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Bernd Marin: Lebenslang Kinderlose als Minderheit

 
       
     
       
     
       
   

Bernd Marin in seiner eigenen Schreibe

 
   
     
 

Statement von Bernd Marin zu den lebenslang Kinderlosen in Österreich

"Die privatisierte Statistik Austria solle »als Dienstleister« nicht nur der Verwaltung, sondern auch »direkt der Politik« dienen, so die Politik. Keine Woche später veröffentlichten anlässlich des deutschen Höchstgerichtsspruchs BWK, APA, ORF unter Bezug auf STATA reißerische Schlagzeilen wie »Immer mehr Familien ohne Kinder«, »Derzeit 33,5 Prozent Familien ohne Nachwuchs ... Anstieg auf 41,3 Prozent erwartet« usw.

Ohne Nachwuchs?

Fast jede einzelne Aussage ist falsch - oder schlimmer - irreführend halbwahr. Keine Rede davon, dass derzeit 33,5 Prozent, bis 2030 gar 41,3 Prozent der »Familien ohne Nachwuchs« bleiben - die Werte sind auf rund 200 Prozent überschätzt. Kaum 15 Prozent der Frauen bleiben lebenslang kinderlos. Künftig könnten es zwar 20 Prozent bis 25 Prozent werden; doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es 33 Prozent. Für die doppelten - und nur so alarmierenden - Werte wurden unter 400.000 neuen Paaren teils für Kinder »zu Junge«, teils viele Hunderttausende alte Eltern, deren Kinder außer Haus leben, als »ohne Nachwuchs« gezählt. Frühe Zweisamkeit und Großelternhaushalte ohne Kinder haben nichts mit bedrohlich hoher lebenslanger Kinderlosigkeit der Bevölkerung zu tun; Geburtenrückgang weniger mit ansteigender Kinderlosigkeit als mit zuletzt sinkender Geburtenzahl der Mütter. Tatsächlich ist nicht nur der Anteil kinderloser Frauen gegenüber dem Jahrgang 1900 auf die Hälfte gesunken, selbst die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau lag für die Jahrgänge 1947 bis 1956 mit 1,9 über dem Wert der Jahrgänge 1900 bis 1905 (1,8). Die Fertilität sank am stärksten 1963 bis 1978 durch weniger Kinder der Mütter der Jahrgänge 1937 bis 1947, kaum noch im Jahrzehnt danach. Die Baby-Boom-Generation ist noch unentschieden."
(aus: Der Standard vom 07.05.2001)

 
     
 
       
   

MARIN, Bernd (2001): Panik durch Statistik?
in: Der Standard v. 07.05.

Der österreichische Sozialforscher MARIN kritisiert die Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe zur Pflegeversicherung:

"Falscher Katastrophenalarm liegt auch dem Höchsturteil zur Pflegeversicherung zugrunde, das die gesamte Sozialversicherung ins Wanken bringen soll. Die Verfassungsrichter begründen die geforderten höheren Beitragssätze für Kinderlose ausdrücklich mit dem inzwischen vermeintlichen Fehlen einer deutlichen Mehrheit der Versicherten, die Kinder bekomme und betreue. Auf Basis welcher Statistik? Urteilsbegründungen wie 'Wollte man auch nur die heutige Altersstruktur durch eine Erhöhung der Geburtenrate oder der Einwanderung stabilisieren, so müsste rein rechnerisch entweder die Geburtenrate pro Frau im gebärfähigen Alter umgehend auf 3,8 steigen, oder es müssten 188 Millionen jüngere Personen bis zum Jahr 2050 einwandern' lassen Schlimmstes befürchten - aber nur über fehlende Fachberatung der Höchstrichter. Man wird von ihnen zwar keine Grundkenntnisse in Demographie, Statistik und Versicherungsmathematik, wohl aber sorgsame Inanspruchnahme bestmöglichen fachlichen Rats statt grotesker Unsinnszenarien erwarten dürfen."

In Deutschland scheint ein Maulkorberlass für Wissenschaftler zu existieren. Anders ist nicht zu erklären, dass es in den Medien keinen einzigen Sozialwissenschaftler gegeben hat, der im Anschluss an das Urteil den Begründungszusammenhang in Frage gestellt hat. Es sind verschiedene ausländische Beobachter gewesen, die die Stimmigkeit der Begründung in Zweifel gezogen haben. Nur bei Single-generation.de konnte man bisher Kritik an diesen Sachverhalten lesen.

Christoph Butterwegge - Demografie als Mittel sozialpolitischer Demagogie

MARIN, Bernd (2006): Stirbt Europa aus?
Worin liegt das Problem anhaltend niedriger Fertilität für Europa?
in: Der Standard v. 25.01.

In der Wiener Zeitung Der Standard schreibt Bernd MARIN in seiner Kolumne über bevölkerungspolitische Themen. Heute befasst er sich mit den europäischen Geburtenraten und dem Problem der Kinderlosigkeit:

"Tatsächlich gibt es keinerlei historische Erfahrung mit großen schrumpfenden Bevölkerungen in der Neuzeit. Der seit dem Ersten Weltkrieg anhaltende Geburtenschwund wurde nur durch den Babyboom nach dem Zweiten Weltkrieg mit Höhepunkt 1957 (USA) und 1964 (Europa) unterbrochen. Er hat, mit Ausnahme Deutschlands und im Gegensatz zu weit verbreiteten Mutmaßungen überhaupt nichts mit angeblich zunehmender Kinderlosigkeit, sondern nur mit sinkender Kinderzahl der Frauen mit Kindern sowie mit dem Verfall von Mehrkindfamilien zu tun. So ist die Anteil kinderloser Französinnen mit 10 % kaum halb so hoch wie vor zwei Generationen, die Zahl kinderloser Österreicherinnen heute kaum halb so hoch wie zu Zeiten ihrer Groß- und Urgroßeltern im 20. und 19. Jahrhundert, als noch jede dritte Frau kinderlos blieb."

Inwiefern Deutschland hinsichtlich der Kinderlosigkeit tatsächlich eine Ausnahme ist, das ist - für die jüngere Generation - noch keinesfalls belegbar. Die deutsche Statistik lässt im Gegensatz zur französischen Statistik keine genauen Angaben hinsichtlich der Kinderzahlen pro Frau zu. Dies müsste MARIN eigentlich wissen.

MARIN, Bernd (2006): Bevölkerungskollaps?
Europa wird  bis 2050 auch unter günstigsten Umständen schrumpfen und altern,
in: Der Standard v. 01.02.

Bernd MARIN befasst sich in seiner wöchentlichen Kolumne mit dem "europäischen Bevölkerungskollaps".

 
       
   

Bernd Marin im Gespräch

 
   
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Pensionsreformen (1999)
Nachhaltiger Sozialumbau am Beispiel Österreichs
(herausgegeben mit Christopher Prinz)
Frankfurt:
Campus

 
   
     
 

Klappentext

"Überall in Europa stehen Alterssicherung, Generationenvertrag und Pensionssysteme vor entscheidenden Änderungen. Gefragt ist eine Vereinbarung der etablierten Sozialrechte mit veränderten Rahmenbedingungen wie Frühverrentung, steigender Lebenserwartung und Arbeitslosigkeit. Am Beispiel Österreichs werden Analysen und Vorschläge für einen langfristig nachhaltigen, sozialverträglichen Sozialumbau erörtert."

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Debatte um die Alterssicherung in Österreich

SCHWELLE, Dagmar (2001): Keine Kinder? Mehr bezahlen!
Expertenvorschlag: Bezahlen sollen das besonders Kinderlose,
in: Profil vom 04.11.

SCHWELLE, Dagmar (2002): Frauensache.
Sollen Frauen demnächst länger auf die Pension warten müssen? profil prüft die in der jüngsten Debatte vorgebrachten Argumente und Vorurteile auf ihre Stichhaltigkeit,
in: Profil Nr.13 vom 25.03.

MEINHART, Edith & Adelheid WÖLFL (2002): Streit ums soziale Erbe.
Die Initiatoren des nun startenden Volksbegehrens machen sich Sorgen um den österreichischen Sozialstaat. Will die schwarz-blaue Regierung ihn wirklich demolieren?,
in:
Profil Nr.14 vom 30.03.

SCHWELLE, Dagmar & Adelheid WÖLFL (2002): Kinderkram.
So wenig Geburten wie nie zuvor - das klingt bedrohlich, doch die prophezeite Katastrophe wird ausbleiben,
in: Profil Nr.21 v. 18.05.

Während in Deutschland bei sinkenden Geburtenraten Krisenstimmung angesagt ist, sieht man in Österreich dem Bevölkerungsrückgang wesentlich gelassener entgegen, obwohl die Geburtenrate in beiden Ländern etwa gleich niedrig ist.

Neu:
SCHWAIGER, Rosemarie (2002): Land der Kranken.
Pensionen: Die Reformvorschläge einer Expertengruppe stoßen auf heftigen Widerstand. Doch ohne schmerzhafte Einschnitte wird es nicht gehen,
in: Profil Nr.51 v. 16.12.

 
   

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Update: 03. Mai 2015