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D. Holland-Moritz: Die 70er Jahre als Single in Solingen

 
       
     
       
   

Lovers Club (2002).
Eine Stimme aus dem Off
Berlin: Merve

 
   
 
 

Klappentext

"Autobiographische Erzählung eines Local Hero. Solingen zählt zu den westdeutschen Städten, deren Provinz die Kinder der 70er Jahre zu entfliehen suchten. Der Autor repetiert wie in diesen Jahren die gegenkulturellen Wir-Utopien zu vorgefertigten Ich-Schablonen gerannen. Beitrag einer Generation, die hinaus wollte in die Weltläufigkeit der Metropolen und steckenblieb. Zivilisationskritik und Wahrnehmungstheorie. Dokument einer Jugend in der Rheinprovinz. Verlust der gesellschaftlichen Zentralperspektive."

Pressestimmen

"Die 70er Jahre gelten oft als stillos, dabei nahmen hier so bedeutende Karrieren wie die Velvet Undergrounds, Roxy Musics oder David Bowies ihren Anfang, brachte Punk Ende des Jahrzehnts den ersehnten, endgültigen Einschnitt. Glamrock, T-Rex, Can, Captain Beefheart und Frank Zappa prägten diese Zeit, und alles das kommt bei Holland-Moritz wieder hoch."
(Enno Stahl im DeutschlandRadio vom 17.03.2003)

 
 
       
   
  • Rezension

    • KUHLBRODT, Detlef (2002): Man hatte ihnen ein Fest der Freude versprochen.
      D. Holland-Moritz erinnert sich in "Lovers Club" an eine Jugend in Solingen,
      in: TAZ v. 09.10.
    • SCHÄFER, Frank (2003): Bloß weg hier!
      Heute Übach-Palenberg, morgen die ganze Welt. Zwei neue Bücher verhandeln die eigentümliche Beziehung zwischen Pop und Provinz,
      in: Jungle World Nr.5 v. 22.01.
      • Kommentar:
        Der Berlin-Hype ist vorbei, die Provinzler der Generation Berlin wandern aus Berlin ab und damit hat auch wieder das Nachdenken über das Verhältnis von Provinz und Metropole Konjunktur.
        Frank SCHÄFER erwähnt das Buch "Wie komme ich hier raus?" von Kolja MENSING eher nebenbei.

              
        Im Zentrum steht das Buch "Lovers Club" von HOLLAND-MORITZ. SCHÄFER stellt bei seiner Betrachtung die Mentalität der Provinzler in den Vordergrund:
              
        "Ein Defizit schafft Verlangen, ist somit Motivation für außergewöhnliche Leistungsfähigkeit. Vielleicht lässt sich das in dieser gerade noch zulässigen Verallgemeinerung übertragen auf die Provinz als solche. Ihr eingeschrieben ist schließlich allemal eine Defiziterfahrung und also auch der Wunsch, diese marginalisierte, gering geschätzte Region um jeden Preis zu verlassen. Diesen Mangel an Herkunft wettzumachen durch Flexibilität, gesteigerte Assimilationsbereitschaft, Durchsetzungskraft und Pragmatismus, mit anderen Worten durch die Übererfüllung des Solls an primär urbanen Tugenden, wird dem Provinzler eingebläut."
              
        Diedrich DIEDERICHSEN hat in "Sexbeat" ebenfalls eine Variante dieser Provinz-Metropolen-Beziehung ausgeführt, in der dem Hip-Intellektuellen eine zentrale Rolle zugeschrieben wird:
              
        "Der Hip-Intellektuelle bringt aus seinem angeborenen, eingeborenen Exil die Fähigkeit und unüberwindbare Neigung zur Projektion und Überhöhung mit sich, er ist der bürgerliche In-die-Tasche-Lügner par excellence, aber der großartigste. Denn nicht nur ist sein Ziel das Ehrenwerteste, die Quelle seines Projektionstriebs ist (...) der Geschlechtstrieb selbst. So entsteht der Hip-Intellektuelle. Intellektuell ist er von Haus aus, im Laufe der Pubertät geworden oder just by accident. Aber er weiß, wie alle klugen Menschen, daß die schönsten und beten Leute, vor allem Mädchen, in der Stadt sind, und zwar nicht irgendwo in der Stadt, sondern in den Revieren von Bohemia. Er weiß, daß er dahin will. Aber er ist nicht aus der Stadt. Er ist kein Hipster, wie wir den nach Bohemia hineingeborenen Leichtfuß, der von Haus aus Zugang zu den geheimen Revieren hat, nennen. Er ist der natürliche Konkurrent des Hipster.
        (...).
        Der Hip-Intellektuelle, der Bohemia Wort und Selbstverständnis gab und gibt, sowie er seit Urzeiten aus der Provinz in ihren Zentren auftaucht, ist gleichzeitig Agent provocateur, der bestimmte Praktiken erst erfindet oder benennt" (S.64f.).
    • SCHÄFER, Frank (2003): Leben und Leiden am Rand.
      Anmerkungen zur Beziehung zwischen Pop und Provinz,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.01.
      • Kommentar:
        SCHÄFER präsentiert seine gestrige, kürzer gefasste Jungle-World-Rezension heute ausführlicher einem breiterem Publikum.
    • STAHL, Enno (2003): D. Holland-Moritz: Lovers Club,
      in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 17.03.
 
     
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. März 2003
Stand: 27. Oktober 2013