt es noch lange keinen Grund,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.05.

Sven ASTHEIMER berichtet über die gestrige Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zu Umzügen von West nach Ost und hat vom Studienautor Bernhard KÖPPEN weitere Informationen erhalten.

 
       
   

MÜHLBAUER, Peter (2016): Rente mit 73?
Schock-Rechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft,
in:
Telepolis v. 31.05.

Peter MÜHLBAUER liefert einen unkritischen Bericht über die unseriösen Berechnungen des IW Köln. Aus dem mittlerweile veröffentlichten Kurzbericht Wie lange arbeiten für ein stabiles Rentenniveau? geht hervor, dass sich Susanna KOCHSKÄMPER auf die Variante 1 der 13ten koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes bezieht. Dies ist die Variante mit schwächerer Zuwanderung (100.000 ab 2021). Angesichts der derzeitigen Zuwanderung ist bereits die Auswahl der Variante eine Frechheit und zeigt, dass es hier nicht um eine seriöse Berechnung handelt, sondern um frechen Lobbyismus.

Die Angelegenheit wird noch dreister, wenn man berücksichtigt, dass das IW Köln vor wenigen Tagen eine Prognose bis 2035 vorgelegt hat, in der diese Variante mit schwächerer Zuwanderung weit übertroffen wird und zwar um mehr als 5 Millionen Menschen!

Hinzu kommt, dass MÜHLBAUER den Unterschied zwischen Altenquotient und Rentnerquotient nicht kennt. KOCHSKÄMPER benutzt Annahmen, die das Beitragszahlerpotential im Vergleich zu den Erwerbsfähigen bzw. potentiell Erwerbstätigen (Altenquotient) schrumpfen lässt und gleichzeitig das Rentnerpotential mit der Altenlast gleichsetzt:

"Vereinfacht angenommen wird, dass 75 Prozent jeder Altersgruppe in der Gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind – dies entspricht in etwa dem Anteil der 20- bis 54-jährigen gesetzlich Rentenversicherten in 2013 an der Gesamtbevölkerung in der entsprechenden Altersgruppe. Betrachtet werden das Erwerbspersonenpotenzial – alle Personen zwischen 20 und dem Renteneintrittsalter – und die potentiellen Rentner, also alle Personen ab Renteneintrittsalter. Damit wird von der künftigen Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung abstrahiert und der Anteil der in der Gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten an der Gesamtbevölkerung konstant gehalten. (...). Angenommen wird somit, dass die Regelaltersgrenze auch dem tatsächlichen Renteneintrittsalter entspricht, die Menschen also genau zum gesetzlich festgelegten Zeitpunkt in Rente gehen."

Konsequenz dieser Annahmen ist, dass der Altenquotient höher ausfällt als in anderen Berechnungen, die mit einem Altenquotient arbeiten. Den Begriff "Rentnerquotient" in dieser Weise zu benutzen, ist irreführend! KOCHSKÄMPER sieht das selber und schreibt deshalb:

"Da hier nur potenzielle Erwerbstätige und potenzielle Rentner betrachtet werden, lässt sich einwenden, dass es für die Gesetzliche Rentenversicherung selbst bei einem höheren Rentnerquotienten in der Gesamtbevölkerung noch Spielraum gibt. Denn 2013 standen bereits rund 36 Millionen aktiv Versicherte knapp 21 Millionen Rentner innerhalb der Gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber (Deutsche Rentenversicherung, 2015) – obwohl nur knapp 17 Millionen Personen in der Gesamtbevölkerung älter als 65 Jahre waren (Statistisches Bundesamt, 2015b). Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag bei 61,3 Jahren, über die Hälfte der Neu-Rentner gingen vor 65 Jahren in Rente (Deutsche Rentenversicherung, 2015). Würden mehr Menschen bis zur Regelaltersgrenze arbeiten, könnte sich das Größenverhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern auch verbessern, ohne dass die Regelaltersgrenze zunächst angehoben werden müsste."

Obwohl also die Einwände berechtigt sind, führt KOCHSKÄMPER ihre Berechnung auf Grundlage unseriöser Annahmen aus, denn ihr prognostizierter Anstieg beruht auf einem extrem niedrigen Zuwanderungssaldo von 100.000, dem der Geschäftsführer des IW Köln mit der aktuellen Prognose des IW Köln eine Absage erteilt hat. Werden uns hier also Berechnungen nach dem Motto präsentiert: Wir brauchen die Rente mit 73 - also erfinden wir uns die dazu passenden Annahmen? An Dreistigkeit sind solche Berechnungen kaum zu überbieten.   

Fazit: Journalismus, der dreisten Lobbyismus unkritisch wiedergibt, brauchen wir hierzulande nicht. Und dann ist es egal, ob es sich um Online-Journalismus à la MÜHLBAUER oder Print-Journalismus (z.B. Welt) handelt.

Mindestvoraussetzung eines seriösen Journalismus ist eine kritische Analyse von Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung, statt Wiedergabe interessengeleiteter Berechnungen, deren Annahmen noch nicht einmal genannt werden.

 
       
   

Berliner Zeitung-Wochenthema: Armut in Berlin.
Heute: Hauptstadt der Armen

TREICHEL, Thorkit (2016): "Arme werden abgestempelt".
Ingrid Stahmer, die Sprecherin der Landesarmutskonferenz, über Rentner, die am Essen sparen, Kinder, die ausgegrenzt werden und was getan werden muss,
in:
Berliner Zeitung v. 30.05.

THOMSEN, Jan (2016): Berlin und Bremen sind die Armenhäuser der Republik.
Sozialstudien: Probleme in Köln,
in:
Berliner Zeitung v. 30.05.

 
       
   

GERNHARDT, Grit (2016): Kein Geld an den "Papa-Tagen".
Das Bundesarbeitsministerium will Alleinerziehenden den Regelsatz kürzen, wenn das Kind beim anderen Elternteil ist,
in:
Neues Deutschland v. 30.05.

 
   

REUTER, Timo (2016): "Die Freiheit zu tun, was man will".
Tagesthema: Der Initiator der Schweizer Volksinitiative zum Grundeinkommen, Daniel Häni, über mehr Selbstbestimmung und ein Leben frei von Existenzangst,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.05.

BORCHARDT, Alexandra (2016): Ich arbeite, also bin ich.
Das garantierte Grundeinkommen verspricht paradiesische Zustände - aber es löst nicht die Probleme der modernen Gesellschaft,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 30.05.

Bei Alexandra BORCHARDT wird das bedingungslose Grundeinkommen zur Idee des verhassten Silicon Valley stilisiert. Vier Argumente hat BORCHARDT gegen das Grundeinkommen gefunden: 1) Das Grundeinkommen ist nur eine Art Hartz IV ohne Gängelung 2) Firmen werden aus ihrer sozialen Verantwortung entlassen 3) Von Neoliberalen wird das Grundeinkommen als Ersatz für den traditionellen Sozialstaat gesehen 4) Die Menschen brauchen den Arbeitszwang, um glücklich zu werden (wird natürlich schönfärberischer beschrieben!) statt rechtsradikal

 
       
   

GRÄBER, Berrit (2016): Was von der Rente bleibt.
Die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung fallen auch im Ruhestand an. Eine frühe Planung lohnt sich,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 30.05.

Berrit GRÄBER klärt über die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung auf, die auf der jährlichen Renteninformation nicht aufgeführt werden und deshalb möglicherweise außer Acht bleiben. Vor allem Frauen mit Mini-Renten oder geschiedene Frauen seien besonders betroffen:

"Zum Finanzproblem kann (...) eine späte Scheidung werden, wenn die Frau über 55 Jahre alt und zuletzt privat abgesichert war, etwa in einer Ehe mit einem Beamten. Dann muss sie alleine die Beiträge ab 800 Euro monatlich für die Privatversicherung zahlen.
Können Rentner ihre Krankenversicherung, gesetzlich oder privat, nicht bezahlen, werden sie zum Fall für die Sozialhilfe".

 
       
   

HANDELSBLATT-Serie: Prognos Zukunftsatlas 2016 (Teil 2)

FRÖHLICH, Diana (2016): Am Boden geblieben.
Prognos Zukunftsatlas (2): Kaum eine Region ist im Zukunftsatlas von Prognos so stark abgerutscht wie die Stadt Kaiserslautern und der dazugehörige Landkreis. Die Probleme der strukturschwachen Region sind längst erkannt - doch unternommen wird zu wenig,
in:
Handelsblatt v. 30.05.

Diana FRÖHLICH beschreibt die Zweischneidigkeit der Tatsache, dass der Landkreis Kaiserslautern sich zu lange von der US-Air Base Rammstein abhängig gemacht hat und zuwenig auf moderne High Tech-Industrie setzte. Auch das touristische Potenzial sei zu wenig erschlossen, klagt FRÖHLICH.

"In Kaiserslautern selbst tragen die Arbeitslosenquote, die laut Agentur für Arbeit bei mehr als neun Prozent liegt, und der hohe Schuldenstand maßgeblich zum schlechten Ergebnis bei, im Umland ist es vor allem die Überalterung der Einwohner",

beschreibt FRÖHLICH die Probleme der Region aus neoliberalem Blickwinkel einer gnadenlosen Standortkonkurrenz, bei der die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse längst kein Politikziel mehr ist.

 
       
   

SCHIPP, Anke (2016): Am besten ist es, wenn du heulst.
Eltern müssen tough sein. Denn das Leben ist kein Ponyhof, sondern eine Castingshow. Die Challenge heißt: Ergattern Sie einen Betreuungsplatz! Die Autorin hat es oft genug versucht - mit und ohne Schleimen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.05.

 
       
   

ROSENDORFER, Lydia (2016): Susi und die falschen Zahlen.
Warum das Gute sehen, wenn es sich schlecht anfühlt,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.05.

Lydia ROSENDORFER erzählt uns noch einmal langatmig die Geschichte von der Putzfrau und der SPD sowie der WDR-Berechnungen (Eine Kritik an unseriösen Berechnungen des IW Köln liest man dagegen in der FAS/Z nirgendwo!). Offenbar konnte Rainer HANK in einer Talkshow mit der Putzfrau nicht punkten, weshalb den FAS-Lesern jetzt noch einmal alles - aus der richtigen Perspektive - beigebracht werden muss. ROSENDORFER kommt mit Empirie an, um die "gefühlte Realität" des "kleinen Mannes" (heutzutage eine Putzfrau) als beschränkte Weltsicht bloßzustellen. Man lernt: Im TV hat das Volk die Lacher auf seiner Seite, in den Mainstream-Printmedien dagegen die Elite. Ach ja: Alle jene, die nicht mit der Agenda 2010 heulen, sind einfach nur dummes Volk! Dabei ist doch Deutschland wegen der Agenda 2010 vom kranken Mann zur Lokomotive Europas geworden.

 
       
   

MAYER, Thomas (2016): Die Riester-Rente muss bleiben.
Hohe Kosten, geringe Verzinsung: Die Riester-Rente steht in der Kritik. Zu Unrecht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.05.

Thomas MAYER hält zwar die Riester-Rente gegenwärtig für unlukrativ, will aber die Profite der Finanzdienstleister weiter bedienen, um eine Stärkung des Niveaus der gesetzlichen Rente zu verhindern. Dazu dient ihm die Abschaffung von Garantien auf Kosten der Sparer:

"Der wichtigste Schritt (...) ist die Aufhebung der gesetzlich verankerten Garantie der nominalen Beiträge".

Gegen die gesetzliche Rente und für Aktienanlagen hat MAYER nur sehr schwache Argumente:

"Im Umlageverfahren müssen die Renten immer von der schrumpfenden inländischen Erwerbsbevölkerung erwirtschaftet werden. (...) In der kapitalgedeckten Altersvorsorge können durch internationale Diversifizierung der Anlagen deutsche Renten dagegen von der wachsenden globalen Erwerbsbevölkerung erwirtschaftet werden."

Dumm nur, dass wachsende Bevölkerungen meist nur in Ländern mit instabilen Regimen, hohen Kriegsgefahren oder ineffizienten Wirtschaftssystemen zu finden sind. Außerdem wird für Deutschland von einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung ausgegangen, was nicht in dem Maße gegeben ist wie mantrahaft immer wieder behauptet wird.

Nicht die nationale Demografie, sondern die Entwicklung der Produktivität und des Arbeitsmarktes sind entscheidend. Menschen ziehen dorthin, wo sie gutbezahlte Arbeit und eine hohe Lebensqualität finden!

 
       
   
WELT AM SONNTAG KOMPAKT-Titelgeschichte: Freunde sind nicht fürs Leben.
Für manche ersetzen sie die Familie, in Filmen werden sie gefeiert. Doch dauerhaft belastbar sind Freundschaften meist nicht. Warum?

PRASCHL, Peter (2016): Freunde? Wer braucht denn so was?
In TV-Serien und Artikeln wird der Segen der Freundschaft gefeiert. Völlig überzogen: Für die Hälfte unserer vermeintlichen Freunde sind wir ohnehin nur gute Bekannte, und im Zweifelsfall führt die Beziehung zu den besten Kumpels auch noch zu Erektionsproblemen. Ein Plädoyer gegen den Freundschaftskult,
in:
Welt am Sonntag kompakt v. 29.05.

Dauerhaft belastbar seien Freundschaften nicht. Müssen sie das? Höchstens wenn Freunde als Ersatz für den Sozialstaat missbraucht werden sollen, wäre dies ein zentrales Kriterium. Eine solche Freundschaftsidee kann als neoliberal bezeichnet werden. Aber davon liest man von PRASCHL nichts.

Peter PRASCHL wendet sich stattdessen gegen einen Artikel von Mareike NIEBERDING auf Zeit Online, der Freundschaften verherrlicht. PRASCHL kontert dagegen mit einer Studie:

"Man starrt ja schon in einen Abgrund, sobald man sich fragt, wer die eigenen Freunde sind. Das hat eine im März publizierte Studie der Universität von Tel Aviv und des Massachusetts Institute of Technology ergeben. Nur fünfzig Prozent jener Menschen, die man selber für seine Freunde hält, sehen das ebenso. Schon lange hat es keinen tristeren psychologischen Befund gegeben: Die Hälfte der Menschen, mit denen man befreundet zu sein glaubt, erwidert die eigenen Gefühle nicht. Für sie ist man bloß ein Bekannter. In Liebesgeschichten oder Ehen passiert so etwas eher nicht."

In Liebesgeschichten passiert so etwas nicht? Das ist eher ein Trugschluss, denn gerade am Anfang einer Beziehung kann durchaus Uneinigkeit über den Beziehungsstatus herrschen. Bei Beziehungen ohne gemeinsamen Haushalt kann diese Uneinigkeit ziemlich lange andauern. Aus der Darstellung der Untersuchung geht nicht hervor, in welchem Stadium sich die untersuchten Freundschaften befanden. Und es wird auch nicht das Geschlecht angegeben.

Sind Freundschaften für Männer etwas anderes als für Frauen? Diese Frage stellt sich für PRASCHL nur indirekt durch seine Auswahl an zitierten Studien, die nichts über die Güte dieser zitierten Studien aussagen, sondern mehr über die Argumentation des Autors:

"Glücklicherweise fällt es Männern leichter als Frauen, Freunde fallen zu lassen (Anm.: Im Wams-Artikel Freundschaft macht blind wird noch ergänzt: oder fallen gelassen zu werden). Sie sind einer neueren Studie zufolge eher an Clubs interessiert als an Zweierbeziehungen: Sie wollen mit ein paar Kumpeln Spaß haben, etwas unternehmen, nichts daran auszusetzen, aber nicht besonders tiefgehend. Frauen dagegen – es handelt sich hier um statistische Durchschnittswerte, die nichts über individuelle Einzelfälle besagen – organisieren Freundschaften so, als handelte es sich um Liebesbeziehungen in einem späteren Stadium – kein Sex und keine Geheimnisse mehr, aber man ist einander total nahe."

In Zeiten des Hasses in Printmedien auf das Internet, werden Freundschaften "Filterblaseneffekte" zugeschrieben, als ob die meisten Zeitungsleser nicht auch nur ihre eigene Meinung bestätigt haben wollen - und deshalb nur jene eine lesen, die ihnen am meisten entgegenkommt.

SCHMITT, Uwe (2016): "Liebe müssen wir erst lernen".
Der Psychiater und Neurobiologe Josef Aldenhoff über die Unterschiede zwischen Freundschaften und Liebesbeziehungen,
in:
Welt am Sonntag kompakt v. 29.05.

Der Artikel betrachtet Freundschaften aus einer biologistischen Pespektive.

 
       
   

GRAW, Ansgar & Céline LAUER (2016): Lass Roboter arbeiten und Menschen leben.
Geld: Die Schweiz stimmt in Kürze über eine Utopie ab: Das bedingungslose Grundeinkommen. Die Experten streiten: Freifahrschein für Faulpelze? Oder Rettung vor der Digitalisierung?
in:
Welt am Sonntag kompakt v. 29.05.

 
       
   

RÜFER, Lisa (2016): Mama ohne Papa.
Der Kinderwunsch ist groß, aber der Partner fehlt. Muss man deswegen auf ein Baby verzichten? Nein, sagen immer mehr Single-Frauen und erfüllen sich ihren Lebenstraum alleine,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 28.05.

Lisa RÜFER berichtet über Singlefrauen mit Kinderwunsch. Um das schlechte Image dieser Frauen umzuwerten, werden sie nicht als Karrierefrauen dargestellt, sondern als Frauen, die nicht den richtigen Partner (Kindervater) gefunden haben.

Beispielhaft erzählt RÜFER die Geschichte einer Solomutter, die sich ihren Kinderwunsch mit 43 Jahren in Dänemark erfüllt hat. Ihre Begründung:

"Ich wollte nicht zu einer frustrierten kinderlosen 50-Jährigen werden, ich wollte aber auch niemanden ungewollt zum Vater machen."

Kinderlose haben in deutschen Medien ein noch schlechteres Image als Solomütter, weshalb sie in den Medien als "frustriert" gelten. Solche Zuschreibungen werden deshalb auch gerne zur Distinktion verwendet. Durch die Abwertung von Kinderlosen, wird das schlechte Image von Solomüttern ebenfalls aufgewertet.

Die Vernetzung von Solomüttern in Internetforen wird als Ausweg aus der Vereinzelung beschrieben. RÜFER zitiert Constanze BLEICHRODT ("Geschäftsführerin einer Münchner Samenbank"), die Single-Frauen mit Kinderwunsch berät.

Während es zu Kindern, die in Deutschland aufgrund einer Samenspende geboren wurden, zumindest Schätzungen des Arbeitskreises Donogene Insemination gibt ("jährlich 1200 Kinder"), bleibt die Zahl der Solomütter im Dunkeln. Lediglich die steigenden Beratungszahlen können als Indikator verwendet werden:

"Das Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland berichtet, dass der Anteil an Single-Frauen, die zur Beratung kommen, jährlich steigt. Wie viele Kinder so entstehen, ist unbekannt."

Die steigenden Beratungszahlen können jedoch auch als Hinweis auf die steigende mediale Berichterstattung zum Thema Solomütter gewertet werden.

Um das Image der Solomütter aufzuwerten ist auch die Änderung des Familienideals notwendig:

"Studien zeigen, dass Kinder vor allem stabile Bezugspersonen brauchen. Und das müssen nicht notwendig Mama und Papa sein",

heißt es deshalb in dem Artikel. Die Kosten der Behandlung werden als Hemmnis für die Zunahme von Solomüttern in Deutschland bezeichnet.

Das Beispiel einer 30jährigen Erzieherin, die auf einer pädagogischen Hochschule studiert hat, zeigt die Probleme in Deutschland eine Solomutter werden zu wollen, denn die Bundesärztekammer lehnt die Behandlung von Single-Frauen mit Spendersamen immer noch ab.

Sind Solomütter mit Alleinerziehenden vergleichbar? Der Artikel grenzt Solomütter, die ihre Wahl bewusst getroffen haben, zu Alleinerziehenden, die das unfreiwillig geworden sind, ab. Solomütter mit Einzelkind werden deshalb auch nicht als isolierte Kleinstfamilie dargestellt, sondern als Teil einer "modernen Großfamilie".

Fazit: Der Artikel zeichnet ein positives Bild von Solomüttern, deren Diskriminierung als falsch dargestellt wird. Dazu wird BLEICHRODT zitiert:

"Psychologin Constanze Bleichrodt hofft, dass es Frauen wie Sarah und Maja eines Tages einfacher haben werden und die Krankenkassen Behandlungskosten übernehmen. »Die Kraft des Faktischen wird sich einen Weg bahnen«, prophezeit sie."

Man könnte auch sagen die Kraft des Medialen bahnt hier einen Weg für Solomütter.

 
       
   

ROLL, Evelyn (2016): Die Wilden und die Milden.
Sicherheitsfixiert, selbstoptimiert, angepasst: So tickt angeblich die Jugend 2016. Aber vielleicht legen die Alten einfach nur falsche Maßstäbe an. Die nächste Generation hat nun mal einen ganz eigenen Freiheitsbegriff. Ein Vermittlungsversuch,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 28.05.

Evelyn ROLL erzählt uns erst langatmig aus ihrer Revoluzzer-Vergangenheit (Spätestens seit Friedrich MERZ auch ein Wilder gewesen sein wollte, will man solche Storys von den wilden Zeiten nicht mehr lesen) und dann von ihren Datenschutz-Nachlässigkeiten. Zeitgeist statt Jugend ist ihre Interpretation der Sinus-Studienbefunde zur Generation Z (Z steht nicht für Zorn, sondern für zahm).

Wer nicht weiß, was Nudging bedeutet, der hat die aktuelle Rentendebatte nicht verfolgt. Sanfter Zwang ist der Königsweg, den sich unsere Eliten für höhere Profite in der Altersvorsorge ausgedacht haben.

Dann wird es auch noch philosophisch. ROLL nervt mit negativer und positiver Freiheit. Angeblich gab es bei uns nur erstere. Bei uns gibt es aber weder positive noch negative Freiheit, sondern nur neoliberale Freiheit, d.h. die Freiheit unter sozial-historisch entstandenen Bedingungen zu arbeiten und dafür Geld zu bekommen. Der Sozialstaat ist dafür da uns zu aktivieren, wenn wir nicht arbeiten. Die Rente ist aus dieser Sicht ein Ärgernis, das beseitigt werden muss.

Jetzt beklagt ROLL die Neoliberalisierung der Freiheit ("Diktatur der Finanzmärkte") und die Jugend wird zur Projektionsfläche. Sie soll die Versäumnisse der Agenda 2010-Befürworter stellvertretend wieder in Ordnung bringen. Aber wer will schon die Aufträge von Versagern erfüllen? Die Jugend sei auf der "Suche nach der positiven Freiheit", verkündet uns ROLL und stempelt die Generation Z zur Generation Alpha ab. Wer auf der Suche nach etwas ist, der weiß bekanntlich nicht was er will! Die Tugend der Orientierungslosigkeit hieß dieses Credo einmal in Zeiten als das Individualisierungsversprechen noch geholfen hat... 

 
       
   

STEINWACHS, Britta (2016): Seht mal, wie glücklich wir sind!
Die prekäre Mitte der Gesellschaft wendet sich verstärkt traditionellen Geschlechterrollen zu,
in:
Neues Deutschland v. 28.05.

"Während ab dem Ende der 60er Jahre in der alten Bundesrepublik bei der Jugend der individuelle Freiheitsdrang an Bedeutung gewann, setzte der Abbau wohlfahrtsstaatlicher Sicherheiten ab den 90er Jahren eine Rückorientierung zu sozialer Herkunft und Vater-Mutter-Kind-Familie mit Reihenhaus, Hund, Kombiwagen und Vorgarten in Gang",

erklärt uns Britta STEINWACHS den Wandel der Jugend. Die RTL-Dating-Show Take Me out wird zur Blaupause für die Retraditionalisierung des Geschlechtverhältnisses stilisiert. Zum Schluss wird dann die Theorie zu dieser Sicht geliefert: Cornelia KOPPETSCHs Buch Die Wiederkehr der Konformität. Normalerweise wird diese Mittelschicht-Theorie nicht anhand des "Unterschichtenfernsehens" erklärt. Das selbstbewusste Single-Dasein war selbst in den 1990er Jahren eher eine Medienpropaganda und weniger gelebte Realität. Spätestens seit Mitte der Nuller Jahre der Single vom Pionier der Moderne zum Irrweg erklärt wurde und seit neuerdings die medial gehypte Singlefrau nicht als frustrierte Kinderlose enden will, sondern lieber Solomutter wird, muss man sich eher fragen, warum ein Buch wie Die Wiederkehr der Konformität noch solchen Wirbel um Singles verursachen kann:

"Single-Sein verweist immer weniger als stolzes Lebensmotto auf eine bewusst gewählte Freiheit, sondern sei mit dem Stigma des Versagens behaftet."

Warum also wird erst jetzt offen diskutiert, was schon seit Mitte der 1990er Jahre galt? Dies hat wohl mit dem Altern der Single-Generation zu tun. Das Single-Dasein war in unserer Gesellschaft immer nur als postadoleszente Lebensphase bzw. als Phase zwischen zwei Liebesbeziehungen oder Selbstfindungsphase, aber nie als Lebensform akzeptiert.

 
       
   

JUNG, Barbara/KOWALSKI, Matthias/STROBEL, Beate/ZESLAWSKI, Margot (2016): In diesen Städten leben Frauen am besten.
Chancen, Einkommen, Sicherheit: Die erste Studie zu Gleichstellung und Lebensqualität in 77 Metropolen Deutschlands zeigt: Der Osten ist fortschrittlich, der Westen hat Nachholbedarf,
in:
Focus Nr.22 v. 28.05.

Der Münchner Focus preist sein Stadtranking als erstes auf dem Gebiet der Frauenfreundlichkeit an. Durchgeführt haben das Ranking einmal "ein Team um" Tina VOSSBECK & Wolfgang STEINLE. Dann wieder werden die beiden selbst als Sozialforscher tituliert. Was also stimmt hier?

Wolfgang Josef STEINLE wird als Geschäftsführer der edition-empirica GmbH ausgewiesen, in dem auch das Stadtranking als Buch erschienen ist. Forschung? Fehlanzeige. Es gibt aber ein Unternehmen Empirica Forschung und Beratung. Die Namen STEINLE und VOSSBECK sucht man dort aber vergebens.   

Interessant ist, dass ein Indikator des Rankings die Anzahl der Yoga-Lehrer je 10.000 Einwohnerinnen ist. Dazu erklärt uns der Focus:

"Gibt es viele Yoga-Lehrer in der Stadt, finden Frauen generell ein gutes Freizeitangebot."

Gibt man in Google die Namen STEINLE & VOSSBECK an, dann erhält man auf Platz 1 die Yogalehrerin Bettina STEINLE-VOSSBECK angezeigt, die gleichzeitig noch Unternehmensberaterin und Coach ist. Alles nur Zufall? Leider nein, denn von der Yogalehrerin ist im Verlag von STEINLE auch ein Kartenset erschienen. Vetternwirtschaft in einer Studie? Wie seriös sind also die anderen Indikatoren?

Es wird noch merkwürdiger, wenn als Buchautorin des Städterankings nicht Tina VOSSBECK, sondern die Yogalehrerin Bettina STEINLE-VOSSBECK angegeben wird.

Unter den 77 Städten befinden sich mit Hannover, Aachen und Saarbrücken 3 Städte, die in Kommunalverbänden aufgegangen sind. Hier stellt sich deshalb die Frage, ob sich die benutzten Indikatoren auf die Städte oder die gesamte Region beziehen, was eine Verzerrung der Ergebnisse darstellen würde. Leider finden sich dazu keine Hinweise.

25 % des Gesamtrankings werden durch den Faktor Lebensqualität (Focus: Spass) bestimmt. Dieser setzt sich aus 5 Indikatoren zusammen, wovon 4 Indikatoren nicht unabhängig von einander sind, sondern sich auf Shops beziehen: zum einen alle Shops, daneben werden noch Mode- Schmuck- und Parfümläden zu einem Indikator zusammengefasst,  während Buchhandlungen noch als eigener Indikator gewählt wurden. Wenn es um Gleichstellung ginge, dann hätte ein Indikator genügt. Warum gehen Frauen nicht in Baumärkte und Männer nicht in Parfümläden? Safer Shopping bezieht sich auf Handtaschenraub. Dass die Anzahl der Yoga-Lehrer einer Stadt das gesamte andere Spektrum von Lebensqualität abdeckt ist mehr als seltsam. München schafft es mit einem Platz 1 auf diesem Gebiet, trotz Platz 48 bei den Jobs noch auf Platz 7 im Gesamtranking. Sind gute Jobs also nicht wichtiger als gute Shoppingmöglichkeiten?

 
       
   

BOMSDORF, Clemens (2016): Die Rente ist sicher. In Norwegen!
Seit 20 Jahren legt das Land seine Gewinne klug an. Ein Vorbild für uns,
in:
Focus Nr.22 v. 28.05.

 
   
taz-Titelgeschichte: Mein Jahr mit dem Grundeinkommen.
Praxistest: Entsteht gute Arbeit ohne Lohn? Die Debatte um das Grundeinkommen ist zurück. Eine hat es schon: Katrin Klink. Ihr Beispiel widerlegt alle Kritiker

DOMSCHEIT-BERG, Anke (2016): In Würde arbeiten.
Einkommenssicherung: Immer mehr Länder experimentieren mit Modellen wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen. In Deutschland gibt es starke Vorbehalte dagegen. Ein unbedingtes Plädoyer dafür,
in:
TAZ v. 28.05.

PANGRITZ, Stefan (2016): Bedingungslosigkeit ist weder radikal noch spektakulär.
Volksabstimmung: Die Schweiz stimmt am 5. Juni als erstes Land der Welt über ein Bedingungsloses Grundeinkommen ab. Warum die Initiative so erfolgreich ist, die Zukunft der Ökonomie und was das alles mit Kunst zu tun hat,
in:
TAZ v. 28.05.

KOCH, Hannes (2016): Die erstaunliche Wirkung von Geld.
Versuchsobjekt: Grundeinkommen abgreifen und dann Florida-Rolf werden? Von wegen. Katrin Klink nutzt ihr gewonnenes Geld, um noch mehr zu arbeiten als vorher,
in:
TAZ v. 28.05.

 
       
   

MARTINI, Tania (2016): "Ich halte es lieber mit dem Sozialstaat".
Zusammenarbeit: Wie organisiert sich Gesellschaft? Historikerin Ulrike Frevert über das Teilen, das Tauschen und die Rolle des Vertrauens,
in:
TAZ v. 28.05.

 
       
   

BRANDSTETTER, Barbara (2016): Die Betriebsrente muss neu geregelt werden.
Die Entgeltumwandlung könnte eine Alternative sein. Aber zu oft werden die Sparer doppelt belastet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.05.

Barbara BRANDSTETTER berichtet über die derzeitige Situation bei der betrieblichen Altersversorgung. Im Vordergrund steht die Kritik an der Doppelverbeitragung:

"Seit 2004 müssen gesetzlich versicherte Betriebsrentner auf die Auszahlungen im Alter den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen - und zwar unabhängig davon, ob sie in jungen Jahren die Abgaben sparen konnten oder nicht."

Jedoch trifft die Doppelverbeitragung nicht jeden gleichermaßen. Die Arbeitnehmer werden deshalb in drei Gruppen eingeteilt. Als Profiteure werden Arbeitnehmer bezeichnet, die unter der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung liegen:

"Sie sparen den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung (rund 20 Prozent) sowie Steuern."

Berechnet wird dies jedoch nur für einen Arbeitnehmer, der monatlich 3500 Euro verdient, d.h. für Arbeitnehmer, die keine Geringverdiener sind. Inwiefern also Geringverdiener hiervon profitieren bleibt hier unbeantwortet.

Die darüber liegende zweite Gruppe, die also oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt (obere Mittelschicht im Sinne der aktuellen DIW-Mittelschichtstudie), wird aus dieser Sicht zum Verlierer, weil die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung nicht gespart werden können.

Die dritte Gruppe - also die Spitzenverdiener (mehr als ca. 6450 Euro Monatsverdienst, d.h. die Oberschicht im Sinne der aktuellen DIW-Mittelschichtstudie) profitieren zwar nicht von Beitragseinsparungen, aber dafür durch hohe Steuereinsparungen.

Fazit: BRANDSTETTER vertritt in erster Linie die Interessen der oberen Mittelschicht bzw. der Oberschicht, wenn sie insbesondere die Doppelverbeitragung kritisiert. Sie kann sich dabei auch auf das Gutachten von Dirk KIESEWETTER von der Universität Würzburg im Auftrag des Bundesfinanzministeriums stützen:

"Dirk Kiesewetter (...) fordert in seinem Gutachten »die ökonomisch nicht zu rechtfertigende Doppelverbeitragung der Riester-geförderten betrieblichen Altersversorgung« zu beseitigen."

BRANDSTETTER will die Unternehmen weiterhin schonen, wenn sie lediglich einen Teil der durch die Entgeltumwandlung eingesparten Sozialleistungen als Zuschuss für die Betriebsrente einfordert - statt der gesamten Einsparungen.

Einen Anreiz zum Sparen für Geringverdiener will BRANDSTETTER durch Nichtanrechnung auf die Grundsicherung erreichen.

 
       
   

Der Zukunftsatlas 2016 in den Medien

KAISER, Tobias (2016): Deutschland, gespaltenes Land.
Reicher Süden enteilt dem Rest, Kluft wächst sogar. Lichtblicke im Norden: Hamburg und Wolfsburg,
in:
Welt v. 28.05.

KAISER, Tobias (2016): Städte im Osten holen auf.
Lange galten Dresden und Jena als Orte mit rosiger Perspektive. Inzwischen verbessern sich auch die Aussichten anderer Zentren - häufig auf Kosten der umliegenden Regionen,
in:
Welt v. 28.05.

SAUER, Stefan (2016): Deutschland, ein geteiltes Land.
Welchen Regionen die besten Zukunftschancen vorausgesagt werden,
in:
Frankfurter Rundschau v. 28.05.

Stefan SAUER stellt die Ergebnisse des Prognos Zukunftsatlas 2016 in einen Zusammenhang mit dem Länderfinanzausgleich und die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Er kommt zu dem Schluss,

"dass der Länderfinanzausgleich alles in allem durchaus zumutbar und angemessen, jedenfalls nicht schreiend ungerecht ist."

Die größten Probleme westdeutscher Regionen in NRW und Norddeutschland sieht SAUER in der hohen Arbeitslosigkeit und Kinderarmut sowie in der Verschuldung der Kommunen.

Auch in der FR werden die Indikatoren des Rankings weder nachvollziehbar dargestellt, noch kritisch hinterfragt.  

 
       
   

FRAS, Damir (2016): Paradies der Rentner.
"The Villages" in Florida ist die weltgrößte Siedlung für Senioren. In der künstlichen Stadt herrschen strikte Regeln, damit ihre mehr als 112.000 betagten Bewohner einen ruhigen Lebensabend verbringen können,
in:
Frankfurter Rundschau v. 28.05.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 18. - 27. Mai 2016
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2016
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 18. November 2016 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002