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Presserundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
   
 
       
   

News vom August 2000

 
       
       
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Der Start ist das Ziel.
    Wie das beschleunigte Arbeitsleben ständigen Neubeginn erlaubt und erzwingt. Besuche bei Rausgeworfenen, Job-Abenteurern und anderen ewigen Berufsanfängern,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 31.08.

Andreas MOLITOR beschreibt Individualisierung als Notwendigkeit und Chance anhand von vier Lebensläufen. Das Scheitern bleibt einem "Ossi" überlassen. Individualisierung wird hier zu allererst als Zurechnungsmodus à la "Jeder ist seines Glückes Schmied" begriffen. Wer das nicht begreifen will, der ist ein "Wesen aus vorindividualisierter Zeit" und wird "von der modernen Welt abgestraft".
 
     
     
   
Frank ROOST skizziert städtebauliche Entwicklungen seit den 1970er Jahren wie sie für die Großstädte West-Deutschlands typisch waren. In den 1970er Jahren begann der Aufschwung der Einpersonenhaushalte (WGs, unverheiratet zusammenwohnende Paare und Alleinwohnende). Vielerorts wurden die Altbauten der Gründerzeit entdeckt und in Besitz genommen. Diese Entwicklung wurde dann in den 1980er Jahren als "Yuppisierung" kritisiert. ROOST sieht in Berlin Parallelen zur heutigen Situation:

"Da in den Altbauvierteln immer weniger Platz für Subkultur bleibt, weil wohlhabend gewordene Alternative, Architekturbüros oder Werbeagenturen die Mieten in die Höhe treiben, werden die Produkte der städtebaulichen Moderne genutzt.
Mit einer naiven Sehnsucht nach den Sechzigerjahren hat das Interesse an diesen Bauten nichts zu tun - genauso wenig wie die Entscheidung der ersten Kommunarden, in eine Altbauwohnung zu ziehen, sie seinerzeit als Monarchisten geoutet hätte. Vielmehr geht es damals wie heute darum, sich einen Raum, der von den Verwertungsmechanismen der Ökonomie und der ihr zuarbeitenden Planung ignoriert wird, für eigene Zwecke zu adaptieren."

 
     
   
  • TIME-Titelgeschichte: Who Needs a Husband?
    More
    women are saying no to marriage and embracing the single life. Are they happy?
  • EDWARDS, Tamala M. (2000): Flying solo.
    More women are deciding that marriage is not inevitable, that they can lead a fulfilling life as a single. It's an empowering choice, but for many not an easy one,
    in: Time Nr.28 v. 28.08.

 
   

VOIGT, Jutta (2000): Schöner als Leidenschaft.
Woche-Serie Wie Paare heute leben (3): Ein Bund fürs Leben: Dilara und Robert Wilke bekennen sich zu einer Ehe ohne Sex,
in: Die Woche Nr.35 v. 25.08.

Porträt einer Paarbeziehung zweier "verheirateter Singles". Auf die Beziehung passen Beschreibungen wie "DINKs" oder "offene Ehe" (O'Neill), je nachdem welchen Aspekt man betonen möchte.

 
   
  • OTT, Ursula (2000): Stress verbindet.
    Woche-Serie Wie Paare heute leben (2): Ingrid Lindblom und Andreas Traut sind nicht nur ein Paar, sie führen auch gemeinsam eine Firma. Er ist das Chaos, sie die Ordnung,
    in: Die Woche Nr.34 v. 18.08.

Porträt eines Paares, mit Wohngemeinschafts- und "Living apart together"-Erfahrungen, das nun erfolgreich das Leben einer nicht-ehelichen Form der "Spagatfamilie" bewältigt.
 
   
Partnerlose, die Gleichgesinnte suchen, können diese in Single-Clubs finden. Der Autor klärt anhand eines Gerichtsurteils über juristische Sichtweisen bei der vorzeitigen Kündigung von Mitgliedschaften auf.
 
   
  • WEBER, Thomas (2000): Ein Flüstern im Innern.
    Ob "Schwulen-Gen" oder "Frauen-Gen" - immer stärker wird Identität aus der Biologie abgeleitet,
    in: Welt v. 18.08.

Thomas WEBER beschäftigt sich mit der Biologisierung des Kulturkampfes, der in der Lebensstil-Politik Einzug hält. Die Individualisierung der Evolutionstheorie spielt dabei eine zentrale Rolle. Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis das "Single-Gen" gefunden wird...
 
   
  • RÜCKERT, Sabine (2000): Was sich liebt, das stresst sich.
    Wie die Leidenschaft optimiert wird. Besuche bei Scheidungswaisen, Zweitmüttern und Verliebten über 60,
    in: Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.

    • Im Glossar werden die Begriffe "Individualisierung" und "multilokale Mehrgenerationenfamilie" erklärt.
 
   
  • RÜCKERT, Sabine (2000): Heimwerker des Lebens.
    Ronald Hitzler, Soziologe an der Universität Dortmund, über strapaziöse Beziehungen und die neue Unverbindlichkeit,
    in: Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.

 
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • NZZ (2000): Frauen bleiben in der "Familienfalle" gefangen.
      Ehe und Mutterschaft bilden weiterhin schier unüberwindliche Karriere-Hürden,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.08.

Singles sind angeblich die Gewinner und Familien die Verlierer in der modernen Arbeitswelt. Untersuchungen zeigen jedoch seit Jahren, dass die beruflichen Karrieren von Mann und Frau in Abhängigkeit vom Familienstand unterschiedlich verlaufen. Während Ehelosigkeit bei Frauen die Karriere befördert, ist sie bei Männern ein Karrierehindernis. Auch die vorgestellten neuesten Studien aus der Schweiz bestätigen diese Tatsache.
 
     
   
  • POWER, Carla (2000): The New Singles.
    Increasing numbers of Northern Europeans are choosing to live alone,
    in: Newsweek v. 14.08.

Carla POWER porträtiert alleinlebende Yuppies (neuerdings auch "Yetties" oder "Bobos" genannt) in Paris, London, Berlin, Stockholm und präsentiert dazu Daten aus verschiedenen nationalen Studien.

Ihre zentrale These ist, dass die "New Economy" seit Mitte der 1990er Jahre zu einem neuen Individualisierungsschub geführt hat. Singlesein ist zu einer gewählten Lebensform geworden. Dies hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die Konsumindustrie sowie die Dienstleistungsgesellschaft.

Das Single-Dasein hat jedoch auch Nachteile: Singles leben ungesünder als Verheiratete und haben weniger Sex als Personen mit fester Beziehung. Auch das Alter birgt Risiken.

POWER legt in ihrem Artikel nahe, dass Singles eine homogene Gruppe sind. Dies ist jedoch nicht der Fall. Alleinlebende Yuppies sind quantitativ gesehen eine vernachlässigbare Gruppe. Wenn es um die Gesundheit geht, dann werden Verheiratete mit Unverheirateten (hier dominieren ältere Witwen) verglichen. Alleinlebende haben oftmals feste Partnerschaften (Living apart together).

 
   
  • UEDING, Gert (2000): Das Abenteuer im Wirklichen geht weiter.
    Von wegen gestorben: Untersuchungen zum Stand der Familie in der neueren deutschen Gegenwartsliteratur,
    in: Welt v. 12.08.

Die "Krise der Familie" ist seit dem Beginn der Industrialisierung und der Erfindung der bürgerlichen Familie ein immer wiederkehrendes Thema. In der neuesten Krisenliteratur, die unter dem Stichwort "Individualisierung" die öffentliche Debatte beherrscht, ist der Single die Gegenfigur zur Familie. Die Familie gewinnt durch das Schreckgespenst der Vereinzelung an solcher Attraktivität, dass die Suche nach Alternativen erst gar nicht mehr in Betracht gezogen wird. Der Erfolg von Michel HOUELLEBECQ, der im Artikel zwar nicht genannt wird, aber ohne dessen Erfolg eine solche Bestandsaufnahme nicht denkbar wäre, ist paradigmatisch für die neueste Krisenliteratur.
 
   
  • BERGER, Michael (2000): Liebe auf Bewährung.
    Hektik, Stress und Karriere verändern das Gefühlsleben der Deutschen - welche Formen von Beziehungen sind noch zeitgemäß?,
    in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.

 
   
  • OTT, Ursula (2000): Beziehungskisten.
    Was ist heute noch ein Leben lang sicher? Das Liebesglück nicht. Aber das macht nichts. Wir suchen einfach jemand anderen. Immer wieder neu,
    in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.

Ursula OTT definiert den Begriff "living apart together" (LAT) als "kein Liebespaar mehr, aber ein Elternpaar, das zumindest die Wochenenden als Familie verbringt". Diese Definition entspricht nicht dem bisherigen Begriffsverständnis, sondern fällt eher unter die Rubrik "Patchworkfamilie".
 
   
  • Multilokalität in der Debatte

    • VOIGT, Jutta (2000): Geliebte Ferne.
      Woche-Serie Wie Paare heute leben (1): Marianne und Horst Pitzen sehen ihre räumliche Trennung nicht als Verlust, sondern als Chance - eine Beziehung zwischen Bonn und Berlin,
      in: Die Woche Nr.33 v. 11.08.

 
   
  • REMKE, Susann (2000): Nur eins zählt für die Deutschen: privates Glück.
    Ob Fernbeziehung, "Peer Partner" oder Patchwork-Familie: Beziehungen liegen wieder im Trend,
    in: Welt v. 11.08.

 
     
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Heute hier morgen fort.
    Wie Familien in Zeiten weltweiten Wirtschaftens mit dem Zwang zum Umzug umgehen. Besuche bei Arbeitsnomaden, Wochenendpendlern und Mobilitätsverweigerern,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.

 
   
  • VON THADDEN, Elisabeth (2000): Verheißung und Verlust.
    Gespräch mit Richard Sennett: Mobilität ist nicht gut oder böse, sondern sehr kompliziert,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.

 
   
  • MAYER, Susanne (2000): Kinder, Kinder!
    Die Zahl der Deutschen fällt rapide. Noch immer fehlt ein Familienpolitik,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 10.08.

 
   
  • TSAINIS, Kathrin (2000): Plötzlich ist da wieder wer.
    Warum man nicht einfach nur glücklich sein kann, wenn nach sieben Single-Jahren endlich "der" Mann zum Leben gehört,
    in: Brigitte Nr.17 v. 09.08.

 
     
   
  • KEBIR, Sabine (2000): Emanzipationsschübe durch Kriege?
    Eine streitbare Epistel an West-Feministinnen, sich stärker materialistischem Denken zuzuwenden,
    in: Freitag Nr.32 v. 04.08.

Die Autorin geht der Frage nach, welchen Stellenwert die Frauenbewegung für die Emanzipation der Frau in der Weimarer Republik der 1920er Jahre hatte. Dabei geht es immer auch um das "Leitbild der berufstätigen Frau", um Ehe- und Kinderlosigkeit - also Themen, die auch in der aktuellen Debatte neu verhandelt werden sollen.
 
   
  • Wohngemeinschaften in der Debatte

    • SCHMIDT, Stephanie (2000): "Zweisam", "Dreisam", aber niemals einsam. Wohngemeinschaften als ideale Lebensform,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 04.08.

 
   
  • HEIMBACH, Ariane & HANSELMANN, Ulla (2000): Eine Frage fürs Leben.
    Frauen machen Karriere, sind frei und flexibel - trotzdem scheint ihr Glück erst perfekt, wenn sie Kinder kriegen. Was ist dran am Mythos Mutterschaft?
    in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr.31 v. 04.08.

 
   
  • HANSELMANN, Ulla & HEIMBACH, Ariane (2000): Wie die Jungfrau Maria und Jesus.
    "Der Mütterkult ist in Wirklichkeit ein Kinderkult" - Muttersein ist nur eine von vielen weiblichen Potenzen. Trotzdem wird um Mütter und Kinder ein regelrechter Kult betrieben, findet die Publizistin Katharina Rutschky,
    in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr.31 v. 04.08.

 
       
   

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Zu den News vom Juli 2000

 
       
   
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