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Marlene Streeruwitz: Wider die Reduzierung der Frau auf die Gebärfunktion

 
       
     
       
     
       
   

Marlene Streeruwitz in ihrer eigenen Schreibe

 
   

STREERUWITZ, Marlene (2001): Frauen stolpern, Männer schauen.
Wenn das Warten aufgebraucht ist: Zum Briefwechsel von Marieluise Fleißer,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.12.

Marlene STREERUWITZ beschreibt den Trailer von Sex and the City:

"Die Lesehilfe (...) steht in der Tradition der amerikanischen Fernsehserie für die Frau von 26 bis 38 (...). Sie bleiben immer daddy's little girl, das immer noch und immer wieder und nach noch so vielen Studienabschlüssen und Erfolg im Beruf peinliche Sachen macht. Sie bleibt immer ein bißchen peinlich."

STREERUWITZ, Marlene (2002): Nur noch der Bauch macht die Frau.
In den Wahlkampfprogrammen der Parteien kommt Weibliches nur unter einem Aspekt vor: wenn es um die Gebärfunktion geht. Statt von Frauen und Männern wird viel von "Menschen" gesprochen - eine durch und durch entpolitisierende Redeweise,
in: TAZ v. 21.08.

STREERUWITZ, Marlene (2003): Als weißer Mann kann eine Frau schon überzeugen.
Warum Frau Merkel die Geschlechterfrage nicht stellt: D.H. Lawrence' "Liebende Frauen" wiedergelesen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.01.

Marlene STREERUWITZ denkt über die neue Eiserne Lady Angela MERKEL nach.

STREERUWITZ, Marlene (2004): Scampi mit Kunst - Ein Abend im Rotary Club.
Aufzeichnungen einer Begegnung mit der Elite, die hierzulande Kultur definiert,
in: Der Standard v. 04.03.

Marlene STREERUWITZ bekommt Ratschläge vom Männerclub: "Man bekämpfe das System, indem man das System für sich ausnütze. Ich sollte halt eine GmbH gründen und mich da anstellen. Dann hätte ich keine Sorgen mehr. Und dann gingen alle sehr schnell.
Das ist also nun die Elite, mit der die Kunst es zu tun hat. Das sind nun die Meinungsbildner, die Kultur definieren. Das sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen politischen Einflusses, in denen wir alle arbeiten. Müssen. Sollen. Wollen.
"

STREERUWITZ, Marlene (2004): Aber. Ja. Ich liebe,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.06.

Marlene STREERUWITZ berichtet am Beispiel von James JOYCEs Ullysses von der bildungsbürgerlichen Einstiegsdroge des identifikatorischen Lesens: "Zu begreifen war da nichts gewesen. Mit 16. Zu verstehen aber dann alles.
Schon die Entdeckung des Ulysses kam aus dem Wunsch nach Fluchthilfe. Aus der Suche nach Fluchthelfern. Und missbräuchlich identifikatorisches Lesen war die Folge. Aber was für ein Gelingen der Flucht. Welche Entwindungen wurden da möglich.
Ein Bekannter meines Vaters sagte beim Kaffee auf einer Veranda im Salzburgischen, dass er seine Einschlafprobleme mit dem Ulysses bekämpfe. (...). Und dazu lächelte er so zu meinem Vater über den Tisch hinüber. Ironisch. Überlegen. Sicher, dass alle seiner Meinung waren.
Einer katholisch sozialisierten Person gerät das Gegen-diese-Religion-Sein leicht selbst zur Religion. Die Geste des Dagegenseins wird so rigoros wie die Selbstaufgabe von Zugehörigkeit. Und ich war 16, und das ironisch überlegene Einverständnis an diesem Frühstückstisch machte mich weinen vor Zorn und Hilflosigkeit. Ich fuhr noch an dem Tag mit dem Bus nach Salzburg. Gegen das Verbot das Haus zu verlassen. Ich machte mich auf die Suche nach dem Ulysses.
"

 
       
   

Marlene Streeruwitz: Porträts und Gespräche

 
     
       
   

Jessica, 30 (2004)
Frankfurt a/M: S. Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"Eigentlich ist alles bestens. Jessica sieht gut aus, ist jung und intelligent, ein Muster der Generation Golf Zwei. Eigentlich sollte sie nur mit vielen one night stands experimentieren, die sie dann am nächsten Tag mit ihren Freundinnen bespricht. Doch dann erfährt sie die Politik am eigenen Leib und aus »Sex and the City« wird ein C-movie und der Neoliberalismus erotisiert auf Dauer auch nicht. Aber Jessica hat Gegenstrategien: Sie beschließt, ihren Körper zu privatisieren, und lässt die Täter nicht stillschweigend davonkommen. Jessica Somner - 30 Jahre alt, Kulturwissenschaftlerin, Single - ist die hinreißende Heldin dieser Geschichte, die man sich zur Freundin wünscht. Ihr innerer Monolog ein irrwitzig literarisches Abenteuer von Marlene Streeruwitz."

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Florian Illies für Eilige - Generation Golf zwei

Katja Kullmann - Generation Ally

 
   

Rezensionen

ADORJÁN, Johanna (2004): Sie und ihr Maple Walnut.
Mit ihrem neuen Roman "Jessica, 30" tut Marlene Streeruwitz Frauen keinen Gefallen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.05.

Klischees! Klischees! Klischees! erregt sich Johanna ADORJÁN. Das Schlimme sind ja nicht die Klischees, schließlich produziert jeder Journalist tagtäglich Klischees. Er möchte dann aber wenigstens seine eigenen Klischees reproduziert sehen, aber STREERUWITZ reproduziert nicht die FAS-Klischees, sondern die Klischees von Frauenzeitschriften und Serien wie Sex and the City. Bridget Jones-Klone überall. Nachdem sich ADORJÁN vier Zeitungsspalten lang erregt hat, zitiert sie aus einem Falter-Interview mit STREERUWITZ:

"Sie habe sich beim Schreiben »wirklich in eine Dreißigjährige hineingespielt, die 'Woman' liest, 'Sex and the City' schaut«, sagte Streeruwitz, 53, dem österreichischen »Falter«. Herausgekommen ist eine Art Neuauflage des Klischeefrauen-Bestsellers »Schokolade zum Frühstück« mit Kunst-Anspruch."

EISMANN, Sonja (2004): Jessica, 30.
Im Clinch mit den Supertussen,
in: Intro, Juni

MÜLLER, Burkhard (2004): Neue Menschen, alte Hüte.
Noch heute maile ich den Endemol-Leuten: In "Jessica, 30" lässt Marlene Streeruwtz das Komma joggen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.06.

KRUMBHOLZ, Martin (2004): Durchschnittlich unglücklich.
Die Luft für Liebe ist verbraucht: Marlene Streeruwitz schickt "Jessica, 30" in die Sprachwerdung,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.06.

WEINZIERL, Ulrich (2004): Mein ist die Rache, spricht die Frau.
Kolportage, emanzipiert: Marlene Streeruwitz,
in: Welt v. 03.07.

FEDERMAIR, Leopold (2004): Das ungenierte "Und".
Marlene Streeruwitz beschreibt Österreich als Sumpf,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.07.

Infos zu: Leopold Federmair - Autor der Single-Generation

ROEDIG, Andrea (2004): Körper, Karriere, Koitus.
Punktlos. Im Roman "Jessica, 30" erzählt Marlene Streeruwitz die Generation Ally als inneren Monolog,
in: Freitag Nr.32 v. 30.07.

ERDINGER, Andrea (2004): Der Lauf des Lebens.
Ohne Punkt, ohne Abschluss, aber voller Hoffnung: "Jessica, 30" von Marlene Streeruwitz,
in: TAZ v. 31.07.

 
       
   

Tagebuch der Gegenwart (2002)
Wien: Böhlau

 
   
     
 

Klappentext

"Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Regisseurin Marlene Streeruwitz kommentiert, von den Standorten Wien, Berlin, Karlsruhe, Basel, Chicago, Feistrizwald und New York aus, in einem Tagebuch der Gegenwart das politische und gesellschaftliche Zeitgeschehen des 21. Jahrhunderts.
Seit den 90er Jahren sowohl durch ihre viel gespielten Theaterstücke als auch durch ihre Romane "Verführung" und "Nachwelt" wie durch ihr theoretisches Werk, das sich um die Tübinger und Frankfurter Poetikvorlesungen zentriert, bekannt, analysiert Marlene Streeruwitz in diesen Zeitessays die in TV und Medien zu Nachrichten verdünnten Ereignisse und Themen unserer Tage: Der Schlingensief-Container; die Konsensgesellschaft von Provakateur und Provozierten in der Kunst; das Schaukampf-TV von Literarischem Quartett bis Herzblatt; das neue Heimatgefühl; Frauen und Privatheit in der Politik; Literatur im Internet; Leihmutterschaft, Sterbehilfe als Regie zum Tode.
Als eine der drei Weisinnen der Protestbewegung gegen Schwarz-Blau in Österreich nominiert, entwirft Marlene Streeruwitz eine neue Poetik des Politischen, die keine Verwendung hergebrachter Formen des Widerstandes mehr gestattet."

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Marlene Streeruwitz im WWW

www.marlenestreeruwitz.at
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. Oktober 2002
Stand: 07. März 2016