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Angelika Hager: Polly Adler

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1963 in Baden bei Wien geboren
    • 2006 Buch "Pollywood"
    • 2007 Buch "Amour ... Pfuuh!"
    • 2008 Buch "Überleben 2009"
 
       
     
       
   

Angelika Hager in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   

HAGER, Angelika (2000): In der Warteschlange zum Glück
Immer mehr Österreicher leben ohne festen Partner. Ihr Liebesleben ist vor allem von einem geprägt: Sehnsucht nach Zweisamkeit.
in: Profil Nr.12 v. 19.03.

HAGER, Angelika (2001): "Ich bin noch immer Jungfrau".
Skandal. Michael Schiessl wurde bei "Vera" als "männliche Jungfrau mit 39" vorgeführt, sechs Wochen später kam er mit der Frau, die ihn angeblich zum Mann machte. Die Betroffenen erklären, dass der ORF die Story erfunden hat,
in: Profil Nr.11 v. 12.03.

  • 1999 hat der Kultursoziologe Gerhard SCHULZE in Kulissen des Glücks den Steigerungswettlauf der Medien beschrieben. Der entscheidende Wandel unserer Zeit hinsichtlich der Sexualität liegt für SCHULZE "darin, dass Sexualität von etwas Verbotenem zu etwas Gebotenem wurde." In dieser Logik liegt die Jagd der Medien nach einer "männlichen Jungfrau" begründet.

  • Michel HOUELLEBECQ hat diese Logik bereits in seinem Kult-Buch Ausweitung der Kampfzone erfolgreich angewandt. Es ist auch kein Zufall, dass der "Kandidat" als Computerexperte inszeniert wurde, wird damit doch das weit verbreitete Klischee vom "Nerd" bedient.

GERSTL, Sonja & Angelika HAGER (2001): Mama Unser!
Muttertag. Was muss die moderne Mutter können? Warum fordern selbst Ur-Feministinnen ein neues Mutterschafts-Bewusstsein? profil analysierte einen neuen alten Trend und zeichnet ein Panorama von Müttern in ihren Epochen,
in: Profil Nr.18 v. 30.04.

HAGER, Angelika (2001): Patient Mann.
Geschlechtertheorie. Mann, wo bist du? Als Feindbild der Frauenbewegung hat der Mann ausgedient. Jetzt erklären ihn Feminismus und Psychologie zum lukrativen Krisengebiet,
in: Profil Nr.28 v. 09.07.

HAGER, Angelika & Marie-Louise PITZL (2001): Baustelle Ich.
PROFIL-Titelgeschichte: Jugendforschung. Wie kauft, liebt und lebt die Generation Y? Was hört und sieht sie? Und womit braucht man ihr überhaupt nicht kommen? Zwei große Jugendstudien durchleuchten jene Kids, denen nichts so verhasst ist wie Uniformität,
in: Profil Nr.29 v. 16.07.

"Einziger gemeinsamer Nenner der »Generation Y«, so das eilige Label für die Nachfolger der vom kanadischen Autor Douglas Coupland ausgerufenen No-Future-Generation X, ist neben der kollektiven Angst vor Pickeln das dringende Bedürfnis, »ja nicht so zu sein wie alle anderen«."

HAGER, Angelika (2001): Schräger wohnen.
Lebensräume. Erlebnis-Ghettos wie in der Simmeringer G-Town, Edel-WGs, Großfamilie light und Neo-Nomaden. Anlässlich der Eröffnung der Gasometer stellt sich die Frage: Wie wird die Wohnung des postmodernen Menschen in naher Zukunft aussehen? Die Prognosen der Trendforscher, Soziologen und Architekten.
in: Profil Nr.36 v. 03.09.

HAGER berichtet über Wiener Wohnprojekte, die richtungsweisend für die Zukunft sein sollen. U. a. wird über den Wohnkomplex G-Town berichtet, deren Bewohner "Gasomettis" genannt werden. Der Prototyp dieser "Gasomettis" ist laut HAGER der Yuppie. Sicherlich ist dies der Wunschbewohner der Geschäftemacher, aber die Statistik, die HAGER präsentiert, ist irreführend:

"Das Wesen, das sich die Wohnungsplaner zurzeit am meisten zu Herzen nehmen müssen, ist der Single. Zurzeit leben in Österreich 976.000 Singles. Das Statistische Zentralamt prognostiziert bis 2030 ein Anwachsen der Solohaushalte auf 1,27 Millionen, davon werden 436.000 Alleinerzieher/-innen sein, wobei 90 Prozent davon die Frauen stellen. Der durchschnittliche Single beansprucht für sich eine Wohnfläche von 70 Quadratmetern, vor 20 Jahren waren es noch 40. Er ist allein, will dabei aber in Gesellschaft sein. Suburbane Unterhaltungszentren nach der Methode G-Town decken dieses Bedürfnis wie maßgeschneidert ab."

Für die österreichische Statistik gilt das gleiche Defizit wie für die deutsche Statistik: sie lügt, weil sie moderne Lebensformen nicht richtig einordnen kann. Gerade die steigende Zahl von Alleinerziehenden ist ein statistisches Artefakt:

"Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Kind ist statistisch häufig doppelt gezählt worden als ein Alleinerziehendenhaushalt plus ein Einpersonenhaushalt. Daher weist die amtliche Statistik regelmäßig überhöhte Anteile der Bevölkerung an Einpersonenhaushalten ("Singles") und Alleinerziehenden aus",

heißt es in einer neuen Studie über "Lebensformen in Deutschland", für die der Mainzer Soziologe Norbert F. SCHNEIDER eine Sonderauswertung des Mikrozensus 1998 durchgeführt hat.

Wer also auf der Basis der amtlichen Statistiken den Bedarf an Wohnungen ableitet, der wird am tatsächlichen Bedarf vorbeiplanen!

Der durchschnittliche Alleinlebende existiert nicht, sondern ist die erfolgreiche Propaganda der Sozialpolitik. Bei den Singles muss zwischen den vielen Gering- und Normalverdienern einerseits und den wenigen Spitzenverdienern andererseits unterschieden werden.

Grosse Wohnungen werden in erster Linie von den allein wohnenden Frauen belegt. Die meisten sind Witwen, die ihre Familienwohnung nicht aufgegeben haben, und nicht gut verdienende Yuppies. Die Männer, die im mittleren Lebensalter dominieren, hausen dagegen vorwiegend in Kleinwohnungen. Selbst Manager leben - wenn es sich um "Shuttles" (Wochenendpendler) handelt - in Ein-Zimmerappartements! Die Kategorie "Solohaushalt" bzw. "Einpersonenhaushalt" ist also unzureichend. Unverzichtbar ist die Unterscheidung zwischen Erst- und Zweit- oder sogar Drittwohnsitzen.

HAGER, Angelika & Edith MEINHART (2001): "Mann und Frau sind verschieden".
Trendforscherin Faith Popcorn über Lifestyle, Luxus und Statussymbole nach dem 11. September,
in: Profil Nr.45 v. 05.11.

Faith POPCORN ist das One-Word-Wonder der Trendforschung. Sie hat in den 1980er Jahren den Begriff "Cocooning" erfunden und lebt seitdem gut davon. Wäre sie in der Steinzeit geboren worden, dann wäre uns der Begriff wahrscheinlich unter alten Höhlenzeichnungen begegnet. POPCORN beherrscht die Kunst, aus der simplen Tatsache, dass Menschen in Häusern leben, eine Cocooning-Industrie gemacht zu haben. Seit den 1980ern ist Cocooning der Trend und nach dem 11. September? Klar doch! Noch mehr Trend vom gleichen. "Faith Popcorn Cocooning Home Office" heisst die neueste Kreation aus dem Cocooning-Imperium.

Würde man einen Alt-68er fragen, dann hat der Trend bereits Ende der 1960er Jahre begonnen, denn Cocooning ist schlichtweg die These vom Rückzug ins Private, gewendet in die Lifestyle-Sprache. (Der "Trendforscher" Holger RUST hat seiner "Kollegin" POPCORN ein ganzes Kapitel in seiner Kritik an der Trendforschung gewidmet)

Es gibt jedoch einen Bedeutungswandel des Begriffs "Cocooning" und das ist das eigentlich Interessante. Im Jahr 1997 erschien das Spiegel Special-Heft Wohnen 2000: Heim ins Heim, das sich ausführlich mit dem Phänomen "Cocooning" beschäftigt. Im Artikel Wohnen statt Leben wird der Freizeitforscher OPASCHOWSKI  zum trendigen "Cocooning-Forscher". Es ist eine übellaunige "Reportage", die heute unter die Formel vom Ende der Spassgesellschaft fallen würde.Im Mittelpunkt steht die 56jährige alleinlebende Single-Frau Gerlinde, arbeitslose Ex-Mitarbeiterin einer Werbeagentur (also eine Story, die dem Yuppie-Skript folgt), die im Hamburger Stadtteil St.Georg wohnt. Rezessionsbedingt ist sie zum erzwungenen Cocooning verdammt:

"Doch neben das Luxus-Cocooning im Penthouse der Gesellschaft tritt, rezessionsbedingt, mehr und mehr erzwungenes Cocooning in den unteren Etagen: Wo die Abgaben steigen und die Kaufkraft schrumpft während Bus und Bier, Konzert und Kino teurer werden, sehen sich die Ärmeren gleichsam zu Wohn-Haft verurteilt, im Extremfall gar lebenslänglich."

Der Autor subsumiert "gated communities" genauso unter das Phänomen wie das Stubenhockertum der "Cocooning-Generation". Solches Cocooning führt nach Ansicht des Autors bei "unreifen Hedonisten" sogar zu kriminellen Handlungen.

Im Beitrag Einsame Adler. Cyber-Cocooning: Der Computer bringt jedem die City ins Haus von Gundolf S. FREYERMUTH wird bereits der Trend beschrieben, für den jetzt POPCORN mit ihrem "Faith Popcorn Cocooning Home Office" die Infrastruktur verkaufen möchte. Die sogenannte "City of Bites" (William J. MITCHELL) ist kein neuer Trend, sondern Ziel der New-Economy-Aktivitäten. Demografen behaupten, dass der Geburtenrückgang zu einem verstärkten Kampf um Wohnraum in wenigen florierenden Städten führen würde. Demografen beziehen in ihre Überlegungen dabei jedoch nicht die Folgen der Netzwerkgesellschaft mit ein, d.h. ihre Szenarios gehen an der zukünftigen Entwicklung vorbei.

In dem Artikel Loft und Liebe wird das Gegenmodell zum Cocooning entworfen: die Mischung von Leben und Arbeiten im Rahmen der Familie. Bei POPCORN fällt aber auch dieses Loft-Living unter die Rubrik "Cocooning". Während also der Spiegel das Cocooning als übles Phänomen der Single-Gesellschaft einer Familienidylle gegenüberstellt, wird es nun von POPCORN als Errungenschaft der Familiengesellschaft gepriesen. Das ist alles nicht neu, sondern nur der Spot der Aufmerksamkeit belichtet jetzt nicht mehr den bösen Single, sondern die heilige Familie.

HAGER, Angelika/HOROWITZ, Nina/KIMMEL, Wolfgang (2002): Bis dass die Liebe tot ist.
Die Zahl der zerbrochenen Ehen hat in Österreich einen historischen Höchststand erreicht. Trennungs-Betreiber sind vorrangig Frauen. Was sind die Ursachen für die statistische Bankrotterklärung der Liebe? Wie kann man Schadensbegrenzung betreiben? Und worunter leiden die Kinder am meisten?
in: Profil Nr.30 v. 22.07.

HAGER, Angelika (2003): Baustelle Liebe.
PROFIL-Titelgeschichte: Das Kräftemessen zwischen Selbstverwirklichung und der unheilbaren Sehnsucht nach Romantik prägt nicht nur den Alltag der "Sex and the City"-Serienheldinnen. Mit den wachsenden Ansprüchen der Frauen an die Liebe reduziert sich auch deren Haltbarkeit,
in: Profil Nr.25 v. 16.06.

Anlässlich der 5. Staffel von Sex and the City im ORF schreibt Angelika HAGER über die Natur der Frau, die mit der bisherigen Kultur nicht mehr zurecht kommt. Norbert KRON hat dies als die Rückkehr des "Feuerstein-Darwinismus" bezeichnet, der der Neoliberalisierung unserer Gesellschaft entspricht. "Die Natur ist nicht auszutricksen" oder "Irgendwann erwischen einen die Gene doch" sind die typischen Floskeln mit der das natürliche Romantik-Revival bei HAGER eingeleitet wird. In die Gürtel-enger-schnallen-und-Geburten-fördern-Gesellschaft passen Single-Verhaltensweisen nicht mehr. Bei HAGER wird das auf die individuelle Ebene als Konflikt heruntergebrochen:

"Generell ist das Liebesleben in Zeiten von Partnerschaftstherapien, Penis-Implantaten und Turbo-Vibratoren zu einem verzehrenden Kräftemessen zwischen romantischer Sehnsucht und der vom Selbstverwirklichungswillen getragenen Ich-AG geraten".

Die Nähe zu Axel KRÄMERs Sicht ist dabei unverkennbar. Am Ende bleibt nur noch die verzweifelte Suche nach dem "Kernerschütterer" wie potenzielle Lebenslieben neuerdings heißen. So weit wagt HAGER dann aber doch noch nicht zu gehen...

HAGER, Angelika (2003): Comedy-Alarm im TV.
PROFIL-Titelgeschichte: Warum "Sex and the City" mit der sechsten Staffel endet und welche Projekte über das Single-Leben in Planung sind, 
in: Profil Nr.25 v. 16.06.

HAGER, Angelika (2004): Bitte reparieren Sie unsere Ehe!
Beziehungen als Stressfaktor: Das zusehends krisenanfällige Verhältnis zwischen Mann und Frau wird zum Hoffnungsgebiet einer ganzen Branche. Wie Paartherapie die Liebe wieder in Schwung bringen kann, wo sie nicht mehr hilft und wie man Konfliktkultur lernt,
in: Profil Nr.8 v. 16.02.

HAGER, Angelika (2004): Lifestyle: Morgen war gestern.
Wie werden wir unsere "Patchwork-Identität" evaluieren, wo sollen wir chillen und wen "maten". Angelika Hager über den "Anything goes"-Unsinn der Trendforschung,
in: Profil Nr.52 v. 20.12.

So viel Hohn für die Trendforschung war nie! HORX & Co. bläst der eiskalte Wind der "hysterischen Gesellschaft" (wie Matthias HORX unsere Gesellschaft selbstgefällig im elitären Selbstbeweihräucherungsblatt Cicero Ausgabe Nr.11, November 2004 nennt) mitten ins Gesicht. Single-generation.de hat des Öfteren auf den dahinter stehenden BECKschen Laber-Flash hingewiesen. Ulrich BECK hat die Begriffe der traditionellen Soziologie gerne als Zombie-Kategorien abgewertet, aber vielleicht sind es eher Zombi-Kategorien im Sinne der Band Kante:

"Wir sehen unmöglich aus/wir sind der Zeit voraus/wir sind die wunde Stelle/mitten unter euch".

Mit dem Ende der Individualisierungsverheißungen werden nun die Individualisierungszwänge sichtbarer. Wer wie HORX den Individualisierungsoptimismus verkörpert, der muss sich nun an der HARTZ-Gesellschaft messen lassen. HORX hat den Niedergang seiner Branche im Trendreport 2005 bereits vorweggenommen, wie HAGER feststellt:

"möglicherweise erweist sich Horx einmal als wirklich treffsicher, wenn er im Vorwort zu seinem aktuellen Trendreport den Roman »Mustererkennung« mit folgendem Verweis erwähnt: »Auf eine seltsame Art wirkt dieser Roman altmodisch. Er schildert die Trendforschung, als diese Disziplin noch jung, unschuldig und auf eine verwegene Weise unverschämt war. Aber diese Zeit ist endgültig vorbei.«"   

PROFIL-Titelgeschichte: Späte Mütter.
Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch ist das medizinische Risiko - und wie verändert sich unsere Gesellschaft dadurch?

HAGER, Angelika/HOFER, Sebastian/STANZL, Eva (2007): Späte Mütter: Midlife-Mamas.
Die Zahl der Erstgebärenden 40+ hat sich verdoppelt. Immer mehr ältere Frauen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch ist das medizinische Risiko?
in: Profil Nr.21 v. 21.05.

Bereits vor über 3 Jahren schrieb single-generation.de über die Spätgebärenden als Trendsetter einer Gesellschaft der Langlebigen und stellte die Utopie der Ruhestandsfamilie vor, die nun auch im österreichischen Nachrichtenmagazin Profil angekommen ist:

"Mutterschaft als Beschäftigungstherapie für die Pension erscheint derzeit noch als eine durchgeknallte oder beklemmende Orwell-Utopie, aber angesichts der Forschungsprognosen für das 21. Jahrhundert liegt sie durchaus im Bereich des Möglichen. Die Soziologie hat für das gesellschaftliche Novum bereits einen Begriff geprägt: die »Ruhestandsfamilie«.
             (...).
Die Vorbehalte, dass Kinder mit älteren Müttern verwöhnt, verweichlicht und Hänseleien seitens der Kindergartenfreunde ausgesetzt würden, werden von Familien- und Seelenexperten unisono vom Tisch gewischt. »Ich halte das Kriterium des Alters für problematisch«, so der Kinderpsychotherapeut Helmut Figdor. »Eine Mutter mit 45 kann genauso gut und schlecht wie eine 25-Jährige sein.«
            
Eine gestiegene Lebenserwartung von 82 Jahren für die Frau entkräftet auch das Argument vom allzu frühen Waisenkind. Der renommierte Bildungspsychologe Wassilios Fthenakis befürwortet sogar die späte Mutterschaft, »weil in dieser Phase Kinder meist viel besser sich in die berufliche Biografie einordnen lassen und Mütter ihr Kind bewusster erleben«. Die Weichen für die gesellschaftliche Akzeptanz der späten Mutterschaft wären also gestellt."

Im Buch Die Single-Lüge wird aufgezeigt, wie Nationalkonservative und ihre Sympathisanten den Trend zur späten Mutterschaft zum Anstieg der lebenslangen Kinderlosigkeit umdeuten. Frühe Mutterschaft wird als Königsweg zum Geburtenanstieg gepriesen, ungeachtet der Tatsache, dass sowohl das Bildungssystem, der Arbeitsmarkt als auch die Norm der verantwortungsvollen Mutterschaft den Trend zu älteren Müttern fördern. Der Soziologe Karl Otto HONDRICH bezeichnet deshalb in seinem Buch Weniger sind mehr die späte Mutterschaft zu Recht als moderne Mutterschaft. Im Buch Ein Leben ohne Kinder wird Kinderlosigkeit zwar im Zusammenhang mit dem Aufschub von Geburten diskutiert. Im Gegensatz zum nationalkonservativen Argumentationsmuster wird dafür jedoch nicht der Egoismus der Kinderlosen verantwortlich gemacht, sondern gesellschaftliche Strukturen (z.B. fehlende Kinderbetreuungsangebote) oder Werte (Rabenmutter-Klischee).

Inwieweit von einem bereits erfolgten bzw. zukünftigen Anstieg der Kinderlosigkeit ausgegangen werden kann, ist durchaus umstritten. Die lebenslange Kinderlosigkeit könnte bei den jüngeren Frauenjahrgängen niedriger ausfallen als dies von Nationalkonservativen um Herwig BIRG prognostiziert wurde.

Späte Mütter - Eine kommentierte Bibliografie

HAGER, Angelika (2007): Kaminfeuerfeminismus.
Emotionen waren Luxus, die Ehe diente als Versorgung: Aus diesem Dilemma schuf Jane Austen, deren Leben nun im Kino nacherzählt wird, Romane, die noch immer Millionenseller sind. Warum fasziniert das Weltbild einer präviktorianischen Jungfrau bis heute die Popkultur?
in: Profil Nr.46 v. 19.11.

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2008): Rätsel "Liebe".
Wie die Wissenschaft versucht, den Romantik-Code zu entschlüsseln,
in: Profil Nr.15 v. 14.04.

HAGER, Angelika (2008): Willkommen in Cinderellahausen!
Rückzug ins Biedermeier für Carrie & Co.,
in: Profil Nr.23 v. 02.06.

Sex and the City - Der Film

Profil-Titelgeschichte: Der Therapie-Wahn.
Der Psycho-Boom hat die ganze Gesellschaft erfasst: Wer nicht krank ist, wird krank geredet. Das gefährliche Geschäft mit der Seele

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2009): Die übertherapierte Gesellschaft und die Auswüchse.
Die Beschäftigung mit psychischen Funktionsstörungen ist zum Massensport geworden. Der Psychoboom heizt eine Industrie an, in der Missbrauch und Inkompetenz fatale Folgen haben können,
in: Profil v. 27.04.

Anlässlich des Bestsellers Mängelexemplar von Sarah KUTTNER, des neuen Buches Die Errettung der modernen Seele von Eva ILLOUZ, warnen HAGER & HOFER vor einem Therapiewahn. Sie haben dazu u.a. den britischen Soziologen Frank FUREDI interviewt, der 2003 über die "Therapie-Kultur" schrieb.

Profil-Titelgeschichte: Die hohe Kunst des Smalltalks

HAGER, Angelika (2009): Hohe Kunst des Smalltalks.
Die Tricks und schlimmsten Sünden bei dem Zungenspiel,
in: Profil Nr.25 v. 22.06.

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2010): Partnerwahl - Wer mit wem und warum: Die neuesten Forschungserkenntnisse.
Aktuelle Studien widerlegen uralte Mythen: Männer sind weit romantischer als bisher angenommen, der Drang, sich zu verlieben, ist ein Trieb wie Hunger oder Sex. Plus: Experten beleuchten die Gesetze der Partnerwahl,
in:
Profil Nr.16 v. 19.04.

BUCHACHER, Robert/GOEBEL, Tina/HAGER, Angelika (2010): Was macht den Mann zum Mann?
Testosteron: Geschlechter. Kraft, Kreativität, Trieb und Wahnsinn: Das Sexualhormon Testosteron modelliert männliche Attribute, aber eine feministisch verblendete Gesellschaft wünscht sich ­einen Mann, der keiner mehr ist. Der Widerstand wächst,
in: Profil Nr.19 v. 17.05.

HAGER, Angelika (2010): Die neuen TV-Heldinnen.
Verrückt, kaputt, notorisch untreu, kriminell und tablettensüchtig. Neue TV-Heldinnen lassen die "Sex and the City"-Frauen wie Musterschülerinnen wirken,
in: Profil Nr.21 v. 24.05.

Profil-Titelgeschichte: Scheidung, aber richtig.
Wie teuer wird es nach der Ehe - und nach dem Ehebruch? Obsorge-Chance für Väter? Was kann Mediation? Tipps & Tricks von Anwälten und Betroffenen

HAGER, Angelika (2010): Scheidung, aber richtig.
Der Navigator für Scheidungswillige,
in: Profil Nr.27 v.
05.07.

Profil-Titelgeschichte: Das Ende der Liebe
Brüchige Beziehungen, keine Monogamie, keine Leidenschaft - Gefühle in den Zeiten der individuellen Freiheit

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2011): Das Ende der Liebe.
Warum Partnerschaften immer brüchiger werden und wie man dagegen vorgeht,
in: Profil v. 31.10.

Profil-Titelgeschichte: Traumberuf Hausfrau?
Jede zweite junge Österreicherin denkt an den Rückzug zu Kindern und Küche

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2011): Traumberuf Hausfrau?
Jede zweite junge Österreicherin kann sich ein Leben als Hausfrau vorstellen. Ursache für die schleichende Reanimierung der Traditionsrolle ist jedoch kein neuer Konservativismus, sondern die Wirtschaftskrise, erschöpfte Emanzen-Mütter und das Versagen des Staats bei der Kinderbetreuung,
in: Profil Nr.47 v. 21.11.

HAGER, Angelika (2012): In der Hitze des Geschlechts.
Eine zornige Männerbewegung tritt auf den Plan: Während junge Frauen den Mann zur Jammerfigur ausrufen, macht sich eine neue, zornige Männerbewegung stark. Angelika Hager über eine Debatte, die etwas von einer grausamen Zeitreise hat,
in: Profil Nr.13 v. 02.04.

Angelika HAGER referiert nochmals die deutsche Debatte um den neuen Mann, die von Nina PAUER angestossen wurde, und die Männerbewegung, zu der Ralf BÖNT mit dem Buch Das entehrte Geschlecht ein weiteres Manifest beigetragen hat. Am Ende wird die Geschlechterfrage dann jedoch als wenig zukunftsweisend abgetan:

"In der Hitze des Gefechts haben Männer wie Frauen aber vergessen, dass die gesellschaftliche Realität längst andere Prioritäten setzt. Angesichts der verschärften Wirtschaftslage und eines in die Knie gehenden Mittelstands wird der Geschlechterkrampf von einem neuen Klassenkampf verdrängt werden."

Dazu passt auch die Titelgeschichte über angeblich ungleiche Löhne: die Gender-Gap wird als Mythos entlarvt.

Ist man in Österreich etwa schon weiter als in Deutschland, wo unsere Jammereliten immer noch die nivellierte Mittelstandsgesellschaft (Schlagworte: Individualisierung, Optionsvielfalt) weiterträumen, während längst die neue Klassengesellschaft Normalität ist?

Was HAGER jedoch übersieht: In Deutschland wird die Männerbewegung vom Männerüberschuss bzw. Ungleichheiten auf dem Heiratsmarkt befeuert. Bislang wird das noch in Machwerken wie Not am Mann als ostdeutsches Problem verharmlost und auf eine Gefahr des Rechtsradikalismus verkürzt. Tatsächlich ist das Problem jedoch ein Kernelement der neuen Klassengesellschaft: auf der einen Seite die schöne neue Welt der Doppel-Karriere-Paaren/-Familien und auf der anderen Seite das Elend der zunehmenden Partnerlosigkeit im Niedriglohnsektor und unter Hartz IV-Empfängern, um nur die extremen Gegensätze zu nennen.

Profil-Titelgeschichte: Was Freundschaft wert ist.
Warum sie hält, während Liebe und Familie immer brüchiger werden

GOEBEL, Tina & Angelika HAGER (2012): Freunde sind die Familie des 21. Jahrhunderts.
Warum sie hält, während Liebe und Familie immer brüchiger werden,
in: Profil Nr.16 v. 16.04.

Die Beschäftigung mit Freundschaften hat in den Medien seit etwa einem Jahrzehnt Konjunktur. Diese Konjunktur lässt sich auch anhand der Sitcom Friends ablesen, die zwar seit 1996 in Deutschland lief, aber erst ab 2002 zunehmend Beachtung fand. 2003 erschien in den USA das Buch Urban Tribes von Ethan WATTERS, das Freunde als Ersatzfamilie beschrieb und zum Bestseller avancierte.

Zwar redete man bereits in den 1990er Jahren allerorten über die Single-Gesellschaft, aber die Netzwerkforschung, die sich mit Beziehungen von Haushaltsmitgliedern jenseits des Haushalts beschäftigte, setzte - wenn überhaupt auf Verwandtschaft und nicht auf die "schwachen Bindungen". Christiane GREFE fragte deshalb 2004 in der ZEIT noch skeptisch:

"Doch können Wahlverwandtschaften tatsächlich an die Stelle sich auflösender »Blutsverwandtschaften« und vielleicht auch Bindungen an Betriebe, Vereine, Kirchen treten, weil man Freundschaften flexibler auf die Bedürfnisse der Selbstverwirklicher zuschneiden kann? Ist also, trotz emsiger Bemühungen um eine Renaissance der Kleinfamilie, deren kurze historische Hoch-Zeit in den Sechzigern endgültig vorbei? (...). Und bricht nun das seit den Siebzigern dämmernde Zeitalter der Freundschaft an? Oder ist im Gegenteil das Wachsen und Bestehen verlässlicher Freundschaften von den gleichen Veränderungen wie Liebe und Familie bedroht? (...).
Doch wie Erwachsene Freundschaften tatsächlich leben und was sie daraus beziehen, das ist empirisch nur in einzelnen, meist nicht sehr umfassenden Studien untersucht; Freundschaft sei, sagt die Familiensoziologin Ursula Nötzoldt-Linden, wissenschaftlich eine »vernachlässigte Kategorie«."

2008 brachte die Zeitschrift Mittelweg 36, das wissenschaftliche Zentralorgan der Generation Berlin, einen Schwerpunkt zum Thema, denn der forcierte Umbau des Sozialstaats ist Motor der Suche nach Alternativen zum Staat. Freundschaft gilt spätestens seit damals als zivilgesellschaftlicher Hoffnungsträger. 2011 legte die Zeitschrift Mittelweg 36 mit Sorgenden Freunden nach. Mehr zur Debatte um Freundschaften gibt es hier.

Während Kulturpessimisten soziale Netzwerke wie Facebook als Niedergang betrachten, plädiert der Profil-Titel für eine positive Sicht auf diese virtuellen Freundschaften.

Profil-Titelgeschichte: Lebensgefühl Einsamkeit.
1,3 Millionen Single-Haushalte in Österreich: Warum immer mehr Menschen allein sind und wie man der sozialen Isolation entkommt

HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2013): Isolationshaft Einsamkeit.
Einsamkeit gilt als Schreckgespenst einer digital restlos vernetzten und manisch beziehungssüchtigen Gesellschaft. Alleinsein muss jedoch nicht nur krank machen, sondern kann auch zum Trainingslager für ein besseres Ich werden,
in:
Profil v. 07.01.

HAGER, Angelika/HOFER, Sebastian/HUBER, Sebastian (2013): Generation Crash.
Jung, motiviert, chancenlos: Sie investieren in Karrieren, die der Arbeitsmarkt ihnen verweigert, oder steigen gleich gar nicht in ein System ein, an das sie den Glauben verloren haben. Warum die Zukunft für viele gut ausgebildete Menschen unter 30 zum Härtetest wird,
in: Profil Nr.47
v. 18.11.

Seit Journalisten der Generation Golf mit Abstiegsangst ihre Generation Anfang des Jahrtausends zur verlorenen Generation stilisiert haben, grenzt man sich folgendermaßen gegen die immer wiederkehrenden Akademikerarbeitslosigkeitswellen ab Anfang der 1980er Jahre ab:

"Die traditionellen Klischeefiguren des arbeitsmarktuntauglichen Akademikers in Gestalt des Altphilologen im 35. Semester, des professionellen Beislphilosophen oder akademisch geprüften Taxifahrers haben in den vergangenen Jahren ein neues, erheblich weiter verbreitetes Pendant bekommen: den bestausgebildeten, hochmotivierten und dennoch nicht adäquat beschäftigten Universitätsabsolventen."

Die Autoren wollen damit das Bild der Generation Y, das Zeitungen wie die FAZ angesichts eines angeblich drohenden Fachkräftemangels malen, korrigieren:

"Die gängigen Vorurteile über die Generation Y, die in Medien wie der »New York Times« oder der »Neuen Zürcher Zeitung« als zögerlich, unentschlossen, weltfremd und verwöhnt vom satten Lebensstandard ihrer Babyboomer-Eltern dargestellt wird, widerlegt eine repräsentative Studie der »Allianz Gruppe Österreich«"

In Deutschland hat die FAS gar das goldene Zeitalter der Vollbeschäftigung ausgerufen.

Bei der Beschreibung möglicher Reaktionen auf die Arbeitsmarktsituation greifen die Autoren dagegen auf Standardklischees der Vergangenheit, die lediglich ein wenig modernisiert werden, zurück:

"Der Konkurrenzdruck und die verschärften Arbeitsmarktbedingungen reanimieren den Yuppie der 1980er-Jahre, der mit Ehrgeiz und Ellbogentechnik seine Mitbewerber aus dem Feld schlägt und manchmal schon als Mittdreißiger mit als »Burn-out« etikettierten Erschöpfungsdepressionen flachliegt.
Daneben entsteht eine Welle von »idealistischen neuen Selbstständigen«, die einen niedrigeren Lebensstandard für eine Existenz in Freiheit und Flexibilität in Kauf nehmen (...).
Als dritter markanter Typus kristallisieren sich die Systemverweigerer heraus
".

Aber warum ist dies ein Problem? Die Autoren erklären uns:

"Das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes hat sich inzwischen bei knapp über 30 Jahren eingependelt. Die Pensionskatastrophe erscheint durch die schrumpfenden Geburtenraten und den immer länger hinausgezögerten Zeitpunkt für eine Familiengründung programmiert. Denn weniger Kinder bewirken mittelfristig einen Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung und somit auch einen Rückgang der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung."

Der demografische Wandel könnte aber genauso gut eine Chance sein.

Profil-Titelgeschichte: Alt liebt Jung.
Ältere Herren mit blutjungen Frauen. reife Damen mit knackigen Burschen. Eine Polemik gegen die Alterskluft in Beziehungen

Neu:
HAGER, Angelika (2014): Methusalem-Familien und die dramatisch wachsende Alterskluft in Beziehungen.
Im Kapitalismus der Liebe zählt Jugend bei betagten Herren zum kräftigsten Kaufargument. Doch auch Seniorinnen ergreift zunehmend das Jagdfieber nach jüngeren Männern. Über die wachsende Alterskluft in Beziehungen und den damit verbundenen gesellschaftspolitischen Backlash,
in: Profil Nr.4 v. 20.01.

Profil-Titelgeschichte: Wie schlecht war Ihre Mutter?
Falls Sie unter Bindungsstörungen, Aggressionen, psychischen Defekten leiden...

HAGER, Angelika (2014): Wie schlecht war Ihre Mutter?
Nicht alle Mütter haben das Talent für bedingungslose Liebe. Manche verwechseln ihre Kinder mit einem Kampfauftrag. Sie geben ihnen ein gewaltiges Konfliktpotenzial – Aggressionen, psychische Defekte, Bindungsstörungen – mit auf den Weg. Experten erklären, welche Muttertypen es gibt und welche Langzeitschäden sie anrichten können,
in:
Profil Nr.20 v. 12.05.

 
       
       
   

Polly Adler - Überleben 2009 (2008).
Frische Kolumnen und erste Hilfe für 2009
Amalthea Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Dieses Buch ist nicht nur ein öder Kalender, sondern Ihr Erste-Hilfe-Paket für 2009. Sie werden es brauchen, wenn der Saturn wieder einmal miese Laune hat und Ihre Venus im Koma liegt. In diesen Momenten werden Ihnen diese Seiten Trost und Ratlosigkeit spenden – mit extra-ehrlichen Kolumnen, erfrischenden Zitaten und Überlebenstipps – vor allem für diese Achterbahn namens Liebe. Denn 2009 ist nicht nur Haltung, sondern auch Unterhaltung gefragt. Und Humor ist noch immer die beste aller Waffen, wenn einem das Leben den Mittelfinger zeigt, Mazeltov, Auguri und das ganze Zeug! "

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. Juli 2008
Stand: 14. November 2017