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Mela Hartwig: Das Bürofräulein Anfang der 30er Jahre

 
       
     
       
     
       
   

Das Weib ist ein Nichts (2002)
(zuerst 1929, Graz:
Droschl)

 
   
     
 

Klappentext

"Hinter dem provokanten Titel, der den Tagebüchern Friedrich Hebbels entnommen ist und die rückschrittlichsten Theorien etwa Otto Weiningers zu unterstreichen scheint, verbirgt sich ein eigentümlicher, fiebriger Roman: Bibiana geht durch die Hände verschiedener Männer, die sie jeweils völlig neu formen, die ihr eine vollständig andere Identität verleihen, vom Namen bis zu ihrem Auftreten. In vollkommener Passivität nimmt sie diese unterschiedlichen Schicksale an, läßt sie diese Einschreibungen über sich ergehen.

Kraß wie in einem Kolportageroman sind diese Existenzen: sie ist nacheinander das Werkzeug eines Hochstaplers, die Muse eines armen Komponisten, die Geliebte eines reichen Geschäftsmannes und die Gefährtin eines sozialistischen Arbeiterführers.

Der Roman verstört. Bald nach Erscheinen schon zur Verfilmung vorgesehen (mit Greta Garbo in der Hauptrolle), rief er sehr bald kritische Stimmen hervor, die ihn auf der Folie des damaligen Emanzipationsstandes gelesen sehen wollten. Seine Kraft zeigt dieser noch ganz im expressionistischen Gestus geschriebene Roman gerade auch darin, wie fruchtbar er für die zeitgenössische Theoriediskussion zur Gender-Frage noch immer ist."

 
     
 
       
   

Rezensionen

NIEDERMEIER, Cornelia (2002): Das Weib ist kein Nichts.
Der Grazer Droschl-Verlag publiziert das begeisternde Werk einer zu Unrecht Vergessenen - Mela Hartwig,
in: Standard v. 28.08.

SCHLAFFER, Hannelore (2002): Halluzination Weib.
Mela Hartwig porträtiert ihre Zeit, Männer inklusive,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.10.

ZINTZEN, Christiane (2002): "Das Weib ist ein Nichts": Mela Hartwigs Roman von 1929,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.10.

Neu:
REICHART, Manuela (2002): Ein Frauenbuch gegen die Frau?
Mela Hartwigs Roman "Das Weib ist ein Nichts" aus dem Jahr 1929,
in: Berliner Zeitung v. 16.12.

 
       
   

Bin ich ein überflüssiger Mensch (2001)
Graz:
Droschl

 
   
     
 

Klappentext

"Mela Hartwig ist eine der großen Unbekannten, deren Karriere durch den Nationalsozialismus zerstört wurde.
Wie in ihren früheren Werken stellt sie in ihrem zweiten Roman wieder eine Frau in den Mittelpunkt, die mit sich uneins ist, eine »Neurotikerin«, die mit jedem Schritt an die ihr auferlegten Begrenzungen stößt: eine unscheinbare und sehr entbehrliche Sekretärin ohne besondere Fähigkeiten, die eines Tages einer erotischen Obsession verfällt. Ein im Gestus des schonungslosen Geständnisses formulierter Roman einer unerhörten Selbsterniedrigung, präzise in der messerscharf geschilderten sozialen Situation der frühen 30er Jahre lokalisiert, und in einer Sprache, die den expressionistischen Gestus der früheren Texte zugunsten eines dokumentarisch-nüchternen Stils aufgegeben hat."

Stimmen zum Buch

"Das eigentliche Skandalon des Buches ist eben gerade, dass es 65 Jahre vor Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (und 40 Jahre vor 1968, wenn man so will) das Glücksversprechen des sexuellen Körpers eskamotiert"
(Gerald Fiebig in satt.org 09/2001)

"Im Begriff des Fräuleins mischen sich die Tag- und Nachtseiten der Krisenjahre zwischen den Weltkriegen: die hektische Atmosphäre eines sich amerikanisierenden Büroalltags mit klappernden Schreibmaschinen und ständig klingelnden Telefonen, mit Chefs, die ihre Fräuleins zum Schnelldiktat dirigieren; andererseits klingen die Koketterien eines leichtfüssigen, ein bisschen schamlosen und ein wenig verklemmten Vergnügungslebens in den Cafés und Tanzbars der swingenden Twenties an. Dort sind die weiblichen Angestellten mit unsicherer beruflicher Position dann Freiwild für hochstaplerische Gigolos oder sich ein Herz nehmende blasse Buchhalter."
(Bernhard Fetz in der NZZ vom 29.11.2001)

 
     
 
       
   

Rezensionen

FIEBIG, Gerald (2001): Tristesse banale,
in: satt.org, September

PERSON, Jutta (2001): Am Nullpunkt der Registratur.
Mela Hartwigs Roman "Bin ich ein überflüssiger Mensch?" erscheint mit siebzig Jahren Verspätung,
in:
Literaturkritik.de, Nr.11, November

FETZ, Bernhard (2001): Die Sehnsucht der eigenen Wärme,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 29.11.

HILLGRUBER, Katrin (2002): Der Furor der Aloisia Schmidt.
Endlich wiederentdeckt: Mela Hartwigs Roman aus dem Jahr 1931 "Bin ich ein überflüssiger Mensch?",
in:
Frankfurter Rundschau v. 16.05.

WINGLER, Hedwig (2002): "Bin ich ein überflüssiger Mensch?".
Roman von Mela Hartwig. Neusachliches Bild einer entfremdeten Kleinbürgerin,
in: manuskripte Nr.156

 
   

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Stand: 07. August 2015