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Leopold Rosenmayr: Singularisierung

 
       
   
  • Zur Person

    • 1925 geboren
    • emeritierter Professor für Soziologie und Sozialphilosophie an der Universität Wien
    • Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Sozialgerontologie und Lebenslaufforschung in Wien
 
       
     
       
   

Leopold Rosenmayr in seiner eigenen Schreibe

 
   

ROSENMAYR, Leopold (1985): Wege zum Ich vor bedrohter Zukunft.
Jugend im Spiegel multidisziplinärer Forschung und Theorie,
in: Soziale Welt, 3, S. 274-298

ROSENMAYR, Leopold (1986): Über Familie in den Strukturumbrüchen Heute. Forschungen und Erwägungen in disziplinübergreifender Absicht, in: Teresa BOCK (Hg.) Familie - Tatsachen, Probleme, Perspektiven, Sonderveröffentlichung aus Anlaß des 71. Deutschen Fürsorgetages vom 29. bis 31. Oktober 1986 in München, Heft 2-4 Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, Frankfurt: Eigenverlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge

ROSENMAYR, Leopold (1993): Streit der Generationen? Lebensphasen und Altersbilder im Umbruch, Wien: Picus

ROSENMAYR, Leopold & Franz KOLLAND (1997): Mein "Sinn" ist nicht dein "Sinn". Unverbindlichkeit oder Vielfalt - Mehrere Wege im Singletum. In: Ulrich Beck (Hg.) Kinder der Freiheit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S.256-287

 
       
   

Leopold Rosenmayr im Gespräch

 
   
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Hoffnung Alter (2003).
Forschung, Theorie, Praxis
(herausgegeben mit Franz Böhmer)
Wien: WUV Universitätsverlag

 
   
     
 

Klappentext

"Der vorliegende Band vereinigt biologische, medizinische und sozialwissenschaftliche Beiträge zu Fragen der Verbesserung der Gesundheit und Steigerung »später Freiheit«. Neue oder erweiterte Lebensziele, individuelle oder soziale Aktivitäten, allein oder in Gruppen, kommen als Aufgaben des Lernens aber auch des handelnden Einsatzes zur Lösung soziale Aktivitäten, allein oder in Gruppen, kommen als Aufgaben des Lernens aber auch des handelnden Einsatzes zur Lösung sozialer und kultureller Aufgaben für ältere Menschen in Betracht. Ja selbst Ausbildungslehrgänge für Animatoren Älterer unter dem Titel von Mentoren oder Seniortrainer entstehen in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland.
Wissenschaftler und Praktiker mehrerer Generationen zeigen in diesem Band Chancen und Mühen der Verwirklichung von Zielen und Plänen im späten Leben. Sie entlarven damit die von der Spaßgesellschaft und ihren Vermarktungsspezialisten angebotenen Idole wie »forever young«. Die naive Fixierung auf Jugendlichkeit beraubt den Menschen seiner Reifungschancen. Statt illusionäre Glückzustände festschreiben zu wollen, sehen wir in der »Hoffnung Alter« dynamische Prozesse entweder der Weiterentwicklung im Beruf oder selbstbestimmter neuer gesellschaftlicher Rollen. Suchen und Änderungsbereitschaft werden immer mehr zu Grundbedingungen späten Lebens.
Für das Offenhalten von Hoffnung bedarf es einer neuen Achtsamkeit auf den Körper, des Trainings von Kräften, der Prophylaxe und einer hohen Bereitschaft zur Wiederherstellung (Rehabilitation). So wird unser aller Gesundheit zur Kulturaufgabe. Das verlängerte Dasein bringt enorme Herausforderungen für die individualisierte Gesellschaft, ihre Ichbezogenheit und Außenlenkung durch Technologie und Massenmedien. Aber auch ganz neue Erfüllungsmöglichkeiten im Alter sowohl durch Selbststeuerung als auch durch Erweckung von Mitmenschlichkeit eröffnen sich.
"

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Mein "Sinn" ist nicht dein "Sinn" (1997).
Verbindlichkeit oder Vielfalt - Mehrere Wege im Singletum
(zusammen mit Franz Kolland)

 
   
     
 

Zitate:

Stichprobe der Befragung

"Im Rahmen einer Mehrthemenumfrage wurden auf der Basis eines random-sample 3969 Österreicherinnen und Österreicher ab dem 14. Lebensjahr befragt. Der Befragungszeitraum war 10. 6. bis 27. 7. 1994." (S.263)

Unterscheidung zwischen Singularisierung und Individualisierung

"Während Singularisierung die Legitimierung (sozial akzeptierte Form) des Alleinlebens bzw. bestimmter mit Alleinsein verbundener Verhaltensweisen bezeichnet, ist unter Individualisierung »die Herausbildung von Besonderheiten in eigenen Entwicklungen und in Formen des Wachstums« zu verstehen.
Die anhaltende Zunahme der Singlehaushalte ist ein Indiz für Singularisierung. (...).
Individualisierung in dem hier gemeinten Sinn heißt, daß der Mensch als Gestalter seiner Identität, Planer seines Lebenslaufs, strategisch-rationaler Nutzer (...) und soweit möglich auch als Produzent gesellschaftlicher Verhältnisse auftritt." (S.259)

Definition: Singles

"Singles (Alleinlebende)
(...). In unserer Studie bezieht sich der Begriff Single auf die Altersgruppe der 30- bis 54jährigen.
(...). Der Begriff Single zielt aber nicht nur auf eine bestimmte äußere Lebensform, sondern auch auf eine bestimmte Lebensweise, d.h. bestimmte Werthaltungen und Beziehungsmuster, die hier konzeptuell als Individualisierung gefaßt werden. Aus der Verknüpfung von Singularisierung (sozial akzeptierte Form des Alleinlebens) und Individualisierung ergeben sich verschiedene Typen von Lebensformen bzw. Lebensweisen." (S.262f.)

Anteil der »swinging« Yuppies

"Einpersonenhaushalte sind in sich sehr heterogen. (...). In bezug auf Einkommen und Erwerbsarbeit bewegen sie sich sowohl im oberen als auch im unteren Verteilungsbereich. (...). Die von der Werbung hervorgehobenen konsumstarken Singles sind (...) durchaus dem mittleren Lebensalter zuzuordnen. Trotzdem machen die in großzügigen Lebensverhältnissen lebenden und über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügenden Singles nur 3 % der Gesamtbevölkerung ab vierzehn Jahre aus. Diese kleine Gruppe der »Paradesingles« ist für den Mythos vom freien und unabhängigen Menschen verantwortlich, der unbelastet von irgendwelchen Verpflichtungen und Verantwortung allein für sich lebt und Genuß und Erleben in den Vordergrund seiner Lebenskultur stellt." (S.264)

Ältere Alleinlebende als größte Gruppe

"Die weitaus größte Gruppe der alleinlebenden Personen bilden (...) die alten Menschen. Mehr als 50 % der Alleinlebenden sind Rentner"(S.268)

Dauer des Alleinwirtschaftens 

"Durchschnittlich lebten alle hier befragten Alleinlebenden 9,5 Jahre allein. Unter den 30- bis 54jährigen lebte jeder Dritte mehr als zehn Jahre allein."(S.268)

geschlechtsspezifische Unterschiede der Zufriedenheit mit dem Alleinleben

"Weibliche Alleinlebende sind - unabhängig vom Familienstand und Alter - mit dem Alleinleben zufriedener."

altersabhängige Zufriedenheit

"Am größten ist die Gruppe der »Unzufriedenen« im mittleren Lebensalter (34 %)."

Singles und Sozialstaat

"Sozialer Tatbestand ist, daß Alleinlebende - vor allem im mittleren Lebensalter - sich vehement gegen eine Politik wehren, die aus ihrer Kinderlosigkeit die Forderung nach einer Höherbesteuerung ableitet. 75 % der Singles lehnen eine Höherbesteuerung, aufgrund ihrer Kinderlosigkeit ab. Von jenen 50 % der insgesamt Befragten, die für eine Höherbesteuerung der Singles eintreten, wird diese zu 80 % mit dem hedonistischen Lebensstil der Singles bzw. deren fehlenden Beitrag zum Generationenvertrag begründet. Da Singles keine Kinder haben, so die Meinung, belasten sie das Umlageverfahren." (S.269)

Typen von Singles

" - Der Karriere-Typ: In der vorliegenden Stichprobe männlich. (...).
- Der Selbstverwirklichungs-Typ: Dieser Single ist eher weiblich als männlich. Sie sieht ihr Alleinleben als Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln
(...).
- Der Schrullige: Dieser Typ ist eher männlich als weiblich. Er ist schon lange oder sein ganzes Erwachsenenleben Single und hat als solcher ausgeprägte Eigenheiten entwickelt. (...). Beruflich ist er eher etabliert als karrierebewußt oder flexibel.
- Der Unangepaßte: Diesem Typus - eher männlich als weiblich - sind alle Kategorien der Partnerschaft und Möglichkeiten der beruflichen Laufbahn zu eng. (...).
- Der Unglückliche: Singles diesen Typs finden sich sowohl unter Männern als auch unter Frauen. Diese Singles wollen eigentlich nicht alleine leben, am liebsten hätten sie eine ganz konventionelle Partnerschaft. sie stellen sehr hohe Ansprüche und sind nur bis zu einem gewissen Grad zu Kompromissen bereit. Für sie ist das Singledasein nur eine vorübergehende Phase in ihrem Leben, die sie kaum genießen." (S.270f.)

Kommentar: Defizit des Beitrags

Mit keinem Wort wird auf Partnerschaften von Singles (Living apart together) eingegangen. Die Definition des Alleinlebenden schließt solche Partnerschaften nicht aus.

 
     
 
       
   

Die Studie in den Medien

Neu:
SCHWISCHEI, Gerhard (2001): Der Freiheit verpflichtet.
Unabhängig, flexibel, genussorientiert: Die Zahl der Singles wächst. Zweifelhaft bleibt, ob sie tatsächlich auch glücklichere Menschen sind,
in: Salzburger Nachrichten v. 11.01.

SCHWISCHEI setzt das Leben im Einpersonenhaushalt mit Partnerlosigkeit gleich, ein weit verbreiteter Irrtum. In dem Artikel wird eine Studie von Leopold ROSENMAYR und Franz KOLLAND erwähnt, ohne dass Näheres zu deren Single-Verständnis gesagt wird. Auch sonst ist der Artikel sehr inhaltsleer. Was soll man von Sätzen halten wie:

"In Zeitgeistmagazinen finden sich immer häufiger Geschichten über die Leiden der neuen Singles".

Der Satz stimmt seit Ende der 1980er Jahre eigentlich immer. Und das Fazit überrascht auch nicht mehr:

"Das Image der Singles ist ramponiert".

Im Spiegel konnte man das ausführlicher schon letztes Jahr lesen und auch schon früher immer wieder einmal.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. September 2003
Update: 23. November 2014