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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 25 - 31. Juli 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Sie wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die Felskanten schien.

Gegen Mittag glühte der Körper mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die Gischt und das Gesicht."
(aus: Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.)

 
 
 
 
  • WINKENBACH, Julia (2005): Ich liebe es!
    Schon vor 70 Jahren wurden Single-Ratgeber geschrieben. Wir haben das Buch "Live alone and like it" von 1936 mit einem aktuellen verglichen - und waren überrascht,
    in: Welt am Sonntag v. 31.07.

Julia WINKENBACH vergleicht zwei Ratgeber für alleinlebende Frauen, bei denen es ausnahmsweise nicht um die Partnersuche geht, sondern darum, das Alleinleben erträglicher zu gestalten. Was erstaunt ist die Tatsache, dass es sich um Ratgeber für partnerlose Frauen handelt, obwohl deren Anteil an den Alleinlebenden in Deutschland im mittleren Lebensalter eher unbedeutend ist.

Wer im mittleren Lebensalter als Frau allein wohnt, der tut das in der Regel entweder als Single mit Kind (und fällt damit nicht unter die 12 Millionen Single-Haushalte) oder der Partner wohnt anderswo (Liebe auf Distanz, Fernliebe usw). Wo bleiben also die Ratgeber für diese "Teilzeit-Singles"?

Wenn WINKENBACH keinen Unterschied zwischen 1936 und 2005 erkennen kann, dann liegt das einerseits an ihrer - und nicht nur ihrer - beschränkten Perspektive und andererseits an einer Single-Industrie, die an den Bedürfnissen der Alleinlebenden vorbeiproduziert...   

     
 
  • BÄRTELS, Gabriele (2005): Hoffnung, dass der Zauber kommt.
    Die Einsamkeit in den Großstädten hat ungeheure Ausmaße angenommen. Im Internet suchen Millionen nach einem Partner,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 31.07.

Wie beginnt man eine todsichere Langweiler-Story? Mit Sätzen wie "Die Einsamkeit in den Großstädten hat ungeheure Ausmaße angenommen"!

Das ist typischer 68er-Kitsch, der spätestens seit Sound of Silence auch zum popkulturellen Fundus des Angestellten-Pop gehört. Einsamkeit war bereits der beherrschende Topos der neuerdings wieder vermehrt gepriesenen goldenen 1950er Jahre. Dies wird nur gerne vergessen.

Wer mit Verweis auf den Boom der Online-Partnersuche die Zunahme der Einsamkeit ableitet, der fällt erstens auf die Selbstbeschreibungen kommerzieller Anbieter herein und zweitens auf die Ökonomie der Aufmerksamkeit, die das Phänomen der Neuigkeit mit dem Phänomen der Zunahme verwechselt. Natürlich ist Einsamkeit für jeden Betroffenen ein Problem, aber eben keines das heute größer ist als früher.

BÄRTELS kann zumindest auf die Freundinnen-Kultur zurückgreifen, denn die wirklich Einsamen kommen in den Mitte-Zeitungen sowieso nicht vor:

"Mit einer meiner Freundinnen spreche ich nur über Internetmänner-Erlebnisse und unsere Befindlichkeits-Temperaturkurven. Heute fühlen wir uns weniger einsam als gestern, aber morgen werden wir uns wieder so fühlen wie vorgestern, und damit das nicht passiert, verabreden wir einen Ausflug, um mal was unter Frauen zu machen, aber heimlich denken wir: Wenn sie ein anderes Geschlecht hätte, wär's mir lieber. Wir brauchen einander für unsere Geschichten, die Großstadt will sie nicht wissen, und wir müssen einander doch versichern, dass wir den Finger noch am Puls haben, dass unser Herz noch schlägt."

     
 
  • HUBER, Joseph (2005): Unsere kleine West-DDR.
    Keine der Parteien hat den Mut zu einem grundlegenden Politikwechsel - auch Union und FDP nicht: Sie alle wollen den versorgten Bürger,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 31.07.

     
 
  • DIEZ, Georg (2005): Unsere Kanzlerin.
    In Wahlen manifestieren sich Veränderungen, die längst stattgefunden haben. Bericht aus Angela Merkels Hauptstadt,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 31.07.

     
 
     
 
  • WILLMS, Johannes (2005): Das Auge des Malstroms.
    Gerissene Geschäftemacher, durchdrehende Kleinbürger, degenerierende Aristokraten: Balzacs Paris in seiner "Menschlichen Komödie",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.07.

     
 
  • REICHERT, Martin (2005): Wenn der Stripper kommt...
    … beginnt das Eheleben: Akademikerinnen haben das Ritual des Junggesellinnenabschieds für sich entdeckt.
    Mit Schnaps und Stripper beenden sie das Moratorium Jugend. Das Ganze nennt sich dann - Hennenabend,
    in: TAZ v. 29.07.

     
 
  • USCHTRIN, Connie (2005): Unternehmen mit Gewinnerwartung.
    Familienpolitik im Wahlkampf. Die Zukunft der Kinder wird von allen Parteien beschworen. Doch ihre Programme sind nicht unbedingt darauf eingerichtet, die Kleinsten aus der Armut zu holen, 
    in: Freitag Nr.30 v. 29.07.

     
 
STERN-Titelgeschichte: Geld oder Liebe?
Gefühle, Status, Sicherheit - was bei der Partnerwahl wirklich zählt
  • SELLMAIR, Nikola (2005): Das kalkulierte Glück.
    Wer heiratet wen? Keine großen Gefühle ohne Gegenrechnung. Nicht Zufall und Romantik entscheiden, wen wir fürs Leben wählen, sondern Herkunft, Bildung, Geldbeutel und Karrierechancen. Wie Deutschlands Paare heutzutage zueinander finden - ein Report über die Ökonomie der Liebe,
    in: Stern Nr.31  v. 28.07.

     
 
     
 
Moritz RINKE beklagt die Erosion des Konservativen bei Schwarz-Gelb: "Eine kinderlose, geschiedene, wieder verheiratete Frau aus dem Osten wird mit einem unverheirateten Homosexuellen das Land regieren, das ist doch in Ordnung, das hat zwar mit schöner alter christdemokratischer Familienpolitik nicht so viel am Hut, kommt aber noch moderner als Rot-Grün mit ihren nur circa siebenmal geschiedenen Parteispitzen.
          
(...).
Es ist einiges durcheinander in Deutschland. Und zwar seitdem die CDU genauso konzeptlos das Regieren ansteuert und die Zeit unserer Projektion und der von uns gefüllten Hohlräume abgelaufen ist. Und seit die CDU versucht, selber eine Kontur vorzutäuschen und wir dabei merken, dass die Erosion des Konservativen das Einzige ist, was sich erkennen lässt.

          
Ist schwarzgelb also plötzlich noch rotgrüner irgendwie? (...). Ich meine, wenn ich mich mit Schily im klassischen »kantherischen« Sinne sogar sicherer fühle als mit diesem Koch? Und mit einer siebenmal geschiedenen Regierungsspitze mit Adoptivkindern, Günter Grass und Ex-Apo-Randalisten immer noch konservativer vertreten fühle als durch diese total kinderlose Frau/Homo-Koalition ohne Leitkultur und Arnulf Baring? Ist es, wenn man so weiterfragt, nicht allmählich eigentlich egal, welche Parteien regieren?"
     
 
     
 
     
 

JUNGLE WORLD-Titelgeschichte: Die 68er treten ab. Ein deutscher Jahrgang.
Mit dem Ende des rot-grünen Projekts verschwinden auch die 68er von der Bühne. Jetzt wird nachgetreten. Neben der überfälligen Kritik etwa am Antisemitismus der damaligen Linken nutzen Konservative die Situation, um das Comeback alter Werte zu fordern. Kommen jetzt die Gedenkstätten für Kinderladenopfer? Was waren das eigentlich für Leute, diese 68er? Auf jeden Fall war man ungeheuer politisch und authentisch. Eine gemeinsame Geschichte dieser so genannten Generation gibt es nicht

Diedrich DIEDERICHSEN arbeitet sich stellvertretend für alle 78er an den 68ern ab:

"Was sich seit knapp fünfzig Jahren von einem Entwurf revolutionärer Subjektivität zur Standardethik der gymnasialen Mittelstufe entwickelt hat, bleibt ein so rätselhaftes wie allgegenwärtiges Signum dieser Generation und eine Hinterlassenschaft, an der ihre Nachkommen zu beißen haben. Wichtigste tiefenmoralische Innovation der 68er war, dass man politisch sein muss – politisch leben."

Am Anfang steht der Verlust:

"Während der Jahre und Jahrzehnte ging der Sinn der Ganzheitlichkeit und Totalität dieses politischen Existenzialismus verloren."

Mit dem Politikzwang einher geht die Diktatur der politisch korrekten Politik:

"Demzufolge war denn auch der größte Generationenkonflikt immer der, dass die jeweils Jüngeren, sobald sie als neue Generation kenntlich gemacht waren, nicht politisch genug waren."

Cocooning oder Narzissmus waren seit jeher die Kampfbegriffe dieser Politikmacker seit 68ff.  Wenn DIEDERICHSEN nun diesen Vorwurf gegen die 68er der Grünen wendet, dann führt er diese Tradition mit umgekehrten Vorzeichen fort. DIEDERICHSEN versucht sich aber auch an einer 68er-Geschichtsschreibung, wonach 1968 mit einer Horizonterweiterung verbunden war: Die Hochkultur verzweigte sich in Subkulturen. Der Hip-Konsumerismus (im Sinne von John LELAND und Thomas FRANK) ermöglichte nach DIEDERICHSEN ein richtiges Leben im Falschen: die Verbindung von Politik und Leben. Dummerweise stand dies unter milieuspezifischem Rechtfertigungszwang

Mit der Übernahme der Regierungsverantwortung von Rot-Grün kam dann der Sündenfall. Das Hipstertum verkam zum Boulevard und Politik geriet zum ästhetischen Geschäft, bei dem der emanzipatorische Charakter der Politik auf der Strecke blieb. Zum Vorschein kommt der

"alt-repressive und obrigkeitsstaatliche Begriff der Staatsbürgerpflicht mit dem der Politik-als-kulturell-existenzielles-Abenteuer der 68er verschmolzen."

Am Schluss fordert DIEDERICHSEN die Abkehr von der primitiven Identitätspolitik der Kulturlinken:

"Auf dem Wege zum rein existenziell-ästhetischen Ekel sind der Linken die politischen Talente verloren gegangen. Dieses Talent besteht nämlich gerade in der Annahme der Gespaltenheit und notwendigen kognitiven Dissonanz politischer Arbeit. Nur wer eine radikale Kritik denken kann, ist zu einer akzeptablen pragmatischen Position befähigt.
          
Nur wer eine akzeptable pragmatische Position unterstützen kann, kann wirklich radikale Kritik entfalten. Um beides tun zu können, muss man unauthentisch sein können. Die berechtigte Frage der alten Gegenkultur, was Politik mit Leben zu tun hat, verdient bessere und kompliziertere Antworten als das Ideal der authentischen Identität oder der ästhetischen Angemessenheit."

     
 
     
 
  • FRANKFURTER RUNDSCHAU-Plus: Die Neokonservativen kommen!

    • ARNING, Matthias (20059: Lob des Wölfischen.
      Verantwortung des Einzelnen heißt die Medizin der Neokonservativen, um den "Patienten Deutschland" zu kurieren,
      in: Frankfurter Rundschau v. 27.07.

Matthias ARNING versucht sich daran, die Neocons von den nur fälschlich so bezeichneten zu trennen. Die bösen Neocons sind demnach einerseits die CDU-Ordoliberalen um Kurt BIEDENKOPF & Meinhard MIEGEL (diese hat Peter J. GRAFE bereits Mitte der 1980er Jahre im Buch Schwarze Visionen als die 68er der CDU bezeichnet) und andererseits der Spiegel-Journalist Gabor STEINGART. Man sollte das jedoch besser präziser einen libertären Konservatismus nennen.

Auf der anderen Seite steht für ARNING der gute "Neocon" Paul NOLTE als Stimme des neuen Bürgertums. Diese Trennung schafft ARNING per Definition des Neocon:

"jemand, der so tut als schwebe er über der Gesellschaft und schaue sich dieses System von oben an, um sagen zu können: Da ist was krank, da läuft was schief."

NOLTE ordnet ARNING dagegen den politischen Pragmatikern zu. Der paternalistische Elitismus von NOLTE wird bei ARNING zur Fürsorge mit menschlichem Antlitz verklärt. Dabei ist jedoch klar: NOLTE ist entschieden für die Diskriminierung von Lebensformen jenseits der Haushaltsfamilie. Dies ist Wertekonservatismus pur, der nur dadurch geschönt wird, dass der Stellenwert der Ehe nicht ganz so hoch angesiedelt ist wie beim Papst.

  • FR (2005): Neokonservatives Denken,
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.07.

Unter neokonservativem Denken subsumiert die FR hier Carl SCHMITT ("Der Begriff des Politischen"), Florian ILLIES ("Generation Golf") und Friedrich MERZ ("Nur wer sich ändert, wird bestehen"), jeweils vertreten mit Auszügen aus den genannten Büchern.
  • PAASCH, Rolf (2005): Eine fragwürdige Mission.
    Die US-amerikanischen Neokonservativen gewannen in kurzer Zeit enormen Einfluss auf die Politik von George W. Bush,
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.07.

PAASCH erklärt die Entstehung des US-amerikanischen Neokonservatismus aus dem Konvertitentum der 1960er Jahre:

"Der Neokonservatismus entstand Mitte der 60er Jahre aus der Kritik desillusionierter liberaler Intellektueller an bürokratisch verwalteter Sozialpolitik. Ehemalige Marxisten wie Irvin Kristol oder Norman Podhoretz, Demokratische Politiker wie Daniel Patrick Moynihan und Sozialwissenschaftler wie James Q. Wilson wandten sich gegen die Idee des »Social engineering« (...). Doch es war erst die Campus-Revolte der späten 60er Jahre, die diese Kritiker ins (neo-)konservative Lager trieb".  

     
 
     
 
     
 

Single-Shows in der Debatte

  • HILDEBRAND, Katrin (2005): Klischees wie du und ich.
    Die neueste Singleshow entlarvt nicht das TV, sondern die Realität,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.07.

  • LIEBIG, Siegrid (2005): Letzte Hilfe,
    Zynische Doku-Soap: Wer als Single auf die Vox-"Mission Herzklopfen" baut, ist schlecht beraten,
    in: Welt v. 26.07.

     
 
       
   

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Zu den News vom  20. - 24. Juli 2005

 
 
   
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