[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 16.-23. September 2004
News 11.-15. September 2004
News 05.-10. September 2004
News 01.-04. September 2004
News 25.-31. August 2004
News 16.-24. August 2004
News 06.-15. August 2004
News 01.-05. August 2004
News 22.-31. Juli 2004
News 16.-21. Juli 2004
News 11.-15. Juli 2004
News 06.-10. Juli 2004
News 01.-05. Juli 2004
News 23.-30. Juni 2004
News 16.-23. Juni 2004
News 01.-15. Juni 2004
News 22.-31. Mai 2004
News 11.-21. Mai 2004
News 05.-10. Mai 2004
News 01.-04. Mai 2004
News 21.-30. April 2004
News 15.-20. April 2004
News 06.-14. April 2004
News 01.-05. April 2004
News 24.-31. März 2004
News 16.-23. März 2004
News 09.-15. März 2004
News 01.-08. März 2004
News 20.-29. Februar 2004
News 15.-19. Februar 2004
News 08.-14. Februar 2004
News 01.- 07. Februar 2004
News 25.- 31. Januar 2004
News 15.- 24. Januar 2004
News 08.- 14. Januar 2004
News 01.- 07. Januar 2004
News 17.- 31.Dezember 2003
News 08.-16.Dezember 2003
News 01.-07.Dezember 2003
News 16.- 30.November 2003
News 01.-15.November 2003
News 26.-31. Oktober 2003
News 21.-25. Oktober 2003
News 11.-20. Oktober 2003
News 01.-10. Oktober 2003
News 26.-30. September 2003
News 16.-25. September 2003
News 06.-15. September 2003
News 01.-05. September 2003

News 21.-31. August 2003
News 11.-20. August 2003
News 01.-10. August 2003
News 16.-31. Juli 2003
News 01.-15. Juli 2003
News 21.-30. Juni 2003
 
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 24. - 30. September 2004

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Typ I Beziehungsfern (...) zeigt Befragte, die lange Phasen ihres Erwachsenenlebens (bis zum Alter von 45) als Single gelebt haben, für die das Single-Dasein also eine Art Lebensstil darstellt und mehr ist, als eine bloße Übergangsphase. Der Anteil dieser dauerhaft Beziehungsfernen ist nun über die Generationen nicht angestiegen, er liegt einigermaßen konstant bei einem Zehntel. Die (...) Zunahme von Singles (...) ist (...) also tatsächlich nicht als Durchsetzung eines eigenen, beziehungsfernen Lebensstils zu werten, sondern als Ergebnis der großen Beziehungsfluktuation."
(Arne Dekker & Silja Matthiesen in der Zeitschrift für Familienforschung, H.1/2004, S.50)

 
 
     
 
GEO WISSEN-Titelgeschichte: Partnerschaft und FAMILIE.
Was im Leben wirklich zählt
  • SPARMANN, Anke (2004): Singles.
    Das Paradox des schönen Scheins,
    in: GEO Wissen, Nr.34, September

Anke SPARMANN hat den Lifestyle-Soziologen Stefan HRADIL über das Image der Singles befragt. Hatte HRADIL die Singles zu lange Zeit als "Speerspitze der Individualisierung" propagiert, so sieht er sie heute von der Gewinner- auf die Verliererseite wechseln. HRADIL meint sogar, dass das Bild der Singles in Zukunft stärker von ökonomischen Sachverhalten geprägt sein könnte. Eine solche Sichtweise wurde zuerst nur auf single-generation.de vertreten. Der gesellschaftliche Riss verläuft nicht zwischen Familien und Singles - wie es die sozialpopulistische Debatte verlangt, sondern innerhalb der Singles verläuft eine Kluft, die vor allem geschlechtsspezifisch geprägt ist:

"Während die Single-Frau für den Partnermarkt fast überqualifiziert zu sein scheint, trifft diese auf ihr männliches Pendant eher selten zu. Single-Männer sind häufig gering verdienend oder arbeitslos und haben allein deshalb schlechte Karten auf dem Partnermarkt."

Es geht hier also um die Kategorie der partnerlos Alleinlebenden. Der Soziologe Norbert F. SCHNEIDER charakterisiert unsere Gesellschaft im Anschluss an Dorothea KRÜGER als paarorientierte Gesellschaft. Partnerlosigkeit gerät dadurch unter Erklärungs- und Rechtfertigungsdruck. Die Psychologin Beate KÜPPER wird zum Thema Bindungsstil der Singles zitiert. Im Einklang mit dem Focus-Titel werden Singles als bindungsängstlich ("Klammerer") oder als bindungsvermeidend ("Vermeider") charakterisiert. Fragwürdig ist es jedoch, wenn diese Bindungsstile in Zusammenhang mit der Freiwilligkeit des Single-Daseins gebracht werden:

"Zu dem bindungsängstlichen Typus zählen unfreiwillige Singles - Geschiedene und Verwitwete etwa - und solche, die von sich aus den Partner verlassen haben und gerne eine neuen hätten. (...).
Der bindungsvermeidende Typus ist besonders häufig unter den freiwilligen Singles anzutreffen."

Der Soziologe Ronald BACHMANN hat dagegen die Ambivalenz des Single-Daseins hervorgehoben, d.h. ob das Single-Dasein freiwillig oder unfreiwillig ist, das ist selten so eindeutig wie es die dichotomen Kategorien suggerieren. Erst recht ist es fragwürdig, wenn der Familienstand mit motivationalen Konzepten in Zusammenhang gebracht werden.

Im Zusammenhang mit Bindungsproblemen darf natürlich der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN nicht fehlen. Dessen "Paradox des schönen Scheins" lieferte gar die Schlagzeile.       

     
 
     
 
  • Die Kommunen im demografischen Wandel in der Debatte

    • KIRBACH, Roland (2004): Die letzten Kinder.
      23.000 Menschen leben in Weißwasser in Sachsen. Jedes Jahr verlassen 1.000 Bewohner den Ort. Auch der 19-jährige Paul überlegt, ob es an der Zeit ist zu gehen,
      in: Die ZEIT Nr.41 v. 30.09.

      • Während die Schlagzeile behauptet, dass jedes Jahr 1000 Bewohner den Ort verlassen, heißt es im Text dagegen, dass der Ort jedes Jahr ca. 1000 Einwohner verliert. Das ist aber ein Unterschied: ob 1000 Bewohner wegziehen oder 1000 Bewohner durch Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Sterbefälle, Zuwanderungen und Abwanderungen) verloren werden. Die Homepage der Stadt Weißwasser nennt lediglich die folgende Entwicklung der Einwohnerzahlen:
      •  
      • Jahr Einwohner Differenz zum Vorjahr
        2000 26.107  
        2001 24.815 - 1.292
        2002 23.862 - 953
        2003 22.966 - 896
        2004 22.218 - 748
        2005 21.498 - 720
        2006 20.823 - 675
        2007 20.298 - 525
        2008 19.906 - 392
        2009 19.615 - 291
        2010 19.055 - 560
        2011 17.887 - 1.168
        2012 17.541 - 346
        2013 17.288 - 253
        Quelle: http://www.weisswasser.de/zahlen_fakten (Stand: 04.06.2015) und eigene Berechnungen

         Betrachtet man diese Entwicklung, dann war die Aussage, dass der Ort jedes Jahr 1000 Einwohner verliert, bereits in der Tendenz irreführend, weil die Verluste bereits seit dem Jahr 2001 zurückgingen. Die hohen Verluste der Jahre 2010/2011 sind durch Bereinigungen der Statistik im Zusammenhang mit dem Zensus 2011 verursacht.

        Nähme man die Aussagen von Roland KIRBACH ernst, dass der Ort jedes Jahr 1000 Einwohner verliert, dann hätte Weißwasser im Jahr 2013 nur noch 13.000 Einwohner zählen dürfen. Tatsächlich haben sich die Verluste weiter minimiert. Warum, das lässt sich an diesen Zahlen nicht ablesen.   

     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
  • MIHM, Andreas (2004): Etikettenschwindel,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.

Andreas MIHM kommentiert, die Meldung, dass kinderlose Langzeitarbeitslose von der Zuzahlung in die Pflegeversicherung befreit werden. Nach MIHM handelt es sich bei dieser Regelung des geplanten Kinderberücksichtigungsgesetzes nicht um einen Akt der Menschlichkeit, sondern um eine Finanzierungsfrage, denn für die Zuzahlungen der Langzeitarbeitslosen hätte die Regierung aufkommen müssen.
     
 

ZYLKA, Jenni (2004): Was vom Punk übrig blieb.
Punk als popkultureller Diskurs: Ein Kongress in Kassel lacht über diesen doofen Ausdruck und macht es trotzdem,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.09.

ROSENFELDER, Andreas (2004): Das Herz war Anarchismus.
Ich wollte bloß neue Pläne für meinen Bruder und mich: Der erste Punk-Kongreß in Kassel,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.

Andreas ROSENFELDER verteidigt Punk als Mittelschichtphänomen gegen die "Reinheitsgebote der Dosenbierpunks".
     
 
     
 
NEWSWEEK-Titelgeschichte: Baby Bust.
For More and More Countries. The Problem isn't Having Too Many People. But Having Too Few
  • MEYER, Michael (2004): Birth Dearth.
    Remember the population bomb? The new threat to the planet is not too many people but too few. How the new demography will shape the coming century,
    in: Newsweek International v. 27.09.

  • WEHFRITZ, George (2004): The Family: Bad Time to Be Born.
    Gloom is driving down birthrates among the Asian tigers,
    in: Newsweek International v. 27.09.

  • THEIL, Stefan (2004): The Shrinking Cities.
    Urban Blight: What Used to be a Regional Problem is Sweeping the World,
    in: Newsweek International v. 27.09.

     
 
  • BÖCKELMANN, Frank & Hersch FISCHLER (2004): Bertelsmann oder Die diskrete Form der Herrschaft.
    Meister der Pseudodemokratie: Aus dem neuen Buch von Frank Böckelmann und Hersch Fischler über Machtausübung hinter der Fassade des Medienimperiums,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.

Frank BÖCKELMANN & Hersch FISCHLER schreiben über den Einfluss der Bertelsmann-Stiftung auf die Agenda-2010-Politik der rot-grünen Regierung:

"Vom September 1999 bis April 2003 förderte die Stiftung das Projekt »Reform der Arbeitslosen- und Sozialhilfe«. Hier entstanden die Grundlagen für Hartz IV, das groß angekündigte Vorhaben der Bundesregierung, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum so genannten Arbeitslosengeld II zusammenzulegen."

  • THIEL, Thomas & Ulrich RAULFF (2004): Auch wenn uns das obszön erscheint, diese Leute glauben, was sie sagen.
    Über die ethische Selbstüberhöhung eines Medienkonzerns und die Privatisierung der Politik - Ein Gespräch mit Frank Böckelmann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.

     
 
     
 
Die umstrittene Strafsteuer für Kinderlose soll, trotz massiver Expertenkritik, bereits am Freitag im Bundestag verabschiedet werden. Da Singles im Gegensatz zu Familien keinerlei Lobby besitzen, ist kein politischer Widerstand zu erwarten. Wer als "Kinderloser" im Sinne des neuen Gesetzes gelten wird, darüber darf weiterhin gerätselt werden.

Gemäß Hilde MATTHEIS, der pflegepolitischen Sprecherin der SPD, sollen arbeitslose Kinderlose keinen Beitrag leisten, genauso wenig wie Kinderlose, die vor 1940 geboren wurden. Eine Entlastung für die Pflegeversicherung dürfte daraus kaum entstehen, eher geht es hier um einen symbolischen Einstieg in die große Entsolidarisierung, den eine wehrlose Minderheit zu schultern hat.

Der neokonservative Intellektuelle Paul NOLTE verhöhnt die Singles in seinem Wörterbuch der Reform-Sprachstörungen im aktuellen Kursbuch folgendermaßen:

"Singles: Zunehmend stigmatisierte Population dauerhaft kinderloser Erwachsener, die Eltern haben, aber keine sein wollen. Früher als Leitbild freier Lebensführung gepriesen, geht ihnen jetzt der Spaß an der Spaßgesellschaft verloren. Höhere Beiträge zur Pflegeversicherung werden nicht das letzte Wort sein."

Thema des Monats Oktober wird anlässlich der zunehmenden Diskriminierung von Singles ein KLEINES WÖRTERBUCH DES SOZIALPOPULISMUS sein, in dem u.a. die Hintergründe der zunehmenden Singlefeindlichkeit verdeutlicht und die sozialpopulistischen Strategien und deren Ansatzpunkte aufgedeckt werden.     

     
 
  • DOBELMANN, Jürgen (2004): Die Schwaben-Offensive. Wo spielt die Musik?
    Sie konnten alles, sogar Hochdeutsch: Morgen eröffnen Stuttgarts HipHopper die Berliner Popkomm,
    in: Tagesspiegel v. 27.09.

    • "Wie konnte Stuttgart, eine Stadt mit 600000 Einwohnern, zur HipHop-Metropole aufsteigen? Hatte der kommerzielle Durchbruch der Fantastischen Vier eine Hand voll weiterer Bands in die Top Ten gespült?" so fängt die Story von Jürgen DOBELMANN, Jahrgang 1968,  an, der u.a. Musikredakteur beim Stuttgarter Stadtmagazin Prinz und Management-Crewmitglied der Fantastischen Vier war.
     
 
  • KNÜR, Deborah (2004): Umsätze mit Singles steigen und steigen.
    Viele Unternehmen in Hamburg spezialisieren sich auf die Bedürfnisse von allein Stehenden,
    in: Welt am Sonntag Hamburg v. 26.09.

Die Schlagzeile ist wie so oft eine Mogelpackung. Weder geht es um Singles (überzeugte Partnerlose) noch um allein Stehende (Nicht-Verheiratete), sondern im Mittelpunkt des Artikels steht das Marktsegment der Partnersuchenden. Unvermeidlich ist also der Freizeitpädagoge Horst OPASCHOWSKI, der seine sattsam bekannten Floskeln absondert...
Die Single-Industrie und die Bedeutung der Single-Kultur in der paar- und familienorientierten Gesellschaft
     
 
  • CASPARY, Esther (2004): Väter oder Erzeuger?
    Vor dem Familiengericht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.09.

     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
  • ZWIRNER, Heiko (2004): Feiern in Oberbayern.
    Pop kommt aus der Provinz: In Weilheim fand 1996 das Woodstock des deutschen Indie-Rock statt,
    in: Tagesspiegel v. 24.09.

     
 
     
 
  • NOLTE, Tobias (2004): Der Osten, eine Krabbelbox.
    Hoffen auf eine neue Generation. Etliche Gestaltungschancen für Ostdeutschland nach der Wende sind im Konsumrausch untergegangen. Dass daran nicht nur den Westen schuld ist, wollen die Ostdeutschen nicht wahr haben,
    in: Freitag Nr.40 v. 24.09.

Zonenkind Tobias NOLTE, Jahrgang 1978, Studium der Medizin in Göttingen, beschreibt zuerst was passiert, wenn ein Zonenkind auf die Generation Golf trifft. Am Ende verwirft NOLTE die Perspektive von Wolfgang ENGLER und schließt sich stattdessen der Sicht des Wendegewinners Jens BISKY an:

"Wer eine Mentalitätsgeschichte des Ostens schreiben wollte, sollte nicht vergessen , wie zeitresistent und psychologisch tief prägend für die Generation der DDR-Sozialisierten die Konditionierung des Typus »Anpassung an die Verhältnisse« war. Den Vorsprung, den der Soziologe Wolfgang Engler in seinem Buch Die Ostdeutschen als Avantgarde dem Osten als Dividende des Transformationsprozesses voraussagt, kann man kaum entdecken. Engler schildert eine Beweglichkeit im Umgang mit der eigenen Biografie und Lebensplanung, vor allem in Bezug auf Anforderungen und Zwänge des Arbeitsmarktes, Passivität und Anpassung. Was sich aber tatsächlich beobachten lässt, ist stilles Dulden des eigenen Schicksals. Dazu der Journalist Jens Bisky im Merkur: Die Duldungsstarre ist »das eiserne Gehäuse eines Kollektivgeschicks, jene Kräfte bannend, die eine Besserung der ostdeutschen Lage herbeiführen könnten. (...) vorhandene Interessengegensätze werden zugunsten ostdeutschen Gruppengefühls beiseite geschoben.«"

       
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom  16. - 23. September  2004

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 10. März 2017 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002