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Presserundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   

News vom Oktober 2000
News vom September 2000
News vom August 2000
News vom Juli 2000
News vom Juni 2000
News vom Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
   
 
       
   

News vom November 2000

 
       
       
   
  • Die Konsummuster privater Lebensformen in der Debatte

    • RÖWEKAMP, Christian (2000): Wenn der Supermarkt zum Kühlschrank wird.
      Mit welchen Problemen Singles beim Einkauf konfrontiert werden - Viele Produkte gibt es nicht in kleineren Mengen,
      in: Heilbronner Stimme v. 28.11.

 
   
Bericht über die Berliner Agentur Queer and kids, die Lesben und Schwule mit Kinderwunsch vermittelt
 
   

Für alle, die lieber das Original lesen oder sich für den Yettie interessieren:

Die Yetties und die Wiederbelebung der Yuppie-Debatte der 80er Jahre
 
     
   
  • BARTH, Ariane (2000): Hiphop der Hormone.
    Wohin entwickelt sich das Liebesleben im 21. Jahrhundert? Sexualität und Fortpflanzung rücken immer weiter auseinander. Die sexuelle Revolution hat nicht die große Befreiung, aber etliche Freiheiten gebracht: Der Mensch der Zukunft wählt zwischen vielen Rollen- und Sexspielvarianten,
    in: Spiegel Nr.48 v. 27.11.

Für Ariane BARTH ist die serielle Monogamie das gegenwärtige Modell der Geschlechterbeziehung. Swinging Singles gehören ins Reich der Märchen:

Das Single-Dasein "soll trostlos sein, es sei denn, dem Single gelingt nach frustierender Suche eine feste Beziehung, ohne die beiden Haushalte gleich zusammenzuschmeißen."

 
   
  • MEYHÖFER, Annette (2000): Kosmischer Orgasmus.
    in: Spiegel Nr.48 v. 27.11.

Cyber-Sex und No-Sex-Bewegungen (Sex nur in der Ehe oder Zölibat) sind für MEYHÖFER die trostlosen Beziehungsformen der Zukunft.

Das Thema "Zölibat" wie es von MEYHÖFER hier aufgegriffen wird, ist spätestens seit The New Celibacy von BROWN (1980) immer wieder einmal für einen Trend gut. BARTH und MEYHÖFER sind aber nur das Vorspiel für das Interview mit Michel HOUELLEBECQ, der dann über den Warencharakter der Liebe und die "Ausweitung der Kampfzone" reden darf.

 
   
  • JIRSA, Wieland & Kayhan ÖZGENC (2000): Ehe-Aus im Gotteshaus.
    Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann will Paare künftig in der Kirche scheiden,
    in: Focus Nr.48 v. 27.11.

 
     
     
   
  • THIEL, Christian (2000): Am Anfang habe ich nur noch funktioniert.
    Als Kerstin W. sich von ihrem Mann trennten will, bringt er sich um. Sie bleibt zurück mit zwei kleinen Kindern und einer Menge Fragen,
    in: Freitag Nr.48 v. 24.11.

Die Selbstmordrate von Männern ist höher als von Frauen. Dies gehört auch in die Rubrik "höhere Lebenserwartung von Frauen". Wo bleiben die Berichte über Männer, die einen Selbstmordversuch hinter sich haben? Eine soziale Gruppe, die anscheinend keine Lobby hat...
 
   
  • BAUREITHEL, Ulrike (2000): BossFrau.
    BOSS Woman. Abschied von herrlicher Exklusivität,
    in: Freitag Nr.48 v. 24.11.

 
     
     
   
  • MÄRZ, Ursula (2000): Frauen stören nur.
    Affären sind erlaubt, Heirat nicht: Schimanski und die anderen Kommissare am "Tatort" müssen ledig sein - und das seit 30 Jahren. Eine Ehe behindert die Ermittlungen,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung, Beilage der Berliner Morgenpost v. 19.11.

Der Artikel von Ursula MÄRZ erschien bereits unter einer anderen Schlagzeile in der Frankfurter Rundschau am 05.08.
 
   
  • HÜTTENMOSER, Marco (2000): Die soziale und emotionale Rolle der Grosseltern. Dynamik der 3-Generationen-Beziehungen in familienfeindlichen Zeiten.
    Grosseltern gewinnen wieder an Bedeutung. In den Vereinigten Staaten berichtet die Homepage der "Foundation For Grandparenting" regelmässig über neue Forschungsergebnisse zur Rolle der Grosseltern in der Gesellschaft. In Europa fehlt es an fundierten Untersuchungen. Der Autor fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und leitet daraus sozialpolitische Forderungen ab. Dabei wird nicht nur die biologische, sondern auch die soziale Grosselternschaft ins Auge gefasst,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.11.

 
   
  • FR (2000): Urteil: Mitfahrzentrale für Bahnfahrer erlaubt,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 18.11.

"Das Angebot der Bahn richte sich an Gruppen, die eine soziale Bindung hätten, wie Familien- oder Firmenangehörige, sagte Bahn-Anwalt Christian Schreyer. Durch die Mitfahrzentrale entstünden künstliche Gruppen."

An Paare denkt die Bahn nicht unbedingt, obwohl gerade Paare, die eine Wochenendbeziehung (siehe 16.11.) bzw. Fernbeziehung aufrechterhalten, zu den Vielfahrern gehören (könnten).

Die Kriterien, die von der Bahn an Paare (gemeinsamer Haushalt, Heirat) gestellt werden, schließen viele Paare (besonders im sensiblen Paarbildungsprozess) von Vergünstigungen aus.

 
   
  • NÄGER, Doris (2000): Weiblich, jung erfolgreich.
    Christine Bortenlänger sitzt als erste Frau auf dem Chefsessel einer deutschen Börse - für sie ist das völlig normal,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.11

Bei dieser Schlagzeile ergänzt man automatisch ledig und kinderlos, denn so stellt man sich heutzutage die weibliche Führungskraft in der "Single-Gesellschaft" vor - typisch Yuppie! Oder moderner: Yettie. Aber die Porträtierte ist eine alleinstehende Mutter - ein Lebensstil, der im Brennpunkt der Lebensstildebatte steht.
Der Kampf der Lebensstile um die Normalfamilie der Neuen Mitte
 
   
  • AHRENS, Peter (2000): Quo vadis, Single?
    Endlich wieder Revolutionäres aus dem Hause Opaschowski am Alsterufer: Wer allein lebt, geht öfter in die Kneipe,
    in: TAZ Hamburg v. 18.11

Seit 1981 nichts Neues vom Pädagogen Opaschowski, aber das immer wieder...
 
     
     
     
     
   
  • AFP (2000): Singles sind für Statistiker nur schwer zu fassen,
    in: Berliner Morgenpost v. 13.10.

Die Überschätzung der Alleinlebenden in der amtlichen Statistik ist ein altbekanntes Problem. In der Meldung wird auf eine spezielle Form der Überschätzung eingegangen:

"Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Kind sei statistisch häufig doppelt gezählt worden als ein Alleinerziehendenhaushalt plus ein Einpersonenhaushalt. Daher weise die amtliche Statistik regelmäßig überhöhte Zahlen für Einpersonenhaushalte und Alleinerziehende aus."

Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, da der statistische Begriff "Einpersonenhaushalt" sowohl Partnerlose als auch Paare umfasst. Auch Alleinerziehende können unter Umständen als Alleinlebende gezählt werden.

 
   
  • HACKER, Doja (2000): Mach dich rar.
    Doja Hacker über die Ängste der Männer und die Ratschläge der Mütter,
    in: Tagesspiegel v. 13.11.

Doja HACKER befasst sich mit The Rules von Ellen FEIN & Sherrie SCHNEIDER, speziell mit Regel Nr. 5 "Rufen Sie ihn nicht an und auch nicht immer gleich zurück".

Was man aus The Rules und sonstigen Ratgeberbüchern lernt oder nicht lernt, das ist auch das Thema von Melissa BANKs Roman Wie Frauen fischen und jagen, der gerade als Taschenbuch erschienen ist.

 
   
Einführung in die aktuelle Generationendebatte
 
   
  • FIEDLER, Tanja (2000): Die Sehnsucht blieb.
    Fast die Hälfte der deutschen Paare kommt nicht voneinander los und wagt nach der Trennung einen zweiten Anlauf. Dabei finden manche ihr neues Glück mit dem alten Partner erst nach 18 Jahren,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 12.11.

Die amtliche Haushaltsstatistik kann nur die lebenslange Ideal-Ehe adäquat erfassen. Auch der Familienstand kennt nur Verheiratete oder Nicht-Verheiratete. Lebensformen jenseits der Normalfamilie und des Normallebenslaufs existieren für die amtliche Statistik nicht. Die Erforschung von Partnerschafts- bzw. Eheverläufen ist ein reichhaltiges Feld der Mythenbildung. Sozialwissenschaftliche Studien zum Thema haben Seltenheitswert oder verwenden Methoden, die dem Gegenstand nicht gerecht werden.
 
     
   
  • LEONHARDT, Rudolf Walter (2000): Meine Sprache: das unerwünschte Fräulein,
    in: Tagesspiegel v. 08.11.

Rudolf Walter LEONHARDT wünscht sich in vorfeministische Zeiten zurück, in denen man Bedienungen in Szenelokalen (nannte man da auch noch nicht so!) mit "Fräulein" herbeizitieren durfte. Was ist an "Fräulein" so unanständig, überlegt er, ist doch quasi eine Art Ehrenbezeichnung. Über das Mittelalter kommt er jedoch nicht hinaus.

Fräulein und Frau, das war in der Heiratsgesellschaft der vor68er-Ära der altehrwürdigen "BRD" der Unterschied zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen trostlosem Single-Dasein und vollwertigem Mitglied der Heiratsgesellschaft.

Bei der NASA würde man sagen: "Houston, wir haben ein Problem!" Vielleicht sollte die taz einen Ideenwettbewerb zum Thema starten...

 
     
   
FOCUS-Titelgeschichte: Wer nimmt wen - und warum?
Partnerwahl: Wissenschaftler entschlüsseln das spannendste Quiz des Lebens.  Wie Sie Ihr Glück steuern können

BÖCK, Ingrid (2000): Wer mit wem schläft...
...und warum, lautet die von Soziologen und Evolutionsforschern heiß diskutierte Frage. Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse sollen das Rätsel Partnerwahl lösen,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.

Der Spiegel hat vor zwei Wochen die "neue Zweisamkeit" ausgerufen. Der Focus folgt nun konsequenterweise mit einer Titelgeschichte über die Partnerwahl, damit es mit der Zweisamkeit auch klappt. Das nennt man Arbeitsteilung. Auf dem Cover lockt der Focus damit, dass der Leser sein Glück bei der Partnerwahl steuern kann, wenn er die Story liest (Werbung muss halt sein).

Da werden dann alte Hüte als neuester Hit verkauft. Seit den 1970er Jahren wird immer wieder betont, dass Single-Dasein und Scheidungen die Konsequenz eines "neuen" Bindungsideals sind. Das steht selbst bei BECK/BECK-GERNSHEIM im Bestseller Das normale Chaos der Liebe, das Ingrid BÖCK als Gegenbeispiel herangezogen hat. Da heißt es:

"Die Ehe hat durch ihren Formenwandel (...) zum luftigen Gebilde der Gefühls-, leidenschaftlichen und Selbstfindungsehe wohl an Stabilität, nicht aber an Attraktivität verloren" (S.227).

Wenn es um die Partnersuche geht, erhalten die Evolutionsbiologen das Wort. Das Weibchen folgt dann seinen Instinkten und es hat "keinen Zweck gegen derlei Klischees anzukämpfen". Der Mensch ist Sklave seiner Gene! Im Normalfall verbreiten sich die "Gene für schlauere Konversation und einfallsreichere Gedanken", weil sie bei der Partnerwahl über Tausende von Generationen bevorzugt worden seien. Aber aufgepasst: die Pille vernebelt den Instinkt! (andere Verhütungsmittel benutzen oder die demographische Entwicklung fördern. Tipp an die Pillenhersteller: eine eigene Studie in Auftrag geben, die das Gegenteil beweist.) Noch wichtiger für die Frauen: den Zyklus genau beobachten. Damit kann man steuern, ob man einen männlichen oder einen verweichlichten Mann erwischt.

Für Männer hat die Autorin jedoch keine solch hilfreichen Ratschläge parat (liegt daran, dass die Forscher alle Männer sind!). Man erfährt weiter, dass Frauen zu Promiskuität und zum Seitensprung neigen. Die Anzahl der Frauen, die das zugibt, ist jedoch von Umfrage zu Umfrage verschieden. (Dies lässt sich einfach erklären: Im einen Fall hatten die Befragten im Focus kurz vorher gelesen, dass "Seitensprünge" angesagt sind und im anderen Fall war laut Focus gerade "sexuelle Abstinenz" angesagt. Manche haben aber vielleicht gerade mal Playgirl gelesen, obwohl sie eigentlich immer nur Emma lesen (man muss ja wissen, was man zu kritisieren hat)).

Mario Héne - Lieber allein, als gemeinsam einsam
Der Liedermacher hat 1977 das neue Bindungsideal auf den Punkt gebracht. Vielleicht hat die LP auch der Soziologe Ulrich BECK in seinem Plattenschrank. Kaufen kann man sie leider nicht mehr (höchstens noch in einem Antiquariat), würde aber verhindern, dass man alte Hüte als neueste Hits verkaufen kann.

BÖCK, Ingrid (2000): "Gelegenheit macht Liebe".
Der Soziologe Thomas Klein erläutert, welchen Regeln die Partnerwahl folgt und warum Männer künftig das Nachsehen haben,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.

BÖCK, Ingrid (2000): "Es ist eine Art Wettrüsten.
Der Sozialpsychologe Ronald Henss erklärt, warum Schönheit bei der Partnerwahl zählt und was wir in Gesichtern auf den ersten Blick erkennen können.
in: Focus Nr.45 v. 06.11.

Es ist so, als ob Michel HOUELLEBECQ die Fragen gestellt hätte und sein Alter-Ego, der namenlose Informatiker hätte geantwortet, mit dem Unterschied dass Ausweitung der Kampfzone wesentlich mehr Unterhaltungswert hat...

HARTMANN, Elke (2000): Krieger und Prinzessin.
Die Partnerwahl wird von unserem individuellen Drehbuch diktiert, behauptet der amerikanische Psychologe Robert J. Sternberg,
in: Focus Nr.45 v. 06.11.

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Liebesgeschichten gelingen nur, wenn beide Partner vorher die gleiche Literatur gelesen haben, entweder den gleichen Beziehungsratgeber (Bestsellerlisten studieren! Das vergrößert den Heiratsmarkt und beschert den Autoren Money...) oder das gleiche Nachrichtenmagazin. Spiegel-Leser/in und Focus-Leser/in, das geht bestimmt schief, aber Focus-Leser/in und Vivian-Leser/in, das ergänzt sich ideal.

Besonders wichtig für die Generation-Golf: der dies sagt wird im amerikanischen "Who's who" gelistet, es steht jedoch nicht da, von wem die Klamotten sind, die er getragen hat, als man ihn ablichtete. So fortschrittlich ist der Focus nun doch noch nicht...

 
     
     
     
   
  • DIEFENBACH, Ute (2000): ich lüge dich.
    Immer noch allein? Selbst schuld. Die Welt der Liebe ist einfach zu erklären, behaupten die Autoren von Beziehungsratgebern. Ihre Bücher verkaufen sich massenhaft.

Ute DIEFENBACH setzt sich kritisch mit den Ratgebern von John GRAY, Allan & Barbara PEASE und Regina SCHNEIDER auseinander.
 
     
   
  • JAEGGI, Eva & Heidi MÖLLER (2000): Psychologen in den Medien: Psychogebabbel im Trash-TV.
    Bin ich schokoladenabhängig? Ist Sex in Windeln normal? Was verrät die Handtasche über die Persönlichkeit ihrer Besitzerin? Ob Sexualität, Sucht, Lifestyle oder der neueste "Trend": die Medien setzen bei allen großen und weniger großen Problemen auf Expertise, Rat und Tat von Psychologen. Eva Jaeggi und Heidi Möller sehen viele Kollegen aber als Bauernfänger und Betrüger: Als Handlanger meist unseriöser Medienmacher diffamieren sie nur ihre Zunft,
    in: Psychologie Heute Nr.11 vom November

 
       
       
   

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