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Eckhard Schumacher: Popkultur für die Neue Mitte

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1966 geboren
    • 2003 Buch "Gerade Eben Jetzt"
    • 2007 Buch "Pop"
      Lehrstuhlinhaber Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie am Institut für Deutsche Philologie in Greifswald
 
       
     
       
   

Eckhard Schumacher in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

SCHUMACHER, Eckhard (2014): Nachtlebengeschichtsschreibung.
Popkolumne,
in: Merkur, Heft 776,
Januar

SCHUMACHER sichtet die Nachlebengeschichtsschreibung der letzten fünf Jahre, die meist Berlin in den Mittelpunkt stellt: Lost and Sound von Tobias RAPP, Die ersten Tage von Berlin von Ulrich GUTMAIR, Der Klang der Familie von Felix DENK & Sven von THÜLEN, Mehr als laut von Jürgen TEIPEL und Subkultur Westberlin 1979-1989 von Wolfgang MÜLLER. Besonders ausführlich geht SCHUMACHER auf das von Wolfgang FARKAS, Stefanie SEIDL und Heiko ZWIRNER herausgegebene Buch Nachtleben Berlin ein:

"Da viele der Autorinnen und Autoren, die sich in Nachtleben Berlin in kurzen Beiträgen ausgewählten Clubs widmen, dies an anderer Stelle schon ausführlicher getan haben, kann man von diesem Band ausgehend ganz hervorragend weiterlesen und das weitausgreifende Feld des Schreibens über jene Aspekte von Pop- und Subkulturen sichten, die aufgrund ihrer vermeintlichen Flüchtigkeit, ihrer absehbaren Redundanz oder ihrer Diskretionsregeln häufig nicht dokumentiert werden."

Während diese neuere Nachtlebengeschichtsschreibung eher unliterarisch daherkommt, gab es früher mit Hubert FICHTE ("Die Palette") oder Rave von Rainald GOETZ eine literarische Nachtlebengeschichtsschreibung. Man kann sie jedoch durch die Bücher von Bernd CAILLOUX ("Spielzeit 77/78" und "Das Geschäftsjahr 1968/69"), AIREN ("Strobo") oder Helene HEGEMANN ("Axolotl Roadkill") gewinnbringend ergänzen.

Neu:
SCHUMACHER, Eckhard (2014): Pop-Musik-Theorie.
Popkolumne: Institutionalisierung und Sezession,
in: Merkur, Nr.780, Mai

SCHUMACHER sieht einen Zusammenhang zwischen der Akademisierung der Pop-Musik und dem Bedeutungsschwund für die Jugend- und Subkultur. Ausführlich geht SCHUMACHER auf das aktuelle Buch Über Pop-Musik von Diedrich DIEDERICHSEN ein.

 
       
   

Eckhard Schumacher in der Debatte

 
       
   

SCHNEIDER, Wolfgang (2003): Lesefehler.
Jugend horcht: Ein Berliner Symposion über Popliteratur,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.04.

SCHNEIDER kommt nach Referierung der Pop-Wissenschaftler Moritz BAßLER, Thomas ERNST, Andreas SCHUMANN und Eckhard SCHUMACHER angesichts der Unschärfe des Begriffs "Popliteratur" zum Schluss:

"In ihm kann sich inzwischen alles wiederfinden, was nicht nach Literaturpreis-Literatur und Wasserglas-Lesung aussieht. Insofern muß man wohl doch sagen: Popliteratur wird es immer geben".

ZSCHIRNT, Christiane (2003): Strukturell immer offen.
Popliteratur ist tot, nun liegt sie auf den literaturwissenschaftlichen Seziertischen: Der Fachbereich Germanist der Uni Heidelberg widmete in diesem Jahr seine Poetikdozentur der Popliteratur,
in: TAZ v. 16.06.

  • ZSCHIRNT über einen Vortrag von SCHUMACHER: "Zum Abschluss der Veranstaltung ging es dann noch einmal richtig akademisch zu. Im Germanistischen Seminar der Universität, zu Füßen der Ruinen des Heidelberger Schlosses, hielt der Kölner Literaturwissenschaftler Eckhard Schumacher einen brillanten Vortrag über den Pop und das Jetzt. Schumacher hob das Thema Popliteratur auf eine wohltuend analytische Ebene und gab einen Vorgeschmack darauf, welchen Gewinn der Einzug in die germanistischen Seminare für die Möglichkeiten, intelligent über Popliteratur zu sprechen, im Idealfall bedeutet. Das Entscheidende des Pop, erklärte Schumacher am Beispiel von Rainald Goetz, sei gar nicht das ständig beschworene Erzählen von den Befindlichkeiten einer Generation, sondern der Bezug des Pop zur Zeit: Pop betreibe in der Gegenwart Grundlagenforschung der Gegenwart. Nicht um die Gegenwart zu verstehen, sondern um sie zu zitieren, zu montieren und zu archivieren. Und damit sei Pop in Wirklichkeit nicht die Vereinbarungsliteratur, unter der sie das Feuilleton gewöhnlich verhandle, sondern eher wie eine Versuchsanordnung, strukturell immer offen"

SCHLOEMANN, Johan (2013): Ich will zu meiner Mama.
Das Studium, war das nicht Abenteuer und Abschied von zu Hause? Offenbar nicht mehr. Über eine prägende Lebensphase, die sich und auch die Gesellschaft ziemlich stark verändert hat,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.11.

SCHLOEMANN reist nach Greifswald, wo er sich am Institut für Deutsche Philologie mit dem "Pop-Professor" SCHUMACHER über das unterschiedliche Studierverhalten unterhält.

 
       
       
   

Pop (2007).
Seit 1964
(zusammen mit Kerstin Gleba)

Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Das hat gefehlt: Eine Anthologie zu Pop und Literatur. Mit Texten von 1964 bis heute.

Treffen Pop und Literatur aufeinander, knallt es. Wann immer sie eine Verbindung eingingen, polarisierten sie, sorgten für Verwirrungen im Literaturbetrieb und für Aha-Erlebnisse bei Lesern. Dieser Reader versammelt eine Auswahl von Texten, die seit 1964 unter dem Stichwort »Pop« diskutiert worden sind. Pop-Klassiker ebenso wie kaum bekannte Fundstücke. Eine Materialsammlung, die gute Laune macht.

Zum Wesen des Pop gehört, dass er kommt und geht, sich der Festlegung entzieht. Nichts ist falscher daher als die Einschätzung, Pop bzw. Pop-Literatur sei 2001 endgültig gestorben. Oder schon Ende der 1960er-Jahre. Totgesagte leben länger, wie ein Blick in dieses Buch zeigt. Um was geht’s? Um Gegenwart, Nachtleben, Musik, Wut und Klatsch, um Provokation, Widerspruch und Affirmation, um Flüchtigkeit, Wirklichkeit und Wahrheit, um Klarheit, Rausch und Drogen, darum, das Erreichte immer wieder zu zerschlagen, immer wieder neu anzufangen. Die Anthologie enthält essayistische, journalistische und erzählende Texte, darunter Pop-Klassiker genauso wie kaum bekannte Fundstücke. Aufgeteilt in drei historische Kapitel: 1964–1972, 1982–1989 und 1990–2004, erscheinen die Texte in chronologischer Reihenfolge, wodurch sich immer wieder überraschende Querverbindungen ergeben, die Ähnlichkeiten und Differenzen erkennbar werden lassen. Eingeleitet werden die Kapitel mit Hinweisen der Herausgeber zum jeweiligen historischen und literarischen Kontext. Den Abschluss des Bandes bildet das bislang unveröffentlichte Protokoll eines Gespräches über »Pop«, das die Herausgeber im Oktober 2006 mit Thomas Meinecke und Benjamin v. Stuckrad-Barre führten."

 
     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Monarchie und Kult(ur)betrieb - Ein Abgesang auf den Pop. Es lebe die Popmoderne!
 
       
   

Buchtexte

ROTH, Christopher (2007): 200 D.
Die Nacht, der Dancefloor. Eine Geschichte aus den frühen achtziger Jahren,
in: Jungle World Nr.15 v. 11.04.

USLAR, Moritz von (2007): 2H, HB, 5B.
Die Nacht, der Schweiß, die Körper. Eine Geschichte aus der Gegenwart,
in: Jungle World Nr.15 v. 11.04.

 
       
   

Rezensionen

HARTWIG, Ina (2007): Weil wir plötzlich alle so jung waren.
Ein cleverer Sammelband zum "Pop seit 1964" findet zwar nicht die Lösung, aber man kann ja selbst entscheiden, was gefällt,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.03.

RÖSINGER, Christiane (2007): Ich habe jetzt ein Rauscherlebnis.
Klassiker und Journalisten, Zitierkartelle und Entgrenzungserfahrungen, Fundstücke, Mitteilungsdrang und Lagerbildungen: Die ehrgeizige Anthologie "Pop seit 1964" versammelt vierzig Jahre Popliteratur,
in:
TAZ v. 07.04.

 
       
       
   

Gerade Eben Jetzt (2003).
Schreibweisen der Gegenwart
Frankfurt a/M:
Edition Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"»Der Snapshot. Eine Art Polaroid vom geistigen Zustand, im Augenblick. Natürlich geht es auch darum, was drauf ist, auf dem Bild. Aber ebensosehr um die Art der Bildherstellung, das Vorgehen bei der Produktion, die Methode, was ganz Formales also. Sich zu erinnern, nicht an früher, sondern an JETZT« (Rainald Goetz). Viele Autoren, die seit den 1960er Jahren unter dem Stichwort »Pop-Literatur« zusammengefaßt werden, arbeiten gegenwartsfixiert. An Texten von Rolf Dieter Brinkmann, Andy Warhol, Hubert Fichte, Elfriede Jelinek und Rainald Goetz zeigt Eckhard Schumacher, wie diese »Chronisten der Gegenwart« Pop nicht nur zum Thema, sondern auch zum Taktgeber ihrer Schreibweisen machen. Über die Serialisierung eines immer neuen ›Jetzt‹ werden Gegenwärtigkeit und die Aktualität des Geschriebenen erst im Akt des Schreibens konstruiert."

 
     
 
       
   

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Die Nachtlebengeschichtsschreibung in der Debatte

SCHIERZ, Sascha (2009): Blood on the Dance Floor - Eine Soziologie des spätmodernen Nachtlebens anhand neuerer Ethnographien zu Night Time Economy, Gewalt und Gender,
in:
Literaturwissenschaftliche Literaturrundschau, Heft 58

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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Update: 17. April 2017