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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 27. - 31. August 2016

 
 
     
 
   

Zitate des Monats:

2015: Von 2015 bis 2020 wird die Bevölkerung deutlich schrumpfen und altern 

"In der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts wird die Bevölkerungszahl deutlich schrumpfen und gleichzeitig wird der Bevölkerungsanteil der höheren Altersgruppen immer weiter zunehmen."
(Christoph M. Schmidt "Der demografische Wandel als große Herausforderung für Wirtschaft und Gsellschaft - ein Überblick", 2015, S.39)

2016: Wir leben in einem kurzen demografischen Zwischenhoch

"Die finanziellen Folgen für die GRV fallen nur deshalb bislang nicht so stark aus, weil die gute konjunkturelle Lage und die günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt zu einer unerwartet positiven Entwicklung der Beitragseinnahmen geführt haben (...). Ebenso hat sich ein kurzes demographisches Zwischenhoch günstig auf die Ausgabenentwicklung ausgewirkt".
(
in: "Altersarmut statt Altersvorsorge" von FELD, Lars/KOHLMEIER, Anabell/SCHMIDT, Christoph M. im ifo Schnelldienst Nr.12 vom 23. Juni 2016, S.4)

 
       
       
   
SOZIALE SICHERHEIT-Titelthema: Solo-Selbständige.
Große Lücken bei der sozialen Sicherung

BUSCHOFF, Karin Schulze (2016): Handlungsbedarf und Optionen.
Die soziale Sicherung (Solo-)Selbständiger,
in:
Soziale Sicherheit, Heft 8

WELSKOP-DEFFAA, Eva M. (2016): Neue Argumente für die Einbeziehung Selbständiger in die gesetzliche Rentenversicherung.
Erwerbshybridisierung oder Altersarmut 4.0?
in:
Soziale Sicherheit, Heft 8

 
       
   

KERSCHBAUMER, Judith (2016): Schäuble sollte Nahles guten Gesetzentwurf nicht durchkreuzen.
Ost-West-Rentenangleichung,
in:
Soziale Sicherheit, Heft 8

Judith KERSCHBAUMER, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik bei ver.di, kritisiert die Position des Finanzministers und fordert die Finanzierung der Ostrentenangleichung aus Steuermitteln.

Kritik übt KERSCHBAUMER lediglich daran, dass im ersten Schritt nicht die gleiche Bewertung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten sowie der Arbeit in Behindertenwerkstätten erfolgt.

Den Wegfall der Hochwertung bei den Löhnen sieht KERSCHBAUMER nicht als Problem, wenn der Prozess der Lohnangleichung durch die Stärkung der Tarifbindung im Osten befördert wird. Die Gegner des Wegfalls macht KERSCHBAUMER bei den privilegierten Ostarbeitern aus:

"Interessant ist zu beobachten, dass sich gerade auch diejenigen im Osten gegen die Gesetzesinitiative wenden, die bereits jetzt Löhne auf Westniveau beziehen - z.B. aufgrund bundesweit geltender Tarifverträge. Sei sind die wahren Profiteure der heutigen Regelung. Denn eine gleichhohe Beitragszahlung führt durch die Hochwertung, die alle Beschäftigten in den neuen Ländern erhalten, im Osten derzeit zu einem 8 % höheren Rentenertrag als im Westen."

KERSCHBAUMER verrät uns jedoch nicht wie viele von diesem Sachverhalt profitieren.   

 
       
   

BRACHAT-SCHWARZ, Werner (2016): Warum leben Frauen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald am längsten?
Zu möglichen Ursachen für die regional unterschiedliche Lebenserwartung in Baden-Württemberg,
in:
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg, Heft 8

Werner BRACHAT-SCHWARZ erklärt uns die Probleme bei der Berechnung der durchschnittlichen Lebenserwartung einer Bevölkerung. Er unterscheidet zwischen Kohortensterbetafeln und Periodensterbetafeln. Üblicherweise werden letztere verwendet, obwohl sie einen gravierenden Nachteil haben: Ihre Werte stimmen nur bei gleichbleibender Lebenserartung. Ein Sinken/Anstiegen der Lebenserwartung führt zur Falscheinschätzung. Ein Anstieg führt zur Unterschätzung, ein Sinken zur Überschätzung der Lebenswartung. BRACHAT-SCHWARZ weist jedoch nur einseitig auf die Probleme beim Anstieg hin weil dies scheinbar das gegenwärtige Problem ist, von dem Demografen ausgehen.

"Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder, sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch",

erklärt uns BRACHAT-SCHWARZ die Gründe für die höhere Lebenserwartung von Frauen. Doch können Sterbetafeln angesichts der Zunahme von Wanderungen bzw. ihrer Eigenheiten zu Fehleinschätzungen hinsichtlich der Lebenserwartung führen:

- Der 3-jährige Zeitraum kann bei niedrigen Fallzahlen zu kurz sein:

"Bis zum Alter von unter 65 Jahren sterben nämlich relativ wenige Menschen, sodass hier mögliche Zufallseinflüsse besonders groß sein könnten."

- Das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von Pflegeeinrichtungen führt dazu, dass einer falschen Region die Ursachen zugeschrieben werden:

"Dort, wo es überdurchschnittlich viele vollstationär untergebrachte Pflegebedürftige gibt, ist die Lebenserwartung tendenziell geringer."

- Veränderungen der Bildungs- und Einkommensverhältnisse haben Einfluss auf die Lebenserwartung eines Gebiets.

Die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes geht für Baden-Württemberg bis 2060 von einer Abschwächung des Anstiegs der Lebenserwartung aus. Außerdem wird von größeren Unterschieden im Land ausgegangen:

"Zielgebiete inter- oder intraregionaler Wanderung (haben) nach Untersuchungen von Luy und Caselli in der Regel eine geringere Sterblichkeit als Abwanderungsgebiete. Damit spricht einiges dafür, dass die regionalen Unterschiede in der Lebenserwartung wieder größer werden könnten."

 
       
   

NEIßE, Wilfried (2016): Mehr Rente und mehr Altersarmut.
Obwohl die Senioren im Durchschnitt etwas mehr Rente bekommen als vor elf Jahren, nimmt die Altersarmut in Brandenburg zu,
in:
Neues Deutschland v. 31.08.

Wilfried NEIßE zeigt uns mit seinem Artikel wie die Linkspartei in Brandenburg öffentliche Debatten anstößt, wenn er schreibt:

"Frauen erhalten in Brandenburg im Durchschnitt 830 Euro Rente im Monat, Männer 1111 Euro. Das antwortete Sozialministerin Diana Golze auf eine parlamentarische Anfrage der Landstagsabgeordneten Bettina Fortunato (beide LINKE)."

Während in Westmedien ostdeutsche Frauen als durch die Mütterrente benachteiligt beschrieben werden, heißt es dagegen bei NEIßE:

"Vor allem Frauen müssen mit geringen Renten auskommen, obwohl sie mittlerweile 25 Prozent mehr Rente bekommen als vor elf Jahren. Die Steigerung ist insbesondere auf die Einführung der Mütterrente im Jahr 2014 zurückzuführen."

Ganz taufrisch scheint der Artikel nicht zu sein, denn von den Problemen bei der Ostrentenangleichung ist keine Rede. Stattdessen heißt es:

"Im ersten Quartal 2016 mussten in Brandenburg 9,8 Millionen Euro für Grundsicherung im Alter ausgegeben werden. Immerhin beabsichtigt der Bund, die Rentenwerte im Osten Deutschlands ab 2017 ans Westniveau anzugleichen. Der rot-roten Landesregierung liegt ein entsprechender Gesetzesentwurf jedoch noch nicht vor."

Die brandenburgische Volkssolidarität begrüße diese Angleichung wird uns noch mitgeteilt.

 
       
   

MORGENSTERN, Tomas (2016): Webstühle rattern nur im Museum.
ND-Serie Industriestandorte (6 und Schluss): Eine Textilarbeiter-Stadt ist Forst längst nicht mehr,
in:
Neues Deutschland v. 31.08.

 
       
   

EPD/ND (2016): Arbeit bis zum Ende.
Fast eine Million Rentner stocken mit Minijob auf,
in:
Neues Deutschland v. 31.08.

Die Agenturmeldung befasst sich mit der Zunahme von Minijobs bei Rentnern, die besonders bei den über 75-Jährigen zugenommen hätten:

"Ende vergangenen Jahres waren mit knapp 176.000 Senioren dieser Altersgruppe mehr als doppelt so viele in einem sogenannten 450-Euro-Job beschäftigt als im Jahr 2005."

Dies wird von Matthias W. BIRKWALD (Linkspartei) scharf kritisiert ("Malochen bis zum Tode").

KNUF, Thorsten (2016): Immer mehr Rentner arbeiten.
Die Zahl der 75-Jährigen mit Minijob hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.08.

Thorsten KNUF liefert uns auch Zahlen zum prozentualen Anstieg der Rentner mit Minijob:

"In der Gruppe 65 + lag er Ende vergangenen Jahres bei 5,5 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es 4,4 Prozent gewesen."

Die Zunahme der Minijobs ist also in erster Linie der generellen Zunahme älterer Arbeitnehmer und erst in zweiter Linie der Ausweitung der Mini-Jobs unter Älteren geschuldet. Aber selbst das arbeitgebernahe IW gibt zu, dass mehr als ein Drittel dieser minijobbenden Rentner auf das zusätzliche Einkommen angewiesen. Die Zahl dürfte jedoch noch höher liegen, weil in Umfragen die soziale Erwünschtheit bzw. die Scham dazu führt, die Angewiesenheit eher zu verschweigen als dies öffentlich zu bekennen.    

 
       
   

PFEIFFER, Hermannus (2016): Null Zinsen, Insolvenz, Kapitalvernichtung.
ND-Ratgeber-Serie Riskante Geldanlagen (1): Eine Statistik gibt es nicht. Aber gefühlt häufen sich in diesem verregneten Sommer auch die Hiobsbotschaften für Sparer und Kleinanleger. Dafür gibt es Gründe,
in: Ratgeber-Beilage
Neues Deutschland v. 31.08.

Hermannus PFEIFFER beschreibt uns am Beispiel geschlossener Schiffsfonds und Geldanlagen in Container wie vor allem renditegierige Rentner ihre Altersvorsorge verzockt haben.

 
       
   

REZMER, Anke (2016): Drum prüfe, wer sich lange bindet.
Altersvorsorge: Die Versicherungs-Ratingagentur Assekurata hat für das Handelsblatt das Fondsangebot bei Rentenpolicen bewertet,
in:
Handelsblatt v. 31.08.

Die getesteten 28 Versicherungen stellen zum einen nur zwei Drittel des Marktes für Kapital-Lebens- und Rentenversicherungen dar und zum anderen werden nur fondsgebundene Rentenversicherungen betrachtet. Dabei wird lediglich auf den steigenden Anteil dieser Kategorie am Geschäft der Lebensversicherungen als Auswahlkriterium verwiesen. Ob dieser Anstieg darauf beruht, dass diese Produkte für Lebensversicherer die höchsten Gewinne abwerfen oder weil sie besonders günstig für die Versicherten sind, das wird uns verschwiegen, obwohl das für Kunden ein entscheidenderes Kriterium wäre als der reine Verkaufserfolg, der ja auf verstärktem Marketing beruhen könnte.

 
       
   

LINDNER, Christian (2016): Mehr private Kleinaktionäre.
Gastkommentar: Deutschland sollte eine Gesellschaft der Eigentümer werden,
in:
Handelsblatt v. 31.08.

Christian LINDNER hätte gerne mehr Kleinaktionäre, die sich damit ihre private Altersvorsorge gestalten sollen:

"Nur 6,8 Prozent der Deutschen sind Aktionäre, inklusive Aktienfonds liegt die Quote bei 14 Prozent. In den Niederlanden, Schweden oder den USA ist der Wert drei- bis fünfmal so hoch",

heult uns LINDNER als FDP-Lobbyist der Großkonzerne und Finanzdienstleistungsbranche vor. Das Problem sieht er deshalb in erster Linie in fehlenden steuerlichen Anreizen - gewissermaßen Subventionen für Unternehmen und Finanzwirtschaft, die dann Kleinaktionäre noch besser abzocken können. Wir werden von LINDNER als Eigentümer bezeichnet, wenn wir Aktien besitzen. Das ist so ähnlich als ob uns ein Bettler mit Frau Professorin oder Herr Professor anredet, nur um besser an unser Geld heranzukommen.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in den Medien

THELEN, Peter (2016): Angleichung steht auf der Kippe.
Ostrenten,
in:
Handelsblatt v. 31.08.

Bereits gestern berichtete Karl DOEMENS in der FR über den Finanzierungsstreit, der bereits seit Ende Juli besteht. Offenbar ist nun die Sommerpause vorbei, sodass dieser Faden nun wieder aufgenommen wird.

THELEN berichtet nun, dass sich die SPD-Familienministerin Manuela SCHWESIG (einstige Ministerin in Mecklenburg-Vorpommern, wo im September Landtagswahlen anstehen!) nun für Andrea NAHLES' Finanzierung stark macht.

Zum Schluss nennt uns THELEN den BDA-Vorschlag, der angeblich nichts kosten würde, als Alternative. Verschwiegen wird uns jedoch, dass dann die Westrentner die Kosten tragen müssten, wie uns THELEN bereits im Handelsblatt am 22.07. diesen Jahres erklärt hat. THELEN rechnet offenbar mit dem schlechten Gedächtnis von uns Lesern. Wenn uns ein Vorschlag nur oft genug nebenbei untergejubelt wird, ohne dessen Konsequenzen zu erklären, dann lässt sich darauf gut aufbauen in der weiteren Debatte, so offensichtlich die Devise dieser Strategie.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass uns THELEN damals auch bei den angeblichen Kosten der Ostrentenangleichung Zahlen unterjubelte, die im Vergleich mit den anderen Zeitungen zu hoch waren. Erst im jetzigen Artikel hat er dies endlich korrigiert.

KALBE, Uwe (2016): Ost-West-Rentenangleichung vorerst begraben.
Rentenkasse oder Steuermittel - Sozialministerium und Finanzressorts werden sich nicht über Finanzierung einig,
in:
Neues Deutschland v. 31.08.

Uwe KALBE bezieht sich auf den Artikel von Karl DOEMENS, der auch in der Berliner Zeitung erschienen ist. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Fabian LAMBECK beziffert KALBE jedoch die Kosten auf "fast 8 Milliarden Euro in den ersten drei Jahren" und nicht nur auf 5,7 Milliarden Euro. Markus KURTH von den Grünen wird zwar als Verfechter einer Steuerfinanzierung genannt. KALBE grenzt dessen "pragmatische Position" jedoch gegen die Sicht von Matthias W. BIRKWALD (Linkspartei) ab, der die Beibehaltung der Höherbewertung ostdeutscher Löhne fordert. Die im Westen unbekannte Volkssolidarität, die uns als "mächtige Organisation" beschrieben wird, stehe ebenfalls für eine Steuerfinanzierung.   

KALBE, Uwe (2016): Lebensabendland.
Kommentar über das Gezerre um die Finanzierung der Ostrenten,
in:
Neues Deutschland v. 31.08.

Uwe KALBE empört sich zum einen über die "Verschleppung" der Angleichung und zum anderen über den Zwang zum Hinzuverdienst mittels Minijobs, damit die Rente zum Leben reiche. 

SCHWENN, Kerstin (2016): Streit über Ostrenten-Angleichung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.08.

Kerstin SCHWENN erzählt uns nichts Neues, nur dass der Gesetzesentwurf von Andrea NAHLES im Bundeskanzleramt liege, das ihn noch nicht zur Ressortabstimmung freigegeben habe, was sie gestern aus "Regierungskreisen" erfahren habe.

DOEMENS, Karl (2016): SPD fordert Steuergeld für Ostrente.
Sozialdemokraten sehen Kanzlerin in der Pflicht, die Reform gegen Widerstände durchzusetzen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.08.

Karl DOEMENS ergänzt seine Argumentation vom Vortag um Stellungnahmen der SPD-Politiker Thomas OPPERMANN, Michael MÜLLER, Manuela SCHWESIG. Nur bei dem haushaltspolitischen Sprecher der Unionsfraktion Eckardt REHBERG, der eine Angleichung ablehnt, erwähnt DOEMENS dessen Verbindung zum Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern.

 
       
   

KROHN, Philipp (2016): Niedrigzins verteuert Einkommensschutz.
Ein wenig beachteter Effekt der Garantiezinssenkung sind höhere Preise für Policen gegen Berufsunfähigkeit,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.08.

Weil Kapitallebensversicherungen zu wenig Profite für Lebensversicherungen abwerfen, werden für sie Alternativen wichtiger.

"Wichtigste Alternative sind für zahlreiche Versicherer biometrische Risiken geworden - allen voran Absicherung gegen den Todesfall mit Risikolebensversicherungen und gegen den Verlust der Arbeitsfähigkeit mit Berufsunfähigkeitsversicherungen",

berichtet uns Philipp KROHN. Aber auch diese Produkte sind von den Niedrigzinsen betroffen:

"Anders als in Großbritannien, wo das Prinzip »Pay as you go« gilt (sinngemäß: nach seinem Alter und Risiko bezahlen), versprechen deutsche Anbieter gleichmäßige Bruttobeiträge über die gesamte Laufzeit. In jungen Jahren zahlen Versicherte, gemessen an ihrem aktuellen Risiko, zu viel für den Schutz. Das erlaubt den Anbietern, eine Reserve aufzubauen, die sie verzinsen. »Geht der Zins herunter, fehlt Zinsertrag; die Beiträge müssen steigen, um den fehlenden Zinsertrag auszugleichen«, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Altersvorsorge des Finanzvertriebs MLP."

 
       
   

GRUNDLEHNER, Werner (2016): Lieber zum Zahnarzt als zu einem Bankberater.
Die Finanzbranche muss sich an die Millennials anpassen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 31.08.

Die Generation Y (1980 - 2000 Geborene) oder Millennials sind nicht nur der Schrecken aller Arbeitgeber, sondern auch der Banken, die bereits gierig auf deren zukünftiges Vermögen blicken. Sie gelten als Profiteure des Vermögens ihrer Babyboomer-Eltern.

 
       
   

NEIDHART, Christian (2016): Altersvorsorge verzockt.
Japans staatlicher Pensionsfonds macht mit Aktien hohe Verluste,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 31.08.

Nach der FAZ berichtet nun auch Christian NEIDHART über die Verluste des staatlichen japanischen Pensionsfonds (GPIF). Ihn stört vor allem, dass dieser eine enorme Macht über private japanische Großkonzerne habe.

"Der GPIF wurde 2010 geschaffen, um die Vorgänger-Kasse zu ersetzen, die »Sozialversicherung«, die die Daten von 50 Millionen Versicherten verloren hatte. Und die es zugelassen hatte, dass viele Firmen und auch Einzelpersonen, unter ihnen auch Minister, sich um ihre Beitragszahlungen drückten. Die Japaner hatten das Vertrauen in ihre »Sozialversicherung« verloren. Jetzt verspielt der GPIF, der alles besser machen sollte, ihre Ersparnisse",

meint NEIDHART.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in den Medien

DOEMENS, Karl (2016): Steigt die Ost-Rente doch nicht?
Sozialministerin Nahles will Kosten für geplante Angleichung nicht tragen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.08.

Karl DOEMENS berichtet anlässlich einer Anfrage der Grünen über den Streit um die Finanzierung der Ostrentenangleichung. Markus KURTH stellt sich bei der Kostenfrage auf die Seite von Andreas NAHLES. Wolfgang SCHÄUBLE lehnt die Finanzierung aus Bundesmitteln ab:

"Die Ost-West-Rentenangleichung sei keine »prioritäre Maßnahme«, hatte er Ende Juli an das Sozialministerium geschrieben: Deshalb sei die Gegenfinanzierung »unmittelbar, vollständig und dauerhaft im gleichen Politikbereich, also der gesetzlichen Rentenversicherung, sicherzustellen«",

zitiert DOEMENS die Begründung des Finanzministers. MERKEL greife nicht ein, weil es Proteste von ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten (HASELOFF und TILLICH) gegen den geplanten Wegfall der Höherwertung von Ost-Löhnen gebe, erklärt uns DOEMENS.

 
       
   

MIHM, Andreas (2016): Fürs Alleinleben zu schwach, fürs Heim zu fit.
Professionelle Betreuung alter Menschen ist ein schnell wachsendes Geschäft. Der Umbau der Pflegeversicherung wird dem weiter Auftrieb geben. Betreuer helfen nach Schicksalsschlägen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.08.

Andreas MIHM berichtet über den geschäftstüchtigen Jörg VEIL, der nicht nur als Vorsitzender des Bundesverbands der Betreuungsdienste Lobbyismus betreibt, sondern auch gleich Marktführer dieses Bereichs ist. Als deutscher Franchise-Geber von Home Instead lässt er 50 Franchise-Nehmer für sich arbeiten, die aus den Regelungen der Pflegeversicherung ihre Profite beziehen. Es geht dabei um einen lukrativen Markt:

"Die Abrechnungszahlen der Pflegeversicherung zeigen die Richtung: Gab sie 2009 etwa 190 Millionen Euro für ambulante Betreuungsleistungen aus, waren es 2014 bereits knapp 500 Millionen Euro."

Es sind vor allem Kinderlose, die dies finanzieren müssen, obwohl sie keineswegs jene sind, die am meisten davon profitieren:

"Pflegende Angehörige sind überfordert, Familien wohnen weit verstreut, Kinder können sich seltener als früher um ihre alten Eltern kümmern."

In erster Linie profitieren Eltern und im weit geringeren Maße Kinderlose aus der oberen Mittelschicht (alt gewordene Yuppies) von der Pflegeversicherung. Das jedoch lesen wir bei MIHM nicht, sondern uns werden ausgerechnet am Beispiel einer armen Frau, die von Grundsicherung leben muss, die Vorzüge dieser Betreuungsdienste illustriert. Da denkt dann keiner sofort an die wahren Profiteure dieser Einrichtungen und ihrer Betreiber. VEIL und seine Franchise-Filialen werden uns als barmherzige Samariter geschildert.   

 
       
   

LOOMAN, Volker (2016): Die scheinbare Last des Reichtums im Alter,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.08.

Volker LOOMAN stellt uns ein typisches FAZ-Luxusrentnerehepaar vor: Er 76 Jahre, sie 74 Jahre. Die Restlebenserwartung wird auf 10 bzw. 13 Jahre veranschlagt. Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung entsprach der traditionellen Familie er oberen Mittelschicht (Er Arzt, sie Frau an seiner Seite). Als Arzt bezieht er gleich zwei monatliche Renten aus Versorgungswerken, was zusammen 4.500 Euro ergibt. Die größte Sorge:

"Der Staat soll, wenn es um das Vererben geht, so wenig wie möglich bekommen."

 
       
   

TRIEBE, Benjamin (2016): Kreml-Geschenk an Pensionäre.
Die Notlösung verrät viel über die Schieflage in Russland,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.08.

Benjamin TRIEBE erzählt uns, dass die russische Regierung die gleichen Spielchen mit den Rentnern in Sachen Rentenerhöhungen praktizieren wie hierzulande. Eine saftige Einmalzahlung soll darüber hinwegtäuschen, dass die Rentner letztlich die Verlierer in diesem Spiel sind.

"43 Millionen von 143 Millionen Russen beziehen eine Altersrente",

erklärt uns TRIEBE. Die durchschnittliche Rente beträgt jedoch umgerechnet nur ca. 180 Euro. Obwohl die Rentner wahrlich nicht in Saus und Braus leben, mokiert sich TRIEBE darüber, dass die russische Regierung keine neoliberale Politik betreibe, als ob das das einzige Problem der Russen wäre.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Serie (Teil 19): Tabuthema Erbe.
Warum wir nicht gern über den Nachlass reden - und wer sich trotzdem damit befasst

HAMPEL, Lea & Pia RATZESBERGER (2016): Bis dass der Tod das Gespräch verhindert.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (19): Ein großer Teil der Deutschen hat kein Testament. Dabei wird eine genau Regelung immer wichtiger,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

"Niemand weiß genau, wie viel in Deutschland vererbt wird, wegen der gesetzlichen Freibeträge werden nicht alle Erbschaften vom Finanzamt erfasst. Die meisten Ökonomen aber gehen von 200 bis 300 Milliarden Euro im Jahr aus. Eine Erbschaft beträgt im Mittel 305.000 Euro, heißt es in einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorgsorge, einer Tochter der Deutschen Bank",

erklären uns HAMPEL & RATZESBERGER. Von welchem Mittel sprechen aber die Autorinnen? Vom Durchschnitt oder vom Median? Und was würde das dann angesichts der krassen Ungleichheit bei den Vermögen bedeuten? Und sind darin auch die Firmenerben berücksichtigt, um deren steuerliche Begünstigung derzeit verbittert gerungen wird? Dieser Teil wird offensichtlich ausgeklammert, denn die Autorinnen beschränken sich auf Familienstreitigkeiten, die im Erbschaftsfall entstehen können. Uns wird erklärt, dass solche Streitigkeiten zunehmen und dies daran liege, dass unser Nachlass nicht vor unserem Tod hundertprozentig geregelt wurde.

"Die Zahl der Schenkungen steigt nicht ohne Grund. Es kann steuerlich durchaus günstiger sein, ein Haus den Kindern schon vor dem Tode zu vermachen",

werden wir zudem als Steuervermeider angesprochen.  

HAMPEL, Lea (2016): Die Therapeuten.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (19),
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Lea HAMPEL stellt uns die Familienberatung vor, die vor allem bei Streitigkeiten zwischen Geschwistern und in Patchworkfamilien schlichten muss. Aus dieser Sicht stören wir den "Familienfrieden", wenn wir unseren Nachlass nicht rechtzeitig regeln.

RATZESBERGER, Pia (2016): Die Nachlasspfleger.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (19),
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Pia RATZESBERGER stellt uns den Nachlasspfleger vor, der erst eingreifen muss, wenn wir unseren Nachlass nicht richtig geregelt haben und nicht gleich unsere Erben auf der Matte stehen. Das sei meist bei  kinder- bzw. Familienlosen der Fall.

HAMPEL, Lea (2016): Der Anwalt.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (19),
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Lea HAMPEL vermittelt uns die Sicht des Fachanwalts für Erbrecht. Dieser wünscht sich, dass wir bereits vor dem Erbfall zu ihm kommen (was ja sonst auch nicht möglich wäre). Dessen Welt unterteilt sich ansonsten in jene Erben, die ihren Pflichtteil einfordern wollen (also mit dem Erblasser unzufrieden sind) und jene, die meinen, dass ihre Miterben sie übervorteilen. Hier ginge es in erster Linie um Immobilien. Auch hier werden also Firmenerben ausgeklammert.

RATZESBERGER, Pia (2016): Der Makler.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (19),
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Makler meint hier Immobilienmakler, der sein Geschäft vor allem Erbengemeinschaften und weniger Alleinerben verdanke, denn dann müssen oftmals Häuser verkauft werden. Dies ist ein einträgliches Geschäft, insbesondere in Großstädten, wo selbst noch vollkommen heruntergekommene Immobilien lukrativ sind.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wirtschaftsthema: Iberische Halbinsel.
Der große Wirtschaftscheck für die EU-Schuldenstaaten

URBAN, Thomas (2016): Sorgen im Süden.
Vor fünf Jahren wurden Spanien und Portugal von der EU gerettet. Sie waren schon auf einem guten Weg, ihre Wirtschaft erholte sich. Doch zuletzt gerieten die Reformen wieder ins Stocken,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Die Welt ist bei Thomas URBAN schlicht: In Portugal und Spanien gibt es danach zwei Politiken: die gute neoliberale Austeritätspolitik der Konservativen bzw. Rechten und die böse Obstruktionspolitik der Linken oder gar Separatisten. Jenseits von Austeritätspolitik gibt es allenfalls noch Wahlgeschenke für die gehassten Rentner oder den öffentlichen Dienst.

URBAN, Thomas (2016): Müllverträge und Nesthocker.
Die junge Generation in Spanien leidet nach wie vor unter einer hohen Arbeitslosigkeit: Ihre Ausbildung passt nicht mit den Bedürfnissen der Unternehmer zusammen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.

Die andere Seite des Neoliberalismus zeigt sich bei der Jugend in Spanien. Der Generation 1.000 Euro im Dienstleistungssektor wie z.B. der Tourismusbranche, steht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und Überflüssige in der Altersgruppe der 16 bis 24-Jährigen gegenüber. Einzige Lösung der Neoliberalen: Deregulierung der Arbeitsmärkte. Ansonsten haben die Jugendlichen die falsche (Hochschul)Ausbildung: nichtsnutzige Geistes- oder Sozialwissenschaftler statt innovative Arbeitsbienen, die z.B. unsere deutsche duale Ausbildung am Fließband produzieren würde. Wäre das irgendwann endlich so weit, dann könnten uns Deutschen die Spanier und Portugiesen als die besseren Deutschen präsentiert werden. Das könnte man dann neoliberale Kreislaufwirtschaft nennen!

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2016): Gebührenunterschiede in der Säule 3a.
Kosten von Produkten werden im Umfeld mit extrem niedrigen bis sogar negativen Zinsen immer wichtiger,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.08.

Michael FERBER wirbt mit der glorreichen Vergangenheit des Swiss-Market-Index (SMI), der sensationell hohe Renditen aufweisen konnte. Dumm nur, dass dies in den vergangenen 10 Jahren ganz anders aussah. In Deutschland versprechen uns die Verteidiger der Kapitaldeckung sagenhafte Renditen von Indexfonds. Betrachtet man die Schweizer Fonds, die uns FERBER auflistet, dann liegen diese für die letzten 15 Jahre weit unter jenen Renditen, die uns in Deutschland versprochen werden. Kürzlich hat uns die SZ die Schweiz als Vorreiter der Niedrigzinsära beschrieben. Wenn das stimmt, dann sieht es für die kapitalgedeckte Altersvorsorge wenig rosig aus.  

 
       
   

STEINER, Christian (2016): Der baltische Phönix.
Estlands Wirtschaft ist seit der Erlangung der Unabhängigkeit von der einstigen Sowjetunion eine Erfolgsgeschichte,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.08.

Christian STEINER schildert uns Estland als neoliberalen Vorzeigestaat. Die Kehrseite der Dienstleistungsgesellschaft: ein niedriges Durchschnittseinkommen der Bevölkerung, die neidisch nach Skandinavien blickt. Von den 1,3 Millionen Einwohnern des Landes wohnen fast ein Drittel in der Hauptstadt Tallinn.

 
       
   

ZENTHÖFER, Jochen (2016): Politikberatung.
Wirtschaftsbücher: Frust und Erfolg der Wissenschaftler,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.

Jochen ZENTHÖFER stellt uns das Buch Den Diebstahl des Wohlstands verhindern. Ökonomische Politikberatung in Deutschland - ein Porträt, herausgegeben von Kerstin SCHNEIDER & Joachim WEIMANN vor. Insbesondere der Beitrag Neoliberale Sekte oder Wissenschaft? von Martin HELLWIG, in dem es um die Unsicherheit von Prognosen geht, hat es ZENTHÖFER angetan. Erstaunlich ist lediglich, dass Axel BÖRSCH-SUPAN, der von der FAZ zu einer Art Superprognostiker stilisiert wird, sich gar nicht auf Prognosen einlassen will. Dem steht entgegen, dass uns seine diesbezüglichen Berechnungen in der Rentendebatte vorgehalten werden, die bis zum Jahr 2060 reichen. Kann man sich einfach hinstellen und sagen: die Annahmen gehen mich nichts an, ich bin nur für die simple Rechenaufgabe zuständig? Wenn die Annahmen falsch sind, dann ist das nicht mein Problem?

 
       
   

GIERSBERG, Georg (2016): Ballungszentren verlieren ihre Bedeutung.
Mitarbeiter ziehen wieder auf das Land. Firmenzentralen verwaisen. Der Grund: Sinkende Transportkosten,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.

Georg GIERSBERG ist schockiert über die Ergebnisse der Studie Spatial Economics: The Declining Cost of Distance der Managementberatung Bain & Companye. Diese widersprechen allen linearen Fortschreibungen der Gegenwart in die Zukunft, die uns fast tagtäglich vorgebetet werden. Und sie widersprechen den Prophezeiungen von Reiner KLINGHOLZ vom Aussterben des ländlichen Raums.

 
       
   

FREIBERGER, Harald (2016): Unberechenbar.
Geldwirtschaft: Mit einer Reihe von Kennzahlen taxieren Profis den Wert einer Aktie. Privatanleger können einzelne Papiere dagegen kaum verlässlich beurteilen. Für sie ist es deshalb besonders riskant, gezielt in Unternehmen zu investieren,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.08.

 
       
   

PICHLER, Roland (2016): "Flüchtlingskrise ist schlecht gemanagt".
Interview: Rainer Dulger, Präsident von Gesamtmetall, warnt die Regierung in der Zuwanderungsfrage vor einem Schwarzen-Peter-Spiel,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.08.

Rainer DULGER sieht in den Rentnern nur einen Kostenfaktor, der reduziert werden muss.

"Zurzeit liegt das Rentenniveau bei 47,5 Prozent. Wenn man dieses Niveau konstant halten wollte, würde das bis 2030 nochmals rund 30 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Das ist nicht zu bezahlen",

lügt uns DULGER an. Das Institut der Wirtschaft hat im Mai die Kosten einer solchen Stabilisierung berechnet. Danach belaufen sich die Kosten für die gesamten nächsten 9 Jahre auf Mehrkosten einer einzigen Milliarde. Erst ab 2023 würde die Belastung von 8 Milliarden Euro im Jahr 2024 bis auf 28 Milliarden Euro im Jahr 2029 steigen - vorausgesetzt die Bevölkerungsentwicklung hält sich an die pessimistischen Annahmen des Statistischen Bundesamtes und die Wirtschaftsentwicklung an die pessimistischen Annahmen des arbeitgebernahen IW. Die Kosten könnten deshalb auch geringer ausfallen.

DULGER will eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, während die Wirtschaft viel zu wenig Arbeitsplätze für Ältere anbietet - was ihn keineswegs stört.

"In der Metall- und Elektroindustrie beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen rund 54.000 Euro. Das sichert eine überdurchschnittliche Rente",

erklärt uns DULGER, der deshalb höhere Freibeträge für die private Altersvorsorge fordert. Als Köder für Geringverdiener, fordert DULGER den Wegfall der Anrechnung der kapitalgedeckten Altersvorsorge auf die Grundsicherung. Dem Arbeitnehmer soll außerdem der Krankenkassenbeitrag erlassen werden, den Betriebsrentner seit 2004 zahlen müssen. Wenn es um die kapitalgedeckte Altersvorsorge - insbesondere die Betriebsrente - geht, sind Einnahmeausfälle des Staates merkwürdigerweise für DULGER kein Problem.

Der Mittelstand soll aus der Haftung für Betriebsrenten entlassen werden. DULGER sieht weder in der Schweiz, noch in Großbritannien das Vorbild, sondern bei den Niederländern:

"Dort orientiert sich die betriebliche Vorsorge an Zielrenten. In den Niederlanden hat kein Beschäftigter ein Problem damit, dass er mit einer Zielrente kalkuliert. Es wird eine Bandbreite genannt, in dem sich die Betriebsrente bewegen kann. Keiner kann schließlich vorhersehen, wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Läuft es gut, gibt es höhere Renten und umgekehrt."  

 
       
   

GRÄBER, Berrit (2016): Der Joker für Versicherte.
Millionen Verbraucher sitzen auf unwirksamen Lebens- und Rentenpolicen. Sie könnten ihre Versicherung ohne große Einbußen loswerden. Das gilt auch für Altfälle,
in:
Welt v. 29.08.

Berrit GRÄBER berichtet über Widerspruchsmöglichkeiten bei Verträgen aus der Zeit Mitte 1994 und Ende 2007. Ein paar Pferdefüße gibt es dabei jedoch auch.

 
       
   

HUMMEL, Katrin (2016): Zwei Papas, eine Mama.
Wenn Männer und Frauen sich zusammentun, um Kinder zu bekommen, muss nicht immer Liebe dahinterstecken: Freundschaft als Basis geht auch. Besuch bei einer Familie, in der das gut funktioniert,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

 
       
   

KENNEWEG, Friederike (2016): Der beste Zeitpunkt ist immer genau jetzt.
Mit unseren Eltern darüber zu sprechen, wie es sein wird, wenn sie mal nicht mehr laufen oder sich nicht mehr klar äußern können, fällt schwer. Doch wenn etwas Unerwartetes passiert, kann es eng werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

"Meine Eltern sind typische Vertreter der heutigen »aktiven Alten«: Mein Vater fliegt mit seinen 76 Jahren noch immer von Tagung zu Tagung über den gesamten Globus, und meine Mutter, die unter diesen Umständen auch nicht zu Hause bleiben mag, engagiert sich ehrenamtlich in der Alzheimer-Angehörigen-Initiative, für die sie von Hausbetreuung zu Hausbetreuung eilt",

erklärt uns Friederike KENNEWEG das typische Altenbild der oberen Mittelschicht, das diese mittels Machtpolitik auf den Rest der Gesellschaft überstülpen möchte. Noch im Alter ist hier das traditionelle Familienbild mit seiner geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung sichtbar. Nur der Begriff "eilt" passt nicht zur Tradition, sondern ist Sinnbild für unsere Hypermoderne, in der Hektik gerne mit einem gelungenen Leben verwechselt wird.

 
       
   

HANK, Rainer (2016): Eine neue Ära.
Editorial,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Rainer HANK erklärt die Niedrigzinsen zur neuen Normalität dehnt damit die "Niedrigzinsphase" zu einer neuen Ära aus. Passend dazu werden uns Statements zur Frage Wie lange dauert die Niedrigzinsphase? präsentiert. Während Wolfgang SCHÄUBLE u.a. auf eine Frage antworten, die gar nicht gestellt wurde, bleiben andere eher vage oder nennen Randbedingungen. Eine neue Ära sieht dagegen anders aus!

 
       
   

SCHERFF, Dyrk (2016): Altersvorsorge in Gefahr.
Die niedrigen Zinsen machen alle Pläne für den Ruhestand hinfällig. Wir müssen neu rechnen. Das Ergebnis: Wer mehr spart und höhere Risiken eingeht, kommt gut über die Runden,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Dyrk SCHERFF preist uns die Interessen der Finanzdienstleistungsbranche an, als ob es unsere wären. Das ist die Sicht der Befürworter einer Kapitaldeckung, die die Risiken der Altersvorsorge von der Gesellschaft auf den Einzelnen verlagern wollen. Selbst schuld, wer da mitspielt und verliert. Gewinn macht auf alle Fälle die Finanzdienstleistungsbranche ("Gewinne werden privatisiert"), die Verluste dagegen werden sozialisiert: d.h. jedem Einzelnen zugeschrieben, der unter die Räder des Kapitalmarkts gekommen ist.

Die Niedrigzinsen bescheren uns nun zur Rentenlücke auch noch die Zinslücke, d.h. den Unterschied zwischen den vollmundigen Renditeversprechungen der Vergangenheit zur Realität der Gegenwart.

Die ganze Wahrheit will uns die FAS gar nicht erst zumuten, denn sie vergleicht nur den Istzustand mit dem Jahr 2006, also einem Jahr, in dem die vollmundigen Versprechungen bereits der ersten Kapitalmarktkrise zum Opfer gefallen waren. Der Istzustand wird dann noch 30 Jahre in die Zukunft fortgeschrieben. Ein pessimistischeres Szenario will man uns auch nicht zumuten.

Mit sagenhaften Renditen will uns SCHERFF nun von der Lebensversicherung (1,25 %, obwohl dieser 2017 auf 0,9 Prozent sinken soll!) abwerben und auf den Aktienmarkt locken (7 %). Während die 1,25 % garantiert sind, können auf dem Aktienmarkt jedoch 0 % winken, wenn man auf eine Firma gesetzt hat, die pleite geht. Wer so dumm ist, der ist eben nur selber schuld! Aber wer will schon 1.020 Euro im Jahr mehr sparen, wenn einem der Aktienmarkt mit nur 370 Euro Sparrate angepriesen wird? SCHERFF ist auch nicht so dumm, uns jene Aktie zu verraten, die uns die versprochenen 7 % Rendite bringen wird. Die FAS ist fein raus und bei den Finanzdienstleistern klingeln die Kassen. Uns dagegen bleibt nur das Prinzip Hoffnung, die stirbt bekanntlich zuletzt.

"Sieben Prozent im Jahr sind es im Schnitt der vergangenen Jahrzehnte",

zitiert SCHERFF seinen Experten vom VZ Vermögenszentrum. Und wir wissen nun auch, was es mit diesen 7 % wirklich auf sich hat. Warum sollte sich der Aktienmarkt der Zukunft aber genauso weiterentwickeln wie in der Vergangenheit? Dieses Geheimnis verrät uns SCHERFF nicht, denn wir haben es mit einer ganz banalen Wette auf die Zukunft zu tun. Aber auch die jetzigen Niedrigzinsen hatte keiner eingeplant. Die Zukunft ist offen - weswegen Trends der Vergangenheit keine Garantie sind. Nichtsdestotrotz wird uns die Vergangenheit von SCHERFF als eine solche Scheingarantie verkauft:

"Auf Sicht von 20 oder 30 Jahren hat der Dax als Ganzes in den vergangenen Jahren zu keiner Phase Verlust gemacht, trotz aller zwischenzeitlichen Kursstürzen. Im ungünstigsten Zeitraum haben die Anleger »nur« fünf Prozent im Jahr verdient, im besten 15 Prozent, hat das VZ Vermögenszentrum ausgerechnet. Da kann keine Zinsanlage mithalten."

Nur der Dax ist keine Aktie, weshalb wir es hier mit einer Milchmädchenrechnung zu tun haben, die uns die Risiken von Aktien verschleiern soll.

Hat uns gestern Volker WOLFF in der FAZ mühsam den Unsinn von Faustformeln erläutert, wischt SCHERFF heute alle Bedenken wieder weg:

"Experten (...) raten, 70 bis 80 Prozent des letzten Nettogehalts als Bedarf anzustreben. Allerdings kennt niemand sein Einkommen am Ende der Berufszeit. Schließlich weiß niemand genau, welchen Verlauf die Karriere nimmt.
Vermögensverwalter wie Tom Friess machen es daher einfacher.
»Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte habnen gezeigt, dass man gut im Alter zurecht kommt, wenn man zehn Prozent seines Nettogehalts und die Hälfte von Sonderzahlungen wie Weichnachtsgeld oder Boni spart.« Bleibt dann noch etwas übrig, ist es auch nicht schädlich, mehr zu sparen".

Die Finanzdienstleistungsbranche bedankt sich herzlich über solche Ratschläge!

SCHERFF, Dyrk (2016): Der Traum von der Unsterblichkeit.
Analyse: Werden wir irgendwann 1000 Jahre alt? Aber sicher, glauben manche Forscher. Ogottogott,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Der Traum von der Unsterblichkeit führt bei Dyrk SCHERFF nur über die Debatte um die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Unter diesem Gesichtspunkt wird auch klar, dass SCHERFF nur Forschungen begrüßt, die Zeiten des gesunden Lebens verlängern. Krankheiten aussterben lassen, statt die Lebenserwartung erhöhen. Dann könnten wir endlich alle bis in den Sarg hinein erwerbstätig sein. Rentenproblem gelöst!  

 
       
   

KREMER, Dennis (2016): Taugt die Lebensversicherung noch etwas?
Markus Faulhaber, Chef der Allianz Leben, hat Zweifel am eigenen Produkt. Sein Ausweg: Autobahnen ins Depot!
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Markus FAULHABER will keine klassischen Lebensversicherungen mehr verkaufen, sondern lieber Produkte, die der Lebensversicherung mehr Profit verschaffen. Warum Garantiezinsen, wenn man die Kunden mit höheren Renditen dazu verleiten kann, das Risiko vermehrt selber zu tragen?

KREMER, Dennis (2016): Ein Plädoyer für die Aktie,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Dennis KREMER bietet uns noch mehr Rendite als Dyrk SCHERFF: 8 statt nur 7 Prozent. Den Idealisten verkauft KREMER Aktien als Miteigentum an einem Unternehmen. Für Ängstliche werden Index-Fonds als Königsweg gepriesen. Wer keiner dieser Zielgruppen zugehört, der überlässt das Zocken lieber anderen. 

 
       
   

OBERHUBER, Nadine (2016): Der Wettlauf um Immobilien.
Die Deutschen kaufen Wohnungen wie verrückt. Vor allem in Großstädten bläht sich eine Blase auf. Wer trotzdem in die eigenen vier Wände kommen will, muss sich ganz schön viel gefallen lassen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

 
       
   

OBERHUBER, Nadine (2016): Immer Ärger mit dem Mietspiegel.
Er soll Mieter vor Mondpreisen bewahren und sagt Vermietern, wann die Mietpreisbremse greift. Doch Kritiker urteilen: Die Daten in den Statistiken bilden vieles ab, nur nicht die Realität,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.

Nadine OBERHUBER berichtet über den Interessengegensatz von Vermietern, Mietern und Städten hinsichtlich der Richtigkeit von städtischen Mietspiegeln, wobei das Beispiel München angeführt wird.

 
       
   

HOLLERSEN, Wiebke (2016): Die Erfindung der Monogamie.
Die meisten Menschen versuchen sich auf einen Sexpartner zu beschränken, zumindest für die Dauer einer Beziehung. Oft gelingt das nicht. Natürlich nicht, sagen Evolutionsforscher. Denn sexuelle Treue ist eine allzu menschliche Idee,
in:
Welt am Sonntag v. 28.08.

 
       
   

STÖTZEL, Regina (2016): Heiliges Patchwork.
Familie und Mutterschaft sind wandelbare Konstrukte. Zeit, sie zu verändern,
in:
Neues Deutschland v. 27.08.

 
       
   

KRÄMER, Ralf (2016): Umverteilung zugunsten des Kapitals.
Kommentiert: Freibeträge für Sozialabgaben? Das ist keine gute Idee der SPD. Kritik eines Vorstoßes, der in Wahrheit auf ein Kombilohnmodell hinausläuft,
in:
Neues Deutschland v. 27.08.

 
       
   

ND/Agenturen (2016): Regierung lockt zu Betriebsrente.
Bericht: Unternehmen sollen nicht länger haften,
in:
Neues Deutschland v. 27.08.

Bericht über einen Zeitungsartikel von Roland PICHLER in der Stuttgarter Zeitung, in dem sich die Position der Unternehmenslobby zu eigen gemacht wird (was PICHLER jedoch neutral  als "aus Kreisen der Verhandlungspartner" verschleiert), um im Vorfeld der geplanten Betriebsrentenreform öffentlichen Druck auf die Regierung auszuüben. Die Unternehmensvertreter wollen die Haftung für Betriebsrenten abschaffen und damit das Risiko noch stärker auf die Versicherten verlagern. Die ND-Meldung dementiert eine solche Einigung auf einen Haftungsausschluss für Betriebe. Außerdem wird die Position von Matthias BIRKWALD (Linkspartei) zitiert, dem es um die Stärkung der gesetzlichen Rente geht.

 
       
   

WOLFF, Volker (2016): Umrechnen in der Altersvorsorge.
Die Vermögensfrage: Die mickrigen Zinsen ramponieren das Gefüge jeder Altersversorgung. Jung und Alt müssen ihre Pläne überdenken - mit unterschiedlichen Annahmen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.08.

Volker WOLFF zerlegt seine Zielgruppe kapitalgedeckte Altersvorsorge in zwei Typen: junge 35-jährige und ältere 55-jährige Anleger, um ihnen Tipps für die Berechnung ihrer Rentenlücke zu geben. Dazu baut er das Feindbild der Anbieter langfristiger Sparprodukte auf, die ein Versorgungsniveau von 100 Prozent und pessimistischen Szenarien zur Rentenlücke operieren würde. Vor diesem Hintergrund grenzt er sich von diesen Praktiken ab, um uns angeblich sinnvollere Berechnungsmethoden an die Hand zu geben. Die Rentenlücke ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten, zu denen die Inflationsrate, das angestrebte Versorgungsniveau, die Entwicklung des Niveaus der gesetzlichen Rente mit ihren Anpassungen in Abhängigkeit von der Rentenformel und die weiteren alternativen Vorsorgeformen gehören. Entsprechend ist die Unsicherheit für 35-jährige Anleger wesentlich großer als für 55-jährige Anleger. Als die private Altersvorsorge noch unbekannt war, wurden wir von den Mainstreamzeitungen mit primitiven Faustformeln versorgt, was man z.B. bei Dyrk SCHERFF in der FAS nachlesen kann. Mit den diversen Kapitalmarktkrisen seit Anfang des Jahrtausends ist auch die Zuversicht, mit der diese angeblichen Gewissheiten unters Volk gestreut wurde, einer gewissen Vorsicht gewichen. Der Glaubwürdigkeit willen, haben nun die Verfechter der kapitalgedeckten Altersvorsorge ihre Vorgehensweise entsprechend angepasst. Neben dem Feindbild der Anbieter, von deren Profitinteressen sich WOLFF distanziert, werden uns nur die Stiftung Warentest mit ihrem Ratgeber zur privaten Altersvorsorge und das DIA als Anhaltspunkte geliefert:

"Die Rentenlücke-App des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), eines Ablegers der Deutschen Bank zur Förderung der privaten Altersvorsorge, (...) ist (...) nicht auf einen Anbieter ausgereichtet und sachlich recht fundiert",

erklärt uns WOLFF die Selbstdarstellung des neoliberalen Instituts. WOLFF zeigt uns die Funktionsweise der App anhand der beiden Beispieltypen eines älteren und eines jungen Anlegers. Bereits die Tatsache, dass der junge Anleger einen Nettoverdienst von 3.200 Euro hat, zeigt, dass wir es hier mit einer Zeitung für Besserverdienende zu tun haben, während sich Normalos erst gar keine Gedanken darüber machen können, ob sie nun 820 Euro oder nur 540 Euro pro Monat für die Altersvorsorge entbehren können. Es wird einem jedoch schnell klar, dass die Finanzdienstleister in erster Linie solche Besserverdienende im Visier haben, während sie Geringverdiener nur aufgrund der staatlichen Subventionen (unverfänglicher als staatliche Förderung ausgewiesen) notgedrungen mitnehmen.

 
       
   

WELTER, Patrick (2016): Japans Pensionsfonds macht Verlust,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.08.

Patrick WELTER meldet weitere Verluste des japanischen Pensionsfonds. Während uns Deutschen z.B. von Jens SPAHN mehr Aktien verordnet werden, blickt WELTER angesichts der Verlust mit Skepsis auf eine solche Strategie:

"Ziel war es aus dem Kapitalvermögen mehr Rendite herauszuholen, um das Sozialsystem besser auf die alternde Bevölkerung vorzubereiten. Kritiker betonten damals freilich auch, dass Abe mit der neuen Anlagenpolitik allein dem Aktienmarkt aufhelfen wollte."

Befürworter erklären uns dagegen, dass solche Schwankungen auf dem Aktienmarkt keine Bedeutung hätten, weil im langfristigen Zeithorizont diese sich ausgleichen würden. Oder anders formuliert: sollte ein Rentner dadurch Verluste machen, dann hatte er eben nur persönliches Pech!

 
       
   

NEIDHART, Christian (2016): Allein unter Senioren.
Japan legt viel Wert auf sein traditionelles Handwerk, doch die Nachwuchskräfte fehlen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 27.08.

Christian NEIDHART führt uns in seiner Reportage nach Ontayaki, einem Dorf mit 14 Haushalten, auf der japanischen Insel Kyushu, um uns die demografische Katastrophe in Japan nahe zu bringen:

"Vier Kinder (...). Damit geht es Ontayaki besser als so vielen anderen Dörfern, wo nur noch Betagte leben, wo alternde Schwiegertöchter greise Schwiegereltern pflegen. Erst verschwindet der Laden, dann die Post. Und irgendwann werden die Dörfer ganz aufgegeben."

Die Dörfer sterben aus. Diese Botschaft verkündet in Deutschland seit Jahren das Berlin-Institut. Japan gilt uns Deutschen als Vorbote unserer eigenen Zukunft:

"Japan schrumpft, (...) derzeit verliert es jedes Jahr etwa 200.000 Einwohner. 34 Millionen Japaner, mehr als ein Viertel der Bevölkerung, sind über 65 Jahre alt, ihnen stehen nur 15,8 Millionen Kinder unter 14 Jahren gegenüber. Die sogenannte demografische Katastrophe lässt sich nicht mehr aufhalten (...): Die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter ist zu niedrig.
Einige Länder, etwa Singapur, haben niedrigere Geburtenraten als Japan, aber sie lassen Immigration zu. Das ist in Japan ein Tabu. Zudem werden die Menschen nirgendwo so alt wie in Japan."

Unser Blick gilt nicht wirklich Japan, sondern immer nur Deutschland. Japan würde uns niemand näher bringen, wenn wir dort nicht unser Schicksal erblicken könnten oder zumindest Lösungswege sichtbar würden. Es ist noch kein halbes Jahrhundert her, da galt Japan als wirtschaftlicher Faktor, vor dem es sich zu fürchten galt. Wie schnell sich doch die Blickrichtung ändern kann. Über Japan haben wir jedoch auch damals schon nichts gelernt...       

 
       
 

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Zu den News vom 20. - 26. August 2016
 

   
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