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Josef Ehmer: Historische Demographie

 
       
     
       
     
       
   

Josef Ehmer in seiner eigenen Schreibe

 
   

EHMER, Josef (1979): Wohnen ohne eigene Wohnung. Zur sozialen Stellung von Untermietern und Bettgehern, in: Lutz Niethammer (Hg.) Wohnen im Wandel. Beiträge zur Geschichte des Alltags, Wuppertal: Peter Hammer, S.123-143

EHMER, Josef  (2000): Ökonomische Transfers und emotionale Bindungen in den Generationenbeziehungen des 18. und 19. Jahrhunderts, in: Martin Kohli & Marc Szydlik (Hg.) Generationen in Familie und Gesellschaft, Opladen: Leske + Budrich, S.77-96

 
       
   

Josef Ehmer im Gespräch

 
   
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Bevölkerungsgeschichte und Historische Demographie 1800 - 2000 (2004).
Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Band 71
München: Oldenbourg

 
   
     
 

Klappentext

"Der demographische Wandel des 19. und 20. Jahrhunderts war radikal, aber er verlief auf mannigfaltige Weise und nicht immer in die erwartete Richtung. Der Band beschreibt die langen Trends von Migrationsmustern, Sterblichkeit, Fertilität, Altersstrukturen usw. und ebenso die Brüche der Weltkriege, der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik oder der »Wende« von 1989/ 90. Erstmals für diesen Zeitraum verknüpft er die Ergebnisse makro- und mikrohistorischer Forschung. Josef Ehmer informiert über die - in der Regel umstrittenen - Versuche zur Erklärung des demographischen Wandels und zur Bewertung von Bevölkerungspolitik und Bevölkerungswissenschaft und stellt überlieferte wie neueste Theorien zur Diskussion. Eine ideale Einführung für Studierende der Neueren und Neuesten sowie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, ergänzt durch eine thematisch gegliederte Bibliographie."

Pressestimmen

"Um 1930 sagte der Vordenker der deutschen Bevölkerungsstatistik, Friedrich Burgdörfer, den Untergang der Deutschen voraus, weil sich zu diesem Zeitpunkt in allen Schichten die Zwei-Kinder-Familie durchgesetzt hatte. Daran änderten auch die geburtenfördernden Maßnahmen der Nationalsozialisten (freilich nur für die »arischen« Volksteile!) nichts - die Jahrgänge, die ihre Kinder zwischen 1930 und 1940 auf die Welt gebracht hatten, blieben im Mittel von 1,9 Kindern, wie die historische Demografie mittlerweile weiß.
Einer ihrer kritischen Vertreter, der Salzburger Historiker Josef Ehmer, der gerade eine aufschlussreiche Enzyklopädie zur Bevölkerungsgeschichte und historischen Demographie (Deutschland 1800 bis 2000) vorgelegt hat, mahnt deshalb »zur Vorsicht gegenüber düsteren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Prognosen, die aus dem Wandel der Altersstruktur abgeleitet werden.«"
(Ulrike Baureithel im Freitag vom 04.02.2005)

Inhaltsverzeichnis

I. Enzyklopädischer Überblick

1. Der geographische Rahmen der deutschen Bevölkerungsgeschichte
2. Quellen: Volkszählungen, Kirchenbücher, Zivilstandsregister
3. Phasen der Bevölkerungsentwicklung

3.1 Bevölkerungswachstum im "langen" 19. Jahrhundert
3.2 Die Epoche der Katastrophen und die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik
3.3 Bundesrepublik, DDR und das wiedervereinigte Deutschland

4. Die langen Trends

4.1 Von der Mobilität zur Sesshaftigkeit: Binnenmigration und Verstädterung
4.2 Vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland
4.3 Von der unsicheren zur sicheren Lebenszeit: Rückgang der Sterblichkeit und Anstieg der Lebenserwartung
4.4 Die Entwicklung der Fertilität im Übergang zu Geburtenkontrolle und Familienplanung
4.5 Der Bedeutungswandel von Heirat, Ehe und Unehelichkeit
4.6 Wandel der Altersstruktur

II. Grundprobleme und Tendenzen der Forschung

1. Bevölkerungsgeschichte und Historische Demographie
2. Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungspolitik

2.1 Paradigmen der Bevölkerungspolitik: Von der "Übervölkerungsangst" zur "Entvölkerungsangst"
2.2 Nationalsozialistische Bevölkerungspolitik

3. Migrationen

3.1 Bevölkerungsgeschichte und Migrationsforschung
3.2 Transnationale Migrationen
3.3 Binnenmigration

4. Sterblichkeit

4.1 Faktoren des Wandels der Mortalität
4.2 Säuglingssterblichkeit

5. Fertilität und Geburtenrückgang
6. Heiratsverhalten und Unehelichkeit
7. die Bevölkerungsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: ein "demographischer Übergang"?

III. Quellen und Literatur

A. Quellen und Daten
B. Literatur

1. Forschungsberichte, Wissenschaftsgeschichte, Theorien, Methoden
2. Übergreifende Darstellungen: Deutschland im internationalen Kontext
3. Übergreifende Darstellungen und Sammelbände zur deutschen Bevölkerungsgeschichte, -theorie und -politik
4. Epochenspezifische Darstellungen

4.1 Deutscher Bund und Kaiserreich 1815-1914
4.2 Weltkriege, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und nationalsozialistische Bevölkerungspolitik, Nachkriegsjahre (1914-1949)
4.3 DDR
4.4 Bundesrepublik

5. Länder- und Regionalstudien
6. Lokale Fallstudien, Mikrogeschichten
7. Migrationen und Verstädterung
8. Mortalität, Lebenserwartung, epidemiologische Transition
9. Fertilität und Geburtenkontrolle
10. Heiratsverhalten und Unehelichkeit
11. Demographischer Übergang

Zitate:

Altersstruktur und Wirtschaftswachstum hängen nicht unmittelbar zusammen

"Auch wenn man die prognostizierte Entwicklung für realistisch hält, bleibt es schwierig, ihre Auswirkungen zu beurteilen. Schwankungen in diesem Ausmaß hat es auch im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts gegeben. Vor allem sollte man sich hüten, einen hohen Anteil an »Erwerbsfähigen« automatisch mit wirtschaftlicher Prosperität gleichzusetzen. (...) (Die) Periode des Kaiserreichs (wies) mit ihren hohen wirtschaftlichen Wachstumsraten einen sehr niedrigen Anteil an potenziell Erwerbstätigen auf, die Krisenperiode 1914 - 1945 dagegen einen sehr hohen Anteil. Interessanterweise wurde gerade in den 1920er Jahren mit ihrer außergewöhnlich günstigen Altersstruktur im öffentlichen Diskurs die Gefahr der »Vergreisung« besonders dramatisch beschworen.
Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich kein Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Alterstruktur und den Konjunkturzyklen erkennen. Dazu kommt, dass die Stärke einer Altersgruppe ein sehr unzuverlässiger Indikator für die Zahl der Erwerbstätigen ist. Die Macht der Geschlechterrollen (das Alleinverdiener-Hausfrauen-Modell), die Beschaffenheit der Arbeitsmärkte (zwischen Arbeitskräftemangel und Arbeitslosigkeit), die Struktur der Ausbildungs-, Renten- und Sozialsysteme und viele andere Faktoren stecken den Rahmen, in dem der Übertritt von der altersmäßigen Erwerbsfähigkeit erfolgt." (2004, 55f.)

Forschungsdefizit: Baby-Boom der 1950er Jahre

"Der Wandel der Fertilität vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart wurde nicht von Bevölkerungshistorikern oder Historischen Demographen untersucht, sondern von Sozialwissenschaftlern. Diese haben sich seit den 1970er Jahren auf den so genannten »neuen Geburtenrückgang« (...) konzentriert, während der vorhergegangene »Baby-boom« der 1950er Jahre bisher kaum auf das Interesse der Forschung stieß." (2004, S.111)  

 
     
 
       
   

Rezensionen

BAUREITHEL, Ulrike (2005): Krieg der Generationen?
Mobilmachung.
In der aktuellen Demografie-Debatte beklagen die einen das Sinn-, die anderen das Rentenloch - doch es gibt auch kluge Stimmen im Palaver über die aussterbende Nation,
in: Freitag Nr.5 v. 04.02.

 
   

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Update: 28. November 2014